Doctor Strange (2016)

Aktualisierung: Ich habe „Doctor Strange“ am 15. Juni 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Es geht Schlag auf Schlag weiter mit meinem aktuellen Besuch im Marvel Cinematic Universe (MCU): Nachdem ich erst gestern „The First Avenger: Civil War“ gesehen habe, stand heute mit „Doctor Strange“ eine weitere Origin-Geschichte auf dem Programm. Wie sich Benedict Cumberbatch als unfreiwilliger Weltenretter so schlägt, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Doctor Strange (2016) | © Walt Disney

Doctor Strange (2016) | © Walt Disney

Irgendwo zwischen „Inception“ und „Harry Potter“

Nachdem sich die Filme der großen Helden inzwischen fast ein wenig generisch anfühlen, so können Randfiguren wie „Ant-Man“ oder eben auch „Doctor Strange“ neues Terrain betreten. Tatsächlich fühlt sich diese Origin-Geschichte auch anders an, als die bekannten MCU-Filme: viel mehr Mystik und Fantasy. Die Effekte erinnern zudem sehr an Christopher Nolans „Inception“ und wissen gerade in 3D wirklich zu beeindrucken. Hier lohnt sich die zusätzliche Ebene und ich bin froh, diese Version des Films gesehen zu haben. In etlichen Szenen dieser Fassung wird das Cinemascope-Bild zudem auf IMAX geöffnet, was direkt noch einmal intensiver wirkt. Audiovisuell ist „Doctor Strange“ wahrlich ein Hochgenuss.

Wie lässt sich die mystische Handlung im MCU verorten? Ich hatte über weite Strecken tatsächlich nicht das Gefühl, einen Film des Marvel-Franchise zu sehen. Die Berührungspunkte sind (noch) sehr gering, auch wenn die Mid-Credit-Szene Lust auf eine Annäherung macht. Mit schwächeren Schauspielern hätte die ganze Geschichte auch leicht ein wenig überzogen wirken können, doch Benedict Cumberbatch und Tilda Swinton verleihen ihren Charakteren die nötige Ernsthaftigkeit.

Fazit

Ich mag Origin-Geschichten und „Doctor Strange“ ist mit Sicherheit eine der beeindruckendsten. Die Handlung ist nicht sonderlich komplex, wird aber mitreißend und einfallsreich erzählt. Benedict Cumberbatch ist ein wahrer Gewinn für das MCU, was die Messlatte für ein zukünftiges Zusammentreffen mit den Avengers höher legt. Selbst wenn man sonst nicht viel mit Marvel und Superhelden anfangen kann, kann man hier durchaus einmal reinschauen: 8/10 Punkte.

Ant-Man (2015)

Aktualisierung: Ich habe „Ant-Man“ am 29. Mai 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Das erste Adventswochenende ist in vollem Gange. Somit stand heute auch der erste Besuch auf einem Weihnachtsmarkt auf dem Programm. Danach waren wir ziemlich durchgefroren und haben uns – sobald die Kinder im Bett waren – auf das Sofa zurückgezogen. Von dort aus begleiteten wir „Ant-Man“ bei seinem ersten Abenteuer und sind somit erneut in das Marvel Cinematic Universe (MCU) zurückgekehrt…

Ant-Man (2015) | © Walt Disney

Ant-Man (2015) | © Walt Disney

Und es kommt doch auf die Größe an…

Eigentlich hatte ich den Film schon abgeschrieben gehabt: Nachdem Edgar Wright (u.a. „Shaun of the Dead“) bei „Ant-Man“ ausgestiegen war, nahm auch mein Interesse daran rapide ab. Wie es aber so ist mit den Marvel-Filmen, führt über kurz oder lang doch kein Weg daran vorbei. Aufgrund etlicher positiver Kritiken, war ich letztendlich auch positiver gestimmt, was auch an der ungewöhnlichen Fähigkeit dieses Superhelden liegt. Ja, ich gehöre noch zu der Generation, die mit „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ aufgewachsen ist! Außerdem sehe ich Paul Rudd („Immer Ärger mit 40“) sehr gerne. Was also hat der große Film mit dem kleinen Helden letztendlich zu bieten?

