Die wilden Hühner und das Leben (2009)

Nach einer anstrengenden Woche mit erschreckend schnell wachsenden Corona-Zahlen, wollten wir den Kindern zum Start ins Woche wenigstens einen Filmabend gönnen. Die Wahl ist heute auf „Die wilden Hühner und das Leben“ gefallen, den letzten Teil der Kinder- bzw. Jugendbuchverfilmungen. Wie uns dieser so gefallen hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🐔

Die wilden Hühner und das Leben (2009) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Die wilden Hühner und das Leben (2009) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Ein sympathischer Abschluss der Filmreihe

Hat mich schon im Vorgänger „Die wilden Hühner und die Liebe“ der starke Fokus auf die jugendlichen Beziehungen ein wenig gestört, so nimmt dieser Aspekt nun endgültig überhand. Vielleicht liegt es auch an meinen Erwartungen, die ich nach dem ersten Teil „Die wilden Hühner“ an die Reihe hatte. Hier kam es mir so vor, als könne sich der Film nicht so richtig entscheiden, was er sein will. Aber vielleicht ist dieses Gefühl auch stellvertretend für den Umbruch im Leben unserer jugendlichen Heldinnen. Sie sind keine Kinder mehr und dieser Abschied ist eben nicht immer klar und eindeutig, sondern mit vielen Irrungen und Wirrungen verbunden.

Es war schön, die Figuren noch einmal alle zu sehen. Leider wurde eine Schauspieler ausgetauscht, was immer ein wenig befremdlich wirkt. Das Zappelinchen fand den Film toll, da sie bereits das Buch gelesen hat. Allerdings musste sie sich aufgrund der vielen Kussszenen auch häufig fremdschämen. Der Zwergofant war heute nicht so angetan und die eigentlich ist er auch (trotz FSK-0-Freigabe) noch zu jung für den Film und seine Themen gewesen. Von seiner Seite war weder viel Interesse noch Verständnis vorhanden. Ich selbst mochte einige Aspekte, andere wiederum fand ich zu oberflächlich abgehandelt. Dafür fand ich den symbolischen Bogen zum Anfang der Reihe am Ende des Films sympathisch.

Fazit

„Die wilden Hühner und das Leben“ ist ein netter Abschluss der Filmreihe, die sich über ihren Verlauf deutlich verändert hat. Ich fand es schade, dass es ab dem zweiten Teil fast nur noch um Beziehungen ging. Dennoch ein gut gespielter und durchaus sympathischer letzter Teil der Trilogie: 6/10 Punkte.

Die wilden Hühner und die Liebe (2007)

Der heutige Samstag ist wieder extrem schnell verfolgen: Morgens war ich eine Runde laufen, danach ging es bei Freunden zum Brunchen und schon war es Abend. Nachdem wir letzte Woche „Die wilden Hühner“ gesehen hatten, stand heute mit „Die wilden Hühner und die Liebe“ die Fortsetzung auf dem Programm. Wie uns die neuen Abenteuer der Hühner gefallen haben, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🐔

Die wilden Hühner und die Liebe (2007) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Die wilden Hühner und die Liebe (2007) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Eine gelungene Fortsetzung mit (zu) viel Liebe?

Natürlich hätte man es bei dem Titel ahnen können. Die Liebe ist das zentrale Thema des Films. Für meinen Geschmack war das ein wenig zu viel des Guten. Aber vielleicht spricht aus mir auch nur der alte Mann, der damals in der 6. Klasse noch nichts mit Liebe oder Beziehungen am Hut hatte. Andere Themen werden, bis auf Sprottes Begegnung mit ihrem Vater, leider ziemlich in den Hintergrund gedrängt. Dabei fand ich es wunderbar, dass eine gleichgeschlechtliche Beziehung beleuchtet wurde, die allerdings auch das zentrale Drama des Films war. Wäre das heute, 13 Jahre später, anders und diese Beziehung ein ganz natürlicher Teil der Geschichte? Ich würde es mir wirklich wünschen.

