Repo Men (2010)

Nach unserer abenteuerlichen Lauf- und Fahrradrunde, war ich heute eigentlich zu platt für einen Film. Aber man will ja keinen Abend verschenken, weshalb ich „Repo Men“ in den Player geschoben habe. Der Film steht schon seit einer halben Ewigkeit auf meiner Liste und da ich die Blu-ray kürzlich für 2,99 Euro im Laden stehen sah, war es nun endlich an der Zeit. Ob der Preis für meine bis dato günstigste Blu-ray Disc dem Wert des Films entspricht?

Repo Men (2010) | © Universal Pictures Germany GmbH

Repo Men (2010) | © Universal Pictures Germany GmbH

Schnitzel, Schnetzel, Schabernack

Wie Stammleser inzwischen wissen sollten, liebe ich Dystopien. Egal ob „Soylent Green“ aus den 70ern oder „Gattaca“ aus den 90ern, das Genre hat es mir angetan. Auch die Rahmenhandlung von „Repo Men“ passt in diese Schiene, hält sie uns doch sozialkritisch einen Spiegel vor und reflektiert heutige Missstände durch überhöhte Sci-Fi-Elemente. Was soll da noch schiefgehen? Leider eine ganze Menge, denn Regisseur Miguel Sapochnik konzentriert sich leider auf ausgewalzte Actionszenen, die mit deftigen Gore-Einlagen angereichert sind. Dagegen habe ich normalerweise nichts, doch ist der Ton des Films so unfassbar zynisch und die Charaktere komplett verabscheuungswürdig, dass ich nicht wirklich am Fortgang der Geschichte interessiert war. Schade um die spannende Prämisse.

Mit Jude Law, Forest Whitaker und Liev Schreiber ist der Film exzellent besetzt und man merkt speziell Whitaker seine Spielfreude deutlich an. Wenn man sich doch nur etwas mehr auf die Handlung konzentriert hätte und weniger auf wildes Geschnetzel, dann hätte durchaus etwas daraus werden können. Die Optik der Welt ist nahezu 1:1 aus „Blade Runner“ übernommen (inklusive Werbe-Zeppelin mit Videotafel) und auch die anderen Sets wirken so, als hätte man sie schon dutzendfach gesehen. In einer unerträglich langen Montage inszeniert Sapochnik dann die Selbstverstümmelung unseres Liebespaares als Sexakt, was wohl unglaublich anspruchsvoll wirken soll, letztendlich aber nur anstrengend und gewollt ist. Spätestens beim darauffolgenden Happy Ende hatte ich mich schon darauf eingestellt, den Film komplett zu verreißen, doch das tatsächliche Finale hat dann doch wieder perfekt zum Rest des Filmes gepasst. Ziemlich gelungen, das muss ich leider zugeben.

Fazit

Es ist schwierig mit „Repo Men“. Die Prämisse finde ich nach wie vor faszinierend, es macht Spaß den Schauspielern zuzusehen und auch optisch hat der Film einiges zu bieten. Leider konnte ich mich mit dem zynisch-bösartigen Ton nicht so wirklich anfreunden und in nur wenigen Szenen funktionierten die satirischen Aspekte für mich. Das Ende fand ich dann aber doch wieder sehr gelungen, was die zuvor gesehene, ungare Mischung aus Blut, Action und fehlgeleitetem Humor aber auch höchstens auf Mittelmaß anhebt: 5/10 Punkte.