Tatsächlich eine ganze Menge! Nach den großen MCU-Filmen der letzten Woche („The Return of the First Avenger“ und „Avengers: Age of Ultron“) fühlte sich „Ant-Man“ wunderbar eigenständig an und selbst bei den Verknüpfungen zum Franchise behielt die Figur ihre Außenseiterrolle bei. Am besten hat mir wohl der finale Endkampf gefallen, bei dem – im Gegensatz zu den oben genannten Filmen – keine Städte in Schutt und Asche gelegt werden, sondern der ganz simpel in einem Kinderzimmer stattfindet. Einfach herrlich! Ansonsten muss ich noch die überzeugenden Schrumpf-Effekte sowie die Schauspieler hervorheben. Speziell Michael Douglas („Wall Street“) hat mir neben Paul Rudd sehr gut gefallen. Auch habe ich mich gefreut Evangeline Lilly („Lost“) und Bobby Cannavale (unfassbar beeindruckend in der dritten Staffel von „Boardwalk Empire“) zu sehen.

Marvel Cinematic Universe: Phase 2

Mit „Ant-Man“ ist die zweite Phase des MCU nun auch abgeschlossen und ich möchte, wie bereits nach der ersten Phase, ein Ranking der Filme aufstellen:

  1. „Guardians of the Galaxy“ (8/10 Punkte)
  2. „Ant-Man“ (8/10 Punkte)
  3. „The Return of the First Avenger“ (7/10 Punkte)
  4. „Avengers: Age of Ultron“ (7/10 Punkte)
  5. „Thor: The Dark Kingdom“ (7/10 Punkte)
  6. „Iron Man 3“ (7/10 Punkte)

Fazit

Mir hat „Ant-Man“ wirklich viel Freude bereitet. Gerade weil man es im Prinzip mit einem Heist-Movie zu tun bekommt, der nur eben in das MCU verlegt wurde. Auch mag ich die Figur des unfreiwilligen Helden sehr gerne, was zusätzlich durch die tollen Schauspieler und die wunderbare Miniatur-Action unterstützt wird. Für mich einer der bisher stärksten Marvel-Filme: 8/10 Punkte.

WarGames: Kriegsspiele – OT: WarGames (1983)

So langsam neigen sich die Herbstferien ihrem Ende zu. Immerhin hat sich das Wetter heute Vormittag noch einmal von seiner besten Seite gezeigt, weshalb wir spontan zu einem Ausflug in einen nahegelegenen Dinosaurierpark aufgebrochen sind. Dennoch habe ich heute Abend nicht „Jurassic Park“ eingelegt, sondern mit „WarGames: Kriegsspiele“ aus dem Jahr 1983 endlich eine Bildungslücke geschlossen…

WarGames: Kriegsspiele (1983) | © Twentieth Century Fox

WarGames: Kriegsspiele (1983) | © Twentieth Century Fox

Endlich bereit für „Ready Player One“

Auch wenn „WarGames“ schon lange auf meiner Liste der noch zu sehenden Filme stand, so hat ihn erst der wunderbare Roman „Ready Player One“ ganz nach oben katapultiert. Schließlich nimmt John Badhams Film darin eine nicht unbedeutende Rolle ein. Da Steven Spielbergs Verfilmung bereits vor der Tür steht, war es für mich der perfekte Moment in die frühen 80er zurückzukehren und mit Matthew Broderick die Welt zu retten – oder zu vernichten, ganz wie man es sehen mag. Dabei ist es mit Filmen der 80er ja nicht immer einfach, wenn man nicht mit diesen aufgewachsen ist, und gerade „WarGames“ wirkt aufgrund seines technischen Schwerpunkts heute teils wie aus einer anderen Welt.

Was für mich nach wie vor ausgezeichnet funktioniert, ist der langsame Spannungsaufbau und die Darstellung der Umgebung, in der David (Matthew Broderick) aufwächst. Die Hauptfigur wird zudem nicht als prototypischer Nerd gezeichnet, sondern als gewitzter Außenseiter, der zudem noch ganz ungezwungen beim anderen Geschlecht ankommt. Kein Wunder, dass sich Ernest Cline in „Ready Player One“ für diesen Film als First Gate entschieden hat. Wade und David sind sich gar nicht so unähnlich. Auch die zugrunde liegende Geschichte schafft es heute noch zu faszinieren. Selbst wenn der Kalte Krieg inzwischen Vergangenheit ist, bleibt die Bedrohung durch diverse Finger an diversen Knöpfen doch bestehen. Auch das Thema Künstliche Intelligenz ist aktueller denn je, was die einzelnen Versatzstücke (auch wenn der Film insgesamt doch etwas überholt wirkt) relevant bleiben lässt.

Fazit

Selbst wenn ich damals nicht mit „WarGames“ aufgewachsen bin und ihn somit nicht zu meinen persönlichen Kultfilmen zählen kann, so verstehe ich doch gut, was seinen Reiz ausmacht. Auch heute noch funktioniert die Dynamik zwischen David und Jennifer, viele Nerd-Elemente schreien geradezu nach Retro-Kult und die Botschaft des Films ist so einfach wie zeitlos. Nun bin ich gespannt, wie Spielberg diesen Klassiker in seine Verfilmung des Kultromans einarbeitet: 8/10 Punkte.

Crimson Peak (2015)

Halloween! Zeit für den jährlichen Horrorfilm (letztes Jahr gab es übrigens „The Visit“). Es ist ja nicht so, dass ich mich nur einmal im Jahr dem Horror-Genre zuwende, doch an diesem Termin ist die Sichtung Pflicht – und dieses Mal hatte ich euch um Hilfe bei der Entscheidung gebeten:

Wie ihr seht, ist die Wahl auf „Crimson Peak“ gefallen, auf den ich spätestens seit meiner Lektüre von „Cabinet of Curiosities: My Notebooks, Collections, and Other Obsessions“ extrem Lust hatte. Ob er meine Erwartungen erfüllen konnte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Crimson Peak (2015) | © Universal Pictures Germany GmbH

Crimson Peak (2015) | © Universal Pictures Germany GmbH

Ein zum Leben erwachter Schauerroman

Während der ersten halben Stunde war ich noch davon überzeugt, mit „Crimson Peak“ eine neue Genre-Liebe entdeckt zu haben. Ich mochte die schwülstige Inszenierung, den leisen Humor und die Charaktere allesamt sehr gerne. Einzig die ersten Geistererscheinungen konnten mich nicht sonderlich überzeugen. Doch der Rest? Wahrlich famos! Und wie bereits Hauptfigur Edith Cushing (Mia Wasikowska) zu berichten wusste: ‚Ghosts are metaphors for the past.‘ Folglich hatte ich mich schon darauf eingestellt, weniger einen Gruselfilm zu sehen, als eine schaurige Romanze mit Horror-Anleihen. Und der Weg, den Guillermo del Toro zu beschreiten schien, konnte mich wirklich überzeugen.

Auch mit dem Wechsel des Schauplatzes von Amerika in ein verlassenes Herrenhaus nach England, wusste „Crimson Peak“ audiovisuell noch einmal alle Register zu ziehen. Fast schon übertrieben schaurig präsentiert Guillermo del Toro das viktorianische Anwesen, so dass man sich jeden Frame am liebsten an die Wand hängen würde. Überstilisiert und einfach wunderbar anzusehen. Doch was ist mir der Geschichte? Hier konnte mich der Film leider nicht überzeugen. Zwar mochte ich die düstere Romanze, die den Kern bildet, doch leider ist die Handlung so simpel gestrickt und ohne Überraschungen inszeniert, dass ich irgendwann nicht mehr mit den Figuren mitfühlen konnte. Das große Slasher-Finale gegen Ende war dann zwar nett anzusehen, doch hat es nicht zum stimmungsvollen Aufbau zuvor gepasst. Wirklich schade, denn nach dem famosen Einstieg bleibt nicht viel mehr als heiße Luft.

Fazit

Leider konnte „Crimson Peak“ meine an ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Er sieht fantastisch aus und hört sich toll an, doch unter der schönen Oberfläche ist nicht wirklich viel zu holen. Er ist weder gruselig, noch konnte mich die Liebesgeschichte überzeugen. Da helfen leider auch Jessica Chastain und Tom Hiddleston nicht. Gerne hätte ich den Film mehr gemocht, doch so bleibt am Ende nur eine schöne Hülle. Wer nun dennoch neugierig ist, kann ruhig einmal reinschauen: 6/10 Punkte.

