Borat Subsequent Moviefilm (2020)

Nachdem der Rest der Familie nach unserem Halloween-Filmabend recht schnell ins Bett verschwunden ist, habe ich mir noch „Borat Subsequent Moviefilm“ angesehen. Darauf hatte ich mich schon sehr gefreut, da mich der Vorgänger „Borat: Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakhstan“ erst letzte Woche ziemlich zu begeistern wusste und ich seitdem ein wenig den Sacha-Baron-Cohen-Kosmos auf YouTube abgetaucht bin. 🐒

Borat Subsequent Moviefilm (2020) | © Amazon Prime Video

Borat Subsequent Moviefilm (2020) | © Amazon Prime Video

Witzig, abstoßend und erstaunlich versöhnlich

Der Nachfolger des 2006er Hits ist vor ein paar Wochen ziemlich spontan auf Prime Video gelandet. Das war für mich auch der Auslöser, mich mit der Figur vertraut zu machen. Natürlich kann Borat 2020 nicht mehr so überraschen, wie dies noch 14 Jahre zuvor der Fall gewesen ist. Dies wird im Film auch thematisiert und recht schlau in die Handlung eingebunden. War Cohen 2006 noch mit dem Schauspieler Ken Davitian unterwegs, hat er dieses Mal Maria Bakalova an seiner Seite, die seine Tochter Tutar verkörpert. Sie ist dabei genauso entlarvend wie Borat selbst. Höchster Respekt an die junge Schauspielerin. Wie Cohen selbst geht sie absolut furcht- und schmerzlos vor, was den Film in großen Teilen deutlich voranbringt.

Auch wenn „Borat Subsequent Moviefilm“ vor allem aufgrund seiner Szenen mit Mike Pence und Rudy Giuliani in den Medien ist, so sind diese für mich jedoch eher dazu da, die Geschichte bzw. die Beziehung zwischen Borat und seiner Tochter voranzubringen. Die wirklich entlarvenden Konfrontationen entstehen im Dialog mit der einfachen Bevölkerung und sind auch deshalb wieder so bitter. Doch es ist die Figur von Borat und ihre Entwicklung, die im zweiten Teil fast schon als versöhnlich zu bezeichnend ist. Wenn er und Tutar am Ende gemeinsam vor der Kamera stehen, dann wird einem als Zuschauer warm ums Herz. Bei einem Film mit diesem Konzept absolut erstaunlich, was auch die große Kunst Sacha Baron Cohens ist.

Fazit

Auch wenn „Borat Subsequent Moviefilm“ nicht mehr so frisch wirkt (und auch nicht so wirken kann), wie der Vorgänger, so geht er doch wieder genau dahin, wo es schmerzt. Cohen verpackt aktuelle gesellschaftspolitische Themen so schlau und unterhaltsam, dass es einfach nur großartig ist: 8/10 Punkte.

Borat: Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakhstan (2006)

Wenn der Rest der Familie im Bett ist, versumpfe ich meist auf YouTube und hole die diversen US-Late-Night-Shows der Woche nach. Doch irgendwie ist das meist das gleiche und trägt auch nicht der Stimmung bei, so lustig die deprimierenden News auch verpackt werden. Gestern habe ich mit „Borat: Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakhstan“ (oder auf deutsch „Borat: Kulturelle Lernung von Amerika, um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen“) jedoch noch recht spontan einen Film geschaut. Die gerade erschienene Fortsetzung ist zurzeit ja in aller Munde und ich kannte noch nicht einmal den ersten Teil. 🐔🐻

Borat (2006) | © 20th Century Fox

Borat (2006) | © 20th Century Fox

Abstoßend, unkorrekt und doch unfassbar witzig

Mir war Sacha Baron Cohens Kunstfigur natürlich ein Begriff und auch die grobe Geschichte des Films war mir im Vorfeld bewusst. Eben auch dieser Mix aus teils improvisierten Spielszenen und dokumentarisch umgesetzten Begegnungen. Die Grenze verschwimmt und ist nie hundertprozentig klar. Am ehesten lässt sich „Borat“ somit als Mockumentary beschreiben und als solche funktioniert der Film tadellos. Er ist oft unfassbar geschmacklos, teils entlarvend und bei all dem doch unfassbar lustig. Ich mochte ja die kleinen Details am liebsten: Wenn Borat z.B. seinen Koffer voller Enttäuschung hinschmeißt und es dann aus dem Inneren gackert. Oder der Kopf des Bären im Kühlschrank, der nur für ein paar Sekunden im Hintergrund zu sehen ist. Da merkt man, mit wie viel Bedacht dieser so spontan wirkende Film doch inszeniert wurde.

