Vier Hochzeiten und ein Todesfall – OT: Four Weddings and a Funeral (1994)

Mike Newells „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ habe ich zum ersten Mal mit 14 Jahren im Kino gesehen. Der Auslöser war die Rolle von Rowan „Mr. Bean“ Atkinson, den ich damals ganz toll fand. Nach dieser ersten Sichtung war ich einerseits enttäuscht, dass der Part des Komikers so klein ausgefallen ist, andererseits fand ich den restlichen Film überraschend gut gelungen. Zumindest für eine romantische Komödie, mit denen ich in diesem Alter noch recht wenig anzufangen wusste.

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In den folgenden Jahren habe ich „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ erstaunlich oft gesehen, wobei mir besonders die Figuren und die Atmosphäre des Films ans Herz gewachsen sind. Inzwischen sind seit der letzten Sichtung einige Jahre vergangen. Doch da ich die Nachfolger aus der Feder von Richard Curtis („Notting Hill“ und „Tatsächlich… Liebe“) recht gelungen fand, wurde es meiner Meinung nach einmal wieder Zeit für eine Auffrischung der Erinnerungen. Umso passender, dass es den Film zurzeit für gerade einmal 2,99 € bei Weltbild (auch in den Ladengeschäften) gibt.

Auch heute noch kann mich der Beziehungsreigen um die Gruppe von sympathischen Hochzeitsgängern begeistern. Der Aufbau ist geschickt: Aller Figuren werden über einen Zeitraum von ca. 18 Monaten begleitet. Allerdings werden nur Hochzeiten (und eine Beerdingung) gezeigt. Die Charakterisierung bleibt deswegen gerade so oberflächlich, dass man der Handlung einige Logikfehler verzeihen kann, und geht doch so tief, dass einem die Figuren ans Herz wachsen. Meiner Meinung nach sehr schön gelöst.

Die Geschichte ist eigentlich ziemlich simpel und fast schon vernachlässigbar. Der Film lebt von den Figuren und der Atmosphäre auf den Feiern. Dort stolpern die Charaktere teils etwas unbeholfen herum, was Erinnerungen an eigene Erlebnisse mit großen Festen dieser Art aufkommen lässt. Allerdings sieht die Bilanz bei mir etwas anders aus: Ich war schon auf mehr Beerdigungen als Hochzeiten. Sollte mir das zu denken geben?

Zwar merkt man dem Film sein Alter von inzwischen 13 Jahren in manchen Szenen schon an, doch gefällt er mir heute immer noch sehr gut. Damals war Hugh Grants trottelig charmante Art eben noch eine echte Neuerung. Insofern kann man den Film durchaus als Klassiker unter den RomComs bezeichnen: 8/10 Punkte.

10 Gedanken zu “Vier Hochzeiten und ein Todesfall – OT: Four Weddings and a Funeral (1994)

  1. Ooooch, der hat aber mehr Punkte verdient! 😉 Mindestens 10. Hugh Grant, der in Shorts und mit furchtbar weißen Beinen vor Andie MacDowell steht und was von David Cassidy schwafelt, das ist doch toll. Aber es stimmt schon, heute merkt man dem Film sein Alter an. Für heutige Verhältnisse ist er ein wenig oberflächlich. Aber dafür schön englisch. Und mit Rowan Atkinson! 😉

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  2. Das mit den Punkten ist eh so eine Sache. Da kann man meines Erachtens gar nicht immer so die wirkliche Qualität eines Films herauslesen. Aber so können die unzähligen Leser meines Blogs wenigstens auf einen Blick erkennen, wie mir ein Film gefallen hat… 😉

    Ja, die Szene mit Hugh Grant in Shorts ist klasse. Trotzdem fand ich „Notting Hill“ noch eine Spur besser. Oberflächlich sind beide Filme, doch so furchtbar tiefschürfend muss eine RomCom ja auch nicht sein. Wie gesagt: Immer noch ein toller Film!

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  3. Hui, da fand ich Notting Hill aber wesentlich schwächer, weil das ja wirklich nach Schema F abläuft. Nicht dass ich nicht gern den „Surreal, aber schön“-Spruch unerkannterweise zitiere und dann merkwürdig angesehen werde… Oder regelmäßig bei Julia Roberts Eingeständnis, dass sie ja auch nur ein Mädchen ist, heulen muss…

    Aber so unterschiedlich sind eben die Geschmäcker. 🙂

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  4. „Notting Hill“ ist für mich auch eher ein Märchen. Allein die Szene, in der Hugh Grand durch Notting Hill läuft und sich die Jahreszeiten ändern. Ganz wunderbar gemacht. Der Film nimmt bei mir aber auch aus persönlichen Gründen einen besonderen Platz ein… 😉

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  5. Ich bin auch eher „Notting Hill“-Fan. Hab „vier Hochzeiten und ein Todesfall“ aber auch nicht so oft gesehen und das letzte mal ist auch schon einige Zeit her. Bei mir liegts wohl auch dran, dass ich Julia Roberts Andie McDowell vorziehe 😉
    Und bei „Tasächlich…Liebe“ hab ich schon in den ersten Minuten geheult 😀

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  6. Julia Roberts unterstreicht in „Notting Hill“ eben auch nochmal das Märchenhafte. So als Überstar. Aber auch McDowell passt 100%ig in ihre Rolle in „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“.

    Heulen musste ich bei keinem der Filme, wobei ich die Begräbnisrede von John Hannah wirklich sehr bewegend fand. „Tatsächlich… Liebe“ habe ich aber auch erst einmal gesehen. 😉

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