Life in Pieces – Season 2

Kaum zu glauben, doch ich habe „Life in Pieces – Season 2“ nach über einem Jahr tatsächlich zu Ende geschaut. Manchmal ist es also gar nicht so schlecht, bei Serien eine Pause einzulegen. Warum ich die Sichtung der Comedy-Show doch wieder aufgenommen habe, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Life in Pieces – Season 2 | © 20th Century Fox Television

Life in Pieces – Season 2 | © 20th Century Fox Television

Comedy-Happen mit teils seltsamem Humor

Im Grunde hat sich im Vergleich zur ersten Staffel nichts geändert: Immer noch bekommen wir eine turbulente Familien-Comedy in ca. fünfminütigen Häppchen serviert. Jeweils vier dieser Häppchen ergeben eine Episode, die meist keinen roten Faden zwischen den einzelnen Segmenten bietet. Nach wie vor sehe ich das als großen Schwachpunkt der Serie, weshalb ich auch nach der achten Episode ausgestiegen bin. Zumindest vorerst. Als uns eine 20-minütige Serie im Programm fehlte, habe ich doch wieder eingeschaltet und bin sogleich bei einer Episode gelandet, die tatsächlich eine Verbindung zwischen den einzelnen Geschichten schafft. Auch den Humor fand ich deutlich angenehmer und für ungefähr acht weitere Episoden war ich der Serie gegenüber erstaunlich positiv eingestellt.

Leider jedoch konnte sich der positive Eindruck nicht bis zum Schluss halten, wobei ich auch sagen muss, dass ich größtenteils zwei Segmente wirklich witzig fand, eines eher durchschnittlich und das vierte dann eher schwach. Wenn es diese strikte Trennung nicht geben würde, wäre der Gesamteindruck wohl auch deutlich besser gewesen. Doch manche Figuren, speziell die WG-Bewohnerin Dougie, sind unglaublich klischeehaft geschriebene Stereotypen, die mir teils den Spaß an den anderen Geschichten verdorben haben, selbst wenn diese deutlich besser waren.

Fazit

Immer noch eine durchaus launige Familien-Comedy, die unter ihrem starren Konzept leidet. Der Humor war mir teils zu flach, doch ein paar Charaktere mag ich inzwischen wirklich gerne. Wenn man die Serie nicht geballt schaut, funktioniert sie als netter Tagesabschluss ziemlich gut. Kein Comedy-Hit, sondern nette Unterhaltung – zumindest drei Viertel der Show: 7/10 (6.9) Punkte.

Guardians of the Galaxy Vol. 2 (2017)

Aktualisierung: Ich habe „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ am 27. Juli 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Der Urlaub neigt sich dem Ende zu, auch der tägliche Film wird bald wieder aus meinem Abendprogramm verschwinden. Nachdem es gestern mit „Lion: Der lange Weg nach Hause“ eher ruhig und dramatisch war, durfte heute mit „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ die Action und der Irrwitz auf dem Fernseher Einzug halten. Nach „Doctor Strange“ ist dies nun die vorerst letzte Besprechung aus dem Marvel Cinematic Universe (MCU) auf diesem Blog…

Guardians of the Galaxy Vol. 2 (2017) | © Walt Disney

Guardians of the Galaxy Vol. 2 (2017) | © Walt Disney

Perfektes Popcorn-Kino mit einer Prise Wahnsinn

Schon die Eröffnungsszene zeigt uns, welche Art von Humor bei „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ vorherrscht: Da findet der Kampf gegen ein großes, schleimiges Monster fast im Off statt, während Baby Groot im Vordergrund beschwingt zu „Mr. Blue Sky“ des Electric Light Orchestra tanzt. Natürlich ist alles kalkuliert und bewusst inszeniert, doch wirkt diese Nebensächlichkeit in der High-Budget-Superhelden-Welt ziemlich unverbraucht. Da wird für einen kleinen Gag mal eben eine Minute Unsinn animiert, der nichts zur Handlung beiträgt. Herrlich! Doch neben all dem Wahnsinn gibt es tatsächlich auch eine Geschichte, die ich erstaunlich erfrischend fand.

