Fallout – Staffel 2 (2025)

Nach der zweiten Staffel von „The Last of Us“, ging es direkt mit der zweiten Staffel einer postapokalyptischen Videospielverfilmung weiter: Auf „Fallout – Staffel 2“ hatte ich mich durchaus gefreut, auch wenn meine ganz große Begeisterung, die direkt nach der Sichtung der ersten Staffel durchaus vorhanden war, etwas abgeklungen war. Knapp zwei Jahre Abstand waren vielleicht doch etwas lang… ☢️

Fallout – Staffel 2 | © Amazon Prime Video

Fallout – Staffel 2 | © Amazon Prime Video

Mehr Handlungsstränge und weniger Fokus

Ich komme direkt mit einem etwas seltsam anmutenden Vergleich: Die zweite Staffel von „Fallout“ verhält sich zur ersten Staffel, wie die zweite Staffel von „Wednesday“ zur deren erster Staffel. Für mich hat auch hier der Fokus gefehlt. Es gab zu viele Handlungsstränge ohne wirkliche Verbindung oder Weiterentwicklung. Da war die Balance im ersten Jahr deutlich gelungener. Durch das wilde Hin- und Herspringen habe ich als Zuschauer zu wenig Zeit mit einzelnen Figuren verbracht, bevor es schon wieder weiterging zu einem Handlungsstrang, den man zuletzt zwei Episoden zuvor verlassen hatte. Das fand ich sehr anstrengend. Disclaimer: Dieser Eindruck mag aber auch daran liegen, dass ich bei nahezu jeder Episode mit dem Schlaf zu kämpfen hatte und teils sogar für ein paar Minuten weggenickt bin. Inwiefern dies der Serie direkt anzukreiden ist, oder eher meinem momentanen Gesamtzustand, kann ich schwer sagen.

Auf der Habenseite steht weiterhin das famose Produktionsdesign und der generell stimmige audiovisuelle Gesamteindruck. Einzig die Songs der 1950er/60er Jahre wirken auf Dauer, so innovativ dieses Konterkarieren in der ersten Staffel auch gewesen sein mag, etwas ermüdend. Auch die Figuren mochte ich weiterhin, speziell Walton Goggins als Ghoul hat mir immer besser gefallen. Auch die Kapitalismus- und Militarismuskritik ist scharf und böse, blitzt aber zu selten in dieser Form auf bzw. wird von anderen, teils eher ermüdenden, Handlungssträngen überlagert. Am Ende der zweiten Staffel hat sich handlungstechnisch gar nicht so viel weiterentwickelt. Vielleicht habe ich aber auch wichtige Details verpasst? Das mag ich gar nicht ausschließen. Das Gefühl der Ermüdung kann ich jedoch nicht abschütteln.

Fazit

War ich von der ersten Staffel noch überaus begeistert, so hat mich die zweite Staffel doch etwas enttäuscht. Momentan bin ich mir noch nicht einmal sicher, ob ich in eine dritte Staffel überhaupt reinschauen würde. Trotz Müdigkeit kämpfe ich bei anderen Serien nicht so sehr mit dem Schlaf. Definitiv keine schlechte Staffel, aber das seltsame Pacing hat sie für mich zu anstrengend gemacht und das bei recht zielloser Geschichte: 7/10 (7.2) Punkte.

Predator: Badlands (2025)

Momentan befinden wir uns komplett im „Stranger Things“-Fieber und haben gestern die zweite Staffel abgeschlossen. Nach noch einer Episode „Scrubs“ ist der Rest der Familie ins Bett verschwunden. Ich war noch nicht müde. Was also tun? Dank Fastenzeit war es keine Option bei Whisky, Kartoffelchips und Schokolade vor YouTube zu versumpfen. Also habe ich kurz vor 22 Uhr noch „Predator: Badlands“ eingeschaltet. Ob auch ich lieber ins Bett hätte gehen sollen?

Predator: Badlands (2025) | © 20th Century Studios

Predator: Badlands (2025) | © 20th Century Studios

Der Predator zwischen „Star Wars“ und MCU

Nach meiner kürzlichen Sichtung von „Predator: Killer of Killers“ hatte ich mich sehr auf den jüngsten Realfilm des Franchises gefreut, zumal ich auch Dan Trachtenbergs „Prey“ fantastisch fand. Im Vorfeld hatte ich schon viele sehr positive Besprechungen gelesen, so dass auch meine Vorfreude groß war. Mit Dek steht erstmals ein Yautja (so wird die kämpferische Rasse seit dem Vorgängerfilm offiziell genannt) als Protagonist im Zentrum. Ich habe Vergleiche zu „Terminator 2: Tag der Abrechnung“ gelesen, doch laufen diese für mich ins Leere, denn James Cameron hatte bewusst mit Erwartungen gespielt und diese überraschend gebrochen. In „Predator: Badlands“ war seit dem ersten Teaser klar, wohin die Reise geht. Ein frischer Ansatz, was ich grundsätzlich schon einmal begrüßenswert finde. Ob dieser jedoch zur „Predator“-Reihe passt?

