Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows (2016)

Nach einem Tag, den ich komplett draußen verbracht habe (erst eine Runde laufen, dann den Garten auf Vordermann gebracht), habe ich mich abends aufs Sofa gefreut. Natürlich gab es einen Filmabend und wir (also der Zwergofant und ich) haben uns für „Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows“ entschieden. Das war auch meine erste Sichtung des Films und ich war gespannt, wie er mir gefallen würde. 🐢🐀

Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows (2016) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows (2016) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Eine gelungene Fortsetzung der Real-Schildkröten

Nach dem mich der Vorgängerfilm bei der letzten Sichtung doch erstaunlich gut zu unterhalten wusste, hatte ich mich auf „Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows“ tatsächlich ziemlich gefreut. Zumal aus dem Trailer schon bekannt war, dass es ein Wiedersehen mit alten Bekannten geben würde. Tatsächlich macht dieser Aspekt auch den Reiz des Films aus: Es gibt unfassbar viel Fanservice für Freund*innen der vier Ninja-Schildkröten. Rocksteady und Bebop mischen sich unter die Bösewichte, Casey Jones stößt zu unseren Helden und Krang samt Technodrom treffen pünktlich zum großen Finale ein. Das macht schon wirklich viel Spaß.

Davon abgesehen besitzt der Film genau die gleichen Schwächen, wie sein Vorgänger. Alles wirkt viel zu groß und übertrieben actionreich. Das Drehbuch ist nicht gehaltvoller als eine Episode der 1987er Zeichentrickserie und die billig wirkende Pseudo-Coolness, am besten erkennbar an Megan Fox, funktioniert für mich nach wie vor nicht. Ich bleibe dabei: Das sind nicht meine Turtles. Und doch hatte ich erneut viel Spaß mit dem groben Unfug. Als dann beim Abspann der klassische Titelsong der TV-Serie über den gezeichneten Charakteren des Films lief, hatte mich der Film dann endgültig. Billiger Nostalgieangriff, aber dennoch schön.

Fazit

Wie beim ersten Teil bin ich mir vollkommen bewusst, dass dies kein sonderlich guter Film ist. Dennoch hatte ich viel Spaß damit. Auch den Kids hat „Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows“ gut gefallen, wenngleich unsere Version der Turtles wohl stets die der 2012er Nickelodeon-Serie sein wird, zu der irgendwann auch eine Besprechung auf diesem Blog folgen wird. Das hier war dennoch gute Unterhaltung: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

The Marvelous Mrs. Maisel – Season 5

Ich kann es kaum glauben, dass diese Serie nun vorbei ist. Ich will es auch nicht glauben. Selbst wenn sie nie einen sonderlichen Hype erfahren hat, war es doch die Serie aus der schönen, neuen Streaming-Welt, die für mich alles andere überstrahlt. Nun also hieß es mit „The Marvelous Mrs. Maisel – Season 5“ Abschied nehmen von Midge, Susie, Abe, Rose, Joel und allen anderen liebgewonnenen Figuren. Dabei führt die finale Staffel noch neue Elemente ein und setzt ihren Figuren ein Denkmal. 🎙👗

The Marvelous Mrs. Maisel – Season 5 | © Amazon Prime Video

The Marvelous Mrs. Maisel – Season 5 | © Amazon Prime Video

„Tits up!“

Wie soll ich nur diese Besprechung schreiben ohne in jedem Satz zu erwähnen, wie sehr ich diese Serie vermissen werde? Das wird schwierig. Fangen wir zunächst mit den Neuerungen der Staffel an: In nahezu jeder einzelnen Episode bekommen wir mehrere Flashforwards zu sehen, welche das Leben der Figuren in den 1970er bis 2000er Jahren zeigen. Midge hat es offenbar ganz nach oben in den Comedy-Olymp geschafft, Joel sitzt im Gefängnis und es kam zum Zerwürfnis zwischen Midge und Susie. Weiterhin wird ein erstaunlich großer Fokus auf die beiden Kinder Ethan und Esther gelegt, welche bisher nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben. Dieser erzählerische Kniff wirkt zu Beginn etwas forciert, da die bisherigen vier Staffeln ohne ihn ausgekommen sind. In der sechsten Episode „The Testi-Roastial“, welche einen Rückblick auf Susies Karriere präsentiert, kommen viele Erzählstränge zusammen und hier erleben wir einen, zumindest zu einem Teil, Pay-off für das zuvor nur angedeutete.

