Zwei Asse trumpfen auf – OT: Chi trova un amico, trova un tesoro (1981)

Nach einem Tag voll körperlicher Ertüchtigung und einer strawanzenden Ehefrau, bleibt einem als guter Vater ja fast nichts anderes übrig, als mit den Kindern einen Filmabend zu veranstalten. Eben. Allerdings hatte die Sache einen Haken, denn ich wollte nicht schon wieder einen Zeichentrickfilm sehen, sondern den Kindern ein Kulturgut näherbringen: einen Spencer/Hill-Film. Mit „Zwei Asse trumpfen auf“ habe ich mich für eine der harmloseren Prügelgeschichten entschieden. Wie die Filmwahl ankam, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Zwei Asse trumpfen auf (1981) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

Zwei Asse trumpfen auf (1981) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

„Nur Puffin schenkt mir die Kraft und Ausdauer die ich brauche!“

Mit „Zwei Asse trumpfen auf“ verbindet mich eine ganz besondere Beziehung. Früher habe ich alle Spencer/Hill-Filme verschlungen. Diesen hier habe ich jedoch erst relativ spät entdeckt. In der TV-Zeitschrift wurde er damals als „Der beste Film des Prügelduos!“ beschrieben – und als Kind nimmt man das natürlich für bare Münze. Die Erwartungen waren folglich hoch und tatsächlich wurde ich bombastisch unterhalten. Mein Lieblingsfilm des Duos wurde er zwar nicht, aber ich mochte das exotische Setting und die völlig überzeichnete Komik. Sei es das Versteckspiel am Anfang auf Charlies Boot, die Ankunft auf der Insel oder der Kampf gegen den Japaner. Sergio Corbuccis Werk strotzt nur so vor unterhaltsamen Schauplätzen, völlig abstrusen Charakteren und einem fast schon infantilen Humor. Hinzu kommt die kongeniale Rainer-Brandt-Synchro und der mehr als eingängige Titelsong „Movin‘ Cruisin'“ von The Oceans.

„Du frisst was aus der Kelle fließt!“

Wie kam dieser Film, der nun schon so alt ist wie ihr Vater, nun bei zwei Kids im Jahr 2019 an? Gar großartig! Selbst der Zwergofant, der gerade bei Realfilmen immer skeptisch ist, war begeistert. Spätestens ab dem Zeitpunkt als klar war, dass das Duo Spencer/Hill mindestens ebenso unkaputtbar ist, wie „Asterix & Obelix“. Das Zappelinchen hat zwischendrin sogar geäußert, dass dies ihr neuer Lieblingsfilm sei. Nunja. Natürlich habe ich mich auch gefragt, ob es sinnvoll ist, solch einen Film vorzuführen, der Gewalt als Lösung aller Probleme propagiert. Ist das zeitgemäß? Was ist mit der oberflächlichen Darstellung von Frauen? Der lächerlichen Darstellung der Eingeborenen? Alles Fragen, die mir durch den Kopf gingen. Allerdings bezweifle ich stark, dass „Zwei Asse trumpfen auf“ nun einfach so sechs bzw. acht Jahre Erziehung zerstört. Zudem konnte ich so manche Dinge einordnend erklären. Nur die Frage, was denn mit dem Papagei passieren würde, nicht. Das hat mir jedoch gezeigt, dass die wunderbare Empathie der Kinder unantastbar ist. Manchmal muss das Leben eben auch ganz einfach einfach sein: „Ich will Nudelkacke! Nudelkacke!“

Fazit

Mir selbst hat „Zwei Asse trumpfen auf“ immer noch genauso viel Spaß gemacht, wie damals vor 25-30 Jahren. Es war mir auch eine große Freude zu sehen, wie gut der Humor und die Dynamik zwischen Bud Spencer und Terence Hill bei den Kindern ankommt. Das war bestimmt nicht unser letzter Film des Duos: 8/10 Punkte. Die Bildqualität der deutschen Blu-ray ist übrigens herausragend! ❤

39 Gedanken zu “Zwei Asse trumpfen auf – OT: Chi trova un amico, trova un tesoro (1981)

  1. Ich denke man darf das mit dem erzieherischen Wert solcher Filme nicht immer zu Tode denken…wir haben die Filme ja in unserer Kindheit und Jugend auch rauf und runter geschaut und aus uns ist doch auch was ganz anständiges geworden 😉

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    • Ja, das stimmt schon. Aber das „Mir hat es doch auch nicht geschadet!“-Argument ist eben auch oft zu einfach. Darüber nachdenken schadet also nicht. Man muss deshalb ja noch lange nicht zu einem zu restriktiven Urteil kommen… 😉