Ich mochte erneut das Zusammenspiel der jugendlichen SchauspielerInnen sowie die unaufgeregte Inszenierung. Zwar kenne ich Cornelia Funkes Vorlage (u.a. „Tintenblut“) nicht, doch das Zappelinchen hat einige Elemente aus dem Buch wiedererkennt. Der dritte Teil der Reihe spielt noch einmal zwei Jahre später, weshalb ich mir keine Änderung der Thematik erwarte. Für mehr Jugendabenteuer müssen wir dann wohl doch wieder zu „Fünf Freunde“ greifen. Aber das ist vermutlich einfach auch eine Frage meiner Erwartungshaltung.

Fazit

Ich mochte „Die wilden Hühner und die Liebe“ sehr gerne, auch wenn er mir teils zu monothematisch war. Die Kinder waren begeistert und wir freuen uns schon auf die nächste Fortsetzung: 7/10 Punkte.

Das Geheimnis meines Erfolges – OT: The Secret of My Success (1987)

Heute war ich nach knapp einem halben Jahr für einen kompletten Tag vor Ort im Büro. Ziemlich unglaublich und auch ungewohnt. Da ich anscheinend noch nicht genug vom Büroleben hatte, fiel die Filmwahl heute Abend auf „Das Geheimnis meines Erfolges“, den ich früher recht gerne gesehen habe. Natürlich hauptsächlichen wegen Michael J. Fox (Marty McFly, „Zurück in die Zukunft“) in einer für ihn recht typischen Rolle. Wie sich der Film sonst so schlägt?

Das Geheimnis meines Erfolges (1987) | © Koch Media GmbH

Das Geheimnis meines Erfolges (1987) | © Koch Media GmbH

Kann es einen Film geben, der mehr 80er ist?

Es gibt Filme die altern gut und es gibt Filme wie „Das Geheimnis meines Erfolges“. Filme, die ein recht genaues Zeitdokument sind, aber außerhalb ihres Entstehungszeitpunktes nur bedingt funktionieren. Damit meine ich nicht einmal den Look der 80er Jahre oder den penetranten Soundtrack. Inhaltlich komplett auf den Yuppie-Zeitgeist zugeschnitten, wirken viele Szenen heute einfach nur befremdlich. Dieses fast schon zwanghafte Aufsteigen in der Konzernwelt. Überall alte, weiße Männer. Frauen sehen höchstens gut aus oder erfüllen als Sekretärin die Rolle der Helferin. Puh. Also ein voller Rohrkrepierer?

Ich mag es manchmal ganz gerne, Filme in ihrem zeithistorischen Kontext zu sehen. Filme wie „Rambo 2: Der Auftrag“ oder eben auch diese seichte Komödie. Der reine, unbedarfte Filmgenuss ist zwar nicht mehr gegeben, doch irgendwo zwischen Reflexion und Faszination entwickelt sich durchaus ein Unterhaltungsfaktor. Regisseur Herbert Ross inszeniert die Geschichte zudem flott und mit so manch pfiffiger Idee. Mit ein paar weniger ausgedehnten Videoclip-Montagen zu Synthie-Pop hätte dann auch das Tempo gepasst. Aber auch das ist eben typisch für die 80er Jahre.

Fazit

Nein, ein guter oder empfehlenswerter Film ist „Das Geheimnis meines Erfolges“ aus heutiger Sicht nicht mehr. Aber er zeigt gut, wie die 80er Jahre aus popkultureller Sicht funktioniert haben. Michael J. Fox ringt seiner eher flachen Figur durchaus Sympathie ab und alle anderen Darsteller sind ebenfalls gut aufgelegt. Ja, irgendwie mag ich den Film trotz seiner Fehler immer noch: 6/10 Punkte.