Großartig in dieser Staffel fand ich Miriams neuen Job im Writer’s Room der „The Gordon Ford Show“. Ich hätte mir gut und gerne eine weitere Staffel in diesem Setting ansehen können. Wie eine Mischung aus „30 Rock“ und „Mad Men“. In jeder Hinsicht fantastisch! Midge wirbelt als einzige Frau die eingestaubten männlichen Perspektiven ganz schön auf, was für so manche Verwicklung sorgt. Obwohl die Staffel mit neun Episoden nicht sonderlich kurz ist, hätte ich mich gerne noch viel länger in dieser Welt aufgehalten. Habe ich schon erwähnt, dass ich Midge, Susie, Abe und Co. vermissen werde? Apropos Abe: Miriams Vater hat auch einen Moment der Erkenntnis, was seine Tochter angeht, was am Ende der Serie zwar etwas aufgesetzt wirken mag, ich jedoch auch wirklich schön und emotional fand.

„You’re fired.“

Bis zum Finale werden viele der offenen Fragen, was Midges Karriere, als auch was ihre Weggefährt:innen angeht, beantwortet. Das eigentliche Finale, das uns mit über 75 Minuten Laufzeit einen ausführlichen Abschied gewährt, ist dann nur noch positiv, überraschend, spannend und herzerwärmend. Es ist das Finale, das nicht nur die famose Serie verdient hat, sondern auch ihre Figuren. Speziell Midge und Susie, deren Freundschaft stärker aus dem Konflikt hervorgegangen ist und Jahrzehnte, Zeitzonen und Ländergrenzen überdauert. Mit ihrem großartigen Finale schafft es diese strukturell nicht ganz ausgereifte Staffel dann doch noch recht weit nach vorne im Ranking dieser fünf ohnehin herausragenden Staffeln einer Ausnahmeserie:

  1. „The Marvelous Mrs. Maisel – Season 2“ (9.8 Punkte)
  2. „The Marvelous Mrs. Maisel – Season 3“ (9.6 Punkte)
  3. „The Marvelous Mrs. Maisel – Season 5“ (9.6 Punkte)
  4. „The Marvelous Mrs. Maisel – Season 1“ (9.5 Punkte)
  5. „The Marvelous Mrs. Maisel – Season 4“ (9.5 Punkte)

Fazit

Habe ich schon erwähnt, wie sehr mich der Abschied von Midge, Susie, Abe, Rose, Joel und Co. trifft? Für mich geht hiermit eine meiner absoluten Lieblingsserien zu Ende. Bestimmt unter meinen Top-5-Dramaserien überhaupt. Solltet ihr zu den glücklichen Zuschauer:innen gehören, die bisher noch nicht reingeschaut haben: Bitte macht das. Amy Sherman-Palladino, die auch der kreative Kopf hinter den „Gilmore Girls“ ist, hat sich mit „The Marvelous Mrs. Maisel“ für alle Zeiten in den Serienolymp  geschrieben: 10/10 (9.6) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Veep – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 7)

Nach meinen letzten beiden Comedy-Marathons mit „Parks and Recreation“ und „Seinfeld“ habe ich das Beste aus beiden Welten genommen und direkt mit der Polit-Comedy „Veep“ mit Julia-Louis Dreyfus in der Hauptrolle weitergemacht. Vor neun Jahren hatte ich die ersten viereinhalb Staffeln schon einmal gesehen und dann, aus mir nicht mehr nachvollziehbaren Gründen, damit aufgehört. Dieses Mal bin ich jedoch dran geblieben und warum das eine famose Entscheidung war, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung. 🇺🇸

