Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft (2015)

Ein Jahr Pandemie. Ein Jahr Home Office. Ein Jahr Unsicherheit und Verzicht. Aber auch ein Jahr wöchentliche Filmabende. So auch heute und die Wahl, vor allem die des Zappelinchens, ist auf „Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft“ gefallen. Sie hatte den Film schon einmal mit einer Freundin gesehen und die Prämisse klang auch in meinen Ohren recht nett. Was hatte der Film also letztendlich zu bieten? 👩‍🏫

Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft (2015) | © Sony Pictures Home Entertainment GmbH

Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft (2015) | © Sony Pictures Home Entertainment GmbH

Nette Effekte und ein gelungenes Finale

Ich mag ja Filme, die ihre Figuren schrumpfen. Als Kind hat mich besonders „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ begeistert, an den sich „Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft“ natürlich anlehnt. Inzwischen habe ich diesen schon seit Jahren nicht mehr gesehen, was ich wohl einmal ändern sollte. Doch auch „Der Indianer im Küchenschrank“ ist in meinen Augen ein wundervoller Kinderfilm und selbst der vom erwachsenen Publikum verschmähte „Downsizing“ hat mich durchaus fasziniert. Nun also eine deutsche Kinderbuchverfilmung, was das Spielfeld schon recht eng steckt.

Es gab etliche Elemente, die mir gut gefallen haben: Die Effekte sind überraschend gelungen und die Entwicklung des Films gegen Ende hat mir auch gefallen. Leider dauert es gerade zu Beginn ewig (fast 25 Minuten), bis die Geschichte ins Rollen kommt. Danach folgen erst einmal ziemlich doofe und billige Gags, bis sich der Film auf seine Stärken besinnt. Insgesamt also zu viel Otto (ja, Otto Waalkes hat einen Gastauftritt) und zu wenig Rick Moranis, doch letztendlich nette Unterhaltung für die ganze Familie.

Fazit

Die Kinder waren von „Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft“ ziemlich begeistert, auch wenn der Zwergofant wieder recht oft die Hände vor den Augen hatte. Auch ich hatte meinen Spaß, wenngleich es doch einer der durchschnittlicheren deutschen Kinderfilme gewesen ist, die im letzten Jahr den Weg auf unseren Fernseher gefunden haben: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Die Besprechung ist Teil des CMARCH, der Blogaktion für Kinderfilme des Sneakfilm-Blogs.

Sechzehn Stunden Ewigkeit – OT: The Map of Tiny Perfect Things (2021)

Nach einem wundervollen Tag, der sich schon richtig nach Frühling angefühlt hat, fehlte zum perfekten Abschluss nur noch der richtige Film. Da ich Zeitschleifen liebe, ist „Sechzehn Stunden Ewigkeit“ natürlich sofort auf meinem Radar aufgetaucht. Glücklicherweise ist der Film weit weniger klischeehafte Romanze, als der deutsche Titel vermuten lässt, und viel mehr „The Map of Tiny Perfect Things“. 🕛

Sechzehn Stunden Ewigkeit (2021) | © Amazon Prime Video

Sechzehn Stunden Ewigkeit (2021) | © Amazon Prime Video

Und täglich grüßt der perfekte Moment

Auch wenn das Genre inzwischen schon ziemlich ausgelutscht ist, so liebe ich es doch. Vielleicht auch, weil ich ich bis heute darauf warte, dass mit „Replay: Das zweite Spiel“ die beste Zeitschleifen-Geschichte verfilmt wird. Der Roman hatte Harold Ramis damals zu „Und täglich grüßt das Murmeltier“ inspiriert und steht somit auch indirekt Pate für „The Map of Tiny Perfect Things“. Natürlich wird auch in diesem Film das Original offen angesprochen. Ebenso wie „Edge of Tomorrow“. Autor Lev Grossman ist sich somit bewusst, dass seine Geschichte keine originelle Prämisse bietet, doch das was er daraus macht, ist durchaus erfrischend. Somit ist „The Map of Tiny Perfect Things“ für den romantischen Film das, was „Happy Deathday“ für den Horrorfilm war.

Ich möchte an dieser Stelle gar nicht zu viel verraten, nur dass die Figuren natürlich eine Entwicklung durchmachen und die Chemie zwischen Mark und Margret wirklich gelungen ist. Hinzu kommt eine wunderbar leichte Inszenierung und ein hervorragender Soundtrack, der den Film eher in die Indie-Richtung schubst, als in die großer Hollywood-Romanzen. Die Schauspieler sind allesamt perfekt besetzt (u.a. spielt Josh Hamilton, der Vater aus „Eighth Grade“, erneut den Vater des Protagonisten) und die finale Auflösung ist so naheliegend wie befriedigend. Sicher nicht das ganz große Kino, doch eine sehr unterhaltsame Variante unter den Zeitschleifen-Filmen.

Fazit

Mich hat „The Map of Tiny Perfect Things“ wirklich ausgezeichnet unterhalten. Tatsächlich lebt er von den kleinen Momenten, die er einzufangen versucht. Ein wenig musste ich auch an die Verfilmung von „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ denken, der jedoch weit nicht so gut funktioniert, wie Ian Samuels Film. Reinschauen lohnt sich (die Amazon-Produktion läuft ganz frisch auf Prime Video) nicht nur für Zeitschleifen-Freunde: 8/10 Punkte.

Eighth Grade (2018)

Heute habe ich einen Film gesehen, von dem ich schon viel Gutes (in Podcasts) gehört habe. Nach der erfolglosen Suche nach einer DVD oder Blu-ray war ich umso erfreuter, dass Netflix „Eighth Grade“ ins Programm aufgenommen hat. Höchste Zeit also, mich selbst von der Qualität des Coming-of-Age-Dramas zu überzeugen… 👩‍🎓

Eighth Grade (2018) | © Sony Pictures

Eighth Grade (2018) | © Sony Pictures

Die unangenehme Seite von Coming-of-Age

Aufgrund meines Vorwissens hatte ich vermutet, dass „Eighth Grade“ komplett bei mir einschlagen würde. Tatsächlich aber habe ich etwas gebraucht, bis ich mich mit dem Film angefreundet hatte. Obwohl wir sehr nah an der Protagonistin Kayla (großartig gespielt von Elsie Fisher) dran sind, war mir die Inszenierung zu Beginn ein wenig zu verkünstelt. Auch fand ich die Überpräsenz von digitalen Kommunikationsmitteln anstrengend. Allerdings merke ich selbst, dass es auch bei den eigenen Kindern immer mehr in diese Richtung geht. Weit nicht so extrem, doch die Tendenzen sind da. Auch in diesem Aspekt zeigt sich, dass mich „Eighth Grade“ häufig die Perspektive des Vaters hat einnehmen lassen. Ich hatte oft einen sorgenvollen Blick auf das Geschehen. Was steht meinen Kindern (und uns Eltern) da in den nächsten Jahren noch bevor?

Die andere Perspektive ist natürlich die von Kayla selbst. Manche Szenen waren schmerzhaft nah an der eigenen Erinnerung dran. Gerade der Zeitraum zwischen 7. und 8. Klasse ist auch für mich einer, der mir nur noch unbestimmt im Kopf ist und der mit viel Unsicherheit verbunden war. Ich bin damals eher in Videospiele und Bücher geflüchtet. Die Welt war einfacher und langsamer. Heute möchte ich wirklich kein Teenager mehr sein. Und da sind wir wieder bei meiner Perspektive als Vater angekommen. Wie wird das Zappelinchen mit all diesen (neuen) Herausforderungen umgehen? Bei all den unangenehmen bis düsteren Szenen, ist „Eighth Grade“ doch ein Film, der seine Figuren mag und nach hinten raus eine positive Entwicklung aufzeigt. Nicht aufgesetzt und eher realistisch, aber doch positiv. All das macht „Eighth Grade“ zu einer (für mich) eher anstrengenden Erfahrung, aber doch einer, die nachwirkt.

Fazit

Wirklich viel Spaß hatte ich nicht mit „Eighth Grade“, doch darum geht es dem Film vermutlich auch nicht. In dieser Hinsicht kam er mir teils wie ein Gegenentwurf zu „Booksmart“ vor, bei dem ich mich teils ähnlich gefühlt habe, doch eher auf lustige Art und Weise. Wie ihr merkt, fällt es mir schwer, den Film konkret einzuordnen. Ich mochte ihn und würde den Film und Kayla am liebsten in den Arm nehmen und sagen: Es wird alles gut. Wie eben so ein Vater. Anstrengend aber sehenswert: 8/10 Punkte.

