Jumanji: The Next Level (2019)

Aktualisierung: Ich habe „Jumanji: The Next Level“ am 13. Januar 2023 zum zweiten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nachdem ich von „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ doch recht positiv überrascht wurde, habe ich mich schon die ganze Woche auf „Jumanji: The Next Level“ gefreut. Nach einem recht entspannten Samstag, an dem wir unseren Weihnachtsbaum entsorgt haben und ich eine herrliche Runde laufen war, kam der Film als Abschluss des Tages dann auch gerade recht… 🏜💎

Jumanji: The Next Level (2019) | © Sony Pictures Home Entertainment

Jumanji: The Next Level (2019) | © Sony Pictures Home Entertainment

Eine überraschend gelungene Fortsetzung

Bereits der erste Teil hat mich durch seine doch recht innovative Herangehensweise an das Reboot-Thema überrascht. Noch unglaublicher finde ich es aber, dass die rasch produzierte Fortsetzung des 2017er Erfolgs sich nicht nur auf dem Erreichten ausruht, sondern den einen oder anderen Kniff einbaut, um seinem Publikum ein frisches und doch vertrautes Erlebnis zu bieten. Das hat mir wirklich, wirklich gut gefallen. Hinzu kommt ein erweiterter Cast, der mit Danny DeVito und Danny Glover zwei stets gerne gesehene Altstars mit in die Geschichte einbaut.

Am meisten Spaß macht „Jumanji: The Next Level“ dann auch, wenn er mit den Erwartungen bricht, sprich die Avatare im Videospiel bunt durcheinanderwürfelt. Der Cast rund um Dwayne Johnson macht seine Sache hier auch wirklich gut, die unterschiedlichen Rollen einzunehmen. Gerade Kevin Hart als Danny Glover ist sehr überzeugend. Neben diesen Überraschungen wird die bekannte Formel noch weiter getrieben und der Videospielcharakter durch rasante Actionszenen und weitere tierische Angreifer auf die Spitze getrieben. All das wird in eine herzergreifende Geschichte eingebettet, was insgesamt zwar nicht sonderlich originell ist, aber letztendlich doch wunderbar funktioniert.

Fazit

Ich hatte mit „Jumanji: The Next Level“ ebenso viel Spaß, wie mit dem Vorgänger. Das hatte ich nicht kommen sehen. Im Abspann wird ein dritter Teil schon angedeutet und ich muss sagen, dass ich mich darüber freuen würde. Immer noch bzw. wieder ein großer, bunter Spaß: 7/10 Punkte.

Jumanji: Willkommen im Dschungel – OT: Jumanji: Welcome to the Jungle (2017)

Aktualisierung: Ich habe „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ am 7. Januar 2023 zum zweiten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Der vorletzte Urlaubstag ist vorbei. Die nächsten Corona-Maßnahmen sind angekündigt. Auch wenn vieles davon sinnvoll ist, so hätte ich mich bei der Aussicht auf drei Wochen Home-Schooling am liebsten direkt betrunken (nicht falsch verstehen, ich möchte meine Kids gar nicht in die Schule schicken). Aber ich drifte ab. Auf jeden Fall stand mir der Sinn nach leichter Unterhaltung, weshalb auch „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ in den Player wanderte… 🦏💎

Jumanji: Willkommen im Dschungel (2017) | © Sony Pictures Home Entertainment

Jumanji: Willkommen im Dschungel (2017) | © Sony Pictures Home Entertainment

Nicht als Reboot sehen, dann macht der Film Spaß

Auch wenn ich den Original-„Jumanji“ aus dem Jahr 1995 durchaus mag, so ist es keiner der prägenden Filme meiner Kindheit. Vermutlich war ich damals einfach schon zu alt dafür. Bei der letzten Sichtung fand ich ihn zwar charmant, doch sind mir noch am ehesten die miesen CGI-Effekte in Erinnerung geblieben. Somit hatte ich auch kein großes Problem, dass es einen Reboot des Franchises geben sollte. Außer natürlich, dass ein weiterer Film der 80er/90er Jahre Pate stand und Hollywood keine eigenen Ideen mehr hat. Dabei wäre die Verbindung zu „Jumanji“ gar nicht zwangsweise nötig gewesen und die eigentliche Idee hätte, in einem anderen als dem Dschungel-Setting, auch tadellos als unabhängiger Film funktionieren können.