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  2. Zwar keiner meiner Favoriten der beiden Klopper (nichts geht über ZWEI BÄRENSTARKE TYPEN was völligen Schwachsinn angeht), aber vom Setting her mochte ich den auch immer ganz gerne. Mir war nur später der Humor bei den Kämpfen dann doch zu cartoonish und die stereotypen Figuren sind mir heute einfach zu stereotyp. Für Kinder aber sicher ein Riesenspaß und für den ein oder anderen Lacher immer noch sehr gut. Alleine der Puffin-Running-Gag ist schon top. „Schmeiß das weg.“

    Ich würde mir um den Eindruck bei den Kindern nebenbei auch keine Sorgen machen. Ja, es ist wie gesagt schon „altbacken“, aber ich glaube nicht, dass das wirklich hängen bleibt. Die Prinzessin in Not ist auch durch, funktioniert aber generell trotzdem weiterhin, weil das nicht der Kern der Geschichten ist. Am Ende ist es doch immer der Sieg der Guten gegen die Bösen, die die Schwachen bedrohen. Wenn die Botschaft bei den Kids hängen bleibt, kann man auch gerne in Kauf nehmen, dass sie mit stereotypen Mitteln nähergebracht wurde. Next Stop: A-Team.

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    • „Zwei bärenstarke Typen“ steht als nächstes auf dem Programm und natürlich schon im Regal. Manche Filme sind dann doch härter (z.B. „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“), doch selbst die habe ich früher in dem Alter gesehen. Hauptsache Spencer/Hill. Der Rest war egal… 😉

      Klar wird es keine bleibenden Schäden verursachen, doch sind wir heute zumindest soweit, uns darüber Gedanken zu machen. Und das ist ja auch gut so. „Das A-Team“ würde ich heute dagegen nicht mehr schauen. War früher auch nur Berieselungsprogramm, während ich die Spencer/Hill-Filme heiß und innig geliebt habe.

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      • Hm, was verstehst du denn bei diesen Filmen unter „härter“? Ich fand die Spencer/Hill Filme durchweg eher als comichaft überzeichnet. Dabei sind natürlich nicht die „echten“ Italowestern gemeint, die die beiden einzeln oder zusammen in früheren Jahren gemacht haben.

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      • Ok, das stimmt. Und – wie auch schon hier angesprochen – hat die deutsche Synchronfassung vieles auch entschärft und in ein „ulkigeres“ Licht gerückt.
        Ich hab neulich in einem der dritten Programme eine Folge von „Die Zwei“ gesehen. Das war natürlich von Rainer Brandt zu seinen absouluten Hochzeiten. Zum Teil nach wie vor lustig, ab irgendwann dann doch auch super nervig, euer Lordschaft 😊

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      • Die Serie habe ich nie gesehen. Bin aber, was Rainer Brandt angeht, vermutlich mit all den Spencer/Hill-Filmen schon gut ausgelastet. Da hat die Synchro für mich immer wie die Faust aufs Auge gepasst. Wortwörtlich. 😁

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      • Die Serie ist super. 70er-Jahre Style at its best. Moore und Curtis harmonieren – zumindest vor der Kamera – perfekt. Alles schrill, bunt und abgedreht. Eine der wenigen Sendungen, bei der die deutsche Fassung besser als das Original ist.

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      • Glaube dir, dass sie damals ein Straßenfeger war. Heute noch einmal damit anzufangen ist aber eher nicht das Ding, oder? Wird wohl auch viel con Nostalgie geprägt sein, so eben wie bei mir und Spencer/Hill.

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      • Ja, das stimmt natürlich. Das passt eben in die damalige Zeit. Gemessen an heutigen Standards natürlich eher lahm und gemächlich. Ich habe die Serie schon als Kind gesehen. Da hat man sicher eine ganz andere Beziehung zu der Sache. Au weia, ich hoffe meine Erstsichtung fand zur Zeit der -zumindest – 2 Wiederholung der Serie statt. Sonst wäre ich aber auch echt alt😊

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      • Hehe, aber das ist doch das Schöne: So hat jeder seine Kindheitsklassiker. Und natürlich war es mindestens die 2. Wiederholung der Serie, gar keine Frage… 😉

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      • A-Team ist ja quasi das gleiche nur mit Geballer. Und nicht ganz so komödiantisch. Dafür hat es weniger Stereotype.

        Wenn man sich mit der Chronologie der Spencer/Hill Filme beschäftigt, merkt man schnell, dass es vom harten Stoff zum absolut weichen eine durchgehende Entwicklung war. Die ersten gemeinsamen Arbeiten waren ja oldschoolige Italo-Western. Selbst ein VIER FÄUSTE FÜR EIN HALLELUJAH war noch verhältnismäßig hart und hat hierzulande erst später die lustige Synchro spendiert bekommen, als sich das bei dem Duo etabliert hatte.

