Das Krokodil und sein Nilpferd – OT: Io sto con gli ippopotami (1979)

Der letzte Tag im November. Morgen ist der erste Advent. Unglaublich, oder? Somit stand heute noch einmal Plätzchen backen auf dem Programm. Obwohl es dabei recht spät wurde, hatten wir den Kindern einen Filmabend versprochen, bei dem die Wahl ziemlich einheitlich auf „Das Krokodil und sein Nilpferd“ gefallen ist. Ob dieser Spencer/Hill-Streifen ebenso eingeschlagen hat, wie die vergangenen, lest ihr in der folgenden Besprechung… 🐊🦛

Das Krokodil und sein Nilpferd (1979) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

Das Krokodil und sein Nilpferd (1979) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

„Wenn Du mich nochmal duzt, haue ich Dir ’ne Delle in die Gewürzgurke.“

Da „Das Krokodil und sein Nilpferd“ einer der beiden Spencer/Hill-Filme war, die ich bereits auf DVD besessen habe, liegt die letzte Sichtung noch gar nicht so lange zurück. Also nur ca. 15 und nicht 25 Jahre. Als Kind hat der Film zum Standardprogramm gehört, der sich vor allem durch sein exotisches Setting vom restlichen Œuvre des Prügelduos abhebt. Im direkten Vergleich mit den zuletzt gesehenen „Zwei Asse Trumpfen auf“ und „Zwei bärenstarke Typen“ fällt auf, dass die Schlägereien noch mehr im Zentrum stehen und die Geschichte noch reduzierter daherkommt. Der Humor ist dabei allerdings ziemlich absurd, was sich speziell in der Szene rund um das Mittagessen mit Kaviar, Hummer und Co. manifestiert. Die deutsche Übersetzung schien mir auch eine Spur derber als in den anderen Filmen, was vielleicht auch die leicht höhere Freigabe erklärt.

„Das klingt als wenn Du ’ne Dachrinne frisst.“

Die Kinder hatten enorm viel Spaß an dem Film. Das exotische Setting mit den Tieren war hierbei definitiv ein Faktor, doch letztendlich haben erneut die übertriebenen Prügeleien für die größten Lachanfälle gesorgt. Oder die Konfrontation der beiden Helden mit dem Truck samt anschließender Kamikaze-Fahrt rückwärts den Berg hinab. Großartig infantiler Slapstick.

Fazit

Auch wenn „Das Krokodil und sein Nilpferd“ bestimmt nicht der beste Spencer/Hill-Streifen ist, so weiß er doch durch sein exotisches Setting und den teils völlig absurden Humor zu überzeugen. Wir alle hatten enorm viel Spaß mit dem Film: 8/10 Punkte.

Brittany Runs a Marathon (2019)

Da ich mit „Good Omens“ momentan wieder eine Serie auf Prime Video schaue, ist mir aufgefallen, dass es „Brittany Runs a Marathon“ bereits in das Programm geschafft hat. Der von Amazon produzierte Film war natürlich aufgrund seiner Thematik auf meinem Radar gelandet und so habe ich mich gefreut, dass er so schnell verfügbar ist. Dann einmal die Laufschuhe geschnürt und los…