Luther – Season 1 to 4

Nachdem ich letzte Woche bei meinem Interview in der Sendung Trackback auf Radio Fritz noch von „Luther – Season 1 to 4“ erzählt habe, bin ich inzwischen auch durch mit meiner Sichtung. Wie es sich für eine BBC-Serie gehört, ist die Episodenzahl pro Staffel begrenzt und Qualität steht vor Quantität. Nicht nur deshalb erinnert „Luther“ teils an den BBC-Hit „Sherlock“, der ebenfalls einen genialen Ermittler porträtiert. Man merkt sofort, dass man eine britische Serie schaut, unterscheiden sich sowohl der Ton der Erzählung als auch die formalen Aspekte doch deutlich von den US-Pendants. Was „Luther“ sonst noch zu bieten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

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Predators (2010) (WS1)

Nach einer unfassbar anstrengenden Woche liegt ein vollgestopftes Wochenende vor mir, bevor es kommende Woche auch wieder so richtig rund geht. Puh. Da ich heute Abend Strohwitwer bin, habe ich mit „Predators“ sogleich für die richtige Art von Entspannung gesorgt. Charaktere und Action wie aus den 80er Jahren, ein völlig sinnbefreites Drehbuch und eines meiner Lieblingsmonster. Ob das reicht, um komplett abzuschalten und den Alltag hinter sich zu lassen?

predators-2010

Zugegebenermaßen wusste ich bereits von meiner Sichtung vor gut fünf Jahren was mich erwartet. Keine Überraschungen also, doch war ich gespannt wie Nimród Antals späte Fortsetzung wirkt, nachdem ich mit „Predator“ und „Predator 2“ die beiden ikonischen Vorgänger nach ganz frisch im Kopf habe. Der Film funktioniert. Sei es John Debneys Score, der es perfekt schafft Alan Silvestris Original fortzuführen oder das Dschungel-Setting, das natürlich sofort an den ersten Teil des Franchises erinnert. Diese Robert-Rodriguez-Produktion atmet den Geist der Vorgänger.

Meine Erinnerungen an den Film waren, was Details angeht, schon ziemlich verblasst und somit war ich überrascht neben Adrien Brody noch Walton Goggins („The Hateful Eight“), Topher Grace („That ’70s Show“) und Laurence Fishburne zu entdecken. Ein wirklich illustrer Cast, der sich durchaus spielfreudig den titelgebenden Predatoren gegenüberstellt. Diese sind natürlich die heimlichen Stars des Films und man bekommt ein paar neue Facetten zu sehen, wenngleich in dieser Hinsicht auch noch einiges mehr möglich gewesen wäre. Neben derber Action und schönen Landschaftsaufnahmen hat der Film dann leider doch nicht mehr so viel zu bieten.

Insgesamt hatte ich erneut sehr viel Spaß mit „Predators“, der eine wirklich gelungene Ergänzung des Franchises darstellt. Da ich mit der Reihe nun durch bin, werde ich mich demnächst wohl noch einmal an die beiden Crossover-Filme „Alien vs. Predator“ und „Aliens vs. Predator: Requiem“ heranwagen. Der Vollständigkeit halber. Wie ich mich kenne, dauert das ohnehin ein paar Jahre und ich kann zuvor hoffentlich Shane Blacks geplanten Reboot „The Predator“ im Kino bestaunen. Lust darauf hätte ich im Moment auf jeden Fall enorm: 7/10 Punkte.

Centurion (2010)

Nach dem turbulenten Geburtstag unseres Zwergofanten, freute ich mich heute auf einen ruhigen Fernsehabend. Auch wenn wir es verhältnismäßig früh auf die Couch geschafft haben, so war ich schon extrem müde und habe deshalb einen kurzen Film gewählt: Neill Marshalls „Centurion“ steht schon auf meiner Liste, seit er mich mich dem Schocker „The Descent“ nachhaltig beeindruckt hat. Ob er dies nun auch mit seinem Historienfilm geschafft hat, lest ihr in der folgenden Besprechung…

centurion

Zunächst einmal war ich sehr erfreut Michael Fassbender und Dominic West („The Wire“ und „The Affair“) in den Hauptrollen zu sehen. Beide Schauspieler sehe ich sehr gerne und war gespannt, auf welche Reise Marshall sie schickt. Wie auch der 2011er Film „Der Adler der neunten Legion“ steht hier das Schicksal eben jener römischen Legion im Mittelpunkt, die auf mysteriöse verschwunden ist. Marshall nimmt diese Prämisse her und inszeniert einen schnörkellosen Actionstreifen rund um Jäger und Gejagte. Die Inszenierung ist roh, die Bilder kühl und die Geschichte flach.

