American Pie: Das Klassentreffen – OT: American Reunion (2012)

Dieses Jahr steht mein 15-jähriges Abitreffen an, höchste Zeit also mich auch filmisch darauf vorzubereiten. Dies ist wohl auch die einzige Erklärung, warum es heute ausgerechnet „American Pie: Das Klassentreffen“ in den Player geschafft hat. Nach der Sichtung bin ich nun zwar nicht vorbereitet, was meine eigene Jubiläumsfeier angeht, aber ich hatte zumindest eine unerwartet gute Zeit mit Jim, Stifler und Co.

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Wenn ich an „American Pie“ denke, dann ist diese Erinnerung zweifellos mit meiner eigenen Schulzeit verknüpft. Der Film kam in meinem Abschlussjahr ins Kino und es entwickelte sich tatsächlich ein kleiner Hype um ihn. Auch wenn er weit von der selbst erlebten Party- und Schulrealität entfernt war, so bot dieser offen hormongetriebene Eskapismus doch einen gewissen Reiz. Zudem besaß der Soundtrack mit Bands wie Blink 182 und Co. ein paar veritable Hits, durch die man sich im House- und Techno-verseuchten Freundeskreis endlich bestätigt sehen konnte. Letztendlich war ich zwar ein wenig enttäuscht, da ich den Film nicht halb so lustig fand, wie ich erwartet hatte, doch würde ich durchaus sagen, dass er für die damalige Jugend irgendwie wichtig war.

„American Pie 2“ hatte ich etliche Jahre später im TV gesehen und fand ihn doof. Der dritte Teil lief dann irgendwann an einem DVD-Abend bei Freunden. Ich kann mich kaum noch daran erinnern. Als eine Neuauflage angekündigt wurde, hielt sich mein Interesse in Grenzen – und doch hat ihn ein günstiger Preis irgendwann in meine Sammlung gespült. Nach der Sichtung muss ich nun zugeben, dass ich besser unterhalten wurde, als ich dies für möglich gehalten hätte. Sicher drückt der Film ganz bewusst alle Knöpfe, auf denen auch nur im Entferntesten Nostalgie geschrieben steht, doch das macht er erstaunlich gut. Man erinnert sich an den ersten „American Pie“ – und damit auch unzweifelhaft an die eigene Jugend und reflektiert automatisch eigene Lebenssituation, auch wenn sich diese (wie bereits damals) stark von den gezeigten Lebensmodellen unterscheidet.

Neben der Nostalgie bietet „American Reunion“ teils spaßige, größtenteils ziemlich flache Unterhaltung, die – wie nicht anders zu erwarten – stets die Gürtellinie umkreist. Ich hatte meinen Spaß damit und fand es durchaus nett, die altbekannten Schauspieler einmal wieder zu sehen, von denen es neben Alyson Hannigan (Lily aus „How I Met Your Mother“) kaum jemand wirklich weit gebracht hat. Wenn man eine Schwäche für Nostalgie hat, und ab und zu auch flacheren Komödien nicht abgeneigt ist, dann kann man durchaus Spaß mit diesem Klassentreffen haben: 7/10 Punkte.

24 Gedanken zu “American Pie: Das Klassentreffen – OT: American Reunion (2012)

  1. von denen es neben Alyson Hannigan (Lily aus “How I Met Your Mother”) kaum jemand wirklich weit gebracht hat

    Wobei ich HIMYM jetzt nicht gerade „weit gebracht“ nennen würde – seit die Serie rum ist, kriegt es von denen auch keiner richtig auf die Reihe. Chris Klein, Shannon Elizabeth und Sean William Scott waren zumindest zu Beginn in einigen Kinofilmen zu sehen, Jason Biggs arbeitete mit Woody Allen (und ist jetzt bei „Orange Is the New Black“ im Ensemble). Wobei bei derlei Komödien ja eher selten Kino-Karrieren beginnen („10 Things I Hate About You“ wäre mit Heath Ledger und Joseph Gordon Levitt eine Ausnahme, „Not Another Teen Movie“ mit Chris Evans ebenso).

    Fand den hier annehmbar, wobei die Szenen mit Biggs‘ ehemaligem Babysitter-Kind etwas… befremdlich rüberkamen.

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    • Naja, eine über 9 Staffeln laufende sehr erfolgreiche Serie würde ich durchaus als „weit gebracht“ bezeichnen. Aber Hannigan hatte ja bereits davor durch „Buffy: The Vampire Slayer“ eine Karriere. Ansonsten ist mir wohl nur Sean William Scott (u.a. „The Rundown“) aufgefallen und Jason Biggs vor ein paar Jahren mit seiner sofort wieder abgesetzten Sitcom „Mad Love“. Achja, John Cho darf man natürlich mit seiner Rolle als Sulu nicht vergessen… 😉

      Die Ex-Babysitter-Szenen waren wohl bewusst etwas befremdlich, hat aber auch ganz gut funktioniert, um das fortgeschrittene Alter unserer Protagonisten zu betonen. Mit der Awkwardness haben die Autoren ja auch ziemlich offen gespielt.

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  2. Hallöchen,
    „Das Klassentreffen“ hatte mich auch positiv überrascht. Nach dem fürchterlichen 3. Teil wollte ich den erst gar nicht schauen,fand ihn dann aber ganz okay.
    Schön war auch, dass alle Stars aus dem 1.Teil wieder mitgemacht haben. 🙂
    LG Melli

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    • Ja, es war eben wie eine echte Reunion. Ich glaube ohne das Mitwirken aller damaligen Helden hätte das auch nicht funktioniert. An die beiden Vorgänger kann ich mich dagegen kaum noch erinnern. Vielleicht hole ich dies irgendwann noch einmal nach…

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  3. Wer hätte gedacht, dass du ein Fan von American Pie bist? Damit hast du mich jetzt überrascht. 😀 Ich finde die Reihe ja absolut unsäglich, damals wie heute. Drei Teile habe ich gesehen und – nein, das ist gar nicht meins. Für mich ist das Fremdschämfernsehen als Film…aber irgendwas muss an der Reihe ja dran sein, da sie doch recht erfolgreich war und sogar einen Filmkenner wie dich überzeugen konnte… 😉

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  4. Pingback: Media Monday #214 | Tonight is gonna be a large one.

  5. Also, ich hab „American Pie“ damals ja deutlich später gesehen und kann das nicht mit meiner Schulzeit verbinden, aber es ist schön, wenn solch eine Erinnerung dann nochmal „aufgewärmt“ wird 🙂

    Klingt, als könnte mir der Film gefallen! 😀

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    • Wenn dir das Original gefallen hat, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass auch dieser nostalgische Rückblick etwas für dich ist. Einfach mal ausprobieren, denn unterhaltsam ist der Film auf jeden Fall… 🙂

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  6. Pingback: Blogparade: Unwiderrufliche Karriererollen | Tonight is gonna be a large one.

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