Veep | © HBO

Veep | © HBO

Mit knapp zweieinhalb Monaten bin ich sehr schnell durch diese Serie gerannt. Selina Meyer und ihr Team sind mir dabei durchaus ans Herz gewachsen, auch wenn sie, gerade im späteren Verlauf der Serie, doch recht verachtenswert agieren. Aber das macht auch den Reiz der Serie aus. Wenn ihr also eine düstere und zynische Polit-Comedy sehen wollt (und damit quasi das Gegenstück zu „Parks & Recreation“), die zudem teils irrwitzig komisch ist, dann lest am besten direkt weiter:

Weiterlesen

Arielle, die Meerjungfrau – OT: The Little Mermaid (2023)

Nach einer sehr fordernden Woche war die Energie Freitagabend komplett raus. Ich hätte gut und gerne sofort ins Bett gehen können. Dabei war diese Woche nur ein fader Vorgeschmack auf die kommende. Doch nun ist erst einmal Wochenende und das bedeutet auch Filmabend, an dem wir uns die Neuverfilmung von „Arielle, die Meerjungfrau“ angeschaut haben. Bisher stand ich den von mir gesehenen Disney-Realfilm-Remakes ja eher positiv eingestellt gegenüber. Hat sich das nun geändert? 🧜‍♀️

Arielle, die Meerjungfrau (2023) | © Walt Disney

Arielle, die Meerjungfrau (2023) | © Walt Disney

Uncanny Valley: The Movie

Tatsächlich mochte ich die bisherigen, mir bekannten, Realfilm-Remakes doch ganz gerne: „Jungle Book“ fand ich sogar richtig großartig, denn Jon Favreau hat damit tatsächlich etwas Neues versucht. Selbst dem nah am Original inszenierten „Die Schöne und das Biest“ konnte ich etwas abgewinnen. Auch Rob Marshall hat sich für den klassischen Weg entschieden und sein Remake von „Arielle, die Meerjungfrau“, den ich zuletzt Neujahr 2018 gesehen habe, bewegt sich extrem nah am Original. Dabei steigt die Laufzeit um gut 40 Minuten, was viel zu viel ist. Doch das ist nicht das größte Problem eines Films, den wohl niemand in dieser Form gebraucht hätte.

Zunächst zu ein paar positiven Aspekten: Halle Bailey als Arielle ist eine famose Besetzung. Sie wirkt nicht wie eine Kopie der Zeichentrickversion, sondern drückt der Figur ihren eigenen Stempel auf. Hat mir wirklich sehr gut gefallen. Im Mittelteil hat der Film für mich auch am besten funktioniert: Die Annäherung zwischen Arielle und Eric war nett anzusehen und es gibt ein paar schöne Bilder. Vielleicht ist ein Grund dafür auch, dass es der Abschnitt des Films ist, der am wenigsten CGI bietet? Hier kommen wir auch zum großen Schwachpunkt: Der unfassbar schlechte Look. Durch den angestrebten Realismus wirkt alles komplett neben der Spur. Die Animationen der Meermenschen, wie sich die Haare unter Wasser bewegen, die tierischen Gefährten, die fotorealistisch wirken sollen usw. usf. Gerade im ersten Drittel tauchen wir komplett ins Uncanny Valley ab. Selbst ein Javier Bardem wirkt wie ein schlechtes Cosplay von König Triton. Da ist die Zeichentrickversion von 1989 in jeder Hinsicht gelungener. Oder nehmen wir „Avatar: The Way of Water“, der atemberaubende Unterwasserszenen zu bieten hat. Trotz CGI. Das hier jedoch ist technisch und künstlerisch ein Armutszeugnis für Disney.