Davon einmal abgesehen macht „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ wirklich viel Spaß. Er ist witzig, actionreich und besitzt doch Herz an den richtigen Stellen. Die Schauspieler*innen sind passend besetzt und harmonieren wunderbar miteinander. Selbst Bobby Cannavale (bekannt aus „Vinyl“) kann als absoluter Klischeebösewicht Eindruck hinterlassen. Auch den videospielartigen Ablauf kann man dem Film nicht wirklich ankreiden, da er ja in einem Videospiel stattfindet. Einfach ein großer und wenig fordernder Spaß, der seine audiovisuellen Qualitäten in 3D so richtig auszuspielen weiß. Auch wenn er teils wie ein Videospiel aussieht (da haben wir es schon wieder).

Fazit

Mich hat „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ wirklich gut unterhalten. Viel hängen bleiben wird davon aber nicht, da er doch in jeder Hinsicht recht oberflächlich bleibt. Vielleicht schaue ich mit den Kids noch einmal das Original und der Nachfolger des Reboots steht auch schon auf der Liste. Sehr unterhaltsam: 7/10 Punkte.

Breaking Surface: Tödliche Tiefe (2020)

Nach dem Filmjahr 2020 ist vor dem Filmjahr 2021. Um dieses zu starten, habe ich mir gestern „Breaking Surface: Tödliche Tiefe“ angeschaut, der noch ganz frisch in meiner Sammlung ist. Da ich bekanntermaßen auf Unterwasserfilme stehe, ist auch dieser auf meinem Radar aufgetaucht und wollte sogleich gesehen werden… 🤿

Breaking Surface (2020) | © Koch Media GmbH

Breaking Surface (2020) | © Koch Media GmbH

Tolles Setting und spannend, aber maues Drama

Wie toll sieht bitte „Breaking Surface“ aus? Die norwegische Landschaft wird großartig eingefangen. Da habe ich direkt Fernweh bekommen. Kein Wunder nach diesem Jahr. Wir werden schnell mit den Figuren vertraut gemacht, es gibt einen kurzen Flashback, der die Konstellation in der Familie klar macht und los geht es. Und zwar mit einem Tauchtrip, den zwei Schwestern, da die Mutter krank ist, alleine unternehmen. Die jüngere Schwester ist Berufstaucherin und gerade diese wird von einem herabfallenden Felsbrocken auf 33 Meter Tiefe eingeklemmt. Die ältere Schwester, eine reine Hobbytaucherin, muss nun für Hilfe sorgen. Soweit die simple, aber ungeheuer effektive Prämisse. Genau meine Art von Film, oder?

Tatsächlich mochte ich das Setting und den Spannungsaufbau sehr gerne. Was für mich dagegen überhaupt nicht funktioniert hat, ist das Drama im Hintergrund bzw. haben die teils dämlichen Entscheidungen der großen Schwester stark an meinen Nerven gezerrt. Klar ist das eine Extremsituation, doch wurde die Gefahrensituation, so zumindest mein Gefühl beim Schauen, künstlich auf die Spitze getrieben, was überhaupt nicht nötig gewesen wäre. Fun fact am Rande: Der Regisseur wollte ursprünglich ein Kletterdrama inszenieren, aber hat ihm dort die tickende Bombe (also die zeitliche Komponente) gefehlt, weshalb er aus der Idee ein Tauchdrama machte.

