John Rambo – OT: Rambo (2008)

Der letzte Urlaubstag stand heute erneut im Zeichen des Aufräumens und Ausmistens. Dabei sind so einige Schätze ans Tageslicht gekommen. Am Abend wollte ich, nachdem alle im Bett waren, nur noch Abschalten und habe somit „John Rambo“ in den Player geschoben. Damit kenne ich nun endlich jeden Film des Franchises, das ich erst im Frühling diesen Jahres begonnen habe nachzuholen…

John Rambo (2008) | © Warner Home Video

John Rambo (2008) | © Warner Home Video

Ein alter Mann metzelt sich durch den Dschungel

Sieht man einmal vom großartigen ersten Teil ab, war die Reihe bisher geprägt von dummen Sprüchen und sinnloser Gewalt. Etwas Ähnliches erwartete ich auch von der verspäteten Rückkehr der 80er-Jahre-Ikone. Die hier gezeigt Gewalt ist jedoch noch einmal einige Stufen brutaler und vor allem grimmiger geworden. Zudem ist uns der Konflikt in Burma bzw. Myanmar heute viel näher als der Vietnamkrieg, den wir nur aus Geschichtsbüchern kennen. Spätestens mit Auftritt der Söldnertruppe, kommt aber dennoch wieder das Gefühl eines 80er-Jahre-Actionstreifens auf, was in Kombination für eine seltsame Mischung sorgt.

Mit nur gut 80 Minuten Laufzeit (ohne Abspann), ist „John Rambo“ knackig erzählt und hält sich nicht lange mit Dialogen oder Füllszenen auf. Große Teile des Films, genauer gesagt die gesamte Befreiungsaktion, haben mich stark an „Rambo 2: Der Auftrag“ erinnert. Die übertriebene Action und das reihenweise Abschlachten von allen möglichen Kämpfern, hat den Film näher an „Rambo 3“ verortet. Die letzte Szene bildet dann sogar die Klammer zum ikonischen „First Blood“. Von allem etwas, ohne jedoch auch nur annähernd die Bedeutung oder Kraft des ersten Teils zu erreichen. Auch die Botschaft, dass letztendlich nur Waffengewalt etwas ausrichten kann, wurde viel zu platt vorgetragen und ist zudem auch nicht mehr zeitgemäß. Doch schließlich ist das hier „John Rambo“. Was will man da schon erwarten?

Fazit

Wie bereits bei den vorangegangenen Fortsetzungen, hatte ich durchaus meinen Spaß an der actionreichen Geschichte. Ob ich mich mit der Kombination aus ernsthafter Gewalt, markigen Sprüchen und fast schon comichafter Eskalation aber so wirklich anfreunden kann? Die letzte Szene hat mich dann doch versöhnlicher aus dem Film gehen lassen, als ich das zuvor vermutet hätte. Und ja, die Befreiungsaktion war spannend und die Action durchaus mitreißend. Insgesamt aber ein wenig zu unentschlossen, was den Erzählton angeht: 6/10 Punkte.

Pixels (2015)

Heute haben wir zum ersten (und vermutlich auch einzigen) Mal in diesen Ferien etwas unternommen: Wir waren mit Freunden im Indoor-Spielplatz und die Kids hatten Zeit nach Lust und Laune zu toben. Am Nachmittag ging dann unser Projekt Keller weiter, was uns am Abend ganz schön platt auf das Sofa fallen ließ. Mit „Pixels“ fiel die Wahl deshalb auf einen Film, der nicht sonderlich viel Aufmerksamkeit erfordern dürfte…

Pixels (2015) | © Sony Pictures

Pixels (2015) | © Sony Pictures

Knallbuntes Popcorn-Kino in Pixelform

Ich kann mit Adam Sandler nicht sonderlich viel anfangen. Allerdings hat mich die Idee hinter „Pixels“ zu sehr gereizt, als dass ich den Film hätte ignorieren können. Leider waren die Kritiken allesamt ziemlich unterirdisch, so dass ich mich auf das Schlimmste eingestellt habe. Und was soll ich sagen? Ich kann das nicht wirklich nachvollziehen. Sicher reitet der Film die Nerd-Retro-Welle ziemlich tot, doch damit ist er ja in bester Gesellschaft. Auch der Humor ist bei Weitem nicht so zotig, wie ich das von einem Adam-Sandler-Film befürchtet hätte. Vielleicht liegt das auch daran, dass mit Chris Columbus ein sehr erfahrener Regisseur im Genre der Familienfilme (z.B. „Kevin: Allein zu Haus“) am Werk war. Der Film ist immer noch sehr überzogen und der Humor flach, doch konnte ich mich durchaus an der Absurdität erfreuen.