Tatsächlich fand ich es schwierig noch tiefer in die Welt der Yautja einzusteigen. Beim animierten Vorgänger fand ich das interessant, doch hier war mir die Darstellung des Heimatplaneten ein wenig zu öde geraten. Wie diese Rasse jemals hochentwickelte Raumschiffe oder Waffen hat herstellen können? Aber nun gut, vermutlich auch nicht wichtig. Ab dem Besuch des Todesplaneten Genna macht der Film richtig Spaß. Der Ansatz, Dek mit Thia (toll gespielt von Elle Fanning) eine ungleiche Partnerin an die Seite zu stellen, wirkt frisch und ungewohnt. Auch die Monster-Action macht Spaß und hat mich am ehesten an „Predators“ oder „Kong: Skull Island“ erinnert. Auch den kleinen Twist rund um Bud und den Kalisk mochte ich. Leider läuft am Ende alles auf eine große Materialschlacht mit Weyland-Yutani-Synthetics hinaus, was ich ein wenig ermüdend fand. Auch der Kampf gegen den Loading-Mech hat sich eher anstrengend angefühlt. Am Ende schließt sich der Kreis auf dem Heimatplaneten der Yautja. Natürlich gibt es auch einen Schlussgag, bei dem ich nur eine verpasste Chance sehe: Warum man hier nicht die fliehenden Überlebenden aus „Predator: Killer of Killers“ eingeführt und somit eine Brücke geschlagen hat? Dafür gibt es nur einen mauen Mutter-Witz. Insgesamt ist „Predator: Badlands“ für mich einer der schwächeren Teile der Reihe. Hatte Shane Black zu sehr am Ausgangsmaterial geklebt, so entfernt sich Dan Trachtenberg fast schon eine Spur zu weit davon. Somit ergibt sich die folgende, neue Rangliste:

  1. „Predator“ (1987) | 9/10 Punkte
  2. „Prey“ (2022) | 8/10 Punkte
  3. „Predator: Killer of Killers“ (2025) | 8/10 Punkte
  4. „Predator 2“ (1990) | 7/10 Punkte
  5. „Predators“ (2010) | 7/10 Punkte
  6. „Predator: Badlands“ (2025) | 7/10 Punkte
  7. „Predator: Upgrade“ (2018) | 7/10 Punkte

Fazit

Ich hatte viel Spaß mit „Predator: Badlands“ und mir dennoch mehr davon erhofft. Am gelungensten fand ich den Mittelteil, am schwächsten das Finale. Der Ton des Films ist ungewohnt für die Reihe, doch weiß ich noch gar nicht, wie ich das einordnen will. Auf jeden Fall ein spannender Beitrag, der mich jedoch nicht komplett abzuholen wusste. Was Dan Trachtenberg wohl als nächstes zaubert? 7/10 Punkte.

The Last of Us – Staffel 2 (2025)

Nach zwei Jahren Pause, geht es endlich weiter mit der Fortsetzung eines meiner Serien-Highlights aus dem Jahr 2024. Die erste Staffel von „The Last of Us“ hatte mich so gepackt, wie kaum eine zweite Serie in diesem Jahr. Zumindest bis zum strukturell und inhaltlich durchaus vergleichbaren „Sweet Tooth“. Die Vorfreude auf „The Last of Us – Staffel 2“ ließ ich mir auch von den teils vernichtenden Kritiken nicht nehmen. Wie mir die Rückkehr ins Pilzkönigreich gefallen hat? Spoiler sind zu erwarten. 🍄

The Last of Us – Staffel 2 | © HBO

The Last of Us – Staffel 2 | © HBO

Eine ungeschönte Fortsetzung mit Verlusten

Leider hatte ich mich damals, als der zweite Teil der Videospielvorlage erschienen ist, bereits gespoilert. Ich wusste also, dass Joel im Verlauf der zweiten Staffel stirbt. Wie genau es dazu kommt, war mir jedoch nicht bewusst. Auch dass dies bereits in der zweiten Episode passiert, hätte ich nicht erwartet. Speziell da Joel zuvor eher wenig Screentime hat und zwischen ihm und Ellie ein größerer Konflikt schwelt, der am Ende auch nicht aufgelöst wird. Umso härter ist der Verlust für Ellie. Auch ich als Zuschauer war hart getroffen. Was ich so mitbekommen habe, war dies auch einer der großen Kritikpunkte an der Vorlage und auch dieser zweiten Staffel von „The Last of Us“: Die Geschichte, die viele mit Joel und Ellie gleichsetzen, entwickelt sich komplett unerwartet weiter. Die Serie wird sowohl zu einer Rachegeschichte als auch einem lesbischen Liebesdrama. Das war wohl zu viel für manche Zuschauer (bewusst nicht gegendert). Das heißt nicht, dass ich keine Kritikpunkte habe oder zulasse, doch viele Kommentare zur zweiten Staffel (und auch dem zweiten Teil der Videospielvorlage) kann ich einfach nicht ernst nehmen.

