Percy Jackson: Diebe im Olymp – OT: Percy Jackson & the Olympians: The Lightning Thief (2010)

Um 20:30 Uhr haben wir mit dem Film begonnen. Der Film läuft knapp zwei Stunden, jetzt ist es nach Mitternacht. Wieso diese Verzögerung? Ich hatte die glorreiche Idee nebenbei das neue NAS in Betrieb zu nehmen. Leider bricht alle Nase lang die Netzwerkverbindung des PCs ab, so dass ich immer wieder manuell eingreifen muss. Das wird eine lange Nacht. Aber eigentlich wollte ich ja über „Percy Jackson: Diebe im Olymp“ schreiben. Ob die vielen Unterbrechungen dem Film geschadet haben?

Percy Jackson: Diebe im Olymp (2010) | © 20th Century Fox

Percy Jackson: Diebe im Olymp (2010) | © 20th Century Fox

Teen-Abenteuer in der griechischen Mythologie

Am Anfang ist die Welt des Percy Jackson schon reichlich albern: Griechische Götter, deren Inszenierung ein wenig an „Kampf der Titanen“ erinnert, ein Teenie-Camp für Halbgötter und Uma Thurman als Medusa mit stylischer Sonnenbrille. Das hätte ganz leicht auch nach hinten losgehen können. Doch irgendwie funktioniert diese komische Mischung, was ich einerseits den sympathischen Schauspielern und andererseits der durchaus stilsicheren Inszenierung durch Christopher Columbus zuschreiben möchte. Hinzu kommen etliche Monster und durchaus atmosphärische Schauplätze.

Am meisten mochte ich vermutlich das Abenteuer-Feeling, das durch den Roadtrip der drei Freunde ausgelöst wird. Hier hat auch das Aufeinandertreffen der realen Welt mit den mythologischen Elementen gut funktioniert. Das Finale dagegen war mir in dieser Hinsicht ein wenig zu platt. Aber okay. Und es gibt einen bärtigen Pierce Brosnan als Zentaur zu sehen. Trifft man auch nicht alle Tage.

Fazit

Der aktuelle Ordner kopiert schon wieder viel zu lange. Wenn die Verbindung gleich wieder weg ist, werde ich wahnsinnig. Für meine verminderte Aufmerksamkeit am heutigen Abend, war „Percy Jackson: Diebe im Olymp“ vermutlich genau der richtige Film. Insgesamt nicht wirklich gut, aber doch irgendwie sympathisch. Ich hatte viel Spaß damit und wäre gerne konzentrierter dabei geblieben. Vielleicht gelingt mir das ja beim zweiten Teil: 7/10 Punkte.

The Goldbergs – Season 1

Wie lange habe ich gewartet, endlich diese Serie zu sehen. Seit ich 2013 das erste Mal auf Inishmores Blog davon gelesen habe, war ich heiß auf die Show. In Deutschland gibt es nur die erste Staffel (völlig überteuert) auf DVD und auch Streaming-Dienste haben sie nicht im Programm. Doch in UK wurde ich endlich fündig und habe mir voller Zuversicht „The Goldbergs – Season 1“ sowie die folgenden drei Staffeln gekauft. Ob sich diese Investition in meine Serien-Zukunft auch wirklich gelohnt hat?

The Goldbergs – Season 1 | © Sony Pictures Home Entertainment

The Goldbergs – Season 1 | © Sony Pictures Home Entertainment

„Wunderbare Jahre“ in den 80ern

Selten habe ich mich in einer Serie so schnell zu Hause gefühlt. Charaktere, Ton und Humor haben bei mir sofort geklickt. Ich bin unglaublich schnell Teil der Familie Goldberg geworden. Das ist bei der Serie auch bitter nötig, denn viele Running Gags zünden erst, wenn man wirklich drin ist. Zum Lachen gesellte sich dann auch schnell der Gedanke: „Ach, typisch Murray (oder Beverly oder…)!“ Man wird als Zuschauer in viele Insider-Gags mit einbezogen, was sich durch die kurzen Video-Clips aus der Kindheit des echten Adam F. Goldberg am Ende jeder Episode noch einmal verstärkt. Auch wenn bestimmt viele Geschichten dramatisch überhöht wurden, so entsteht dadurch ein Gefühl von Authentizität. Ich habe mich teils stark an meine eigene Kindheit erinnert gefühlt, die natürlich viel weniger amerikanisch, jüdisch und leider auch weniger popkulturell abgelaufen ist, doch eine Verbindung ist definitiv vorhanden.