Beim Erscheinen im Jahr 2015 war es vermutlich einfach zuviel für die Zuschauer, dass Kevin James (Doug aus „The King of Queens“) den US-Präsidenten spielt. Aus heutiger Sicht wirkt das leider schon gar nicht mehr so absurd. „Pixels“ nimmt sich hier nicht sonderlich ernst und spielt seine absurde Prämisse komplett aus. Natürlich sind es gerade die jahrelang verachteten Nerds, die am Ende den Tag retten. Und die heißen Frauen abbekommen. Klar. Endlich zahlt es sich aus, die gesamte Jugend mit Videospielen verbracht zu haben. Boom. Das alles wird aber so überzogen dargestellt (besonders herrlich ist Peter Dinklage als Fireblaster), dass man die Geschichte einfach nicht ernst nehmen kann. Aber vielleicht war dieser unstete Ton (stets schwankend zwischen Familienfilm, platter Komödie und Nerd-Fest) auch das Problem des Films.

Fazit

Auch wenn „Pixels“ bei Weitem kein großes Kino ist, so hatte ich doch viel Spaß damit. Er ist teils sehr liebevoll gemacht (z.B. das 8-Bit-Outro) und bietet rasante Action-Szenen mit netten (aber stets offensichtlichen) Referenzen. Den Hass, den man aus einigen Besprechungen herausliest, kann ich nicht nachvollziehen. Einfach eine nette Actionkomödie mit ungewöhnlichem Setting: 6/10 Punkte.

Rambo 3 – OT: Rambo III (1988)

Nach einem anstrengenden Samstag mit morgenlichem Lauf und dem letzten Sommerfest im Kindergarten, waren wir abends noch ein wenig auf der Terrasse gesessen, bevor meine bessere Hälfte von Müdigkeit übermannt wurde. Das führte dazu, dass ich um 21:30 Uhr mit „Rambo III“ tatsächlich noch einen Film einlegte. Ob das eine gute Idee war, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Rambo III (1988) | © STUDIOCANAL

Rambo III (1988) | © STUDIOCANAL

„God would have mercy. He won’t.“

Nachdem ich „Rambo 2: Der Auftrag“ gesehen hatte, erwartete ich mir von der direkten Fortsetzung ein ziemliches Trash-Fest. Der berühmte Dialog rund um das blau leuchtende Licht war mir im Vorfeld schon bekannt und ich erwartete mir mehr in dieser Richtung. Tatsächlich ist „Rambo III“ aber eine konsequente Weiterentwicklung des Vorgängers, was sich hauptsächlich in der gesteigerten Action und den Schauwerten niederschlägt. Peter MacDonalds Film sieht teuer aus und bringt Hochglanzbilder in das Franchise. Von Trash ist nicht viel zu sehen, wenngleich Action und Handlung noch stumpfer sind als die des Vorgängers. Rambos Sprüche und die gesamte Darstellung Afghanistans ist unfassbar 80er. Spätestens jetzt ist die Filmreihe dort angekommen, wo man sie in der Popkultur auch stets verortet – und dem famosen „First Blood“ damit unrecht tut.

Ich mag weiterhin die klassische und handgemachte Inszenierung, gerade wenn es nicht an jeder Ecke explodiert. Rambos Infiltration des russischen Forts ist wohl das Highlight des Films – und man kann schon verstehen, warum sich „Hot Shots! Der zweite Versuch“ hauptsächlich auf diese Filmreihe als Quell für Klischees stützt. Gegen Ende wurde mir das Geballer dann auch leider zu viel und ich war nicht mehr in der Handlung involviert. Das ist schade und eigentlich eine typische Krankheit heutiger Filme. Viel hilft eben manchmal doch nicht viel.

Fazit

Auch „Rambo III“ macht Spaß, wenn man vergessen kann, dass ein amerikanischer Einzelkämpfer mal eben so Afghanistan aufräumt. Als Zeitdokument der späten 80er Jahre betrachtet, ist der Film nach wie vor unterhaltsam. Eben gerade aufgrund seiner Wirkung auf die Popkultur: 6/10 Punkte.