Brittany Runs a Marathon (2019) | © Amazon Studios

Brittany Runs a Marathon (2019) | © Amazon Studios

Fat-Shaming oder wunderbar motivierend? 🏃‍♀️

Vor über elfeinhalb Jahren habe ich mit dem Laufen begonnen. Damals hatte ich noch gut 15 kg mehr Gewicht auf den Rippen. Zur gleichen Zeit lief „Run, Fatboy, Run“ mit Simon Pegg in den Kinos, ein weiterer Film mit ähnlicher Thematik, der mich damals tatsächlich inspiriert hat. Zumindest was die Benennung meiner inzwischen schon 638 Laufberichte angeht. Nun also gibt es mit „Brittany Runs a Marathon“ einen weiteren Film, der die Macht des Laufens zelebriert und den Laufsport mit unzähligen anderen Veränderungen im Leben in Verbindung bringt. Dabei ist die titelgebende Brittany übergewichtig und pflegt einen eher ungesunden Lebensstil. Keine Ziele, keine Konsequenzen, aber durchaus Spaß am Leben. Leicht hätte die Geschichte in Richtung Fat-Shaming kippen können, doch letztendlich geht es darum, dass Brittany ehrlich zu sich ist, andere in ihr Leben lässt und Verantwortung für sich übernimmt.

„You changing your life was never about losing weight. It was about taking responsibility for yourself.“

(Demetrius zu Brittany)

Die eigentliche Handlung ist größtenteils ziemlich vorhersehbar, aber extrem charmant inszeniert und gespielt. „Brittany Runs a Marathon“ hat sich für mich stark nach einer anderen Amazon-Produktion, nämlich „The Big Sick“, angefühlt – und das ist durchaus als Kompliment zu verstehen. Auch wenn das Laufen nur ein Katalysator ist, so hatte ich beim finalen Marathonlauf doch Tränen in den Augen. Ja, Laufen kann transformierend sein und das zeigt der Film wunderbar.

Fazit

Wer den Streaming-Dienst nutzt, und gerne mal eine leichte Komödie abseits von RomCom, Fäkalhumor und Co. sieht, dem kann ich „Brittany Runs a Marathon“ nur ans Herz legen. Wenn ihr dazu noch LäuferIn seid (oder es werden wollt), dann schaut unbedingt einmal rein: 8/10 Punkte.

Zoomania – OT: Zootopia (2016) (WS1)

Was für eine Woche. Sehr auslaugend. Auch meine Erkältung ist wieder auf dem Vormarsch. Hmpf. Da Frau bullion heute strawanzen ist, haben die Kids und ich die Gelegenheit genutzt und einen Filmabend veranstaltet. In den Player ist dieses Mal „Zoomania“ gewandert, den ich zuletzt vor gut drei Jahren gesehen habe. Damals konnte er mich nicht vollends überzeugen. Ob sich dieser Eindruck im Beisein der Kinder verändert hat?

Zoomania (2016) | © Walt Disney

Zoomania (2016) | © Walt Disney

Eine tierische Buddy-Cop-Comedy 🐰🦊🚔

Nachdem ich den Kids drei Filme zur Wahl gestellt hatte, konnten sie sich letztendlich auf „Zoomania“ einigen. Das ist schon einmal positiv zu bewerten. Beide kennen die Hörspielfassung, was gerade beim Zwergofanten doch einiges an Skepsis nahm. Dennoch hatte er Sorge wegen ein paar unheimlichen Szenen. Was das angeht hat er im letzten Jahr aber einen deutlichen Sprung gemacht: Zwar musste er auch während dieser Geschichte ein paar Mal wegschauen, doch insgesamt ist Spannung im Film kein wirkliches Problem mehr für ihn. Das Zappelinchen ist mit ihren neun Jahren eh schon viel weiter und konnte sich komplett auf die kunterbunte Geschichte einlassen. Auch mir ist das dieses Mal leichter gefallen, da ich ja bereits von meiner ersten Sichtung wusste, was ich von „Zoomania“ zu erwarten habe.

Was soll ich sagen? Heute hat mir der Film um das ungleiche Ermittlerduo aus Hase und Fuchs deutlich besser gefallen. Die Geschichte ist immer noch einfach und wenig überraschend, doch die unzähligen kleinen Details und auch die offensiv eingewobene Toleranzbotschaft fand ich bei der heutigen Sichtung einfach wundervoll. Zudem konnte die detailreiche Optik des Films noch mehr auftrumpfen, da die unzähligen Ebenen, durch die „Zootopia“ aufgebaut ist, durch das 3D noch eine enorme Tiefe ins Bild gebracht haben. Großartig!

