Upload – Season 1

In den letzten Wochen habe ich einmal wieder eine aktuelle Serie geschaut. Vermutlich weil mich die Prämisse ziemlich gereizt hat – und weil die Serie ganz bequem auf Prime Video läuft. Die Rede ist von „Upload – Season 1“, welche inzwischen auch den Weg in ein paar von mir abonnierte Blogs und Podcasts gefunden hat. Was die Serie rund um den Upload in den kostenpflichtigen Social-Media-Himmel kann, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 💀⛪👨‍💻

Upload – Season 1 | © Amazon Prime Video

Upload – Season 1 | © Amazon Prime Video

Das Social Network für frisch Verstorbene

„Upload“ besitzt eine Prämisse, wie ich mir einzelne Episoden von „Black Mirror“ immer vorgestellt habe (ohne die Serie je gesehen zu haben): In der nahen Zukunft kann die Seele von Verstorbenen digitalisiert und in die Cloud geladen werden, wo sie (je nach Bankkonto) allen Luxus des digitalen Himmels erfährt. Dabei können die Verstorbenen mit ihren Hinterbliebenen kommunizieren und somit quasi weiterhin am Leben teilhaben. Aus dieser Idee hätte man alles mögliche stricken können: Ein Sci-Fi-Drama, einen High-Tech-Thriller oder eben, wie in diesem Fall, eine romantische Komödie mit satirischen Elementen. Teils erinnert die Serie ein wenig an „The Good Place“, was ich erst nach „Upload“ begonnen habe zu schauen, geht letztendlich aber doch einen ganz eigenen Weg.

Was hat für mich den Reiz von „Upload“ ausgemacht? Neben ziemlich treffenden Gags auf Kosten unseres Nutzungsverhaltens digitaler Medien, mochte ich die gesamte Zukunftsvision und die Liebesgeschichte sehr gerne. Weniger gut funktioniert haben für mich die Thriller-Elemente. Gerade das Staffelfinale war in dieser Hinsicht wirklich eine Enttäuschung. Davon abgesehen hatte ich aber stets viel Spaß in Lakeview und den darin agierenden Personen – und das sowohl on- also auch offline.

Fazit

„Upload“ ist eine wirklich erfrischende Comedy-Serie, die ihren Finger oft treffend in die Wunde legt. Dabei erzählt sie eine erfrischende Liebesgeschichte und stellt ein paar spannende Fragen. Leider gibt es auch ein paar Elemente, die nicht so wirklich funktionieren wollen. Ich freue mich dennoch auf die zweite Staffel: 8/10 (8.2) Punkte.

Hook (1991)

Puh, was für ein Tag. Eigentlich wollte ich gegen 16 Uhr in den Feierabend gehen, doch es gab immer noch etwas zu tun, so dass ich erst gegen 18 Uhr ins Wochenende starten konnte. Umso mehr habe ich mich auf den Filmabend gefreut: Nachdem wir vor zwei Wochen die Disney-Version von „Peter Pan“ geschaut hatten, stand heute endlich die inoffizielle Fortsetzung „Hook“ auf dem Programm. Ein Film, der mir persönlich extrem viel bedeutet. Umso gespannter war ich auf die heutige Sichtung… 🏴‍☠️

Hook (1991) | © Sony Pictures Home Entertainment

Hook (1991) | © Sony Pictures Home Entertainment

Filmgewordene Nostalgie in Reinform

„Hook“ als Film habe ich in meinem bisherigen Leben vielleicht viermal gesehen. Inklusive der heutigen Sichtung. Also gar nicht so häufig. Aber ich habe als Kind die Hörspielkassette besessen – und diese ist bei mir rauf und runter gelaufen. Ich kann das Hörspiel (hier auf YouTube) heute noch mitsprechen. Es hat einen famosen Erzähler und war ungekürzt zur Filmfassung. Noch heute beschwört die Geschichte bei mir ein ganz besonderes Gefühl, was nicht nur meiner besonderen Beziehung zum Film geschuldet ist, sondern auch am Inhalt liegt: Hier geht es in erster Linie um das Erwachsenwerden, das Vergessen der Kindheit, den beständigen Kampf zwischen Verantwortung und Spaß. Prioritäten im Leben und dem, was man seinen eigenen Kindern mitgeben möchte. All das verpackt Steven Spielberg in einen kunterbunten Abenteuerfilm, der jedoch stets das große Gefühl zelebriert. Ein ungewöhnlicher Film, den damals leider nicht viele zu schätzen wussten.

Nüchtern betrachtet besitzt der Film auch eine seltsame Struktur: Es dauert über eine halbe Stunde, bis es endlich ins Nimmerland geht und noch länger bis Peter Banning wieder zu Peter Pan wird. Nimmerland ist eine einzige große Kulisse und dies sieht man dem Film auch in jeder Einstellung an (was das angeht hat er mich etwas an Ridley Scotts „Legende“ erinnert). Dadurch wirkt die abenteuerliche Insel einerseits sehr haptisch, andererseits aber auch unwirklich und wie eine Theaterbühne. Weiterhin schwankt die Geschichte stark im Ton zwischen extrem albern und kindlich bis hin zu grausam und traurig. Doch all das funktioniert für mich unglaublich gut und ich konnte gerade aus heutiger Sicht sehr mit Peter (toll gespielt von Robin Williams) mitfühlen. Es ist eine nostalgische Geschichte, an deren Ende jedoch die Zukunft und Zuversicht gewinnt. Das sieht man auch nicht alle Tage.

Fazit

Ich glaube teils hat es meine Kinder etwas verstört, dass ich jeden Dialog mitsprechen konnte. Dennoch hatten beide viel Spaß mit dem Film. Speziell die verlorenen Jungs und ihre Angriffe auf Kapitän Hook haben ihnen viel Freude bereitet. Ich selbst habe viel in Nostalgie geschwelgt und die neue Perspektive als Vater genossen. Einfach ein Film, zu dem ich immer wieder sehr gerne zurückkehre und eine Geschichte, die mir extrem viel bedeutet. Vielleicht nicht perfekt, doch ein Lieblingsfilm: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

The Broken Earth, Book 3: The Stone Sky (N. K. Jemisin)

Zwei schöne freie Tage, an denen ich tatsächlich ein wenig Zeit zum Lesen gefunden habe, haben mich bei „The Stone Sky“ deutlich nach vorne katapultiert. Es ist wirklich eine Schande, wenn ich daran denke, dass ich einen Großteil der fantastischen „The Broken Earth“-Trilogie nur sehr kleinteilig abends im Bett gelesen habe. Umso mehr habe ich mein Lesevergnügen auf den letzten ca. 100 Seiten genossen, die ich nahezu in einem Rutsch verschlingen konnte. Nun bin ich ziemlich wehmütig und blicke auf die epische Geschichte und ihre vielen tollen Figuren mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück…

„If you love someone, you don’t get to choose how they love you back.“

Nachdem der zweite Teil der Reihe „The Obelisk Gate“ eher konventionell erzählt war, macht „The Stone Sky“ die ganz große erzählerische Klammer auf. Wir begeben uns nach Syl Anagist und damit in die Vergangenheit der Erde. Dort begegnen wir neuen Figuren, die eigentlich alte Bekannt sind, und vieles wird klarer. Dennoch hatte ich stets das Gefühl, zu wenig Zeit in Syl Anagist und Corepoint verbracht zu haben. Viele Informationen wirken unglaublich gedrängt und es hätte der Reihe vermutlich gut getan, wenn die Saat für die große Klammer bereits im zweiten Band gesät worden wäre. Damit wäre dieser aufgelockert worden und das Finale hätte mehr Zeit zum Atmen gehabt. Allerdings kann ich so etwas nun leicht schreiben, denn ich bin mir der Komplexität, solch eine epische Geschichte zu erzählen, überhaupt nicht bewusst. Wie man im Nachwort lesen kann, hatte N. K. Jemisin auch eine schwere Zeit, als sie den Abschluss der Trilogie geschrieben hat. Umso beeindruckender ist letztendlich das mitreißende Ergebnis.