Ich mag es sehr, wie Marshall den Norden Großbritanniens einfängt und wie düster und dreckig der Look generell ist. Leider verwendet er in den Kampfszenen größtenteils eine ziemlich wackelige Handkamera, was düstere Erinnerungen an „Black Death“ weckt. Dennoch ist die Action wuchtig und man könnte fast meinen, dass sich Marshall mit diesem Film als Regisseur für die großen Schlacht-Episoden „Blackwater“ und „The Watchers on the Wall“ von „Game of Thrones“ empfohlen hat. Im Gegensatz zu diesen Episoden wirkt „Centurion“ doch nie wirklich episch, was ich der fehlenden Charakterzeichnung ankreide. Selbst Fassbenders Voice-over wirkt oft eher billig und deplatziert.

Insgesamt hat mir „Centurion“ durchaus Spaß gemacht, doch bleibt er letztendlich ein B-Movie mit seltsamem Erzählrhythmus und blutiger Action. Schade, dass sich Neil Marshall nach „Doomsday“ nicht wieder steigern konnte und dies vorerst sein letzter Kinofilm bleibt. Vielleicht ist er bei den großen Serien auch besser aufgehoben, denn bei diesen kann er sich voll und ganz auf die Action konzentrieren: 6/10 Punkte.

Dein Weg – OT: The Way (2010)

Nachdem ich heute den ganzen Tag ein Blockseminar gegeben habe, ist nicht nur meine Stimme nahezu komplett weg, es machte sich auch schon früh eine gewisse Müdigkeit bemerkbar. Auf einen Film wollte ich dennoch nicht verzichten: Die Wahl fiel letztendlich auf „Dein Weg“ von Emilio Estevez, der bereits seit mehreren Jahren auf meiner imaginären Liste der noch zu sehenden Filme steht. Ob das beinahe schon meditative Drama die richtige Wahl für solch einen müden Abend war?

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Es mag am Kaffee liegen, den ich erst zu später Stunde zu mir genommen habe, doch eingeschlafen bin ich tatsächlich nicht. Es bestand nicht einmal annähernd die Gefahr – und ich möchte dies dem Film zuschreiben, denn er hat mich gar wunderbar unterhalten. Meine langjährigen Leser wissen, dass Vater-Sohn-Beziehungen (siehe auch „Wish I Was Here“ oder „Beginners“ oder „About Time“) seit jeher einen Nerv bei mir treffen. Folglich ist es auch keine Überraschung, dass der auf zwei Ebenen mit der Vater-Sohn-Beziehung spielende „The Way“ mich berührt hat: Emilio Estevez hat die Rolle der Hauptfigur Tom für seinen Vater Martin Sheen, den ich spätestens seit „The West Wing“ liebe, geschrieben. Gleichzeitig verkörpert Sheen den Vater des auf dem Jakobsweg verstorbenen und von Emilio Estevez gespielten Daniel. Und man merkt diese persönliche Komponente in wirklich jeder Szene des Films.

Es wird viele Zuschauer geben, die den Film nicht ertragen können. Er strotzt nur so vor religiösen und spirituellen Untertönen, die letztendlich aber auch nur Untertöne sind und das Setting für vier ganz individuelle Geschichten bilden. Weiterhin passiert nicht viel in dem Film, sprich man beobachtet zwei Stunden lang Tom, wie er auf dem Jakobsweg unterschiedlichen Pilgern begegnet und sich langsam mit diesen anfreundet. Das muss man mögen. Und ich mochte es wirklich sehr. Man bekommt tatsächlich ein Gefühl für die Landschaft und die Art von Menschen, die sich auf solch eine Reise begeben. Weiterhin ist die Dynamik zwischen unseren vier Pilgern großartig und ich habe sehr gerne zwei Stunden meiner Zeit mit ihnen verbracht. „Dein Weg“ ist kein aufregender Film, aber ein kraftvoller.

