Aktualisierung: Ich habe „Interstellar“ am 16. Juni 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.
Ich mag es nicht verschreien, doch heute war nach dem Magen-Darm-Desaster, das uns die erste Urlaubswoche verhagelt hatte, der erste Tag, an dem es wieder aufwärts ging. Halleluja! Zur Feier des Tages haben wir sogleich einen Film geschaut – und da ich mich immer noch nicht ganz von Cixin Lius „Death’s End“ lösen kann, haben wir uns mit Christopher Nolans „Interstellar“ auch filmisch dem Thema interstellare Raumfahrt zugewandt. Für mich war es schon die zweite Sichtung und ich ich war sehr gespannt, wie der Film im Vergleich zur Sichtung damals im Kino abschneidet…

Interstellar (2014) | © Warner Home Video
Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter!
Zunächst einmal muss ich kurz auf die formalen Aspekte eingehen, die mir im Heimkino beinahe noch positiver aufgefallen sind, als damals im richtigen Kino. Speziell die auf der Blu-ray eingebundenen IMAX-Sequenzen im 16:9-Vollbild sind extrem beeindruckend und geben einen echten Mehrwert. Ich konnte keine genaue Angabe finden, doch gefühlt bestand der Film zu über 50% aus IMAX-Szenen. Hinzu kommt, dass der Kontrast aus stilisiert wirkenden Weltraumszenen und den dreckig anmutenden Szenen auf der Erde einfach großartig wirkt. Ebenso konnte mich dieses Mal Hans Zimmers Score deutlich mehr begeistern, als noch bei der Erstsichtung. Ein wirklich rundes Paket, das zumindest audiovisuell zu überzeugen weiß. Und wie sieht es auf der inhaltlichen Ebene aus?
Wie schon angedeutet, habe ich mich in letzter Zeit ziemlich intensiv mit dem Thema Raumfahrt in Lichtgeschwindigkeit und darunter auseinandergesetzt. Speziell die Wirkung relativer Zeit ist eines der Hauptthemen in Cixin Lius Roman „Death’s End“. Ich habe mich deshalb sogleich heimisch gefühlt. In „Interstellar“ werden die angewandten Modelle jedoch auf die Basis heruntergebrochen und auch ziemlich plakativ erläutert. Das funktioniert im Film wunderbar, ich hätte mir jedoch mehr Tiefe gewünscht. Auch fand ich die Handlung auf Manns Planet bei der heutigen Sichtung ein wenig langgezogen. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass Matt Damon in Nolans Film nur eine Art Negativ-Version seines „Der Marsianer“ spielt. Ansonsten hatte ich nichts auszusetzen: Emotional konnte mich die Geschichte beinahe noch mehr packen, als beim ersten Mal. Auch das Finale hat für mich mehr Sinn ergeben. Hier kam dem Film zugute, dass ich bereits wusste, worauf alles hinausläuft. Ein tolles Erlebnis, das die knapp drei Stunden wie im Flug vergehen lässt.
Fazit
Manchmal funktionieren Filme bei der Zweitsichtung einfach besser. Zumindest hat mir „Interstellar“ heute deutlich besser gefallen, als nach der Erstsichtung. Kennt ihr eigentlich weitere Sci-Fi-Filme, die eher weniger actionlastig sind und sich mit dem Thema interstellare Raumfahrt befassen? Denn bis zur Verfilmung der „The Three-Body Problem“-Trilogie wird es, so befürchte ich, noch dauern (ich persönlich halte gerade die letzten beiden Bände ohnehin für unverfilmbar). Bis dahin ist „Interstellar“ auf jeden Fall ein guter Ersatz, der auch für ein größeres Publikum perfekt funktioniert – und das muss ja nichts Schlechtes sein: 9/10 Punkte.