Auch wenn „Borat: Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakhstan“ natürlich bewusst politisch unkorrekt ist und den Finger oft schmerzhaft in die Wunden legt, so ist die Intention Sacha Baron Cohens jedoch stets klar, nämlich seinem Gegenüber entlarvende Aussagen zu entlocken. Einzig den Umgang mit seinem kasachischen Heimatdorf sehe ich kritisch. Da diese Szenen ohnehin nicht in in Kasachstan gedreht wurden und die Leute den Medienrummel nicht einordnen konnten, hätte ich hier eine fiktive Nation mit Spielszenen als angemessener empfunden. Das trübt den Gesamteindruck etwas, doch der Hauptteils des Films, sprich Borats Trip durch die USA, ist schon großes Kino.

Fazit

Auch wenn ich late to the party bin, so macht „Borat“ auch noch 14 Jahre später enorm viel Spaß. Sacha Baron Cohen ist unfassbar in seiner Rolle. Die brandneue Fortsetzung werde ich bestimmt auch zeitnah sehen. Borat in Trumps Amerika. Wenn da nicht zusammenkommt, was zusammengehört, dann weiß ich auch nicht. Doch auch schon der erste Teil war schmerzhaft unterhaltend: 8/10 Punkte.

Shrek: Der tollkühne Held (2001) (WS1)

Nach einer anstrengenden Woche liegt nun ein forderndes Wochenende vor mir, weshalb mir der Wunsch der Kinder nach einem Filmabend ganz recht kam. Heute konnte sich Frau bullion durchsetzen und wir haben mit „Shrek: Der tollkühne Held“ einen wahren Klassiker des Animationsfilms gesehen. Meine letzte Sichtung liegt bereits 14(!) Jahre zurück und insgesamt hat der grüne Oger bereits 19 Jahre auf dem Buckel. Unfassbar. Dabei war „Shrek“ damals topmodern und der letzte Schrei…

Shrek: Der tollkühne Held (2001) | © Universal Pictures Germany GmbH

Shrek: Der tollkühne Held (2001) | © Universal Pictures Germany GmbH

Eine herrliche Parodie auf animierte Märchenfilme

Sein Alter sieht man „Shrek“ inzwischen deutlich an. Die Texturen wirken verwaschen, die Animationen teils etwas holprig. Von den menschlichen Figuren wollen wir gar nicht erst anfangen. Selbst Fiona, die ich in der letzten Besprechung noch gelobt hatte, wirkt teils wie eine Puppe. Heute sehen in Echtzeit gerenderte Videospiele teils besser aus. Aber das macht nichts, denn schon nach ein paar Minuten hatte ich die Optik vergessen und war, bis auf einzelne Ausnahmen, wieder voll drin in dieser kunterbunten Geschichte mit ihren wunderbaren Gags und den mitreißenden Songs. Es ist schon ein Brett, was hier als Soundtrack abgefeuert wird. Diesem kann man wohl auch einen großen Teil des Erfolgs zurechnen. Gerade wenn man an die frühen 2000er Jahre zurückdenkt. Bombe!

Aus heutiger Sicht überzeugt mich tatsächlich hauptsächlich die Entwicklung der Charaktere und die schöne Botschaft des Films. Neben all den verspielten Gags und den schmissigen Songs verbirgt sich hinter „Shrek“ tatsächlich eine Geschichte über Außenseiter, Selbstliebe und Akzeptanz. Gerade in unserer heutigen Zeit wichtiger denn je. Die Figuren sind extrem liebenswert und auch wenn die Welt ein wenig steril wirken mag, so ist sie doch mit zauberhaften Details durchsetzt.