Raum – OT: Room (2015)

Bereits der vierte Tag mit einer Filmsichtung. Ich scheine meinen Herbsturlaub ja wirklich perfekt zu nutzen (heute waren wir aber tatsächlich auch unterwegs). Nach dem leichten „Mein Freund der Delfin 2“ von gestern Abend, ist heute ein Film im Player gelandet, den ich schon viel zu lange vor mir herschiebe: Lenny Abrahamsons Romanverfilmung „Raum“ steht schon seit geraumer Zeit im Regal, doch aufgrund der Thematik hatte ich bisher noch nicht reingeschaut. Heute war es jedoch soweit…

Raum (2015) | © Universal Pictures Germany GmbH

Raum (2015) | © Universal Pictures Germany GmbH

Licht am Ende des Tunnels

„Raum“ war letztendlich genau das, was ich einerseits befürchtet, mir andererseits aber auch erhofft hatte: oft schwer zu ertragen, in unerwarteten Momenten leicht und hoffnungsvoll sowie emotional unfassbar mitreißend. Man kann als Elternteil einfach nicht aus seiner Haut und reflektiert die gezeigte Situation mit seinen eigenen Kindern. Das schmerzt und tut weh. Man geht dorthin, wo man nie hingehen möchte. Die größten Ängste, das Schlimmste vom Schlimmen. Durch die einzigartige Erzählperspektive erleben wir Zuschauer die grausame Situation aber durch die Augen eines Kindes. Und wie sich über den weiteren Verlauf des Films zeigen soll: Kinder sind großartig und viel härter im Nehmen, als man ihnen zugestehen möchte. An dieser Stelle muss ich auch gleich Hauptdarsteller Jacob Tremblay ein Lob aussprechen, der Jack so authentisch spielt, das ich mehrfach eine Gänsehaut hatte. Ganz groß.

Überhaupt ist die Besetzung perfekt gelungen, was ja auch durch Brie Larsons Oscar-Gewinn offiziell anerkannt wurde. Einzig William H. Macy (u.a. bekannt als Frank Gallagher aus „Shameless“) fand ich ein wenig verschenkt und seine Figur zu schwach angelegt. Doch davon abgesehen passt einfach alles. Ich habe schon lange nicht mehr so sehr mit Charakteren mitgelitten, wie mit Jack und Ma. Natürlich legt es Lenny Abrahamson auch darauf an, doch sind mir nicht nur in einer Szene Tränen über die Wangen gelaufen. Ich mochte es wirklich sehr, dass sich Emma Donoghue in ihrer Geschichte (auch das Drehbuch stammt von ihr) auf die Beziehung zwischen Jack und Ma konzentriert hat und der Thriller nur ein Nebenaspekt war. Die lebensbejahende Grundstimmung wirkt zudem nicht aufgesetzt, sondern tatsächlich hoffnungsvoll.

Fazit

Auch wenn der Film gerade in seiner ersten Hälfte oft nur schwer zu ertragen war, so überwiegt auch in dieser die Hoffnung, die Ma für Jack aufbaut. Getragen wird „Raum“ komplett durch seine famosen Schauspieler und das stimmige Drehbuch. Wer sich darauf einlassen kann, wird belohnt werden. Dennoch muss auch ich das Gesehene nun erst einmal sacken lassen. Ein unfassbar packender Film: 9/10 Punkte.

Repo Men (2010)

Nach unserer abenteuerlichen Lauf- und Fahrradrunde, war ich heute eigentlich zu platt für einen Film. Aber man will ja keinen Abend verschenken, weshalb ich „Repo Men“ in den Player geschoben habe. Der Film steht schon seit einer halben Ewigkeit auf meiner Liste und da ich die Blu-ray kürzlich für 2,99 Euro im Laden stehen sah, war es nun endlich an der Zeit. Ob der Preis für meine bis dato günstigste Blu-ray Disc dem Wert des Films entspricht?

Repo Men (2010) | © Universal Pictures Germany GmbH

Repo Men (2010) | © Universal Pictures Germany GmbH

Schnitzel, Schnetzel, Schabernack

Wie Stammleser inzwischen wissen sollten, liebe ich Dystopien. Egal ob „Soylent Green“ aus den 70ern oder „Gattaca“ aus den 90ern, das Genre hat es mir angetan. Auch die Rahmenhandlung von „Repo Men“ passt in diese Schiene, hält sie uns doch sozialkritisch einen Spiegel vor und reflektiert heutige Missstände durch überhöhte Sci-Fi-Elemente. Was soll da noch schiefgehen? Leider eine ganze Menge, denn Regisseur Miguel Sapochnik konzentriert sich leider auf ausgewalzte Actionszenen, die mit deftigen Gore-Einlagen angereichert sind. Dagegen habe ich normalerweise nichts, doch ist der Ton des Films so unfassbar zynisch und die Charaktere komplett verabscheuungswürdig, dass ich nicht wirklich am Fortgang der Geschichte interessiert war. Schade um die spannende Prämisse.

Mit Jude Law, Forest Whitaker und Liev Schreiber ist der Film exzellent besetzt und man merkt speziell Whitaker seine Spielfreude deutlich an. Wenn man sich doch nur etwas mehr auf die Handlung konzentriert hätte und weniger auf wildes Geschnetzel, dann hätte durchaus etwas daraus werden können. Die Optik der Welt ist nahezu 1:1 aus „Blade Runner“ übernommen (inklusive Werbe-Zeppelin mit Videotafel) und auch die anderen Sets wirken so, als hätte man sie schon dutzendfach gesehen. In einer unerträglich langen Montage inszeniert Sapochnik dann die Selbstverstümmelung unseres Liebespaares als Sexakt, was wohl unglaublich anspruchsvoll wirken soll, letztendlich aber nur anstrengend und gewollt ist. Spätestens beim darauffolgenden Happy Ende hatte ich mich schon darauf eingestellt, den Film komplett zu verreißen, doch das tatsächliche Finale hat dann doch wieder perfekt zum Rest des Filmes gepasst. Ziemlich gelungen, das muss ich leider zugeben.

Fazit

Es ist schwierig mit „Repo Men“. Die Prämisse finde ich nach wie vor faszinierend, es macht Spaß den Schauspielern zuzusehen und auch optisch hat der Film einiges zu bieten. Leider konnte ich mich mit dem zynisch-bösartigen Ton nicht so wirklich anfreunden und in nur wenigen Szenen funktionierten die satirischen Aspekte für mich. Das Ende fand ich dann aber doch wieder sehr gelungen, was die zuvor gesehene, ungare Mischung aus Blut, Action und fehlgeleitetem Humor aber auch höchstens auf Mittelmaß anhebt: 5/10 Punkte.

Mein Freund, der Delfin – OT: Dolphin Tale (2011)

Nach einem verregneten Brückentag, an dem wir nachmittags die völlig verrückte Idee hatten, unbedingt eine Radtour zu unternehmen, waren wir abends alle nass, durchgefroren und kaputt. Da der letzte Filmabend mit den Kindern auch schon wieder fünf Monate zurückliegt, war es die perfekte Gelegenheit mit „Mein Freund, der Delfin“ dem privaten Heimkino einen gemeinsamen Besuch abzustatten…

Mein Freund, der Delfin (2011)

Mein Freund, der Delfin (2011) | © Warner Home Video

So richtig schön heile Welt

Wie zu erwarten, hat sich der Zwergofant ziemlich schnell ins Bett verzogen, weil er vom Tag doch arg müde war und der Film ihm zu aufregend erschien. Das Zappelinchen dagegen war von der ersten Sekunde an gefesselt, hat gelacht, gegluckst, mitgelitten und mitgefiebert. Eine wahre Freude! Da geht einem als filmliebender Vater so richtig das Herz auf. Es fällt mir somit nicht leicht, „Mein Freund, der Delfin“ objektiv zu betrachten. Im Grunde wird hier eine Coming-of-Age-Geschichte mit einer typischen Mensch-Tier-Freundschaft verwoben, was tatsächlich ausgezeichnet funktioniert. Umso beeindruckender, dass die Geschichte des Delfins einen wahren Kern besitzt und Winter, so ihr Name, auch die tierische Hauptrolle übernommen hat.

Völlig klar: „Mein Freund, der Delfin“ ist ein waschechter Kinderfilm. Die heile Welt wird nur selten angekratzt, was ich allerdings durchaus positiv verbuche. Es gibt keinen Bösewicht in der Geschichte, keine zynischen Sprüche, keine übertriebene Action. All das mag uns erwachsenen Zuschauern ungewohnt erscheinen, wenn man den Film allerdings mit Kinderaugen sieht, dann kann man sich seinem Charme kaum entziehen. Trotz hinzugedichteter dramaturgischer Elemente, funktioniert die Geschichte zudem im Kern wirklich gut. Winter schafft es Menschen zu inspirieren und zu ermutigen, mit ihrer Behinderung zu leben. Diese Botschaft kommt an und ist auch bei meiner Tochter hängengeblieben. Ich freue mich jetzt schon auf die morgigen Gespräche über das Filmerlebnis.

