Life in Pieces – Season 1

Mit diesem Blogeintrag kann ich endlich einmal wieder über meine Erfahrungen mit einer relativ neuen Serie berichten. Die Comedy „Life in Pieces – Season 1“ war – wie so viele Serien vor ihr – eine Empfehlung des werten Herrn Inishmore, weshalb ich höchst erfreut war, dass die Serie bei Amazon Prime in das Programm aufgenommen wurde. Ob meine hohen Erwartungen erfüllt werden konnten?

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Von den ersten Episoden war ich tatsächlich ziemlich begeistert. Endlich einmal wieder eine nette Familien-Comedy im Stil von „Modern Family“. Der Kniff bei „Life in Pieces“ ist, dass die Serie tatsächlich in Pieces erzählt wird: Jede Episode besteht aus vier Kurzgeschichten, die jeweils den Fokus auf einen Teil der Familie Short-Hughes setzt. Dazwischen gibt es meist keine übergreifende Handlung, so dass die Geschichten für sich alleine stehen. Dies ist unter anderem auch mein größer Kritikpunkt und die Serie würde für mich deutlich besser funktionieren, wenn sie klassisch erzählt würde, d.h. verschiedene Handlungsstränge, die parallel erzählt werden, und die sich an bestimmten Stellen überschneiden. Das Konzept der Kurzgeschichten ist auf Dauer leider ziemlich repetitiv.

Neben diesem formalen Aspekt hatte ich viel Spaß mit der bunten Familie. Es gibt sympathische Charaktere, die allesamt von sehenswerten Schauspielern verkörpert werden: Unter anderem gibt es Colin Hanks (Preston, „King Kong“), Betsy Brandt (Marie Schrader, „Breaking Bad“) und Thomas Sadoski (Don Keefer, „The Newsroom“) in den Hauptrollen zu sehen. Das Zusammenspiel ist launig, doch irgendwann war bei mir der Punkt erreicht, dass mir viele Geschichten zu platt wurden. Ich wurde zwar unterhalten, doch wirklich viel gelacht habe ich im letzten Drittel der Serie nicht mehr.

Insgesamt ist „Life in Pieces“ ein netter Neuzugang unter den Comedy-Serien, jedoch hatte ich mir tatsächlich mehr erhofft. Inzwischen ist auch die zweite Staffel angelaufen und ich werde bestimmt auch hier reinschauen, da mir die Charaktere ans Herz gewachsen und einige Episoden wirklich lustig sind. Ich hoffe nur die Autoren werden in Zukunft ein wenig einfallsreicher und brechen die strikte Segmentierung der Serie auf – das Finale macht Lust auf mehr: 7/10 (7.4) Punkte.

9 Gedanken zu “Life in Pieces – Season 1

  1. Habe ich dann doch um mindestens einen ganzen Punkt besser gesehen. Wobei mich das Mini-Story-Format überhaupt nicht gestört und ich durch die gesamte Staffel hindurch meinen Spaß an den Darstellern und den kleinen Katastrophen (der Alien-Film am Kindergeburtstag, das Baumfäll-Drama, die nächtliche Windel-Einkaufseskapade von Greg) hatte.

    Die zweite Staffel hatte zum Start doch ihren Hänger, aber mittlerweile flutscht es wieder. Vor allem Colin Hanks und Dan Bakkedahl kann ich immer wieder beim Fettnäpfentreten zuschauen. In dem Zusammenhang danke für den Hinweis, woher ich Thomas Sadoski kenne. The Newsroom habe ich ja die erste Staffel verfolgt.

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    • Die von dir erwähnten Geschichten fand ich auch witzig, doch war auch einiges dabei, was ich nicht wirklich lustig fand. Für mich ist das durch die strikte Aufteilung wohl stärker aufgefallen, als bei anderen Serien. In besten Fall waren also vier tolle Segmente dabei, manchmal hat mich aber auch nur eines überzeugt.

      Insgesamt aber eine durchaus sehenswerte Show, die ich gerne gesehen habe. Danke für den Tipp!

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      • Gern geschehen. Ich glaube aber jetzt auch, den Grund für unseren Wertungsunterschied ausgemacht zu haben: Wenn mir ein oder zwei Segmente richtig gefallen haben, hat das den Rest bei mir automatisch auf eine höhere Stufe gehievt – denn die Mühe, jede Geschichte einzeln zu bewerten, habe ich mir erspart. Meine erwähnten Lieblinge haben entsprechend immer eine sehr gute Note bekommen, auch wenn die restlichen Abschnitte vielleicht abgefallen sind.

        Stimmt schon, ein paar Anedoten waren ein bisserl lahm, das hat sich in meinen Augen jedoch immer ausgleichen können. Einen zusätzlichen Unterschied kann es zudem machen, wenn man die Folgen kurzfristig hintereinander schaut und nicht im einwöchigen Abstand.

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      • Ah, eine Erklärung. Allerdings habe ich auch nicht jedes Segment für sich bewertet, doch häufig gemerkt, dass ich mich durch so manche Geschichte eher durchgequält habe, selbst wenn andere wieder wirklich lustig waren. Da hätte mir eine klassische Erzählform à la „Modern Family“ besser gefallen, die im Prinzip ja das gleiche macht, nur eben ineinander verwoben.

        Und du hast völlig recht, wenn ich jede Woche nur eine Episode geschaut hätte und nicht fast jeden Tag eine, dann wäre das auch noch einmal anders gewesen. Dennoch insgesamt sehr nett, kein Frage.

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  2. Pingback: Media Monday #282 | Tonight is gonna be a large one.

  3. Bin ich hier richtig beim Humorschiedsgericht unter Leitung von Dr. bull. ion Moviescape?
    Habe die von Inishmore hoch gelobte Folge 3 dann auch gesehen, aber immer noch nichts gefunden, was mich gefesselt hat. Ich vermute Nicht-Episodenhaft fände ich es auch besser, da ist man dann nicht so lange am Stück gelangweilt, wenn ne Story mal träge ist.
    Und der Humor war mir dann immer noch stellenweise zu tief angesiedelt. Bleib ich lieber bei Modern Family…

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    • Ich sehe mich in diesem Fall wohl eher als Mediator, kann ich doch euch beide sehr gut verstehen. Ich mochte viele Kurzgeschichten recht gerne, auch mindestens zwei der gelobten Folge 3. Dennoch war der Humor auch nicht immer meins und ich habe insgesamt für eine Comedy auch zu wenig gelacht. Die Charaktere mag ich aber irgendwie und bis es „Modern Family“ zu Amazon Prime schafft, werde ich wohl weiterschauen…

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  4. Mir hat gerade das Konzept der Segmentierung besonders gefallen und über die gesamte Staffel betrachtet wir ja dennoch eine zusammenhängende Entwicklung ersichtlich. Außerdem sind die Figuren so schön echt gezeichnet. Ich guck auf jeden Fall weiter, auch wenn es nicht primär lustig ist (wobei ich bei der Serie den Fokus auch gar nicht so sehr auf Comedy sehe).

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    • Interessant, wie unterschiedlich wir die Serie doch wahrnehmen, sowohl was die Aufteilung in Segmente als auch was den Humor angeht. Ich finde nämlich schon, dass die Autoren es häufig darauf ansetzen, dass man lacht (zündet bei mir allerdings immer seltener). Die seltenen ernsthafteren Momente und die Figuren mag ich auch sehr.

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