So hart der Verlust des geliebten Charakters ist, so sehr muss ich die Showrunner doch auch bewundern, dass sie einen neuen Weg eingeschlagen haben. Was heißt neu? Schon bei „The Walking Dead“ gab es immer wieder schockierende Todesfälle von Hauptfiguren. Durch den bisherigen Fokus auf Joel und Ellie wirkt der Verlust hier nur umso stärker. Der nun folgende Rachefeldzug von Ellie und Dina ist packend inszeniert und wartet mit einigen nervenzerfetzenden Szenen auf. Dennoch bleibt das Gefühl, dass die wirklich herausragenden Episoden, wie sie noch in der ersten Staffel ihren Platz gefunden haben, fehlen. Das ändert sich bei der sechsten Episode „The Price“, in der wir all die verpassten Jahre in Jackson sehen und wie sich die Beziehung zwischen Ellie und Joel verändert hat. Obwohl oder gerade weil es in dieser Folge keinerlei Action oder Angriffe Infizierter gibt, besitzt sie eine emotionale Wucht, die am Ende kein Auge trocken lässt. Auch war es schön, die kürzlich verstorbene Catherine O’Hara (u.a. Moira Rose, „Schitt’s Creek“) noch einmal in einer tragenden Rolle zu sehen. Ein wahrer Verlust für die Film- und Serienwelt. Das eigentliche Finale endet letztendlich im spannendsten Moment auf einem Cliffhanger. Ziemlich unbefriedigend. Zudem deutet sich an, dass wir in der dritten Staffel Abbys Perspektive einnehmen werden, was in der Vorlage wohl bereits ähnlich gelöst wurde. Das könnte durchaus spannend werden. Momentan sieht es auch so aus, als würde die dritte Staffel die letzte werden. Der Plan, die Geschichte auf fünf Staffeln zu erweitern, ist anscheinend leider nicht aufgegangen. Ich freue mich auf alles, was noch kommt.

Fazit

Auch wenn mich die zweite Staffel von „The Last of Us“ nicht mehr so bedingungslos begeistern konnte, wie noch die erste Staffel, so haben mich die sieben Episoden doch erneut außergewöhnlich gut unterhalten. Ich liebe die Figuren und die Welt immer noch. Die Kombination aus Spannung und Drama funktioniert für mich nach wie vor perfekt und auch wenn die Entwicklung schmerzhaft ist, so führt sie die Geschichte für mich doch relevant fort. Nach wie vor exzellentes Endzeit-Drama: 9/10 (9.0) Punkte.

Dept. Q – Staffel 1 (2025)

Auf der Suche nach einer neuen Serie, bin ich letztendlich über „Dept. Q – Staffel 1“ gestolpert, wovon ich schon viel Gutes gehört hatte. Allerdings war ich mir zu Beginn nicht so sicher, ob sich das Reinschauen lohnt. Schließlich hatte ich mit „Erbarmen“ vor 15 Jahren bereits Jussi Adler-Olsen erfolgreiche Vorlage gelesen und vor 10 Jahren die gleichnamige Verfilmung geschaut. Ob sich die erneute Adaption als Serie dennoch gelohnt hat?

Dept. Q – Staffel 1 | © Netflix

Dept. Q – Staffel 1 | © Netflix

Das Sonderdezernat Q in Schottland

Am Auffälligsten ist, dass die Handlung von Dänemark nach Schottland verlegt wurde. Dies kam mir entgegen, da eine Sichtung im Originalton somit deutlich einfacher war. Den Film hatte ich damals nur in der Synchro gesehen. An der Geschichte ändert das aber nicht viel, denn die Landschaft ist ähnlich spröde und die Figuren nahe an ihren Romanvorbildern dran. Einzig bei Carl Morck hatte ich das Gefühl, dass Matthew Goode (bekannt u.a. aus „Downton Abbey“) ihm einen noch energischeren Stempel aufdrückt. Hat für mich wirklich gut funktioniert. Ansonsten wird die Geschichte sehr detailreich erzählt. Was mir bei der Verfilmung „Erbarmen“ zu kurz kam, wird in der Serie recht ausschweifend aufgebaut. Dabei bekommen Figuren, wie z.B. Rose, mehr Tiefe und auch gewisse Handlungselemente werden verändert. An die Details des Romans konnte ich mich nicht mehr hundertprozentig erinnern, weshalb das Finale für mich so oder so eine Überraschung war. Erst im Nachhinein habe ich die Änderungen zum Buch nachgelesen und mich auch an diese erinnert. Welche Auflösung tatsächlich gelungener ist, könnte ich gar nicht sagen.

