Brooklyn: Eine Liebe zwischen zwei Welten (2015)

Eigentlich hätte ich schwören können, dass ich heute keinen kompletten Film mehr durchhalte: In der vorangegangenen Nacht hatte ich nur fünf Stunden geschlafen und ich war heute Nachmittag 15 km laufen. Doch eine Woche so ganz ohne Film geht ja auch nicht, also habe ich „Brooklyn: Eine Liebe zwischen zwei Welten“ eingelegt, den ich schon lange sehen wollte. Ob es das Drama geschafft hat, mich trotz der schlechten Voraussetzungen wachzuhalten?

Wunderbar altmodisches Kino

Schon während der ersten paar Einstellungen hatte mich der Film gepackt. Speziell Michael Brooks zeitlos schöner Score hatte es mir angetan. Hinzu kommt ein historisches Setting, das gar nicht einmal so weit entfernt scheint und dabei doch wie aus einem anderen Jahrhundert wirkt. Das natürlich zurückgenommene Spiel Saoirse Ronans („Wer ist Hanna?“) trägt zudem viel zur Glaubwürdigkeit der Geschichte bei. Man ist als Zuschauer bei ihr und begibt sich mit ihr auf die Reise in eine unsichere Zukunft. Ronans Eilis ist mutig und zerbrechlich zugleich. Das Wichtigste ist jedoch die Entwicklung, die ihr Charakter durchmacht: wunderbar zurückhaltend und doch kraftvoll gespielt. Es ist eine Freude ihr zuzusehen.

Die Geschichte ist dabei weder sonderlich innovativ, noch einzigartig. Es ist die zurückhaltende und nicht auf Effekte oder Drama setzende Art der Inszenierung, die „Brookly“ so besonders macht. Einzig der Auslöser für Eilis‘ Entscheidung, ihre weitere Zukunft betreffend, wirkt ein wenig forciert. Im Kontext der Geschichte ist das aber auch egal, denn es ist die einzig logische Konsequenz, dass sie ihren eigenen Weg geht und ihre eigene Geschichte schreibt. Dass dies nicht ohne schmerzhaftes Zurücklassen und Abschiede funktioniert, zeigt Regisseur John Crowley auf herzzerreißende Weise.

Fazit

„Brooklyn: Eine Liebe zwischen zwei Welten“ ist ein unsentimentales, romantisches Drama, das voller wundervoller, kleiner Momente steckt. Man spürt sowohl Eilis‘ Verzweiflung als auch ihre Stärke und ihren Mut. Tatsächlich hat es mir zu keiner Sekunde die Augen zugezogen, was nur für den Film spricht. Wenn euch also der Sinn nach dieser Art von altmodischem Kino steht, dann kann ich euch John Crowleys Drama nur ans Herz legen: 8/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (434)

Nach einer viel zu kurzen Nacht mit knapp fünf Stunden Schlaf war ich nicht wirklich motiviert laufen zu gehen, zumal nun auch unser Zwergofant schwächelt und er mich nicht begleiten konnte. Den Morgen habe ich somit mit Bügeln und Rasenmähen verbracht und mich dann mittags alleine zu einem langen Lauf aufgerafft:

Distance: 15.48 km
Duration: 01:29:38
Elevation: 124 m
Avg Pace: 5:47 min/km
Avg Speed: 10.36 km/h
Heart Rate: 163 bpm
Stride Frequency: 149 spm
Energy: 1357 kcal

Das Wetter war sehr durchwachsen und ich hatte Sonne und Regen im Wechsel, wobei mir die Abschnitte mit Regen fast lieber waren. Es ist schon wieder ordentlich heiß, wenn die Sonne scheint. Auch habe ich eine Erweiterung der bekannten Strecke erkundet, die ich in naher Zukunft hoffentlich mit den Kindern laufen kann. Nun bin ich noch müder als heute morgen um 6 Uhr, doch habe ich immerhin etwas geschafft. Ein gutes Gefühl.