Die wilden Hühner (2006) (WS1)

Nachdem der gemeinsame Filmabend letzte Woche ausgefallen ist, haben wir uns heute wieder zusammen vor dem Fernseher versammelt. Das Zappelinchen wollte „Die wilden Hühner“ schon länger sehen und dank Netflix war das nun auch einfach möglich. Für mich war das nicht die erste Sichtung, denn bereits 2007 habe ich den Film zum ersten Mal gesehen. Vor 13 Jahren. Damals war ich noch kein Vater. Ob sich die Änderung dieses Zustands auf die Wirkung des Films niedergeschlagen hat? 🐔

Die wilden Hühner (2006) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Die wilden Hühner (2006) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Ein rundum gelungener Kinder- und Jugendfilm

Die Adaption von Cornelia Funkes (Autorin von u.a. „Tintentod“) Jugendroman hat inzwischen auch schon 14 Jahre auf dem Buckel. Unfassbar. Glücklicherweise sieht man das dem Film nur an, wenn man auf die Mode und Technik achtet. Ansonsten wirkt „Die wilden Hühner“ immer noch sehr frisch und ja, auch erfrischend. Die jungen SchauspielerInnen der beiden Banden spielen sympathisch und natürlich. Auch die Probleme der Kinder sind wunderbar unaufgeregt und kindgerecht, wenngleich auch schwere Themen nicht ausgespart werden.

Bei meiner ersten Besprechung habe ich noch bemängelt, dass es sich bei „Die wilden Hühner“ um einen reinen Mädchenfilm handeln würde. Diese Meinung muss ich inzwischen revidieren, denn er hat dem Zwergofanten mindestens ebenso viel Spaß gemacht, wie dem Zappelinchen. Und mir auch. Überhaupt ist die Einteilung von Filmen oder Serien nach Geschlechtervorlieben nicht sinnvoll. Das habe ich über die letzten Jahre selbst an meinen Präferenzen festgestellt.

Fazit

Wir hatten mit „Die wilden Hühner“ einen wirklich gelungenen Filmabend und ich freue mich jetzt schon auf die beiden Fortsetzungen. Das Zappelinchen kennt alle Bücher und wird mich bis zur Sichtung bestimmt noch über so manchen Hintergrund aufklären können: 7/10 Punkte.

Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier (2018)

Nach einem sportlichen Tag mit Laufen und Schwimmen, war es nachmittags so windig, dass wir uns am Abend auf das Sofa verkrümelt haben. Den Kindern stand der Sinn nach einem Filmabend und da „Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier“ neu bei Prime Video im Programm ist, haben wir den jugendlichen Abenteurern abermals einen Besuch abgestattet… 🦖

Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier (2018) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier (2018) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Ein angenehmer Soft-Reboot mit neuen Freunden

Unsere Sichtung von „Fünf Freunde 4“ liegt inzwischen schon einen ganzen Sommer zurück. Dennoch haben wir der Neubesetzung der fünf Freunde etwas skeptisch entgegengesehen. Aber es ging in diesem Fall nicht anders, da die Bande inzwischen zu sehr den Kinderschuhen des ersten Teils entwachsen war. Ich habe die originalen SchauspielerInnen tatsächlich vermisst, wenngleich ich auch zugeben muss, dass die neue Besetzung durchaus gelungen ist. Es fehlt eben noch ein wenig am natürlichen Zusammenspiel. Aber dies kann sich ja noch entwickeln. Zumindest wäre meine Kinder (und auch ich) einer Fortsetzung nicht abgeneigt.

„Oh, ich liebe diese Musik!“
– Der Zwergofant während der Opening Credits

Was die Handlung angeht, so ist „Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier“ nicht sonderlich innovativ. Das Setting mit der Burg erinnert an „Fünf Freunde 2“ und der Weg bis zur Auflösung ist zumindest nett anzusehen. Eben typisch für das Franchise. Man merkt, dass sich außer den SchauspielerInnen nur wenig verändert hat und das ist auch ganz gut so.