Fazit

Die Geschichte von „Arielle, die Meerjungfrau“ ist immer noch toll und mitreißend. Doch auch diese erzählt die Neuverfilmung in jeder Hinsicht schlechter als das Original. Vom Look gar nicht zu sprechen. Einzig Halle Bailey ist eine wunderbare Arielle. Ansonsten ist die 2023er Version leider belanglos bis ärgerlich. Mit viel gutem Willen: 5/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Teenage Mutant Ninja Turtles (2014) (WS1)

Eine unfassbar anstrengende Woche liegt hinter mir. Frau bullion war abends strawanzen, also haben die Kids und ich einen Film gewählt, der sie nicht unbedingt interessiert. Somit ist der 2014er „Teenage Mutant Ninja Turtles“ im Blu-ray-Player gelandet, der mir bei der Erstsichtung vor acht Jahren nicht wirklich gefallen hat. Seitdem ist viel Zeit ins Land gegangen und wir befinden uns noch in der finalen Staffel der 2012er Nickelodeon-Serie. Konnte der Film bei der Zweitsichtung gewinnen? 🐢

Teenage Mutant Ninja Turtles (2014) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Teenage Mutant Ninja Turtles (2014) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Beim zweiten Mal erstaunlich unterhaltsam

In meiner ersten Besprechung bin ich auf meine besondere Beziehung zu den Turtles und meine düstere Vorahnung in Bezug auf den Film eingegangen:

„Die damals in Deutschland noch als Teenage Mutant Hero Turtles bezeichneten Figuren waren die Helden meiner Kindheit. Die ursprüngliche Zeichentrickserie aus den späten 80er Jahren habe ich geliebt, die Actionfiguren fand ich großartig und auf dem SNES habe ich Konamis „Turtles in Time“ bis zum Umfallen gespielt. Der 1990er „Turtles“-Film dürfte zudem zu einem meiner ersten Kinobesuche zählen. Ich bin mit den Turtles aufgewachsen – und umso schmerzhafter war es zu sehen, dass sich ausgerechnet Michael Bay dem Franchise annimmt.“

Tatsächlich fand ich den Film damals ziemlich schlecht und weder Design noch Charaktere, Story oder Inszenierung mochten meine Vorstellung von den Turtles treffen. Heute wusste ich allerdings, was auf mich zukommt. Es ist eine komplett andere Interpretation der vier Ninja-Schildkröten, als wie ich sie mir ausgesucht hätte. Aber es ist eben eine Interpretation und wenn man nicht versucht, diese mit dem bereits bekannten Bild abzugleichen, dann macht der Film erstaunlich viel Spaß.

Die Action ist komplett drüber, jedoch durchaus packend inszeniert. Speziell mit dem Abenteuer im Schnee hatte ich viel Spaß. Selbst Megan Fox als April O’Neil ist mir heute nicht auf die Nerven gegangen. Irgendwie passt sie in diese Version der Welt der Turtles. Die 3D-Fassung von „Teenage Mutant Ninja Turtles“ macht zudem richtig Spaß und der Zwergofant konnte sich vor Begeisterung kaum halten. Auch trotz oder aufgrund seiner Kenntnis der anderen Filme sowie der Serie. Selbst die aufgesetzte Coolness passt zu all dem, doch vielleicht ist all das in der Influencer-Welt der 2020er Jahre noch viel schlimmer geworden, so dass die 2010er Coolness fast schon klassisch wirkt. Wie man es auch dreht und wendet: Ich hatte viel Spaß mit dem Film.

Fazit

Anfangs dachte ich noch, dass ich mich hier ein wenig durchquälen muss und wollte es nur erledigt haben, da ich den zweiten Teil noch nicht kenne und einmal nachholen will. Letztendlich war es jedoch ein sehr gelungener Filmabend, bei dem wir alle (mit Abstrichen) durchaus viel Spaß hatten, auch wenn mir bewusst ist, dass es objektiv kein sonderlich guter Film ist. Nun freue ich mich tatsächlich noch mehr auf die Fortsetzung und den neuen Animationsfilm: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 6/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Hilfe, die Amis kommen – OT: European Vacation (1985) (WS1)

Welch passenderen Film könnte es zum Abschluss des Urlaubs geben, als den zweiten Teil der „Vacation“-Reihe? Nach einem eher faulen Tag habe ich also „Hilfe, die Amis kommen“ in den Player geschoben und wir haben uns erneut mit den Griswolds auf Reisen begeben. Wie der Film heute bei uns ankam? 🌍

Hilfe, die Amis kommen (1985) | © Warner Home Video

Hilfe, die Amis kommen (1985) | © Warner Home Video

Klischeehafte Späße, die oft angestaubt wirken

Noch mehr als „Die schrillen Vier auf Achse“ wird in der Fortsetzung in die Klischeekiste gegriffen. Daraus entspringen viele Gags, die man heute nicht mehr so schreiben würde. Dennoch funktioniert dieser platte Humor irgendwie, weil es eben die Griswolds sind und auch diese Reise durch Europa in ganz netten Bildern eingefangen wird. War bereits der erste Teil schon recht episodisch erzählt, so setzt John Hughes, der erneut das Drehbuch geschrieben hat, noch mehr auf abgeschlossene Einzelerlebnisse auf dieser chaotischen Familienreise. Die Kinder werden dabei von anderen Schauspieler*innen verkörpert, welche leider nicht so gut funktionieren wie ihre Pendants im Vorgänger oder auch Nachfolger.

Wie bereits in meiner letzten Besprechung vor 13 Jahren muss ich kurz Willy Millowitsch hervorheben, der ausgerechnet als Kölner Urgestein einen bayerischen (Nicht-)Verwandten von Clark mimen darf. Warum ich das anspreche? Willy Millowitsch hat nach dem Krieg für einige Zeit im Haus meiner Großmutter gewohnt und diese Anekdote ist seitdem fester Bestandteil unserer Familiengeschichte. À propos Besetzung: Audreys Freund wird von niemand anderem als William Zabka gespielt, den man natürlich als Johnny Lawrence aus „Karate Kid“ und „Cobra Kai“ kennt. Leider hat er keine sonderlich große Rolle.

Fazit

„European Vacation“ ist ein ziemlich deutlicher Rückschritt zum Vorgängerfilm. Er lebt vor allem von seinen abwechslungsreichen Schauplätzen sowie der Familiendynamik der Griswolds. Wenn man über die platten Gags und die Klischees hinwegsehen kann, dann macht jedoch auch „Hilfe, die Amis kommen“ immer noch viel Spaß: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Die Piratenbraut – OT: Cutthroat Island (1995) (WS1)

Nach unserem Urlaub an der Nordsee habe ich nun wieder Lust auf Filme, die am Meer spielen. Da STUDIOCANAL den Film erst kürzlich in einer aufwändig restaurierten 4K-Fassung (siehe Foto unten) veröffentlich hat, war dies der perfekte Anlass, um mit den Kindern erneut den Abenteuern von „Die Piratenbraut“ beizuwohnen. Da meine letzte Sichtung schon 16 Jahre(!) zurückliegt, wurde es auch höchste Zeit dafür. 🏴‍☠️

Die Piratenbraut (1995) | © STUDIOCANAL

Die Piratenbraut (1995) | © STUDIOCANAL

Ein Piratenabenteuer, das seiner Zeit voraus war

Für mich gehört „Cutthroat Island“, so der weniger plakative Originaltitel, wohl zu meinen meistgesehenen Filmen. Damals habe ich schon jede TV-Ausstrahlung mitgenommen, dann die Kinowelt-DVD etliche Male gesehen, nur das Blu-ray-Mediabook (siehe Foto unten) stand ewig ungesehen im Regal. Nach der heutigen Sichtung kann ich das umso weniger verstehen, denn der Film ist einfach großartige Unterhaltung. Er hat quasi schon alles vorweggenommen, was „Fluch der Karibik“ nur acht Jahre später zu einem riesen Erfolg machen sollte: Ein bombastischer Score, Schlachten auf hoher See, ein mythischer Schatz, ein sympathisches Schlitzohr, das jeden hintergeht, eine Liebesgeschichte, die aus dem Abenteuer geboren wird, ein fieser Piratenkapitän als Gegenspieler, eine mit all dem verstrickte Familiengeschichte usw. Nur die Fantasy-Elemente fehlen. Ansonsten besitzt Renny Harlins Film all das, was die Saga um Captain Jack Sparrow so erfolgreich werden ließ. Teils nimmt er ganze Action-Sequenzen vorweg. Er war seiner Zeit eindeutig voraus, was wirklich schade ist.

Auf der Habenseite steht weiterhin eine moderne, weibliche Protagonistin, die keine Gefangenen macht. Eine solche Figur würde man vielleicht heute, immerhin 28 Jahre später, erwarten und würde ihr dann vermutlich den Wokeness-Stempel aufdrücken. Geena Davis liebe ich in dieser Rolle, doch auch Matthew Modine und Frank Langella (zuletzt in „The Americans“ gesehen) sind fantastisch. Der Film galt jahrelang als der teuerste Flop der Filmgeschichte und das hohe Budget sieht man ihm in jeder Szene an: Alleine die Ausstattung, die Set-Pieces und die Inszenierung der Action-Szenen sind großartig. Renny Harlin beweist wirklich ein Händchen für Timing und Pacing. Fantastisch anzusehen und der Film wirkt nicht so, als hätte er schon 28 Jahre auf dem Buckel. Dem zuträglich ist bestimmt auch die fantastische 4K-Restaurierung, die ein wenig ins Grünliche (der berühmte Teal-Look) abrutscht, aber unfassbare Details und einen frischen Look bietet. Fans des Films kann ich die neue STUDIOCANAL-UHD-Blu-ray  im Steelbook nur empfehlen:

Fazit

„Die Piratenbraut“ hat uns bestens unterhalten. Besonders ich war begeistert. Viel fehlt nicht zum Lieblingsfilm und auch die Kinder waren sehr angetan. Es ist für mich nach wie vor unfassbar, dass dieser Film, gerade im Vergleich zum Erfolg von „Fluch der Karibik“ mit vier Fortsetzungen, so floppen konnte. Marketing? Zeitgeist? Vermutlich beides. Solltet ihr Lust auf Piratenabenteuer und den Film bisher gemieden haben, dann sei er euch hiermit dringend ans Herz gelegt: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

The Mandalorian – Staffel 3

Meine Aufholjagd aktueller Serienstaffeln geht weiter: Nach „Der Schwarm“ stand direkt „The Mandalorian – Staffel 3“ auf dem Programm. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass ich die ersten beiden Staffeln der Serie geschaut habe. Vielleicht kommt dieser Eindruck aber auch daher, dass sich „The Book of Boba Fett“ teils eher wie „The Mandalorian 2.5“ angefühlt hat, als wie eine eigenständige Serie. Nun aber endlich wieder Mando und Grogu gegen das Imperium oder etwa doch nicht? 🚀

The Mandalorian | © Walt Disney

The Mandalorian | © Walt Disney

Weiter unterhaltsam, aber leider ein Rückschritt

Irgendwie hat „The Mandalorian“ im dritten Jahr nicht sonderlich viel zu erzählen. Gerade der Kult um Mandalore und die Lebenden Wasser ist in den ersten Episoden reichlich albern, sorgt aber immerhin für nette Abenteueratmosphäre. Dennoch viel zu Monster-of-the-Week-ish und leider wird dieses Konzept mit der vierten Episode „The Foundling“ auch weitergeführt. Am interessantesten fand ich bis dahin noch die dritte Episode „The Convert“, in der die Handlung auf Coruscant springt und wir dort Einblicke in diese Welt bekommen, die es zuvor noch nicht zu sehen gab. Hier hat mich die Serie etwas an „Andor“ erinnert. Leider wird letztendlich zu wenig daraus gemacht. In der Episode „Guns for Hire“ hat Jack Black einen netten Gastauftritt, ansonsten wird einfach eine „I, Robot“-Geschichte abgespult, die auch eher Monster-of-the-Week-Charakter hat. Schade.

Richtig stark wird „The Mandalorian“ im dritten Jahr dann erst mit den letzten beiden Episoden, welche auch wirklich etwas zu erzählen haben. Man hätte einfach die beide relevanten Episoden aus „The Book of Boba Fett“ mit den Mandalore-Episoden zusammenschmeißen und sich den gesamten Mittelteil sparen sollen. Dann hätte dies eine wirklich großartige Staffel werden können. So bleibt am Ende, außer dem großen Finale, nicht wirklich viel im Kopf. Unterhaltsam ist das alles schon, aber es hätte eben so viel mehr sein können. Insgesamt die bisher schwächste Staffel der Serie.