Rambo 2: Der Auftrag – OT: Rambo: First Blood Part 2 (1985)

Eine kurze, aber knackige und anstrengende Woche liegt hinter mir. Während sich meine Frau auswärts vergnügt, habe ich mir mit „Rambo 2: Der Auftrag“ die passende Unterhaltung ins Wohnzimmer geholt. Zumindest konnte ich damit, nach dem immer noch imposanten ersten Teil, eine weitere filmische Lücke schließen…

Rambo 2: Der Auftrag (1985) | © STUDIOCANAL

Rambo 2: Der Auftrag (1985) | © STUDIOCANAL

„To survive a war, you gotta become war.“

Ich wusste schon im Vorfeld, dass ich hier eine ganz andere Art von Film zu sehen bekomme, als es noch der Vorgänger aus dem Jahr 1982 war. War dieser eher ein dramatischer Überlebenskampf mit durchaus kritischen Tönen, präsentiert sich die Fortsetzung als stumpfer Actionfilm – mit so ziemlich genau dem Rambo, den man auch immer im Kopf hat, wenn man an die Filmreihe denkt. Das Drehbuch, spannenderweise von Sylvester Stallone und James Cameron(!) geschrieben, hält sich nicht lang mit Logik oder Charakteren auf, sondern setzt voll und ganz auf kernige Sprüche, die Inszenierung John Rambos als Einzelkämpfer und übertriebene Action.

Aus heutiger Sicht ist der Film kaum noch ernst zu nehmen: Die stereotype Darstellung der vietnamesischen und russischen Gegenspieler grenzt schon an Karikatur und die Kritik am System bleibt, bis auf ein paar platte Sprüche, beinahe völlig auf der Strecke. Nein, ein objektiv guter Film ist „Rambo 2: Der Auftrag“ wahrlich nicht. Allerdings besitzt er einen gewissen 80er-Jahre-Charme und so manche unterhaltsame Actionszene. Wenn man damit aufgewachsen ist, mag „Rambo: First Blood Part 2“ durchaus Kultstatus besitzen. Für neue Zuschauer ist er zumindest immer noch ein unterhaltsames Zeitdokument.

Fazit

Auch wenn „Rambo 2: Der Auftrag“ speziell inhaltlich ziemlich versagt, so ist er doch kompetent inszeniert und bietet über 90 Minuten beinahe schon nostalgische 80er-Jahre-Action. Kann und sollte man heute nicht mehr ernst nehmen, doch als Blick in die Vergangenheit des Actionkinos macht er selbst 33 Jahre nach dem Erscheinen noch eine gute Figur: 6/10 Punkte.

Star Wars: Die letzten Jedi – OT: Star Wars: The Last Jedi (2017)

Aktualisierung: Ich habe „Star Wars: Die letzten Jedi“ am 14. Oktober 2022 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nachdem ich am Freitag relativ spontan meinen Eindruck zum Vorgänger aufgefrischt hatte, saß ich gestern Nachmittag im Kino und habe mir „Star Wars: Die letzten Jedi“ tatsächlich noch auf der großen Leinwand angesehen. Die Kinder haben bei den Großeltern übernachtet, weshalb wir danach noch gemütlich Essen gehen konnten und einfach einen wundervollen Abend hatten. Wie groß der Anteil des Films daran war, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Star Wars: Die letzten Jedi (2017) | © Walt Disney

Star Wars: Die letzten Jedi (2017) | © Walt Disney

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The Great Wall (2016)

Ich war gerade dabei, mich etwas unentschlossen vor das Filmregal zu stellen, da schaute ich noch durch mein Feedly und entdeckte auf dem Medienjournal eine Besprechung von „The Great Wall“. Da der Film bei mir ungesehen im Regal stand, nahm ich das als Wink des Schicksals, packte die 3D-Brillen aus und begab mich ins China der Song-Dynastie…

The Great Wall (2016) | © Universal Pictures Germany GmbH

The Great Wall (2016) | © Universal Pictures Germany GmbH

Monster, Pfeile und Matt Damon

Da uns der Tag (und mir zudem noch der 7-Kilometer-Lauf) in den Knochen steckte, schien der Fantasy-Action-Kracher genau das Richtige für einen entspannten Filmabend zu sein. Und so war es dann auch: Toll anzusehende Landschaftsaufnahmen (ganz besonders in 3D) läuten den Film ein und ehe man sich versieht, steht man mit Matt Damon und Co. auch schon vor der der Chinesischen Mauer. Dann geht es Schlag auf Schlag und wir werden in einen Kampf gegen unzählige fiese Monster geworfen, bei dem kein Stein auf dem anderen bleibt. Das alles ist sehr turbulent inszeniert und unterhaltsam anzusehen. Speziell die einzelnen Kampftaktiken wirken durchaus innovativ und geben uns ein Gefühl für diese Welt. Leider ist dies auch bitter nötig, denn in den Dialogszenen ist davon nicht mehr viel zu spüren.

