Snowpiercer – OT: Seolgugyeolcha (2013)

Nach einer gefühlt sehr anstrengenden Arbeitswoche und Nächten mit nur wenig Schlaf, stand der Freitagsfilm unter keinem guten Stern. Dennoch habe ich mich für „Snowpiercer“ entschieden – ein Film, den ich schon seit langer Zeit sehen wollte. Auch wenn mich „The Host“ schon länger reizt, so hatte ich von Regisseur Bong Joon-ho bisher noch keinen Film gesehen. Ich kann jetzt schon vorausschicken, dass ich dies wohl bald einmal ändern sollte…

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Auch wenn „Snowpiercer“ auf einem französischen Comic basiert, und somit kein eigenständiges Werk ist, habe ich jedoch schon lange keinen solch originellen Big-Budget-Film mehr gesehen. Die Prämisse ist so einfach, wie genial und hätte leicht ins Lächerliche abdriften können. Bong Joon-ho nimmt die Ausgangslage jedoch selbstbewusst auf und konterkariert brutale und düstere Momente mit beinahe grotesken und comichaften Szenen. Dies betrifft nicht nur das Setting, sondern auch die Charaktere. Speziell Tilda Swinton weiß hier zu überzeugen – und jede andere Schauspielerin hätte an ihrer Stelle leicht dem Overacting erliegen können. Der getroffene Ton ist jedoch absolut perfekt und überraschte mich immer wieder.

Was das Genre angeht, so lässt sich „Snowpiercer“ nur schwer greifen. Natürlich verarbeitet der Film offensichtlich ein dystopisches Science-Fiction-Szenario und stellt den Klassenkampf im Mikrokosmos Zug dar, doch von Abteil zu Abteil springt Bong Joon-ho von Drama über knallharten Actionfilm bis hin zu Slasher und Abenteuerfilm. All das ist enorm effektiv inszeniert und man wird als Zuschauer stets weiter nach vorne getrieben. Die Auflösung hat mir wirklich sehr gut gefallen, was vielleicht auch daran liegt, dass ich hoch erfreut war Ed Harris (Bud, „The Abyss“) endlich einmal wieder in einer größeren Rolle zu sehen. Mit John Hurt, Jamie Bell, der bereits erwähnten Tilda Swinton sowie Chris Evans, ist die Dystopie ohnehin exzellent besetzt.

Ich kann nicht wirklich erklären, was ich mir ursprünglich von „Snowpiercer“ erwartet hatte; vermutlich einen geradlinigeren Actionstreifen. Umso erfreuter war ich aufgrund des Ideenreichtums, den Bong Joon-ho sowohl in die Geschichte, als auch in die audiovisuelle Ausarbeitung gesteckt hat. Was der Film langfristig zu bieten hat, muss eine Zweitsichtung zeigen, in der die Überraschungen bereits bekannt sind. Das erste Mal war auf jeden Fall ein großes Vergnügen: sehr gute 8/10 Punkte.

65 Gedanken zu “Snowpiercer – OT: Seolgugyeolcha (2013)

  1. Sauber!
    Gerade dieses comic-/videospielmäßige Vorankommen im Zug mit den unterschiedlichen Einrichtungen konnte immer wieder überraschen und verblüffen. Da wurde sich richtig reingekniet.
    Auch sonst eine richtig schön bissige Sozialkritik. Ob ich froh sein soll, dass am Ende ein paar Gedanken ungeklärt bleiben, hat mich damals nicht ganz so erfreuen können. Allerdings macht das wiederum Lust auf eine Zweitsichtung.
    PS: Behalt mir ja Kang-ho Song im Auge! Der ist nämlich immer und überall grandios. 😉

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    • Ja, dass jeder Waggon unterschiedlich war, fand ich auch klasse. Ich fand es aber gar nicht so videospielartig, wie man oft liest, sondern sogar recht harmonisch gelöst. Dafür war mir die Sozialkritik fast schon ein wenig zu platt, aber okay, das ist bei solch dystopischen Sci-Fi-Filmen ja häufig so.

