Hercules (1997)

Nachdem wir den Wunsch der Kinder nach einem Filmabend schon mehrfach ausgeschlagen hatten (das Wetter war einfach zu gut, um sich vor den Fernseher zu setzen), war es heute endlich soweit: Mit „Hercules“ wanderte dann auch ein Disney-Film in den Blu-ray-Player, den ich bisher noch nicht kannte. Wie dieser letztendlich bei uns ankam, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Hercules (1997) | © Walt Disney

Hercules (1997) | © Walt Disney

Disneyfizierung griechischer Mythologie

„Hercules“ zählt zu den letzten Filmen des Studios, bevor sie sich Anfang der 2000er Jahre an 3D-Animation versucht hatten. Viele Filme dieser Ära gelten als nicht besonders gelungen, doch ich finde gerade Werke wie „Ein Königreich für ein Lama“, „Der Schatzplanet“ oder den erst jüngst gesehenen „Lilo & Stitch“ durchaus sehenswert. Im Gegensatz zu den genannten Filmen ist „Hercules“ jedoch ein überaus klassischer Disney-Film geworden, auch wenn er sich nicht an Märchen, sondern der griechischen Mythologie bedient. Ansonsten haben wir aber alles, was wir bereits dutzendfach gesehen haben: Eine bekannte, disneyfizierte Geschichte, eine typische Heldenreise, lustige Sidekicks und schmissige Musical-Szenen. Alles in „Hercules“ wirkt einfach viel zu bekannt.

Audiovisuell ist „Hercules“ eine wahre Freude: knallbunt und verspielt. Mit skurrilen Figuren durchsetzt und tollen visuellen Einfällen. Die Songs machen Spaß, auch wenn mir keiner so wirklich im Gedächtnis geblieben ist. Einzig die frühen CGI-Effekte wirken ein wenig wie Fremdkörper im Film. Insgesamt hatte ich meinen Spaß mit der Geschichte, auch wenn die große Begeisterung ausblieb. Die Kids waren da deutlich begeisterter und gerade der Zwergofant hat trotz der teils wirklich düsteren Szenen in der Unterwelt gut durchgehalten. Vermutlich wird einfach groß. Schnief.

Fazit

Auch wenn ich „Hercules“ mochte und froh bin, ihn endlich gesehen zu haben, so mochte sich die übliche Disney-Begeisterung nicht so recht einstellen. Zweifellos ein extrem hochwertiger Animationsfilm mit vielen witzigen Ideen, aber inhaltlich doch zu sehr Schema F. Keiner meiner persönlichen Disney-Klassiker: 7/10 Punkte.

26 Gedanken zu “Hercules (1997)

      • Stimmt. Ursula ging in eine ähnliche Richtung.
        Naja, wenn man mich fragt, kann man die wirklich starken Disney „Meisterwerke“ ohnehin an höchstens zwei Händen abzählen. Der Rest ist entweder okay oder unerträglich.

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      • Disney betitelt die ja selbst als Meisterwerke. Ich nur in ganz seltenen Fällen. Ist jetzt nicht so, dass ich die alle schlecht finde, aber da ist schon ein ganzer Haufen qualvoller Produktionen dabei. Alles vor den 50ern ist bspw. unerträglich, wenn man mich fragt. Hochphase waren halt die 90er. Dazwischen viel Hit & Miss. Es täuscht eben in der Masse, dass das alles so unglaublich tolle Filme sind. Es hält sich eher die Waage, würde ich sagen.

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      • Von den ganz alten habe ich noch zu wenige gesehen. „Bernard & Bianca“ mag ich ganz gerne, „Peter Pan“ glaube ich auch. Bei mir ist die Hochzeit aber auch die 90er. Mal sehen, ob ich die ganz alten irgendwann noch nachhole.

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      • Ich empfehle ALICE IM WUNDERLAND weil Disney auf Drogen kriegst du sonst nicht nochmal. Ernsthaft, der Streifen ist der Wahnsinn und der wohl ungewöhnlichste Disneyfilm überhaupt.
        Alles davor finde ich eher meh. Die 60er müssten allerdings noch gut gewesen sein, wenn ich mich nicht irre: DSCHUNGELBUCH und HEXE UND DER ZAUBERER. Beide top.

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      • Sicher ist nicht jeder Disney-Film ein Meisterwerk, aber ein Großteil doch Klassiker. „Alles vor den 50ern“ als unerträglich zu bezeichnen, ist glaube ich auch eine Aussage, die man so wohl eher selten findet. Dazu zählen ja „Snow White“, „Pinocchio“, „Dumbo“ und „Bambi“ – die sollen alle unerträglich sein?

        Auch sonst finden sich in jedem Jahrzehnt Filme, die ich zumindest in meiner Kindheit gerne mochte. In den 60ern „101 Dalmatiner“, die 70er mit „Aristocats“ und „Bernhard & Bianca“, die 80er mit „The Fox & the Hound“, „Oliver & Co.“ und „Arielle“ und dann eben die besagte Hochphase in den 90ern mit „Aladdin“, „Lion King“ sowie „Beauty and the Beast“. Anfang der 2000er gab es dann noch „Lilo & Stitch“ und „Emperor’s New Groove“, aber dann merkt man auch schon, wie langsam Pixar davonzieht.

        Entsprechend löste sich dann auch Disney verstärkt vom 2D und wechselte ins CGI, lieferte aber mit „Bolt“ oder „Tangled“ ebenfalls Filme, die ich Pixar teilweise vorziehe.

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      • Jetzt, da du das alles so aufzählst, bekomme ich tatsächlich Lust, Disney einmal komplett nachzuholen. Gerade von den älteren Klassikern fehlt mir noch einiges. Guter Punkt auch mit den CGI-Filmen. Davon kenne ich auch nicht alle, doch „Bolt“ fand ich z.B. auch richtig klasse! 👍

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  1. Das ist doch der, den Til Schweiger synchronisiert (?) Hab den, glaube ich, nur einmal in meinem Leben gesehen – was bei Disney-Filmen auch eher selten ist. Mich sprach damals aber schon das visuelle Design nicht so an. Ist zwar einerseits schön, dass es mal etwas anders ist, aber wirklich verspielt habe ich die Inszenierung auch nicht in Erinnerung (wenn ich da im Vergleich an die fantastischen Lilo & Stitch oder Ein Königreich für ein Llama denke). Vielleicht war das damals auch nur ein Hercules-Overkill, nachdem ich die Kevin-Sorbo-Serie immer gerne gesehen hatte.

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    • Yep, das war Til Schweiger. Mit den Kids waren wir ja auf die Synchro angewiesen. Mag sein, dass er in Original gelungener ist. Ich mochte ihn visuell durchaus, allerdings war er in dieser seltsamen Zwischenwelt aus klassisch und modern. Ein guter Film, aber für Disney dann doch etwas enttäuschend.

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  2. Pingback: Media Monday #423 | moviescape.blog

  3. Ich finde es sehr interessant, dass du auch die Meinung deiner Kinder beschreibst.

    Hast du zufällig vor mit Ihnen den neuen König der Löwen zu schauen? Mich würde es brennend interessieren welchen der beiden Filme die Kleinen bevorzugen würden. Bei den Erwachsenen ist die Meinung ja relativ eindeutig

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