Harry Potter und der Stein der Weisen – OT: Harry Potter and the Philosopher’s Stone – Extended Cut (2001) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Harry Potter und der Stein der Weisen“ am 6. Dezember 2025 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Endlich ist Wochenende und dann noch ein langes. Hurra! Am späten Nachmittag waren wir noch eine Runde radeln, doch danach wurde der Wunsch nach einem Filmabend laut. Nachdem speziell der Zwergofant in letzter Zeit verstärkt das Hörbuch hört, fiel die Wahl auf „Harry Potter und der Stein der Weisen“ (erstmals im Extended Cut). Eigentlich hätte ich vermutet, dass die Filmreihe noch zu gruselig für ihn ist, doch da er die Geschichte bereits in Teilen kennt und seine gleichaltrigen Cousins den Film schon gesehen haben. Warum also nicht? 🧙‍♂️

Harry Potter und der Stein der Weisen (2001) | © Warner Home Video

Harry Potter und der Stein der Weisen (2001) | © Warner Home Video

Hat der Film wirklich 19 Jahre auf dem Buckel?

Ich kann mich noch so gut daran erinnern, wie ich mit 19 Jahren dann eben doch mal in dieses angesagte Kinderbuch reingelesen habe. Zwei Jahre später kam der Film in die Kinos und natürlich musste ich eine der ersten Vorstellungen besuchen. Seitdem habe ich jeden Band bei der Veröffentlichung der englischsprachigen Ausgabe verschlungen und auch jeden Film im Kino gesehen. Umso unfassbarer ist es für mich, dass seit meiner ersten Begegnung mi „Harry Potter und der Stein der Weisen“ bereits 19 Jahre vergangen sind. Selbst meine letzte Sichtung liegt bereits 13 Jahre zurück. Eigentlich auch logisch, ist dieses Franchise inzwischen doch ein weltweites Phänomen, das mit „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ sogar eine Spin-off-Reihe bekommen hat. Umso erfreulicher, wie naiv und kindlich Chris Columbus‘ Einstieg in die Welt der Magie doch aus heutiger Sicht wirkt.

Ja, man merkt „Harry Potter und der Stein der Weisen“ sein Alter an. Die Effekte sind teils ziemlich in die Jahre gekommen, das HD-Bildmaterial ist nicht übertrieben scharf, sondern wirkt angenehm analog, und der Film nimmt sich Zeit für den Aufbau seiner Geschichte. Vermutlich wird dies noch einmal durch den Extended Cut verstärkt, der tatsächlich nur mit Nebensächlichkeiten erweitert wurde (siehe Schnittbericht). Wie befürchtet hatte der Zwergofant gegen Ende ziemlich Angst, was aber auch verständlich ist, denn gerade das Finale dreht enorm an der Spannungsschraube. Mit den folgenden Teilen werden wir definitiv noch ein paar Jahre warten. Selbst das schwer beeindruckbare Zappelinchen war nach dem Film sichtlich mitgenommen.

Fazit

Mir hat „Harry Potter und der Stein der Weisen“ bei der heutigen Sichtung wieder richtig gut gefallen. Für mich macht speziell John Williams‘ famoser Score 90% der Atmosphäre aus. Wirklich herausragend. Ich freue mich schon sehr darauf, wenn wir in ein paar Jahren zur kompletten Saga zurückkehren werden: 8/10 Punkte.

Star Force Soldier – OT: Soldier (1998)

Am heutigen Samstag haben wir eifrig im Garten gewerkelt und gegen Abend habe ich mich mit dem Zwergofanten noch zu einer kurzen Radtour aufgemacht. Danach waren die Kinder platt und auch wir Eltern sind gegen 20:30 Uhr erschöpft auf das Sofa gefallen. Mit „Star Force Soldier“ ist deshalb einmal mehr ein Film mit überschaubarer Laufzeit in den Player ist gewandert. Ein Film, der schon ewig auf meiner Liste stand…