Fazit

Heute habe ich mich wieder gefragt, warum wir so selten als Familie einen Film schauen. Oft klappt es aus zeitlichen Gründen nicht und, auch wenn es auf meinem Blog oft anders wirkt, steht Medienkonsum meist ganz hinten an. Es gibt schließlich immer etwas anderes zu tun. Unsere gemeinsame Sichtung von „Mein Freund, der Delfin“ hat mir aber gezeigt, dass es für uns alle ein Zugewinn sein kann. Durch die rosarote Vater-Brille betrachtet vergebe ich: 8/10 Punkte.

Paterson (2016)

Nach einem Kindergeburtstag im nahen Familienkreis, sind wir abends ziemlich ausgelaugt aufs Sofa gefallen. Die Wahl für den heutigen Film ging nach einigem Hin und Her für „Paterson“ aus, den ich schon seit längerer Zeit sehen wollte. Da der Film von den Amazon Studios produziert wurde, findet man ihn auch (übrigens im korrekten Bildformat) auf Amazon Prime. Lohnt es sich auch, ihn dort anzuschauen?

Paterson (2016)

Paterson (2016) | © Weltkino Filmverleih GmbH (Vertrieb Universum Film)

Ein filmisches Plädoyer für mehr Achtsamkeit

Ich wusste bereits im Vorfeld, dass „Paterson“ ein ruhiger Film werden würde. Eben ein Film von Jim Jarmusch, der für seine lakonische Erzählweise bekannt ist. Zu Beginn habe ich jedoch an mir selbst festgestellt, wie ungeduldig ich ob der scheinbar unspektakulären Geschichte und der bewusst inszenierten Alltäglichkeit doch bin. Spätestens am Dienstag hatte mich „Paterson“ jedoch für sich eingenommen: Ich habe es regelrecht genossen, zusammen mit der titelgebenden Hauptfigur in den Tag hineinzuleben. Ohne Unterbrechungen. Ohne Smartphone. Ohne Vorausplanen. Achtsam sein und im Moment leben. Auf die kleinen Details achten. Ihnen gewahr werden und daraus am Ende sogar noch Kunst schaffen. Bewundernswert. So einfach, so klar – und doch unglaublich schwierig.

Die kleinen Geschichten, die Paterson (genial verkörpert von Adam Driver, „Girls“) beobachtet und erlebt, sind allesamt nicht spektakulär. Jedoch wirken sie echt und von den  Figuren wahrhaftig gelebt. Die Routine im Leben wird nicht negativ dargestellt, sondern akzeptiert, um dann eben doch die kleinen Besonderheiten und Unterschiede erkennen zu können. Paterson ist achtsam und ruht in sich. Selbst scheinbare Katastrophen können ihn nicht aus der Ruhe bringen. Beneidenswert. Wir sollten alle ein wenig mehr sein wie Paterson.

Fazit

Jim Jarmuschs „Paterson“ ist einer dieser wunderbaren Filme, die ohne spektakuläre Handlung oder Inszenierung auskommen. Hier wird die Beschreibung des Alltäglichen auf die Spitze getrieben und gerade darin liegt die Schönheit des Films. Zufriedenheit, Achtsamkeit, Selbstverwirklichung, Offenheit und Zuneigung. Große Themen, die uns alle bewegen, und hier so wunderbar unaufdringlich und tatsächlich unterhaltsam verarbeitet werden. Ein großer Film, der zu den wenigen Filmen gehören kann, die beim zweiten Mal noch stärker wirken: 9/10 Punkte.