      Was ist deiner Meinung nach denn ungeklärt geblieben? Ich empfand eigentlich, dass alles recht schön aufgelöst wurde.

      Welche Filme mit Song Kang-ho kannst du denn besonders empfehlen? Aktuell hätte ich mein Auge auf „The Host“ geworfen…

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      • Naja, gerade das ende hinterlässt schon ein großes fragezeichen. Sehen wir die ersten einer befreiten, neuen generation aus dem zugwrack aufstehen? Oder das frühstück des eisbären und den endgültigen untergang der menschheit?

        Auch bezieht der film keine stellung zu moralischen fragen. Heiligt der zweck die mittel (d.h. darf curtis seinen freund einfach sterbenlassen?), welcher weg ist letzlich der richtige? In der figurenkonstellation ist ein politischer konflikt zwischen kommunismus, kapitalismus und anarchie angelegt – mit offenem ausgang. Was aber mMn dem film nicht verschlechtert, ganz im gegenteil

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      • Das Ende ist in meinen Augen schon recht eindeutig: Der Eisbär symbolisiert, dass die Erde langsam wieder bewohnbar wird. Dennoch hatte ich im ersten Augenblick auch den Gedanken, dass es doch sehr witzig wäre, wenn die beiden vom Eisbär gefressen würden… 😉

        Was die generelle Aussage betrifft, so bezieht der Film meiner Meinung nach schon sehr deutlich Position gegen die Klassengesellschaft. Dass er nicht jede einzelne moralische Entscheidung bis ins Detail erklärt bzw. legitimiert, finde ich nur konsequent und gibt ihm auch die nötige Würze.

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      • Da es schon ein wenig länger her ist, muss ich mich selbst zitieren:
        „Trotz mehrfach durchgespielter Gedankengänge bleibt uns Bong Joon-ho am Ende jedoch eine eindeutige Antwort schuldig. Zwar liefert er uns die nötigen Ansätze, die daraus gewonnenen Erkenntnisse allerdings lässt er weitestgehend unkommentiert stehen und zwingt den Zuschauer somit zur Eigeninitiative. Was ist richtig und was ist falsch? Ist Gerechtigkeit gleichzusetzen mit der überzeugten Richtigkeit des Handelns im Zuge des gesicherten Überlebens? Gibt es überhaupt eine eindeutige Antwort? Ein paar für Viele, ein paar für die ganze Menschheit? Oder läuft am Ende alles unausweichlich auf nur eines hinaus, nämlich den Tod?

        Das darf (und muss) letztlich jeder für sich selbst entscheiden.“
        Das ist ja per se nichts schlechtes, nur war ich nicht darauf vorbereitet. Ist sicherlich Geschmacksache.

        Zwar habe ich von ihm manche noch nicht gesehen, aber definitiv empfehlen muss ich dir die Rachetrilogie von Park Chan-wook. Song spielt sowohl in Sympathy for Mr. Vengeance“, als auch in „Lady Vengeance“ mit. Ersterer hat mich eher umhauen können. Ansonsten klar, „The Host“ und „Memories of Murder“.
        Aber verdammt, das ist wirklich einer, von dem man sich durch die ganze Filmographie gucken kann. Er macht eben alles besser…

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      • Ich dachte du meinst mit offene Fragen eher Handlungselemente als moralische Fragestellungen. Diese sind tatsächlich eher offen formuliert, jedoch kann man, meiner Meinung nach, durchaus eine Tendenz erkennen – nämlich gegen dieses System.

        Park Chan-wooks Rachetrilogie steht auch noch auf meiner Liste – ich kenne bisher nur „Oldboy“. Überhaupt sollte ich mal wieder mehr ins asiatische Kino reinschauen, da mir die Filme, wenn ich sie mal sehe, doch meist recht gut gefallen. Auch in diesem hier waren die Elemente ja stark ausgeprägt.