Star Force Soldier (1998) | © Koch Media GmbH

Star Force Soldier (1998) | © Koch Media GmbH

Altmodische Militär-Action mit Endzeit-Setting

Paul W. S. Anderson gehört nicht gerade zu den angesehensten Regisseuren. Seinen Sci-Fi-Horror-Streifen „Event Horizon“ schätze ich jedoch sehr und selbst den ersten „Alien vs. Predator“ finde ich unterhaltsam. Um seinen 1998er Sci-Fi-Actioner „Star Force Soldier“ ranken sich einige Legenden, welche wohl vor allem dadurch geschürt werden, dass der Film in Deutschland lange Zeit nicht ungeschnitten erhältlich war. Mit dem schönen Media Book von Koch Media sollte ich nun die Gelegenheit bekommen, mir selbst ein Bild von diesem scheinbar ultrabrutalen Werk zu machen. Erwartungen waren durchaus vorhanden, wenngleich ich auch nicht mit einem Überflieger gerechnet hatte. Letztendlich bietet der Film solide Unterhaltung mit ein paar wunderbar altmodischen Action-Szenen in real gebauten Sets. Allerdings lässt er an Handlung, Montage und Score einiges vermissen.

Kurt Russell gibt den titelgebenden Soldaten wunderbar stoisch und wortkarg, was allerdings nicht einer gewissen Komik entbehrt. Überhaupt ist das dargestellte Militär-Regime so überzeichnet, dass das nicht so recht mit dem düsteren Grundton des Films zusammenpassen will. Die Siedlung auf dem Planeten erinnert wiederum an „Mad Max“ (speziell den dritten Teil) und was die konstruierte Verbindung zu „Blade Runner“ angeht, so wirkt dies eher wie ein Scherz. Sonderlich brutal ist der Film übrigens auch nicht. Heute gibt es in jeder Pay-TV-Serie härtere Szenen zu bewundern.

Fazit

Nein, „Star Force Soldier“ ist kein verschollener Kultfilm der späten neunziger Jahre. Sci-Fi-Freunde dürfen aufgrund der wirklich netten Schauplätze ruhig einmal reinschauen. Auch die Action macht durchaus Laune, doch wirklich überzeugend ist das alles nicht. Mit einem zugedrückten Auge gibt es gerade noch 6/10 Punkte.

Searching (2018)

Der zweite Tag des langen Wochenendes ist bereits vorbei. Nachmittags haben die Kids und ich Räder geputzt und gegen Abend bin ich mit dem Zwergofanten noch zu einem Erkundungsspaziergang in den Wald aufgebrochen. Nach dem Abendessen gab es noch eine kurze Runde Xbox und im Anschluss haben wir die Kids zu ihrem selbst erwählten Nachtlager auf dem Dachboden gebracht. Somit war es bereits kurz vor 21 Uhr, bis wir mit „Searching“ einen Film in den Player geschoben haben… 💻👨‍💻

Searching (2018) | © Sony Pictures Home Entertainment

Searching (2018) | © Sony Pictures Home Entertainment

Die Form steht hier (zurecht!) im Mittelpunkt

Ich hatte im Vorfeld meiner Sichtung schon viel Gutes über „Searching“ gelesen. Dennoch war ich sehr skeptisch, ob mich ein gesamter Film, der nur über Geschehnisse am Bildschirm erzählt wird, packen können würde. Dies hat Regisseur Aneesh Chaganty jedoch gekonnt aufgelöst, indem er uns in den ersten 10 Minuten durch das Leben von Familie Kim inklusive aller Lebenshöhepunkte und Schicksalsschläge führt. Emotional unfassbar stark und ich musste, trotz des unterschiedlichen Genres und einer komplett anderen Inszenierung, an die ersten Minuten aus Pixars famosem „Oben“ denken. Auch im weiteren Verlauf ist die ungewöhnliche Form nicht störend, sondern eher spannend. Und unglaublich immersiv. Dies habe ich vor allem nach dem Film gemerkt, als ich mich selbst an den Computer gesetzt habe. Sofort war dieses vertraute Gefühl wieder da. Wirklich sehr stark eingefangen.