Die Serie wird durch die Erzählstimme des erwachsenen Adam Goldberg – gesprochen von Patton Oswalt (Spence Olchin, „The King of Queens“) – begleitet, was uns ohne Zweifel an eine andere große Coming-of-Age-Serie erinnert: „Wunderbare Jahre“. Dieses Kleinod hat es in Deutschland, aufgrund von Rechteproblemen, ja bis heute nicht auf DVD geschafft. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass es „The Goldbergs“ gelingt, den Geist des Vorbilds zu treffen und gar wunderbar in die 1980er Jahre zu übertragen. Ich liebe es, dass der Humor manchmal zwar platt ist, aber dennoch stets echte Emotionen im Vordergrund stehen. Die Serie nimmt ihre Charaktere ernst und man fühlt als Zuschauer mit ihnen. Hinzu kommt, dass die popkulturellen Referenzen nie aufgesetzt wirken, sondern ein elementarer Teil der Handlung sind. Ich denke hier alleine an die großartige Episode „Goldbergs Never Say Die!“, welche eine liebevolle Hommage an „Die Goonies“ darstellt. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war es um mich geschehen… ❤

Fazit

Ja, „The Goldbergs“ ist genau die Serie, die ich mir erhofft hatte. Umso mehr freue ich mich darüber, dass ich die verrückte Familie über mindestens drei weitere Staffeln begleiten kann. Genau die richtige Dosis an popkulturellen Referenzen, gepaart mit teils herzergreifenden Momenten und einem wunderbar eingefangenen Zeitkolorit der 1980er Jahre. Für mich zweifellos die beste Half-Hour-Comedy-Serie der letzten Jahre: 9/10 (9.1) Punkte.

The Marvelous Mrs. Maisel – Season 1

Wieder einmal war ich auf der Suche nach einer neuen Serie. Zwar stehen im Regal noch ein paar größere Brocken, doch wollte ich mich momentan nicht über mehrere Staffeln an eine Serie binden. Da ich kürzlich von „Tom Clancy’s Jack Ryan“ positiv überrascht wurde, ist die Wahl mit „The Marvelous Mrs. Maisel – Season 1“ auf eine weitere Amazon-Produktion gefallen. Für mich ein wahrer Glücksgriff, denn die Serie sticht nahezu alles aus, was ich in letzter Zeit gesehen haben…

The Marvelous Mrs. Maisel – Season 1 | © Amazon Prime Video

The Marvelous Mrs. Maisel – Season 1 | © Amazon Prime Video

Ein neuer Hit der „Gilmore Girls“-Autorin

Die Serie ist mir schon öfter untergekommen und speziell die Tatsache, dass sich Amy Sherman-Palladino dafür verantwortlich zeichnet, hat mich neugierig gemacht. Die kürzliche Besprechung im Sneakpod war dann der endgültige Auslöser, auch wirklich einmal reinzuschauen. Und was soll ich sagen? Ich bin so begeistert wie schon lange nicht mehr. Selbst das gehypte und erst kürzlich geschaute „Westworld“ oder die positive Überraschung „Jack Ryan“ können damit nicht mithalten. Natürlich ist ein Vergleich über Genres hinweg schwierig, doch liest man von den anderen aktuellen Serien so viel und von „The Marvelous Mrs. Maisel“ verhältnismäßig wenig. Dabei ist es solch eine moderne, relevante und verdammt unterhaltsame Serie, dass ich nicht genug lobende Worte über sie verlieren kann.