„Don’t be patient. Don’t ever be. This is the way a new world begins.“

Der erste Band „The Ffith Season“ war für mich nahezu perfekt. Auch wenn der Einstieg schwierig war, so war es doch unglaublich erfüllend, die Puzzle-Teile zusammenzufügen. „The Stone Sky“ fühlt sich ähnlich an, ist dabei jedoch fast noch emotionaler. Auf den letzten dreißig Seiten ist mir klar geworden, dass die Geschichte nun ihr Ende finden wird. Ich wollte nicht loslassen. Auch wenn es ein gutes und nur konsequentes Ende ist. Gerne wäre ich weiter in diese fremde Welt eingedrungen und hätte mehr über die Hintergründe erfahren. Aber vielleicht braucht es diese Details auch gar nicht. N. K. Jemisin ist eine beeindruckende Parabel über Rassismus, die Ausbeutung der Erde und viele andere wichtige Themen gelungen – und das ohne belehrend oder aufgesetzt zu wirken. Einfach nur großartig.

Fazit

Auch wenn „The Stone Sky“ fast schon zu viele Informationen bietet, so gelingt es der wunderbaren Autorin N. K. Jemisin alle Fäden geschickt miteinander zu verweben und zu einem gelungenen Abschluss zu bringen. Neben der offensichtlichen Geschichte sind es jedoch eher die darunterliegenden Themen, welche die „The Broken Earth“-Trilogie so wichtig und bemerkenswert machen: 9/10 Punkte.

Star Wars: Eine neue Hoffnung (Krieg der Sterne) – OT: Star Wars: A New Hope (1977)

Heute ist es endlich soweit: Ich schreibe die tausendste Filmbesprechung auf meinem Blog. Welcher Film könnte dafür geeigneter sein als dieser? Der Zwergofant ist schon lange heiß darauf in die „Star Wars“-Welt einzutauchen. Heute war der perfekte Zeitpunkt gekommen und wir haben uns zusammen „Star Wars: Eine neue Hoffnung“ angeschaut. Wie der Film bei den Kindern ankam und ob er dieselbe Begeisterung entfachen konnte, wie damals bei mir, als er unter „Krieg der Sterne“ bekannt war, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🤖👽🚀

Star Wars: Eine neue Hoffnung (1977) | © Lucasfilm

Star Wars: Eine neue Hoffnung (1977) | © Lucasfilm

Es war einmal vor langer Zeit…

Wann meine erste Sichtung von „Krieg der Sterne“ stattgefunden hat, kann ich gar nicht mehr sagen. Vermutlich war es damals bei einem Freund, der einen VHS-Rekorder und unzählige Aufzeichnungen von Filmen besaß. Im Fernsehen lief die Reihe leider nicht sonderlich häufig, so dass man schon Glück haben musste, um eine Ausstrahlung zu erwischen. Deshalb blieb die Trilogie auch immer etwas Besonderes und die Wiederaufführung 1997 im Zuge der Special Editions war für mich ein echtes Highlight. Endlich „Star Wars“ im Kino. Für mich bis heute mit die besten Stunden, die ich je in einem Kino verbracht habe. Seitdem habe ich die Original-Trilogie noch ein paarmal auf DVD gesehen. Die erste Blu-ray-Auflage hat den Weg in den Player jedoch nie gefunden. Mit Veröffentlichung der 4K-UHD-Edition habe ich mir, vor allem aufgrund der neuen Bonus-Features sowie des restaurierten Bildes, die neue Blu-ray-Ausgabe zugelegt. Diese bildet nun auch den aktuellen technischen Stand für die Bewertung des Filmes:

…in einer weit, weit entfernten Galaxis

Nach „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ hatte ich erst einmal genug vom Franchise. Disney hat zwar nicht alles kaputt gemacht, doch gerade die Skywalker-Saga wirkt inhaltlich ein wenig wie Frankensteins Monster. Doch genug davon und zurück zur Original-Trilogie und damit zu „Star Wars: Eine neue Hoffnung“: Schon während des ikonischen Opening-Crawls hat der Zwergofant Fragen über Fragen gestellt. Natürlich hat er auch jedes Wort davon gelesen. Inzwischen sind die Kinder durchaus erfahren, was Filme angeht, doch so mitgefiebert haben sie selten. Selbst das Zappelinchen war voll drin, obwohl sie zu Beginn eher skeptisch war. Es sei ja doch eher ein Jungsding. Von wegen! Gerade Leia ist bereits in Episode IV weit mehr als nur die zu rettende Prinzessin, sondern reißt die Führung sofort an sich und zeigt Luke und Han, wie der Hase läuft. Beim Flug auf den Todesstern waren beide dann gar nicht mehr zu halten und haben bei jedem Angriffsversuch mitgefiebert:

„Oh Papa, das ist ja sooo spannend!“
– Zappelinchen und Zwergofant während des Angriffs auf den Todesstern

Ich selbst war ja anfangs ein wenig skeptisch, ob mir „Krieg der Sterne“ noch so gut gefallen würde wie damals. Die letzte Sichtung liegt gut 15 Jahre zurück. Da kann sich vieles ändern. Aber ich habe mir umsonst Sorgen gemacht: „Star Wars: Eine neue Hoffnung“ ist nach wie vor wunderbar handgemachte Unterhaltung, die sich viel Zeit lässt und einen Sog entfaltet, wie es ihn nur selten gibt. Ja, das ist die Magie des Kinos. Selbst in der nicht immer gelungenen Special Edition. Die Schauspieler sind extrem spielfreudig, die Effekte immer noch besser als Vieles was man heute sieht und John Williams‘ Score einfach nur göttlich. Ja, die alte Liebe ist wieder entflammt. 💘

Fazit

Nach dem Film war der Zwergofant ganz verdutzt und hat mich gefragt, wann denn nun die Szene mit dem Absturz im Sumpf käme. Da musste ich ihm erklären, dass diese erst im zweiten Teil kommt und wir uns mit diesem (da viel düsterer und FSK 12) noch ein wenig Zeit lassen werden. Das wird eine lange, lange Zeit des Wartens werden. Ein größeres Kompliment kann dem Film gar nicht machen, denn „Star Wars“ ist und war schon immer Sehnsucht. Damals, weil die Filme nicht jederzeit greifbar waren, und heute, weil man vielleicht noch zu jung ist. Da muss auch der Papa durch, selbst wenn es schwer wird. Die Vorfreude ist dafür umso größer: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Long Shot: Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich (2019)

Nach einem komplett verregneten Urlaubstag, der bis auf ein paar Brettspiele völlig ungenutzt an uns vorbeigezogen ist, habe ich mich abends auf seichte Unterhaltung gefreut. Somit hat es mit „Long Shot: Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich“ einmal wieder eine romantische Komödie auf den Fernseher geschafft…

Long Shot: Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich (2019) | © STUDIOCANAL

Long Shot: Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich (2019) | © STUDIOCANAL

Eine moderne Version von „Notting Hill“

Okay, der Vergleich mag ein wenig hinken, zumal „Notting Hill“ eine der ikonischen romantischen Komödien der 90er Jahre ist. Der Film, auf dessen Basis wir unsere Hochzeitseinladungen gestaltet haben. Nein, diesen Stellenwert wird „Long Shot“ nie einnehmen. Weder für mich persönlich, noch für die Popkultur. Die Prämisse ist jedoch ähnlich und ja, auch zeitgemäßer als in der britischen Variante. Charlize Theron spielt die Außenministerin der USA, die über diverse Verstrickungen auf einen von Seth Rogen gespielten Journalisten trifft. Beide kennen sich noch aus ihrer Kindheit und aus der gemeinsamen Arbeit entwickelt sich eine Beziehung, bei der das ungleiche Paar diverse Hürden überwinden muss.

Die Zusammenfassung der Handlung klingt nun weder innovativ, noch überraschend, doch wie Regisseur Jonathan Levine die Geschichte umgesetzt hat, ist bemerkenswert witzig und sympathisch. Tatsächlich habe ich schon lange nicht mehr so viel bei einem Film gelacht. Charlize Theron ist unglaublich gut und überzeugt sowohl als smarte Politikern als auch als Krisenbewältigerin auf Drogen. Auch Seth Rogen konnte mich voll und ganz überzeugen, was wichtig ist, um die Prämisse zu kaufen. Nebenfiguren, wie der von Bob Odenkirk gespielte Trump-Verschnitt oder ein nicht wieder zu erkennender Andy Serkis, geben dem Film die nötige Würze. Dabei schafft es die Geschichte wunderbar zwischen zotigem Humor und anrührenden Szenen zu wechseln und dabei auch politische Spitzen nicht unter den Tisch fallen zu lassen.

Fazit

Insgesamt hatte ich wirklich viel Spaß mit „Long Shot“ und bin nun fast geneigt, wieder einmal öfter zu romantischen Komödien zu greifen. Habt ihr Empfehlungen? Auch wenn ich zwischen dieser und der niedrigeren Punktzahl schwanke, möchte ich bei meiner 999. Filmbesprechung auf diesem Blog einmal nicht so sein: 8/10 Punkte.

Peter Pan (1953)

Gestern Abend war ich nach meinem langen Lauf ziemlich platt. Die Kinder hatten dennoch Lust auf einen Filmabend und da es schon spät war, hat sich die Wahl des Films nach der Laufzeit gerichtet. Mit Disneys „Peter Pan“ ist somit einmal mehr ein Klassiker in den Player gewandert, der uns viel Freude bereitet hat…

Peter Pan (1953) | © Walt Disney

Peter Pan (1953) | © Walt Disney

Wunderbar altmodisches Animationskino

Ich habe zu „Peter Pan“ von Walt Disney keine besonders enge Beziehung. Die Welt rund um den Jungen, der nie erwachsen werde will, Captain Hook und Nimmerland ist mir vor allem durch Steven Spielbergs „Hook“ ein Begriff. Das zugehörige Hörspiel habe ich als Kind unzählige Male gehört und kann den Film bis heute mitsprechen. Die Disney-Version von J. M. Barries Geschichte hatte ich zuvor höchstens ein- oder vielleicht zweimal gesehen. Demzufolge war ich auch sehr gespannt, inwiefern es diesem 67 Jahre alten Film gelingen würde, unsere Kinder mitzureißen.

Es ist beeindruckend zu sehen, wie modern und ausgefeilt die Animation wirkt. Kein Wunder, hat Disney doch bereits damals auf eine Art von Motion-Capture-Technik zurückgegriffen, indem die meisten Szenen inklusive Ausstattung und wichtigster Set-Elemente abgedreht und nachgezeichnet wurden. Man kann sogar die Schauspieler in den Gesichtern der gezeichneten Figuren erkennen. Am meisten merkt man an den Songs und dem Ton, dass der Film schon etliche Jahre auf dem Buckel hat. Diese wirken heute ein wenig aus der Zeit gefallen. Meine Kinder haben übrigens viel gelacht und sich an der abenteuerlichen Geschichte erfreut. Insofern ein voller Erfolg. Der nächste Schritt ist dann „Hook“, der mir persönlich deutlich mehr bedeutet.

Fazit

Auch wenn „Peter Pan“ für mich persönlich nicht der große Disney-Klassiker ist, so hatte ich doch viel Spaß damit. Gerade aus technischer Sicht ist der Animationsfilm eine Meisterleistung und ich kann Filmfreunden nur die Making-of-Dokus ans Herz legen: 8/10 Punkte.

Wir – OT: Us (2019)

Auch wenn ich kein schwarzes Quadrat gepostet und mich nicht zu #BlackLivesMatter geäußert habe, so habe ich in den vergangenen Tagen viel über institutionellen Rassismus gelesen und gelernt. Auch die heutige Filmwahl ist davon beeinflusst, denn in vielen Filmen und Serien sind Schwarze nur Nebenfiguren. Nachdem ich Jordan Peeles „Get Out“ schon famos fand, erhoffte ich mir auch von „Wir“ so einiges. Und ja, mir ist bewusst dass meine Filmwahl kein Betrag ist. Dennoch war sie mir wichtig. Spoiler sind zu erwarten.

Wir (2019) | © Universal Pictures Germany GmbH

Wir (2019) | © Universal Pictures Germany GmbH

Jordan Peele: Ein Meister des modernen Horrors

Nachdem man „Get Out“ am ehesten noch als satirische Horror-Parabel auf Rassismus lesen konnte, so ist die Lage bei „Wir“ nicht ganz so eindeutig. Der Film ist offener und fühlt sich größer an. Er lässt mehr Interpretationsspielraum und ist dadurch auch weniger gut zu greifen. Wenn man sich die Bewertungen so anschaut, hat „Wir“ fast überall schlechter abgeschnitten als sein Vorgänger im Geiste. Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, dass er mir stärker im Gedächtnis bleiben wird. Eben weil er offener ist und ich in den nächsten Tagen viel über die Handlung und die Details der Geschichte nachdenken werde. Ein Horrorfilm, wie ich ihn liebe.

Da stellt sich sogleich die Frage: Ist „Wir“ ein Horrorfilm? Er besitzt die typischen Elemente des Genres. Es gibt sogar ein paar Jump-Scare-Effekte, welche jedoch nie platt und unbedacht eingesetzt werden. Jordan Peele findet großartige Bilder, die sich in das Gedächtnis der Zuschauer brennen und der Score des Films ist einfach meisterhaft verstörend. Trotz der durchaus eingehaltenen Genre-Konventionen, ist „Wir“ teils unfassbar lustig und in seiner Brutalität nie selbstzweckhaft.

Doppelgänger ohne Griff in die Klischeekiste

Inhaltlich mag es gegen Ende so wirken, als würde sich Peele ein wenig im Untergrund verrennen, doch letztendlich hatte er den Ursprung seiner Doppelgänger bereits in der ersten Texttafel angekündigt. Wieso er die Gesellschaft auf diese Weise spiegelt, hat sich mir noch nicht ganz erschlossen, aber schon jetzt fallen mir etliche Möglichkeiten der Interpretation ein. Zudem mochte ich, dass die Geschichte ohne das typische Evil-Twin-Klischee ausgekommen ist. Sprich es wird nicht stets damit gespielt, dass man als Zuschauer (oder einer der Charaktere) nicht weiß, ob eine Figur nun die gute oder die böse Variante ist. Bis eben zum Finale, das ich so nicht habe kommen sehen. Lupita Nyong’o spielt einfach nur erschreckend gut. Der Wahnsinn.

Fazit

„Wir“ ist kein einfacher Film. Oberflächlich betrachtet ein recht typischer Home-Invasion-Thriller, der uns gegen Ende aber wortwörtlich in den Kaninchenbau führt. Ich fand ihn auf vielen Ebenen wirklich unheimlich und freue mich jetzt schon darauf, mich tiefer mit dem Film zu beschäftigen: 9/10 Punkte.

Mein Lotta-Leben: Alles Bingo mit Flamingo! (2019)

Heute beginnen auch für mich endlich die Ferien. Eigentlich Pfingstferien, auch wenn das Wetter eher an den Herbst erinnert. Heute Abend durfte sich das Zappelinchen einen Film aussuchen und ihre Wahl ist auf „Mein Lotta-Leben: Alles Bingo mit Flamingo!“ gefallen, den sie eigentlich schon im Kino sehen wollte. Nun läuft der Film auf Prime Video und somit war die Gelegenheit günstig… 🦩

Mein Lotta-Leben: Alles Bingo mit Flamingo! (2019) | © LEONINE

Mein Lotta-Leben: Alles Bingo mit Flamingo! (2019) | © LEONINE

Ein wundervoll inszenierter Kinderfilm

Ähnlich wie „Gregs Tagebuch“ sind auch die „Mein Lotta-Leben“-Bücher angereichert mit Comic-Elementen. Im Gegensatz zur Verfilmung von „Gregs Tagebuch“ hat Regisseurin Neele Leana Vollmar dieses Stilmittel jedoch viel organischer in ihren Film übernommen. Überhaupt ist „Mein Lotta-Leben: Alles Bingo mit Flamingo!“ formal eine Wucht: Die Kameraführung ist lebendig, Sets und Kostüme wirken wunderbar natürlich und die jungen Schauspielerinnen sind allesamt famos. Der Humor zündet und überhaupt ist diese Coming-of-Age-Komödie so bezaubernd frech, dass es einfach eine Freude ist. Herrlich!

Leider jedoch kann die Geschichte nicht mit den positiven Aspekten mithalten. Ja, im Grunde geht es um die Freundschaft zwischen Lotta und Cheyenne, doch dem Gegenüber steht die Handlung rund um Popstar Marlon, welche viel zu sehr ausgewälzt wird. Für die Kinder war das durchaus ein großer Spaß, doch ich hätte nicht so viel davon sehen müssen. Zumal die Moral von der Geschichte am Ende doch ein wenig aufgesetzt wirkt. Aber nun gut, dafür gab es davor viele gar wunderbare Szenen. Unterbrochen haben wir den Film übrigens nur einmal aufgrund dieses wunderschönen, doppelten Regenbogens:

Irgendwie passend für den Film, finde ich. 🌈

Fazit

„Mein Lotta-Leben: Alles Bingo mit Flamingo!“ besitzt richtig starke Elemente und ich hätte gerne einen Punkt mehr gegeben. Doch am Ende hat mich die Geschichte nicht so wirklich packen können. Es sind letztendlich aber wirklich tolle Ansätze vorhanden und es ist definitiv ein Film, den man mit seinen Kindern wunderbar zusammen schauen kann: 7/10 Punkte.

Defiance – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 3)

Das war ein ganz schön holpriger Einstieg. Nach dem großartigen „Downton Abbey“ samt abschließendem Film hatte es jede darauffolgende Serie schwer. Die Wahl ist auf „Defiance“ gefallen, eine Sci-Fi-Serie, die bereits viel zu lange ungesehen im Regal stand. Mit drei Staffeln recht überschaubar und einem gänzlich anderen Setting. Warum der Einstieg nicht einfach war, und sich die Serie dennoch gelohnt hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 👽🤠

Defiance | © Universal Pictures Germany GmbH

Defiance | © Universal Pictures Germany GmbH

Weiterlesen

Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil – OT: The Jewel of the Nile (1985)

Den heutigen Samstag habe ich fast nur draußen verbracht: Laufen, Rasenmähen und mit den Kindern radeln. Und all das bei recht durchwachsenem Wetter. Aber ist ja auch egal. Wir sind recht spät auf das Sofa gekommen und ich habe mich deshalb nach einem eher kurzen und entspannten Film umgesehen. Letztendlich ist „Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil“ im Player gelandet, dessen Vorgänger mir vor einem guten halben Jahr erneut viel Vergnügen bereitet hat… 💎🐫

Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil (1985) | © 20th Century Fox

Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil (1985) | © 20th Century Fox

Ein typisches Sequel der 80er Jahre

Wie schon der erste Teil gehörte auch „Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil“ früher zu meinem Standardprogramm. Einfach ein Film, den man immer wieder einschaltet, wenn er im Fernsehen läuft. Kennt man heutzutage natürlich nicht mehr, doch damals war das so (schreibe ich als alter Mann). Irgendwann danach habe ich die Fortsetzung des 80er-Jahre-Hits noch einmal auf DVD nachgeholt. Vor über einem guten Jahr ist mir endlich die Blu-ray in die Hände gefallen, die bereits länger out-of-print ist und für entsprechende Preise (40 Euro aufwärts) gehandelt wird. Hier hatte es sich gelohnt, einmal wieder im örtlichen Elektromarkt zu stöbern. Aber was erzähle ich hier? Das werden eh nur die langsam aussterbenden Filmsammler verstehen.

Doch zurück zum Film: „Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil“ ist ein typisches Sequel, das zumindest einen interessanten Zeitpunkt zum Wiedereinstieg wählt: Wie geht es mit dem Paar nach dem romantischen Höhepunkt weiter? Nachdem das aufregende Abenteuer vorbei ist? Das mochte ich recht gerne. Ansonsten wird die Meta-Ebene im Vergleich zum Vorgänger deutlich zurückgefahren. Das Urwald-Setting weicht der sengenden Wüstensonne und die Bösewichte sind aus heutiger Sicht unglaublich klischeehaft. Das White-Savior-Phänomen trifft hier leider durchaus zu, wenngleich sich unsere Helden oft auch einfach dämlich anstellen, was das Ausmaß dieses unschönen Stilmittels zumindest ein wenig relativiert. Aber ja, es ist eben ein Film der 80er Jahre, den man heute bestimmt nicht in dieser Art und Weise drehen würde. Im Kontext seiner Zeit aber immer noch sehr unterhaltsam und wunderbar altmodisch und mit famosen praktischen Effekten umgesetzt.

Fazit

Auch wenn der Film deutlich hinter „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ zurückbleibt, so hatte ich doch auch mit der Fortsetzung wieder viel Spaß. Eben klassische 80er-Jahre-Unterhaltung, wofür man durchaus ein Faible mitbringen sollte. Dann aber kann man damit spaßige 100 Minuten verleben: 7/10 Punkte.