Inszenatorisch ist „Dept. Q“ meist hochwertig. Ich mochte den Kniff, dass die Szenen im Druckbehälter auf 4:3 gemattet wurden, was das Gefühl der Klaustrophobie noch unterstützt hat. Einzig ein paar Fahrszenen sahen mir zu sehr nach Greenscreen aus. Insgesamt ist die erste Staffel von „Dept. Q“ eine wirklich runde Geschichte, bei der Zuschauer:innen, welche das Original weder gelesen noch gesehen haben, noch mehr Spaß haben dürften. Ob nun alle weiteren Fälle abgehandelt werden? Bei dem Erfolg der Serie würde mich das nicht wundern. Ich hoffe, dass sich die detailreiche Erzählung nicht totläuft und man eine gute Balance findet. Dem zweiten Band, mit seinen vielen Rückblenden, käme die Laufzeit im Vergleich zur Verfilmung durchaus zugute.

Fazit

Mir hat die erste Staffel von „Dept. Q“ wirklich gut gefallen. Hochwertige Krimi-Unterhaltung, welche auch durch ihre famosen Schauspieler:innen überzeugt. Der Fall ist nach wie vor spannend, mag sich aber für Kenner:innen der Vorlage und der ersten Verfilmung ein wenig ausgewalzt anfühlen. Ich hatte meinen Spaß damit und freue mich bereits auf die zweite Staffel: 8/10 (8.4) Punkte.

Havoc (2025)

Was macht man als Filmliebhaber, der in den letzten Jahren alle harten Filme verpasst hat, weil er nur noch Filme mit der Familie schaut (und das wohlgemerkt freiwillig und gerne), an einem freien Abend? Natürlich noch einen zweiten Film raussuchen. Nachdem ich bereits „Predator: Killer of Killers“ geschaut hatte, habe ich direkt noch Gareth Evans‘ „Havoc“ nachgeholt. Wie mir die Schlachtplatte gefallen hat? 🚔

Havoc (2025) | © Netflix

Havoc (2025) | © Netflix

Düstere und ultrabrutale Comic-Action

Mit „The Raid: Redemption“ hat Gareth Evans einen modernen Klassiker inszeniert und eine ganze Welle an beinharten Actionfilmen aus dem asiatischen Raum losgetreten. Der ultrabrutale Höhepunkt war bisher wohl „The Night Comes for Us“, welcher in verschiedenster Hinsicht Maßstäbe gesetzt hat. Mit „Havoc“, der sich jahrelang in der Produktionshölle befand, ist Gareth Evans wieder zu der Art Film zurückgekehrt, mit der er seinen ersten großen Erfolg feiern durfte. Dieses Mal befinden wir uns jedoch in einer nicht näher benannten amerikanischen Großstadt, die am ehesten an Gotham City erinnert. Kein Wunder, dass sich Tom Hardy hier wohlfühlt. Die Stadt wirkt wie ein überstilisierter Sündenpfuhl, was durch den übermäßigen CGI-Einsatz noch unterstrichen wird. Dabei muss ich allerdings sagen, dass ich diesen weit nicht so schlimm fand, wie man teils lesen kann. Die Künstlichkeit der Bilder passt irgendwie zur comichaft übertriebenen Atmosphäre.

Die Geschichte ist im Prinzip ein 08/15-Gangsterdrama mit korrupten Polizisten und ein paar jungen Erwachsenen, die zwischen die Fronten geraten. Im Grunde lebt „Havoc“ von zwei großen Actionszenen, welche atemlos und atemberaubend inszeniert sind. Das hat Gareth Evans wirklich drauf und wenn man Spaß an comichaft überzogener Gewalt hat, dann macht sowohl der Kampf im Nachtclub als auch das Finale in der Waldhütte enorm viel Spaß. Tom Hardy passt perfekt in diese Rolle und man merkt, dass er ein erfahrener Kampfsportler ist. Die Kämpfe sind wahrlich brachial und schmerzhaft anzusehen. Auch hier fällt das CGI-Blut in manchen Momenten auf, doch für mich war das nicht schlimm oder groß ablenkend. Geschmerzt hat mich eher so mancher Dialog oder wie sich die Geschichte teils entwickelt. Hier ist wenig Substanz vorhanden, was schade ist. Somit wird mir außer den ultrabrutalen Kampfszenen nur wenig in Erinnerung bleiben. Diese aber auf jeden Fall.

Fazit

„Havoc“ ist ein Film, bei dem der Name Programm ist. Lasst euch von den teils zu harten Kritiken nicht abschrecken. Der Film ist wahrlich nicht perfekt und hat so seine Probleme, doch darüber hinaus bietet er harte Action-Unterhaltung, wie man sie von Gareth Evans gewöhnt ist. Ich hatte meinen Spaß damit: 7/10 Punkte.

Predator: Killer of Killers (2025)

Heute ist die gesamte Familie ausgeflogen: Frau bullion besucht mit einer Freundin ein Konzert und die Kinder sind im Rahmen der Schulplatzmiete im Theater. Was also mache ich? Natürlich einen Film schauen. Nur welchen? Ich hatte mir ein paar Optionen überlegt, doch die gestrige Erwähnung im „Genre Geschehen“-Podcast hat „Predator: Killer of Killers“ direkt auf den ersten Platz katapultiert. 🥷

Predator: Killer of Killers (2025) | © 20th Century Studios & Hulu

Predator: Killer of Killers (2025) | © 20th Century Studios & Hulu

Animierte Action ohne Verschnaufpause

Ich muss gestehen, dass ich von der Aussicht auf einen animierten „Predator“-Film zunächst nicht sonderlich begeistert war. Ich hatte noch „Prey“ frisch im Kopf, den ich außerordentlich gelungen fand. Als ich den ersten Trailer von „Predator: Killer of Killers“ gesehen hatte, war ich zunächst etwas enttäuscht, denn ich hatte mir einen weiteren Realfilm von Dan Trachtenberg erhofft. Von „Predator: Badlands“ erfuhr ich erst kurz danach. Auf jeden Fall war mein Bedürfnis, in diesen animierten Zwischenfilm reinzuschauen, zunächst gering. Dann häuften sich jedoch die positive Stimmen und ich hatte mir fest vorgenommen, „Predator: Killer of Killers“ vor dem nächsten Realfilm nachzuholen. Gesagt, getan.

Nach der Sichtung muss ich meine erste Einschätzung ganz klar revidieren: Ich mochte den Animationsstil unfassbar gerne. Auch der Anthologie-Aufbau hat Spaß gemacht. Tatsächlich dachte ich mir, gerade bei den ersten zwei Geschichten, dass ich sogar gerne komplette Filme à la „Prey“ in diesen Settings und mit diesen Figuren gesehen hätte. Durch die kurze Dauer der einzelnen Episoden besitzt „Predator: Killer of Killers“ ein unfassbar hohes Tempo, das kaum Zeit zum Verschnaufen lässt. Die dritte Episode fand ich ein wenig schwächer, doch die Zusammenführung der einzelnen Figuren dann wieder richtig stark. Der Kniff in der Mid-Credit-Szene, noch einmal alle Protagonist:innen der vorhergehenden Filme zu sehen, hat mir auch gut gefallen. Ob das nötig gewesen wäre? Vermutlich nicht. Doch wenn man das Franchise nun tatsächlich (noch) größer ausbauen will, dann ist Dan Trachtenberg schon auf einem recht guten Weg. Hier mein bisheriges Ranking der Filme:

  1. „Predator“ (1987) | 9/10 Punkte
  2. „Prey“ (2022) | 8/10 Punkte
  3. „Predator: Killer of Killers“ (2025) | 8/10 Punkte
  4. „Predator 2“ (1990) | 7/10 Punkte
  5. „Predators“ (2010) | 7/10 Punkte
  6. „Predator: Upgrade“ (2018) | 7/10 Punkte

Fazit

Ich hatte befürchtet, „Predator: Killer of Killers“ sei nur Content für einen Streaming-Dienst. Allerdings ist dieser animierte Anthologie-Film weit gelungener als ich je gehofft hätte. Jede einzelne Geschichte ist sehenswert, die Action äußerst brutal und die Figuren erstaunlich gut ausgearbeitet. Sollte man als Fan der Reihe durchaus gesehen haben. Hat mich sehr positiv überrascht: 8/10 Punkte.

Wednesday – Staffel 2 (2025)

Knapp zwei Monate haben wir für die acht Episoden dieser zweiten Staffel gebraucht. Ob das an der abfallenden Qualität von „Wednesday – Staffel 2“ liegt? Wenn man sich so die Bewertungen angeschaut hat, dann könnte man davon ausgehen. Ob das auch bei unserer Sichtung der Fall war, könnt ihr in der folgenden Besprechung lesen… 🧟

Wednesday – Staffel 2 | © Netflix

Wednesday – Staffel 2 | © Netflix

Hex-hex, Handlungsstrang vervielfache dich!