Im ersten „Guardians of the Galaxy“ gab es noch einige inhaltliche Lücken in Bezug auf Peter Quills Hintergrundgeschichte. Diese werden nun aufgelöst – und dass ausgerechnet ein größenwahnsinniger Kurt Russell seinen Vater mimt, passt einfach wunderbar in diese Welt. Nebenbei betritt auch Sylvester Stallone dieses Universum und wir bekommen weitere Völker und Parteien präsentiert. Dadurch fühlt sich die Bühne, auf der unsere Guardians agieren, trotz aller Übertriebenheit, echt und bedeutsam an, was ich für eine ziemliche Leistung halte: Hinter all dem Quatsch stehen erstaunlich viele Emotionen und Charakterentwicklungen.

Fazit

Um zu beurteilen, welcher Teil mir nun besser gefallen hat, hätte ich den Vorgänger noch einmal anschauen müssen. Fest steht für mich jetzt schon, dass sich beide Filme um den ersten Platz aller MCU-Beiträge streiten dürfen. Den dritten Teil kann ich somit kaum erwarten: 8/10 Punkte.

Beautiful Girls (1996)

Der erste Weihnachtsfeiertag ist vorbei. Eigentlich hatte ich schon letzte Woche geplant, ganz furchtbar viele Filme zu schauen, doch in den Vorbereitungen ist das irgendwie untergegangen. Heute jedoch war es soweit und da es hier an Schnee mangelt, habe ich mich für „Beautiful Girls“ entschieden, in dem das verschneite Setting eine nicht unbedeutende Rolle spielt. Warum ich den Film damals bei den fünf besten Schneefilmen nur vergessen habe?

Beautiful Girls (1996) | © STUDIOCANAL

Beautiful Girls (1996) | © STUDIOCANAL

Coming-of-Age: The Next Generation

Ich habe „Beautiful Girls“ in einer Phase meines Lebens entdeckt, in der ich mich selbst noch nicht gefunden hatte. Während meines Zivildienstes habe ich oft bis 22 Uhr gearbeitet und bin danach meist noch auf das eine oder andere Bier versackt. Meist war ich gegen Mitternacht zu Hause und habe mir noch einen Film angeschaut, da meine nächste Schicht oft erst um 13:30 Uhr begann. In eben dieser Zeit ist mir unter anderem Ted Demmes Film begegnet – und er hat einen Nerv getroffen. Damals war ich noch bedeutend jünger als die Protagonisten. Heute bin ich gut acht Jahre älter. Das ist ein interessanter Wechsel der Perspektive. Funktioniert der Film auch heute noch für mich?

Oh ja, „Beautiful Girls“ ist das perfekte Beispiel dafür, warum man Filme öfter schauen sollte. Gerade durch die veränderte Perspektive konnte ich heute ganz andere Dinge aus der Geschichte ziehen, die auf den ersten Blick ziemlich unspektakulär wirkt. Heute weiß ich, wo ich in meinem Leben stehe – damals hatte sich die Ungewissheit der Charaktere noch eins zu eins auf mich übertragen. Gleich geblieben ist die Atmosphäre, die vom verschneiten Massachusetts ausgeht. Hier erinnert mich Ted Demmes Tragikomödie stark an „Nobody’s Fool: Auf Dauer unwiderstehlich“, der ein ganz ähnliches Setting besitzt. Auch mag ich die Musik, die Charaktere und die Schauspieler. Timothy Hutton und Natalie Portman schaffen es, zum Beispiel, eine auf den ersten Blick seltsam wirkende Beziehung (heute übrigens mehr als damals) so zu spielen, dass sie echt und nicht anzüglich wirkt. Selbst Matt Dillon und Michael Rapaport spielen ihre klischeehaften Figuren wunderbar natürlich und sympathisch. Eine wirklich runde Sache.

Fazit

Auch wenn ich es insgeheim schon wusste, so hat sich mit der heutigen Sichtung bestätigt, dass ich „Beautiful Girls“ zu meinen Lieblingsfilmen zählen kann. Dennoch hat es viele Jahre gedauert, bis ich nach Knights Ridge zurückgekehrt bin. Ihr seid noch nie dort gewesen? Dann kann ich euch nur empfehlen: Packt warme Klamotten ein und macht euch auf den Weg. Es lohnt sich! Selbst wenn es nur eine Coming-of-Age-Geschichte mit hängengebliebenen Jungs in den späten Zwanzigern ist: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Schöne Bescherung – OT: Christmas Vacation (1989) (WS8)

Ich sehe „Schöne Bescherung“ jedes Jahr und bespreche den Film danach auf meinem Blog. Du möchtest die komplette Dosis Griswolds? Du findest alle Besprechungen hier!