Die Stärke des Films liegt ganz eindeutig in seiner audiovisuellen Opulenz und den mitreißenden Kampfszenen. Die Charaktere (u.a. auch Willem Dafoe) bleiben dagegen leider sehr blass und die Geschichte ist zu vernachlässigen. Matt Damon macht seine Sache als Söldner gut, der sich in dieser fremdem Welt zurechtfinden muss und dabei über sich hinauswächst. Besonders hat mir gefallen, dass die Dialogszenen in Mandarin nicht übersetzt waren und man somit noch mehr in das Setting eingetaucht ist. Überhaupt hätte ich gerne mehr über die Hintergründe erfahren, doch das hat man in dem Drehbuch wohl leider nicht vorgesehen.

Fazit

„The Great Wall“ ist, wie zu erwarten, ein bombastischer Actionfilm mit schönen Bildern und nur wenig Substanz. Das stört aber auch nicht, denn für die mal eben 90 Minuten Laufzeit bietet er gute Unterhaltung und nette Monsterkämpfe. Insofern kann ich mich guten Gewissens bei Wulfs Einschätzung einreihen: 6/10 Punkte.

Anaconda (1997)

Nach einer sehr anstrengenden Arbeitswoche, durch die ich mich mehr schlecht als recht mit einer fiesen Erkältung geschleppt habe, stand heute der Kindergeburtstag unseres Zwergofanten auf dem Programm. Danach war ich so durch, dass ich fast im Kinderzimmer eingeschlafen wäre. Dennoch wollte ich unbedingt noch einen Film schauen und habe mich mit „Anaconda“ für das anspruchsloseste Werk entschieden, das ich im Regal finden konnte:

Anaconda (1997) | © Sony Pictures Home Entertainment

Anaconda (1997) | © Sony Pictures Home Entertainment

Wenn Jon Voight mit der Schlange tanzt

Luis Llosas Film ist kein Unbekannter. Bereits vor 20 Jahren habe ich ihn im Kino gesehen. 20 Jahre. Unfassbar. Ich konnte mich an nicht mehr viel erinnern und überlasse die Zusammenfassung deshalb lieber Filmschrott, der wie immer sehr unterhaltsam die Höhepunkte des Films wiedergibt. Ich dagegen konzentriere mich lieber auf die Wirkung dieses Tierhorror-Streifens: Der Film ist so unglaublich 90er, dass es schon fast erschreckend ist. Man ist ja inzwischen die Filmästhetik der 80er gewöhnt, doch auch das Jahrzehnt danach kann aus heutiger Sicht ganz schön angestaubt und seltsam wirken. Hat man wirklich ernsthaft solche Frauenfiguren geschrieben? Und was haben sich eigentlich Jon Voight und Owen Wilson bei ihren Darbietungen gedacht?

Fast schon positiv überrascht war ich dagegen von den Effekten, da Luis Llosa glücklicherweise nicht vollständig auf CGI setzt, das aus heutiger Sicht leider kaum noch zu ertragen ist, sondern tatsächlich viel mit Modellen arbeitet. In diesen Szenen macht der Film wirklich Spaß, wenngleich der Horror, der von der titelgebenden Anaconda ausgeht, auch nicht besonders erschreckend ist. Das hatte ich mir aber schon 1997 gedacht – und damals wie heute war es dem Unterhaltungswert glücklicherweise kaum abträglich.

Fazit

Nein, „Anaconda“ ist kein guter Film. Wer auf Tierhorror steht und einmal sehen möchte, was in den 90er Jahren – neben den großen Produktionen – im Kino so gang und gäbe war, der kann hier ruhig einmal reinschauen. Ich hatte meinen Spaß damit, wenngleich ich auch bezweifle, den Film in den nächsten 20 Jahren noch recht häufig zu sehen: 6/10 Punkte.

