Drachenzähmen leicht gemacht – OT: How to Train Your Dragon (2010) (WS2)

Nach einer, sowohl beruflich als auch insbesondere privat, wirklich anstrengenden Woche, haben sich die Kinder einen Filmabend gewünscht. Ich persönlich hätte heute nichts mehr gebraucht und wäre mit Whisky und Sofa schon zufrieden gewesen, doch so ist bereits zum dritten Mal in den letzten 10 Jahren „Drachenzähmen leicht gemacht“ in den Player gewandert. Wie bereits bei der Sichtung vor drei Jahren gewünscht nun endlich zusammen mit den Kindern. 🐉

Drachenzähmen leicht gemacht (2010) | © Twentieth Century Fox

Drachenzähmen leicht gemacht (2010) | © Twentieth Century Fox

Welch wunderbare Coming-of-Age-Geschichte!

Hat mich bei der letzten Sichtung vor allem die audiovisuelle Qualität samt 3D beeindruckt, so stach für mich heute vor allem der Aufbau der Handlung heraus. Im Grunde erleben wir eine Coming-of-Age-Geschichte, in der sich Hicks von seinem seinem Vater emanzipiert und gegen etablierte Strukturen ankämpft. Er lebt den Wandel und überzeugt am Ende sogar die alten Sturköpfe seines Stammes. Welch schöne und gerade heute so wichtige Botschaft! All das ist natürlich dennoch in wunderbare Action-Szenen und famose Flugsequenzen verpackt, die immer noch unfassbar viel Spaß machen. Ja, speziell in 3D.

Dem Zwergofant war der Film oft zu gruselig und erst als sich Hicks und Ohnezahn angefreundet haben, hat er sich langsam entspannt. Und das obwohl er die grobe Handlung bereits durch seine Playmobil-Spielsets (siehe unten) kennengelernt hat. Auch das erste Buch der Vorlage haben wir vor ein paar Jahren zusammen gelesen, doch dieses unterscheidet sich doch ziemlich von der Handlung des Films.

Randnotiz: Während des Films hat uns übrigens eine Nachbarin geklingelt und berichtet, dass ein anderes Nachbarskind, dessen Bruder mit einem Cousin des Zwergofanten in die Klasse geht, positiv auf Corona getestet wurde. Und in der Schule des Zappelinchen gibt es auch den ersten Fall. Die Einschläge kommen näher. Das nur als private Notiz zum Nachvollziehen in ein paar Jahren.

Fazit

Die heutige Sichtung von „Drachenzähmen leicht gemacht“ hat mir aufgezeigt, wie perfekt der Film in nahezu jeder Hinsicht ist. Sowohl die Inszenierung als auch speziell das Drehbuch. Hier stimmt einfach alles und trotz der vielen Action-Szenen besitzt die Geschichte eine wunderbare Tiefe und eine Botschaft, die ich wirklich zu schätzen weiß. Einfach famos: 9/10 Punkte.

Weissensee – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 4)

Da ich in den letzten Jahren ein paar deutsche Serien gesehen habe, die ich durchaus spannend fand, wollte ich auch einmal in „Weissensee“ reinschauen. Was mich genau dabei erwarten würde, wusste ich im Vorfeld noch nicht. Nur dass die Serie in der DDR spielt und es eine zentrale Liebesbeziehung gibt. Ob Thriller, Familienserie oder sonstiges? Da ließ ich mich überraschen… 🧱

Weissensee | © Das Erste

Weissensee | © Das Erste

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Downton Abbey – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 6)

Kann es in der aktuellen Situation eine bessere Serie geben als diese? Um das Großprojekt „Downton Abbey“ bin ich schon lange herumgeschlichen und jetzt schien mir der richtige Zeitpunkt gekommen zu sein. Gut, dass ich gewartet hatte! Diese Serie bietet einfach den perfekten Eskapismus in Zeiten der Corona-Krise. Wenn ihr also für die nächsten paar Wochen in die Vergangenheit abtauchen wollt, in der ganz andere Probleme (von der Episode mit der Spanischen Grippe einmal abgesehen) herrschten, dann ist diese Historienserie perfekt für euch… 🏰

Downton Abbey | © Universal Pictures Germany GmbH

Downton Abbey | © Universal Pictures Germany GmbH

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Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt! – OT: Diary of a Wimpy Kid (2010)

Neulich sind wir darauf gekommen, dass es von einer der beliebtesten Buchreihen des Zappelinchens auch mehrere Verfilmungen gibt. Somit habe ich „Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt!“ und seinen Nachfolger kurzerhand gebraucht bestellt und erhielt dennoch zwei brandneue Blu-rays. Jackpot! Ob man das von dem Film auch behaupten kann, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🤓

Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt! (2010) | © 20th Century Fox

Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt! (2010) | © 20th Century Fox

Eine comichafte Coming-of-Age-Geschichte

Ich selbst kenne die Bücher nur vom Durchblättern und dachte tatsächlich stets, dass es sich um eine deutsche Buchreihe handelt. Jedoch weit gefehlt: „Diary of a Wimpy Kid“ ist anscheinend ein weltweites Phänomen und so ist es auch nicht verwunderlich, dass es sich bei der Verfilmung um eine US-Produktion mit durchaus bekannten Schauspielern, wie Chloë Grace Moretz (u.a. „Let Me In“) oder Steve Zahn (u.a. „Joyride“), handelt. Der wortwörtliche Comic-Charakter der Vorlage wird mit in den Film übernommen, was sich größtenteils auf das Intro und Outro beschränkt. Dazwischen gibt es immer mal wieder Überblendungen, was jedoch kaum davon ablenkt, dass es sich bei „Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt!“ um eine waschechte Coming-of-Age-Geschichte handelt. Nur eben ein wenig comichaft übersteigert.

Auf der inhaltlichen Ebene ist das alles nicht sonderlich originell und weithin bekannt: Die Hauptfigur kommt in eine neue Jahrgangsstufe und muss dort ihren Platz finden. Das alles wird jedoch mit viel Herz erzählt und ist mit etlichen witzigen, kleinen Szenen angereichert, die wirklich Spaß machen. Speziell die Kinder hatten viel Spaß und haben in den spannenden Szenen (z.B. der Verfolgungsjagd an Halloween) auch sehr mitgefiebert. Der erlösende Humor schwankt dabei zwischen Kindergarten und vorpubertär, was aber durchaus zum Film passt.

Fazit

Auch ich hatte mit „Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt!“ viel Spaß und sehe der Fortsetzung freudig entgegen. Sicher nicht der ganz große Wurf, doch eine schöne Coming-of-Age-Komödie für die nächste Generation: 7/10 Punkte.

Frozen: Eiskalter Abgrund (2010)

Immer wenn ich mit einem Sessellift fahre, stelle ich mir die Frage, was ich machen würde, wenn ich unterwegs aussteigen müsste. Geht euch doch auch so, oder? Schon seit einigen Jahren weiß ich um den Film „Frozen: Eiskalter Abgrund“, der genau diese Prämisse zum Thema macht. Da ich vergangenes Wochenende in Bad Tölz erst wieder Sessellift  gefahren bin, war es endlich einmal Zeit für den Film…

Frozen: Eiskalter Abgrund (2010) | © Universum Film GmbH

Frozen: Eiskalter Abgrund (2010) | © Universum Film GmbH

Skiiiiifoarn or Die Tryin‘

Ja, „Frozen“ (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Disney-Film) ist einer dieser Filme, die mit einer wunderbar fokussierten Prämisse aufwarten, die sich in einem Satz zusammenfassen lässt: Drei Freunde werden auf einem Ski-Trip im Sessellift vergessen und müssen um ihr Überleben kämpfen. So einfach und doch so effektiv. Ich liebe Filme dieser Art, auch wenn die meisten ihr Versprechen meist nicht einlösen können. Auch Adam Greens „Frozen“ fängt stark an, doch schon bei der ersten dramatischen Szene musste ich aufgrund der unfreiwilligen Komik lachen. Glücklicherweise besinnt sich der Film danach wieder auf seine Stärken und lässt die Ausweglosigkeit der Situation auf uns Zuschauer wirken. Letztendlich ist der Verlauf der Handlung ziemlich bitter und uns wird kaum ein leichter Augenblick geschenkt.

Inszeniert ist „Frozen“ wirklich großartig. Man merkt, dass die Crew um Adam Green den kompletten Film on location gedreht hat, sprich es gibt echten Schnee, echte Wölfe und echte Berge. Das wirkt und hätte mit Greenscreen und CGI nicht halb so gut funktioniert. Leider können weder die Schauspieler noch das Drehbuch mit den formalen Aspekten mithalten. Die Figuren agieren unlogisch und begeben sich schnell in Klischees, was Dialoge und Aktionen angeht. Mit etwas mehr Fallhöhe – pardon the pun – und mehr Feinschliff, was das Drehbuch angeht, hätte hier ein wirklich intensiver, kleiner Reißer entstehen können. So wird das anvisierte Ziel, als „Der weiße Hai“ für Skifahrer etabliert zu werden, doch nicht ganz erreicht.

Fazit

Auch wenn mich „Frozen“ nicht wirklich begeistern konnte, so ist mir der Film doch sehr sympathisch. Zudem hat er mir gezeigt, wie ich nicht aus einer hängen gebliebenen Gondel aussteigen sollte. Wer weiß, wann mir das noch einmal helfen wird? Freunde von etwas abseitigeren Genre-Filmen sollten ruhig mal einen Blick riskieren, auch wenn einiges an Potenzial liegengelassen wird: 6/10 Punkte.

Percy Jackson: Diebe im Olymp – OT: Percy Jackson & the Olympians: The Lightning Thief (2010)

Um 20:30 Uhr haben wir mit dem Film begonnen. Der Film läuft knapp zwei Stunden, jetzt ist es nach Mitternacht. Wieso diese Verzögerung? Ich hatte die glorreiche Idee nebenbei das neue NAS in Betrieb zu nehmen. Leider bricht alle Nase lang die Netzwerkverbindung des PCs ab, so dass ich immer wieder manuell eingreifen muss. Das wird eine lange Nacht. Aber eigentlich wollte ich ja über „Percy Jackson: Diebe im Olymp“ schreiben. Ob die vielen Unterbrechungen dem Film geschadet haben?

Percy Jackson: Diebe im Olymp (2010) | © 20th Century Fox

Percy Jackson: Diebe im Olymp (2010) | © 20th Century Fox

Teen-Abenteuer in der griechischen Mythologie

Am Anfang ist die Welt des Percy Jackson schon reichlich albern: Griechische Götter, deren Inszenierung ein wenig an „Kampf der Titanen“ erinnert, ein Teenie-Camp für Halbgötter und Uma Thurman als Medusa mit stylischer Sonnenbrille. Das hätte ganz leicht auch nach hinten losgehen können. Doch irgendwie funktioniert diese komische Mischung, was ich einerseits den sympathischen Schauspielern und andererseits der durchaus stilsicheren Inszenierung durch Christopher Columbus zuschreiben möchte. Hinzu kommen etliche Monster und durchaus atmosphärische Schauplätze.

Am meisten mochte ich vermutlich das Abenteuer-Feeling, das durch den Roadtrip der drei Freunde ausgelöst wird. Hier hat auch das Aufeinandertreffen der realen Welt mit den mythologischen Elementen gut funktioniert. Das Finale dagegen war mir in dieser Hinsicht ein wenig zu platt. Aber okay. Und es gibt einen bärtigen Pierce Brosnan als Zentaur zu sehen. Trifft man auch nicht alle Tage.

Fazit

Der aktuelle Ordner kopiert schon wieder viel zu lange. Wenn die Verbindung gleich wieder weg ist, werde ich wahnsinnig. Für meine verminderte Aufmerksamkeit am heutigen Abend, war „Percy Jackson: Diebe im Olymp“ vermutlich genau der richtige Film. Insgesamt nicht wirklich gut, aber doch irgendwie sympathisch. Ich hatte viel Spaß damit und wäre gerne konzentrierter dabei geblieben. Vielleicht gelingt mir das ja beim zweiten Teil: 7/10 Punkte.

Ich: Einfach unverbesserlich – OT: Despicable Me (2010)

Nach einem äußerst holprigen Start in den Urlaub, habe ich meinen Kindern als Ausgleich einen Filmabend versprochen. Während die Mama versucht hat, sich im Schlaf zu erholen, habe ich mit den Kindern „Ich: Einfach unverbesserlich“ gesehen. Damit steigen wir recht spät in das Franchise ein, gibt es inzwischen doch schon zwei Sequels und ein Spin-off. Bisher kannten wir nur ein paar Clips mit den Minions und besonders ich war demnach gespannt, was die restliche Geschichte so zu bieten hat. Übrigens war es auch das erste Heim-3D-Erlebnis für die Kinder…

Ich: Einfach unverbesserlich (2010) | © Universal Pictures Germany GmbH

Ich: Einfach unverbesserlich (2010) | © Universal Pictures Germany GmbH

Ein Gru-seliges Animationsabenteuer?

Ich war ein wenig skeptisch, gerade was unseren Zwergofanten angeht. Dieser hat bisher mit „Die Häschenschule: Jagd nach dem Goldenen Ei“ ja erst einen Film komplett gesehen, der zudem extrem harmlos war. Und nun gleich eine Geschichte, die sich um die fiesen Pläne einen Superschurken dreht? Da hatte ich schon erwartet, dass sich ein gewisser Herr wieder hinter das Sofa verkriecht. Aber nein, er hat den Film sichtlich genossen. Speziell die Szenen mit den Minions fanden er und seine Schwester super witzig. Das Zappelinchen konnte sich auch schon deutlich mehr in die restliche Geschichte einfühlen, während der Zwergofant sich bei den Szenen in Vectors Hauptquartier doch öfter mal hinter sein Kuschelkissen verkrochen hat. Insgesamt aber ein absolut gelungener Kinderfilm, der jedoch auch für uns Erwachsene den einen oder anderen Gag bereithält.

Ich mochte speziell die teils an „The Incredibles“ erinnernde Welt rund um diverse Superschurken und ihre Pläne. Das hatte Charme und Witz. Ja, auch über die Minions konnte ich lachen, doch weiß ich nicht, ob ich einen kompletten Film mit ihnen sehen muss. Toll fand ich auch den emotionalen Kern der Geschichte, in dem drei Waisenkinder Grus Herz erweichen. Gerade das Spannungsfeld zwischen seinem Dasein als Schurke und Ersatzvater birgt viel Humor. Und eben auch Herz. Für solche Handlungsstränge bin ich ja ohnehin anfällig und hier wurde diese Geschichte sehr schön umgesetzt.

Fazit

Aus all den generischen Animationsfilmen der letzten Jahre, sticht „Ich: Einfach unverbesserlich“ durchaus heraus – und das nicht nur aufgrund der Minions. Er besitzt Witz und Herz sowie eine tempo- und actionreiche Handlung, die gerade in 3D super zur Geltung kommt. Gerade mit Kindern ein großer Spaß, auf dessen zweiten Teil ich mich tatsächlich schon freue: 8/10 Punkte.

Sons of Anarchy – Season 3

Gerade mal eine gute Woche ist seit meiner Besprechung der zweiten Staffel dieser Serie vergangen und schon steht der Artikel zu „Sons of Anarchy – Season 3“ an. Über die Osterfeiertage war abends ein Ausgleich zur turbulenten Eiersuche nötig, weshalb ein Rückzug nach Charming stets das perfekte Gegenprogramm war. Ob mich der MC rund um Jax, Clay, Gemma und Co. auch im dritten Jahr zu unterhalten wusste, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Sons of Anarchy – Season 3 | © Twentieth Century Fox

Sons of Anarchy – Season 3 | © Twentieth Century Fox

SAMCRO Goes Ireland

Der Cliffhanger am Ende der zweiten Staffel beeinflusst die gesamte weiter Handlung des dritten Jahres. Das fand ich durchaus beeindruckend, da man es ja häufig erlebt, dass solche Handlungselemente bereits während der ersten Episode aufgelöst werden und der Status quo somit schnell wieder hergestellt ist. „Sons of Anarchy“ geht anders damit um und steigt tief in die Historie des Motorradclubs ab. Die Verbindung zur IRA wird zum Thema der Staffel, was in einem Handlungsstrang gipfelt, in dem SAMCRO nach Belfast fliegt und sich in einer feindlichen Umgebung zwischen Verrätern, einem fremden Krieg und unerwarteten Begegnungen wiederfindet. Zunächst war ich von dieser neuen Ausrichtung nicht sonderlich angetan, speziell da die Vorbereitungen zur Reise doch eher träge und mühsam sind. Am Ende zahlt sich die Erweiterung der Welt der Sons jedoch aus und man bekommt ein noch besseres Gefühl dafür, was es für Jax und Co. bedeutet im Spannungsfeld des MC zu leben.

