Hook (1991)

Puh, was für ein Tag. Eigentlich wollte ich gegen 16 Uhr in den Feierabend gehen, doch es gab immer noch etwas zu tun, so dass ich erst gegen 18 Uhr ins Wochenende starten konnte. Umso mehr habe ich mich auf den Filmabend gefreut: Nachdem wir vor zwei Wochen die Disney-Version von „Peter Pan“ geschaut hatten, stand heute endlich die inoffizielle Fortsetzung „Hook“ auf dem Programm. Ein Film, der mir persönlich extrem viel bedeutet. Umso gespannter war ich auf die heutige Sichtung… 🏴‍☠️

Hook (1991) | © Sony Pictures Home Entertainment

Hook (1991) | © Sony Pictures Home Entertainment

Filmgewordene Nostalgie in Reinform

„Hook“ als Film habe ich in meinem bisherigen Leben vielleicht viermal gesehen. Inklusive der heutigen Sichtung. Also gar nicht so häufig. Aber ich habe als Kind die Hörspielkassette besessen – und diese ist bei mir rauf und runter gelaufen. Ich kann das Hörspiel (hier auf YouTube) heute noch mitsprechen. Es hat einen famosen Erzähler und war ungekürzt zur Filmfassung. Noch heute beschwört die Geschichte bei mir ein ganz besonderes Gefühl, was nicht nur meiner besonderen Beziehung zum Film geschuldet ist, sondern auch am Inhalt liegt: Hier geht es in erster Linie um das Erwachsenwerden, das Vergessen der Kindheit, den beständigen Kampf zwischen Verantwortung und Spaß. Prioritäten im Leben und dem, was man seinen eigenen Kindern mitgeben möchte. All das verpackt Steven Spielberg in einen kunterbunten Abenteuerfilm, der jedoch stets das große Gefühl zelebriert. Ein ungewöhnlicher Film, den damals leider nicht viele zu schätzen wussten.

Nüchtern betrachtet besitzt der Film auch eine seltsame Struktur: Es dauert über eine halbe Stunde, bis es endlich ins Nimmerland geht und noch länger bis Peter Banning wieder zu Peter Pan wird. Nimmerland ist eine einzige große Kulisse und dies sieht man dem Film auch in jeder Einstellung an (was das angeht hat er mich etwas an Ridley Scotts „Legende“ erinnert). Dadurch wirkt die abenteuerliche Insel einerseits sehr haptisch, andererseits aber auch unwirklich und wie eine Theaterbühne. Weiterhin schwankt die Geschichte stark im Ton zwischen extrem albern und kindlich bis hin zu grausam und traurig. Doch all das funktioniert für mich unglaublich gut und ich konnte gerade aus heutiger Sicht sehr mit Peter (toll gespielt von Robin Williams) mitfühlen. Es ist eine nostalgische Geschichte, an deren Ende jedoch die Zukunft und Zuversicht gewinnt. Das sieht man auch nicht alle Tage.

Fazit

Ich glaube teils hat es meine Kinder etwas verstört, dass ich jeden Dialog mitsprechen konnte. Dennoch hatten beide viel Spaß mit dem Film. Speziell die verlorenen Jungs und ihre Angriffe auf Kapitän Hook haben ihnen viel Freude bereitet. Ich selbst habe viel in Nostalgie geschwelgt und die neue Perspektive als Vater genossen. Einfach ein Film, zu dem ich immer wieder sehr gerne zurückkehre und eine Geschichte, die mir extrem viel bedeutet. Vielleicht nicht perfekt, doch ein Lieblingsfilm: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

16 Gedanken zu “Hook (1991)

  1. „Hook“ hat einige massive Probleme, vor allem im dritten Akt, aber er ist definitiv ebenfalls einer meiner Kindheitsfavoriten und dürfte sogar die erste Version der Peter-Pan-Geschichte sein, die mir untergekommen ist. Möglicherweise habe ich den Disney-Film auch vorher gesehen, aber dieser war in meiner Kindheit auf jeden Fall nie allzu präsent, „Hook“ war immer die dominante Pan-Version, und das in einem Ausmaß, dass ich auch heute noch bei der Erwähnung des titelgebenden Piraten erst einmal an Dustin Hoffmann denke. Der Score von John Williams ist natürlich ohnehin über jeden Zweifel erhaben und ich wäre fast geneigt, ihn zum besten Williams-Score der frühen 90er zu erklären, wären da nicht noch „Jurassic Park“ und „Schindlers Liste“ quasi direkt um die Ecke.

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    • Ja, objektiv gesehen hat der Film einige Probleme, gar keine Frage. Doch er funktioniert für mich dennoch (auch heute noch) auf allen Ebenen extrem gut. Gerade den ersten Akt finde ich großartig. Auch für mich ist „Hook“ die definitive Pan-Version, weil er den Konflikt zwischen ewiger Kindheit und Erwachsenwerden noch einmal auf eine andere Ebene hebt. Schön, dass du den Score erwähnst, der auch für mich zu meinen Favoriten zählt.

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      • Für mich war es Disneys Version, mit der ich aufgewachsen bin und die noch heute über allen anderen Verfilmungen steht.
        Von „Hook“ war ich damals masslos enttäuscht – viellecht weil Disney in meinem Kopf steckte. Das werde ich demnächst wohl überprüfen, indem ich mir „Hook“ aus der zeitlichen Distanz von 30 Jahren nochmals ansehe.
        Kennst Du übrigens „Pan“ von Joe Wright? Der wurde auch stark kritisiert – ich fand den grandios! Ist neben Disney meine Lieblings-Version des Barrie-Stoffes!

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      • Nein, „Pan“ kenne ich noch nicht. Aber was du sagst motiviert mich, ihn doch einmal nachzuholen. Auch 2003 gab es schon eine Realverfilmung mit dem Titel „Peter Pan“, die ich auch recht gut fand. Aber meine Sichtung liegt schon wieder Jahre zurück.

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    • Das war eben auch bei mir der Fall. Gerade die besonderen Filme sollte man viel öfter schauen. Aber vielleicht sind sie ja deshalb besonders: weil sie einem dennoch jahrelang im Gedächtnis bleiben… 🙂

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