Fazit

Trotz seiner Schwächen hatte ich viel Spaß mit „Breaking Surface“. Der Film dauert ja auch nur ca. 80 Minuten, was auch genau die richtige Laufzeit für diese Art von Film ist. Dennoch werde ich mir den Film kein zweites Mal anschauen, da die Spannung nun weg ist und der Weg zum Ziel leider nicht so gelungen gestaltet wurde, wie ich mir das erhofft hatte: 6/10 Punkte.

Booksmart (2019)

Aktualisierung: Ich habe „Booksmart“ am 6. November 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Der letzte Film des Jahres! Nachdem wir heute Nachmittag noch einen Geburtstag im (ganz) kleinen Kreis gefeiert haben, stand uns abends der Sinn nach entspannter Unterhaltung, weshalb die Wahl auf „Booksmart“ gefallen ist. Das Regiedebüt von Olivia Wilde (u.a. bekannt aus „Vinyl“) hatte einige gute Presse bekommen und wurde als weibliches „Superbad“ gefeiert. Da ich den Film nur okay fand, war ich umso gespannter, wie mir diese Coming-of-Age-Komödie gefallen würde… 👩‍🎓👩‍🎓🎉🥳

Booksmart (2019) | © Weltkino Filmverleih GmbH (Vertrieb LEONINE)

Booksmart (2019) | © Weltkino Filmverleih GmbH (Vertrieb LEONINE)

Coming-of-Age in wirklich witzig

Zunächst einmal finde ich es ziemlich dämlich einen Film als weibliche Version von einem anderen zu beschreiben. Aber sei es drum. Und ja, die Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen. Auch „Booksmart“ bedient sich ungezügelt der pubertären Jugendsprache, was ich auch hier zu Beginn ein wenig befremdlich fand. Vermutlich ist mein fortgeschrittenes Alter der ausschlaggebende Grund, denn inzwischen ist meine Tochter näher an den Figuren dran, als ich. Ein erschütternder Gedanke. Auch steht eine große Party in Zentrum des Films. Und es geht um eine zentrale Freundschaft. Dennoch fand ich „Booksmart“ so viel witziger, authentischer und zu Herzen gehender als Greg Mottolas 2007er Komödie. Nun habe ich die beiden Werke doch miteinander verglichen. Mist.

Bevor ich es vergesse, möchte ich Beanie Feldstein und Kaitlyn Dever, die ich aus der Tim-Allen-Sitcom „Last Man Standing“ kenne, lobend erwähnen. Was heißt loben? Sie tragen den Film mühelos und spielen sich die Seele aus dem Leib, nur dass es unglaublich mühelos und echt wirkt. Einfach toll! Doch auch die Nebenfiguren sind großartig besetzt und Olivia Wilde beweist ein Händchen für Timing, Dialoge und auch dafür, Szenen gerade so lange laufen zu lassen, bis sie kurz davor sind unangenehm zu werden. Aber eben nicht darüber hinaus. Zudem hat die Regisseurin es vermieden, sich selbst eine Rolle zu zimmern, was ich wirklich positiv finde (so gerne ich Wilde auch als Schauspielerin sehe). Es ist nicht alles perfekt, was die Handlung angeht (z.B. fand ich den Twist/Gag mit dem Valley Strangler ein wenig forciert), doch insgesamt funktioniert „Booksmart“ auf vielen ebenen großartig und macht extrem viel Spaß.

Fazit

Kann es einen besseren Film für den Jahresabschluss geben? Wohl kaum. Ich kann euch „Booksmart“ nur ans Herz legen, wenn ihr gerne Coming-of-Age-Geschichten schaut und es euch nicht stört, sich mal wieder ein wenig awkward zu fühlen. Die Figuren sind mir über die kurze Laufzeit wirklich ans Herz gewachsen. Ein absolut sehenswertes Regiedebüt: 8/10 Punkte.