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      • Nein, ja. Die Tendenz ist da, auch wenn er als Gegenpol immer das Wohl Aller zu Rate zieht. Das macht ihn mMn so knifflig. Aber auf angenehme Weise.

        „Snowpiercer“ war ja noch einigermaßen für westliche Sehgewohnheiten strukturiert. Da werden es dir die Rachefilme etwas „schwerer“ machen. Solltest definitiv in der richtigen Stimmung für einen schweren Brocken sein.

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      • Was die Rachefilme angeht, so kenne ich ja zumindest schon „Oldboy“, den ich durchaus mainstreamig fand. Zumindest hatte ich mir damals etwas ganz anderes erwartet, das komplett gegen die westlichen Sehgewohnheiten geht. Doch auch im Filmbereich hat die Globalisierung eben um sich gegriffen und Einflüsse anderer Länder sind überall spürbar – in diesem Bereich ja durchaus positiv! 🙂

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      • Na dann schau mal „Sympathy for Mr. Vengeance“. 😉

        Ja, das die Globalisierung auch vor Medien nicht halt macht, kann man so und so sehen. Solange sich die exotischen Filmländer dem Westen nicht beugen müssen, um Kontinentübergreifend zu funktionieren, ist auch nichts dagegen einzuwenden. Finde es nur schade, dass mittlerweile Filme (vom Regisseur oder Verleih) umgeschnitten werden, aus Angst der westliche Zuschauer könnte sonst überfordert sein… ich mein, was soll das?

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      • Das Filme umgeschnitten werden finde ich auch ein Unding. Toll ist dagegen, zum Beispiel, dass „Pacific Rim“ im asiatischen Raum so erfolgreich war, dass er eine Fortsetzung bekommt, obwohl er im Westen ziemlich gefloppt ist. Das birgt neue Chancen, aber eben auch neue Gefahren für das Filmgeschäft.

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      • Das stimmt. Auf der anderen Seite hast du dann „Transformers 4“, der vom immer weiter strebenden (totalitären) chinesischen Filmmarkt unterstützt und hochgepusht wird. Die zwei seiten einer Medaille. Aber hauptsache bleibt doch, dass der Zuschauer auf seine Kosten kommt. Dann können die meintwegen machen, was sie wollen.

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  2. Ja Snowpiercer ist wirklich eine seltenes Gemisch an Genres, das aber in Summe ein wunderbares Amalgam gibt. Ich mochte auch den Ideenreichtum, der sich durch den ganzen Zug zog. Besonders die Lehrerin ist mir in Erinnerung geblieben, die dieses bittere, sektenhafte Liedchen trällert. Die Aufrührer stehen da und verstehen die Welt nicht mehr. Und im Grunde der Zuschauer auch nicht..;)
    Witzig ist ja, dass Harvey Weinstein den Film umschneiden wollte – mit dem Argument: Der amerikanische Zuschauer könnte der Geschichte nicht folgen. Dieser ständige Wechsel zwischen Action und Charakterentwicklung sei zu verwirrend. Ein Glück, dass er sich durchgesetzt hat, aber soweit ich weiß, ist der Film in den USA auch nicht erschienen: Weiß da jemand näheres?

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    • Das hast du sehr schön beschrieben! Speziell die Klassenzimmerszene hatte wirklich etwas extrem Verstörendes, da sie auch von der Farbpalette und der Atmosphäre komplett rausgefallen ist. Unsere Gruppe hat wie ein Fremdkörper gewirkt, was bestimmt auch so beabsichtigt war.

      Was du über Weinstein schreibst, habe ich auch gelesen. Letztendlich ist der Film dennoch in den USA angelaufen, aber drei Monate später als in Europa. Ist wieder so eine typische Weinstein-Aktion, bei der man sich nur an den Kopf fassen kann…

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  3. Pingback: Snowpiercer (2013) | Illegitim.