Die Serie behandelt viele Themen: Man kann sie als klassische Aufstiegsgeschichte im Comedy-Bereich lesen, als Emanzipationsdrama, als jüdische Familiengeschichte oder als Komödie. Es steckt unglaublich viel in „The Marvelous Mrs. Maisel“ und doch sind es am Ende die Charaktere und die Dialoge, welche die Serie so besonders machen. Auch der Stil Amy Sherman-Palladinos ist unverkennbar, wenngleich die Serie in ihren Themen und auch der Inszenierung noch einmal drei Stufen erwachsener wirkt als z.B. „Gilmore Girls“. Hinzu kommen die fantastischen Schauspieler: Angefangen bei Rachel Brosnahan als titelgebende Comedienne Midge Maisel über Alex Borstein als Comedy-Club-Managerin Susie Myerson bis hin zu Tony Shalhoub als Midges Vater – die Besetzung ist einfach großartig!

Ich liebe auch die Inszenierung der 1950er Jahre, die mit Leichtigkeit mit der famosen Darstellung aus „Mad Men“ mithalten kann. Es gibt wunderbare Montagen, die mit zeitgenössischer Musik unterlegt werden und man hat das Gefühl, einer lebhaften Zeit des Umbruchs beizuwohnen. Natürlich bewegen wir uns stets in einer Upper-Class-Welt, was stets selbstironisch aufgenommen wird und einen schönen Kontrast zu den wunderbar modern wirkenden Stand-up-Einlagen bildet. Als einzigen Kritikpunkt würde ich die nahezu komplett fehlende Charakterisierung der Beziehung zwischen Midge und ihren Kindern sehen. Diese wirken stets nur wie Kulisse. Aber vielleicht ist das auch Absicht und entspricht der portraitierten Gesellschaft.

Fazit

Auch wenn ich schon vermutet hatte, dass mir „The Marvelous Mrs. Maisel“ gefallen wird, so hätte ich doch nicht damit gerechnet, wie großartig die Serie tatsächlich ist. Die acht Episoden vergehen wie im Flug und ich hätte am liebsten noch viel mehr Zeit mit Midge, Susie und Co. verbracht. Die Serie wurde jedoch bereits um mindestens zwei Staffeln verlängert, worüber ich mich sehr freue. Solltet ihr dieses Jahr nur eine neue Serie schauen, dann gebt dieser hier eine Chance, auch wenn sie oft unter dem Radar läuft. Einfach nur großartig: 10/10 (9.5) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Beetlejuice (1988)

Aktualisierung: Ich habe „Beetlejuice“ am 1. November 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Mit dem heutigen Abend starten wir in die Herbstferien. Auch im habe Urlaub, der zwar mit allerlei Arbeiten im Haus verplant ist, auf den ich mich aber dennoch sehr freue. Schon alleine deshalb, weil ich damit auch wieder mehr Zeit für Filme finde. Und der erste Film des Urlaubs war mit „Beetlejuice“ ein alter Bekannter…

Beetlejuice (1988) | © Warner Home Video

Beetlejuice (1988) | © Warner Home Video

Trügende Erinnerungen an großen Horror

Ich hatte früher einen Freund, der eine große VHS-Sammlung besessen hat. Auch „Beetlejuice“ war Teil davon. Es war einer der Filme, die immer und immer wieder im Videorekorder gelandet sind. Ich muss damals zwischen 10 und 14 Jahre alt gewesen sein, als wir die Horror-Komödie zu unserem Standardprogramm zählten. Unzählige Sichtungen folgten, die manche Szenen des Films in mein Gehirn eingebrannt haben. Allerdings blieb die Erinnerung bei diesen Szenen hängen: Der Unfall am Anfang, das Wartezimmer in der Zwischenwelt und die Auftritte von Beetlejuice. Der Film kam mir ziemlich düster vor und ich weiß noch, dass ich ihn teils wirklich gruselig fand. Zudem war Beetlejuice klar das Zentrum des Films. Oder etwas nicht?

Heute wirkt der Film ein wenig anders: ziemlich klamaukig und teils wunderbar altmodisch. Michael Keaton hat als Beetlejuice (oder Betelgeuse) nur ca. 15 Minuten Screentime, was ich niemals vermutet hätte. Die Hauptdarsteller Alec Baldwin und Geena Davis waren mir damals auch noch kein Begriff. Zudem dauert es geschlagene 45 Minuten, bis Beetlejuice überhaupt das erste Mal die Bühne betritt. Dennoch funktioniert der Film, auch aus heutiger Sicht, gerade deshalb so gut: Er baut eine schlüssige Welt auf und schmeißt uns mit den verstorbenen Hauptfiguren in eine klassische Fish-Out-of-Water-Situation. Diese ist herrlich unterhaltsam und mit vielen tollen visuellen Ideen erzählt. Man kann Tim Burtons Stil eindeutig identifizieren, ohne dass es sich, wie in vielen seiner neueren Filme, übertrieben anfühlt.

Fazit

Tim Burtons „Beetlejuice“ ist auch heute noch ein großer Spaß, der von seiner liebevollen Inszenierung und tatsächlich Michael Keatons völlig entfesseltem Auftritt als Betelgeuse lebt. Es ist mir immer wieder eine Freude, den Klassikern meiner Jugend einen Besuch abzustatten. Dieser Film hier ist keine Ausnahme: 8/10 Punkte.

New Girl – Season 6

Kaum zu glauben, aber ich habe tatsächlich einmal wieder eine TV-Serie gesehen. Man merkt, dass der Hochsommer vorbei ist und wir die langen Abende nicht mehr nur auf der Terrasse verbringen. Schade eigentlich. Dennoch hat es auch Vorteile, zumindest ab und zu, wieder vor den Fernseher zu kommen. Um den Wiedereinstieg nicht zu hart zu gestalten, haben wir uns „New Girl – Season 6“ angesehen. Eine nur allzu bekannte Comedy-Serie, die man auch gut noch spät am Abend einschalten kann…

New Girl – Season 6 | © Twentieth Century Fox

New Girl – Season 6 | © Twentieth Century Fox

Weiterentwicklung und doch mehr vom Gleichen

Wenig überraschend bietet „New Girl“ auch im sechsten Jahr nur wenig Neues. Okay, das stimmt nicht ganz, denn inhaltlich geht es für die Charaktere durchaus weiter. Nach ihrer Hochzeit ziehen Schmidt und Cece in ein Haus, Winston wird Ally heiraten und selbst Jess‘ Vater geht eine neue Beziehung ein. Für Jess und Nick dagegen bleibt alles beim Alten. Und für die anderen Figuren, wenn man ehrlich ist, eigentlich auch. Schließlich ist dieser Status quo auch die Erfolgsformel, nach der die Serie operiert. Das ist durchaus unterhaltsam, doch lockt dieses Rezept nach sechs Jahren eben niemanden mehr hinter dem Ofen hervor.

Fazit

Wer im Vorjahr Spaß mit „New Girl“ hatte, der wird dem bunten Treiben auch im sechsten Jahr etwas abgewinnen können. Alle anderen haben eh schon längst abgeschaltet. Ich für meinen Teil freue mich durchaus, dass man der Serie mit der verkürzten achten Staffel immerhin einen runden Abschluss gönnt – und werde mir auch wieder anschauen: 7/10 (7.3) Punkte.

Whiplash (2014)

Was für ein herrlicher Spätsommertag doch hinter uns liegt: Morgens mit einem Lauf gestartet, haben ich den restlichen Tag im Garten verbracht, Rasen gemäht und mit Nichten, Neffen und den eigenen Kids getobt. Herrlich! Am Abend war ich dann recht durch und habe Ausschau nach einem kompakten Film gehalten – da kam „Whiplash“ mit seinen 107 Minuten gerade recht…

Whiplash (2014) | © SONY PICTURES HOME ENTERTAINMENT GmbH

Whiplash (2014) | © SONY PICTURES HOME ENTERTAINMENT GmbH

„There are no two words in the English language more harmful than good job.

Wow, was für ein intensiver Film. Ich habe schon viel über „Whiplash“ gehört und gelesen, doch mit welcher Kraft Damien Chazelle sein Debüt inszeniert, war dennoch eine Überraschung. Neben dem treibenden Tempo der Schlagzeugsoli, reißen vor allem die beiden Hauptdarsteller J.K. Simmons und Miles Teller mit, die spielen als ginge es um ihr Leben. Im Grunde wird eine recht einfache Geschichte erzählt, die man in jedes Setting hätte packen können. Solche Schüler-Lehrer-Beziehungen kennt vermutlich jeder in abgeschwächter Form, egal ob in der Schule, im Studium oder im Job mit Vorgesetzten. Das Identifikationspotenzial ist groß.

J.K. Simmons‘ Fletcher ist unfassbar in seiner Kompromisslosigkeit. Ein echter Soziopath. Und dennoch kann man Miles Tellers Andrew verstehen. Den geweckten Ehrgeiz. Das Bedürfnis nach Anerkennung. Das ist keine gesunde Beziehung, doch vermutlich ist sie genau deshalb so spannend und mitreißend. Einzig das Finale fand ich ein wenig zu wertend in seiner Aussage. Als wäre Fletchers Ansatz der richtige gewesen. Ich weiß nicht, ob ein anderer Ausstieg aus der Geschichte nicht kraftvoller gewesen wäre, so großartig das finale Schlagzeugsolo auch inszeniert ist.

Fazit

Man kann die Handschrift von Damien Chazelle eindeutig erkennen, ja selbst manche Songs erinnern an „La La Land“, selbst wenn dieser in einem ganz anderen Ton erzählt wird. Mich hat „Whiplash“ wirklich stark beeindruckt und ich kann ihn euch nur ans Herz legen, selbst wenn ihr mit Jazz nicht sonderlich viel anfangen könnt: 8/10 Punkte.

Angels‘ Share: Ein Schluck für die Engel (2012)

Nach einem Tag im Playmobil Funpark waren wir alle ziemlich platt. Nachdem die Kids endlich im Bett waren, kamen wir spät auf die Couch und haben mit „Angels‘ Share: Ein Schluck für die Engel“ einen nicht immer leicht verdaulichen, aber doch sehr guten Film gesehen. Details lest ihr in der folgenden Besprechung…

Angels' Share: Ein Schluck für die Engel (2012) | © Prokino (Vertrieb EuroVideo Medien GmbH)

Angels‘ Share: Ein Schluck für die Engel (2012) | © Prokino (Vertrieb EuroVideo Medien GmbH)

Sozialdrama trifft auf Heist-Komödie

Ken Loach ist für bittere, oft jedoch auch hoffnungsvolle Sozialdramen bekannt. Auch „Angels‘ Share“ bildet hier keine Ausnahme. Gerade die erste halbe Stunde ist schon harter Tobak, der uns die Lebensrealität in Glasgow schonungslos vor Augen führt. Dabei bleibt es aber nicht lange, denn schon bald führt der Sozialarbeiter Harry unseren Protagonisten in die faszinierende Welt des Whiskys ein. Damit ändert sich auch der Ton des Films und das Sozialdrama verwandelt sich in einen ungewöhnlichen Heist-Movie, was auf den ersten Blick vielleicht nicht so ganz zusammenpassen mag, letztendlich aber doch erstaunlich gut funktioniert.

„Angels‘ Share“ lebt eindeutig von seinen Charakteren und der naturalistischen Inszenierung. Die Geschichte ist mitreißend und man möchte, dass sie für die Figuren einen positiven Ausgang nimmt. Was sich im weiteren Verlauf abspielt ist ziemlich konstruiert und offensichtlich geschrieben, was mich allerdings nicht sehr gestört hat. Durch das Grundthema Whisky hatte der Film bei mir zudem schon halb gewonnen.

Fazit

Wer eine angenehmen und leicht dahin plätschernde Komödie sehen möchte, der ist mit „Angels‘ Share“ nicht sonderlich gut beraten. Ken Loachs Film ist dramatischer als uns das Marketing weismachen will. Gerade dieser Aspekt hebt ihn aber auch über die typische Gute-Laune-Komödie heraus. Hat mir ziemlich gut gefallen: 7/10 Punkte.

Geschenkt ist noch zu teuer – OT: The Money Pit (1986)

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Ich habe einmal wieder einen Film gesehen. Nachdem die letzte Sichtung beinahe zwei Monate zurückliegt, und ich den gesamten Juli komplett ohne einen einzigen Film verbracht habe, war es heute endlich wieder soweit. Mit „Geschenkt ist noch zu teuer“ habe ich einen meiner Kindheitsklassiker in den Player geschoben, dessen letzte Sichtung bestimmt schon 25 Jahre zurückliegt.

Geschenkt ist noch zu teuer (1986) | © Koch Media GmbH

Geschenkt ist noch zu teuer (1986) | © Koch Media GmbH

Eine typische 80er-Jahre-Komödie

Mit „Big“ habe ich Anfang des Jahres bereits eine Reise zu den Anfängen von Tom Hanks‘ Karriere unternommen. Und mit „Geschenkt ist noch zu teuer“ geht es noch einmal zwei Jahre weiter zurück in die 80er Jahre – und das merkt man auch. Der Soundtrack, die Mode, Frisuren, Inszenierung und Themen schreien geradezu, dass sie diesem Jahrzehnt entspringen. Dabei ist die Prämisse wunderbar zeitlos und wurde in ähnlicher Form z.B. auch in einer Episode der Sitcom „The King of Queens“ verhandelt. Gerade wenn man selbst schon einmal renoviert hat bzw. sich beim eigenen Hausbau mit Handwerkern herumschlagen durfte, bietet „The Money Pit“ den einen oder anderen Wiedererkennungseffekt.

Nachdem „Geschenkt ist noch zu teuer“ relativ geerdet beginnt, dreht der Film in seinem Verlauf komplett ab. Viele Charaktere sind extrem überzeichnet, was einen schönen Gegensatz zu den beiden Hauptfiguren bildet. Heute würde man diese Art von Film ganz anders inszenieren, doch für mich machen die gezeigten Übertreibungen auch den Charme einer solchen 80er-Jahre-Komödie aus. Da wirkt der emotionale Konflikt, der im letzten Drittel verhandelt wird, beinahe schon unnötig aufgesetzt.

Fazit

Ich habe das Filme schauen glücklicherweise nicht verlernt und „The Money Pit“ war eine gute Wahl für den Wiedereinstieg. Ein großer Spaß mit sympathischen Darstellern und einer sehr einfachen Geschichte. Kein Meilenstein der Unterhaltung, aber für Freunde der 80er und Fans des frühen Tom Hanks auf jeden Fall sehenswert: 7/10 Punkte.

Life in Pieces – Season 3

Über das letzte halbe Jahr haben wir uns mit eher niedriger Priorität und teils sehr sporadisch „Life in Pieces – Season 3“ anschaut. Eben immer dann, wenn wir schon müde waren und gerade noch 20 Minuten Unterhaltung zum Abschalten brauchten. Hier zeigt sich, dass die Serie bei uns keinen sonderlich hohen Stellenwert einnimmt, warum sich das Einschalten dennoch lohnen kann, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Life in Pieces – Season 3 | © 20th Century Fox Television

Life in Pieces – Season 3 | © 20th Century Fox Television

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Eigentlich kann ich die Besprechung der zweiten Staffel nahezu vollständig kopieren, denn weiterhin leidet die Serie in meinen Augen am stärksten unter ihrer Aufteilung in leicht verdauliche Häppchen. Nur selten werden die einzelnen Episödchen zueinander in Bezug gesetzt und ich habe immer mehr das Gefühl, einer Sketch-Comedy, die für eine schnelle Pointe geschrieben wurde, zuzusehen. Das ist wirklich schade, denn ein paar der Charaktere haben wirklich Potenzial, werden aber häufig dem billigen Gag geopfert. Das macht teilweise durchaus Spaß, doch im Vergleich zu Comedys oder Sitcoms, die mehr Wert auf Storytelling legen, fällt „Life in Pieces“ schon extrem ab.

Fazit

Wie bereits beschrieben, funktioniert „Life in Pieces“ für mich wunderbar als kleines Häppchen vor dem zu Bett gehen. Ich würde mir jedoch wirklich wünschen, dass die Autoren mehr wert auf eine Verknüpfung der einzelnen Segmente legen. In ihrer jetzigen Form wird die Serie bei mir nie über das Prädikat ‚ganz nett‘ hinauskommen:  7/10 (6.7) Punkte.

Red Oaks – Season 1 to 3

Schon vor geraumer Zeit hatten wir uns die Pilot-Episode von „Red Oaks“ angesehen. Damals konnte sie uns nicht sofort abholen, so dass die Amazon-Produktion wieder aus unserem Programm verschwunden ist. Aufgrund der mehrfachen Empfehlung durch den Sneakpod wollte ich der Serie noch einmal eine Chance geben und siehe da: Wir waren vollends begeistert. Manchmal lohnt es sich eben doch, Serien eine zweite Chance zu geben…

Red Oaks – Season 1 to 3 | © Amazon Prime Video

Red Oaks – Season 1 to 3 | © Amazon Prime Video

Staffel 1: Willkommen in den 80ern

In der ersten Staffel lernen wir die Charaktere kennen, die uns unglaublich schnell ans Herz gewachsen sind. Auch im titelgebenden Country-Club „Red Oaks“ fühlten wir uns sofort zu Hause, was auch kein Wunder ist, steht dieser doch im Zentrum nahezu jeder Episode. Besonders großartig fand ich das authentisch wirkende 80er-Jahre-Gefühl, das durch die Serie heraufbeschworen wird. Man wähnt sich schon fast in einem modernen John-Hughes-Film, was durchaus als Kompliment zu verstehen ist. Großartig fand ich auch die Body-Switch-Episode „Body Swap“, welche sich trotz der ungewöhnlichen Prämisse wunderbar in die Serienwelt eingliedert. Ein wahrlich großartiges Vergnügen: 9/10 (8.6) Punkte.

Staffel 2: Eine Zeit des Umbruchs

Mit der zweiten Staffel zeigt sich recht deutlich, dass wir die eingeschlagenen Pfade verlassen. Die erste Episode spielt komplett in Paris und spiegelt die Nouvelle Vague sowohl inhaltlich als auch inszenatorisch wider. Auch in den weiteren Episoden lassen wir „Red Oaks“ als zentralen Schauplatz größtenteils hinter uns und begleiten die nun etablierten Charaktere bei großen Veränderungen in ihrem Leben: sei es die Scheidung von Davids Eltern, neue Beziehungen oder berufliche Umorientierungen. Das große Thema Coming-of-Age wird auf alle Figuren ausgedehnt und jeder macht eine signifikante Entwicklung durch. Das mochte ich wirklich sehr. Dennoch fühlt sich die zweite Staffel nicht mehr ganz so frisch an, wie die erste: 8/10 (8.2) Punkte.

Staffel 3: Der Abschied von „Red Oaks“

In der dritten Staffel haben alle Charaktere noch einmal einen Sprung nach vorne gemacht: David hat endlich eine Wohnung in New York City, sein Vater eine neue Beziehung, seine Mutter erlebt ihre zweite Jugend und zwischen Wheeler und Misty wird es ernst. Douglas Getty (grandios gespielt von Paul Reiser) versucht das Schicksal von „Red Oaks“ aus dem Gefängnis zu lenken – und man merkt auch als Zuschauer, dass an diesem ursprünglichen Zentrum der Handlung nur noch aus Nostalgie festgehalten wird. Gegen Ende fügen sich alle Handlungsstränge wunderbar schlüssig zusammen und jeder einzelnen Figur wird ein passendes Ende spendiert. Vielleicht ein wenig zu positiv, doch warum auch nicht? Ich mochte das sehr und hätte gerne noch mehr Zeit mit den Figuren verbracht: 9/10 (8.8) Punkte.

Fazit

Mir hat „Red Oaks“ nach dem holprigen ersten Start wirklich extrem gut gefallen. Letztendlich war die Serie genau mein Ding: Coming-of-Age, 80er, Filmbezug – eine ziemlich perfekte Mischung. Die Charaktere sind mir richtig ans Herz gewachsen und ich kann mit Überzeugung sagen, dass dies die beste Amazon-Serie ist, die ich bisher gesehen habe. Kann ich jedem wirklich nur ans Herz legen: 9/10 (8.5) Punkte.