1917 (2019)

Heute war ein ziemlich durchwachsener Tag, an dem eigentlich nur das Erreichen eines persönlichen Ziels heraussticht. Die wenige Weihnachtsstimmung war schon lange verfolgen und somit durfte es abends auch ein wenig martialischer vonstatten gehen. Mit „1917“ ist ein Film im Player gelandet, den ich schon lange sehen wollte. Schon alleine aufgrund seiner technischen Qualitäten. Was er sonst noch zu bieten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🎥

1917 (2019) | © Universal Pictures Germany GmbH

1917 (2019) | © Universal Pictures Germany GmbH

Erschreckend immersives Kriegskino

Natürlich muss ich zunächst auf die technischen Aspekte eingehen, denn Sam Mendes hat „1917“ wie einen One-Shot, eine einzige große Plansequenz, angelegt. Im Gegensatz zu Sebastian Schippers „Victoria“, der tatsächlich in einem Stück gedreht wurde, ist dieser Film offensichtlich in mehrere ca. sechsminütige Häppchen unterteilt. Bei der Nahtlosigkeit der Szenen wurde, wie es damals bereits Alfred Hitchcock in „Cocktail für eine Leiche“ gemacht hat, entsprechend nachgeholfen. Dies schadet der Immersion allerdings nicht und wäre technisch auch gar nicht anders möglich gewesen, denn im Gegensatz zu „Victoria“ ist „1917“ natürlich ein Epos inklusive Spezialeffekte, Massenszenen und reichlich Action. Rein audiovisuell ist Sam Mendes und Roger Deakins, den ich hier unbedingt erwähnen möchte, ein extrem imposanter Film gelungen. Doch wie sieht es inhaltlich aus?

Tatsächlich kann und sollte man bei „1917“ Form und Inhalt nicht trennen. Denn durch die One-Shot-Technik ist man unglaublich nahe an den Figuren dran und erlebt auch Momente, die in dieser Ausführlichkeit normalerweise nicht gezeigt worden wären. Dies lässt eine große Bindung entstehen und das Grauen des Krieges nur umso unmittelbarer wirken. Dennoch funktioniert der Film auch narrativ wie ein Film und in den knapp 120 Minuten Laufzeit passiert eigentlich zu viel, um wirklich als Echtzeit durchzugehen. Dennoch habe ich das Gefühl, Mendes und seine Co-Autorin Krysty Wilson-Cairns haben eine gute Balance zwischen Immersion und filmischem Erzählen gefunden. Als am Ende die Tour de Force überstanden war, bin ich auch auf dem Sofa zusammengesackt. Erst einmal durchatmen.

Fazit

„1917“ ist ein in vielerlei Hinsicht beeindruckender Film. Ich kann noch nicht sagen, ob er beim zweiten Mal genauso gut funktionieren wird, wenn man die Stationen der Reise bereits kennt. Dieses erste Mal hat er mich jedoch umgehauen. Näher am Krieg will ich wirklich nie dran sein müssen: 9/10 Punkte.

Warcraft: The Beginning (2016)

Weiter geht das filmische Vorweihnachtsprogramm: Nachdem ich gestern mit „Mortal Engines“ bereits einen Film nachgeholt habe, der schon viel zu lange ungesehen im Regal stand, holte ich heute mit „Warcraft: The Beginning“ ein weiteres Versäumnis nach. Ich hatte damals große Hoffnungen auf das Duncan-Jones-Werk gesetzt. Nachdem der Film floppte, sank jedoch meine Motivation, ihn zu sehen. Ob sich die heutige Sichtung dennoch gelohnt hat? ⚔

Warcraft: The Beginning (2016) | © Universal Pictures Germany GmbH

Warcraft: The Beginning (2016) | © Universal Pictures Germany GmbH

Erstaunlich unterhaltsame Big-Budget-Fantasy

Ich muss zu Beginn gestehen, dass ich „World of Warcraft“ nie gespielt habe. Allerdings bin ich sehr rudimentär mit der Welt vertraut, da die beiden Echtzeitstrategie-Klassiker „Warcraft: Orcs & Humans“ und dessen Nachfolger „Warcraft II: Tides of Darkness“ aus den 1990er Jahren durchaus gerne gesehene Gäste auf meinem Pentium 75 mit 16 MB Arbeitsspeicher waren. Insofern habe ich durchaus einen losen Bezug zur Reihe und kann Fantasy-Filmen ohnehin einiges abgewinnen. Dann noch Duncan Jones als Regisseur, der sich mit „Moon“ und „Source Code“ einen Namen im Sci-Fi-Genre gemacht hatte. Was konnte da noch schief gehen?