Auch in Charming gibt es einige Veränderungen: Wir erfahren mehr über Gemmas Hintergrund, begrüßen neue Anwärter und Mitglieder (u.a. Kenny Johnson, bekannt als Lem aus „The Shield“) und steigen tiefer in den Konflikt zwischen Mayans und SAMCRO ein. Überhaupt ist die Staffel auch abseits der Irland-Geschichte wieder vollgepackt mit Erzählsträngen. Langweilig wird es für die Charaktere und uns Zuschauer keinesfalls. Zum Durchschnaufen bleibt somit immer weniger Zeit und dennoch schaffen es die Autoren rund um Kurt Sutter, dass die Figuren noch besser ausgearbeitet und eben zu echten Charakteren werden. Auch wenn man mit ihnen nicht gerade zimperlich umspringt, doch darin liegt irgendwo ja auch der perfide Reiz der Serie. Gerade die letzte Szene ist ein weiterer Schlag in die Magengrube und setzt wunderbar den Ton für die kommenden Staffeln.

Fazit

Auch wenn ich zu Beginn der Staffel eher skeptisch war, so bin ich am Ende umso begeisterter, wie sich der Irland-Handlungsstrang entwickelt hat. Das überraschende Ende war beinahe schon übertrieben positiv für SAMCRO (wenn auch weniger für alle anderen) und löst etliche schon länger laufende Erzählstränge gekonnt auf. In der kommenden Staffel erwarte ich mir wieder verstärkt Spannungen zwischen Jax und Clay. Das dürfte extrem interessant werden – ein wenig Angst habe ich vor dieser Entwicklung allerdings auch schon: 9/10 (8.9) Punkte.

Drachenzähmen leicht gemacht – OT: How to Train Your Dragon (2010) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Drachenzähmen leicht gemacht“ am 11. September 2020 zum dritten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nach einem recht entspannten und doch irgendwie anstrengenden Tag, folgte am Abend mit „Drachenzähmen leicht gemacht“ die Sichtung eines Films, den ich bereits vor sieben Jahren gesehen und besprochen habe. Ganz konkret wurde mein erneutes Interesse an dem Franchise durch den Zwergofanten geweckt, der seit seinem fünften Geburtstag großer Fan der Drachen ist, ohne je auch nur einen Schnipsel davon gesehen zu haben. Ob mich der Film auch beim zweiten Mal packen konnte?

Drachenzähmen leicht gemacht (2010) | © Twentieth Century Fox

Drachenzähmen leicht gemacht (2010) | © Twentieth Century Fox

Komm Ohnezahn, wir fliegen!

Was hatte ich Spaß mit dem Film! Doch fangen wir von vorne an: Die Geschichte ist zweckmäßig simpel und besticht durch ein unverbrauchtes Setting. Im Zentrum steht eindeutig die Beziehung zwischen Hicks und seinem Drachen Ohnezahn – und diese Szenen funktionieren sowohl auf der emotionalen als auch auf der inszenatorischen Ebene perfekt. Es macht so viel Spaß, mit Ohnezahn durch die Lüfte zu fliegen. Und ja, dieses Mal habe ich den Film in 3D gesehen und ja, es ist ein Zugewinn. Herrlich!

Die langsam entstehende Bindung zwischen dem Wikingerjungen und seinem Drachen hat mich heute auch stark an „Mein Freund, der Delfin“ erinnert: In beiden Fällen setzt sich ein Junge dafür ein, dass ein verletztes Tier durch eine Prothese wieder seine natürliche Bewegungsfähigkeit erlangt. Auch in diesem Film funktioniert dieses Handlungselement perfekt und die Spiegelung am Ende lässt erahnen, dass Ohnezahn und Hicks in Zukunft noch viel enger zusammenwachsen. Überhaupt fand ich es für einen Animationsfilm sehr beeindruckend, den finalem Kampf nicht ohne Konsequenz für die Hauptfigur enden zu lassen.

