30 Rock – Season 1 to 7

Kaum zu glauben, dass meine erste Begegnung mit „30 Rock“ inzwischen schon sieben Jahre zurückliegen soll. Damit heißt es Abschied nehmen von einer der intelligentesten und stets aktuellsten Comedys, die je über meinen Bildschirm geflimmert ist. Was werde ich die Wortgefechte zwischen Liz Lemon und Jack Donaghy vermissen. Keine tagesaktuellen Witze oder Anspielungen auf den Heimsender NBC mehr. Kein Tracey, keine Jenna, kein Kenneth. Schade, doch es war eine verdammt gute Zeit!

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„30 Rock“ lief damals in direkter Konkurrenz zu Aaron Sorkins „Studio 60 on the Sunset Strip“ und es sollte sich schon bald abzeichnen, dass nur eine Serie, die hinter die Kulissen einer großen Unterhaltungssendung blickt, überleben sollte. Auch wenn die Genres grundsätzlich verschieden sind, so konnte in der Wahrnehmung der Zuschauer – und wohl auch der Networks – anscheinend nur eine Sendung überleben. Ich für meinen Teil habe beide Serien sehr gerne gesehen und hätte damals wohl sogar Aaron Sorkins Drama bevorzugt – letztendlich bin ich doch wirklich sehr froh, dass die Serie rund um die fiktive Sketch Comedy „TGS with Tracy Jordan“ überlebt hat.

Auch nach sieben Jahren war kaum ein Qualitätseinbruch zu erkennen, was eine Seltenheit bei solch langlebigen Serien darstellt. Sicher war die erfrischende und selbstironische Art politische, popkulturelle und zeitgeschichtliche Ereignisse zu verarbeiten gegen Ende nicht mehr neu, doch hatte ich nie das Gefühl die Serie hätte sich selbst überlebt. Auch das Finale hat mir ausgezeichnet gefallen, da z.B. selbst die Doppelfolge als Event zum Serienende selbstreflektierend in die Handlung eingearbeitet wurde. Die letzte Szene nach den Credits hat mich zudem mit einem großen Grinsen zurückgelassen. Auf welchem anderen Weg hätte die Serie auch enden sollen?

Natürlich war „30 Rock“ stehts überdreht, hat auf mehr Metaebenen gespielt, als alle Serien die ich kenne („Community“ vielleicht ausgenommen) und konnte dennoch eine glaubhafte eigene Welt aufbauen. Ebenso waren die Charaktere allesamt vollkommen überzeichnet, doch blieben sie dabei sympathisch und innerhalb ihrer Welt glaubhaft. Loben muss ich auch die Schauspieler, die allesamt fantastisch gespielt haben – allen voran Tina Fey, die für mich wohl die lustigste Frau auf Erden ist, und Alec Baldwin, der den republikanischen Großkapitalisten mit Herz besser gibt, als man sich das in seinen kühnsten Träumen hätte ausmalen können.

Erwähnenswert finde ich noch die beiden Live Shows, die sowohl für die Ost- als auch Westküste jeweils live ausgestrahlt wurden, was die Kreativität aller Beteiligten noch einmal zusätzlich forderte und für etliche Gaststars sorgte. Wirklich sehr gelungen. Wenn ich an „30 Rock“ denke, dann muss ich übrigens auch immer an meinen eigenen Besuch von 30 Rockefeller Plaza denken. Schade nur, dass nicht Kenneth Parcell die Führung geleitet hat.

Wir ihr merkt bin ich selbst nach sieben Jahren immer noch begeistert von dieser Serie und auch wirklich traurig, dass ich in ein paar Monaten nicht mehr in die fiktive Version des NBC-Studios im Rockefeller Center zurückkehren werde. Wer die Serie noch nicht kennt, dem kann ich sie nur ans Herz legen. Alle anderen dürften ohnehin bereits entschieden haben, ob sie mit dieser Art von Humor klar kommen. Ich für meinen Teil werde Liz, Jack und Co. vermissen. Ihr gehört zu den Guten: 9/10 Punkte.

15 Gedanken zu “30 Rock – Season 1 to 7

  1. Wir haben die Serie auch geliebt, allerdings nur bis zu dem Punkt, wo sie sich dann doch überlebt hatte.
    Die Handlungsstränge um Tracey und Jenna wurden immer überdrehter und nerviger (und dann kommt noch Traceys Frau dazu, was das ganze nicht besser macht), bei Kenneth wurde es leider auch irgendwann zu abstrus und die richtig guten Folgen wurden seltener. Abgesetzt hatte ich die Serie dann nach der Geburt von Jacks Kind. Das waren nochmal zwei sehr gute Folgen und somit ein würdiges Ende.
    Aber vielleicht schau ich mir das Serienfinale ja noch an, sollte ja wohl nicht so sein, dass ich da den Anschluss verpasst hätte…

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    • Ja, die letzten beiden Staffeln waren etwas schwächer und der Fokus auf Tracy und Jenna vielleicht etwas zu stark, doch gab es immer noch genügend Elemente, die mich zum Weiterschauen bewegt haben. Zudem fand ich es auch schön zu sehen, wie Liz endlich auch ihr privates Glück findet und Jacks Bestrebungen nach der Übernahme durch Kabletown fand ich auch herrlich. Doch, hat immer noch für mich funktioniert.

      „30 Rock“ ist auch eine der Serien, bei der ich mir eine Wiederholungssichtung sehr gut vorstellen kann, da ich in jeder Episode bestimmt noch etliche Anspielungen und Gags verpasst habe.

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  2. Stimme dem guten Don zu, ein paar Handlungsstränge hätte man sich wirklich sparen können (Traceys Frau, Jennas Freund). Die Show hielt ansonsten aber für ihre Laufzeit größtenteils ihr Niveau. Vom Finale hingegen war ich leicht enttäuscht, gerade die erste Hälfte fand ich doch eher schwach. Vielleicht habe ich aber auch irgendwelche Anspielungen nicht verstanden.

    Schön war’s in jedem Fall. Eine der besten Comedyserien, die kaum jemand gesehen hat.

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    • Die erwähnten Handlungsstränge fand ich auch nicht so spannend, doch gab es letztendlich ja auch nur zwei „Queen of Jordan“-Episoden und Jennas Freund tauchte auch nur ab und zu auf. Ich verstehe aber was du meinst. Das Finale dagegen fand ich wirklich grandios. Auch die Liebesbekundung zwischen Liz und Jack hat mir wirklich sehr gut gefallen, weil sie auf die typisch übertriebene Art und Weise bewusst gemacht hat, dass dies eben nicht die vielleicht erwartete romantische Beziehung zwischen zwei Charakteren war. Einfach nur klasse und auch der Rest hat mich wirklich glücklich aus der Serie entlassen. Ich fand es schön und pasend.

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  3. Ich war ja eher skeptisch bei der Serie, aber mittlerweile liebe ich sie… auch wenn ich erst drei Staffeln gesehen habe. Aber jetzt, wo ich viele andere Serien durch habe, kann ich mich „30 Rock“ ja mal wieder zuwenden 😉

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    • Ja, mach das mal! Die ersten drei Staffeln waren auf jeden Fall grandios, doch auch was danach kommt ist mehr als nur sehenswert. Freut mich auf jeden Fall, dass die Serie generell gut ankommt… 🙂

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  4. Das ist wohl einer der Serien, die ich nicht verstehe. Schon oft versucht anzuschauen, aber keinen Bezug zur Serie gefunden und auch nicht witziges an ihr entdeckt, eher das Gegenteil und zwar für mich völlig unsympathische Hautdarsteller. Humor ist eben verschieden und da die Serie bekanntlich viele Preise gewonnen hat und von vielen gelobt wird, muss sie anscheinend etwas gutes haben, aber ich hab für mich nichts davon erkannt.

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    • Die Einschaltquoten waren bei „30 Rock“ ja auch immer eher bescheiden, insofern ist der Humor wohl bei etlichen Leuten nicht sonderlich gut angekommen. Die Serie war immer eher ein Kritikerliebling, was nicht immer ein gutes Zeichen sein muss, doch meinen Geschmack hat sie absolut getroffen.

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  7. Gestern Abend auf der Suche nach einer neuen Comedy Serie mit nicht allzu langen Folgen, bin ich auf 30Rock gestoßen. Natürlich habe ich direkt in deinem Serienverzeichnis nachgeschaut, was du davon hälst. Ich denke ich habe einen Volltreffer gelandet 😉 Bis jetzt gefällt sie mir außerordentlich gut. Ein Review folgt sicherlich bald auf meinem Blog 😉

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    • Eine sehr gute Wahl! Besonders wenn man sich für die Mechanismen hinter einer TV-Show und das Schreiben von Comedy generell interessiert, gibt es wohl keine bessere Serie. Nun bist du ja erst einmal beschäftigt – ich wünsche dir viel Spaß dabei! 🙂

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