Im ersten Ohr: FatBoysRun – Episode 83: Home2Home
Im zweiten Ohr: Sneakpod #487 – Rogue One: A Star Wars Story

The Kennedys (2011)

Nachdem ich mich mit „11.22.63 – Der Anschlag“ zurück in die 1960er Jahre begeben habe, um das Attentat auf JFK zu verhindern, bliebt ich gleich dort und habe mit der Mini-Serie „The Kennedys“ mehr über den historischen Hintergrund erfahren. Ob sich die acht Episoden der in den USA umstrittenen Serie gelohnt haben, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Historisch korrekte Fiktion?

Was die Geschichte der Kennedys angeht fällt mein Wissen eher dünn aus und speist sich größtenteils aus Film und Fernsehen: die Kuba-Krise, das Attentat auf JFK samt nachfolgender Ereignisse bis hin zur Ermordung Robert F. Kennedys. Auch war mir bewusst, dass der ehemalige Präsident John F. Kennedy und seine Gattin Jackie einen fast schon mythischen Ruf besitzen. Kein Wunder also, dass die Serie in den USA eher negativ aufgenommen wurde, zeichnet sie die bekannten Personen und speziell Patriarch Joseph P. Kennedy eher als machthungrige und instabile Charaktere, denn als Vorzeigefamilie. Ob diese Version nun historisch korrekt oder völlig an den Haaren herbeigezogen ist, kann ich nicht beurteilen. Nach ein wenig Recherche scheint durchaus etwas dran zu sein. Ob jedoch die Schwerpunkte richtig gesetzt wurden?

Am besten man betrachtet „The Kennedys“ als Unterhaltungsserie mit historischem Kern. Dann erlebt man ein wenig Soap-Opera, ein wenig Zeitkolorit und ein wenig Polit-Drama. Das alles ist hochklassig inszeniert und auch die Schauspieler (u.a. Greg Kinnear als John F. Kennedy) können größtenteils überzeugen. Was den Erzählrhythmus angeht hätte ich mir tatsächlich ein wenig mehr Ausgewogenheit gewünscht: Es wird ein historisches Ereignis nach dem anderen abgehakt und von einem Skandal zum nächsten gesprungen. Das wirkt nicht nur ziemlich gehetzt, sondern lässt der Faszination für die Kennedys auch nur wenig Raum. Somit wird zwar ein Gegenpol zum vorherrschenden Bild gesetzt, ein wirklich rundes Bild ensteht dadurch aber auch nicht.

Fazit

Auch wenn die Serie bei Weitem nicht perfekt ist, so empfand ich sie doch als sehr interessant und durchaus mitreißend. Mit ein paar mehr Episoden und einer differenzierteren Betrachtung, hätte „The Kennedys“ eine wirklich famose Mini-Serie werden können. So bleibt letztendlich eine ein wenig unausgewogene Mischung aus Historiendrama und Soap-Opera, was gerade bei dieser Thematik ein wenig unglücklich erscheint. Wenn man sich für das Thema interessiert, kann man guten Gewissens reinschauen und wird durchaus Freude mit den acht Episoden der Serie haben: 8/10 (7.8) Punkte.

5 zeitlose Serien

Auch wenn sich Die 5 BESTEN am DONNERSTAG um einen Tag  verschoben hat, so ist Gorana wieder ein spannendes Thema eingefallen. Ganz konkret geht es um Serien, die nicht alt werden. Zeitlose Serien. Diese Aufgabe kann man unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachten und ich bin schon gespannt, was euch so einfällt…

Das Thema für Ausgabe #44 lautet:

5 Serien, die nicht alt werden

  1. „Mad Men“ (2007-2015) – Diese Serie ist aus mehreren Gründen zeitlos: zum einen spielt sie in einer vergangene Epoche, zum anderen ist sie so klassisch inszeniert, dass man sie auch noch in den nächsten Jahrzehnten problemlos sehen können wird. Hinzu kommen spannende Charaktere und Entwicklungen, welche einfach immer faszinieren.
  2. „Parenthood“ (2010-2015) – In dieser wunderbaren Familienserie werden universelle Themen behandelt, die auch in Zukunft Bestand haben werden, selbst wenn die benutzten Smartphones altmodisch aussehen. Ich bin mir sicher, dass die Serie auch in den kommenden Jahren noch ein Renner in den Streaming-Portalen sein wird (das Nachmittagsprogramm im TV sieht ja heute leider anders aus).
  3. „The Newsroom“ (2012-2014) – Bei dieser Serie hatte ich am meisten Sorge, ob sie auch nur ein paar Jahre nach ihrer Ausstrahlung noch funktioniert. Aaron Sorkin verhandelt darin damals aktuelle Nachrichten und setzt sich intensiv mit diesen historischen Ereignissen auseinander. Tatsächlich funktioniert dies wunderbar als Zeitdokument. In Zeiten von Fake News und Alternative Facts wichtiger denn je.
  4. „The West Wing“ (1999-2006) – Die älteste Serie in dieser Liste und auch meine Sichtung liegt schon einige Jahre zurück. Doch gerade heute wünscht man sich einen Präsidenten wie Josiah Bartlet, zu dem man aufschauen kann und der ein idealistisches und engagiertes Team hinter sich vereint.
  5. „The Wire“ (2002-2008) – Auch bei dieser Serie hatte ich Sorge, ob denn die analoge Überwachungstechnik in Zeiten von NSA und Snowden überhaupt noch Bestand hat. Die Geschichte ist allerdings so packend und die Charaktere so authentisch, dass die Technik in den Hintergrund rückt. Nicht ohne Grund immer noch als eine der besten Serien gefeiert.

Run, Fatboy, Run (433)

Eigentlich hatte ich diese Woche gar keine Zeit zum Laufen. Die letzten beiden Tage waren aber so anstrengend, dass ich heute einfach meinen Kopf frei laufen musste. Da es schon recht spät war, habe ich mich – unter großem Protest des Zwergofanten – einmal wieder alleine auf den Weg gemacht. Das war doch ziemlich einsam:

Distance: 7.50 km
Duration: 00:41:20
Elevation: 57 m
Avg Pace: 5:30 min/km
Avg Speed: 10.89 km/h
Heart Rate: 167 bpm
Stride Frequency: 153 spm
Energy: 646 kcal

Im Gegensatz zu den letzten Läufen mit den Kindern, war ich deutlich schneller und vor allem konstanter unterwegs. Dafür war die Runde auch kleiner und ich musste nur auf mich schauen. Mein Kopf ist nun zwar nur geringfügig freier, doch jeder Lauf ist ein guter Lauf. Zudem gab es nach Tagen des Regens abends Sonnenschein und es war richtig angenehm warm, aber nicht zu warm. Es sind eben die kleinen Dinge…

Im ersten Ohr: FatBoysRun – Episode 82: Christoph Adamski aka Knut Knieping
Im zweiten Ohr: Radio Nukular – Episode 57: Volle Lehrjahre

Silicon Valley – Season 2

Aktualisierung: Inzwischen habe ich die komplette Serie gesehen. Die Besprechung von „Silicon Valley“ (Staffel 1 bis 6) findet ihr bei Klick auf den Link.

Nachdem mich die erste Staffel der Serie vor ziemlich genau einem Jahr extrem zu begeistern wusste, war ich natürlich gespannt ob „Silicon Valley – Season 2“ hier nachlegen kann. Wie immer bei den HBO-Comedys war das Warten lang und das Vergnügen kurz. Ob sich die zehn Episoden dennoch oder gerade deshalb lohnen, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Eine (un)typische Workplace-Comedy

Es war eine Freude wieder ins fiktive Silicon Valley zurückzukehren. Als jemand, der auch beruflich ein wenig Einblick in die Tech-Welt hat und Artikel aus dem Startup-Umfeld liest, habe ich mich besonders über die satirischen Elemente und die völlig überzogenen Charaktere gefreut. Hier scheint mir „Silicon Valley“ doch recht nahe an der Realität zu sein bzw. zumindest von Autoren geschrieben, die ein Verständnis für die Eigenheiten der Branche mitbringen. Mit Russ Hanneman betritt zudem eine neue Figur die Bühne, durch welche die Egozentrik der Branche auf ein ganz neues Niveau gehoben wird. Einfach herrlich!