Fazit

Ja, „Zoomania“ hat bei der ersten Wiederholungssichtung wirklich gewonnen. Die Kinder waren begeistert und auch ich konnte mich so richtig schön in diese Welt fallen lassen. Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich Filmabende mit der Familie liebe? Gerade nach anstrengenden Wochen. Für den bereits geplanten zweiten Teil ist ein Kinobesuch schon jetzt fest eingeplant: 8/10 Punkte.

Happy Deathday 2U – OT: Happy Death Day 2U (2019)

Nachdem wir am heutigen Samstag den Kindergeburtstag des Zwergofanten gefeiert haben, waren wir abends alle reif für die Falle. Dennoch wollte ich dieses Wochenende zumindest einen Film schauen. Die Wahl ist auf „Happy Deathday 2U“ gefallen, da mir der erste Teil letzte Woche doch recht gut gefallen hatte. Was das Sequel zu bieten hat, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Happy Deathday 2U (2019) | © Universal Pictures Germany GmbH

Happy Deathday 2U (2019) | © Universal Pictures Germany GmbH

Zurück in die Zeitschleife

War „Happy Deathday“ ein frischer Wind im auserzählten Slasher-Genre, stand zu befürchten, dass der zweite Teil nur mehr vom Gleichen zu erzählen weiß. Einerseits ist das auch so, andererseits bietet er viele neue Aspekte und setzt zudem einen anderen Schwerpunkt. War im ersten Teil noch „Und täglich grüßt das Murmeltier“ die offen zitierte Inspiration, darf nun „Zurück in die Zukunft II“ herhalten, um der völlig absurden Geschichte einen Bezug zu geben: Wir erleben bereits Gesehenes aus neuen Blickwinkeln und es kommt zu einigen pseudotechnischen Erklärungen. Eigentlich mag ich es überhaupt nicht, wenn Mysterien rückwirkend aufgelöst werden und eine schnöde Erklärung aus dem Hut gezaubert wird (siehe die Midi-Chlorianer in „Star Wars: Episode I“ oder die Entstehung der Xenomorphs in „Alien: Covenant“). Hier passt es jedoch wunderbar und eröffnet neue Möglichkeiten.

„Happy Deathday 2U“ ist noch einmal weniger Slasher als der Vorgänger. Der Humor wird aufgedreht und hier funktioniert der Film auch am besten. Gerne hätte ich Tree durch noch viel mehr alternative Universen stolpern sehen. Aber damit hätte sich der Film wohl zu weit vom Original entfernt. Am schwächsten ist er leider immer dann, wenn er doch wieder versucht auf den bereits bekannten Wegen zu wandeln. Hier hätte sich Christopher B. Landon ruhig mehr trauen dürfen. Aber wer weiß? Vielleicht ist es ja in einem eventuellen dritten Teil soweit?

Fazit

Für eine Fortsetzung im Horror-Genre ist „Happy Deathday 2U“ gar wunderbar gelungen. Humor und Darsteller (vor allem Jessica Rothe) sind famos. Wer den ersten Teil mochte, der kann bedenkenlos reinschauen. Ich würde mich tatsächlich über einen dritten Teil freuen. Dann aber völlig abgefahren und gerne auch die Slasher-Wurzeln zurücklassend: 7/10 Punkte.

