Schöne Bescherung – OT: Christmas Vacation (1989) (WS13)

Ich sehe „Schöne Bescherung“ jedes Jahr und bespreche den Film danach auf meinem Blog. Du möchtest die komplette Dosis Griswolds? Du findest alle Besprechungen hier!

Es ist der 23. Dezember. Der letzte Arbeits- bzw. Schultag des Jahres liegt hinter uns. Die Weihnachtsvorbereitungen sind größtenteils getroffen. Was fehlt? Natürlich ein Weihnachtsfilm. Da auch in diesem Jahr der Endspurt eher stressig war, schaffen wir es einzig und alleine noch „Schöne Bescherung“ zu schauen. Ist zweifellos auch der Wichtigste unter den Weihnachtsfilmen. Damit sind wir eine Woche später dran als noch letztes Jahr. Hier also die inzwischen 14. Besprechung auf diesem Blog… 🎄🎅

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

Die schönste filmische Weihnachtstradition

Nachdem ich heute am letzten Arbeitstag des Jahres schon mit unzähligen GIFs aus dem Film um mich geworfen habe, war ich abends doch voller Vorfreude auf das Wiedersehen mit den Griswolds. Dieses Mal ist mir besonders aufgefallen, wie gut „Schöne Bescherung“ doch inszeniert ist. Umso verwunderlicher ist es, dass Regisseur Jeremiah S. Chechik danach nicht mehr so wirklich viel auf die Beine gestellt hat. Außer „Benny und Joon“ mit Johnny Depp sind mir nicht mehr viele Filme bekannt. Dafür hat er seine Nische wohl im TV gefunden und inzwischen unzählige Serienepisoden inszeniert. Was er hier in dieser Komödie auffährt, ist dagegen schon großes Kino für das Genre. Immer wieder beeindruckend.

Wir haben wieder viel gelacht, was sowohl den Slapstick-Szenen als auch dem Wortwitz, der in der Synchronfassung ebenfalls wunderbar funktioniert, zuzurechnen ist. Nun ist tatsächlich Weihnachten. Ohne „Schöne Bescherung“ wäre das Fest einfach nicht dasselbe. So geht es inzwischen nicht nur mir, denn der Film ist ja wahrlich kein Geheimtipp mehr. Filmische Weihnachtstradition. Einfach schön. 🥰

Fazit

Auch dieses Jahr ist „Schöne Bescherung“ unser einziger Weihnachtsfilm. Aber das ist schon in Ordnung so. Die letzten Tage waren einfach unglaublich voll und ich bin froh, dass es mit den Griswolds und uns auf den letzten Drücker noch geklappt hat. Bei euch hoffentlich auch! Nun kann Weihnachten kommen: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm

The Dropout – Die komplette Miniserie (2022)

Eigentlich wollte ich nach dem grandiosen „Andor“ direkt mit der Serienfortsetzung zu „Willow“ weitermachen. Doch Disney veröffentlicht die Serie im Wochenrhythmus und dahin kann ich nicht wieder zurück. Folglich habe ich mich nach einer Serie zur Überbrückung umgeschaut und bin auf „The Dropout“ gestoßen. Die Geschichte um Theranos und die Gründerin Elizabeth Holmes war mir bereits aus Dokumentationen bekannt und ich fand sie stets faszinierend. Insofern war ich sehr auf die dramatische Aufarbeitung gespannt. 🩸💉

The Dropout | © Hulu

The Dropout | © Hulu

Eine unglaubliche, wahre Geschichte unserer Zeit

Die bisherigen Dokumentationen (siehe auch Video unten), die ich bisher über Theranos und Elizabeth Holmes gesehen habe, waren eher nüchtern erzählt und haben sich auf den Betrug und die Fakten konzentriert. Die Serienfassung „The Dropout“ holt weiter aus und nimmt sich Zeit, auch Elizabeth Holmes‘ Figur ausführlicher zu charakterisieren. Ich würde beinahe so weit gehen und sagen, dass Holmes in den ersten Episoden noch sympathisch bis idealistisch gezeichnet ist. Natürlich kippt das spätestens im Mittelteil der Serie, wenn Holmes komplett größenwahnsinnig wird und ohne Rücksicht auf Verluste ihre verquere Vorstellung von unternehmerischen Erfolg über alles andere stellt. Quasi „Fake It Till You Make It: The TV Show“. Bei all dem war die Vision von Theranos grundsätzlich spannend und hätte die Technologie funktioniert, dann wäre die Geschichte ganz anders ausgegangen. Aber das ist genau die Krux daran: Die vollständige Missachtung von Wissenschaft, die eben keine Abkürzungen zulässt. In unserer kapitalistischen Gesellschaft mit Investoren, die schnell Erfolge sehen wollen, ein nicht überwindbarer Widerspruch.