Ich könnte mir vorstellen, dass der Look den 08/15-Kinozuschauer ziemlich abgeschreckt hat. Duncan Jones hat versucht, die Anmutung der Vorlage zu treffen. Und diese sieht eben nicht aus wie „Der Herr der Ringe“, sondern ist deutlich comichafter und bunter. Umso erstaunlicher finde ich, wie gut sich der Film dem Look der Spiele annähert und dabei doch realistisch wirkt. Für mich hat das ziemlich perfekt funktioniert, was auch durch das famose 3D unterstützt wurde. Inhaltlich ist „Warcraft: The Beginning“ dagegen recht schwach auf der Brust, was für mich als Einstieg in eine Filmreihe noch funktioniert hätte, da die Charaktere dafür erstaunlich gut ausgearbeitet sind. Da man einen zweiten Teil wohl ziemlich sicher ausschließen kann, wirkt die Geschichte leider nur wie ein Fragment. Schade um das Potenzial.

Als lustige Randnotiz sei erwähnt, dass Dominic Cooper und Ruth Negga als Königsehepaar auftreten, die Serienfans als Jesse Custer und Tulip O’Hare aus „Preacher“ bekannt sind. Ein witziger Besetzungscoup.

Fazit

Mir hat „Warcraft: The Beginning“ deutlich besser gefallen, als sein Ruf vermuten lassen würde. Ich mochte den Look und die Figuren. Auch der vorhandene Gewaltlevel hat gut zur Atmosphäre des Films gepasst. Wie bereits gestern bei „Mortal Engines“ hätte ich gerne eine Fortsetzung gesehen. Schade drum: 7/10 Punkte.

Mortal Engines: Krieg der Städte (2018)

Nachdem am ersten offiziellen Urlaubstag sogleich mein Körper zu streiken beginnt, war es gar nicht so einfach, eine bequeme Position auf dem Sofa zu finden. Dennoch wollte ich mir den Filmabend nicht nehmen lassen. In den Player ist „Mortal Engines: Krieg der Städte“ gewandert, den ich schon lange auf meiner Liste hatte. Natürlich in 3D, so dass ich schon nicht Gefahr laufen konnte, mich hinzulümmeln… 😎

Mortal Engines: Krieg der Städte (2018) | © Universal Pictures Germany GmbH

Mortal Engines: Krieg der Städte (2018) | © Universal Pictures Germany GmbH

Ein wahrer Augenschmaus von einem Film!

Die Prämisse der fahrenden Städte klingt erst einmal ziemlich verrückt. Da man mit der ersten Szene direkt in eine Verfolgung durch eine Predator City geworfen wird, ist es mir jedoch leicht gefallen, diese zu akzeptieren. Leider war der actionreiche Prolog auch die einzige Szene dieser Art und man bekommt im weiteren Verlauf nicht mehr viel vom Leben in dieser Gesellschaft mit. Dafür werden wir direkt auf ein episches Abenteuer entführt, das etliche Schauplätze zu bieten hat und für einen Wandel in der Welt der fahrenden Städte sorgen wird. Irgendwie logisch und typisch für einen Film dieser Art, jedoch auch schade, da die Besonderheit dieses wunderbaren Steampunk-Settings nicht wirklich genutzt wird.