Müsste ich etwas kritisieren, dann vermutlich die ein wenig beliebig wirkende Zusammenstellung des Soundtracks. Ebenso fügt sich nicht jede Episode perfekt in die Geschichte ein, doch das macht für mich auch den Reiz dieses Films aus. Spontane Begegnungen sind eben nicht immer perfekt. Am Ende war ich sogar richtig wehmütig, dass die Reise nun vorbei ist. Ich kann mir gut vorstellen, den Weg irgendwann noch einmal zu gehen: 8/10 Punkte.

The Middle – Season 2

Vor etwas mehr als eineinhalb Jahren Jahren habe ich in diesem Blog die erste Staffel dieser Serie besprochen. Mit „The Middle – Season 2“ gab es nun 24 weitere Episoden rund um die Familie Heck aus Indiana, welche mir erneut viel Freude gemacht haben, ohne dass jedoch der Funke vollends überspringen wollte…

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Im Grunde gibt es nahezu keine Unterschiede zwischen der ersten Staffel von „The Middle“ und dieser zweiten Staffel. Dies ist einerseits gut, andererseits aber auch ein wenig schade. Die Charaktere haben sich nicht weiterentwickelt und es gibt auch keine episodenübergreifenden Handlungsstränge. Man nimmt weiterhin am turbulenten Leben der Familie Heck teil, das meist ohne größere Highlights vor sich hinplätschert und dabei einfach nur nett und unterhaltsam ist.

Die Geschichten der einzelnen Episoden fand ich größtenteils sogar ein wenig gelungener, als die der ersten Staffel, doch stellte sich irgendwann eine gewisse Sättigung ein. Aufgrund des sehr langen Zeitraums, über den sich die Sichtung der Staffel gestreckt hat, ist dieser negative Faktor aber kaum ins Gewicht gefallen und ich hatte alle paar Wochen enorm viel Spaß mit den neuen Abenteuern der sympathisch-chaotischen Durchschnittsfamilie: 7/10 (7.4) Punkte.

An Idiot Abroad – Season 1 to 3

Ich liebe gut gemachte Reisedokus. Ob mit Stephen Fry die USA zu besuchen oder eine Motorradtour mit Charley Boorman zu unternehmen – ich bin stets gerne dabei, wenn sich sympathische Moderatoren auf Reise begeben. Mit „An Idiot Abroad – Season 1 to 3“ habe ich nun eine ganz andere Art von Reisedoku gesehen, welche aufgrund ihres speziellen Humors wohl nicht für jeden geeignet ist. Auch ich hatte so meine Einstiegsprobleme…

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Wer ist nur dieser Karl Pilkington, der von Ricky Gervais und Stephen Merchant („Extras“) um die Welt geschickt wird? Diese Frage ist wohl die zentrale, wenn man sich dieser Serie nähern möchte. Die beiden kreativen Köpfe hinter der originalen UK-Version von „The Office“ haben Pilkington bei den Aufnahmen zu einer Radiosendung kennengelernt – und sich sofort in ihn verliebt. Der Moderator und Produzent besitzt teils sehr abstruse Ansichten, die er auch gerne ungefiltert mit seiner Umwelt teilt. Gervais, Merchant und Pilkington haben zusammen bereits einen Podcast ins Leben gerufen, der letztendlich mit „The Ricky Gervais Show“ als TV-Show neu aufgelegt wurde. Mit „An Idiot Abroad“ steht nun erstmals Karl Pilkington selbst im Mittelpunkt, der von Gervais und Merchant auf Weltreise geschickt wird. Kann dieses Konzept aufgehen?