Fazit

„Shrek“ ist auch nach knapp 20 Jahren immer noch ein herausragender Märchenfilm. Technisch ein wenig in die Jahre gekommen, hat er jedoch fast nichts von seinem Charme verloren. Immer noch sehr extrem sehenswert: 8/10 Punkte.

Das Dilemma mit den sozialen Medien – OT: The Social Dilemma (2020)

Nachdem ich mich lange dagegen gesträubt hatte, habe ich seit ca. zwei Wochen auch einen Netflix-Account. In erster Linie wegen Serien (ganz konkret „Dark“), doch somit bin ich letztendlich auch in den Genuss von „Das Dilemma mit den sozialen Medien“ bzw. „The Social Dilemma“ gekommen. Ob sich der Dokumentarfilm denn lohnt, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 💻📱👍

Das Dilemma mit den sozialen Medien (2020) | © Netflix

Das Dilemma mit den sozialen Medien (2020) | © Netflix

Ein wichtiges Thema unterhaltsam aufbereitet

Rein inhaltlich muss ich gestehen, dass „The Social Dilemma“ keine neuen Informationen für mich bereit gehalten hat. Ich arbeite selbst in einem Software-Unternehmen und habe beruflich mit Social-Media-Werbung, YouTube-Algorithmen, Growth-Hacking usw. zu tun. Die Mechanismen, Chancen und Gefahren sind mir bekannt. Auch privat bewege ich mich, wie vermutlich die meisten von euch, in sozialen Netzwerken. Selbst wenn ihr nur Google oder YouTube nutzt. Der Skandal rund um Cambridge Analytica hat mir gezeigt, was die Manipulation von Nutzern in der realen Welt und abseits des Online-Marketings bewirken kann. Mit dem Schritt des Zappelinchens in die digitale Welt (wenn auch ohne Social-Media-Apps) wurde ich erneut für das Thema sensibilisiert.

Tatsächlich richtet sich die Netflix-Doku wohl am ehesten an Menschen, die eine grobe Vorstellung von den Mechanismen haben, sie aber noch nicht im Detail verstehen. Die Interviews fand ich spannend und größtenteils authentisch, die dramatisierten Spielszenen dagegen reichlich albern (Vincent Kartheiser aus „Mad Men“ spielt eine Künstliche Intelligenz in drei Ausführungen). Es ist letztendlich hochwertig produziertes Edutainment, das sich größtenteils auf die kritischen Aspekte konzentriert und diese verständlich aufbereitet. Ein wichtiges Thema, das durch die Doku hoffentlich auch ein paar Zuschauer erreicht, die sich bisher noch nicht viele Gedanken zu ihrem Nutzungsverhalten gemacht haben. Auch für mich war es erneut ein Anstoß, denn auch ich tappe immer wieder in die Falle.

Fazit

Auch wenn „The Social Dilemma“ für mich inhaltlich nichts Neues zu bieten hatte, so fand ich die Informationen doch gut aufbereitet. Die Dramatisierungen hätten sich die Macher sparen können, aber vielleicht helfen sie technisch weniger versierten Zuschauern die Zusammenhänge besser zu verstehen. Ironischerweise operiert Netflix natürlich ebenso nach dem Prinzip, ihre Nutzer möglichst lange an den Screen zu binden. Aber das wird natürlich nicht thematisiert. Dennoch lohnenswert und erhellend: 8/10 Punkte. 📴

Sløborn – Staffel 1

Nach meinem Ausflug in die Welt der Kleinkriminellen mit der Amazon-Serie „Sneaky Pete“, habe ich mich einer brandaktuellen deutschen Serie gewidmet. Der Zeitpunkt, „Sløborn – Staffel 1“ ins Programm aufzunehmen, hätte nicht besser sein können. Oder nicht schlechter. Das kommt vermutlich ganz auf die Persönlichkeit der Zuschauer an. Ob sich der Virus-Thriller denn lohnt, erfahrt ihr im Folgenden… 💉

