True Lies: Wahre Lügen (1994)

Ich bin alt. Verdammt alt. Das wurde mir gestern Abend schlagartig klar, als ich realisierte dass James Camerons actionreiche Parodie „True Lies“ inzwischen auch schon 15 Jahre auf dem Buckel hat. 15 Jahre. Unglaublich. Dabei war mir der Film stets als noch relativ jung im Gedächtnis. In meinen Teenagerjahren unzählige Male gesehen. Nun das zweite Mal auf DVD. Kann der Film heute immer noch überzeugen?

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Oh ja. Er kann. Auch wenn ich die Dialoge beinahe komplett mitsprechen kann, so haben sich die einzelnen Szenen nicht abgenutzt. Sie erscheinen so frisch, wie bei der ersten Sichtung. James Cameron ist hier wirklich das Meisterstück gelungen eine herrlich komische Parodie mit völlig überdrehter Action zu kombinieren. Grandios! In jedem anderen Actionfilm würde man sich vermutlich an den Kopf fassen, wenn die Hauptfigur auf einem Pferd durch die Lobby eines Hotels jagd oder mit einem Kampfjet durch Wolkenkratzer fegt. Hier treffen solche Szenen exakt den Ton des Films. Man hat nie das Gefühl einen lächerlichen Film zu sehen und nimmt Charaktere und Handlung im Rahmen ihrer Welt ernst. Dieses Kunststück schaffen nur ganz wenige Parodien.

Neben Camerons absolut fabelhafter Inszenierung tragen vor allem die perfect gecasteten Schauspieler zum Gelingen des Films bei. Arnold Schwarzenegger muss sich nicht groß verstellen, ist seine Rolle doch archetypisch angelegt. Sein Umfeld dagegen muss reagieren und hier gibt es eine wunderbar wandlungsfähige Jamie Lee Curtis zu sehen. Einfach herrlich! Die Chemie zwischen den beiden Schauspielern scheint zudem für ihre Rollen perfekt gewesen zu sein. Hinzu kommt ein herrlich überdreht aufspielender Bill Paxton, der für mehr als nur einen Lacher sorgt. Des Weiteren gibt es Charlton Heston mit Augenklappe zu bewundern und Eliza Dushku (Faith, „Buffy: The Vampire Slayer“) ist als rotziger Teenager zu sehen.

Neben diversen Knallerdialogen und komödienhaften Szenen, kommt natürlich auch die Action nicht zu kurz. Diese wirkt – trotz ihrer völligen Überzogenheit – nie lächerlich oder fehlplatziert. Da könnten sich moderne Actionfilme à la „Wanted“ die eine oder andere Scheibe abschneiden – insbesondere in Bezug auf die Verbindung von Action und Handlung.

James Camerons „True Lies“ ist trotz seiner für einen Actionfilm enormen Lauflänge zu jeder Zeit unterhaltsam. In seinem inszenatorischen Gigantismus und seiner inhaltlichen Leichtigkeit stellt diese Geburt des 90er Jahre Kinos für mich den perfekten Popcornfilm dar. Es gibt kaum einen Actioner, der unterhaltsamer wäre. Grandios und absolutes Pflichtprogramm: 10/10 Punkte.

19 Gedanken zu “True Lies: Wahre Lügen (1994)

  1. Ich halte „True Lies“ auch nach wie vor für den besten Cameron- und auch für den besten Schwarzenegger-Film. Er wird einfach nie langweilig – egal, wie oft man ihn schaut. Ein echtes Action-Meisterwerk!

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  2. Als besten Cameron würde ich den Film wohl nicht bezeichnen. Als besten Schwarzenegger schon eher. Auf jeden Fall einer der besten Popcornactionfilme, die je gedreht wurden. Sollte ich viel öfter sehen.

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  3. Ist doch schon ein paar Jahre her, seit ich den Film gesehen habe. Gefiel mir aber auch gut.
    Muss mir mal die DVD zulegen und mir den Film nochmals zu Gemüt führen.

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  4. Oha, also die volle Wertung hätte ich nicht rausgerückt, selbst wenn ich dem Film einiges abgewinnen kann. Tom Arnold als Geheimagent ist ja schon das Eintrittsgeld wert. Und dann die Szene Arnie auf Pferd gegen Jet (und alle haben sich über Die Hard 4 echauffiert *g*).

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  5. Damals mochte ich den Film auch, aber heute hat er für mich doch etwas nachgelassen. Ich finde zwar auch, dass es einer der besseren Schwarzenegger-Filme ist, aber so insgesamt kann Arnold nicht wirklich schauspielern. Von Cameron gefallen mir die Filme Terminator 2, Abyss und Titanic wiederum besser. Ich bin eigentlich sehr gespannt auf sein neues Projekt Avatar.

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  6. @ DarKesT: Die – aus heutiger Sicht nicht mehr wirklich – neue Kinowelt Special Edition kann ich dir nur ans Herz legen. Wird dem Film absolut gerecht!

    @ Flo Lieb: Die volle Wertung hat sich der Film bei mir redlich verdient. Jahrelang beste Unterhaltung. Ich finde zudem wirklich keinen Kritikpunkt. Ein absolut stimmiges Filmerlebnis – es muss ja nicht immer größter Anspruch sein… 😉

    @ thwidra: Sicher ist Arnie kein sonderlich guter Schauspieler, doch für diese Persiflage eines Geheimagenten hätte es meiner Meinung nach niemand besseren gegeben. Seine Besetzung ist ja allein schon eine Aussage. Betrachtet man Camerons Gesamtwerk würde ich „The Terminator“, „The Abyss“ und wohl auch „ALIENS“ vor „True Lies“ einordnen. Aufgrund der völlig unterschiedlichen Genres lasse ich das aber lieber. Auf sein neues Projekt freue ich mich auch schon!

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  7. Ja, ein echter Knaller zur rechten Zeit. Cameron überzieht das Genre mit einer Zuckerlasur und bringt es damit eigentlich zum Abschluß. Schwarzenegger hätte eigentlich nach diesem Film aufhören sollen, dann wären ihm so einige dürftige Peinlichkeiten im Nachhinein erspart geblieben. Bei der Wertung kneife ich mal ein Auge zu, weils für Dich so ein nostalgisches Jugenderlebnis ist.;)

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  8. Man kann ja nicht nur immer das schnöde Kunstkino mit zweistelligen Wertungen verwöhnen. In jedem Genre gibt es schließlich Knaller und „True Lies“ ist ein solcher. Wer mag da ernsthaft nach Kritikpunkten suchen? 😉

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  9. Oh, dein Review bringt mich dazu, den Film auch mal wieder rauszukramen und zu schauen. Ich halte „True Lies“ im Übrigen zwar für den schwächsten in Camerons Filmographie, aber was ist bei diesem Regisseur schon schlecht. 😉

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  10. Ich finde auch, dass sich bei Cameron eine erstaunlich hohe Qualität durch seine Filmographie zieht. Mag zu großen Teilen aber auch an den Genres liegen, denen ich alles andere als abgeneigt bin.

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