Während der ersten Episode wusste ich noch nicht so recht, was ich davon halten soll, doch schon bald ist der herbe Charme, den Pilkington ausstrahlt, auch auf mich übergesprungen. Natürlich kann man sich streiten, ob Karls Wesen tatsächlich so ist, wie er sich in der Show präsentiert, oder in gewisser Weise nur eine Rolle. Es gibt sogar Theorien, die nahelegen, dass es sich um eine Kunstfigur handelt, die von Gervais und Merchant geschrieben wurde. Soweit würde ich nicht gehen, jedoch bin ich mir sicher, dass sich Pilkongton der Wirkung seiner Äußerungen viel bewusster ist, als es hier inszeniert wird. Wenn man genau aufpasst, sieht man ihn sogar manchmal aus seinem Charakter ausbrechen. Für mich macht das die Show jedoch fast noch sympathischer.

Insgesamt beinhaltet die Serie drei Staffeln: In der ersten Staffel (8 Episoden) wird Karl alleine um die Welt geschickt, um die sieben Weltwunder zu besuchen. Während der zweiten Staffel (8 Episoden) darf er (s)eine Bucket List (Dinge, die er vor seinem Tod noch erleben möchte) abarbeiten. Im großen Finale (3 Episoden) bekommt er Warwick Davis an seine Seite gestellt, den Filmfreunde aus dem Fantasy-Klassiker „Willow“ oder als Ewok aus „Star Wars: Episode VI – Return of the Jedi“ kennen sollten. Dies gibt der Reise eine neue Dynamik und ich hätte gerne mehr als nur drei Episoden gesehen:

  1. „An Idiot Abroad – Season 2“ (8.3 Punkte)
  2. „An Idiot Abroad – Season 1“ (7.9 Punkte)
  3. „An Idiot Abroad – Season 3“ (7.7 Punkte)

Insgesamt hatte ich viel Spaß mit „An Idiot Abroad“, auch wenn man die Serie wohl nicht als klassische Reisedoku sehen sollte – und ein Sinn für teils absurden Humor ist Voraussetzung! Über die insgesamt 19 Episoden ist mir Karl Pilkington tatsächlich so stark ans Herz gewachsen, dass ich seine jüngste Serie „The Moaning of Life“ auch noch sehen will. Wie heißt es so schön? Mission accomplished: 8/10 Punkte.

One Tree Hill – Season 8

Nachdem ich über die Weihnachtszeit vermehrt Filme geschaut habe, hat sich die Sichtung von „One Tree Hill – Season 8“ über knapp einen Monat gezogen. Letztendlich ging es dann doch schneller als gedacht, da die Staffel in ihrem zweiten Drittel ungeahnte Qualitäten offenbarte. Was das im Detail bedeutet, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung.

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Nach der vorangegangenen Staffel hatte ich mit der Serie in meinem Kopf schon weitgehend abgeschlossen. Die Qualität hatte deutlich nachgelassen, doch der Unterhaltungswert war immerhin noch so hoch, dass ich aufgrund der lieb gewonnenen Charaktere und der bereits erworbenen Staffeln mehr aus Gewohnheit dabei geblieben bin. Eine Steigerung hätte ich niemals für möglich gehalten – und doch sollte sich eine solche schon bald abzeichnen: Die Autoren haben es irgendwie geschafft wieder mehr Leichtigkeit in die Serie zu bringen.

Man darf natürlich nicht den Fehler machen zu denken, dass die Serie an die Qualität der ersten vier Staffeln anknüpfen kann oder gar keine hanebüchenen Wendungen mehr besitzen würde – denn diese sind ausgeprägter denn je. Insgesamt empfand ich den Unterhaltungswert jedoch deutlich höher als im letzten Jahr. Durch Episoden wie „The Drinks We Drank Last Night“, „Holding Out for a Hero“ oder „Valentine’s Day Is Over“ haben die Autoren einfach Spaß mit den Charakteren: So erleben die Damen aus Tree Hill z.B. eine weibliche Version von „The Hangover“ oder dürfen à la „Kick-Ass“ Superheldinnen spielen.