  4. Na, da ist der Film bei dir ja durchaus gut weggekommen. 😉 Visuell und was den Ideenreichtum anbelangt ist der Film auch wirklich toll gemacht, besonders die Actionsequenzen haben mir sehr gut gefallen. Nur mit dem Thema „Leben im Zug“ hatte ich so meine Probleme. Das will man sich als Deutsche Bahn Kunde gar nicht ausmalen wollen?!? 😉

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  5. Hier war ich noch enthusiastischer als du (10/10), aber ich freue mich, dass du den Film endlich auch gesehen und für gut befunden hast! Ich hab ihn ja meinem älteren Bruder zu Weihnachten geschenkt, (ihm hat er auch sehr gut gefallen) sollte ihn mir selbst aber auch noch auf DVD zulegen…

    Dass dir Ed Harris‘ Auftritt gefallen würde, hatte ich vorhergesehen, schließlich bist du ja, wie ich, ein großer Fan von „The Abyss“! 🙂

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    • Ich hätte auch genauso gut 9 Punkte vergeben können, doch habe ich die Kritik zu zeitnah geschrieben und konnte somit noch nicht die Langzeitwirkung absehen. Heute bin ich immer noch begeistert und freue mich schon auf die Zweitsichtung! 🙂

      Ed Harris sehe ich wirklich sehr gerne. Es wird sowas von Zeit, dass „The Abyss“ endlich auf Blu-ray erscheint, denn die DVD ist leider unter aller Kanone. Eine Schande bei dem tollen Film!

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  6. Exakt dieselbe Wertung, wer hätte das denn jetzt vermuten können!? Ich kann dir (mal wieder) in eigentlich allen Punkten zustimmen und freue mich natürlich sehr, dass dir der Film ebenso gefallen hat wie mir – und dann noch aus denselben Gründen.

    Ich muss auch sagen, dass mir am ehesten die Action-Szenen störend aufgefallen sind, einfach, weil sie doch verhältnismäßig viel Zeit in Anspruch genommen haben und die Konzeption der einzelnen Wagen und ihr Symbolgehalt teils deutlich spannender waren als dieses stupide Gekloppe, oft noch im Halbdunkel oder Dunkel. Achja, und die Neujahrsszene war mir trotz satirischer Überhöhung und allem doch ein wenig zu sehr over-the-top, da dachte ich mir „what the…“

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    • Das sehen wir wirklich komplett gleich. Auch ich hätte gerne mehr von den einzelnen Waggons gesehen und mich länger in dieser Welt aufgehalten. Allerdings ist es vielleicht auch gerade der bewusste Bruch mit einer konsequenten Narration, wie er eben in den Actionszenen geschieht, was den Film so besonders macht. Die Neujahrsszene fand ich auch extrem befremdlich, doch war dieser Effekt bestimmt gewollt. Das wurde ja später im Klassenzimmer wiederholt, zumindest hat mich diese Sequenz daran erinnert.

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  7. Pingback: Review: Snowpiercer (Film) | Medienjournal

  8. Diese Neujahrsszene hätte man sich sparen können. Ich mach mal kurz Pause beim Abschlachten und rufe Frohes neues Jahr… Das war keine Satire mehr.
    Interessant war natürlich die Konzepte innerhalb der Waggons. Der Regisseur hat ein Auge für Theatralik und Gesellschafts-/Sozialkritik. Die Auflösung zum Ende hin war recht interessant und zeigte mal wieder, wie einfach doch Menschen zu manipulieren sind, damit sie das machen, was man will.
    Das Ende hat mich sehr enttäuscht – weniger von dem, was überlebt hat, sondern von dem Schlussbild… Das war in meinen Augen eher eine Farce.
    Das weiter auszuführen, würde arge Spoilerei nach sich ziehen 😉

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    • Na, da hast du mit der Sichtung aber schnell nachgelegt. Respekt! Was ich nun nicht so ganz rauslesen konnte: Hat dir der Film nun gefallen oder nicht?

