A Quiet Place (2018)

Aktualisierung: Ich habe „A Quiet Place“ am 28. Dezember 2021 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Der letzte Urlaubsabend. Das Wetter ist immer noch trüb und grau. Die besten Voraussetzungen also, um einen Film zu schauen. Nachdem es gestern mit „Die Schöne und das Biest“ eher heiter zuging, habe ich mich heute mit „A Quiet Place“ dem stillen Horror zugewandt. Ob der ziemlich gehypte Genrefilm seinem Ruf tatsächlich gerecht wird, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

A Quiet Place (2018) | © Paramount (Universal Pictures)

A Quiet Place (2018) | © Paramount (Universal Pictures)

In der Ruhe liegt die Kraft

Ich habe es schon öfter erwähnt: Ich mag Filme, deren Prämisse sich in einem Satz festhalten lässt und die dennoch so faszinierend ist, dass sie eine komplette Welt eröffnet. Zu diesen Filmen gehört auch „A Quiet Place“: Eine Welt, in der es tödlich ist, Geräusche zu machen. So einfach und doch so genial. Neben seiner Prämisse, hat mich speziell John Krasinski in Personalunion (Drehbuch, Regie, Hauptdarsteller) gereizt, den ich seit seiner Rolle als Jim Halpert in der TV-Serie „The Office“ liebe. An Krasinskis Seite spielt seine Ehefrau Emily Blunt, was auch die perfekte On-Screen-Chemie erklärt. Komplettiert wird das Ensemble durch exzellente Kinderdarsteller, u.a. die gehörlose Millicent Simmonds, was den Film noch einmal sympathischer macht.

Für mich ist Ausgangssituation perfekt aufgegangen: An mögliche Logiklöcher habe ich keinen Gedanken verschwendet, so mitreißend ist die Geschichte inszeniert. Stets steht die Familie im Mittelpunkt und auf billige Schockeffekte wird nur selten zurückgegriffen. Der Film funktioniert einfach. Einzig das durchaus effektive Monsterdesign wirkt ein wenig generisch und ich hätte es noch besser gefunden, wenn man die Kreatur nicht so häufig gesehen hätte. „A Quiet Place“ macht hier schon vieles richtig, doch in so mancher Szene wirkt die Zurschaustellung der ILM-Kreation fast ein wenig selbstverliebt. Dies ist jedoch nur ein kleiner Kritikpunkt.

Fazit

Auch wenn „A Quiet Place“ letztendlich keine komplett neue Geschichte erzählt, so spielen alle Versatzstücke doch perfekt zusammen. Hinzu kommt, dass Krasinski die Handlung in 90 Minuten unterbringt und nicht auf zweieinhalb Stunden aufbläst, wie es heute so gerne gemacht wird. Ein sympathischer Horror-Thriller, der uns öfter einmal genauer hinhören lässt: 8/10 Punkte.

Die Schöne und das Biest – OT: Beauty and the Beast (2017)

In der letzten Woche habe ich schon mehr Filme gesehen, als in den zwei Monaten zuvor. Was eine Abkühlung um 15 °C doch ausmacht. Gestern stand mit der Neuverfilmung von „Die Schöne und das Biest“ ein Film auf dem Programm, den wir schon lange sehen wollten. Auch weil mir das Live-Action-Remake von „The Jungle Book“ ausgezeichnet gefallen hat, war ich sehr hoffnungsvoll…

Die Schöne und das Biest (2017) | © Walt Disney

Die Schöne und das Biest (2017) | © Walt Disney

How Does a Moment Last Forever

Im Gegensatz zu vielen anderen Disney-Klassikern, habe ich „Die Schöne und das Biest“ in meiner Jugend nicht sonderlich häufig gesehen. Ich kann mich tatsächlich nur an eine oder zwei Sichtungen erinnern. Der Film besitzt für mich demnach keinen überaus großen Stellenwert, wenngleich ich das Zeichentrick-Musical auch sehr mag und die meisten Songs wiedererkannt habe. Im Gegensatz zu „The Jungle Book“ orientiert sich Bill Condons Version sehr nahe am Animationsfilm, weshalb er sich noch mehr als Jon Favreau die Frage gefallen lassen muss: Warum überhaupt ein Remake? (Klar, für Disney ist viel Geld im Spiel.) Wenn man sich für den Film interessiert, sollte man diese Frage jedoch zunächst hintenanstellen. Schon alleine um nicht beständig zu vergleichen. Für mich hat diese neue Version tatsächlich einen Mehrwert geschaffen und das ohne den Zeichentrickfilm abzuwerten:

Auch wenn viel CGI im Spiel ist, so liebe ich den Look des Films. Das Dorf, das düstere  Schloss und speziell seine Bewohner haben es mir wirklich angetan. Auch die Musical-Nummern funktionieren größtenteils extrem gut und die inhaltlichen Erweiterungen geben den Figuren mehr Tiefe. Andere Elemente, wie z.B. die Ausgestaltung von „Be Our Guest“, haben auf mich ein wenig befremdlich gewirkt. Hier hätte der Film für mich besser funktioniert, wenn sich die Inszenierung mehr vom Original gelöst hätte. Die neuen Songs dagegen fügen sich wunderbar in die Geschichte ein.

Beauty and the Beast

Über die Besetzung, gerade von Emma Watson, wurde viel geschimpft. Ich kann das nicht nachvollziehen. Sicher entspricht sie nicht der Belle aus dem Animationsfilm, doch begrüße ich diese Änderung. Der Film bekommt dadurch einen frischen Wind und man löst sich vom beständigen Vergleich. Auch die anderen Schauspieler füllen ihre Rollen gekonnt aus, wobei ich am meisten Zeit benötigt habe, um mich mit Dan Stevens (David, „The Guest“) anzufreunden. Das Duo Luke Evans und Josh Gad fand ich herrlich. Und die CGI-Versionen von Lumière und Cogswort, dargestellt durch Ewan McGregor und Ian McKellen, sind perfekt getroffen.

Fazit

Auch wenn man sich über den Existenzgrund des Films trefflich streiten kann, so konnte ich mich der Magie von „Die Schöne und das Biest“ auch in der Neuverfilmung nicht entziehen. Es ist nicht alles perfekt und eine freiere Interpretation wäre teils wünschenswert gewesen. Davon abgesehen konnte mich Bill Condons Film jedoch überzeugen und ich habe jede (gesungene) Minute genossen: 8/10 Punkte.

Angels‘ Share: Ein Schluck für die Engel (2012)

Nach einem Tag im Playmobil Funpark waren wir alle ziemlich platt. Nachdem die Kids endlich im Bett waren, kamen wir spät auf die Couch und haben mit „Angels‘ Share: Ein Schluck für die Engel“ einen nicht immer leicht verdaulichen, aber doch sehr guten Film gesehen. Details lest ihr in der folgenden Besprechung…

Angels' Share: Ein Schluck für die Engel (2012) | © Prokino (Vertrieb EuroVideo Medien GmbH)

Angels‘ Share: Ein Schluck für die Engel (2012) | © Prokino (Vertrieb EuroVideo Medien GmbH)

Sozialdrama trifft auf Heist-Komödie

Ken Loach ist für bittere, oft jedoch auch hoffnungsvolle Sozialdramen bekannt. Auch „Angels‘ Share“ bildet hier keine Ausnahme. Gerade die erste halbe Stunde ist schon harter Tobak, der uns die Lebensrealität in Glasgow schonungslos vor Augen führt. Dabei bleibt es aber nicht lange, denn schon bald führt der Sozialarbeiter Harry unseren Protagonisten in die faszinierende Welt des Whiskys ein. Damit ändert sich auch der Ton des Films und das Sozialdrama verwandelt sich in einen ungewöhnlichen Heist-Movie, was auf den ersten Blick vielleicht nicht so ganz zusammenpassen mag, letztendlich aber doch erstaunlich gut funktioniert.

„Angels‘ Share“ lebt eindeutig von seinen Charakteren und der naturalistischen Inszenierung. Die Geschichte ist mitreißend und man möchte, dass sie für die Figuren einen positiven Ausgang nimmt. Was sich im weiteren Verlauf abspielt ist ziemlich konstruiert und offensichtlich geschrieben, was mich allerdings nicht sehr gestört hat. Durch das Grundthema Whisky hatte der Film bei mir zudem schon halb gewonnen.

Fazit

Wer eine angenehmen und leicht dahin plätschernde Komödie sehen möchte, der ist mit „Angels‘ Share“ nicht sonderlich gut beraten. Ken Loachs Film ist dramatischer als uns das Marketing weismachen will. Gerade dieser Aspekt hebt ihn aber auch über die typische Gute-Laune-Komödie heraus. Hat mir ziemlich gut gefallen: 7/10 Punkte.

Findet Nemo – OT: Finding Nemo (2003) (WS1)

Nach unserem Urlaub an der Nordsee sind unsere Kinder voll auf dem Meerestrip. Kein Wunder, haben sie doch das Wattenmeer erkundet und dort Krebse, Krabben und Seesterne in der Hand gehalten. Schon seit Beginn der Ferien steht der Wunsch nach einem Kinoabend auch ganz oben auf der Liste, allerdings war das Wetter immer zu gut. Nun hat es abgekühlt und somit stand der gemeinsamen Sichtung von „Findet Nemo“ nichts mehr im Wege. Natürlich stilecht in 3D, um die komplette Immersion in die bunte Unterwasserwelt zu ermöglichen…

Findet Nemo (2003) | © Walt Disney

Findet Nemo (2003) | © Walt Disney

Ein 15 Jahre altes Animationswunder

Erst bei Beginn der Sichtung wurde mir klar, dass „Findet Nemo“ inzwischen auch schon 15 Jahre auf dem Buckel hat. 15 Jahre! Kann das sein? Ich weiß noch, dass ich den Film im Kino gesehen habe, als wäre es gestern gewesen. Einfach unfassbar. Die Zeit ist nicht spurlos an mir vorübergegangen, schließlich saß ich mit zwei Kindern vor dem Fernseher, doch was ist mit dem Film? Er sieht auch heute immer noch unfassbar gut aus. Die Unterwasserwelt lebt, die Geschichte ist emotional mitreißend und die Entwicklung der Figuren glaubhaft. Nicht sonderlich komplex, aber bis ins kleinste Detail durchkomponiert und liebevollst ausgestaltet. Herrlich!

Wie ist der Film bei unseren Kindern angekommen? Das Zappelinchen war begeistert und ist komplett in das Abenteuer eingestiegen. Unser Zwergofant jedoch hatte bei den spannenderen Szenen sichtlich Angst, was das Filmerlebnis für ihn doch leider getrübt hat. Schließlich wollte er doch unbedingt mitschauen und war stets zwischen Interesse und Furcht hin und hergerissen. Sehr schade, doch einen Filmabend mit „Findet Dorie“ wird es somit erst einmal nicht geben. Ich bin wirklich gespannt, wann der Knoten bei ihm platzt. Bis es soweit ist, werden wir es ab und zu immer wieder versuchen, denn das Interesse an Filmen ist definitiv vorhanden.

Fazit

Pixars „Findet Nemo“ ist nach wie vor ein perfekter Unterhaltungsfilm, der Klein und Groß zu begeistern weiß. Sein inzwischen durchaus reifes Alter sieht man ihm in keinem Frame an und das 3D sieht so aus, als wäre der Film damals bereits dafür produziert worden. Ein echter Mehrwert. Lange Rede, kurzer Sinn: immer noch beste Unterhaltung. Ob die Fortsetzung auch etwas kann? 10/10 Punkte.

Geschenkt ist noch zu teuer – OT: The Money Pit (1986)

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Ich habe einmal wieder einen Film gesehen. Nachdem die letzte Sichtung beinahe zwei Monate zurückliegt, und ich den gesamten Juli komplett ohne einen einzigen Film verbracht habe, war es heute endlich wieder soweit. Mit „Geschenkt ist noch zu teuer“ habe ich einen meiner Kindheitsklassiker in den Player geschoben, dessen letzte Sichtung bestimmt schon 25 Jahre zurückliegt.

Geschenkt ist noch zu teuer (1986) | © Koch Media GmbH

Geschenkt ist noch zu teuer (1986) | © Koch Media GmbH

Eine typische 80er-Jahre-Komödie

Mit „Big“ habe ich Anfang des Jahres bereits eine Reise zu den Anfängen von Tom Hanks‘ Karriere unternommen. Und mit „Geschenkt ist noch zu teuer“ geht es noch einmal zwei Jahre weiter zurück in die 80er Jahre – und das merkt man auch. Der Soundtrack, die Mode, Frisuren, Inszenierung und Themen schreien geradezu, dass sie diesem Jahrzehnt entspringen. Dabei ist die Prämisse wunderbar zeitlos und wurde in ähnlicher Form z.B. auch in einer Episode der Sitcom „The King of Queens“ verhandelt. Gerade wenn man selbst schon einmal renoviert hat bzw. sich beim eigenen Hausbau mit Handwerkern herumschlagen durfte, bietet „The Money Pit“ den einen oder anderen Wiedererkennungseffekt.

Nachdem „Geschenkt ist noch zu teuer“ relativ geerdet beginnt, dreht der Film in seinem Verlauf komplett ab. Viele Charaktere sind extrem überzeichnet, was einen schönen Gegensatz zu den beiden Hauptfiguren bildet. Heute würde man diese Art von Film ganz anders inszenieren, doch für mich machen die gezeigten Übertreibungen auch den Charme einer solchen 80er-Jahre-Komödie aus. Da wirkt der emotionale Konflikt, der im letzten Drittel verhandelt wird, beinahe schon unnötig aufgesetzt.

Fazit

Ich habe das Filme schauen glücklicherweise nicht verlernt und „The Money Pit“ war eine gute Wahl für den Wiedereinstieg. Ein großer Spaß mit sympathischen Darstellern und einer sehr einfachen Geschichte. Kein Meilenstein der Unterhaltung, aber für Freunde der 80er und Fans des frühen Tom Hanks auf jeden Fall sehenswert: 7/10 Punkte.

Ich: Einfach unverbesserlich 2 – OT: Despicable Me 2 (2013)

Nachdem wir vor ein paar Wochen den ersten Teil der Filmreihe gesehen haben, wurde heute der Wunsch nach der Fortsetzung laut. Letztendlich haben wir Eltern uns leichtfertig überreden lassen und nach dem gemeinsamen Abendessen „Ich: Einfach unverbesserlich 2“ in den Player geschoben. Das Wetter war ohnehin mies (gefühlter Wintereinbruch) und somit stand einem Filmabend in 3D nichts im Wege…

Ich: Einfach unverbesserlich 2 (2013) | © Universal Pictures Germany GmbH

Ich: Einfach unverbesserlich 2 (2013) | © Universal Pictures Germany GmbH

Angriff der Zombie-Minions!

Im Gegensatz zu „Despicable Me“, saßen wir heute zu viert vor dem Fernseher. Kein krankheitsbedingter Ausfall. Juhu! Das sollte das Filmerlebnis eigentlich steigern. Allerdings war unser Zwergofant bei der heutigen Sichtung recht ängstlich und hat sich hauptsächlich an den Minions erfreut. Dafür aber richtig. Das Zappelinchen war von der ganzen Geschichte extrem begeistert und auch wir Eltern hatten großen Spaß mit Gru und Co. Auch wenn die meisten Gags sehr kindgerecht sind, so gibt es auch ein paar Anspielungen, die gerade den Erwachsenen ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Die nachgestellte Chestburster-Szene aus „Alien“ ist da nur eines vieler Beispiele.

Die Geschichte von „Ich: Einfach unverbesserlich 2“ ist einer Fortsetzung absolut würdig. Von allem ein wenig mehr und mit viel Raum für die bereits etablierten Charaktere. Ich mochte das sehr und konnte auch den neuen Figuren einiges abgewinnen. Gerade die Liebesgeschichte war, für einen kindgerechten Animationsfilm, durchaus erfrischend und hat mit einigen schönen Momenten gepunktet. Insgesamt ein großer Spaß, bei dem auch die Action nicht zu kurz kommt. Gerade der Kampf gegen die Zombie-Minions im Finale war herrlich übertrieben inszeniert und hat so ziemlich jedes Schießerei-Klischee aufs Korn genommen.

Fazit

Auch wenn die Sichtung teils ein wenig unruhig war, so hatten wir alle insgesamt doch viel Spaß mit „Ich: Einfach unverbesserlich 2“. Die 3D-Effekte waren wieder famos und die Anzahl aus Slapstick-Gags für Kids und Anspielungen für das erwachsene Publikum war sehr ausgewogen. Den dritten Teil werden wir beizeiten bestimmt auch noch nachholen: 8/10 Punkte.

Rambo 3 – OT: Rambo III (1988)

Nach einem anstrengenden Samstag mit morgenlichem Lauf und dem letzten Sommerfest im Kindergarten, waren wir abends noch ein wenig auf der Terrasse gesessen, bevor meine bessere Hälfte von Müdigkeit übermannt wurde. Das führte dazu, dass ich um 21:30 Uhr mit „Rambo III“ tatsächlich noch einen Film einlegte. Ob das eine gute Idee war, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Rambo III (1988) | © STUDIOCANAL

Rambo III (1988) | © STUDIOCANAL

„God would have mercy. He won’t.“

Nachdem ich „Rambo 2: Der Auftrag“ gesehen hatte, erwartete ich mir von der direkten Fortsetzung ein ziemliches Trash-Fest. Der berühmte Dialog rund um das blau leuchtende Licht war mir im Vorfeld schon bekannt und ich erwartete mir mehr in dieser Richtung. Tatsächlich ist „Rambo III“ aber eine konsequente Weiterentwicklung des Vorgängers, was sich hauptsächlich in der gesteigerten Action und den Schauwerten niederschlägt. Peter MacDonalds Film sieht teuer aus und bringt Hochglanzbilder in das Franchise. Von Trash ist nicht viel zu sehen, wenngleich Action und Handlung noch stumpfer sind als die des Vorgängers. Rambos Sprüche und die gesamte Darstellung Afghanistans ist unfassbar 80er. Spätestens jetzt ist die Filmreihe dort angekommen, wo man sie in der Popkultur auch stets verortet – und dem famosen „First Blood“ damit unrecht tut.

Ich mag weiterhin die klassische und handgemachte Inszenierung, gerade wenn es nicht an jeder Ecke explodiert. Rambos Infiltration des russischen Forts ist wohl das Highlight des Films – und man kann schon verstehen, warum sich „Hot Shots! Der zweite Versuch“ hauptsächlich auf diese Filmreihe als Quell für Klischees stützt. Gegen Ende wurde mir das Geballer dann auch leider zu viel und ich war nicht mehr in der Handlung involviert. Das ist schade und eigentlich eine typische Krankheit heutiger Filme. Viel hilft eben manchmal doch nicht viel.

Fazit

Auch „Rambo III“ macht Spaß, wenn man vergessen kann, dass ein amerikanischer Einzelkämpfer mal eben so Afghanistan aufräumt. Als Zeitdokument der späten 80er Jahre betrachtet, ist der Film nach wie vor unterhaltsam. Eben gerade aufgrund seiner Wirkung auf die Popkultur: 6/10 Punkte.

Anchorman: Die Legende von Ron Burgundy – OT: Anchorman: The Legend of Ron Burgundy (2004)

Nachdem wir lange hin und her überlegt hatten, ob wir trotz der eher kühlen Temperaturen einen Abend auf der Terrasse verbringen sollen, haben wir uns letztendlich für einen Filmabend entschieden. Ganz konkret ist „Anchorman: Die Legende von Ron Burgundy“ in den Player gewandert, der schon lange auf meiner Liste stand und von dem ich mir einen unterhaltsamen Abend erhoffte…

Anchorman: Die Legende von Ron Burgundy (2004) | © Universal Pictures Germany GmbH

Anchorman: Die Legende von Ron Burgundy (2004) | © Universal Pictures Germany GmbH

„Boy, that escalated quickly.“

Ich muss gestehen, das es mir zu Beginn schwer gefallen ist, mich mit dem Humor des Films anzufreunden. Typisch für das Frat Pack herrschen viele improvisierte Szenen vor, von denen einige sehr gut funktionieren, andere dagegen schmerzhaft ins Leere laufen. Dennoch mochte ich gerade die völlige Beliebigkeit des Humors wirklich gerne: In einem Moment ist die Szene noch in der Realität verhaftet, nur um im nächsten komplett in einen völlig überzogenen ZAZ-Stil (Zucker, Abrahams und Zucker) abzudriften. Auch hier sitzt nicht jede Idee, doch der Film ist so konsequent in seiner Sprunghaftigkeit, dass es ein wahres Vergnügen ist.

Neben dem teils grotesken Humor, lebt „Anchorman: The Legend of Ron Burgundy“ tatsächlich von seiner Geschichte, die gnadenlos den Machismo der 70er Jahre aufs Korn nimmt. Das ist weder sonderlich subtil, noch gibt es eine zweite Ebene. Nein, hier wird jeder Gag aufs Platteste ausgespielt und die Szenen hören erst auf, wenn es schmerzt. Getragen wird der Film dabei von seinem formidablen Cast rund um Will Ferrell, Christina Applegate, Paul Rudd, Steve Carell und David Koechner. Von den unzähligen Gaststars einmal ganz zu schweigen. Man sieht allen Beteiligten ihre Spielfreude förmlich an.

Fazit

Adam McKays „Anchorman: Die Legende von Ron Burgundy“ ist ein großer Spaß, der mich teils an „Zoolander“ erinnerte. Der Film lebt mehr von seiner absurder Aneinanderreihung von Einzelszenen, als davon, eine wirklich treffende Satire auf die Medienwelt und den Zeitgeist der 70er Jahre zu sein. Das macht aber nichts, denn wenn man auch über platten Humor lachen kann, dann kann diese epische Rise-and-Fall-(and-Rise)-Geschichte unglaublich viel Spaß bereiten: 7/10 Punkte.

Pirates of the Caribbean: Salazars Rache – OT: Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell No Tales (2017)

Aktualisierung: Ich habe „Pirates of the Caribbean: Salazars Rache“ am 23. September 2022 zum zweiten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nachdem wir heute das Kindergartenfest der der Nichte und der Neffen besucht hatten, auf dem eine frei interpretierte Nacherzählung von Captain Jack Sparrows Abenteuern aufgeführt wurde, stand der Film des Abends schnell fest. Das stürmische Wetter sorgte zudem dafür, dass wir uns gerne vor den Fernseher zurückzogen und „Pirates of the Caribbean: Salazars Rache“ in den Blu-ray-Player gelegt haben…

Pirates of the Caribbean: Salazars Rache (2017) | © Walt Disney

Pirates of the Caribbean: Salazars Rache (2017) | © Walt Disney

Back to the Roots oder Fortsetzung um jeden Preis

Die „Pirates of the Caribbean“-Reihe hat die typische Entwicklung eines größeren Franchises durchgemacht. Wurde der erste Teil noch von fast allen geliebt, entwickelte sich die Filmreihe über die Zeit immer weiter zum hassenswerten Von-der-Stange-Blockbuster. So zumindest die Meinung vieler Filmfreunde. Ob nach dem Abschluss der Trilogie überhaupt noch ein vierter Teil nötig gewesen wäre, ist auch eine legitime Frage. Mit diesem hatte man die fortführende Erzählung verlassen und sich endgültig auf die zu Beginn geliebte, und inzwischen verachtete, Figur Captain Jack Sparrow konzentriert. Für mich hat das weiterhin recht gut funktioniert, doch ich liebe ja auch den Überflop „Die Piratenbraut“ und habe somit augenscheinlich ein Faible für dieses Genre. Was hat nun also der jüngste Spross der Reihe zu bieten?

Tatsächlich haben sich die Autoren angeschickt, dieses Mal direkt an die Trilogie anzuknüpfen, die damals ja ein erstaunlich düsteres Finale hatte. Man begegnet somit etlichen bekannten Figuren und erlebt mit ihnen neue Abenteuer. Tatsächlich haben mir aber gerade die überzogenen Actionszenen mit viel Slapstick, dafür ohne tiefere Bedeutung, viel Freude bereitet (deshalb liebe ich auch den zweiten Teil der Reihe so sehr). Die Handlung selbst funktioniert als Rahmen recht gut, um die Geschichte Will Turners endlich zu Ende zu erzählen. Der neue Geisterpirat Salazar (Javier Bardem) war mir dagegen zu beliebig und die Schatzsuche zu generisch. Das hat man alles schon ein paar Mal erlebt, auch wenn so einige Schauplätze und Ideen wirklich unterhaltsam waren. Insgesamt wohl knapp über dem Niveau des Vorgängers.

Fazit

Wenn ihr schon von den letzten drei Filmen der Reihen genervt wart, müsst ihr euch auch den jüngsten Aufguss nicht ansehen. Habt ihr aber ein Faible für Piraten-Fantasy und seid Johnny Depp als Titelfigur noch nicht überdrüssig, dann macht auch dieser Besuch in der Karibik viel Freude. Selbst wenn mir der Film nicht lange im Gedächtnis bleiben wird, so wurde ich doch für 120 Minuten wunderbar unterhalten: 7/10 Punkte.

47 Meters Down (2016)

Am vorletzten Abend unseres Urlaub, haben wir es doch noch geschafft, einmal wieder einen Film zu schauen. Die Wahl fiel auf den Hai-Thriller „47 Meters Down“, der mir damals im Zuge meiner Sichtung von „The Shallows“ empfohlen wurde. Ob das die richtige Wahl war, oder ob wir den vorletzten Urlaubsabend doch lieber wieder auf die Terrasse hätten verbringen sollen, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

47 Meters Down (2016) | Universum Film GmbH

47 Meters Down (2016) | Universum Film GmbH

Klaustrophobische Tauchgänge vs. das Drehbuch

Unter der Voraussetzung, dass ich Hai-Filme bzw. Unterwasserfilme liebe, die kein reiner Trash à la „Sharknado“ und Co. sind, erwartete ich mir durchaus einiges von „47 Meters Down“. Nach der Sichtung muss ich auch zugeben, dass Johannes Roberts den Kern der Geschichte um zwei Schwestern, die mit einem Tauchkäfig in die Tiefe stürzen und von Haien attackiert werden, gekonnt umgesetzt hat. Der Mittelteil des Films gefiel mir wirklich ziemlich gut, da aus der klaustrophobischen Situation einige spannende Szenen und atmosphärische Bilder entstehen. Selbst das (erste) Ende wusste mich zu überzeugen und ich war beinahe schon versöhnlich gestimmt. Beinahe, denn das restliche Drehbuch war leider ein ziemlicher Reinfall.

Es fängt schon mit der Charakterisierung der beiden Schwestern an: Die Vernünftige der beiden (gespielt von Mandy Moore, bekannt aus „This Is Us“) wurde von ihrem Freund verlassen, weil er sie zu langweilig findet. Und was macht sie? Um sich vor ihm zu beweisen, taucht sie in den Haikäfig. Weil sie ja doch so super abenteuerlustig sein kann. Oh man. Das sind doch genau die Vorbilder, die man im Kino sehen will. Am Ende wächst sie dann selbstbestimmt über sich hinaus und rettet ihre Schwester und… ach nein, war doch nur eine Halluzination aufgrund der Taucherkrankheit. In Wirklichkeit sitzt sie jammernd am Grund des Haikäfigs und muss sich retten lassen. Ja, ähm, toll.

Fazit

Ihr merkt schon, „47 Meters Down“ ist ein zweischneidiges Schwert: einerseits wirklich unterhaltsam und effektiv inszeniert, andererseits aber selten dämlich geschrieben. „The Shallows“ macht all das in vielerlei Hinsicht besser. Hai-Freunde dürfen gerne mal reinschauen, doch mehr als durchschnittliche Unterhaltung springt am Ende nicht dabei heraus: 5/10 Punkte.