Mit der unsäglichen Clip Show „Quiet Little Voices“ und aufgesetzt wirkenden Bezügen zu ehemaligen Hauptfiguren hat die Staffel jedoch einige Bonuspunkte auch wieder zunichte gemacht. Weiterhin hat sich das ursprünglich nette Coming-of-Age-Drama komplett in Richtung Soap Opera verschoben, was sich auch in Sachen Kameraarbeit und Ausleuchtung bemerkbar macht. Dennoch bietet „One Tree Hill“ auch im inzwischen achten Jahr ein paar schön inszenierte und musikalisch nett unterlegte Montagen.

Letztendlich bin ich durchaus zufrieden mit der Entwicklung der Serie, die nach anstrengenden Tagen stets noch genau das richtige Maß an Unterhaltung bietet, ohne dass man allzu aufmerksam sein muss. Auch das kann manchmal sehr angenehm sein. Ich bin mir übrigens sicher, dass das Staffelfinale „This Is My House, This Is My Home“ ursprünglich als Serienfinale geplant war, denn es bildet – trotz einiger aufgesetzter Verweise – einen schönen Rückbezug zur ersten Staffel. Im kommenden Jahr heißt es dann tatsächlich Abschied nehmen – und ich bin wirklich schon gespannt, welches Ende unsere Charaktere letztendlich erwartet: 7/10 (7.4) Punkte.

Hot Tub: Der Whirlpool… ist ’ne verdammte Zeitmaschine! – OT: Hot Tub Time Machine (2010)

Nachdem mich der wunderbare „Alles eine Frage der Zeit“ erst kürzlich mit einer ungewöhnlichen Zeitreisegeschichte begeistern konnte, habe ich diesem Subgenre mit „Hot Tub: Der Whirlpool… ist ’ne verdammte Zeitmaschine!“ (so der dämliche deutsche Titel) erneut einen Besuch abgestattet. Aufgrund durchwachsener Kritiken waren meine Erwartungen nicht allzu hoch, was letztendlich genau die richtige Einstellung für die Sichtung dieses Films sein sollte…

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Die Prämisse des Films ist so dämlich, dass man sich auch genau auf dieses Niveau einstellen sollte: Drei Jugendfreunde in ihren 40ern landen zusammen mit dem Neffen der Hauptfigur in den 80ern nachdem sie eine wilde Nacht in eine Whirlpool verbracht haben, der sich als Zeitmaschine entpuppt hatte. Wow. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. „Hot Tub Time Machine“ (so der ungleich gelungenere Originaltitel) scheint sich seiner Albernheit durchaus bewusst zu sein und inszeniert die Ausgangssituation entsprechend abgefahren, z.B. tritt 80er Jahre Comedy-Star Chevy Chase (u.a. „Schöne Bescherung“) als ominöser Zeitmachinentechniker auf. Herrlich! Weiterhin ist die Dynamik zwischen den vier Zeitreisenden so völlig neben der Spur, dass man den Film einfach nicht ernst nehmen kann.

Die 80er Jahre werden in all ihren Klischees wunderbar dargestellt: ob Musik, Kleidung oder popkulturelle Referenzen – man fühlt sich in eine überstilisierte Version dieser Epoche zurückversetzt. Großartig fand ich zudem den Auftritt Crispin Glovers, der in einem anderen Zeitreisefilm aus den 80er Jahren eine nicht unbedeutende Rolle spielte: nämlich George McFly in „Zurück in die Zukunft“. Er hat wohl auch den besten Running Gag des Films abbekommen, dessen Auflösung letztendlich fast ein wenig enttäuschend war. Überhaupt gibt es einige Witze, die wunderbar zünden, und wiederum etliche, die so überhaupt nicht funktionieren wollen. Speziell einige Fäkalhumorszenen hätte sich der Film wirklich schenken können.