Fazit

Auch wenn ich die dritte Staffel von „The Mandalorian“ wirklich unterhaltsam fand, so hatte sie strukturell doch größere Probleme, was aber auch an „The Book of Boba Fett“ liegt bzw. Disneys Tendenz, ihre Universen viel zu sehr auszuschlachten. Glücklicherweise endet die Staffel auf sehr hohem Niveau, was den schwachen Mittelteil für mich mehr als nur ausgleicht. Für das vierte Jahr sollten sich Favreau und Co. aber eine schlüssigere Gesamtgeschichte überlegen: 7/10 (7.4) Punkte.

Elemental (2023)

Nach „Die drei ??? – Erbe des Drachen“ im Februar, war heute endlich einmal wieder die ganze Familie im Kino. Wir haben uns sehr auf „Elemental“ gefreut, vor dem noch der schöne Kurzfilm „Carl’s Date“ lief. Das Kinopublikum war leider schrecklich. Es hat das Konzept Vorfilm nicht verstanden, dauernd liefen erwachsene(!) Menschen durch den Saal, Meinungen wurden geäußert, Kinder haben alle 5 Minuten gefragt, wann der Film denn zu Ende sei usw. Glücklicherweise war der Film so stark, dass er es mir leicht gemacht hat, den Rest auszublenden. Mehr in der Besprechung… 🔥❤💧

Elemental (2023) | © Walt Disney

Elemental (2023) | © Walt Disney

Eine unfassbar schöne Fantasy-Romanze

„Elemental“ ist wohl kolossal gefloppt. Schlagzeilen, die Pixars kreatives Ende heraufbeschwören, liest man überall. Der Film sei enttäuschend, nur eine „Romeo & Julia“-Variante und würde Fantasy-Figuren wie in „Alles steht Kopf“ oder „Soul“ reaktivieren. Da frage ich mich schon, was für ein Film hier gesehen wurde. Und ob der offensichtlichste Grund für den Flop bewusst ignoriert wird: Disneys unfähige Veröffentlichungspolitik. Selbst ich hatte mir überlegt, ob sich ein Kinobesuch denn lohnt, wenn der Film ohnehin ein paar Wochen später auf Disney+ läuft. Zumal man sich dann auch das dämliche Kinopublikum sparen würde. Damit graben sie sich doch selbst das Wasser ab. So ging es doch allen Pixar-Filmen, die nach Corona veröffentlicht wurden. Ja, selbst die ach so tollen Realfilm-Remakes floppen an der Kasse. Kein Wunder! Eine Schande, dass nun auch ein fantastischer Film wie „Elemental“ darunter zu leiden hat und vermutlich falsche Schlüsse aus dem Flop gezogen werden.

Doch nun endlich zu „Elemental“: Ja, es wird eine „Romeo & Julia“-Variante erzählt. Sehr oberflächlich betrachtet. Der wahre Kern ist allerdings eine wunderschöne Einwanderergeschichte, die autobiographisch geprägt ist, da Regisseur Peter Sohns Eltern selbst Einwanderer waren. Obwohl es sich um einen Animationsfilm handelt, fühlt sich dieser Teil der Geschichte sehr authentisch an. Überhaupt sind die Elemente, die diese Welt bevölkern, keine abstrakten Wesen, wie z.B. die Seelen in „Soul“, sondern extrem haptische Figuren in einer sich sehr real anfühlenden Welt. Die Liebesgeschichte zwischen der jungen Feuerfrau Ember und dem Wassermann Wade ist absolut herzergreifend und zuckersüß. Es gibt auch keine Bösewichte, sondern nur den Konflikt zwischen Liebe, Elternhaus, Tradition und Selbstverwirklichung. Am Ende des Films sind mir sogar ein paar Tränen gekommen. Einfach nur schön. Wie übrigens auch der fantastische audiovisuelle Eindruck, den „Elemental“ hinterlassen hat. Ganz anders als das Kino, das am Ende unter einer zentimeterdicken Schicht aus Popcorn und Nachos begraben war. Vielleicht ist es auch diese Art von Publikum, die tatsächlich am Film interessierte Zuschauer*innen abhält, ins Kino zu gehen. Auch wenn ich mich nun wie ein alter Mann anhöre: Das hat es vor 20 Jahren noch nicht gegegben.

Fazit

Ich hatte mich auf „Elemental“ gefreut, aber hatte auch keine großen Erwartungen an den Film. Somit wurde ich extrem positiv überrascht und finde es umso trauriger, dass er gefloppt ist. Gerade weil es einmal wieder eine originelle Geschichte mit neuen Figuren war. Ich hoffe sehr, dass Pixar in Zukunft dennoch weitere davon produzieren darf. Diese hier hat mir ausgesprochen gut gefallen: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Die schrillen Vier auf Achse – OT: Vacation (1983) (WS1)

Der Freitag heute hat sich angefühlt, wie mindestens zwei Tage. Bis 14 Uhr habe ich gearbeitet, dann habe ich mich mit der Family samt Großeltern und Familie der Schwägerin zum nahe gelegenen Rothsee aufgemacht, um eine Runde Minigolf zu spielen. Das Picknick danach ist leider ins Wasser gefallen. Dennoch war das ein sehr netter Nachmittag. Vielleicht hatten die Kids deshalb noch Lust auf weitere Familienabenteuer und sich deshalb „Die schrillen Vier auf Achse“ gewünscht? 🚗

Die schrillen Vier auf Achse (1983) | © Warner Home Video

Die schrillen Vier auf Achse (1983) | © Warner Home Video

It’s a long way down the Holiday Road

Meine Kinder kennen die Griswolds bisher nur aus „Schöne Bescherung“, den wir jeden Jahr vor Weihnachten schauen. Und jedes Jahr amüsieren sie sich köstlich darüber. Sie hatten schon häufiger den Wunsch geäußert, auch die Sommerferien der Griswolds sehen zu wollen, doch bisher hatte es sich nicht ergeben. Auch weil ich wusste, dass diese doch deutlich derber sind, als der familienkompatible Weihnachtsspaß. Doch auch ich habe „Die schrillen Vier auf Achse“ bereits als Kind gesehen. Vermutlich jedoch in der geschnittenen Fassung. Der Zwergofant war auf jeden Fall sichtlich irritiert, dass hier nackte Menschen zu sehen sind. Nackt! Mit Brüsten!

Während der ersten dreiviertel Stunde braucht „Vacation“ ganz schön, um in  Fahrt zu kommen. Die Gag-Dichte ist noch deutlich geringer als in „Christmas Vacation“ und der Ton des Films noch satirischer. In der zweiten Hälfte nimmt der Road Trip dann deutlich an Fahrt auf und die ganze Familie musste viel lachen. Dabei muss man aus heutiger Sicht sagen, dass „Die schrillen Vier auf Achse“ nicht immer wirklich gut gealtert ist. Das ist mir dieses Mal deutlicher aufgefallen, als bei meiner letzten Sichtung vor knapp 13 Jahren. Eben ein Film der frühen 1980er Jahre, den man auch so einordnen sollte. Dennoch funktioniert er über weite Strecken immer noch fabelhaft und der große Familienurlaub als letztes Abenteuer des mittelalten Mannes besitzt einfach viel Humorpotenzial uns so manch bittere Wahrheit.

Fazit

„Vacation“ ist zurecht ein Komödienklassiker. Er besitzt schon viele Elemente, die das Franchise über die Jahre weiterentwickeln sollte. Chevy Chase als Clark Griswold ist herrlich und der Film macht einfach immer noch viel Spaß. Dennoch ist er (immerhin hat er exakt 40 Jahre auf dem Buckel) schon deutlich in die Jahre gekommen. Die Kinder fanden ihn schwächer als „Schöne Bescherung“, doch das wundert mich nicht. Kann ich mir immer wieder anschauen: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)