Sløborn - Staffel 1 | © ZDF

Sløborn – Staffel 1 | © ZDF

Eine Virus-Pandemie in Serienform

Noch bevor ich wusste, worum es bei „Sløborn“ konkret geht, ist die Serie auf meinem Radar gelandet, weil Christian Alvart der kreative Kopf hinter der ZDF-Produktion ist. Erst kürzlich hat mich Alvart mit seinem Thriller „Freies Land“ beeindruckt und bereits vor ein paar Jahren ist mir sein Hollywood-Werk „Pandorum“ positiv aufgefallen. Auch „Sløborn“ trägt seine Handschrift und, im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Filmemachern, steht bei ihm der Unterhaltungswert ganz oben. Mehr Popcorn als Arthouse, was ich in jeder Hinsicht positiv meine. Betrachtet man die Serie aus aktueller Perspektive, dann wirkt sie manchmal fast schon anbiedernd in ihrer Art und Weise, den Umgang der Inselbewohner mit der Bedrohung durch den Virus, zu erzählen. Eben ziemlich genau so, wie die aktuelle Lage in Zeiten von Corona bzw. COVID-19 ist, nur auf 11 gedreht. Inklusive Abstandsregeln, Masken, Querdenkern Ansteckungsketten usw. Will man das denn jetzt sehen?

Tatsächlich wurde „Sløborn“ bereits 2018 konzipiert und 2019 gedreht. Ende 2019 bis 2020 befand sich die Serie in Postproduktion und auch wenn einige Corona-Verweise darin bestimmt noch geschärft wurden, so ist es doch beängstigend, wie genau (und eben auf 11 gedreht) die Serie doch den Beginn einer Pandemie zeichnet. Der darin grassierende Taubenvirus ist natürlich viel tödlicher als Corona und der Ausbruch wird, trotz der eher gemächlichen Dramaturgie (eben slow burn), recht schnell erzählt. Viele Elemente wirken dennoch erschreckend vertraut.

Kleinstadt-Drama trifft auf Virus-Thriller

So mitreißend und plakativ auch das Thriller-Element ist, so seifenoperartig wirken teils die unterschiedlichen Erzählstränge, die das Ereignis begleiten. Egal ob es sich um den Autoren im Drogenentzug handelt, die Teenagerin, die eine Affäre mit ihrem Lehrer hat, oder die jugendlichen Straftäter, die auf der Insel rehabilitiert werden sollen. Da wirkt schon viel konstruiert und mit der Brechstange erzählt. Aber das macht nichts, denn das habe ich mir viel lieber angesehen, als wenn es sich bei „Sløborn“ um ein todernstes Virus-Drama gehandelt hätte. Denn ja, manche Szenen sind aufgrund der Nähe zu den aktuellen Ereignissen nur schwer zu ertragen. In den letzten beiden Episoden überschlagen sich die dramatischen Geschehnisse und als Anhänger von Verschwörungstheorien könnte man hier neues Futter bekommen. Es wäre sehr spannend zu sehen, ob man die Entwicklung der Geschichte aus heutiger Perspektive genauso erzählt hätte.

Fazit

Die erste Staffel von „Sløborn“ hat mir wirklich gut gefallen. Sie bietet keinen verkopften Umgang mit einer Pandemie, sondern ziemlich reißerische und plakative Unterhaltung. Somit freue mich schon auf eine zweite Staffel. Gerade im Hinblick auf die Entwicklung der realen Pandemie dürften die Autoren vor neuen Herausforderungen, aber auch neuen Chancen stehen: 8/10 (7.8) Punkte.