Turtles 3 – OT: Teenage Mutant Ninja Turtles III (1993)

Heute war es endlich soweit und auf Wunsch des Zwergofanten ist „Turtles 3“ in den Player gewandert! Davor gab es natürlich selbstgemachte Pizza und überhaupt sind wir momentan wieder komplett im Turtles-Fieber. Auch mich hat der Zwergofant angesteckt, was darin resultiert, dass wir momentan die Nickelodeon-Serie zusammen schauen. Sehr gelungen, das muss selbst ich als Fan der alten Serie sagen… 🍕🐢

Turtles III (1993) | © Alive - Vertrieb und Marketing/DVD

Turtles III (1993) | © Alive – Vertrieb und Marketing/DVD

Ein netter Abschluss der klassischen Filmreihe

Im Gegensatz zu „Turtles“ und „Turtles 2: Das Geheimnis des Ooze“ war mir der Abschluss der Reihe bisher noch unbekannt. Außerdem wusste ich, dass die Kritiken eher bescheiden waren und auch Fans nichts mit dem Film anfangen können. Meine Erwartungen waren also ziemlich niedrig, was vielleicht auch die positive Überraschung erklärt, die „Turtles 3“ letztendlich für mich war. Hinzu kommt die Begeisterung des Zwergofanten, die zweifellos auf mich abgestrahlt hat.

Ich mochte, dass sich die Handlung nicht nur ins Japan des 17. Jahrhunderts verlegt wurde, sondern der Bezug zum modernen New York jederzeit vorhanden ist. Natürlich fehlen die ikonischen Gegenspieler der vier Kampfschildkröten, doch immerhin gibt es Casey Jones zu begrüßen. Die Szenen in der Vergangenheit sind zwar durchaus opulent inszeniert, doch wirkt der Film irgendwie kleiner und unbedeutender, als die beiden vorherigen Teile. Wie eine überbrückende Episode der TV-Serie. Hinzu kommt, dass die Kostüme der Turtles geändert wurden und alles nicht mehr ganz so charmant wirkt, wie zuvor. Am Ende hatte ich aber dennoch sehr viel Spaß mit dem Film.

Fazit

Nun ist dieser Ausflug in die Vergangenheit (also meine persönliche) mit den Turtles wieder vorbei. Dennoch bin ich mir sicher, dass uns die vier Schildkröten noch länger begleiten werden. Auch den 2007er „TMNT: Teenage Mutant Ninja Turtles“ werde ich demnächst wohl noch einmal schauen. Wie gesagt: Auch ich bin wieder hooked und mochte selbst diesen nicht wirklich angesehenen Abschluss der Reihe: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 5/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Die drei !!! (2019)

Die Woche kann so langsam echt weg: Zahnprobleme, viel zu viele Stunden vor dem Rechner und private Herausforderungen. Gut dass es den freitäglichen Filmabend gibt, bei dem heute endlich, endlich „Die drei !!!“ den Weg in den Player fand. Der Film war schon lange der große Traum des Zappelinchens und dank Click-and-Collect-Angebot der örtlichen Bücherei, konnten wir ihn endlich sehen… 🕵️‍♀️🕵️‍♀️🕵️‍♀️

Die drei !!! (2019) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Die drei !!! (2019) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Ein durchaus sehenswertes Jugendabenteuer

Meine Kids verschlingen die Fälle der drei jungen Detektivinnen. Gerade beim Zappelinchen sind die Geschichten extrem beliebt und ich kann gar nicht zählen, wie viele Bücher sie schon gelesen hat. Und natürlich CDs gehört. Mit dem einprägsamen Titelsong. Ich selbst habe mich nie groß damit beschäftigt, aber finde es durchaus begrüßenswert, dass es auch eine Gruppe rein weiblicher Spürnasen gibt. Am liebsten mag ich aus den unterschiedlichen Reihen vermutlich immer noch „Fünf Freunde“, weil hier das Abenteuer im Vordergrund steht und nicht so sehr auf Liebeleien eingegangen wird. In dieser Hinsicht hat mich „Die drei !!!“ ein wenig an die späteren Verfilmungen von „Die wilden Hühner“ erinnert.

Was „Die drei !!!“ für mich wirklich sehenswert macht, ist das herrlich überzogene Spiel Jürgen Vogels (u.a. „Stereo“). Jede Szene mit ihm ist ein Genuss. Auch die Jungschauspielerinnen in den Hauptrollen fand ich gut besetzt, wenngleich die eindeutige Zuweisung von Charaktereigenschaften (die Schlaue, die Sportliche, die Coole) ziemlich altbacken wirkt. Dafür ist der restliche Film schön flott inszeniert, so dass keine Langeweile aufkommt.

Fazit

Am meisten begeistert hat mich wohl, dass meine Kinder so begeistert waren. Deshalb kann ich über so manche Ungereimtheit oder nervige Stelle leicht hinwegsehen. Ein zwar sehr auf die Zielgruppe zugeschnittenes, aber immer noch sehr sehenswertes Jugendabenteuer: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Ostwind: Aufbruch nach Ora (2017)

Nachdem letzte Woche der Zwergofant mit „Turtles 2: Das Geheimnis des Ooze“ an der Reihe war, hat sich das Zappelinchen heute „Ostwind: Aufbruch nach Ora“ ausgesucht. Mir selbst war das ziemlich egal, denn ich war schon vor dem Film extrem müde. Die Woche hat ihre Spuren hinterlassen und das Fresskoma durch die Pizza wohl ebenso. Also dann, aufgesattelt… 🐴

Ostwind: Aufbruch nach Ora (2017) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Ostwind: Aufbruch nach Ora (2017) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Ein Pferdeabenteuer in Andalusien

Nachdem „Ostwind 2“ sich sehr stark am ersten Teil der Reihe orientiert hat, kehrt mit „Ostwind: Aufbruch nach Ora“ frischer Wind ein: Mika reist mit Ostwind nach Spanien, um seine Wurzeln zu entdecken. Dabei ist der Start der Reise ziemlich hanebüchen. Es kommt zu mystischen Traumsequenzen und auch ansonsten muss man als (erwachsener) Zuschauer ziemlich viel guten Willen mitbringen, um den Realismus der Situation nicht gehörig in Frage zu stellen. In Andalusien angekommen, nimmt die Geschichte dann auch Fahrt auf und das frische Setting tut der Reihe gut.

Im weiteren Verlauf der Handlung wird die Grenze zum Pferdekitsch ein paar Mal beinahe überschritten, doch fängt sich der Film durch humorige Einlagen und die sympathischen Schauspieler immer wieder. Die Botschaft ist auch schön, weshalb ich ihm die übertrieben bedeutungsschwangeren Montagen auch gar nicht ankreiden will. Zudem mochte ich das (zugegebenermaßen wenig überraschende) Ende.

Fazit

Insgesamt hat mir „Ostwind: Aufbruch nach Ora“ gut gefallen. Die Kinder waren wieder begeistert und das ist schließlich die Hauptsache. Mangels Nachschub endet für uns vorerst die Reihe, doch werden wir in die verbleibenden Fortsetzungen bestimmt irgendwann noch einmal reinschauen: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Ostwind 2 (2015)

Nach einem sehr auslaugenden Tag, habe ich mich abends gar nicht mehr beim Wunsch der Kinder nach einem Filmabend gewehrt. Außerdem haben sie sich diesen nach der Woche Home-Schooling auch wirklich verdient. Heute war wieder das Zappelinchen an der Reihe und sie hat sich „Ostwind 2“ ausgesucht. Nachdem mir der erste Teil doch überraschend gut gefallen hatte, war ich durchaus gespannt… 🐴

Ostwind 2 (2015) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Ostwind 2 (2015) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Mehr Abenteuer und (noch) mehr Pferde

Im Grunde erleben wir die konsequente Fortsetzung von „Ostwind“. Mika kehrt nach Kaltenbach zurück und ist wieder mit Ostwind vereint. Das Gestüt hat finanzielle Probleme und somit gilt es Ostwind für ein Reittournier fit zu machen. Parallel dazu taucht ein geheimnisvolles Pferd (und ein geheimnisvoller junger Mann) im Wald auf und stellt das Leben unserer Figuren auf den Kopf. Mehr muss man nicht wissen und hat doch schon die gesamte Handlung im Kopf.

Die vielfältigen Reitszenen sind wieder schön gefilmt, die Schauspieler weit besser als man es in einem Teenie-Pferdefilm erwarten würde und insgesamt hat auch „Ostwind 2“ das Herz am rechten Fleck. Doch so wirklich neu oder frisch ist die Handlung eben auch nicht und vieles hat sich eher wie ein Aufguss des ersten Teils angefühlt.

Fazit

Keine Frage, „Ostwind 2“ bietet für Fans der Reihe weiterhin gute Unterhaltung. Auch ich hatte meinen Spaß damit und die Kinder waren teils sogar regelrecht begeistert. Hundertprozentig aufmerksam war ich nach dem Tag vermutlich auch nicht mehr, was meinem Eindruck des Films wohl nicht zugute kam: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Turtles – OT: Teenage Mutant Ninja Turtles (1990)

Nachdem sich das Zappelinchen letzte Woche mit „Ostwind“ einen Film aussuchen durfte, war heute der Zwergofant an der Reihe, der sich für „Turtles“ entschieden hat. Natürlich nicht ganz unbeeinflusst von seinem Vater und unzähligen Spielstunden mit „Turtles in Time“. Ich hatte mich nach den ersten Arbeitstagen des Jahres schon sehr auf den gemeinsamen Filmabend gefreut und dafür war der Film genau der richtige. Auch weil wir davor Pizza gegessen haben… 🍕🐢

Turtles (1990) | © Alive - Vertrieb und Marketing/DVD

Turtles (1990) | © Alive – Vertrieb und Marketing/DVD

Eine Reise zurück in meine Kindheit

Ender der 1980er Jahr war ich voll und ganz im „Turtles“-Fieber. Speziell durch die Zeichentrickserie und die Actionfiguren, die ich zwar nie selbst besessen, aber immer gerne bei Freunden bespielt habe. Als dann 1990 ein Realfilm ins Kino kam, kannte meine Begeisterung keine Grenzen mehr. Dennoch sollte es noch etwas dauern, bis ich den Film letztendlich gesehen hatte. Und zwar in unserem kleinen Kino vor Ort, das es schon seit etlichen Jahren nicht mehr gibt. Dort liefen Filme immer erst mit größerer Verspätung an. Doch ich war begeistert. Darauf folgten einige weitere Sichtungen bei TV-Ausstrahlungen und irgendwann war dann die „Turtles“-Manie bei mir vorbei. Im Gegensatz zu Klassikern, wie „Zurück in die Zukunft“, haben es die vier Ninja-Schildkröten zunächst nicht bis in mein Erwachsenenalter geschafft.

Aus heutiger Sicht ist der Film hoffnungslos veraltet. Gar nicht einmal so sehr aufgrund der immer noch gut funktionierenden Ganzkörperanzüge, sondern vor allem aufgrund seines Looks und seines Scores bzw. Soundtracks. „Turtles“ war eben nie eine große Studioproduktion, sondern ein Independent-Film, der auch nicht mit Blockbuster-Budget umgesetzt wurde. Dennoch hat er weit mehr Charme und funktioniert für mich weit besser als das 2014er Reboot von Michael Bay. Der 2007er Animationsfilm „TMNT“ hat für mich das Gefühl der Comichelden dagegen recht gut eingefangen, krankt für mich aber am austauschbaren Bösewicht. Über die Laufzeit entwickelt das Original einfach den stärksten Sog und kann durch dumme Sprüche, authentisch wirkende Kulissen und wunderbar handgemachte Effekte überzeugen. Ohne künstliche Übertreibung. Das mag ich immer noch sehr gerne.

Fazit

Auch wenn „Turtles“ inzwischen recht in die Jahre gekommen ist, so hat der Film für mich immer noch gut funktioniert. Er ist keiner meiner großen persönlichen Klassiker, doch wird er immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben. Bei meinen Kindern war die Meinung dieses Mal sehr geteilt und Frau bullion wäre wohl am liebsten geflohen: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 4/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Ostwind (2013)

Heute haben die Kinder am frühen Abend spontan eine Schatzsuche im Haus veranstaltet. Inklusive versteckten Hinweisen, kleinen Rätseln und Schätzen in Form von Süßigkeiten als Belohnung. Auf dem letzten Zettel stand schließlich die Frage nach einem Filmabend. Wer kann bei so viel manipulativem Aufwand schon nein sagen? Das Zappelinchen war das Mastermind hinter der Aktion und sie hat sich sogleich für den Film „Ostwind“ entschieden. Ich befürchtete das Schlimmste, wurde letztendlich aber positiv überrascht… 🐴

Ostwind (2013) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Ostwind (2013) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Eine schöne Coming-of-Age-Geschichte mit Pferd

Während der ersten Szene hätte ich mich fast meinem Buch zugewandt. Diese sollte möglichst dramatisch sein, wirkte aber eher amateurhaft inszeniert. Dann wechselt die Szenerie und man lernt Mika an der Schule und in ihrer Familie kennen. Das Mädchen kommt mit sich und der Welt nicht so recht klar (bzw. diese nicht mit ihr) und somit ist es nur naheliegend, dass sie sich dem ebenso ungeliebten Hengst Ostwind annähert. Das alles ist natürlich ziemlich vorhersehbar, doch wenn dann Tilo Prückner als Mischung aus Pferdeflüsterer und Mister Miyagi auftritt, versöhnt das für so einiges. Zudem fand ich Hanna Binke als Mika sehr erfrischend und natürlich. Vielleicht weil sie mich mit ihren roten Haaren ein wenig an mein Zappelinchen erinnert hat.

Pferdegeschichten sind ja momentan ziemlich angesagt. Wenn ich alleine an die grausigen „Bibi & Tina“-Filme bzw. die Serie denke, dann ist „Ostwind“ fast schon ein Meisterwerk. In den besten Szenen ist es eine wirklich schön erzählte Coming-of-Age-Geschichte, in den schwächsten halt ein weiteres Reitturnier mit Teenies. Aus Perspektive der Zielgruppe hat der Film aber komplett ins Schwarze getroffen. Und das Zappelinchen hat vielleicht für einen Moment vergessen, dass ihre eigenen Reitstunden momentan aufgrund von Corona momentan alle ausfallen.

Fazit

Auch wenn „Ostwind“ nicht wirklich meine Art von Film ist, so hat es sich gelohnt, dass ich mich darauf eingelassen habe. Die Kinder waren extrem begeistert und auch ich konnte ihm einige positive Facetten abgewinnen: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Schöne Bescherung – OT: Christmas Vacation (1989) (WS11)

Ich sehe „Schöne Bescherung“ jedes Jahr und bespreche den Film danach auf meinem Blog. Du möchtest die komplette Dosis Griswolds? Du findest alle Besprechungen hier!

Wenn dieses Jahr auch vieles anders ist (oder gerade weil), so sind gewisse Traditionen umso wichtiger. Deshalb haben wir alle (also zumindest die Kinder und ich) uns auch sehr auf die diesjährige Sichtung von „Schöne Bescherung“ gefreut. Dies ist inzwischen schon meine zwölfte Besprechung des Films auf diesem Blog. Mal sehen, welch neue Aspekte ich ihm dieses Jahr abgewinnen konnte…

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

Ein wenig Normalität in der Weihnachtszeit 🎄🎅

Es ist wirklich erstaunlich, wie gut der Film immer noch funktioniert. Gerade für die Kinder. Auch wenn wir ihn erst seit ein paar Jahren zusammen schauen, so ist diese Tradition jedoch schon fest in ihren Köpfen verankert. Erneut wurde jedem Highlight des Films entgegengefiebert (und davon gibt es, wie wir wissen, ja so einige) und die einzelnen Szenen entsprechend kommentiert. So liebe ich das. Mir ist dagegen aufgefallen, dass „Schöne Bescherung“ auch wunderbar als Kommentar auf unsere Konsum- und Leistungsgesellschaft funktioniert. Speziell auch, was die Erwartungen an diese paar Tage im Jahr inklusive des familiären Zusammenseins angeht.

In diesem Corona-Jahr werden unsere Erwartungen an das Fest der Feste von vornherein gebrochen. Es ist klar, dass die kommenden Tage anders ablaufen werden als wir es gewohnt sind. Kleiner und vermutlich auch ruhiger. Vielleicht werden wir es nächstes Jahr dann wieder mehr zu schätzen wissen, was wir alles haben. Aber ich bezweifle es. Denn es ist eben doch irgendwie immer das gleiche. Quasi wie jedes Jahr Clarks Erwartungen gebrochen werden. „Schöne Bescherung“ in Dauerschleife.

Fazit

Auch wenn meine Besprechung dieses Jahr nicht so fröhlich ausgefallen ist, hatten wir doch wieder enorm viel Spaß mit dem bunten Treiben. Und soll ich euch etwas verraten? Ich freue mich jetzt schon wieder auf die Sichtung im nächsten Jahr. Denn wer weiß? Vielleicht wird ja doch alles besser: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm