Parasite – OT: Gisaengchung (2019)

Nachdem ich vergangenes Wochenende bereits den Versuch gestartet hatte, diesen Film zu sehen, war es heute endlich soweit. Zwar nur auf Blu-ray, da die UHD-Scheibe immer noch nicht will, doch wollte ich die Sichtung von „Parasite“ nicht noch länger aufschieben. Was der südkoreanische Oscar-Gewinner wirklich zu bieten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🐜

Parasite (2019) | © Capelight Pictures

Parasite (2019) | © Capelight Pictures

Ein bitterböser Blick auf den Kapitalismus

Wie auch schon Bong Joon-hos „Snowpiercer“, oder der kürzlich gesehene „Der Schacht“, ist „Parasite“ ein Kommentar auf unsere heutige Welt. Geprägt von einem starken Gefälle zwischen Arm und Reich und dem Kapitalismus als zerstörerischen Motor. Im Gegensatz zu den beiden genannten Filmen, wirkt „Parasite“ zunächst ein wenig subtiler in seiner Botschaft. Teils wirkt er wie eine tiefschwarze Komödie, doch viel zu Lachen gibt es nicht. Am ehesten hat mich Bong Joon-hos Film an Jordan Peeles famosen „Wir“ erinnert und das nicht nur aufgrund der Menschen aus dem Keller bzw. dem Untergrund. Die Atmosphäre und ja, auch der ungewöhnliche Score haben diese Assoziation bei mir geweckt. „Parasite“ bleibt jedoch realistischer in seiner Ausgestaltung, auch wenn er häufig künstlerisch überhöht wirkt.

Bong Joon-hos und Han Jin-wons Drehbuch besitzt so viele kluge Aspekte, welche die Probleme unserer Welt wunderbar auf den Punkt bringen. Alleine der Monolog des Vaters, der klar macht, dass man sich auf seiner sozialen Stufe keine Planbarkeit erlauben kann, ist unfassbar bitter. Oder der Fokus auf den Geruch bzw. Gestank von Armut, was an Abfälligkeit kaum zu überbieten ist. Der Punkt, dass sich am Ende der Nahrungskette bis auf das Blut bekriegt wird, nur um ein paar Kuchenkrümel abzubekommen. Dazu der krasse Kontrast zur Familie des Hausherren. Alleine schon die Dekadenz der Geburtstagsfeier. Starke Bilder und, auch gerade im übertragenen Sinne, ebenso starke Motive, die sich durch den kompletten Film ziehen.

Das schöne Mediabook enthält übrigens ein lesenswertes Essay über Paratisen im Film und natürlich speziell in diesem:

Fazit

„Parasite“ ist kein angenehmer Film. Er ist unterhaltsam, aber eben nicht auf entspannte Art und Weise. Und das ist gut so. Er macht einen großen Themenkomplex auf, bietet für diesen keine Lösung, legt den Finger aber schmerzhaft in die Wunde. Und bohrt darin herum. Definitiv ein Film, über den ich noch häufiger nachdenken werde: 9/10 Punkte.

15 Gedanken zu “Parasite – OT: Gisaengchung (2019)

    • Danke für deinen Link. Das mit der Serie wusste ich noch gar nicht. Krass. Braucht es vermutlich nicht, kann ich mir in den richtigen Händen aber auch gut vorstellen. Und HBO ist eigentlich eh eine sichere Bank.

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  1. Ich war auch ziemlich platt nach dem Ende des Films.
    Eine mehr als unangenehme Erfahrung, da kann ich nur zustimmen. Aber auch von mir in keiner Weise als negativ empfunden.
    Ich bin mir sicher, dass ich mir den Film noch das ein oder andere mal schauen werde und bin gespannt, wie anders sich der Film anfühlt (oder ob er sich anders anfühlt), nachdem man schon weiß, wie er ausgeht.

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    • Ja, das ist ein guter Punkt. Daran musste ich auch denken. Zwar war ich thematisch schon gespoilert und wusste, dass sich die arme Familie in die reiche Familie einnistet, doch der Twist mit dem Keller kam für mich komplett unerwartet. Werde ihn bestimmt auch nicht zum letzten Mal gesehen haben. Aber das denke ich mir bei vielen Filmen… 😉

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  2. Film ist toll, sind wir wohl alle einig, aber was mich interessiert.. weshalb wollte die UHD nicht? Ich spiele mit dem Gedanken, mir zu der vorbestellten PS5 einen 4K-Monitor zu holen, habe schon zwei UHDs und keine Lust, an Weihnachten wegen technischen Problemen den Weihnachtsbaum anzuschreien.

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    • Mit der UHD von „Parasite“ gab es eh Probleme: Beim Mastering wurde das HDR vergessen, dann gab es einen Austausch und diese Disc läuft nun einfach nicht (zumindest auf der Xbox). Meine andere Scheiben funktionieren, deshalb muss es an der Disc liegen. Insofern sollte es schon funktionieren. Hol dir aber einen grooooßen Monitor, denn selbst bei meinem TV sieht man (vom HDR abgesehen) oft keine großen Unterschiede in der Auflösung (60 Zoll bei knapp 3 m Abstand).

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  3. Pingback: Media Monday #487 | moviescape.blog

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