Gosford Park (2001)

Die Sichtung von „Downton Abbey“ zählte dieses Jahr zu meinen größten Serien-Highlights. Mit dem Film zur Serie liegt auch meine letzte Begegnung mit den liebgewonnenen Figuren hinter mir. Somit blieb mir nur noch mit „Gosford Park“ zu den Ursprüngen des Epos zurückzukehren. Wobei das dem Film nicht wirklich gerecht wird. Alles Weitere in der folgenden Besprechung… 🏰

Gosford Park (2001) | © STUDIOCANAL

Gosford Park (2001) | © STUDIOCANAL

Der böse Zwilling von „Downton Abbey“

Für Kenner von „Downton Abbey“ ist es unglaublich zu sehen, wie viele Elemente davon sich bereits in „Gosford Park“ finden ließen: Die Bediensteten, die Aristokratie und die daraus resultierende Zweiklassengesellschaft. Die Inszenierung des Landsitzes, die Kamerafahrten durch die Gänge. All das hat mich fast schon zuhause fühlen lassen. Hinzu kommen vertraute SchauspielerInnen, allen voran natürlich Maggie Smith, die hier bereits eine frühe Version ihrer berühmten Countess of Grantham zum Besten gibt. Einfach herrlich anzusehen!

Ist „Gosford Park“ somit nur eine frühe Version von „Downton Abbey“? Nein, denn während Julian Fellowes‘ Serie ein sehr idealisiertes Bild der Beziehung zwischen Bediensteten und Aristokraten zeichnet, so rückt in „Gosford Park“ die dreckige Realität in den Vordergrund. Zwar inszeniert Regisseur Robert Altman seinen Film als schwarze Komödie, doch können so manche Lacher den düsteren Unterton nicht überspielen. Der Mord, die versammelten Verdächtigen und der überzeichnete Ermittler (gespielt vom stets gerne gesehenen Stephen Fry) wecken Erinnerungen an Murder-Mysteries à la Agatha Christie oder eben den 2019er „Knives Out“. Jedoch ist dies bei Weitem nicht der Hauptaspekt des Films.

Fazit

Mir hat „Gosford Park“ schon alleine aufgrund seiner Verwandtschaft zu „Downton Abbey“ ausgezeichnet gefallen. Er ist toll gespielt, inszeniert und erzählt eine unterhaltsame Geschichte. Nicht nur für Freunde von Julian Fellowes‘ Serie eine große Empfehlung: 8/10 Punkte.

Freies Land (2019)

Mitte September und ein Wetter wie im Hochsommer. Das habe ich nicht nur für einen weiteren Lauf genutzt, sondern auch für einen Nachmittag im Garten. Abends wurde es dann jedoch der Jahreszeit entsprechend kühl, weshalb wir uns auf das Sofa begeben haben. Im Gegensatz zu gestern allerdings ohne Kinder. Auf Empfehlung von Andy vom Nerdtalk habe ich „Freies Land“ zum Film des abends erkoren. Auch weil wir momentan die Serie „Sløborn“ schauen, die ebenfalls von Christian Alvart inszeniert wurde. Was der Film zu bieten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Freies Land (2019) | © Euro Video

Freies Land (2019) | © Euro Video

Fast eine Atmosphäre wie in „True Detective“

Bei „Freies Land“ handelt es sich um ein Remake des spanischen Thrillers „La isla mínima“ oder „Mörderland“. Wenn man dies allerdings nicht weiß, dann scheint die Geschichte des Films wie für die deutsche Nachwendezeit geschrieben. Auch wenn ich das Original nicht kenne, so muss ich Alvart jedoch für die Adaption loben. Sein Mecklenburg-Vorpommern des Jahres 1992 wirkt unfassbar trist und bedrohlich. Wenn ich „Freies Land“ mit einem ähnlichen Film oder einer Serie vergleichen wollte, dann würde ich die erste Staffel von „True Detective“ heranziehen. Die Atmosphäre ist ähnlich dicht und teils hypnotisch, was nicht nur den famosen Bildern, sondern auch dem eindrucksvollen Klangteppich zu verdanken ist.

Inhaltlich bietet „Freies Land“ mitreißende und doch etwas konventionelle Krimikost. Der Film lebt von seiner dichten Atmosphäre, welche wunderbar durch die detailverliebte Ausstattung und die perfekt gecasteten Schauspieler unterstützt wird. Auch die Handlung hat mich am Ball gehalten und ich habe jede Sekunde mit unseren (Anti-)Helden mitgefiebert. Das Finale wirkte fast schon ein wenig abrupt, doch hat es in dieser nüchternen Form auch zum Film gepasst. Nachdem mich Christian Alvart bereits mit dem Sci-Fi-Schocker „Pandorum“ zu begeistern wusste, hat er mit „Freies Land“ abermals sein Talent unter Beweis gestellt. Auch in „Sløborn“ kann man seinen Stil erkennen und ich bin schon auf den Rest der Serie gespannt.