Happy Deathday – OT: Happy Death Day (2017)

Da wir Halloween in der Therme Erding verbracht haben, musste ich den #Horrorctober auf den November ausweiten. Mit „Happy Deathday“ wanderte heute somit ein Film in den Blu-ray-Player, der sowohl zum Gruseln als auch zum Miträtseln einlud. Ein Slasher-Film mit nur allzu bekanntem Twist… 👺🔪

Happy Deathday (2017) | © Universal Pictures Germany GmbH

Happy Deathday (2017) | © Universal Pictures Germany GmbH

Und täglich grüßt der Maskenkiller

Ich liebe Zeitschleifen. Ganz egal ob den, auch in „Happy Deathday“ ganz offensiv zitierten, Klassiker „Und täglich grüßt das Murmeltier“, die Sci-Fi-Varianten „Edge of Tomorrow“ oder „Source Code“, Episoden in Serien wie „Buffy the Vampire Slayer“ oder den großartigen Roman „Replay: Das zweite Spiel“, der so ziemlich das Beste in diesem Genre darstellt. In Anbetracht der Fülle an bereits erzählten Geschichten mit mehr oder weniger ähnlicher Prämisse, wirkt diese Variante nun nicht sonderlich originell. Die Kombination mit einem, sehr an Wes Cravens „Scream“ erinnernden, Slasher bringt zwar ein wenig frischen Wind, doch letztendlich habe ich mich wieder an den gleichen Dingen erfreut, wie bei den anderen Geschichten dieser Art.

Wie beim erwähnten Bill-Murray-Klassiker geht es vor allem darum, dass die Hauptfigur eine Entwicklung durchmacht, wodurch es ihr gelingt, der Zeitschleife zu entfliehen. Den letzten Twist hatte ich dabei nicht kommen sehen und fand ihn rundum gelungen. Auch davor gibt es einige kleinere Überraschungen sowie nette visuelle Ideen. Die Baby-Maske fand ich zudem extrem creepy. Aber ich bin auch anfällig für Slasher dieser Art. In Kombination mit dem beinahe schon satirischen Humor eine gelungene Mischung.

Fazit

„Happy Deathday“ ist wahrlich kein Meisterwerk, aber dennoch ein sehr sympathischer Vertreter der modernen Horrorwelle. Wenn ihr das Genre mögt und zudem noch auf Zeitschleifen steht, dann solltet ihr Christopher Landons Film nicht verpassen: 7/10 Punkte.

Banana Joe (1982)

Endlich Wochenende! Nach zwei harten Wochen ist diese kurze Pause auch dringend nötig. Da der Rest der Familie ab Montag zudem Herbstferien hat, habe ich mit einem Filmabend gleich einmal das Ferienprogramm eingeläutet: Wir haben uns mit „Banana Joe“ nach längerer Zeit einmal wieder einen Bud-Spencer-Klassiker angeschaut. Dieses Mal ohne Terence Hill, was dem Vergnügen jedoch keinen Abbruch tat…

Banana Joe (1982) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

Banana Joe (1982) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

„An meinem Arm wird nicht gepuffert!“

„Banana Joe“ gehört, wie viele andere Werke des Prügelduos, zu den Filmen, die ich als Kind recht häufig gesehen habe. Gerade der Titelsong war mir noch bestens im Ohr. Ansonsten konnte ich mich am ehesten noch an die Szenen im Dschungel und auf dem Fluss erinnern. Den gesamten Mittelteil hatte ich nicht mehr so richtig im Kopf, war aber letztendlich begeistert, wie sehr die Handlung doch an so diverse Asterix-und-Obelix-Geschichten erinnert. Konkret kommen mir hier „Asterix erobert Rom“, samt Passierschein A38, sowie „Asterix: Sieg über Cäsar“ mit seinem Ausflug in die Fremdenlegion in den Sinn. Ob sich Carlo Pedersoli (ja, Bud Spencer hat unter seinem bürgerlichen Namen das Drehbuch verfasst) sich da wohl hat inspirieren lassen? 🤔

„Du läufst bequem unterm Teppich.“

Nicht nur ich, auch die Kinder hatten viel Spaß mit „Banana Joe“. Zunächst waren sie ja ein wenig skeptisch, da sie Terence Hill vermisst hatten. Dieses Gefühl ist jedoch schnell verflogen und gerade die wenigen Prügelszenen waren erneut ein Highlight für sie (und das obwohl sie ansonsten recht friedfertig sind). Mir selbst haben die oben angesprochenen Szenen nach dem Fish-out-of-Water-Prinzip am meisten Freude bereitet. Sicherlich nicht sonderlich innovativ, und inzwischen schon etwas in die Jahre gekommen, doch für mich nach wie vor beste Unterhaltung.