Fazit

„Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier“ ist wieder deutlich kindgerechter als der vierte Teil der Reihe. Trotz der neuen Besetzung atmet auch der inzwischen schon fünfte Teil den Geist der Vorgänger. Für Kinder ist das beste Unterhaltung und auch wir Erwachsenen hatten viel Spaß damit: 7/10 Punkte.

Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil – OT: The Jewel of the Nile (1985)

Den heutigen Samstag habe ich fast nur draußen verbracht: Laufen, Rasenmähen und mit den Kindern radeln. Und all das bei recht durchwachsenem Wetter. Aber ist ja auch egal. Wir sind recht spät auf das Sofa gekommen und ich habe mich deshalb nach einem eher kurzen und entspannten Film umgesehen. Letztendlich ist „Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil“ im Player gelandet, dessen Vorgänger mir vor einem guten halben Jahr erneut viel Vergnügen bereitet hat… 💎🐫

Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil (1985) | © 20th Century Fox

Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil (1985) | © 20th Century Fox

Ein typisches Sequel der 80er Jahre

Wie schon der erste Teil gehörte auch „Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil“ früher zu meinem Standardprogramm. Einfach ein Film, den man immer wieder einschaltet, wenn er im Fernsehen läuft. Kennt man heutzutage natürlich nicht mehr, doch damals war das so (schreibe ich als alter Mann). Irgendwann danach habe ich die Fortsetzung des 80er-Jahre-Hits noch einmal auf DVD nachgeholt. Vor über einem guten Jahr ist mir endlich die Blu-ray in die Hände gefallen, die bereits länger out-of-print ist und für entsprechende Preise (40 Euro aufwärts) gehandelt wird. Hier hatte es sich gelohnt, einmal wieder im örtlichen Elektromarkt zu stöbern. Aber was erzähle ich hier? Das werden eh nur die langsam aussterbenden Filmsammler verstehen.

Doch zurück zum Film: „Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil“ ist ein typisches Sequel, das zumindest einen interessanten Zeitpunkt zum Wiedereinstieg wählt: Wie geht es mit dem Paar nach dem romantischen Höhepunkt weiter? Nachdem das aufregende Abenteuer vorbei ist? Das mochte ich recht gerne. Ansonsten wird die Meta-Ebene im Vergleich zum Vorgänger deutlich zurückgefahren. Das Urwald-Setting weicht der sengenden Wüstensonne und die Bösewichte sind aus heutiger Sicht unglaublich klischeehaft. Das White-Savior-Phänomen trifft hier leider durchaus zu, wenngleich sich unsere Helden oft auch einfach dämlich anstellen, was das Ausmaß dieses unschönen Stilmittels zumindest ein wenig relativiert. Aber ja, es ist eben ein Film der 80er Jahre, den man heute bestimmt nicht in dieser Art und Weise drehen würde. Im Kontext seiner Zeit aber immer noch sehr unterhaltsam und wunderbar altmodisch und mit famosen praktischen Effekten umgesetzt.

Fazit

Auch wenn der Film deutlich hinter „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ zurückbleibt, so hatte ich doch auch mit der Fortsetzung wieder viel Spaß. Eben klassische 80er-Jahre-Unterhaltung, wofür man durchaus ein Faible mitbringen sollte. Dann aber kann man damit spaßige 100 Minuten verleben: 7/10 Punkte.

Searching (2018)

Der zweite Tag des langen Wochenendes ist bereits vorbei. Nachmittags haben die Kids und ich Räder geputzt und gegen Abend bin ich mit dem Zwergofanten noch zu einem Erkundungsspaziergang in den Wald aufgebrochen. Nach dem Abendessen gab es noch eine kurze Runde Xbox und im Anschluss haben wir die Kids zu ihrem selbst erwählten Nachtlager auf dem Dachboden gebracht. Somit war es bereits kurz vor 21 Uhr, bis wir mit „Searching“ einen Film in den Player geschoben haben… 💻👨‍💻