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      • Ja, die alten Italowestern waren noch ernsthafter. Die reine Spaßprügelformel hat man erst später gefunden und dann immer weiter ausgebaut (was dann ja auch zu den Comedy-Synchros der alten Filme geführt hat). Ich mochte die früheren und mittleren Filme immer am liebsten. Mit den ganz neuen bin ich nie warm geworden. Vermutlich aber nur, weil ich sie damals nicht so oft gesehen habe.

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      • Ich denke, irgendwann war wohl auch die Luft raus und man hat alle Kloppereien gesehen. So richtig schlecht finde ich keinen, aber man hat eben so seine 1-2 Favoriten. Generell sind es ohnehin weniger Filme, als man meist denkt. Im Endeffekt nur so ein Dutzend. Vermutlich denkt man wegen der Dauerwiederholung damals im TV, dass die beiden 800 Filme zusammen gemacht haben.

        Ich fänd es nebenbei interessant, heute man wieder so ein Duo zu etablieren. Jetzt nicht wie Spencer/Hill, aber halt zwei Darstellerinnen, die in einem „eigenen“ Genre immer mal wieder was zusammen machen. Gab es ewig nicht mehr.

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      • Ja, ganz so viele Filme mit den beiden gab es nicht. Dann eben noch die Solowerke. Da kommt man dann zusammen schon so auf 20-30. Aber du hast Recht: Man hatte früher eher den Eindruck als wären es hunderte von Filmen… 😅

        Hmm, das ist eine gute Frage! Mir fallen noch Walter Matthau und Jack Lemmon ein. Oder Thomas Gottschalk und Mike Krüger… 😉 Sonst gab es da nicht mehr viele Duos dieser Art.

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      • Früher natürlich Laurel und Hardy oder auch Cheech und Chong, aber danach gab es immer nur Ansätze wie Affleck/Damon oder Stiller/Wilson. Irgendwie scheint sich sowas nicht mehr durchzusetzen, was eigentlich schade ist, da sowas ja dann immer eine ganz eigene Chemie entwickelt.

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      • Generell ist es wohl heute eher so, dass sich gerne mal die Wege kreuzen, aber feste Verbindungen gibt es wohl nicht mehr so richtig. Selbst die Gruppe um Rogen/Franco und Co. macht ja größtenteils jeweils ihr eigenes Ding.

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  3. Kann die Filme nicht wirklich auseinander halten, hab den natürlich bestimmt gesehen und müsste die Bilder sehen, damit die Erinnerungen hochkommen. Hatte nach Bud Spencers Tod die Blu-ray zu Zwei außer Rand und Band besorgt und war auch von der Qualität angetan. Zwar nicht High Class, aber für das Geld, wofür es die Filme gibt, schon in Ordnung.

    Natürlich habe ich mich auch gefragt, ob es sinnvoll ist, solch einen Film vorzuführen, der Gewalt als Lösung aller Probleme propagiert

    Das ist bei Filmen wie Der König der Löwen aber ja auch der Fall. Oder der von dir angesprochene Asterix & Obelix. Und wie es oben schon hieß: Aus uns allen ist ja was ordentliches geworden 🙂

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    • „Zwei außer Rand und Band“ steht bei mir auch noch im Regal. Das dürfte wohl einer meiner liebsten Filme der beiden sein.

      Klar ist das bei andere Filmen auch so, doch hier eben noch einmal mehr simplifiziert. Finde es durchaus legitim, wenn man sich darüber Gedanken macht bzw. eine Einordnung mit auf den Weg gibt. Aber vielleicht macht man sich solche Gedanken auch nur als Vater… 😉

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  4. „Natürlich habe ich mich auch gefragt, ob es sinnvoll ist, solch einen Film vorzuführen, der Gewalt als Lösung aller Probleme propagiert. Ist das zeitgemäß? Was ist mit der oberflächlichen Darstellung von Frauen? Der lächerlichen Darstellung der Eingeborenen?“

    Puh, mit sowas tue ich mich immer recht schwer. „Darf man sowas heutzutage noch gucken und dann womöglich auch noch gut und lustig finden?“ Ja, darf man. Es sind doch nur Filme. Auch wenn aus heutiger Sicht das alles nicht mehr politisch korrekt ist. Aber allein die Tatsache, dass einem so etwas bewusst ist, zeigt doch schon, dass sich ein Wandel eingestellt hat. Zumindest im Kopf. Es wird sicher auch nicht mehr lange dauern, dann werden alle Charaktere in einem Film von Farbigen homosexuellen, alleinerziehenden Frauen im Rollstuhl gespielt werden müssen, damit es allen Recht gemacht wird. Aber wollen wir sowas?
    Übrigens, ich habe auch schon viele, viele Filme in meiner Kindheit/Jugend gesehen, für die ich ganz sicher noch viel zu jung war. Dennoch bin ich nicht zu einen rassistischen Frauen-/Schwulen/Sonstwie Minderheitenhassenden Serienmörder geworden. Zumindest noch nicht 😜

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