Die Serie nimmt sich Zeit, um die Entwicklung von Elizabeth Holmes und Theranos im Detail zu zeichnen. Sie ist unterhaltsam, spannend, absurd und desillusionierend. Dabei wirkt die Entwicklung durchaus realistisch. Holmes wird nicht als böse Superschurkin gezeichnet, sondern eher als eine Person, die blind für ihre eigenen Fehler ist bzw. die in einer Umgebung aufwächst, in der man keine Fehler duldet. Einzig in den letzten Episoden driftet ihre Charakterisierung ein wenig ins Überzeichnete ab. Dennoch insgesamt eine absolut packende Serie, welche die Geschichte rund um Elizabeth Holmes und Theranos mitreißend dramatisiert. Amand Seyfried (bekannt z.B. aus „In Time: Deine Zeit läuft ab“) stellt die Gründerin sehr überzeugend und manisch dar. Naveen Andrews  (Sayid aus „Lost“) als Sunny hätte ich beinahe nicht wiedererkannt. Nebendarsteller wie Stephen Fry oder William H. Macy (Frank Gallagher aus „Shameless“) ergänzen den exzellenten Cast.

Fazit

Der wahre Fall hat mich schon immer fasziniert. Die dramatische Aufbereitung in Serienform hat das Interesse weiter entfacht. Es ist eine packende Geschichte und man fragt sich, was denn schief läuft in Silicon Valley. Speziell gerade jetzt, da mit Sam Bankman-Fried das nächste Wunderkind auf der Anklagebank sitzt. Immerhin war Elizabeth Holmes‘ Vision im Vergleich bemerkenswert. Es wird bestimmt nicht die letzte Geschichte dieser Art gewesen sein: 9/10 (8.6) Punkte.

Star Wars: Das Imperium schlägt zurück – OT: Star Wars: The Empire Strikes Back (1980) (WS1)

Nanu, was ist denn da los? Nachdem ich die originale „Star Wars“-Trilogie seit Jahren nicht mehr gesehen hatte, plötzlich bereits zum zweiten Mal „Star Wars: Das Imperium schlägt zurück“ innerhalb eines Jahres. Ganz konkret liegt die letzte Sichtung des Films erst acht Monate zurück. Wie es dazu kam, dass Empire erneut so schnell den Weg in mein Programm gefunden hat? ☃🚀☁

Star Wars: Das Imperium schlägt zurück (1980) | © Lucasfilm & Walt Disney

Star Wars: Das Imperium schlägt zurück (1980) | © Lucasfilm & Walt Disney

Neues Publikum, neue Filmerfahrung, neue Fragen

Es soll tatsächlich noch Menschen geben, an denen das Phänomen „Star Wars“ bisher komplett vorbeigegangen ist. Filmfreund*innen wohnt zudem stets die Tendenz inne, ihre Mitmenschen missionieren zu wollen. Beides zusammengenommen ist natürlich die perfekte Mischung. So haben es sich zwei wackere Mitstreiter*innen zur Aufgabe gemacht, einer geschätzten Kollegin George Lucas‘ Sci-Fi-Klassiker nahezubringen. Bei der Sichtung von „Star Wars: Eine neue Hoffnung“ war ich leider verhindert, doch als „Star Wars: Das Imperium schlägt zurück“ auf dem Programm stand, habe ich mich der Mission natürlich mit Feuereifer angeschlossen. So ging es abends nach dem Büro noch auf in das Heimkino eines Kollegen, wo wir uns bei leckeren Subs auf das Filmerlebnis eingestimmt haben.