Um es ein wenig einzuordnen: Auch für die erste Staffel von „Wednesday“ haben wir beinahe einen Monat gebraucht. Mehr als ein bis zwei Episoden pro Woche sind mit der gesamten Familie nicht drin. Über die Weihnachtsferien hat uns unser „Harry Potter“-Marathon zusätzlich ausgebremst. Es lag also nicht an der Qualität dieser zweiten Staffel, sondern alleine an unserer Priorisierung. Tatsächlich fand auch ich das zweite Jahr an der Nevermore Academy schwächer als das erste. Dieses war wunderbar fokussiert erzählt. Wednesday hatte ein Mysterium zu lösen, es gab ein paar kleinere Nebenhandlungen, welche jedoch der Haupthandlung kaum in die Quere kamen, und die Auflösung war tatsächlich recht unerwartet. Das Beste jedoch: Die Kinder waren so begeistert, wie selten von einer Serie. Der Erfolg gab ihr recht, denn Tim Burton scheint mit dem Quasi-Reboot der „Addams Family“ den Zeitgeist getroffen zu haben.

Die zweite Staffel von „Wednesday“ ist eine typische Fortsetzung, denn sie bietet mehr von allem: Mehr Figuren, mehr Handlungsstränge, mehr Mysterien, mehr Addams. Klingt anstrengend? Ist es zuweilen auch. Mit Steve Buscemi (u.a. bekannt für „Fargo“ oder „Boardwalk Empire“) stößt ein bekannter Schauspieler zum Cast, den ich stets sehr gerne sehe. Gefreut habe ich mich auch über Christopher Lloyd, der in den Verfilmungen der 1990er Jahre als Onkel Fester überzeugen konnte. Was hatte ich inhaltlich erwartet? Ein komplett neues Mysterium an der Nevermore Academy. Das gibt es auch. Irgendwie. Allerdings wird noch ein weiteres eingeführt. Und noch eines. Und die Hyde-Geschichte des ersten Teils geht auch weiter. Dann hängt alles irgendwie zusammen. Auch mit den Addams, die plötzlich auch auf den Schulgrund ziehen. All das lässt die Handlung oft unfokussiert und unnötig verwirrend wirken. Zumal viele Elemente auch nicht wirklich wichtig sind. Am besten hat mir in der zweiten Staffel die sechste Episode „Kenne deine Leiden“ gefallen, die im Grunde nur eine Körpertausch-Komödie zwischen Wednesday und Enid ist. Überhaupt bietet die Serie weiterhin viele wundervolle kleine Details, die auch abseits der überladenen Mystery-Handlung funktionieren.

Fazit

Auch wenn „Wednesday“ uns im zweiten Jahr nicht mehr so komplett begeistern konnte, wie noch die erste Staffel, so bietet die Serie weiterhin gute Unterhaltung. Für das dritte Jahr wünsche ich mir wieder mehr Fokus. Trotz meiner Kritikpunkte hatten die Kinder und auch wir Erwachsenen wieder viel Spaß mit „Wednesday“ und freuen uns schon auf die dritte Staffel: 8/10 (7.6) Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Atlanta – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 4)

In meinem Serienprogramm findet sich stets eine einstündige Dramaserie, das Hauptprogramm sozusagen, und eine halbstündige Comedy. Wenn es einmal etwas Leichtes braucht bzw. die Zeit einfach nicht reicht. Nach der kurzlebigen Comedy „Unstable“ habe ich mich mit „Atlanta“ an eine durchaus herausfordernde Dramedy gewagt, deren vier Staffeln mich über das letzte halbe Jahr begleitet haben. 🎙️

Atlanta | © FX

Atlanta | © FX

Im Grunde geh es um den Aufstieg eines Rappers, der von seinem Manager begleitet wird. Gerade in der ersten Staffel steht dieser Handlungsstrang noch im Zentrum. Danach entwickelt sich „Atlanta“ jedoch so unerwartet weiter, dass ich das hier kaum in Worte fassen kann: Es wird surreal, urkomisch, abstoßend, absurd und herzlich. Wenn ihr euch auch nur im Geringsten für schwarze Kultur bzw. Geschichte interessiert und bereit seid, einmal etwas ganz Anderes zu sehen, dann kommt hier meine große Empfehlung:

Weiterlesen

Wednesday – Staffel 1 (2022)