Fazit

Wie gerne hätte ich „How to Train Your Dragon“ mit dem Zwergofanten angeschaut, doch leider weiß ich, dass er sich viel zu sehr gefürchtet hätte. Wenn er nun Fragen zu den Drachen und ihren Reitern hat, kann ich diese jetzt aber endlich fundiert beantworten. Und wenn er dann soweit ist, freue ich mich schon sehr auf eine Rückkehr nach Berk (bis dahin besuchen wir bestimmt noch öfter die Playmobil-Version, die bei uns Einzug gefunden hat): 8/10 Punkte.

Repo Men (2010)

Nach unserer abenteuerlichen Lauf- und Fahrradrunde, war ich heute eigentlich zu platt für einen Film. Aber man will ja keinen Abend verschenken, weshalb ich „Repo Men“ in den Player geschoben habe. Der Film steht schon seit einer halben Ewigkeit auf meiner Liste und da ich die Blu-ray kürzlich für 2,99 Euro im Laden stehen sah, war es nun endlich an der Zeit. Ob der Preis für meine bis dato günstigste Blu-ray Disc dem Wert des Films entspricht?

Repo Men (2010) | © Universal Pictures Germany GmbH

Repo Men (2010) | © Universal Pictures Germany GmbH

Schnitzel, Schnetzel, Schabernack

Wie Stammleser inzwischen wissen sollten, liebe ich Dystopien. Egal ob „Soylent Green“ aus den 70ern oder „Gattaca“ aus den 90ern, das Genre hat es mir angetan. Auch die Rahmenhandlung von „Repo Men“ passt in diese Schiene, hält sie uns doch sozialkritisch einen Spiegel vor und reflektiert heutige Missstände durch überhöhte Sci-Fi-Elemente. Was soll da noch schiefgehen? Leider eine ganze Menge, denn Regisseur Miguel Sapochnik konzentriert sich leider auf ausgewalzte Actionszenen, die mit deftigen Gore-Einlagen angereichert sind. Dagegen habe ich normalerweise nichts, doch ist der Ton des Films so unfassbar zynisch und die Charaktere komplett verabscheuungswürdig, dass ich nicht wirklich am Fortgang der Geschichte interessiert war. Schade um die spannende Prämisse.

Mit Jude Law, Forest Whitaker und Liev Schreiber ist der Film exzellent besetzt und man merkt speziell Whitaker seine Spielfreude deutlich an. Wenn man sich doch nur etwas mehr auf die Handlung konzentriert hätte und weniger auf wildes Geschnetzel, dann hätte durchaus etwas daraus werden können. Die Optik der Welt ist nahezu 1:1 aus „Blade Runner“ übernommen (inklusive Werbe-Zeppelin mit Videotafel) und auch die anderen Sets wirken so, als hätte man sie schon dutzendfach gesehen. In einer unerträglich langen Montage inszeniert Sapochnik dann die Selbstverstümmelung unseres Liebespaares als Sexakt, was wohl unglaublich anspruchsvoll wirken soll, letztendlich aber nur anstrengend und gewollt ist. Spätestens beim darauffolgenden Happy Ende hatte ich mich schon darauf eingestellt, den Film komplett zu verreißen, doch das tatsächliche Finale hat dann doch wieder perfekt zum Rest des Filmes gepasst. Ziemlich gelungen, das muss ich leider zugeben.

Fazit

Es ist schwierig mit „Repo Men“. Die Prämisse finde ich nach wie vor faszinierend, es macht Spaß den Schauspielern zuzusehen und auch optisch hat der Film einiges zu bieten. Leider konnte ich mich mit dem zynisch-bösartigen Ton nicht so wirklich anfreunden und in nur wenigen Szenen funktionierten die satirischen Aspekte für mich. Das Ende fand ich dann aber doch wieder sehr gelungen, was die zuvor gesehene, ungare Mischung aus Blut, Action und fehlgeleitetem Humor aber auch höchstens auf Mittelmaß anhebt: 5/10 Punkte.