Inhaltlich erleben wir eine ziemlich klassische Kriminalgeschichte, die mit der einen oder anderen Wendung zu überraschen weiß. Auch wenn diese teils ein wenig an den Haaren herbeigezogen wirkt, so gibt es für jedes Setup doch ein Payoff und die Details passen wie Puzzle-Teile zusammen. Dennoch ist die Form des Film zweifellos das Element, was ihn so besonders macht. Und ja, ich bin wirklich begeistert. Oft wird über mangelnde Innovation gejammert und „Searching“ ist innovativ. Und nicht nur das, er ist auch smart erzählt. Wenn der Vater (gespielt von John Cho) eine Nachricht wieder löscht und umformuliert, dann sagt das unglaublich viel über die Figur und ihre Beziehung zum Empfänger bzw. der Empfängerin aus. Man merkt dem Film an, dass sich die Autoren und der Regisseur viel Mühe gegeben und auf die Details geachtet haben. Sehr beeindruckend.

Fazit

Ich hätte nicht vermutet, dass mich „Searching“ so komplett begeistern würde. Auch wenn im Grunde nur eine teils übertriebene Kriminalgeschichte erzählt wird, so hat man die Umsetzung in dieser Art und Weise noch nicht gesehen. Einfach nur famose Unterhaltung: 9/10 Punkte.

Arlo & Spot – OT: The Good Dinosaur (2015)

Home-Office-Woche #6 geht zu Ende. Wirklich erst die sechste Woche? Oder schon? Auf jeden Fall war sie höllisch anstrengend. Auch für die Kinder. Ein Filmabend war somit mehr als angesagt. Heute habe ich wieder einmal den Kids die Wahl überlassen und da sie sich nicht entscheiden konnten, haben wir letztendlich zwischen den beiden Favoriten gelost. Mit dem Gewinner „Arlo & Spot“ (und dem zugehörigen Kurzfilm „Sanjay’s Super Team“) waren dann glücklicherweise auch alle zufrieden… 🦕🦖

Arlo & Spot (2015) | © Walt Disney

Arlo & Spot (2015) | © Walt Disney

Ein höchst emotionales Pixar-Abenteuer

Leider ist „Arlo & Spot“ ziemlich untergegangen. Auch die Kritiken sind, für Pixar-Verhältnisse, recht durchwachsen. Selbst die Produktionsgeschichte des Films ist ziemlich holprig. Und das Ergebnis? Ich kann für meine ganze Familie sprechen, wenn ich sage, dass wir mehrfach gestaunt, gelacht und vor allem geweint haben. Also zumindest der Zwergofant und ich. „Arlo & Spot“ erzählt eine ziemlich geradlinige und scheinbar nur wenig innovative Geschichte. Dabei sieht der Film atemberaubend gut aus, die Charaktere sind wunderbar animiert und die emotionale Wirkung ist einfach auf den Punkt. Subjektiv betrachtet konnte mich der Film voll und ganz packen und ich war in jedem Moment mittendrin.

Wenn ich objektiv auf „Arlo & Spot“ blicke, dann kommen mir etliche Szenen aus anderen Filmen bekannt vor. Typische Motive sind eindeutig Filmen wie „Der König der Löwen“ oder „In einem Land vor unserer Zeit“ entliehen und selbst die famose Inszenierung erinnert an ihre Vorbilder. Dafür gelingt es dem Film an anderen Stellen zu überraschen, wie wenn sich Arlo, zum Beispiel, mit einer Tyrannosaurus-Familie anfreundet. Und habe ich schon erwähnt wie unfassbar gut „Arlo & Spot“ aussieht? Einfach traumhaft schön. Bilder zum darin Versinken, gerade in 3D.

„Papa, das ist der traurigste Film, den ich je gesehen habe.“
– Der Zwergofant

Fazit

Nach all den durchwachsenen Kritiken war ich von „Arlo & Spot“ doch äußerst positiv überrascht. Er bietet nicht nur viel Spaß und ist ein großes Abenteuer, nein, er weiß auch emotional mitzureißen. Ein wahrlich gelungener Filmabend für die gesamte Familie: 8/10 Punkte.

Unbreakable: The Western States 100 (2012)

Nach einem Social-Distancing-Geburtstag, den wir getrennt durch einen Gartenzaun gefeiert haben, stand abends ein Dokumentarfilm auf dem Programm, den ich schon lange sehen wollte: Von „Unbreakable: The Western States 100“ hatte ich schon häufiger im von mir seit 197 Episoden geschätzten FatBoysRun-Podcast gehört. In einer ihrer letzten Ausgaben haben sie erwähnt, dass Journeyfilm ihre Doku kostenfrei auf YouTube zur Verfügung stellt. Der perfekte Zeitpunkt also, den lang gehegten Wunsch einer Sichtung in die Tat umzusetzen… 🏃‍♂️

Unbreakable: The Western States 100 (2012) | © Journeyfilm

Unbreakable: The Western States 100 (2012) | © Journeyfilm

Eine unfassbare Leistung in packenden Bildern

Vor 12 Jahren habe ich mehr oder weniger ernsthaft mit dem Laufen begonnen. Seitdem habe ich jeden Lauf, vom ersten bis zum aktuell 687. Lauf, hier im Blog festgehalten. Seit 2008 bin ich 5.569 km gelaufen und war knapp 552 Stunden (oder 23 Tage) auf den Beinen. Ich liebe das Laufen und als ich letztes Jahr aufgrund meines verletzten Sprunggelenks fast sechs Monate pausieren musste war das wirklich hart. Ich bin kein großes Lauftalent, doch ich habe Spaß daran, mich draußen in der Natur zu bewegen. Vom Ultra-Running bin ich weit entfernt, doch kann ich die Faszination daran gut nachvollziehen. Auch ich liebe die kleinen Waldwege mit ihren fiesen Steigungen und das immerwährende Vorankommen, alleine durch die Kraft des eigenen Körpers. J.B. Benna gelingt es wunderbar, dieses Gefühl einzufangen.

Neben den Bildern und der Struktur des Films, stechen besonders die Charaktere der vier porträtierten Läufer hervor. Anton Krupicka und Kilian Jornet dürften jedem bekannt sein, der sich auch nur ein wenig für die Laufszene interessiert. Von Hal Koerner und Geoff Roes hatte ich zuvor allerdings noch nicht gehört. Der unterschiedliche Hintergrund der vier Läufer ist mindestens ebenso interessant, wie das Ultra-Rennen an sich. Wenn ihr euch nun dafür interessiert, wie der Western States 100 im Jahr 2010 letztendlich ausgegangen ist, dann schaut euch den Film ab besten gleich selbst an:

Fazit

Man sollte ein Faible für den Laufsport haben, wenn man „Unbreakable: The Western States 100“ etwas abgewinnen will. Ansonsten mögt ihr dieses Vorhaben im Spannungsfeld zwischen verrückt und langweilig einordnen. Für mich als Hobbyläufer hat der Dokumentarfilm jedoch alle Knöpfe gedrückt und ich freue mich jetzt schon auf meinen kurzen Lauf morgen früh. Dabei werde ich bestimmt an Tony, Kilian, Hal und Goeff denken: 9/10 Punkte.

Tremors 6: Ein kalter Tag in der Hölle – OT: Tremors: A Cold Day in Hell (2018)

Ein wunderschöner Frühlingssamstag geht zu Ende. Eigentlich könnte alles wunderbar sein. Doch der Schein trügt. Trotz des famosen Wetters haben wir den Garten nicht verlassen und die Stimmung ist bedrückter als sie sein sollte. Wie so oft zurzeit. Da Frau bullion ein wenig angeschlagen und sogleich ins Traumland verschwunden ist, habe ich „Tremors 6: Ein kalter Tag in der Hölle“ in den Blu-ray-Player gepackt. Somit findet auch diese Filmreihe für mich ihren vorübergehenden Abschluss…

Tremors 6: Ein kalter Tag in der Hölle (2018) | © Universal Pictures Germany GmbH

Tremors 6: Ein kalter Tag in der Hölle (2018) | © Universal Pictures Germany GmbH

Überdrehter Tremors-Schwachsinn

Man merkt deutlich, dass das Team des Vorgängers sich auch für „Tremors 6: Ein kalter Tag in der Hölle“ verantwortlich zeichnet. Erneut haben wir es mit plattem Humor, CGI-Raketenwürmern und einem deutlich in die Jahre gekommenen Heldenduo zu tun. Mit einem kurzen Abstecher nach Perfection und einem größeren Auftritt der Tochter von Val und Rhonda sind die Bezüge zum Original dieses Mal größer, wenngleich das nur wenig zur Stimmung des Films beiträgt. Das Setting in der Kälte (wohlgemerkt in Südafrika gedreht) bleibt austauschbar und die Handlung besteht aus der typischen Monsterhatz. Auch wenn das alles nicht sonderlich berauschend klingt, so hatte ich doch meinen Spaß damit.