Demolition Man (1993)

Nach einem turbulenten Tag, an dem wir den Geburtstag unseres Neffen gefeiert haben, war es am Abend eigentlich viel zu spät für einen Film. Dennoch habe ich „Demolition Man“ in den Blu-ray-Player geschoben, da mich ein Freund und Kollege erst letzte Woche wieder auf diese Lücke in meinem popkulturellen Wissen hinwies…

Demolition Man (1993)

Demolition Man (1993) | © Warner Home Video

Zurück in die Zukunft

Ach, es ist wieder einmal herrlich, wie in dem 1993er Film die nahe Zukunft des Jahres 1996 dargestellt wird. Anscheinend haben sich die Drehbuchautoren und Regisseur  Marco Brambilla hier mit den Machern von „Predator 2“ abgesprochen. Doch schon kurz darauf geht es für John Spartan (was für ein Name!) in die tatsächliche Zukunft des Jahres 2032, wo er seinem Erzfeind Simon Phoenix gegenübersteht. Sylvester Stallone und Wesley Snipes liefern sich ein überzogenes Duell und überzeugen in ihren mehr als stereotypen Rollen, die wunderbar die satirischen Elemente des restlichen Films durchbrechen. Wer hätte gedacht, dass in diesem Film die Action eher ermüdend wirkt und die aufgebaute Welt sowie Dialoge und Humor hervorstechen?

Am meisten mochte ich die an Albernheit grenzende Einführung in diese Welt ohne Schimpfwörter, Gewalt und Sex. Letztendlich ergibt sich aus dieser Prämisse eine Culture-Clash-Komödie, die immer wieder mit handfesten Action-Einlagen durchsetzt ist. Diese sind zwar packend inszeniert, können sich aber nicht gegenüber anderen 80er oder 90er Jahre Genre-Kollegen absetzen.

Fazit

Nun habe ich endlich auch diese Lücke in meinem Filmwissen geschlossen. Und ja, ich kann verstehen, dass „Demolition Man“ einen gewissen Kultstatus genießt. Aufgrund der unzähligen Anspielungen und der völlig überzogenen Darstellung der Zukunft, eignet sich der Actioner auch bestens zum wiederholten Anschauen. Hätte ich ihn bereits damals liebgewonnen, dann wäre er wohl auch bei mir in der Rotation der üblichen 80er/90er Jahre Filme gelandet. Ein großer Spaß: 8/10 Punkte.

Black Sea (2014)

Die erste Arbeitswoche nach dem Urlaub ist vorbei. Wie zu erwarten, war sie sehr anstrengend und ich freue mich nun wirklich auf das Wochenende. Nach einem kurzen Spaziergang und leckerer, selbstgemachter Calzone war es schon wieder recht spät, doch ein Film musste einfach noch sein: Die Entscheidung fiel auf „Black Sea“, der eigentlich nur deshalb den Weg in die Sammlung fand, weil wir dieses Jahr am Schwarzen Meer Urlaub gemacht hatten. Ob das eine gute Wahl war?

Black Sea (2014)

„Das Boot“ trifft „Jäger des verlorenen Schatzes“

Ich war zu Beginn wirklich erstaunt, dass man zunächst eine Art Sozialdrama zu sehen bekommt. Die Hauptfigur Robinson (gespielt von einem ausnahmsweise nicht attraktiv in Szene gesetzten Jude Law) verliert den Job und bekommt über zwei Ecken eine abenteuerliche Geschichte serviert: Ein verschollenes Nazi-U-Boot mit einem Haufen Gold an Bord, ein mysteriöser Investor und eine bunt zusammengewürfelte Crew. Fertig ist das Rezept zu einem Abenteuerfilm mit ungewöhnlichem Setting.

In der zweiten Filmhälfte jedoch, spitzen sich die Konflikte zu, so dass „Black Sea“ eher einem klaustrophobischen Thriller gleicht. Ich mochte die raue Atmosphäre auf dem alten, verkommenen U-Boot wirklich sehr. Auch die zusammengewürfelte Crew und die Aussicht nach dem großen Gewinn hatte seinen Reiz. Als die unterschwelligen Spannungen dann aber an die Oberfläche treten, wurde es mir fast schon zuviel. Der Twist wirkte zudem sehr unmotiviert und die Rettung in letzter Sekunde roch für mich zu sehr nach Deus ex machina.

Fazit

Regisseur Kevin Macdonald (u.a. „Sturz ins Leere“ oder „Der letzte König von Schottland“) hat mit „Black Sea“ einen atmosphärisch dichten U-Boot-Thriller inszeniert. Leider driftet der Film im letzten Drittel zu sehr in klischeehafte Gewässer ab, als dass er sich mit großen Genre-Klassikern würde messen können. Hat mir insgesamt dennoch wirklich gut gefallen: 7/10 Punkte.