Demolition Man (1993)

Nach einem turbulenten Tag, an dem wir den Geburtstag unseres Neffen gefeiert haben, war es am Abend eigentlich viel zu spät für einen Film. Dennoch habe ich „Demolition Man“ in den Blu-ray-Player geschoben, da mich ein Freund und Kollege erst letzte Woche wieder auf diese Lücke in meinem popkulturellen Wissen hinwies…

Demolition Man (1993)

Zurück in die Zukunft

Ach, es ist wieder einmal herrlich, wie in dem 1993er Film die nahe Zukunft des Jahres 1996 dargestellt wird. Anscheinend haben sich die Drehbuchautoren und Regisseur  Marco Brambilla hier mit den Machern von „Predator 2“ abgesprochen. Doch schon kurz darauf geht es für John Spartan (was für ein Name!) in die tatsächliche Zukunft des Jahres 2032, wo er seinem Erzfeind Simon Phoenix gegenübersteht. Sylvester Stallone und Wesley Snipes liefern sich ein überzogenes Duell und überzeugen in ihren mehr als stereotypen Rollen, die wunderbar die satirischen Elemente des restlichen Films durchbrechen. Wer hätte gedacht, dass in diesem Film die Action eher ermüdend wirkt und die aufgebaute Welt sowie Dialoge und Humor hervorstechen?

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Am meisten mochte ich die an Albernheit grenzende Einführung in diese Welt ohne Schimpfwörter, Gewalt und Sex. Letztendlich ergibt sich aus dieser Prämisse eine Culture-Clash-Komödie, die immer wieder mit handfesten Action-Einlagen durchsetzt ist. Diese sind zwar packend inszeniert, können sich aber nicht gegenüber anderen 80er oder 90er Jahre Genre-Kollegen absetzen.

Fazit

Nun habe ich endlich auch diese Lücke in meinem Filmwissen geschlossen. Und ja, ich kann verstehen, dass „Demolition Man“ einen gewissen Kultstatus genießt. Aufgrund der unzähligen Anspielungen und der völlig überzogenen Darstellung der Zukunft, eignet sich der Actioner auch bestens zum wiederholten Anschauen. Hätte ich ihn bereits damals liebgewonnen, dann wäre er wohl auch bei mir in der Rotation der üblichen 80er/90er Jahre Filme gelandet. Ein großer Spaß: 8/10 Punkte.

22 Gedanken zu “Demolition Man (1993)

  1. Ich finde ja, dass es bei so Zukunftsvisionen gar nicht mal den großen Unterschied macht, ob man jetzt 3 Jahre in die Zukunft blickt, oder 30, oder 300. Treffer sind ja ohnehin selten, was diese „Aussichten“ angeht. Bestes Beispiel sind ja die berühmten fliegenden Autos in jedem zweiten Science-Fiction-Film, der auf der Erde spielt.

    Ach so, Film macht Bock. Herrlich selbstironischer Quatsch. Müsste ich mal wieder angucken.

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    • Ich finde das schon immer sehr lustig. Manche Elemente sind immer sehr treffend (z.B. überall große Bildschirme oder Tablet-artige Geräte), andere dagegen immer völlig überzogen. Mag ich sehr so etwas.

      Beim Film sind wir uns dieses Mal wieder einig… 🙂

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      • Ja ich find sowas auch immer geil. Auch bei BTTF II“ mit der Instantpizza oder dem Hologramhai am Kino. Aber trotzdem noch Faxgeräte nutzen.

        Es gibt aber halt auch so Filme, da kann man sich kaum uneinig sein. Der hier gehört dazu, würde ich sagen. Ist eben simple Actionunterhaltung die funktioniert.

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      • Daran sieht man allerdings auch, was in den Jahrzehnten so angesagt war. Die 70er waren halt noch „ernster“ in ihrer Gesellschaftskritik. Ab den 80ern wurde es so herrlich Over-The-Top. Das fängt ja schon bei den ganzen trashigen Post-Apokalypse-Visionen an. Stichwort: „Hell Comes To Frogtown“. Und dieser Irrsinn hat sich so wunderbar durch die 80er und teils 90er gezogen, dass es irgendwann auch den Mainstream erreichte. Deshalb halte ich die 80er ja auch immer noch für das beste Filmjahrzehnt ever. Sicher nicht alles Meilensteine, aber zumindest fast immer wunderbar kreativ.

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      • Auch da sind wir uns wieder mal einig: Die 80er dürften insgesamt auch mein Lieblingsfilmjahrzehnt sein, wobei ich die späten 70er und frühen 90er noch einschließen würde.

        „Hell Comes to Frogtown“ sollte ich nun wirklich einmal sehen. Gibt es den gut greifbar auf DVD oder gar Blu-ray?

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      • Ja, Ende der 70er fings ja langsam an, zog sich durch die 80er und so Mitte der 90er verabschiedete man sich dann leider langsam vom kreativen zum Effektgewitter. Wobei die zu der Zeit auch noch annehmbar waren, aber eher weils frisch war. Heute hat man ja alles gefühlt tausendmal in irgendeiner Form gesehen. Dass ist ja auch mein großer Kritikpunkt an dem ganzen CGI-OVerkill. Das Problem ist ja nicht das CGI an sich, sondern die Einfallslosigkeit, mit der man es eben verbrät. Aber das ist ein anderes Thema.
        Dafür, dass wir uns so oft einig sind in letzter Zeit haben wir doch einen recht unterschiedlichen Geschmack. Irgendwie eigenartig.

        Hierzulande ist an Frogtown leider nicht günstig ranzukommen. Das geplante Mediabook wurde leider vor ein paar Wochen auch gecancelt. Aber die UK-BluRay oder zumindest DVD sollte für nen knappen 10er zu kriegen sein, denke ich, falls dir die Synchro nicht so wichtig ist.

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      • Ach, was so die Filmwelt bis zu den frühen 90ern angeht, dürfte unser Geschmack gar nicht so unterschiedlich sein. Mit dem Auftreten von CGI gehen dann die Differenzen los. Das wird wohl immer wieder vorkommen… 😉

        Ah, ok. Dann schaue ich mal in UK. Die Synchro brauche ich nicht. Danke für den Tipp!

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      • Ja, weil CGI zu einer Seuche wurde, die große Filme zu unkretiven an die Wand gepissten Schanrchfesten macht, bei der sich nichtmal mehr die CGI-Abteilung die Mühe macht, ihren Job gescheit zu machen. Aber das ist ein anderes Thema.

        Kein Problem. Frogtown kann ich immer empfehlen.

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  2. Pingback: Media Monday #325 | moviescape.blog

  3. Absolut nutzlose Trivia zu dem Film, die ich endlich mal verwenden kann: in der US-Version ist Taco Bell der Sieger der Franchise Kriege, für die meisten europäischen Versionen wurde nachträglich Pizza Hut draus, weil hier keiner gewusst hätte was Taco Bell ist. Im Abspann wird aber immer noch Taco Bell als Sponsor genannt. Sieht also so aus als hätte Pizza Hut hier Gratis-Werbung kassiert.

    Ich habe gesagt es wär nutzlos. Du hast bis hier hin gelesen! 😉

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