Legende – Director’s Cut – OT: Legend (1985)

Ich mochte das Fantasykino schon immer. Bis jedoch Peter Jacksons Mammutwerk in die Kinos kam, musste man sich mit Filmen der 80er begnügen. Diese waren teils grandios (z.B. „Willow“), teils aber auch ziemlicher Unfug (z.B. „Krull“). Auch Ridley Scott hatte sich mit „Legende“ am Genre versucht und es fiel mir schon damals schwer den Film einzuordnen. Seit Beginn des DVD-Zeitalters habe ich den Film jedoch stets gemieden, da ich auf eine Veröffentlichung des Director’s Cuts wartete – gestern war es dann endlich soweit…

Wenn man den Film mit drei Wörtern beschreiben wollte, dann am besten mit diesen: Einhörner, Glitzerstaub und Seifenblasen. Der Film besitzt eine beinahe schon verstörend traumhafte Atmosphäre. Seien es nun die sonnendurchfluteten Wälder am Anfang oder die Festung der Dunkelheit am Ende des Films, Ridley Scott ist es abermals gelungen einem Genre durch einen eindeutigen visuellen Stil seinen Stempel aufzudrücken – und dieser beinhaltet in diesem Fall eben Einhörner, Glitzerstaub und Seifenblasen. Obwohl die Bilder nahezu komplett künstlich erschaffen wurden, wirken sie doch lebendig – nur eben anders als die uns bekannte Welt. Scott hat mit „Legende“ eine tatsächliche fantastische Welt geschaffen, die auch heute noch beeindrucken kann.

Neben der visuellen Präsentation gibt es natürlich noch die Handlung des Films und in dieser sind leider auch alle Schwachpunkte zu finden. Im Prinzip wird die älteste aller Geschichten erzählt: Gut gegen Böse, das Licht gegen die Dunkelheit. Mehr gibt es nicht. Natürlich bietet der Film Interpretationsebenen und man mag Lilis sexuelles Erwachen in ihrer Begegnung mit Darkness sehen, doch letztendlich begleitet man nur Tom Cruise als Waldjungen Jack, der sich auf macht um seine Prinzessin zu retten. Die Faszination ergibt sich einzig und allein durch die Bilder (z.B. die verstörende Gefägnisszene oder Lilis Tanz) und weder Handlung noch Charaktere können auch nur annähernd mit diesen mithalten.

Da meine Sichtung des europäischen Kinocuts bereits zu lange zurückliegt, konnte ich Handlungserweiterungen des Director’s Cuts nur bedingt ausmachen. Er wirkt auf mich noch etwas düsterer, aber da mag ich mich auch täuschen. Freunde des Fantasykinos sollten Ridley Scotts kitschig-düsteren Ausflug zu den Wurzeln des Genres auf jeden Fall gesehen haben. Der Film ist teils irritierend, größtenteils unterhaltsam und stets ein Augenschmaus: 7/10 Punkte. Die Einhörner haben mir jedoch in „Blade Runner“ besser gefallen…

10 Gedanken zu “Legende – Director’s Cut – OT: Legend (1985)

  1. Ridley Scotts Filme wären mir sympathischer, wenn er nicht zu jedem später einen Director’s, Extended und Final Cut veröffentlichen würde. Eigentlich sollte man meinen, ein Mann wie Scott könne seine Vision ins Kino bringen, vermutlich will er aber nur am großen Klingkling partizipieren.

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    • Bei einigen Filmen („Alien“ oder „Gladiator“) ist das bestimmt der Fall. Bei anderen („Blade Runner“, „Legende“ oder „Königreich der Himmel“) ist ja bekannt, dass das Studio jeweils den Kinocut in Auftrag gegeben hat und Scott mit diesem von Anfang an nicht zufrieden war. Ist also zweischneidig. Im Grunde nervt mich diese Tendenz aber auch, keine Frage.

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  2. Ich freue mich derart auf Bladerunner 2! 🙂 Ich fand besonders immer noch die Tanzszene mit der schwarzen Königin bei Legende beeindruckend.Willow fand ich beim diesjährigen Anschauen leider gar nicht mehr gut, obwohl ich extrem gute Erinnerungen an ihn hatte.

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    • „Blade Runner 2“? Ist da ernsthaft was geplant? Jetzt schockst du mich aber. Die Tanzszene ist wahrlich beeindruckend. Überhaupt ist der Film audiovisuell ganz groß, doch inhaltlich konnte er mich nicht mitreißen. Da spielt für mich „Willow“ – vor 2 Jahren das letzte Mal gesehen – in einer ganz anderen Liga. Aber das ist wohl Geschmackssache…

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    • Ja, Tim Curry ist als Darkness wahrlich imposant. Toll gespielt und grandiose Maske! Auch kann ich verstehen, dass man Kindheitsklassiker einfach liebt. Bei mir ist „Willow“ so ein Fall. „Legende“ hatte ich zwar auch ein paar Mal gesehen, aber zum Klassiker hat es bei mir dann doch nicht gereicht.

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