      Hmm, was du mit dem Schlussbild meinst, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Spoiler doch ruhig, kannst ja dich SPOILER davorpacken. Die meisten Leser, die sich so weit in die Kommentare vorwagen, werden den Film ohnehin schon gesehen haben… 🙂

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      • Ich hab Urlaub heute und der Zwerg ist im Kindergarten 🙂
        Schlecht war der Film nicht. im Großen und Ganzen hat er mir gefallen. Er hat seine echt starken Momente.

        SPOILER!!!
        War schon heftig, wie er erzählt, dass Babys am Besten schmecken usw….
        Das Schlussbild: Ich meinte, wie die Beiden im Schnee stehen und den Eisbären sehen. Sollte das eine Metapher dafür sein, es haben noch Menschen und Tiere überlebt? Was solls? Die Beiden würden nicht mal Im Traum die Bergketten erreichen, Dann wären sie schon erfroren. Nur Stiefel und Pelzmantel helfen da wenig 😉 Davon abgesehen hätte der eisbär den größeren Appetit…
        Was mir eben sehr gut gefallen hat, kein Happy End. Kein Hurra, der Schnee ist weg und da leben Leute… und trotz des Zugausfalls herrscht Friede, Freude , Eierkuchen… So wäre wahrscheinlich eine US-Version zu Ende gegangen 🙂
        In dem Sinne sollte ich mal Nach anderen Filmen des Regisseurs Ausschau halten.
        SPOILER ENDE!

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      • Ja, das mit den Babies ist tatsächlich heftig. Danach dachte ich auch, dass Wilford die Kinder isst und nicht nur in der Maschine arbeiten lässt. Diese Auflösung fand ich aber auch ganz famos, speziell da auch Tilda Swintons Charakter dadurch an Tiefe gewonnen hat.

        Der Eisbär am Ende soll meiner Meinung nach nur symbolisieren, dass man da draußen wieder leben kann. Es ist ja schon wieder wärmer geworden, somit könnte es durchaus sein, dass die Möglichkeit des Überlebens für Menschen besteht. Insofern ein offenes Ende im besten Sinne.

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      • Ich hatte erst noch den Verdacht – und das Messen wäre Ablenkung – das die Kinder die Lieferanten für das Protein wären… Das sie im Grunde auch die Rettung für die Maschine sind, fand ich auch bemerkenswert. Tilda war echt klasse.
        Selbst wenn der Eisbär dafür steht, was nützt es. Der Junge und das Mädchen waren ja die letzten Überlebenden… Besser wäre es gewesen, der Eisbär rennt auf die Kamera zu und… Schnitt… 🙂

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      • Die Kinder als Proteinlieferant wäre auch ein interessanter – und abstoßender – Gedanke gewesen, aber wohl in der Auflösung zu früh und zu nah an „Soylent Green“ dran.

        Wer sagt denn, dass der Junge und das Mädchen die letzten Überlebenden waren? Man hatte ja nur noch ihren Waggon gesehen; da gab es bestimmt noch ein paar andere. Wenn der Eisbär auf die Kamera zu gerannt wäre, hätte man davon ausgehen müssen, dass er angreift – und das hätte wiederum ich schlechter gefunden. Insofern gut, dass der Regisseur dem Zuschauer die Freiheit lässt, das eigene Ende selbst im Kopf zusammenzubauen… 😉

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      • Nicht ganz richtig… Bei 1:56:15 sieht man, wie der gesammte Mittelteil in die tiefe stürzt und der Rest des Zuges ungebremst nachzieht.
        Wenn der Regisseur mehr „Happy End“ hätte haben wollen, würde man im Hintergrund Menschen sehen, die aus den Resten krabbeln. 😉

        Im Grunde war die Revolte umsonst… also hätte der angreifende Eisbär auch gepasst. Das Ende ist das Ende.

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      • Naja, selbst wenn da was in die Tiefe stürzt, kann ja theoretisch dennoch jemand überlebt haben. Mehr Happy End wollte der Regisseur bestimmt nicht und das ist ja auch gar nicht nötig, ich meine nur durch das komplett offene Ende kann sich jeder nun seine eigene Fassung im Kopf basteln… 🙂

        Wieso war die Revolte umsonst? Sie war provoziert, klar, doch hätte Wilford bestimmt nicht im Sinn gehabt, dass der ganze Zug entgleist. Fand ich durchaus konsequent erzählt.

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      • War vielleicht falsch ausgedrückt. Das, was die Revolte erreichen sollte, ging ja völlig in die Hose… besonders, nachdem Bale ja wusste, dass alles nur von Wilford iniziiert wurde… Böses Spiel zur Anpassung der natürlichen Auslese…

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      • Stimmt schon, doch das war ja gerade der Clou des Films. Hat mich auch ein wenig an „Matrix“ erinnert, wo auch alles letztendlich auf einen Reboot des Systems rausläuft. Nur hatte Wilford eben nicht mit den Variablen in Form der starken Emotionen gerechnet, insofern war er dann doch wieder ein typischer Filmbösewicht… 😉

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  9. Die große Unlogik im Film ist allerdings… wenn die Vereisung so schnell war mit dem CW-7, wie konnte man dann eine Bahnline um die Welt bauen? Speziell der Übergang zwischen Alaska und Kamschadka? Naja… den ganzen Zug zu erklären, würde wohl ewig dauern 😉

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  10. Pingback: Media Monday #190 – Rosenmontags-Special | Tonight is gonna be a large one.

  11. Ich mochte bisher nichts so richtig von Bong Joon-Ho. Und auch mit „Snowpiercer“ hatte ich, obwohl der mir bisher noch am ehesten zugesagt hat, meine Problem. Ich mochte, dass Joon-Ho den Comic derart detailversessen und mit großen visuellen Gespür umsetzt. Und stimmungsvoll war das Ganze auch. Hinter jeder Tür eine Überraschung. Was mich allerdings gestört hat: Der Zeigefinger fuchtelt dem Zuschauer für meinen Geschmack vom ersten Augenblick etwas zu aufdringlich im Gesichtsfeld herum. Wir sitzen allem in einem Zug, schon verstanden. Das Parabelhafte des Films verhindert für mich außerdem, dass man mit den Figuren wirklich mitfühlt. Außerdem war ich von Ende enttäuscht. Da ändert Bong Joon-Ho einfach die selbst aufgestellten Regeln und es ist – SPOILER – draußen doch nicht so kalt. Für mich hat dieses Ende den vorhergegangenen Film irgendwie unterlaufen, ja relativiert.

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    • Ich kenne ja bisher nichts anderes von Bong Joon-ho und auch die Vorlage (noch) nicht. Unterscheidet sich diese in der Handlung und ihrem Finale? Bitte möglichst ohne Spoiler für das Comic… 😉

      Der Zeigefinger ist zweifellos vorhanden, allerdings ist die Geschichte so übertrieben und energetisch erzählt, dass er mir nicht zu aufdringlich war. Auch das Ende war für mich okay, denn es hatte ja schon Kang-ho Song zuvor festgestellt, dass es draußen taut. Wilford wollte eben den Status quo erhalten, was ein interessanter Gegenentwurf zum sonst üblichen Bösewicht ist, der diesen meist umzustürzen versucht. Insofern für mich durchaus gelungen, wenngleich ich auch deine Argumente nachvollziehen kann.

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  12. Pingback: Snowpiercer (Seolgugyeolcha) | Film | 24 Yards per Second

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