Searching (2018) | © Sony Pictures Home Entertainment

Searching (2018) | © Sony Pictures Home Entertainment

Die Form steht hier (zurecht!) im Mittelpunkt

Ich hatte im Vorfeld meiner Sichtung schon viel Gutes über „Searching“ gelesen. Dennoch war ich sehr skeptisch, ob mich ein gesamter Film, der nur über Geschehnisse am Bildschirm erzählt wird, packen können würde. Dies hat Regisseur Aneesh Chaganty jedoch gekonnt aufgelöst, indem er uns in den ersten 10 Minuten durch das Leben von Familie Kim inklusive aller Lebenshöhepunkte und Schicksalsschläge führt. Emotional unfassbar stark und ich musste, trotz des unterschiedlichen Genres und einer komplett anderen Inszenierung, an die ersten Minuten aus Pixars famosem „Oben“ denken. Auch im weiteren Verlauf ist die ungewöhnliche Form nicht störend, sondern eher spannend. Und unglaublich immersiv. Dies habe ich vor allem nach dem Film gemerkt, als ich mich selbst an den Computer gesetzt habe. Sofort war dieses vertraute Gefühl wieder da. Wirklich sehr stark eingefangen.

Inhaltlich erleben wir eine ziemlich klassische Kriminalgeschichte, die mit der einen oder anderen Wendung zu überraschen weiß. Auch wenn diese teils ein wenig an den Haaren herbeigezogen wirkt, so gibt es für jedes Setup doch ein Payoff und die Details passen wie Puzzle-Teile zusammen. Dennoch ist die Form des Film zweifellos das Element, was ihn so besonders macht. Und ja, ich bin wirklich begeistert. Oft wird über mangelnde Innovation gejammert und „Searching“ ist innovativ. Und nicht nur das, er ist auch smart erzählt. Wenn der Vater (gespielt von John Cho) eine Nachricht wieder löscht und umformuliert, dann sagt das unglaublich viel über die Figur und ihre Beziehung zum Empfänger bzw. der Empfängerin aus. Man merkt dem Film an, dass sich die Autoren und der Regisseur viel Mühe gegeben und auf die Details geachtet haben. Sehr beeindruckend.

Fazit

Ich hätte nicht vermutet, dass mich „Searching“ so komplett begeistern würde. Auch wenn im Grunde nur eine teils übertriebene Kriminalgeschichte erzählt wird, so hat man die Umsetzung in dieser Art und Weise noch nicht gesehen. Einfach nur famose Unterhaltung: 9/10 Punkte.

Unbreakable: The Western States 100 (2012)

Nach einem Social-Distancing-Geburtstag, den wir getrennt durch einen Gartenzaun gefeiert haben, stand abends ein Dokumentarfilm auf dem Programm, den ich schon lange sehen wollte: Von „Unbreakable: The Western States 100“ hatte ich schon häufiger im von mir seit 197 Episoden geschätzten FatBoysRun-Podcast gehört. In einer ihrer letzten Ausgaben haben sie erwähnt, dass Journeyfilm ihre Doku kostenfrei auf YouTube zur Verfügung stellt. Der perfekte Zeitpunkt also, den lang gehegten Wunsch einer Sichtung in die Tat umzusetzen… 🏃‍♂️

Unbreakable: The Western States 100 (2012) | © Journeyfilm

Unbreakable: The Western States 100 (2012) | © Journeyfilm

Eine unfassbare Leistung in packenden Bildern

Vor 12 Jahren habe ich mehr oder weniger ernsthaft mit dem Laufen begonnen. Seitdem habe ich jeden Lauf, vom ersten bis zum aktuell 687. Lauf, hier im Blog festgehalten. Seit 2008 bin ich 5.569 km gelaufen und war knapp 552 Stunden (oder 23 Tage) auf den Beinen. Ich liebe das Laufen und als ich letztes Jahr aufgrund meines verletzten Sprunggelenks fast sechs Monate pausieren musste war das wirklich hart. Ich bin kein großes Lauftalent, doch ich habe Spaß daran, mich draußen in der Natur zu bewegen. Vom Ultra-Running bin ich weit entfernt, doch kann ich die Faszination daran gut nachvollziehen. Auch ich liebe die kleinen Waldwege mit ihren fiesen Steigungen und das immerwährende Vorankommen, alleine durch die Kraft des eigenen Körpers. J.B. Benna gelingt es wunderbar, dieses Gefühl einzufangen.

Neben den Bildern und der Struktur des Films, stechen besonders die Charaktere der vier porträtierten Läufer hervor. Anton Krupicka und Kilian Jornet dürften jedem bekannt sein, der sich auch nur ein wenig für die Laufszene interessiert. Von Hal Koerner und Geoff Roes hatte ich zuvor allerdings noch nicht gehört. Der unterschiedliche Hintergrund der vier Läufer ist mindestens ebenso interessant, wie das Ultra-Rennen an sich. Wenn ihr euch nun dafür interessiert, wie der Western States 100 im Jahr 2010 letztendlich ausgegangen ist, dann schaut euch den Film ab besten gleich selbst an:

Fazit

Man sollte ein Faible für den Laufsport haben, wenn man „Unbreakable: The Western States 100“ etwas abgewinnen will. Ansonsten mögt ihr dieses Vorhaben im Spannungsfeld zwischen verrückt und langweilig einordnen. Für mich als Hobbyläufer hat der Dokumentarfilm jedoch alle Knöpfe gedrückt und ich freue mich jetzt schon auf meinen kurzen Lauf morgen früh. Dabei werde ich bestimmt an Tony, Kilian, Hal und Goeff denken: 9/10 Punkte.

Die kleine Hexe (2018)

Nach einen wirklich schönen und harmonischen Tag, an dem ich eine lange Runde laufen war und sonst nur gefaulenzt habe, stand abends abermals ein Filmabend auf dem Programm. Die Verfilmung von „Die kleine Hexe“ wollten wir schon lange sehen und heute schien uns dafür ein guter Zeitpunkt zu sein… 🧙‍♀️🧹

Die kleine Hexe (2018) | © STUDIOCANAL

Die kleine Hexe (2018) | © STUDIOCANAL

Was ist nur aus der Wetterhexe geworden?

An Otfried Preußlers Buch kann ich mich noch sehr gut erinnern: Als Kind wurde es mir mehrfach vorgelesen, einmal habe ich es mindestens selbst gelesen und vor ein paar Jahren haben wir mit unseren Kindern „Die kleine Hexe“ besucht. Nachdem ich die ersten Bilder der Verfilmung gesehen hatte, war ich skeptisch, denn so farbenfroh habe ich mir die Welt der kleinen Hexe nicht vorgestellt. Doch schließlich konnte ich selbst der anderen großen Preußler-Verfilmung „Krabat“ aus dem Jahr 2008 etwas abgewinnen. Also mal sehen, was die Filmemacher hier so gezaubert haben.

Mit Karoline Herfurth ist die kleine Hexe ungewöhnlich und doch irgendwie passend besetzt. Zumindest nach einer gewissen Eingeöhnungszeit. Auch die kunterbunte Welt mit vielen beinahe schon übersättigten Naturbildern hat mir gut gefallen, selbst wenn sie überhaupt nicht meinen Vorstellungen der Vorlage entsprach. Die bösen Hexen dagegen kamen mir viel zu klischeehaft und dumpf vor. Zwar war die Hexe Rumpumpel durchaus gut besetzt, doch warum war sie keine Wetterhexe mehr? Ich habe den ganzen Film darauf gewartet, dass man nur eine dunkle Wolke sieht, in der man einen Hexenbesen hätte erahnen können… doch nichts! Für mich war das die einprägsamste Szene des gesamten Buches und hier taucht Rumpumpel einfach stets platt in Person auf. Wirklich sehr, sehr schade.

Der restliche Film hatte ein paar nette Szenen, doch war er mir teils zu weit vom Buch entfernt. Und damit meine ich nicht, dass die Handlung hätte 1:1 wiedergegeben werden sollen, sondern die Atmosphäre der Vorlage. So nett die Geschichte hier war, so wenig hatte ich doch das Gefühl, eine Verfilmung von Preußlers Buch zu sehen. Meine Kinder waren dagegen ziemlich begeistert und das ist wohl die Hauptsache.

Fazit

„Die kleine Hexe“ ist ein schöner Kinderfilm, der Spaß macht und stets unterhaltsam ist. Ich hätte ihn mir ein wenig düsterer und werkstreuer gewünscht. Einen Punkt muss ich glatt für die fehlende Rumpumpel-Wolke abziehen. Hier überwiegt einfach die Enttäuschung, auch wenn der restliche Film durchaus sehenswert ist: 6/10 Punkte.

Paddington 2 (2017)

Gestern erst habe ich darüber geschrieben, dass Eskapismus in Zeiten der Corona-Krise extrem wichtig ist. Somit war heute natürlich ein Filmabend angesagt und die Wahl der Kinder ist auf „Paddington 2“ gefallen. Nachdem der Zwergofant bei der Sichtung des ersten Teils noch ziemlich viel Angst hatte, verblieb die Fortsetzung sehr lange ungesehen im Regal. Im letzten Jahr ist der Zwergofant jedoch viel mutiger geworden. Somit stand einem bärigen Filmabend nichts im Wege… 🐻

Paddington 2 (2017) | © STUDIOCANAL

Paddington 2 (2017) | © STUDIOCANAL

„Paddington 2“ ist der perfekte Kinderfilm

Schon nach nur wenigen Minuten waren wir wieder komplett drin in der bunten Welt von Paddington. Paul King hat den Film so wundervoll verspielt, voll kindlicher Freude und Naivität inszeniert, dass es ein großes Vergnügen ist. Dabei ist die Geschichte nie lächerlich oder der Humor zotig, nein, „Paddington 2“ nimmt sich und seine Figuren im besten Sinne ernst und bleibt dabei doch herrlich augenzwinkernd. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich zuletzt so herzhaft gelacht habe, wie bei den Slapstick-Einlagen als Paddington Fenster putzt oder sich als Friseur versucht. Daneben stehen Augenblicke, die zutiefst emotional sind und wirklich ans Herz gehen. Getragen wird der Film zudem von famosen Schauspielern wie Sally Hawkins („The Shape of Water“)  oder Hugh Bonneville, den ich gerade in „Downton Abbey“ sehe. Die Show stielt hier jedoch eindeutig Hugh Grant als herrlich überzogener Bösewicht.

All das würde den Film schon sehr gut machen. Was „Paddington 2“ jedoch zu einem herausragenden Film macht, ist seine makellose Struktur. Es werden etliche Szenen eingestreut, die man zunächst als nette Anekdote (z.B. wie sich die Eltern kennenlernen) wahrnimmt, am Ende sind diese jedoch stets handlungsrelevant und werden mit einem Payoff aufgelöst. Das gibt es mehrfach im Film. Kein noch so kleines Detail ist unbedeutend und wird doch so locker-leicht eingestreut, als wäre es reiner Zufall. Davon können sich die meisten anderen Filme eine Scheibe abschneiden. Und damit meine ich nicht nur andere Kinderfilme.

Fazit

Mit „Paddington 2“ konnte sich die Geschichte um den sympathischen Bären noch einmal steigern. Für die ganze Familie war es ein famoses Filmerlebnis und ich hoffe sehr, dass wir dieses magische London noch für ein drittes Mal besuchen dürfen. Eine dicke Empfehlung für alle Kinder, Eltern und den ganzen Rest: 9/10 Punkte.