Insgesamt würde ich sogar sagen, dass sich „Tremors 6: Ein kalter Tag in der Hölle“ knapp vor seinem Vorgänger einreiht und damit dennoch einen der hintersten Plätze in diesem Franchise besetzt:

  1. „Tremors: Im Land der Raketenwürmer“ (1990) | 10/10 Punkte
  2. „Tremors 2: Die Rückkehr der Raketenwürmer“ (1996) | 7/10 Punkte
  3. „Tremors 3: Die neue Brut“ (2001) | 7/10 Punkte
  4. „Tremors 4: Wie alles begann“ (2004) | 6/10 Punkte
  5. „Tremors 6: Ein kalter Tag in der Hölle“ (2018) | 5/10 Punkte
  6. „Tremors 5: Blutlinien“ (2015) | 5/10 Punkte

Fazit

Ja, auch „Tremors 6: Ein kalter Tag in der Hölle“ ist kein besonders guter Film. Aber ich mag das Franchise nach wie vor und würde mir auch einen siebten Teil anschauen. Kein wirklicher Tipp, doch Graboiden-Freunde können einen Blick riskieren: 5/10 Punkte.

The Nice Guys (2016)

Nach einem frühlingshaften Tag, den ich nahezu komplett draußen verbracht habe, stand mir der Sinn nach leichter Unterhaltung. Meine Wahl ist vor allem deshalb auf „The Nice Guys“ gefallen, da ich im Sneakpod schon mindestens drei Besprechungen des Films gehört habe. Somit ging es zurück ins Los Angeles der 70er Jahre… 🧔

The Nice Guys (2016) | © Concorde Video DVD

The Nice Guys (2016) | © Concorde Video DVD

Der schlechteste Detektiv der Welt

„The Nice Guys“ ist der letzte Film von Shane Black, bevor er sich seinen guten Ruf mit „Predator: Upgrade“ kaputt gemacht hat (ich mochte den Film ja ganz gerne). Hier besinnt er sich noch einmal auf alte Stärken und kehrt zu dem Genre zurück, das er geprägt hat, wie kein zweiter. Somit ist „The Nice Guys“ eine Buddy-Komödie, die von einem ungleichen Paar profitiert, gespielt von Russell Crowe und Ryan Gosling. Mindestens ebenso wichtig, wie das titelgebende Duo, ist das Setting: Shane Black fängt das Los Angeles der Siebziger Jahre wahrlich gekonnt ein und der Film bekommt dadurch eine ganz eigene Atmosphäre. Hat mir wirklich sehr gut gefallen.

Inhaltlich verfolgen wir eine typische Kriminalgeschichte, die dadurch gewinnt, dass unsere ungleichen Helden von einer absurden Situation in die nächste stolpern. Unterstützt werden sie dabei von Holland Marchs (Ryan Gosling) Tochter, was ich zu Beginn für einen ungewöhnlichen Einfall hielt, letztendlich aber doch sehr gut funktioniert. Die Geschichte ist recht atemlos erzählt, hält sich bis zum großen Finale aber angenehm zurück, was große Action angeht. Und selbst diese ist dann wunderbar handgemacht. Wirklich modern wirkt in „The Nice Guys“ nur das Thema Abgasskandal und CO2-Ausstoß. Das fand ich einen interessanten Aspekt an diesem sonst so aus der Zeit gefallen wirkenden Film.

Fazit

Nein, wirklich neu ist an „The Nice Guys“ nichts. Wer sich aber gerne einmal wieder eine altmodische Buddy-Komödie anschauen möchte, der kann fast keinen besseren Film erwischen. Ich wurde für knapp zwei Stunden wahrlich bestens unterhalten und das ist genau das, was ich momentan brauchen kann: 8/10 Punkte.

No Way Out: Gegen die Flammen – OT: Only the Brave (2017)

Heute morgen war ich so platt, dass ich bis 10 Uhr geschlafen habe. Das ist mir schon ewig nicht mehr passiert. So langsam macht sich der emotionale Stress doch bemerkbar. Danach war ich aber durchaus produktiv und wir haben die Steuer 2019 bearbeitet und abgegeben. Ansonsten haben wir uns, aufgrund des miesen Wetters und der Ausgangsbeschränkungen, nur drinnen aufgehalten. Somit schien mir das Outdoor-Drama „No Way Out: Gegen die Flammen“ eine recht gute Wahl… 🔥👨‍🚒

No Way Out: Gegen die Flammen (2017) | © STUDIOCANAL

No Way Out: Gegen die Flammen (2017) | © STUDIOCANAL

Ein ungewöhnlich kraftvolles Katastrophendrama

Katastrophenfilme, die auf wahren Begebenheiten beruhen, gibt es ja einige. Auch bei „No Way Out: Gegen die Flammen“ hatte ich gedacht, dass ich die Formel schon kenne. Doch Regisseur Joseph Kosinski, der zuvor die effektlastigen Filme „TRON: Legacy“ und „Oblivion“ gedreht hatte, ist bei der Ausgestaltung der Geschichte einen frischen Weg gegangen. Die große Katastrophe rund um das Yarnell Hill Fire nimmt nur einen winzigen Teil des Films ein. Dafür nimmt sich Kosinski extrem viel Zeit, uns davor die einzelnen Figuren und ihre Geschichte näher zu bringen. Es dauert gut 45 Minuten bis wir überhaupt ein wenig Feuer und Action zu sehen bekommen. Doch selbst danach erzählt uns „Only the Brave“, so der Originaltitel, keinen großen Kampf gegen das Feuer, sondern die sehr persönliche Geschichte der Granite Mountain Hotshots.

Ich hatte mich zuvor nicht mit der Katastrophe beschäftigt, die in den letzten zwanzig Minuten auf uns einprasseln sollte. Wie bereits zuvor wälzt Kosinski die Action nicht groß aus, sondern bleibt in seiner Inszenierung glaubhaft und authentisch. Ich kannte den Ausgang nicht und war am Ende wirklich schockiert und ergriffen. Auch wegen der unprätentiösen Inszenierung. Hier konnte der Film wahrlich die Früchte seiner zuvor detailliert aufgebauten Figuren und ihrer Beziehungen untereinander ernten. Das fand ich sehr beeindruckend, da man diese Geschichte auch ganz anders hätte erzählen können. Für mich eine unerwartete Struktur für dieses Genre.

Fazit

Auch wenn „Only the Brave“ auf den ersten Blick wie ein 08/15-Katastrophenfilm erscheinen mag, so bin ich doch sehr froh, ihm eine Chance gegeben zu haben. Joseph Kosinski beweist bei der Inszenierung wirklich viel Feingefühl und ich war froh, für zwei Stunden in diese völlig andere Welt abgetaucht zu sein. Das Finale wird mir bestimmt noch ein wenig nachgehen: 8/10 Punkte.

The LEGO Batman Movie (2017)

Nach einer harten Woche, die ganz im Zeichen des neuartigen Coronavirus stand, waren wir abends nur noch platt. Da auch für die Kinder zurzeit wenig Normalität und viel Unsicherheit herrscht, sind wir ihrem Wunsch nach einem Filmabend gerne nachgekommen. Heute durfte sich der Zwergofant einen Film aussuchen und die Wahl ist auf „The LEGO Batman Movie“ gefallen… 🦇🦸‍♂️

The LEGO Batman Movie (2017) | © Warner Home Video

The LEGO Batman Movie (2017) | © Warner Home Video

Ein kunterbunter Action-Spaß für Kids

Ich liebe sowohl den ersten „The LEGO Movie“ als auch seine Fortsetzung. Beide Filme versprühen einen fast schon anarchischen Charme, der gerade in Kombination mit der zweiten Ebene ungeheuerlich gut funktioniert. Auch vom erst am Anfang des Jahres gesehenen „The LEGO Ninjago Movie“ war ich durchaus angetan, selbst wenn dieser viel mehr ein geradliniges Action-Fantasy-Abenteuer war. Nun also „The LEGO Batman Movie“, der eine der beliebtesten Figuren des ursprünglichen Films ins Zentrum der Handlung stellt. Ich war ein wenig skeptisch, ob es dem völlig übertrieben gezeichneten Batman gelingen würde, den gesamten Film zu tragen. Meiner Meinung nach funktioniert das durchaus, wenngleich die Figuren oder Handlung auch nie die Tiefe der beiden ursprünglichen Filme erreicht.

Für die Kinder war es ein großes Vergnügen all die Superhelden und Monster in einem Film zu sehen. Auch ich habe an vielen Stellen gelacht, doch insgesamt schien mir alles ein wenig zu gewollt. Die Geschichte ist durchaus nett, wenngleich ich mir weniger von den redundanten Action-Szenen und mehr Witz durch die Handlung gewünscht hätte. Der Humor ist recht typisch für LEGO und somit wirklich gelungen. Allerdings hatte ich auch hier das Gefühl, dass zu viel auf Batmans breiten Schultern lastet.

Fazit

Ja, die LEGO-Formel funktioniert auch in diesem Film. Der komplette Fokus auf Batman hat für mich nicht ganz so gut funktioniert, was dem Unterhaltungswert aber nur wenig Abbruch getan hat. Insgesamt deutlich einfacher gestrickt als die beiden Hauptfilme. Die Kinder, insbesondere der Zwergofant, waren auf jeden Fall mehr als begeistert: 7/10 Punkte.

BFG: Sophie & der Riese – OT: The BFG (2016) (WS1)

Zunächst ein kurzer Bericht aus der Quasi-Quarantäne: Die Läden sind auch bei uns ziemlich ausgeräubert, der Zwergofant und ich sind heute dennoch zum Friseur geradelt und die Kids haben den Großteil des Tages draußen verbracht. Ansonsten hatten wir keine näheren Kontakte zu Freunden oder Nachbarn und die Stimmung ist durchaus angespannt. Umso wichtiger war es uns, den Kindern mit einem Filmabend weitere Normalität zu bieten. Die Wahl ist auf „BFG: Sophie & der Riese“ gefallen, auf den sich speziell das Zappelinchen sehr gefreut hatte. Der Zwergofant war dagegen mehr als skeptisch. Ob ihm der Film dennoch gefallen hat?

BFG: Sophie & der Riese (2016) | © Constantin Film

BFG: Sophie & der Riese (2016) | © Constantin Film

Für mich auf ewig ein ganz besonderer Film

Wenn ihr Stammleser meines Blogs seid, könnt ihr euch vielleicht daran erinnern, dass „BFG: Big Friendly Giant“ der erste Film war, den ich mit dem Zappelinchen zusammen im Kino gesehen habe. Das war vor ziemlich genau vier Jahren. Seitdem folgten weitere Kinobesuche, doch dieser erste wird mir immer als etwas ganz Besonderes im Gedächtnis bleiben. Seitdem habe ich mit den Kindern zusammen auch Roald Dahls Vorlage „Sophiechen und der Riese“ gelesen und war somit für ein paar Abende selbst der BFG bzw. GuRie, wie er im Buch genannt wird. Der Zwergofant fand das Buch mit den menschenfressenden Riesen damals schon ein wenig unheimlich und hatte sich zunächst gegen den Film gesträubt. Mit zunehmender Laufzeit wurde er jedoch immer begeisterter und spätestens ab der Majonäse war jede Skepsis vergessen.

Auch mir hat „The BFG“ erneut ausgezeichnet gefallen. Vielleicht noch ein wenig besser als beim ersten Mal. Nachdem ich damals beim Kinobesuch noch auf 3D verzichtet hatte, haben wir die Geschichte heute mit der zusätzlichen Dimension gesehen, was das Eintauchen in die Welt der Riesen noch einmal intensiviert hat. Überhaupt ist der Film technisch nach wie vor extrem beeindruckend, gerade was die Ausdruckskraft der titelgebenden CGI-Figur angeht. Wirklich sehr gelungen. Auch inhaltlich mochte ich die Geschichte wieder sehr und habe mich erneut gefreut, wie gut dieses Abenteuer doch bei den Kindern ankommt.

Fazit

Nach dem damaligen Kinobesuch hatte ich noch befürchtet, dass ich „BFG: Sophie & der Riese“ nur aufgrund dieses besonderen Ereignisses so mochte. Die heutige Sichtung hat jedoch gezeigt, dass es tatsächlich ein großartiger Kinderfilm ist, der zurecht einen so wichtigen Platz in unserer persönlichen Filmgeschichte einnimmt. Wundervoller Unterhaltung für die ganze Familie: 8/10 Punkte.