Fazit

Wer einmal wieder Lust auf einen klassischen Krimi hat und sehen will, was das deutsche Kino kann, der sollte ruhig mal einen Blick auf „Freies Land“ werfen. Auch wenn es sich nur um ein Remake handelt. Mich hat der Film sehr positiv überrascht: 8/10 Punkte.

Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth – OT: The Maze Runner (2014) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth“ am 4. Januar 2025 zum dritten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nach einem vollen und irgendwie anstrengenden Tag war das Wetter abends zu schlecht, um sich auf die Terrasse zu setzen. Folglich haben wir uns aufs Sofa zurückgezogen und einmal wieder einen Film geschaut. Dieses Mal ohne Kinder, weshalb die Wahl auf „Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth“ gefallen ist. Dieses Projekt wollte ich schon seit längerer Zeit angehen und heute war es endlich soweit…

Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth (2014) | © 20th Century Fox

Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth (2014) | © 20th Century Fox

Der Film gewinnt mit Abstand zur Vorlage

Bei meiner ersten Sichtung vor ziemlich genau fünf Jahren hatte ich die Vorlage noch zu gut im Kopf als dass ich die Adaption nicht andauernd damit verglichen hätte. Heute jedoch konnte ich den Film einfach als das genießen, was er ist: Ein Jugendabenteuer in endzeitlichem Setting, das mit einem spannenden Schauplatz aufzutrumpfen weiß. Zudem mochte ich abermals die Figuren und ihre Schauspieler. Am meisten hat mich jedoch erneut die Prämisse rund um das Labyrinth mitgerissen. Einfach eine simple und doch brillante Idee, die zudem audiovisuell extrem kompetent von Regisseur Wes Ball umgesetzt wurde.

Bei der heutigen Sichtung haben mich auch die Erinnerungsfetzen und die größere Geschichte um WCKD nicht gestört, da ich inzwischen weiß, dass in dieser Hinsicht noch einiges kommen wird. Da ich das Finale der Roman-Trilogie eher durchwachsen fand, bin ich nun umso mehr auf den Film gespannt, da sich die Reihe bereits im zweiten Teil deutlich von der Vorlage gelöst hat.

Fazit

Vielleicht liegt es an meiner momentanen Filmabstinenz, doch ich hatte richtig viel Spaß mit „The Maze Runner“. Die nächsten Filmabende sind schon gesetzt. Zumindest wenn das Wetter mitspielt (oder eben nicht). Die Wertung steigt somit um einen Punkt auf 8/10 Punkte.

Upload – Season 1

In den letzten Wochen habe ich einmal wieder eine aktuelle Serie geschaut. Vermutlich weil mich die Prämisse ziemlich gereizt hat – und weil die Serie ganz bequem auf Prime Video läuft. Die Rede ist von „Upload – Season 1“, welche inzwischen auch den Weg in ein paar von mir abonnierte Blogs und Podcasts gefunden hat. Was die Serie rund um den Upload in den kostenpflichtigen Social-Media-Himmel kann, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 💀⛪👨‍💻

Upload – Season 1 | © Amazon Prime Video

Upload – Season 1 | © Amazon Prime Video

Das Social Network für frisch Verstorbene

„Upload“ besitzt eine Prämisse, wie ich mir einzelne Episoden von „Black Mirror“ immer vorgestellt habe (ohne die Serie je gesehen zu haben): In der nahen Zukunft kann die Seele von Verstorbenen digitalisiert und in die Cloud geladen werden, wo sie (je nach Bankkonto) allen Luxus des digitalen Himmels erfährt. Dabei können die Verstorbenen mit ihren Hinterbliebenen kommunizieren und somit quasi weiterhin am Leben teilhaben. Aus dieser Idee hätte man alles mögliche stricken können: Ein Sci-Fi-Drama, einen High-Tech-Thriller oder eben, wie in diesem Fall, eine romantische Komödie mit satirischen Elementen. Teils erinnert die Serie ein wenig an „The Good Place“, was ich erst nach „Upload“ begonnen habe zu schauen, geht letztendlich aber doch einen ganz eigenen Weg.

Was hat für mich den Reiz von „Upload“ ausgemacht? Neben ziemlich treffenden Gags auf Kosten unseres Nutzungsverhaltens digitaler Medien, mochte ich die gesamte Zukunftsvision und die Liebesgeschichte sehr gerne. Weniger gut funktioniert haben für mich die Thriller-Elemente. Gerade das Staffelfinale war in dieser Hinsicht wirklich eine Enttäuschung. Davon abgesehen hatte ich aber stets viel Spaß in Lakeview und den darin agierenden Personen – und das sowohl on- also auch offline.

Fazit

„Upload“ ist eine wirklich erfrischende Comedy-Serie, die ihren Finger oft treffend in die Wunde legt. Dabei erzählt sie eine erfrischende Liebesgeschichte und stellt ein paar spannende Fragen. Leider gibt es auch ein paar Elemente, die nicht so wirklich funktionieren wollen. Ich freue mich dennoch auf die zweite Staffel: 8/10 (8.2) Punkte.

Long Shot: Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich (2019)

Nach einem komplett verregneten Urlaubstag, der bis auf ein paar Brettspiele völlig ungenutzt an uns vorbeigezogen ist, habe ich mich abends auf seichte Unterhaltung gefreut. Somit hat es mit „Long Shot: Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich“ einmal wieder eine romantische Komödie auf den Fernseher geschafft…

Long Shot: Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich (2019) | © STUDIOCANAL

Long Shot: Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich (2019) | © STUDIOCANAL

Eine moderne Version von „Notting Hill“

Okay, der Vergleich mag ein wenig hinken, zumal „Notting Hill“ eine der ikonischen romantischen Komödien der 90er Jahre ist. Der Film, auf dessen Basis wir unsere Hochzeitseinladungen gestaltet haben. Nein, diesen Stellenwert wird „Long Shot“ nie einnehmen. Weder für mich persönlich, noch für die Popkultur. Die Prämisse ist jedoch ähnlich und ja, auch zeitgemäßer als in der britischen Variante. Charlize Theron spielt die Außenministerin der USA, die über diverse Verstrickungen auf einen von Seth Rogen gespielten Journalisten trifft. Beide kennen sich noch aus ihrer Kindheit und aus der gemeinsamen Arbeit entwickelt sich eine Beziehung, bei der das ungleiche Paar diverse Hürden überwinden muss.

Die Zusammenfassung der Handlung klingt nun weder innovativ, noch überraschend, doch wie Regisseur Jonathan Levine die Geschichte umgesetzt hat, ist bemerkenswert witzig und sympathisch. Tatsächlich habe ich schon lange nicht mehr so viel bei einem Film gelacht. Charlize Theron ist unglaublich gut und überzeugt sowohl als smarte Politikern als auch als Krisenbewältigerin auf Drogen. Auch Seth Rogen konnte mich voll und ganz überzeugen, was wichtig ist, um die Prämisse zu kaufen. Nebenfiguren, wie der von Bob Odenkirk gespielte Trump-Verschnitt oder ein nicht wieder zu erkennender Andy Serkis, geben dem Film die nötige Würze. Dabei schafft es die Geschichte wunderbar zwischen zotigem Humor und anrührenden Szenen zu wechseln und dabei auch politische Spitzen nicht unter den Tisch fallen zu lassen.

Fazit

Insgesamt hatte ich wirklich viel Spaß mit „Long Shot“ und bin nun fast geneigt, wieder einmal öfter zu romantischen Komödien zu greifen. Habt ihr Empfehlungen? Auch wenn ich zwischen dieser und der niedrigeren Punktzahl schwanke, möchte ich bei meiner 999. Filmbesprechung auf diesem Blog einmal nicht so sein: 8/10 Punkte.