Ich hänge dem Hype einmal wieder hinterher. Zwar hatte das Zappelinchen bereits bei Veröffentlichung Interesse an „Wednesday – Staffel 1“ gezeigt, doch geschaut hatte sie die Serie damals nicht. Da ich die Kinder dieses Jahr an die „Addams Family“-Filme herangeführt habe, war der Sprung zu Tim Burtons Serie ein kleiner. Das Interesse war groß und somit war unsere nächste Familienserie nach „Loki“ gesetzt. 🕸️

Wednesday – Staffel 1 | © Netflix

Wednesday – Staffel 1 | © Netflix

Die „Addams Family“ trifft auf „Harry Potter“

Als „Wednesday“ veröffentlich wurde, klebte noch eine 12er Freigabe an der Serie (zumindest bei der Veröffentlichung auf Netflix). Inzwischen wurde die Serie offiziell ab 16 freigegeben, was uns zum Überlegen brachte, ob wir dennoch reinschauen können. Da der Zwergofant bisher die Filme gut verkraftet hatte, wollten wir es zumindest probieren: Es war tatsächlich überhaupt kein Problem. Je nach Kind kann man die Serie auch schon gut ab 12 Jahren schauen. Spannend bzw. gruselig ist sie an ein paar Stellen natürlich dennoch, aber alles gut verkraftbar. Genug der Vorrede. Wie kann man sich eine „Wednesday“-Serie nun vorstellen? Ich habe sie am ehesten als Mischung aus einer modernisierten Version der „Addams Family“-Filme der 1990er Jahre und „Harry Potter“ wahrgenommen. Stimmung und Ton sind eindeutig in der eigenen Welt verhaftet, doch Setting und Aufbau bzw. Struktur haben mich doch deutlich an die Internatswelt des jungen Zauberers denken lassen. Auch hier musste in jedem Jahr ein Mysterium in Hogwarts gelöst werden. Genau wie in der Nevermore Academy in „Wednsesday“. Das ist schon ein ziemlich geschickter Schachzug.

Was die Besetzung angeht, hat Tim Burton ein recht glückliches Händchen bewiesen: Natürlich schwebt über allem die ikonische Besetzung der Barry-Sonnenfeld-Filme, doch mit Jenna Ortega (auch bekannt aus Burtons „Beetlejuice Beetlejuice“) als Wednesday, Catherine Zeta-Jones als Morticia, Luis Guzmán als Gomez und Fred Armisen als Onkel Fester ist auch die neue Familie Addams recht gut aufgestellt. Hinzu kommen etliche Jungdarsteller:innen, welche wunderbar in diese Welt passen. Speziell Emma Myers‘ Enid ist ein wundervoller Gegenpol zu Wednesday. Die Serie bewegt sich recht geschickt auf Coming-of-Age-Pfaden und kombiniert diese mit Gothic-Mystery-Elementen. Ich hätte nicht vermutet, dass dieser Ansatz so gut funktioniert, wie er es tatsächlich tut. Die Serie macht unfassbar viel Spaß und sieht auch toll aus. Tim Burtons typischer Stil kommt allerdings deutlich weniger durch, als ich das erwartet hätte. Somit ist die Serie trotz des düsteren Fantasy-Settings sehr breitentauglich und selbst Wednesday darf am Ende Gefühle zeigen. Herrlich fand ich auch, dass mit Christina Ricci die Darstellerin der 1990er Wednesday eine zentrale Rolle spielt. Eine schöne Hommage und auf der Meta-Ebene besonders witzig. Das Mysterium selbst bietet einige Wendungen lädt zum Miträtseln ein. Die Kinder waren komplett in die Serie investiert. Wirklich ein 100%iger Erfolg.

Fazit

Ich liebe „Wednesday“ schon alleine dafür, dass uns die Serie begeistert auf dem Sofa vereint hat. Alle wollten wissen, wie es weitergeht. Da gab es keinen genervten Blick und kein Augenrollen. Wir hatten danach Diskussionen über einzelne Episoden und Figuren und überhaupt war es ein kleines Familien-Event, was wir schon lange nicht mehr mit Filmen oder anderen Serien hatten. Schön! Nun freuen wir uns schon alle auf die zweite Staffel, auch wenn die Kritiken eher bescheiden sind. Das erste Jahr auf der Nevermore Academy war auf jeden Fall großartig: 9/10 (8.8) Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Fubar – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 2)

Nach der lang erwarteten ersten Staffel von „Alien: Earth“ hatte ich keine direkte Nachfolgeserie für mein abendliches Programm auf dem Plan. Nach ein wenig Recherche bin ich auf die Serie „Fubar“ gestoßen, von der ich schon gehört hatte. Hauptsächlich als Serienprojekt von Arnold Schwarzenegger. Da ich Arnie stets sehr gerne sehe, und die Serie nur zwei Staffeln hat, habe ich einmal reingeschaut. 💥