Eigentlich hätte ich meine diesjährige Sichtung von „Schöne Bescherung“ schon gerne frühzeitiger zelebriert, doch es kam anders als gedacht – und somit war es heute, am 23. Dezember, wieder reichlich knapp. Dennoch war es natürlich keine Option ohne die Griswolds in das Weihnachtsfest zu starten, weshalb sich heute Nachmittag die ganze Familie vor dem Fernseher versammelt hat…

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

Alle Jahre wieder

Die Stammleser meines Blogs wissen, was jetzt kommt: meine inzwischen neunte Besprechung des Films auf diesem Blog. Nur 2008, 2009 und 2011 habe ich den Film während der letzten elf Jahre nicht gesehen, warum auch immer. Da inzwischen meine beiden Kinder mitschauen, habe ich wieder einmal auf die deutsche Synchronisation zurückgegriffen, die allerdings auch tadellos funktioniert. Damals war halt wirklich noch alles besser. Das Zappelinchen hat sich speziell an den unzähligen Slapstick-Szenen erfreut, dem Zwergofant waren etliche Szenen noch zu dramatisch. Bei ihm wird es noch ein paar Jahre dauern, bis er diese Tradition wirklich zu schätzen weiß.

Und ich selbst? Ja, auch ich habe wieder viel gelacht und ein paar neue Elemente entdeckt: Zum Beispiel war mir nie bewusst aufgefallen, dass Oma Francis und Oma Nora an einem Lebkuchenhaus basteln – vermutlich aber auch nur, weil wir heute selbst eines zusammengeklebt haben:

Ansonsten hat sich mir wieder einmal offenbart, warum ich den Film so liebe: Er schafft es die perfekte Gratwanderung zwischen Weihnachtskitsch und völlig überzogener Satire hinzulegen, ohne dabei seine Figuren völlig der Lächerlichkeit Preis zu geben. Speziell die Kernfamilie der Griswolds sowie die beiden Großelternpaare sind wirklich großartig in ihrem Zusammenspiel. Ein Mikrokosmos, der unzählige brillante Dialogszenen (manchmal nur Fetzen) enthält, die viel über den Weihnachtswahnsinn, sowohl in positiver als auch negativer Hinsicht, aussagen.

Fazit

Nein, hier gibt es auch dieses Jahr keine Überraschung zu erwarten: Ohne die Griswolds würde mir an Weihnachten etwas fehlen – und ich arbeite gerade daran, dass meine Kinder diese Tradition fortführen. Zumindest das Zappelinchen habe ich schon auf meiner Seite. Nun kann Weihnachten kommen: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Tatsächlich… Liebe – OT: Love Actually (2003)

Nur noch eine Woche bis Weihnachten. Unglaublich. Höchste Zeit also, langsam aber sicher in Weihnachtsstimmung zu kommen. Den Baum haben wir heute schon gekauft und das Zappelinchen hatte seinen ersten Auftritt mit dem Kinderchor. Dennoch ist mein Kopf noch viel zu voll mit anderen Dingen, um im Weihnachtsmodus zu sein. Vielleicht hilft ein Film? Da „Schöne Bescherung“ fest für Ende der Woche eingeplant ist, habe ich mein Glück mit „Tatsächlich… Liebe“ versucht, den ich bisher erst einmal vor vielen, vielen Jahren gesehen hatte…

Tatsächlich… Liebe (2003) | © Universal Pictures Germany GmbH

Tatsächlich… Liebe (2003) | © Universal Pictures Germany GmbH

Weihnachtskitsch der bekömmlichen Sorte

An meine letzte Sichtung konnte ich mich nicht mehr wirklich gut erinnern. Ein paar Einzelszenen waren mir noch im Kopf, doch sonderlich beeindruckt hatte mich der Film anscheinend nicht. Heute sieht das anders aus: Auch wenn Richard Curtis in „Love Actually“ sich erneut als Meister des Knöpfedrückens beweist, so bietet der Film auch extrem viel Spaß, unerwartete Szenen und Selbstbewusstsein auf der Metaebene. Besonders imposant fand ich allerdings, dass die unzähligen Handlungsstränge tatsächlich gleichwertig erzählt werden. Da bleibt nichts offen und keine Figur fällt hinten runter. Neben all den oberflächlich wirkenden Romanzen ist das eine starke Leistung. Überhaupt paart Curtis (bekannt für „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ und „Alles eine Frage der Zeit“) gekonnt wirklich übertrieben kitschige Szenen mit nachdenklich stimmenden Momenten und beinahe schon kindisch explizitem Humor. Und was soll ich sagen? Die Mischung geht auf.

Auch das Weihnachtssetting mit all den unsäglichen Popsongs fügt sich in diese große, bunte Erzählung ein, die in einem natürlich ebenso übertrieben bombastischem Finale mündet. Jedoch sind es eher die kleinen Momente, die wirklich in Erinnerung bleiben: Karens (Emma Thompson) herzergreifende Erkenntnis, dass ihr Mann (Alan Rickman) eine andere Frau beschenkt hat. Oder Marks (Andrew Lincoln, „The Walking Dead“) Liebesgeständnis an die Frau (Keira Knightley) seines besten Freundes. Auch wenn die meisten Kritiker das damals anders gesehen haben, hat sich „Tatsächlich… Liebe“ zurecht in das popkulturelle Herz der vorweihnachtlichen Kinozuschauer gespielt.

Fazit

Mir hat „Love Actually“ bei der heutigen Sichtung wirklich ausgezeichnet gefallen. Jeder einzelne Handlungsstrang hat mir auf seine Art und Weise viel Freude bereitet und ich mochte sowohl den Kitsch als auch den Humor. Nicht in jeder Geschichte gibt es ein Happy End, doch auch das ist eben tatsächlich… Liebe: 8/10 Punkte.

Black-ish – Season 1

Nachdem ich mich mit „Veep“ und „Boardwalk Empire“ zuletzt auf qualitativ hochwertige Pay-TV-Serien konzentriert hatte, war es gar nicht so einfach im normalen Streaming-Angebot eine Network-Comedy zu finden, die man sich am Ende eines langen Tages völlig entspannt ansehen kann. Nachdem ich die zweite Staffel von „Life in Pieces“ vorerst vorzeitig abgebrochen hatte, gab ich „Black-ish – Season 1“ eine Chance. Diese Entscheidung sollte sich als die richtige herausstellen…

Black-ish – Season 1 | © ABC Studios

Black-ish – Season 1 | © ABC Studios

Eine herrlich klassische Familien-Sitcom

Wie gerne würde ich jetzt den Vergleich zu „Die Bill Cosby Show“ ziehen. Neben „Alf“ meine erste Begegnung mit einer Sitcom und… aber nein, speziell über diese Serie will ich heute nicht mehr reden. Ihr kennt die Gründe. Also wenden wir uns lieber „Black-ish“ zu, die in (fast) jeder Hinsicht eine zeitgemäße Comedy-Serie ist. Auch wenn in jeder Episode eine gesellschaftlich relevantes Thema angesprochen wird, so bietet „Black-ish“ in vielerlei Hinsicht doch ganz klassische Familienunterhaltung. Und das hat mir die Serie wirklich sympathisch gemacht. Zwar werden schwarze Themen ganz bewusst (und das mit einer gesunden Mischung aus Ernsthaftigkeit und Selbstironie) angesprochen, doch wirkt die Serie nie belehrend.

Fazit

Auch wenn sich die Serie einiges traut und auch schwierige Themen verarbeitet, so merkt man doch, dass man es mit einer Network-Serie zu tun hat. Gerade der formelhafte Aufbau wirkt über 24 Episoden gestreckt ein wenig ermüdend, was aber auch zur klassischen Erzählform der Familien-Comedy passt. Insgesamt hatte ich viel Spaß mit der Familie Johnson und werde bestimmt noch ein wenig mehr Zeit mit ihr verbringen: 8/10 (7.6) Punkte.

Veep – Season 4

Nach eineinhalb Jahren Pause habe ich mich endlich wieder dem unterhaltsamen Teil der US-Politik zugewandt – und damit meine ich nicht John Oliver oder Stephen Colbert bei ihren Kommentaren zu einem gewissen Präsidenten zuzusehen. Die Rede ist natürlich von „Veep – Season 4“, der aktuell wohl witzigsten Comedy-Serie on air. Was sich seit der dritten Staffel getan hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Veep - Season 4 | © Warner Home Video

Veep – Season 4 | © Warner Home Video

Willkommen, Präsidentin Selina Meyer!

Unsere geliebte Vizepräsidentin hat es endlich geschafft und wird überraschend und unverhofft Präsidentin der Vereinigten Staaten. Das kann doch nur Chaos bedeuten – und so kommt es auch: Das Mitarbeiter-Karussell dreht sich weiter und befördert gleich zwei beliebte Figuren in die Hände einer Lobby-Firma. Allein dieser Handlungsstrang ist so unfassbar komisch (und bitter), dass es eine wahre Freude ist. Doch die eigentlichen Highlights sind abermals Julia Louis-Dreyfus zuzuschreiben, die Präsidentin Selina Meyer einfach nur fantastisch spielt. Dabei gelingt es ihr perfekt eben nicht komplett inkompetent zu wirken, sondern die Gratwanderung zwischen Überheblichkeit, tatsächlicher Kompetenz und Lächerlichkeit voll auszuspielen. Die Frau ist der Wahnsinn! ❤

Neben Julia Louis-Dreyfus weiß auch der restliche Cast zu überzeugen, speziell Tony Hale fand ich erneut herrlich. Sicher die überzogenste Figur, doch haben die Autoren auch seinem Gary Walsh ein paar ernste Momente gegönnt. Die Dynamik im Team der Präsidentin ist herrlich und gerade, dass bekannte Strukturen aufgebrochen werden, gibt der ganzen Sache die nötige Würze. Erwähnen sollte ich noch Neuzugang Hugh Laurie, der wirklich in der Rolle des neuen Veeps aufgeht.

Fazit

Ich habe es schon ein paar Mal geschrieben, werde aber nicht müde es zu erwähnen: „Veep“ ist eine der lustigsten aktuell laufenden Comedys, die leider kaum jemand in meiner Filterblase zu schauen scheint (Herr Inishmore, Sie dürfen den letzten Satz ignorieren). Ändert das bitte schnellstmöglichst. Es lohnt sich: 10/10 (9.5) Punkte.

New Girl – Season 5

Es gibt Serien, die schaut man jedes Jahr, wenn die neue Staffel veröffentlicht wird. Ganz ohne Hype und große Erwartungen. Dazu gehört mit „New Girl – Season 5“ auch eine Serie, die in ihrem ersten Jahr noch aufregend war, doch inzwischen niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlockt. Ob das am Überangebot neuer Serien, der  sinkenden Qualität oder unserer kurzen Aufmerksamkeitsspanne liegt?

New Girl - Season 5

Gratwanderung zwischen lustig und belanglos

Was soll ich sagen? Ich hatte auch dieses Jahr wieder sehr viel Spaß mit dieser verrückten WG. Ähnlich wie im inzwischen ebenso verachteten, ehemaligen Comedy-Erfolg „The Big Bang Theory“ entwickeln sich die Charaktere hier langsam weiter und gehen nach und nach feste Beziehungen ein. Der Höhepunkt dieser Entwicklung ist bestimmt, dass Schmidt endlich Cece heiratet. Jess selbst mäandert ein wenig durch diese Staffel, was wohl auch an der längeren Auszeit aufgrund von Zoey Deschanels Schwangerschaft liegt. Der Ersatz in Form von Megan Fox als Gaststar ist ein wenig uninspiriert, stört aber auch nicht. Am meisten Spaß macht die Serie ohnehin, wenn unsere Hauptfiguren in der Bar abstruse Gespräche führen oder in ebensolche Situationen geraten.

Fazit

„New Girl“ ist nach wie vor eine wunderbare Comedy, die mir auch im fünften Jahr viel Spaß gemacht hat. Gerade wenn man abends spät auf die Couch kommt und noch etwas zum Abschalten (im übertragenen Sinne) benötigt. Inzwischen ist bekannt, dass die verkürzte siebte Staffel auch die letzte sein wird. Das scheint mir auch ein guter Punkt, um auszusteigen. Bis dahin bleibe ich aber gerne dabei: 7/10 (7.4) Punkte.