Crimson Peak (2015)

Halloween! Zeit für den jährlichen Horrorfilm (letztes Jahr gab es übrigens „The Visit“). Es ist ja nicht so, dass ich mich nur einmal im Jahr dem Horror-Genre zuwende, doch an diesem Termin ist die Sichtung Pflicht – und dieses Mal hatte ich euch um Hilfe bei der Entscheidung gebeten:

Wie ihr seht, ist die Wahl auf „Crimson Peak“ gefallen, auf den ich spätestens seit meiner Lektüre von „Cabinet of Curiosities: My Notebooks, Collections, and Other Obsessions“ extrem Lust hatte. Ob er meine Erwartungen erfüllen konnte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Crimson Peak (2015) | © Universal Pictures Germany GmbH

Crimson Peak (2015) | © Universal Pictures Germany GmbH

Ein zum Leben erwachter Schauerroman

Während der ersten halben Stunde war ich noch davon überzeugt, mit „Crimson Peak“ eine neue Genre-Liebe entdeckt zu haben. Ich mochte die schwülstige Inszenierung, den leisen Humor und die Charaktere allesamt sehr gerne. Einzig die ersten Geistererscheinungen konnten mich nicht sonderlich überzeugen. Doch der Rest? Wahrlich famos! Und wie bereits Hauptfigur Edith Cushing (Mia Wasikowska) zu berichten wusste: ‚Ghosts are metaphors for the past.‘ Folglich hatte ich mich schon darauf eingestellt, weniger einen Gruselfilm zu sehen, als eine schaurige Romanze mit Horror-Anleihen. Und der Weg, den Guillermo del Toro zu beschreiten schien, konnte mich wirklich überzeugen.

Auch mit dem Wechsel des Schauplatzes von Amerika in ein verlassenes Herrenhaus nach England, wusste „Crimson Peak“ audiovisuell noch einmal alle Register zu ziehen. Fast schon übertrieben schaurig präsentiert Guillermo del Toro das viktorianische Anwesen, so dass man sich jeden Frame am liebsten an die Wand hängen würde. Überstilisiert und einfach wunderbar anzusehen. Doch was ist mir der Geschichte? Hier konnte mich der Film leider nicht überzeugen. Zwar mochte ich die düstere Romanze, die den Kern bildet, doch leider ist die Handlung so simpel gestrickt und ohne Überraschungen inszeniert, dass ich irgendwann nicht mehr mit den Figuren mitfühlen konnte. Das große Slasher-Finale gegen Ende war dann zwar nett anzusehen, doch hat es nicht zum stimmungsvollen Aufbau zuvor gepasst. Wirklich schade, denn nach dem famosen Einstieg bleibt nicht viel mehr als heiße Luft.

Fazit

Leider konnte „Crimson Peak“ meine an ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Er sieht fantastisch aus und hört sich toll an, doch unter der schönen Oberfläche ist nicht wirklich viel zu holen. Er ist weder gruselig, noch konnte mich die Liebesgeschichte überzeugen. Da helfen leider auch Jessica Chastain und Tom Hiddleston nicht. Gerne hätte ich den Film mehr gemocht, doch so bleibt am Ende nur eine schöne Hülle. Wer nun dennoch neugierig ist, kann ruhig einmal reinschauen: 6/10 Punkte.

Bastille Day (2016)

Kürzlich habe ich noch darüber gesprochen, warum ich auf ein Medium gepresste Filme dem Stream gegenüber vorziehe, und dass mein Stapel ungesehener Blu-rays viel zu hoch geworden ist. Gestern habe ich all das jedoch ignoriert und mich für den Action-Thriller „Bastille Day“ entschieden, den man sich (wohlgemerkt im korrekten Bildformat) auf Amazon Prime ansehen kann. Ob sich der Ausflug nach Paris gelohnt hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Zwei Amerikaner in Paris

Auf „Bastille Day“ wurde ich vor allem aufgrund von Idris Elba aufmerksam. Seine Hauptrolle in der TV-Serie „Luther“ hat den Schauspieler nach „The Wire“ erneut auf meinen Radar gebracht und ich war gespannt, wie er sich in einem typischen Action-Thriller schlägt. Gerüchte um Elba als James Bond halten sich hartnäckig bereits seit Jahren und man könnte den europäisch-amerikanischen Thriller fast schon als sein Bewerbungsvideo für die Rolle sehen, zumindest wenn man den durch Jason Bourne inspirierten Stil als Referenz nimmt. Anfangs war es ziemlich gewöhnungsbedürftig Elba nach „Luther“ amerikanisches Englisch sprechen zu hören. Auch sein Co-Star Richard Madden (bekannt als Robb Stark aus „Game of Thrones“) wurde als Amerikaner besetzt, obwohl er eigentlich Schotte ist. Was die Besetzung angeht, kann man dem Film keine Vorwürfe machen und sowohl Elba als auch Madden zeigen sich äußerst spielfreudig.