Fubar | © Netflix

Fubar | © Netflix

Wenn mich nicht alles täuscht, ist „Fubar“ der bislang letzte Auftritt von Arnold Schwarzenegger als Schauspieler. Er ist inzwischen 78 Jahre alt und es bleibt abzuwarten, ob er noch einmal eine (Action-)Rolle übernimmt. Schon alleine deshalb dürfte sich für Fans ein Blick lohnen. Seid jedoch gewarnt, dass der Humor völlig übertrieben ist und absurde Soap-Opera-Elemente an der Tagesordnung sind. Wenn euch das nicht abschreckt, dann viel Spaß mit „Fubar“:

Staffel 1: Take Your Daughter to Work Day

Die erste Staffel beginnt wie eine Agenten-Show der 1990er Jahre. Die Sets sehen ein wenig zu sehr nach Sets aus und der Aufbau riecht nach Fall-der-Woche. Daneben gibt es noch einen großen Teil Familiendrama und viel Humor. Spätestens mit der zweiten Episode wird es dann so übertrieben albern, dass es eine wahre Freude ist. Ich hatte wirklich viel Spaß mit dieser Staffel, auch wenn sie tonal oft neben der Spur wirkt: Die Dialoge erinnern teils eher an „American Pie“, denn an eine Thriller-Serie, die Action wirkt manchmal zu hart für die oft seichte Handlung und warum mitten in der Staffel plötzlich die Enkeltochter an Krebs erkrankt, wissen wohl nur die Drehbuchgött:innen. All das schränkt den Spaß nicht wirklich ein, denn die Prämisse, dass Luke (Arnold Schwarzenegger) und seine Tochter Emma (Monica Barbaro) beide CIA-Agent:innen sind, vom Job des jeweils anderen nichts wissen, und dies zufällig bei einer Mission herausfinden, ist wunderbar unterhaltsam. Quasi wie „True Lies: Wahre Lügen“ in Serienform. Wer also Lust auf alberne Agenten-Action, wie in den 1990er Jahren hat, Arnie mag und über die tonalen Unstimmigkeiten hinwegsehen kann, dürfte viel Spaß mit dieser ersten Staffel haben: 8/10 (7.8) Punkte.

Staffel 2: That’s It and That’s All

Die zweite Staffel schließt direkt an das Finale der ersten an. Alle Figuren befinden sich zusammen im Safe House und müssen miteinander klarkommen. Der Klamauk wird hier schon auf elf gedreht (Stichwort Donnie). Unser Einsatzteam wird jedoch bald schon wieder auf Missionen geschickt, was mehr oder weniger (eher weniger) sinnvoll erklärt wird. War die erste Staffel schon völlig übertrieben und drüber, so steigert sich das in der zweiten noch einmal. Oft saß ich augenrollend vor dem Fernseher, musste im gleichen Moment aber auch grinsen. Für mich funktioniert das Konzept einfach und speziell Arnie sehe ich immer noch gerne in dieser Rolle. Zum bestehenden Cast stößt noch Carrie-Anne Moss (bekannt als Trinity aus „Matrix“) dazu, welche eine ehemalige deutsche Agentin und Lukes verflossene Liebe spielt. Mit weiterem Fortschreiten der Handlung wird auch „Fubar“ immer abgefahrener. Die comichafte Gewalt nimmt zu und die Figuren sind nicht mehr ernst zu nehmen. Wenn dann noch ein Babyschwein zu einem wichtigen Handlungselement wird, dann sollte das niemanden mehr verwundern. Der Twist in der letzten Episode war recht unmotiviert und zugleich nur wenig überraschend. Obwohl die Serie recht hart abgesetzt wurde, funktioniert das Staffelfinale von „Fubar“ jedoch auch als Serienfinale. Ich hatte weiterhin erstaunlich viel Spaß mit Arnie und seiner Gang: 8/10 (7.5) Punkte.

Fazit

Ich muss zugeben, in „Fubar“ nur reingeschaut zu haben, weil ich eine Serie als Lückenfüller brauchte. Ich mag Arnie, auch in seinen seltsamen komödiantischen Rollen, weshalb ich mich recht schnell in der Serie heimisch gefühlt habe. Objektiv gut ist weder das Drehbuch, noch das Schauspiel. Aber die Serie macht unfassbar viel Spaß bzw. kann viel Spaß machen. Ich hätte mir noch gerne zwei bis drei weitere Staffeln angeschaut, bin aber auch mit dem existierenden Finale zufrieden. Arnies letzten(?) Auftritt als Action-Star kann man sich durchaus geben: 8/10 (7.7) Punkte.