Der Schacht – OT: El Hoyo (2019)

Nach einem recht angespannten Samstag, der nur durch einen kurzen Lauf am Abend aufgelockert wurde, habe ich einen ebenso angespannten Film ausgesucht. Die spanische Netflix-Produktion „Der Schacht“ hat mich durch seine High-Concept-Prämisse überzeugt und ich war gespannt, was Regisseur Galder Gaztelu-Urrutia aus der interessanten Idee gemacht hat. 🥓🥘🥗🥔🥞

Der Schacht (2019) | © Netflix

Der Schacht (2019) | © Netflix

Wenn „Cube“ auf „Snowpiercer“ trifft

Tatsächlich hat mich der Film über weite Strecken stark an Vincenzo Natalis „Cube“ erinnert. Der eingeschränkte Schauplatz, die immer gleichen Räume, die Bewegung der Plattform und vor allem die allesamt unausstehlichen Figuren. Inhaltlich dagegen ist „Der Schacht“ ebenso wie Bong Joon-hos „Snowpiercer“ eine Allegorie auf den Kapitalismus bzw. unsere Klassengesellschaft. Dabei geht Galder Gaztelu-Urrutia nicht sonderlich feinfühlig vor, sondern prügelt das Bild ziemlich direkt durch die Geschichte. Fressen oder gefressen werden. Die Scheiße fließt wortwörtlich von oben nach unten. „Der Schacht“ ist dreckig und abstoßend, dabei aber auch ziemlich effektiv in seiner Bildsprache.

Weniger gut hat für mich die weitere Überhöhung funktioniert. Wenn Goreng zum Messias stilisiert wird und das Kind am Ende die Rettung sein soll? Das war mir zu viel Geschwurbel. Ich habe nichts gegen offene Enden und auch „Cube“ besitzt letztendlich ein sehr vergleichbares, das aufgrund seiner Direktheit aber deutlich besser funktioniert. Hier dagegen habe ich es fast schon so empfunden, als hätten die Autoren nicht wirklich gewusst, wie sie die Geschichte zu Ende bringen sollen.

Fazit

Auch wenn „Der Schacht“ kein perfekter Film ist, so ist er doch wirklich bedrückend und besitzt eine ganz eigene Atmosphäre. Nichts für zimperliche Gemüter und sicherlich auch nicht die Laune steigernd. Für Genre-Fans auf jeden Fall eine Empfehlung, gerade wenn man auf High-Concept-Ansätze steht: 7/10 Punkte.

Das Dilemma mit den sozialen Medien – OT: The Social Dilemma (2020)

Nachdem ich mich lange dagegen gesträubt hatte, habe ich seit ca. zwei Wochen auch einen Netflix-Account. In erster Linie wegen Serien (ganz konkret „Dark“), doch somit bin ich letztendlich auch in den Genuss von „Das Dilemma mit den sozialen Medien“ bzw. „The Social Dilemma“ gekommen. Ob sich der Dokumentarfilm denn lohnt, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 💻📱👍

Das Dilemma mit den sozialen Medien (2020) | © Netflix

Das Dilemma mit den sozialen Medien (2020) | © Netflix

Ein wichtiges Thema unterhaltsam aufbereitet

Rein inhaltlich muss ich gestehen, dass „The Social Dilemma“ keine neuen Informationen für mich bereit gehalten hat. Ich arbeite selbst in einem Software-Unternehmen und habe beruflich mit Social-Media-Werbung, YouTube-Algorithmen, Growth-Hacking usw. zu tun. Die Mechanismen, Chancen und Gefahren sind mir bekannt. Auch privat bewege ich mich, wie vermutlich die meisten von euch, in sozialen Netzwerken. Selbst wenn ihr nur Google oder YouTube nutzt. Der Skandal rund um Cambridge Analytica hat mir gezeigt, was die Manipulation von Nutzern in der realen Welt und abseits des Online-Marketings bewirken kann. Mit dem Schritt des Zappelinchens in die digitale Welt (wenn auch ohne Social-Media-Apps) wurde ich erneut für das Thema sensibilisiert.

Tatsächlich richtet sich die Netflix-Doku wohl am ehesten an Menschen, die eine grobe Vorstellung von den Mechanismen haben, sie aber noch nicht im Detail verstehen. Die Interviews fand ich spannend und größtenteils authentisch, die dramatisierten Spielszenen dagegen reichlich albern (Vincent Kartheiser aus „Mad Men“ spielt eine Künstliche Intelligenz in drei Ausführungen). Es ist letztendlich hochwertig produziertes Edutainment, das sich größtenteils auf die kritischen Aspekte konzentriert und diese verständlich aufbereitet. Ein wichtiges Thema, das durch die Doku hoffentlich auch ein paar Zuschauer erreicht, die sich bisher noch nicht viele Gedanken zu ihrem Nutzungsverhalten gemacht haben. Auch für mich war es erneut ein Anstoß, denn auch ich tappe immer wieder in die Falle.

Fazit

Auch wenn „The Social Dilemma“ für mich inhaltlich nichts Neues zu bieten hatte, so fand ich die Informationen doch gut aufbereitet. Die Dramatisierungen hätten sich die Macher sparen können, aber vielleicht helfen sie technisch weniger versierten Zuschauern die Zusammenhänge besser zu verstehen. Ironischerweise operiert Netflix natürlich ebenso nach dem Prinzip, ihre Nutzer möglichst lange an den Screen zu binden. Aber das wird natürlich nicht thematisiert. Dennoch lohnenswert und erhellend: 8/10 Punkte. 📴

Drachenzähmen leicht gemacht – OT: How to Train Your Dragon (2010) (WS2)

Nach einer, sowohl beruflich als auch insbesondere privat, wirklich anstrengenden Woche, haben sich die Kinder einen Filmabend gewünscht. Ich persönlich hätte heute nichts mehr gebraucht und wäre mit Whisky und Sofa schon zufrieden gewesen, doch so ist bereits zum dritten Mal in den letzten 10 Jahren „Drachenzähmen leicht gemacht“ in den Player gewandert. Wie bereits bei der Sichtung vor drei Jahren gewünscht nun endlich zusammen mit den Kindern. 🐉

Drachenzähmen leicht gemacht (2010) | © Twentieth Century Fox

Drachenzähmen leicht gemacht (2010) | © Twentieth Century Fox

Welch wunderbare Coming-of-Age-Geschichte!

Hat mich bei der letzten Sichtung vor allem die audiovisuelle Qualität samt 3D beeindruckt, so stach für mich heute vor allem der Aufbau der Handlung heraus. Im Grunde erleben wir eine Coming-of-Age-Geschichte, in der sich Hicks von seinem seinem Vater emanzipiert und gegen etablierte Strukturen ankämpft. Er lebt den Wandel und überzeugt am Ende sogar die alten Sturköpfe seines Stammes. Welch schöne und gerade heute so wichtige Botschaft! All das ist natürlich dennoch in wunderbare Action-Szenen und famose Flugsequenzen verpackt, die immer noch unfassbar viel Spaß machen. Ja, speziell in 3D.

Dem Zwergofant war der Film oft zu gruselig und erst als sich Hicks und Ohnezahn angefreundet haben, hat er sich langsam entspannt. Und das obwohl er die grobe Handlung bereits durch seine Playmobil-Spielsets (siehe unten) kennengelernt hat. Auch das erste Buch der Vorlage haben wir vor ein paar Jahren zusammen gelesen, doch dieses unterscheidet sich doch ziemlich von der Handlung des Films.

Randnotiz: Während des Films hat uns übrigens eine Nachbarin geklingelt und berichtet, dass ein anderes Nachbarskind, dessen Bruder mit einem Cousin des Zwergofanten in die Klasse geht, positiv auf Corona getestet wurde. Und in der Schule des Zappelinchen gibt es auch den ersten Fall. Die Einschläge kommen näher. Das nur als private Notiz zum Nachvollziehen in ein paar Jahren.

Fazit

Die heutige Sichtung von „Drachenzähmen leicht gemacht“ hat mir aufgezeigt, wie perfekt der Film in nahezu jeder Hinsicht ist. Sowohl die Inszenierung als auch speziell das Drehbuch. Hier stimmt einfach alles und trotz der vielen Action-Szenen besitzt die Geschichte eine wunderbare Tiefe und eine Botschaft, die ich wirklich zu schätzen weiß. Einfach famos: 9/10 Punkte.

Underwater: Es ist erwacht (2020)

Es ist ja nicht so, als würden nicht genügend Filme bei mir im Regal stehen. Nein, da gibt es ein Streaming-Angebot und ich schlage natürlich zu. Immerhin bei einem Film, den ich mir ohnehin ansehen wollte und dessen Blu-ray bereits im Warenkorb lag. Ob „Underwater: Es ist erwacht“ tatsächlich ein Film für die Sammlung gewesen wäre? 🤿

Underwater (2020) | © Twentieth Century Fox Home Entertainment

Underwater (2020) | © Twentieth Century Fox Home Entertainment

Wie „Alien“ nur unter Wasser?

Das ist wohl der häufigste Vergleich, den man im Vorfeld über den Film gehört hatte. Und er ist sehr naheliegend und sinnig. Denn Regisseur William Eubank hat für „Underwater“ zweifellos Inspiration bei Ridley Scotts „Alien“ gesucht. Das fängt beim generellen Look an, geht bei nahezu identischen Kameraeinstellungen weiter und hört bei der Heldin in Unterwäsche auf. Das ist kein Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung. Macht aber auch nichts, denn ich liebe sowohl das „Alien“-Franchise als auch Filme, die unter Wasser spielen. Da James Camerons „The Abyss“ immer noch nicht auf Blu-ray erschienen ist, muss dann eben ein Film wie „Underwater“ herhalten.

Für mich ging alles ein wenig schnell. Man lernt die Figuren nicht kennen und sofort bricht die Katastrophe über die Tiefbohrstation herein. Überhaupt wirkt der Film extrem gehetzt in seinem Springen von Action-Set-Piece zu Action-Set-Piece. Die Action selbst fand ich durchaus packend inszeniert, wenngleich es hier auch so wirklich gar nichts Neues zu sehen gibt. Selbst die Monster fand ich irgendwie fad. Dennoch hatte ich Spaß bei dem Treiben, weil es eben genau mein Genre ist. Ein wenig mehr Eigenständigkeit und ein richtiges World-Building hätten „Underwater“ jedoch in jeder Hinsicht gut getan.

Fazit

Nein, ein Film für die Sammlung ist „Underwater“ nicht. Dennoch hatte ich für gut 90 Minuten Spaß mit dem Film. Leider machen es seine Vorbilder in allen Belangen besser. Ich habe mich dennoch gefreut, einmal wieder in eines meiner liebsten Genres zurückzukehren: 6/10 Punkte.

Noch zwei Worte zum Streaming: Dafür ist der Film denkbar ungeeignet, denn aufgrund der immer gleichen Farbgebung kommt es durch die niedrige Datenrate konstant zu Color-Banding-Effekten. Zumindest visuell würde somit einiges für die Blu-ray sprechen.

Lola auf der Erbse (2014)

Heute war ein recht entspannter Tag. Ich war eine Runde laufen und habe den Rasen gemäht, die Kinder haben draußen gespielt. Abends ist Frau bullion nun strawanzen, weshalb wir die Gelegenheit für einen Filmabend genutzt haben. In den Player ist mit „Lola auf der Erbse“ ein Film gewandert, den sich das Zappelinchen in der Bücherei ausgeliehen hat. Nachdem die DVD unfassbar zerkratzt war, wurde sie spontan gegen den Stream bei Prime Video ersetzt. Dennoch wären wir ohne die Bücherei wohl nie in den Genuss dieses schönen Films gekommen… ⛴

Lola auf der Erbse (2014) | © farbfilm Home Entertainment / Lighthouse Home Entertainment

Lola auf der Erbse (2014) | © farbfilm Home Entertainment / Lighthouse Home Entertainment

Ein unaufgeregter und schöner Kinderfilm

„Lola auf der Erbse“ wirkt in seiner ganzen Machart wie ein Fernsehfilm. Und das meine ich nicht einmal negativ. Nachdem „Liliane Susewind: Ein tierisches Abenteuer“ beim letzten Filmabend viel zu überdreht daherkam, habe ich mich gefreut, ein realistisches Setting zu sehen, das dennoch märchenhaft wirken darf. Getragen wird „Lola auf der Erbse“ von seiner Titelheldin Lola, die wunderbar natürlich von Tabea Hanstein verkörpert wird. Sehr sympathisch, auch wenn ich das Durchbrechen der Vierten Wand ein wenig aufgesetzt fand. Übrigens ist das auch dem Zappelinchen negativ aufgefallen. Auch ansonsten kann man über die Schauspieler nichts Schlechtes sagen und es lassen sich feste Größen wie Christiane Paul oder Antoine Monot Jr. („Absolute Giganten“) entdecken.

Die Geschichte ist nicht sonderlich innovativ, besitzt aber eine schöne Botschaft. Dabei wird zwar nicht die Lebensrealität illegaler Einwanderer abgebildet, doch das Thema zumindest kindgerecht aufbereitet. Die Handlung wird dabei nie wirklich dramatisch, doch die Bedrohung im Hintergrund ist stets spürbar. Sehr gelungen.

Fazit

Auch wenn „Lola auf der Erbse“ sicher kein perfekter Film ist, so ist er doch sympathisch und mit viel Freude inszeniert. Einfach ein rundum gelungener Kinderfilm, den man sich durchaus auch als Erwachsener anschauen kann: 7/10 Punkte.

Liliane Susewind: Ein tierisches Abenteuer (2018)

Nachdem der erste Urlaubstag recht vielversprechend begonnen hat, kam am frühen Nachmittag der Wolkenbruch und seitdem hat es nur noch geregnet. Somit gab es keinen lauschigen Abend auf der Terrasse, sondern zum ersten Mal seit einem Monat wieder einen Filmabend. Heute durfte sich das Zappelinchen den Film aussuchen und ihre Wahl ist auf „Liliane Susewind: Ein tierisches Abenteuer“ gefallen… 🐶🐧🐘

Liliane Susewind: Ein tierisches Abenteuer (2018) | © Sony Pictures Home Entertainment

Liliane Susewind: Ein tierisches Abenteuer (2018) | © Sony Pictures Home Entertainment

Als reiner Kinderfilm gerade noch brauchbar

Nachdem mich schon der Trailer recht wenig zu begeistern wusste, hat der Film meine Befürchtungen letztendlich bestätigt: „Liliane Susewind: Ein tierisches Abenteuer“ erzählt eine 08/15-Geschichte mit Versatzstücken, die man in anderen deutschen Kinderfilmen (z.B. „Fünf Freunde“ oder „Mein Lotta-Leben: Alles Bingo mit Flamingo!“) bereits viel gelungener und vor allem charmanter gesehen hat. Hinzu kommen CGI-Effekte, die offenbar mit viel zu wenig Budget umgesetzt wurden, was zumindest mich jedes Mal wieder aus dem Film gerissen hat. Die viel zu laute und hektische Inszenierung sowie der völlige Verzicht darauf, die Motivation der Figuren zu erklären, hat die Sache nicht besser gemacht. Da konnten für mich selbst tolle Schauspieler, wie Meret Becker oder Christoph Maria Herbst, nichts mehr retten.

Was ich dem Film allerdings zugute halten muss: Den Kindern hat er gefallen. Sie haben oft sogar wirklich laut gelacht. Und nein, nicht aufgrund des völlig unnötigen Fäkalhumors. Aus Kinderperspektive betrachtet funktioniert „Liliane Susewind: Ein tierisches Abenteuer“ demnach wohl ganz gut. Aber ich bin mir sicher, dass er auch bei meinen Kindern nicht sonderlich lange nachwirken wird.

Fazit

Unter den vielen deutschen Kinderfilmen, die ich mit den Kindern in den letzten Jahren gesehen habe, ist „Liliane Susewind: Ein tierisches Abenteuer“ zweifellos der schwächste. Schade drum: 4/10 Punkte.

Mein Lotta-Leben: Alles Bingo mit Flamingo! (2019)

Heute beginnen auch für mich endlich die Ferien. Eigentlich Pfingstferien, auch wenn das Wetter eher an den Herbst erinnert. Heute Abend durfte sich das Zappelinchen einen Film aussuchen und ihre Wahl ist auf „Mein Lotta-Leben: Alles Bingo mit Flamingo!“ gefallen, den sie eigentlich schon im Kino sehen wollte. Nun läuft der Film auf Prime Video und somit war die Gelegenheit günstig… 🦩

Mein Lotta-Leben: Alles Bingo mit Flamingo! (2019) | © LEONINE

Mein Lotta-Leben: Alles Bingo mit Flamingo! (2019) | © LEONINE

Ein wundervoll inszenierter Kinderfilm

Ähnlich wie „Gregs Tagebuch“ sind auch die „Mein Lotta-Leben“-Bücher angereichert mit Comic-Elementen. Im Gegensatz zur Verfilmung von „Gregs Tagebuch“ hat Regisseurin Neele Leana Vollmar dieses Stilmittel jedoch viel organischer in ihren Film übernommen. Überhaupt ist „Mein Lotta-Leben: Alles Bingo mit Flamingo!“ formal eine Wucht: Die Kameraführung ist lebendig, Sets und Kostüme wirken wunderbar natürlich und die jungen Schauspielerinnen sind allesamt famos. Der Humor zündet und überhaupt ist diese Coming-of-Age-Komödie so bezaubernd frech, dass es einfach eine Freude ist. Herrlich!

Leider jedoch kann die Geschichte nicht mit den positiven Aspekten mithalten. Ja, im Grunde geht es um die Freundschaft zwischen Lotta und Cheyenne, doch dem Gegenüber steht die Handlung rund um Popstar Marlon, welche viel zu sehr ausgewälzt wird. Für die Kinder war das durchaus ein großer Spaß, doch ich hätte nicht so viel davon sehen müssen. Zumal die Moral von der Geschichte am Ende doch ein wenig aufgesetzt wirkt. Aber nun gut, dafür gab es davor viele gar wunderbare Szenen. Unterbrochen haben wir den Film übrigens nur einmal aufgrund dieses wunderschönen, doppelten Regenbogens:

Irgendwie passend für den Film, finde ich. 🌈

Fazit

„Mein Lotta-Leben: Alles Bingo mit Flamingo!“ besitzt richtig starke Elemente und ich hätte gerne einen Punkt mehr gegeben. Doch am Ende hat mich die Geschichte nicht so wirklich packen können. Es sind letztendlich aber wirklich tolle Ansätze vorhanden und es ist definitiv ein Film, den man mit seinen Kindern wunderbar zusammen schauen kann: 7/10 Punkte.

Fünf Freunde 4 (2015)

Wir befinden uns mitten im langen Wochenende. Da das Wetter ziemlich famos war, hat sich dieses nicht auf meinen Filmkonsum ausgewirkt, sprich ich habe die letzten Abende auf der Terrasse verbracht. Heute wurde es jedoch merklich kühler, weshalb die Kinder einen Filmabend und damit „Fünf Freunde 4“ eingefordert hatten. Wie uns der letzte Teil mit der ursprünglichen Besetzung gefallen hat, lest ihr hier… 🐫

Fünf Freunde 4 (2015) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Fünf Freunde 4 (2015) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Beinahe schon „Indiana Jones“ für Kinder

Hat bereits „Fünf Freunde 3“ mit einem exotischen Schauplatz und mehr Dramatik aufgetrumpft, wirkt der vierte Teil der Reihe noch einmal deutlich erwachsener. Es gibt kein dusseliges Gangster-Pärchen mehr als Gegenspieler, sondern knallhart agierende Bösewichte. Das Leben der Kinder steht mehr als nur einmal auf dem Spiel, was in wirklich dramatischen Szenen gipfelt. Der Zwergofant war sichtlich mitgenommen. Nein, mit den beschaulichen Abenteuern von „Fünf Freunde“ oder „Fünf Freunde 2“ hat dieser Teil nur noch wenig gemeinsam.

Diese Änderung mag zunächst ein wenig befremdlich wirken, aber es ist irgendwie auch ein logischer Schritt. Die Kinder sind inzwischen Teenager und ein weiteres, etwas naives Abenteuer hätte vermutlich nicht mehr gepasst. Mit Verfolgungsjagden über Dächer und dramatischer Grabräuberei sowie tödlichen Fallen erinnert „Fünf Freunde 4“ oft eher an „Indiana Jones“ als an einen Fall einer Kinderkrimi-Reihe.

Fazit

Auch wenn ich die ersten drei Teile wohl etwas lieber mochte, so hat mir der fulminante Abschluss der Reihe doch gut gefallen. Den Kindern ging es ähnlich und ich bin jetzt schon gespannt, ob wir uns mit den neuen Schauspielern des fünften Teils anfreunden können werden: 7/10 Punkte.

Star Force Soldier – OT: Soldier (1998)

Am heutigen Samstag haben wir eifrig im Garten gewerkelt und gegen Abend habe ich mich mit dem Zwergofanten noch zu einer kurzen Radtour aufgemacht. Danach waren die Kinder platt und auch wir Eltern sind gegen 20:30 Uhr erschöpft auf das Sofa gefallen. Mit „Star Force Soldier“ ist deshalb einmal mehr ein Film mit überschaubarer Laufzeit in den Player ist gewandert. Ein Film, der schon ewig auf meiner Liste stand…

Star Force Soldier (1998) | © Koch Media GmbH

Star Force Soldier (1998) | © Koch Media GmbH

Altmodische Militär-Action mit Endzeit-Setting

Paul W. S. Anderson gehört nicht gerade zu den angesehensten Regisseuren. Seinen Sci-Fi-Horror-Streifen „Event Horizon“ schätze ich jedoch sehr und selbst den ersten „Alien vs. Predator“ finde ich unterhaltsam. Um seinen 1998er Sci-Fi-Actioner „Star Force Soldier“ ranken sich einige Legenden, welche wohl vor allem dadurch geschürt werden, dass der Film in Deutschland lange Zeit nicht ungeschnitten erhältlich war. Mit dem schönen Media Book von Koch Media sollte ich nun die Gelegenheit bekommen, mir selbst ein Bild von diesem scheinbar ultrabrutalen Werk zu machen. Erwartungen waren durchaus vorhanden, wenngleich ich auch nicht mit einem Überflieger gerechnet hatte. Letztendlich bietet der Film solide Unterhaltung mit ein paar wunderbar altmodischen Action-Szenen in real gebauten Sets. Allerdings lässt er an Handlung, Montage und Score einiges vermissen.

Kurt Russell gibt den titelgebenden Soldaten wunderbar stoisch und wortkarg, was allerdings nicht einer gewissen Komik entbehrt. Überhaupt ist das dargestellte Militär-Regime so überzeichnet, dass das nicht so recht mit dem düsteren Grundton des Films zusammenpassen will. Die Siedlung auf dem Planeten erinnert wiederum an „Mad Max“ (speziell den dritten Teil) und was die konstruierte Verbindung zu „Blade Runner“ angeht, so wirkt dies eher wie ein Scherz. Sonderlich brutal ist der Film übrigens auch nicht. Heute gibt es in jeder Pay-TV-Serie härtere Szenen zu bewundern.

Fazit

Nein, „Star Force Soldier“ ist kein verschollener Kultfilm der späten neunziger Jahre. Sci-Fi-Freunde dürfen aufgrund der wirklich netten Schauplätze ruhig einmal reinschauen. Auch die Action macht durchaus Laune, doch wirklich überzeugend ist das alles nicht. Mit einem zugedrückten Auge gibt es gerade noch 6/10 Punkte.

Fünf Freunde 3 (2014)

Schon die ganze Woche freuen sich unsere Kinder auf den wöchentlichen Filmabend. Natürlich haben wir ihnen ihren Wunsch erfüllt und „Fünf Freunde 3“ eingeschaltet. Der Abenteuerfilm wurde sehnlichst erwartet und auch mir stand nach einer anstrengenden Woche der Sinn nach eskapistischer Unterhaltung. Mit seinem Urlaubssetting war der Film dafür auch bestens geeignet… 🌊🌴

Fünf Freunde 3 (2014) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Fünf Freunde 3 (2014) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Das Abenteuer wird noch abenteuerlicher

Hat bereits „Fünf Freunde 2“ die Schauplätze im Vergleich zum ersten Teil deutlich erweitert, geht es im dritten Abenteuer nach Thailand auf eine exotische Insel. Inklusive Sandstrand, einem Schiffswrack im türkisblauen Meer und einer mysteriösen Höhle. Mit dem etwas betulichen Abenteuer an der Nordsee hat der jüngste Fall der Fünf Freunde nicht mehr viel gemein. Zwar ist die Kulisse wirklich sehenswert, doch wäre meiner Meinung nach gar nicht so viel Exotik nötig gewesen. Dennoch hatte auch ich wieder viel Spaß mit dem Film. Für den Zwergofant war der Tauchgang ins Wrack samt Hai-Angriff dann doch etwas zu spannend:

„Ich bin nicht so der Wrack-Mensch.“
– Der Zwergofant

Insgesamt bietet auch „Fünf Freunde 3“ eine nette Geschichte mit einem etwas doofen Verbrecherduo, einer neu gewonnenen Freundin und wahrlich abenteuerlichen Schauplätzen. Die Kids hatten sehr viel Spaß mit dem Film (trotz Wrack).

Fazit

Auch der dritte Teil der Reihe bietet die bereits bekannte Kinderunterhaltung, die in diesem Fall noch größer und exotischer erzählt wird als bisher. Das lässt ein wenig Charme vermissen, ist aber für das jüngere (und auch das ältere) Publikum dennoch einen Blick wert: 7/10 Punkte.