Fazit

Wenn mir vor 10 bis 20 Jahren jemand erzählt hätte, dass ich einmal mit meinen Kindern zusammen die alten Spencer/Hill-Filme schaue, dann hätte ich ihn oder sie vermutlich für verrückt erklärt. Es ist aber wirklich so gekommen und wir alle haben viel Spaß damit. Ist das nicht famos? Meine rein subjektive Bewertung lautet folglich: 8/10 Punkte.

Gregs Tagebuch 2: Gibt’s Probleme? – OT: Diary of a Wimpy Kid: Rodrick Rules (2011)

Der Tag heute war hart. So richtig hart. Entspannung war also dringend nötig. Die Frau richtet heute zudem einen Mädelsabend aus, sprich ich habe mich mit den Kindern in den Keller zurückgezogen und einen Filmabend veranstaltet. In den (alten) Player und auf den (kleinen) TV ist „Gregs Tagebuch 2: Gibt’s Probleme?“ gewandert, was speziell beim Zappelinchen, die etliche Bücher der Reihe kennt, für Begeisterung sorgte. Auch ich hatte mich nach dem netten ersten Teil auf die Fortsetzung gefreut…

Gregs Tagebuch 2: Gibt’s Probleme? (2011) | © 20th Century Fox

Gregs Tagebuch 2: Gibt’s Probleme? (2011) | © 20th Century Fox

Ein gelungener zweiter Teil der Reihe

Schon nach ein paar Szenen haben wir uns sogleich wieder zu Hause gefühlt: Alle bekannten Figuren sind wieder dabei, die Schauplätze sind größtenteils identisch und auch inhaltlich baut „Diary of a Wimpy Kid: Rodrick Rules“ konsequent auf seinem Vorgänger auf. Im Zentrum der Geschichte steht Gregs Verhältnis zu seinem großen Bruder Rodrick, welches recht typisch für Geschwister ist. Eben nicht immer einfach. Daran ändern auch diverse Bestechungsmaßnahmen der Mutter nichts. Wie sich die beiden dennoch zusammenraufen bildet grob das Handlungsgerüst des Films. Das ist weder sonderlich spektakulär noch innovativ erzählt, aber eben nett anzuschauen und wirklich unterhaltsam. Eben Coming-of-Age für die jüngere Generation.

Während der Sichtung habe ich einen lustigen Effekt festgestellt: Sowohl das Zappelinchen als auch insbesondere der Zwergofant haben zum ersten Mal erlebt, was Fremdschämen bedeutet. Dabei muss man sich anscheinend genauso hinter einem Kissen verstecken, wie bei gruseligen Szenen. Ist es nicht fantastisch, wie intensiv Kinder Filme noch erleben? ❤

Fazit

„Gregs Tagebuch 2: Gibt’s Probleme?“ ist eine typische Fortsetzung mit netten Ideen und schöner, wenn auch platter, Botschaft. Mir hat er mindestens so gut gefallen, wie sein Vorgänger. Auch der dritte Teil steht bereits im Regal und ich weiß jetzt schon, wer bald nach dem nächsten Filmabend fragen wird: 7/10 Punkte.

School of Rock (2003)

Aktualisierung: Ich habe „School of Rock“ am 20. Januar 2023 zum zweiten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Heute hat sich für uns ein kinderfreier Abend ergeben, weshalb wir eigentlich etwas Außergwöhnliches unternehmen hätten können. Das Wetter war aber mies, nach Kino und Theater war uns nicht und somit haben wir einfach den neu eröffneten Inder getestet (sehr lecker!) und uns danach auf das Sofa zurückgezogen. So spießig sind wir inzwischen! Um dennoch ein wenig Schwung in die Bude zu bringen, habe ich „School of Rock“ in den Player geschoben, der schon viel zu lange auf der Liste stand… 🎸🎹🤘

School of Rock (2003) | © Paramount (Universal Pictures)

School of Rock (2003) | © Paramount (Universal Pictures)

Eine perfekte One-Man-Show von Jack Black

Warum hatte ich überhaupt Interesse an „School of Rock“? Hier muss ich eindeutig Richard Linklater nennen, der sich als Regisseur für einige meiner Lieblingsfilme (u.a. „Before Sunrise“ oder „Boyhood“) verantwortlich zeichnet. Doch auch Werke wie „SubUrbia“ oder „A Scanner Darkly“ haben ihn seit jeher als spannenden Filmemacher auf meinen Radar gebracht. „School of Rock“ schien mir aufgrund der recht formelhaft anmutenden Geschichte nie so wirklich interessant zu sein. Eher wie eine 08/15-Mainstream-Komödie. Sicher ist der Film irgendwie auch das – und doch besitzt er ein ganz eigenes Flair, das er vor allem Jack Blacks völlig ausgelassenem Spiel und der zelebrierten Liebe für Rockmusik in jeder Form zu verdanken hat.

Im Grunde wird hier die übliche „Dangerous Minds“-Formel auf den Kopf gestellt, sprich es kommt kein übermotivierter Lehrer an eine Klasse mit schwierigen Kindern, sondern ein als Betrüger auftretender Slacker (da haben wir wieder Linklaters Thema) trifft auf eine absolute Musterklasse. Mit wie viel Leidenschaft Jack Blacks Dewey Finn die teils stocksteifen Kinder für seine Musik zu begeistern weiß, ist eine große Freude. Im Abspann des Films merkt man deutlich, wie viel hier vermutlich improvisiert war und die Chemie, die zwischen Black und den Kindern herrscht, wirkt dadurch einfach unfassbar authentisch. Alles in allem ein Feel-Good-Movie, wie er im Buche steht.

Fazit

Auch wenn „School of Rock“ sicher nicht der außergewöhnlichste Richard-Linklater-Film ist, so greift er doch bekannte Themen auf und ist im besten Sinne großes Unterhaltungskino. Schon lange hatte ich kein solches Dauergrinsen mehr im Gesicht. Wenn ihr den Film noch nicht kennt, dann wartet nicht so lange wie ich, sondern schaut ihn euch am besten sofort an. Herrlich musikalische Unterhaltung: 8/10 Punkte.

Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten – OT: Romancing the Stone (1984)

Aufgrund des morgigen Feiertags hat sich heute die Gelegenheit für einen Filmabend ergeben. Lange stand ich vor dem Regal und habe mich durch neueste Blockbuster gewühlt, nur um am Ende mit „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ zu einem meiner persönlichen Klassiker zu greifen. Wie so häufig. 💎

Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten (1984) | © 20th Century Fox

Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten (1984) | © 20th Century Fox

Eine Abenteuer-Romanze von Robert Zemeckis

„Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ reiht sich zweifellos in meine am häufigsten gesehenen Filme ein. Damals als man noch auf das tägliche TV-Programm angewiesen war. Auch den Nachfolger „Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil“ habe ich ähnlich oft gesehen. In den letzten 20 Jahren habe ich den Film ein wenig aus den Augen verloren, doch es war sogleich wie nach Hause kommen. Lustigerweise hat sich meine Erinnerung nahezu komplett auf den Abenteuerteil in der Mitte des Films beschränkt. Die eigentlich besondere Rahmenhandlung rund um die von Kathleen Turner wunderbar verkörperte Romanzen-Autorin Joan Wilder war mir nicht mehr sonderlich gut im Gedächtnis. Dabei funktioniert der Film aufgrund des durch sie verkörperten Fish-out-of-Waters einfach großartig. Mit Michael Douglas als Draufgänger mit Herz wird ihr zudem der perfekte Partner an die Seite gestellt.

Alles in „Romancing the Stone“, den ich heute übrigens zum ersten Mal im Originalton gesehen habe, schreit nach 80er Jahre. Der wunderbar gemächliche Aufbau, Kostüme und Ausstattung sowie vor allem der durch Saxophon bestimmte Score. Herrlich! Die Action ist flott inszeniert, ohne jedoch zu übertrieben zu sein. Robert Zemeckis (u.a. bekannt für „Zurück in die Zukunft“) beweist abermals ein Händchen für das richtige Timing. Gewundert hat mich im letzten Drittel ein wenig der Gewaltfaktor, der u.a. durch eine von einem Krokodil explizit abgebissene Hand bestimmt wird. Aber so waren sie eben, die filmischen 80er Jahre.

Fazit

Wenn man die 80er-Jahre-Ästhetik aushält oder ihr sogar etwas abgewinnen kann, dann bereitet „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ auch heute noch viel Vergnügen. Ich war ziemlich begeistert und freue mich nun bereits auf den zweiten Teil, den ich trotz OOP noch auf Blu-ray ergattern konnte: 8/10 Punkte.

Central Intelligence – Extended Edition (2016)

Nach einer ziemlich anstrengenden Woche war ich Freitagabend nur noch eines: platt. Nachdem wir noch eine Runde „Ganz schön clever“ mit den Kids gespielt hatten, sind wir danach nur noch aufs Sofa gefallen. Die Abendunterhaltung sollte also nicht zu anspruchsvoll werden, weshalb „Central Intelligence“ (in der Extended Edition) eine gute Wahl zu sein schien. Ob dem auch so war, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Central Intelligence (2016) | © Universal Pictures Germany GmbH

Central Intelligence (2016) | © Universal Pictures Germany GmbH

Buddy-Cop-Comedy nach Schema F

Lustigerweise musste ich heute Nachmittag an „Lethal Weapon“ denken, die Ur-Variante aller Buddy-Cop-Comedies. Vermutlich wäre es auch sinnvoller gewesen, zu diesem Klassiker zu greifen, den ich schon viel zu lange nicht mehr gesehen habe. Doch ich hatte auch Lust auf etwas Neues und somit gab ich Dwayne Johnson und Kevin Hart eine Chance. Tatsächlich mag ich die Prämisse, dass die Voraussetzungen der High-School-Jahre umgedreht werden und beide Figuren eben dennoch unfassbar von dieser Zeit und den an sie gerichteten Erwartungen geprägt sind. Das ist sehr nachvollziehbar und ich mochte auch den Humor, der aus dieser Situation entsteht. Auch das Spionage-Setting hat mir recht gut gefallen, zumal es stets im Kontrast zum normalen Leben des Protagonisten erzählt wird.

Leider verliert sich der Film in der zweiten Hälfte vollkommen in 08/15-Action, die zudem noch unglaublich billig inszeniert wirkt. Hektisch, ohne Überblick und ausgeleuchtet wie ein Sitcom-Set. Auch die Handlung lässt an Fahrt vermissen und der Humor wird, aus welchen Gründen auch immer, zurückgefahren. Das Finale ist dann so klischeehaft, dass es fast ein wenig schmerzt. Schade um das ungenutzte Potenzial, denn die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern ist wahrlich ziemlich gut.

Fazit

Ich habe mich über die knapp zwei Stunden gut unterhalten gefühlt, wenngleich die zweite Filmhälfte leider deutlich abfällt. Dwayne Johnson ist abermals ein wahrer Sympathieträger, was die Geschichte letztendlich auch nicht rettet. Kann man sich als Freund von Buddy-Comedys aber ruhig einmal anschauen: 6/10 Punkte.