Trotz der abgefahrenen Prämisse und vielleicht gerade aufgrund der Unstimmigkeiten in der Handlung und Inszenierung weiß „Hot Tub Time Machine“ zu unterhalten. Er lebt natürlich auch von seinen Darstellern – und auch wenn ich John Cusacks Auftritt (wie leider alle in den letzten Jahren) eher schwach fand, so machte seine Besetzung aufgrund seiner 80er Jahre Filmvergangenheit doch absolut Sinn. Wie man es auch dreht und wendet: Der Film hat seine Fehler und ist wohl auch nicht wirklich gut; dennoch konnte er mich besser unterhalten, als so manch andere Hollywoodkomödie. Für Freunde der 80er möglicherweise ein großer Spaß – solange ihr eure Erwartungen drosselt: knappe 7/10 Punkte.

Monsters (2010)

Nach einer der bisher anstrengendsten Wochen des Jahres, wollte ich dennoch nicht auf den Film am Freitagabend verzichten. Vermutlich ein Fehler, denn ich konnte schon zu Beginn von „Monsters“ kaum noch die Augen offen halten. Ob dieser Umstand dem Film geschadet hat, oder die Müdigkeit noch von ihm verstärkt wurde, lest ihr in der folgenden Besprechung…

monsters_2010

Obwohl ich Monsterfilme liebe, so war es nicht dieser Aspekt, der mich an Gareth Edwards Kinodebüt gereizt hat. Es ist vor allem die Entstehungsgeschichte, die bemerkenswert ist: In Personalunion hat Edwards den Film geschrieben, gedreht und die Postproduktion inklusive VFX durchgeführt. Die gesamte Filmcrew lässt sich an einer Hand abzählen und es gibt nur zwei Schauspieler, der Rest wurde spontan mit Laiendarstellern besetzt. Das Ergebnis ist für diese Rahmenbedingungen unglaublich beeindruckend – „Monsters“ wirkt zu keiner Sekunde billig, schlecht gespielt oder amateurhaft. Kein Wunder, dass Edwards kurze Zeit später die Neuverfilmung von „Godzilla“ angeboten wurde.

Abgesehen von seiner Entstehungsgeschichte präsentiert der Film ein interessantes Sci-Fi-Setting, das den Rahmen für ein erstaunlich intimes Roadmovie bildet. Die titelgebenden Monster sind zwar stets präsent, sorgen aber eher für Atmosphäre als für großartige Actionszenen. Ich mochte die langsame und charakterzentrierte Erzählweise, wenngleich der Aufbau der Geschichte – besonders zu Beginn – durchaus ein wenig holprig war. Die wirklich harmonisch spielenden Hauptdarsteller (übrigens im echten Leben verheiratet) machen allerdings glücklicherweise wieder einiges wett.

Die Bewertung des Films fällt mir nun tatsächlich ein wenig schwer. Einerseits müsste ich vor dem Hintergrund der unglaublichen Produktionsbedingungen mindestens die volle Punktzahl vergeben, allerdings hatte der Film doch einige strukturelle Schwächen. Zudem war ich unglaublich müde, so dass ich „Monsters“ nicht so genießen konnte, wie es der Film wohl verdient gehabt hätte. Den inhaltlich (Sci-Fi-Allegorie auf aktuelle soziopolitische Gegebenheiten) und interessanterweise auch aufgrund seiner Entstehungsgeschichte verwandten „District 9“ des Südafrikaners Neill Blomkamp fand ich insgesamt zwar überzeugender, aber nicht unbedingt sympathischer. Grund genug für eine weitere Sichtung: 7/10 Punkte.