„Mortal Engines“ sieht wirklich unfassbar gut aus. Ja, überall ist CGI, doch fügt sich dieses ziemlich gut mit den echten Sets und Schauspielern zu einem großen Ganzen zusammen. Ich hätte gerne noch viel mehr Zeit in dieser Welt verbracht und wäre nicht stets direkt zum nächsten Schauplatz gehetzt. Leider können die eigentliche Handlung und auch die Figuren nicht mit den audiovisuellen Werten des Films mithalten. Alles ist zwar unterhaltsam, doch wirkt die Geschichte doch sehr nach Schema F erzählt. Selbst Hugo Weaving schafft es kaum, seinen Bösewicht über das gängige Klischee zu heben. Von den etwas blassen Heldenfiguren einmal ganz zu schweigen.

Fazit

Auch wenn „Mortal Engines“ kein neuer Superhit aus dem Hause Peter Jackson ist, so bin ich doch ein wenig verliebt in die Welt und ihren Look. Vielleicht sollte ich mich einmal an die Buchreihe von Philip Reeve heranwagen. Bei den Punkten schwanke ich ein wenig, bleibe jedoch vorerst zurückhaltend und möchte dennoch eine Empfehlung für den Film aussprechen: 7/10 Punkte.

Designated Survivor – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 3)

Auch seit ich ein Netflix-Abo habe, hat sich mein Serienkonsum nicht verändert. Immer noch kein Binge-Watching, nur die Quelle ist eben eine andere geworden. Nachdem ich mit „Dark“ in die Welt der Netflix-Eigenproduktionen eingestiegen bin, stand mit „Designated Survivor“ eine (zumindest zunächst) klassische Network-Serie auf dem Programm. Das bedeutet auch deutlich längere Staffeln, weshalb sich die Sichtung beinahe zwei Monate hingezogen hat. Warum es sich durchaus lohnen kann, der Serie eine Chance zu geben, lest ihr in der folgenden Besprechung… 🗳

Designated Survivor | © ABC & Netflix

Designated Survivor | © ABC & Netflix

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Nordwand (2008)

Nach meinem Halbmarathon war ich heute ziemlich ausgefroren. Davon wurde auch die Filmwahl beeinflusst und ich habe mit „Nordwand“ zu einem Bergsteigerfilm gegriffen, der die Protagonisten ebenfalls in eisige Kälte versetzen sollte. Ob die deutsche Produktion mit historischem Hintergrund zu überzeugen wusste? 🏔

Nordwand (2008) | © Majestic

Nordwand (2008) | © Majestic

Es muss nicht immer der Everest sein

Ich liebe Bergsteigergeschichten. Besonders „Everest“ ist mir positiv in Erinnerung geblieben, doch auch Dokumentarfilme, wie „The Summit“, wissen mich zu begeistern. Nun also die deutsche Variante, die ihren US-Pendants in Sachen Inszenierung in nichts nachsteht. Ich konnte die eisige Kälte beinahe spüren und habe mit den Figuren mitgelitten. Regisseur Philipp Stölzl hat sich anscheinend stark von Kevin Macdonald beeinflussen lassen, da er dessen Dokudrama „Sturz ins Leere“ so beeindruckend fand. Und das sieht man: „Nordwand“ hat alles, was ein Bergfilm braucht und stellt die eisigen Szenen an der Eiger-Norwand wunderbar in Kontrast mit dem sicheren und gemütlich wirkenden Hotel, von dessen Terrasse aus die Gäste das Drama verfolgen.

Auch inhaltlich konnte mich „Nordwand“ überzeugen: Ein Bergsteigerdrama in der NS-Zeit zu inszenieren birgt so ganz eigene Herausforderungen und Stölzl ist sichtlich bemüht, Toni Kurz (Benno Fürmann) und Andreas Hinterstoißer (Florian Lukas, u.a. „Weissensee“) nicht als Helden oder Marionetten des Nazi-Regimes darzustellen. Auch fand ich es eine interessante Wahl, eben keine erfolgreiche und gefeierte Besteigung zu inszenieren, sondern sich bewusst für die Katastrophe zu entscheiden. Ja, das ist auch in Filmen wie „Everest“ der Fall,  doch entspinnt sich in diesen die Katastrophe erst nach dem erfolgreichen Gipfelsturm. Im Kontrast dazu wird hier die Nordwand nur bis zur Hälfte bestiegen und auch die Todesfälle sind weniger spektakulär als tragisch. Der Film wirkt dadurch eher klein und persönlich. Einzig die etwas forciert wirkende Liebesgeschichte hätte Stölzl ein wenig straffen können.

Fazit

„Nordwand“ überzeugt als historisches Bergsteigerdrama aus deutschem Lande. Inszenatorisch beeindruckend und wirklich packend erzählt. Freunde des Genres sollten auf jeden Fall einen Blick riskieren: 8/10 Punkte.

Kevin: Allein zu Haus – OT: Home Alone (1990) (WS1)

Nicht einmal mehr zwei Wochen bis Weihnachten. Eine turbulente Zeit. Gerade in diesem Jahr. Deshalb ist es umso wichtiger, kleine Highlights in den Alltag zu integrieren und unsere Filmabende sind zweifellos Highlights. Heute habe ich meine Kinder mit einem der Klassiker meiner eigenen Kindheit vertraut gemacht und war gespannt, wie „Kevin: Allein zu Haus“ auf die neue Generation wirken würde… 🏠

Kevin: Allein zu Haus (1990) | © 20th Century Fox

Kevin: Allein zu Haus (1990) | © 20th Century Fox

Ein wahrhaftiger Weihnachtsklassiker

In den letzten Wochen haben wir schon immer mal wieder den Trailer geschaut, was die Vorfreude bei den Kids nur gesteigert hat. Für mich auch um zu testen, ob sie den immerhin erst ab 12 Jahren freigegebenen Film auch vertragen würden. Aufgrund der unzähligen Slapstick-Einlagen wurde die Bedrohung durch die Einbrecher relativiert, was mich in meinem Plan bestätigte. Tatsächlich fanden die Kinder den Film auch famos und haben so viel gelacht, wie selten zuvor. Ein wenig gruselig fanden sie zu Beginn den mysteriösen Nachbarn und vor allem die Vogelspinne, was lustig ist, denn auch ich habe mir als Kind am meisten Sorgen gemacht, wo sich diese den Film über versteckt hält. Die feuchten Banditen sind dagegen so überzogen gezeichnet, dass man sie in keiner Szene als wirkliche Bedrohung wahrnimmt.

Auch wenn ich dies bereits bei meiner letzten Sichtung vor 8 Jahren festgestellt hatte, so war ich doch wieder überrascht, wie kurz die eigentliche Belagerungssituation doch eigentlich ist. Knappe 20 Minuten muss sich Kevin mit den Banditen herumschlagen. Davor erleben wir pures Familienchaos, was ein großartiger Kontrast zur ruhigen Einsamkeit danach ist, pure kindliche Freude und emotionale Momente. Die Szene zwischen Marley und Kevin in der Kirche ist wirklich herzerwärmend und für mich auch der Kern des Films. Doch auch das finale Slapstick-Feuerwerk ist immer noch ein großer Spaß. Am erstaunlichsten ist jedoch, dass trotz all dem Trubel die Weihnachtsatmosphäre nicht zu kurz kommt. Natürlich die sehr amerikanisierte Weihnachtsatmosphäre, aber da ich mit diesen Filmen aufgewachsen bin, verbinde ich damit auch unser Weihnachten. Gerade dieses Jahr ein schönes Gefühl.

Fazit

Die heutige Sichtung war für mich etwas Besonderes. Obwohl der Tag davor stressig und angespannt war, haben wir uns alle sehr auf den Film gefreut und konnten dabei wunderbar abschalten. Chris Columbus, John Hughes, John Williams und Macaulay Culkin haben damit einen echten Klassiker geschaffen, der bestimmt nicht zum letzten Mal über den Bildschirm geflimmert ist. Doch nun geht es erst einmal nach New York. Beste Unterhaltung zur Weihnachtseinstimmung: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm