Jurassic World: Neue Abenteuer – OT: Jurassic World: Camp Cretaceous – Staffel 3

Wer hätte gedacht, dass wir nach den ersten beiden Staffeln so schnell eine Fortsetzung bekommen? Die Kinder (und ich) waren darüber ziemlich glücklich und natürlich haben wir „Jurassic World: Neue Abenteuer – Staffel 3“ nahezu sofort nach der Veröffentlichung verschlungen. Aber wir haben uns Zeit gelassen, denn es gab nur 10 Episoden und diese wollten schließlich genossen werden… 🦕🦖

Jurassic World: Neue Abenteuer – Staffel 3 | © Netflix

Jurassic World: Neue Abenteuer – Staffel 3 | © Netflix

Rückkehr zur monströsen Dino-Insel

Wie zu erwarten, waren wir sofort wieder in der Serie drin. Hatte ich während der ersten Staffeln noch das Ungleichgewicht zwischen Kinderserie und Dino-Horror bemängelt, so hat „Jurassic World: Neue Abenteuer“ inzwischen den richtigen Ton gefunden. Vermutlich ist Jugendabenteuer die richtige Bezeichnung, denn für die ganz jungen Kids ist die Serie definitiv nichts. Mit dem Auftreten des Scorpius Rex (siehe Bild oben) wird das umso deutlicher, denn dieser ist weniger Dinosaurier als gruseliges Monster. Ein ähnlicher Ansatz wurde ja bereits in „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ versucht, jedoch hat mir der Gruseldino hier bedeutend besser gefallen. Doch auch alte Bekannte, wie der Tyrannosaurus Rex haben natürlich ihren Auftritt.

Die Serie lebt größtenteils wieder von der Gruppendynamik und dem Abenteuergefühl, welches wirklich famos eingefangen wurde. Es gibt einige schöne nostalgisch angelegte Szenen, die im Besucherzentrum des originalen „Jurassic Park“ spielen. Klar, das ist etwas gewollt, hat mich aber dennoch gut abgeholt. Weiterhin wird es teils durchaus dramatisch und am Ende steht ein kleiner, aber feiner Cliffhanger. Die Fortsetzung sollte somit in trockenen Tüchern sein. Ich freue mich!

Fazit

Auch wenn die dritte Staffel zwei Episoden länger lief, als die beiden vorhergehenden, so hätten wir drei locker noch weiterschauen können. Die Serie mag nicht perfekt sein, doch bietet sie wunderbare Abenteuerunterhaltung und ist damit momentan gelungener, als das Franchise auf der großen Leinwand: 8/10 (8.1) Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Army of the Dead (2021)

Nach einem recht entspannten Samstag, an dem ich nur mit den Kids eine Runde laufen war, habe ich mich abends schon sehr auf „Army of the Dead“ gefreut. Der Netflix-Prämiere des jüngsten Zack-Snyder-Films konnte man in Filmkreisen ja gar nicht entgehen. Da ich Snyders „Dawn of the Dead“-Remake sehr mag, war ich auf seine Rückkehr zum Genre gespannt… 💵

Army of the Dead (2021) | © Netflix

Army of the Dead (2021) | © Netflix

Unterhaltsame Zombie-Action und seltsamer Look

Zunächst einmal muss ich auf den Look des Films eingehen: Snyder, der hier ebenfalls als Director of Photography agierte, hat fast ausschließlich mit Teleoptiken und extrem offener Blende gearbeitet. Das führt zu einem super schmalen Schärfebereich, wodurch das ganze Bild unglaublich soft und zugleich unruhig wirkt. Teils hatte ich sogar das Gefühl, als hätte er zusätzlich digitale Unschärfefilter verwendet, so seltsam kam mir das Bokeh stellenweise vor. Was auch immer der Grund für diese künstlerische Entscheidung gewesen sein mag, so fand ich den Look über weite Strecken, wenn auch nicht störend, doch zumindest ablenkend. Damit sieht „Army of the Dead“ zwar nicht so überstilisiert aus, wie andere Filme des Regisseurs (z.B. „300“), doch mindestens genauso aufdringlich.

Vom Look einmal abgesehen, fand ich die Idee hinter „Army of the Dead“ wirklich nett: Ein Heist-Movie mitten in der Zombie-Apokalypse. So simpel und doch so genial. Auch mag ich normalerweise keine denkenden Zombies, sondern bevorzuge die klassischen Untoten (egal ob sie rennen oder nicht). Der Kniff hier mit König und Königin hat mir jedoch gut gefallen. Vielleicht auch, weil er mich an den Night King und seine White Walker aus „Game of Thrones“ erinnert hat. Nur eben in der Wüste. Dazu das Setting in Las Vegas, welches zwar begrenzt ist, jedoch genügend Spielraum für abwechslungsreiche Actionszenen bietet. Auch die einzelnen Figuren und ihre Schauspieler*innen (ja, auch Matthias Schweighöfer) mochte ich allesamt gerne. Wenn nur das Drehbuch nicht so flach gewesen wäre. Drei größere Dialogszenen, und somit knapp 20 Minuten Laufzeit weniger, und der Film wäre gleich noch einmal gelungener gewesen.

Fazit

Auch wenn „Army of the Dead“ etliche Schwächen besitzt, so sind die zweieinhalb Stunden für mich jedoch wie im Flug vergangen. Neben der schönen Zombie-Action ist bei mir vor allem der seltsame Look hängengeblieben. Macht aber alles nichts, denn letztendlich bekommt man damit genau das, was man vom ersten Trailer an hat erwarten dürfen. Zudem wissen wir nun, dass ein Blowjob Auslöser der Zombie-Apokalypse war. Wer hätte das gedacht? 7/10 Punkte.

Die Mitchells gegen die Maschinen – OT: The Mitchells vs. the Machines (2021)

Heute war ich zum zweiten Mal in diesem Jahr im Büro. Ein wenig zum Arbeiten, aber hauptsächlich um ein paar Kolleg*innen zu sehen. Das hat richtig gut getan. Da es etwas später geworden ist, begrüßten mich die Kinder zu Hause sogleich mit der Frage: Welchen Film schauen wir heute? Klar, Freitag ist ja Filmabend! Natürlich war ich vorbereitet und habe den brandneuen „Die Mitchells gegen die Maschinen“ auf den Fernseher gezaubert. Eine gute Wahl? 🤖

Die Mitchells gegen die Maschinen (2021) | © Netflix

Die Mitchells gegen die Maschinen (2021) | © Netflix

Ein innovatives Action-Abenteuer mit viel Herz

Der vom Regie-Duo Phil Lord und Christopher Miller („Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen“ und „The LEGO Movie“) produzierte Film fällt zunächst durch seinen Render-Stil auf. Hintergründe und Figuren sind zwar eindeutig computeranimiert und doch wirken sie gezeichnet. Hinzu kommen etliche eingebaute 2D-Elemente, welche von animierten Zeichnungen bis hin zu Videoclips reichen. Der Film sprüht in seiner Inszenierung vor kreativer Energie, was jedoch nicht aufgesetzt wirkt, da man sich im Kopf von Katie, der älteren Tochter, wähnt, welche kurz davor steht, ein Filmstudium zu beginnen. Alleine der Stil des Films wirkt so unglaublich erfrischend, dass es eine wahre Freude ist.

Inhaltlich bekommen wir es mit einer kindgerechten Endzeitgeschichte zu tun, in der die Maschinen die Herrschaft über uns Menschen übernehmen. Die Kritik an der übertechnisierten Welt voller Smartphones und IoT-Geräte ist sehr plakativ und überzogen in ihrer Aussage. Dabei ist „Die Mitchells gegen die Maschinen“ keinesfalls technologiefeindlich, denn Katie nutzt diese um sich kreativ auszudrücken, wodurch sie letztendlich (Mini-Spoiler!) auch die Welt rettet. Das alles fügt sich so wunderbar zusammen und ist so herrlich kreativ und witzig umgesetzt, dass es gar nicht weiter schlimm ist, dass die eigentliche Geschichte auf einen Bierdeckel passt. Die Kinder haben teils geschrien vor Lachen und auch ich musste öfter mit den Tränen kämpfen. Sowohl in die eine als auch in die andere Richtung.

Fazit

Es ist sehr schade, dass „Die Mitchells gegen die Maschinen“ keine Kino-Auswertung erfahren konnte. Der Film hätte es verdient gehabt. Ich bin sehr begeistert und kann das kunterbunte Sci-Fi-Abenteuer allen von klein bis groß nur ans Herz legen: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Sie weiß von dir – OT: Behind Her Eyes – Die komplette Miniserie

Auf die Serie wäre ich vermutlich nie gestoßen, wenn ich keine flammende Empfehlung des „Fortsetzung folgt“-Podcasts gehört hätte. Eigentlich mag ich es, mehr Zeit in Serien zu verbringen, doch eine Miniserie von gerade einmal sechs Episoden schien mir als fokussierte Unterhaltung während meines Urlaubs doch angemessen. Also habe ich  mich an „Sie weiß von dir“ bzw. „Behind Her Eyes“ versucht und die Serie innerhalb von vier Abenden verschlungen. Indirekte Spoiler sind zu erwarten. 🌲🌳🌲

Sie weiß von dir (2021) | © Netflix

Sie weiß von dir (2021) | © Netflix

Ein extrem fesselndes Mystery-Drama

„Behind Her Eyes“ hat sich für mich angefühlt, wie einen seichten, aber enorm spannenden Thriller zu lesen. Kein Wunder, handelt es sich bei der Miniserie doch um die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Sarah Pinborough. Während der ersten drei Episoden habe ich mich in einem Beziehungsdrama gewähnt, das schon bald eine weitere Zeitebene in die Handlung einwebt. Zudem wird Träumen eine immer größere Bedeutung beigemessen, was ich ohnehin stets spannend finde (siehe „The Cell“, „Inception“ oder „Paprika“). Hier habe ich auch begonnen erste Theorien aufzustellen und Wendungen vorherzusehen. Glücklicherweise war die Handlung zu diesem Zeitpunkt noch nicht so leicht zu entschlüsseln und das Mitraten hielt noch bis zur vorletzten Episode an.

Die fünfte Episode stellte für mich auch den Wendepunkt der Geschichte dar, denn plötzlich wurden übernatürliche Elemente mit in die Handlung eingewoben. Das hat mich zu Beginn ziemlich gestört, letztendlich war es aber auch nur ein konsequenter weiterer Schritt, der sich schon seit geraumer Zeit angedeutet hatte. Vermutlich hat mich auch die Art der nur wenig subtilen Visualisierung gestört. Im Buch hat sich dieses Element vermutlich viel natürlicher in die Geschichte eingefügt. Ab diesem Zeitpunkt wusste ich dann auch, wie die Geschichte ausgeht. Tatsächlich hat sich die Serie im weiteren Verlauf auch exakt so abgespielt, wie ich es vorhergesehen hatte. Das Ende hat mich somit nicht sonderlich schockiert und es hat mich sehr an den eher unbekannten Horrorfilm „Der verbotene Schlüssel“ aus dem Jahr 2005 erinnert.

Fazit

Auch wenn „Behind Her Eyes“ bestimmt keine Serie für die Ewigkeit ist, so hat sie doch eine Sogwirkung entfaltet, wie ich es schon lang nicht mehr erlebt habe. Ohne Kinder im Haus, hätte ich sie auch an zwei Nachmittagen verschlingen können. Wie so ein Buch, das man im Urlaub am Strand kapitelweise inhaliert: 9/10 (8.7) Punkte.

Sechzehn Stunden Ewigkeit – OT: The Map of Tiny Perfect Things (2021)

Nach einem wundervollen Tag, der sich schon richtig nach Frühling angefühlt hat, fehlte zum perfekten Abschluss nur noch der richtige Film. Da ich Zeitschleifen liebe, ist „Sechzehn Stunden Ewigkeit“ natürlich sofort auf meinem Radar aufgetaucht. Glücklicherweise ist der Film weit weniger klischeehafte Romanze, als der deutsche Titel vermuten lässt, und viel mehr „The Map of Tiny Perfect Things“. 🕛

Sechzehn Stunden Ewigkeit (2021) | © Amazon Prime Video

Sechzehn Stunden Ewigkeit (2021) | © Amazon Prime Video

Und täglich grüßt der perfekte Moment

Auch wenn das Genre inzwischen schon ziemlich ausgelutscht ist, so liebe ich es doch. Vielleicht auch, weil ich ich bis heute darauf warte, dass mit „Replay: Das zweite Spiel“ die beste Zeitschleifen-Geschichte verfilmt wird. Der Roman hatte Harold Ramis damals zu „Und täglich grüßt das Murmeltier“ inspiriert und steht somit auch indirekt Pate für „The Map of Tiny Perfect Things“. Natürlich wird auch in diesem Film das Original offen angesprochen. Ebenso wie „Edge of Tomorrow“. Autor Lev Grossman ist sich somit bewusst, dass seine Geschichte keine originelle Prämisse bietet, doch das was er daraus macht, ist durchaus erfrischend. Somit ist „The Map of Tiny Perfect Things“ für den romantischen Film das, was „Happy Deathday“ für den Horrorfilm war.

Ich möchte an dieser Stelle gar nicht zu viel verraten, nur dass die Figuren natürlich eine Entwicklung durchmachen und die Chemie zwischen Mark und Margret wirklich gelungen ist. Hinzu kommt eine wunderbar leichte Inszenierung und ein hervorragender Soundtrack, der den Film eher in die Indie-Richtung schubst, als in die großer Hollywood-Romanzen. Die Schauspieler sind allesamt perfekt besetzt (u.a. spielt Josh Hamilton, der Vater aus „Eighth Grade“, erneut den Vater des Protagonisten) und die finale Auflösung ist so naheliegend wie befriedigend. Sicher nicht das ganz große Kino, doch eine sehr unterhaltsame Variante unter den Zeitschleifen-Filmen.

Fazit

Mich hat „The Map of Tiny Perfect Things“ wirklich ausgezeichnet unterhalten. Tatsächlich lebt er von den kleinen Momenten, die er einzufangen versucht. Ein wenig musste ich auch an die Verfilmung von „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ denken, der jedoch weit nicht so gut funktioniert, wie Ian Samuels Film. Reinschauen lohnt sich (die Amazon-Produktion läuft ganz frisch auf Prime Video) nicht nur für Zeitschleifen-Freunde: 8/10 Punkte.