Nanga Parbat (2010)

Wir befinden uns mitten drin, in dieser komischen Zeit zwischen den Jahren. Die Tage zerrinnen nur so zwischen den Fingern. Nachdem ich in den letzten Nächten auf YouTube immer wieder in Bergsteiger-Dokus versumpft bin, habe ich heute „Nanga Parbat“ auf den Fernseher geholt. Was das Drama um den Tod von Reinhold Messners Bruder Günther zu bieten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🏔

Nanga Parbat (2010) | © LEONINE

Nanga Parbat (2010) | © LEONINE

Irgendwo zwischen Heimatfilm und Biographie

Tatsächlich ist „Nanga Parbat“ auf meinem Radar gelandet, nachdem ich vor ein paar Wochen viel Spaß mit dem deutschsprachigen Bergsteigerfilm „Nordwand“ hatte. Zudem habe ich mich filmisch noch nicht mit Reinhold Messner auseinandergesetzt und Joseph Vilsmaiers Film schien mir wie ein guter Einstieg. Man merkt, was Messner und der Regisseur mit dem Drama erreichen wollten: Eine Mischung aus Biopic und dramatischem Bergsteigerfilm. In Teilen gelingt dies auch. Der Rückblick in die Jugend der Messner-Brüder zum Beispiel. Hier hätte der Film gerne noch ein wenig mehr ins Detail gehen dürfen, eben um die Grundlage für die spätere Beziehung zu legen. Leider bleibt das Drama hier nur sehr oberflächlich.

Auch die Bezwingung des „Nanga Parbat“, wie es im Film dramatisch ausgedrückt wird, hat seine Momente. Und auch Schwächen, denn häufig lassen sich die Aufnahmen klar nach Studiokulisse und On-Location-Flüge rund um den Berg trennen. Dies nimmt viel von der Immersion und wurde im zwei Jahre zuvor produzierten „Nordwand“ deutlich besser gelöst. Aus dramatischer Sicht wird natürlich nur Reinhold Messners Perspektive erzählt. Auch wenn er nicht wie der unschuldige, strahlende Held dargestellt wird, so wirken manche Szenen um den Konflikt mit seinem Bruder Günther doch entweder über- oder unterdramatisiert. Ebenso sein Verhältnis zu Expeditionsleiter Karl Maria Herrligkoffer. Hier hätte ich mir ein differenzierteres Bild gewünscht.

Fazit

Für Freunde von Bergsteigerfilmen bietet „Nanga Parbat“ gute Unterhaltung. Er bleibt jedoch hinter seinen Genrekollegen zurück. Dem eigentlichen Thema nähert man sich wohl besser über eine Dokumentation, welche die verschiedenen Perspektiven beleuchtet; falls es eine solche gibt. Solide Unterhaltung: 6/10 Punkte.

Ein Gedanke zu “Nanga Parbat (2010)

  1. Pingback: Media Monday #497 | moviescape.blog

Deine Meinung? (Indem du die Kommentarfunktion nutzt, erklärst du dich mit der Verarbeitung deiner angegebenen Daten durch Automattic, Inc. sowie den Dienst Gravatar einverstanden.)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.