Auf inhaltlicher Seite ist „Bastille Day“ deutlich schwächer aufgestellt und gerade gegen Ende zerfasert der Film in einen 08/15-Actioner mit comichaftem Bösewicht und an den Haaren herbeigezogenem Plot. Gerade aufgrund der jüngsten Anschläge fand ich es dennoch dem Unterhaltungswert zuträglich, dass am Ende eben doch nicht der Kampf gegen den Terror thematisiert wurde. Ob die Darstellung der französischen Politiker und Polizisten als komplett korrupt dagegen so nötig gewesen wäre, wage ich zu bezweifeln. Der Film macht jedoch nie einen Hehl aus seinen Action-Wurzeln und er nimmt sich deutlich weniger ernst als z.B. „96 Hours“, was vor allem der Buddy-Movie-Dynamik zwischen Idris Elba und Richard Madden geschuldet ist.

Fazit

Wenn ihr euch für 90 Minuten gut unterhalten lassen wollt und einen anspruchslosen Actioner sucht, dann kann ich euch „Bastille Day“ durchaus ans Herz legen. Er ist auf jeden Fall gelungener als der x-te Aufguss von „Taken“ und hat zudem zwei frische Schauspieler zu bieten. Kein Film, der länger im Gedächtnis bleibt, doch bietet er für die Dauer seiner Laufzeit genau das richtige Maß an Unterhaltungswert: 6/10 Punkte.

Die City-Cobra – OT: Cobra (1986)

Nach einer sehr intensiven Arbeitswoche war ich heute wirklich froh, mich ins wohlverdiente Wochenende verabschieden zu können. Die Frau ist unterwegs, die Kinder im Bett. Was also mit der gewonnenen Zeit anfangen? Richtig, mit „Die City-Cobra“ einen mir noch unbekannten Action-Kracher der 80er anschauen. Was Sylvester Stallone angeht habe ich ohnehin noch einiges nachzuholen…

Ach, wie herrlich simpel ist doch das Action-Kino der 80er Jahre. Keine Grauzone, kein doppeltes Spiel. Es reicht ein markiger Held mit dem stets passenden Oneliner auf den Lippen. Dazu eine entsprechende Ästhetik und Synthie-Score, der sich auch einmal in Power-Balladen entladen darf. Brigitte Nielsen gibt das ungewohnt hilflose Opfer und Sylvester Stallone darf den reaktionären Einzelkämpfer mimen. Die Geschichte rund um den mörderischen Kult ist zudem so flach, dass man diesen Aspekt des Films wirklich nicht ernst nehmen kann. Spaß macht das Werk dennoch.

Ich mochte die Atmosphäre des Films und die herrlich naiven Versatzstücke der 80er, die in „Cobra“ verarbeitet werden. Ernst nehmen kann man das alles aus heutiger Sicht ohnehin nicht mehr. Kein Thrill, keine Spannung, nur das anachronistische Wohlfühlen in dieser inzwischen schon 30 Jahre alten Filmwelt. Trotz des dämlichen Axt-Klapper-Kults schafft Regisseur George P. Cosmatos ein paar wirklich atmosphärische Bilder, welche die City der Cobra gekonnt einfangen. Auch hat mir die Interaktion zwischen den Charakteren Spaß gemacht. Und natürlich Cobras Technik Pizza zu schneiden.

Nein, ein wirklich gelungener Film ist „Die City-Cobra“ nicht. Aber vermutlich ist er heute besser als früher, kann man ihn in seinem überzogen reaktionären Ton einfach nicht mehr ernst nehmen. Ich für meinen Teil wurde dennoch weitgehend gut unterhalten und freue mich, diesen Kultfilm aus schummrigen Videotheken-Tagen endlich nachgeholt zu haben: 6/10 Punkte.