Letztendlich ergibt sich daraus eine etwas andere Workplace-Comedy, die aber dennoch den Regeln ihres Genres folgt. Man erlebt somit berufliche Erfolge und Fehlschläge, nimmt an seltsamen Meetings teil und schließt Allianzen, die teils sogar die Schwelle zur Freundschaft überschreiten. Im Gegensatz zu Genre-Vertretern wie „The Office“ wirkt die Welt jedoch noch eine Spur abgedrehter, was dem eher ungewöhnlichen Startup-Setting entspringt.

Fazit

Auch in ihrem zweiten Jahr wirkt „Silicon Valley“ weiterhin sehr frisch und ist dabei unglaublich unterhaltsam. Gerne hätte ich mehr als nur zehn Episoden gesehen, doch wird vermutlich durch die begrenzte Laufzeit auch das Qualitätsniveau gehalten. Insofern kann ich nun einfach nur abwarten und hoffen, dass die dritte Staffel schnell ihren Weg auf DVD findet: 9/10 (8.6) Punkte.

Media Monday #306

Schon wieder ist das Wochenende vorbei. Auch wenn das Zappelinchen nach wie vor nicht fit ist (so eine Lungenentzündung ist langwierig), haben wir viel Zeit draußen verbracht: am Samstag im Garten und mit dem Zwergofanten beim Laufen, dann am Sonntag zu einer spontanen Radtour (wieder nur wir Männer) und am Abend noch auf dem Spielplatz. Nicht spektakulär, doch durchaus erfreulich, war das Wetter doch viel schlechter vorhergesagt. Nun beantworte ich noch ganz entspannt die Fragen des Medienjournals, bevor morgen der Montag wieder für ganz andere Abenteuer sorgt…

  1. Der Trailer zu „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ dürften meine am häufigsten gesehenen zwei Minuten Bewegtbild sein.
  2. Manchmal interessieren mich Filme ja allein aufgrund von ihrem Entstehungsjahr, wie „Tango & Cash“ aus dem Jahr 1989, den ich am Wochenende nachgeholt habe.
  3. Das Ende von „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ hätte ja nun wirklich nicht so unspektakulär ausfallen müssen; ich mochte es dennoch.
  4. Beim Thema Konsolenspiele bin ich seit dem Nintendo GameCube raus; meine Hochphase hatte ich mit dem SNES.
  5. Hätte ich plötzlich und unerwartet eine ganze Woche frei würde mir bestimmt nicht langweilig werden: Es gibt unendlich viele Filme, Serien und Bücher nachzuholen – von möglichen Unternehmungen mit der Familie einmal ganz zu schweigen.
  6. Kommenden Samstag ist ja der Gratis-Comic-Tag 2017: Ich werde davon nichts mitbekommen und auch mein letztes Comic liegt schon wieder viel zu lange zurück.
  7. Zuletzt habe ich den Kinderfilm „Der Indianer im Küchenschrank“ mit meinen Kindern gesehen und das war einfach wundervoll, weil Frank Oz die zauberhafte Geschichte behutsam inszeniert hat und der Film auch bei meinen Kindern (zumindest dem Zappelinchen) sehr gut angekommen ist.

Der Indianer im Küchenschrank – OT: The Indian in the Cupboard (1995)

Seit einer halben Ewigkeit habe ich mir einmal wieder eine DVD gekauft. Der Film ist auf Blu-ray in Europa nicht greifbar, doch wollte ich „Der Indianer im Küchenschrank“ unbedingt meinen Kindern zeigen. Da ist eine deutsche Tonspur natürlich Pflicht. Also ganze 3,97 Euro investiert und die erste Gelegenheit (die Frau ist heute außer Haus) am Schopf gepackt. Ob Frank Oz‘  Märchen heute noch genauso wunderbar ist, wie ich es in Erinnerung habe?

Eine Reise zurück in die Kindheit

Ich erinnere mich noch genau an meine erste Sichtung des Films. Eigentlich war ich damals schon viel zu alt dafür. Ich muss 16 oder 17 gewesen sein, meine Familie war ohne mich verreist. Ich weiß noch, dass dies der letzte freie Abend war und meine Eltern samt meiner Schwester am nächsten Tag zurückkommen sollten. Cool und angesagt wie ich damals war, habe ich natürlich keine große Party geschmissen, sondern ein paar gute Freunde zu einem Filmabend eingeladen: Wir haben James Camerons „The Abyss“ in der Special Edition geschaut und ich war hin und weg. Als meine Freunde gegangen waren, hatte ich das Gefühl den vorangeschrittenen Abend (es war schon gegen Mitternacht) nutzen zu müssen, denn der Alltag stand ja wieder vor der Tür. Also habe ich die vorhandenen VHS-Kassetten durchgeschaut und unter diesen die Premiere-Aufzeichnung (mein Bruder versorgte uns damals damit) eines Films namens „Der Indianer im Küchenschrank“ gefunden.

Ich wusste nur, dass es sich um einen Kinderfilm handelt, sonst nichts. Dennoch war ich neugierig und habe die VHS-Kassette eingelegt. Bis 2 Uhr morgens sollte ich somit in eine magische Geschichte entführt werden. Warum der Film damals so gut für mich funktioniert hat, kann ich gar nicht mehr sagen. Vermutlich hängt es auch mit dieser einen Nacht und dem damit verbundenen Gefühl der Freiheit zusammen (es dürfte wohl das erste Mal gewesen sein, dass ich nicht auf den Familienurlaub mitgefahren bin). Auf jeden Fall hat sich der Film in mein Herz gespielt und ich war sehr gespannt, wie ihn meine Kinder wohl wahrnehmen würden.

Toll getrickste Menschlichkeit

Ich kann gleich vorausschicken, dass ich den Zwergofanten als Zuschauer recht bald verloren habe: Er war platt von der Radtour und hatte Angst vor dem Indianer. Also ist er recht bald ins Bett verschwunden, jedoch nicht ohne mich versprechen zu lassen, ihm morgen den Film zu erzählen. Das Zappelinchen dagegen war Feuer und Flamme, hat viele Fragen gestellt und war emotional komplett involviert. Einfach toll. Auch ich war abermals begeistert und mag es sehr, wie stinknormal die Kinder in dem Film sind. Keine aufgesetzte Coolness oder übertriebenes Außenseitertum. Hal Scardino spielt die Hauptfigur Omri wirklich großartig und es ist schade, dass er kaum noch etwas danach gemacht hat. Bekannte Gesichter gibt es ohnehin kaum zu sehen. Einzig Richard Jenkins („Six Feet Under“) und Vincent Kartheiser („Mad Men“) sind mir hier aufgefallen. Und natürlich kennt man Regisseur Frank Oz, der sich für einige Klassiker (u.a. „Der dunkle Kristall“ oder „Der kleine Horrorladen“) verantwortlich zeichnet.

Obwohl der Film bereits 22 Jahre auf dem Buckel hat, überzeugen seine Effekte immer noch. Der titelgebende Indianer Little Bear wirkt selten in die Szenen hineinkopiert, was speziell für die Kinder eine großartige Immersion bedeutet. Auch ich habe mich erneut sehr an der Tricktechnik erfreut, bei der man noch keine CGI-Charaktere animiert hat – und das kommt dem Film rückblickend betrachtet bestimmt zugute.

Fazit

Zu den meisten Filmen, über die ich hier schreibe, habe ich eine besondere emotionale Bindung und versuche sie auch herauszustellen. Auf „Der Indianer im Küchenschrank“ trifft das besonders zu. Wenn ich die IMDb-Bewertung mit 5,9 Punkten sehe, kann ich nur den Kopf schütteln. Das ist so ein herzerwärmend schöner Kinderfilm, dass ich das nicht verstehen kann. Ein Erfolg an der Kinokasse war der Film leider auch nicht, weshalb ihm Fortsetzungen verwehrt blieben. Ich jedoch liebe ihn sehr und kann ihm jeden (auch zur Sichtung mit Kindern) nur ans Herz legen. Das Zappelinchen und ich waren begeistert: 9/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (432)

Seit dem Feiertag am Montag bin ich nicht mehr zum Laufen gekommen. Es zeigt sich jede Woche, dass ein Trainingsplan mit drei oder vier Läufen einfach unrealistisch wäre. Ob berufliche Abendveranstaltung, private Termine oder Elternabende – irgendwas ist immer. Zudem würde das nicht mit den Kinderläufen zusammengehen, die ich momentan wirklich sehr genieße. Heute habe ich es (nach Bügeln, 500 Liter Pflanzhumus kaufen, Rasenmähen usw.) dann aber doch einmal wieder geschafft:

Distance: 15.30 km
Duration: 01:33:26
Elevation: 115 m
Avg Pace: 6:06 min/km
Avg Speed: 9.82 km/h
Heart Rate: 164 bpm
Stride Frequency: 145 spm
Energy: 1341 kcal

Da wir erst nachmittags losgekommen sind, stand die Sonne schon hoch am Himmel und es wurde schnell sehr warm (ca. 21 °C), was ich einerseits durchaus genossen habe, andererseits war es aber auch extrem anstrengend. Das habe nicht nur ich gemerkt, sondern auch der Zwergofant, der im Vergleich zum letzten Mal auf dieser Strecke deutlich langsamer war und gegen Ende – trotz zweier Trinkpausen – auch über Kopfschmerzen geklagt hat. Das Belohnungseis nach dem Lauf hat aber wieder alles gerichtet. Erneut ein tolles Erlebnis. Nun müssen wir nur eine neue Strecke für uns finden, doch leider sind alle anderen Richtungen so richtig hügelig…

Im Ohr: „Da vorne müssen wir abbiegen, stümmt’s?“

Tango & Cash (1989)

Nach einer weiteren Woche mit sehr kurzen Nächten, habe ich mit Schrecken feststellen müssen, dass ich fast nur noch ungesehene Filme jenseits der zweieinhalb Stunden Laufzeit im Regal stehen habe. Heute keine Chance. Die perfekte Gelegenheit also mit „Tango & Cash“ auf ein Werk jenseits der Jahrtausendwende zurückzugreifen, als Geschichten noch wunderbar unter 120 Minuten erzählt werden konnten…

Zurück in die 80er

Bereits vor ein paar Wochen habe ich mit „Die City-Cobra“ damit begonnen, meine unfassbar lange Liste an Stallone-Klassikern nachzuholen. Kaum zu glauben, dass zwischen den beiden Filmen nur drei Jahre liegen, wirkt „Tango & Cash“ doch bereits ungleich moderner, auch wenn der Buddy-Movie seine 80er-Jahre-Herkunft schon alleine aufgrund Harold Faltermeyers (am bekanntesten für „Beverly Hills Cop“) Synthie-Score nicht verhehlen kann. Pate stand ganz eindeutig Richard Donners unglaublich erfolgreiche Buddy-Cop-Reihe „Lethal Weapon“, die zwei Jahre zuvor den Durchbruch dieses Subgenres begründete. Ein reiner Abklatsch also?

Tatsächlich wirkt „Tango & Cash“ alles andere als originell und ist dabei auch ziemlich übertrieben. Dennoch fügt sich alles zu einem großen, schrillen und lauten Film zusammen, der einfach nur Spaß macht. Ich merke richtig, wie ich die langsam geschnittenen Action-Szenen und übertriebenen Oneliner genieße. Der Film wirkt in seiner stereotypen Darstellung aller möglichen Klischees heute unfassbar unschuldig und stellt somit einen deutlichen Gegensatz zum zynischen Action-Kino der 2010er Jahre dar. Das alles macht Andrei Kontschalowskis Film nicht wirklich gut, doch für Fans der 80er/90er zu einem ziemlich großen Spaß.

Fazit

Auch wenn das Drehbuch an vielen Ecken knarzt und man nicht einen Gedanken an Logik verschwenden sollte, so sind Sylvester Stallone und Kurt Russell ein wunderbar harmonierendes Buddy-Cop-Duo, die in abgefahrene Settings geworfen werden und gegen einen „James Bond“-artigen Bösewicht kämpfen dürfen. Das alles ist ziemlich grober Unfug, doch letztendlich herrlich unterhaltsamer Unfug: 7/10 Punkte.