Demolition Man (1993)

Nach einem turbulenten Tag, an dem wir den Geburtstag unseres Neffen gefeiert haben, war es am Abend eigentlich viel zu spät für einen Film. Dennoch habe ich „Demolition Man“ in den Blu-ray-Player geschoben, da mich ein Freund und Kollege erst letzte Woche wieder auf diese Lücke in meinem popkulturellen Wissen hinwies…

Demolition Man (1993)

Demolition Man (1993) | © Warner Home Video

Zurück in die Zukunft

Ach, es ist wieder einmal herrlich, wie in dem 1993er Film die nahe Zukunft des Jahres 1996 dargestellt wird. Anscheinend haben sich die Drehbuchautoren und Regisseur  Marco Brambilla hier mit den Machern von „Predator 2“ abgesprochen. Doch schon kurz darauf geht es für John Spartan (was für ein Name!) in die tatsächliche Zukunft des Jahres 2032, wo er seinem Erzfeind Simon Phoenix gegenübersteht. Sylvester Stallone und Wesley Snipes liefern sich ein überzogenes Duell und überzeugen in ihren mehr als stereotypen Rollen, die wunderbar die satirischen Elemente des restlichen Films durchbrechen. Wer hätte gedacht, dass in diesem Film die Action eher ermüdend wirkt und die aufgebaute Welt sowie Dialoge und Humor hervorstechen?

Am meisten mochte ich die an Albernheit grenzende Einführung in diese Welt ohne Schimpfwörter, Gewalt und Sex. Letztendlich ergibt sich aus dieser Prämisse eine Culture-Clash-Komödie, die immer wieder mit handfesten Action-Einlagen durchsetzt ist. Diese sind zwar packend inszeniert, können sich aber nicht gegenüber anderen 80er oder 90er Jahre Genre-Kollegen absetzen.

Fazit

Nun habe ich endlich auch diese Lücke in meinem Filmwissen geschlossen. Und ja, ich kann verstehen, dass „Demolition Man“ einen gewissen Kultstatus genießt. Aufgrund der unzähligen Anspielungen und der völlig überzogenen Darstellung der Zukunft, eignet sich der Actioner auch bestens zum wiederholten Anschauen. Hätte ich ihn bereits damals liebgewonnen, dann wäre er wohl auch bei mir in der Rotation der üblichen 80er/90er Jahre Filme gelandet. Ein großer Spaß: 8/10 Punkte.

Shameless (US) – Season 6

Wie ihr an den ausgebliebenen Einträgen sehen könnt, ist mein TV-Konsum in den letzten Wochen trotz des neuen Fernsehers rapide zurückgegangen. Urlaub, Arbeit und Familie haben meinen Fokus auf die wichtigeren Dinge des Lebens gelenkt. Dennoch habe ich mir die letzten Wochen sporadisch mit „Shameless – Season 6“ versüßt. Und wie ihr euch denken könnt, war der Besuch bei den Gallaghers einmal wieder mehr als nur turbulent…

Shameless – Season 6

Der unterhaltsame Verlust der Bodenhaftung

Puh, es passiert wieder einiges im Leben unserer Vorzeigefamilie. Unfassbar. Dabei werden auch schwierige Themen nicht ausgespart, doch immer wenn man denkt es wird nun ernst und dramatisch, legt vermutlich Frank noch einmal eine Schippe drauf, um die Situation völlig ins Absurde zu drehen. Teils hatte ich hier das Gefühl, die Serie verliert so langsam die Bodenhaftung und gewissen Handlungsstränge (z.B. Lips Affäre mit seiner Professorin) würden zu breit ausgewalzt. Dem Unterhaltungswert schadet dies nicht unbedingt, zumal es auch noch genügend Elemente gibt, die unsere Figuren und auch uns Zuschauer ziemlich schlucken lassen. Dennoch kam es mir teils so vor als würde Showtime vermehrt nackte Tatsachen oder auch Schockmomente ohne eine wirkliche Motivation für die Handlung ins Spiel bringen. Ich bin gespannt, wie sich die Serie in dieser Hinsicht in den nächsten Staffeln noch entwickeln wird.

Fazit

Dieses Mal hat es deutlich länger gedauert, bis ich richtig drin war und die Eskapaden der Gallaghers ohne Scham genießen konnte. Am Ende der Staffel hätte ich (wie immer) unglaublich gerne noch weitergeschaut, da die Welt unserer Hauptfiguren einmal mehr in sich zusammenfällt und man nun gespannt sein darf, in welche Richtung sich speziell Fiona entwickelt. Immer noch sehr stark, doch nicht die beste Staffel dieser nach wie vor famos unterhaltsamen Serie: 9/10 (8.8) Punkte.