Die Sichtung wurde durch vielfältige, kritische Fragen unterbrochen, welche nicht immer unbedingt in direkter Relation zur Handlung des Films (z.B. was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Galaxis und einer Galaxie?) standen. Der Bechdel-Test fand Anwendung und das Verhalten der Figuren wurde minutiös analysiert. Ich kann mit Gewissheit sagen, dass auch ich „Das Imperium schlägt zurück“ mit ganz neuen Augen gesehen habe. Vermutlich war dies nicht die Sichtung mit der allergrößten Immersion, doch mit Sicherheit eine der unterhaltsamsten.

Fazit

Es fällt mir schwer, den Film losgelöst vom Event-Charakter des Abends zu betrachten. Ich war abermals beeindruckt, wie gut der Film aus technischer Sicht gealtert ist und habe neue Perspektiven auf Handlung und Figuren gewonnen. Nun freue ich mich schon darauf, auch bei „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ wieder unerwartete Fragen zu beantworten und werde die folgende Punktzahl sowohl Publikum als auch Film zurechnen: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Uncharted (2022)

Heute war ein voller Tag: Weihnachtsbaum gekauft und aufgestellt, eine Runde durch den Schnee laufen und vorgezogener Adventskaffee mit der Oma. Abends noch zum Sport in den Keller und danach einen Ofenkäse reingezogen. Somit ging es erst spät aufs Sofa, doch ich wollte heute einen Film schauen und habe mich für „Uncharted“ entschieden. Schien mir seichter Eskapismus zu sein, was er letztendlich auch war. 🪂

Uncharted (2022) | © Sony Pictures Home Entertainment

Uncharted (2022) | © Sony Pictures Home Entertainment

Zum ersten Mal eine Ultra HD Blu-ray eingelegt

Zunächst einmal muss ich kurz auf die technischen Aspekte eingehen. Zwar besitze ich schon länger einen Ultra-HD-Blu-ray-Player und etliche Filme in diesem Format, doch bisher hat sich noch keine Sichtung ergeben. Im Stream sieht HDR zudem immer etwas totkomprimiert aus, so dass ich durchaus gespannt auf das volle Erlebnis war. Zunächst musste ich die richtigen Einstellungen finden, doch nach etwas Herumprobieren, war es ein netter Bildeindruck mit kräftigeren Farben und etwas mehr Details. Ehrlich gesagt ist der Sprung, zumindest in diesem Fall, zur Standard-Blu-ray nicht allzu groß. Kein Vergleich zum Wechsel von DVD zu Blu-ray. Dennoch nett anzusehen.

Ein wirklich unterhaltsamer Abenteuerfilm

Der Film selbst startet ziemlich abschreckend: Das Cold Opening außerhalb des Flugzeugs sah sowas von nach künstlichen CGI aus, dass ich schon das Schlimmste befürchtete. Glücklicherweise wurde der Level an Effekten danach zurückgefahren und wir erleben ein ziemlich klassisches Abenteuer, das mich durchaus an die jüngste „Tomb Raider“-Verfilmung erinnert hat. Überhaupt ein guter Vergleich, denn auch dieser Film besitzt übertriebene CGI, welche er gar nicht nötig gehabt hätte. Bei „Tomb Raider“ kenne ich die Videospielvorlage, bei „Uncharted“ nicht. Dennoch fühlt sich beides recht ähnlich an. Speziell die Verlagerung von Abenteuer hin zu immer mehr Action. Das hätte ich gerne andersrum gehabt.

Gegen Ende dreht „Uncharted“ in Sachen CGI noch einmal ordentlich auf, was den Look und die Action unglaublich generisch wirken lässt. Trotz der an sich durchaus interessanten Schauplätze. Warum muss heute jeder Film so aussehen, wie jeder andere auch nur annähernd erfolgreiche Blockbuster? Wirklich schade, denn die klassischer inszenierten Abenteuerszenen machen wirklich viel Spaß. Auch die Dynamik zwischen Nathan Drake (Tom Holland) und Sully (Mark Wahlberg) ist toll. Da stört es auch kaum, dass die Bösewichtin viel zu comichaft wirkt.

Fazit

Alles in allem hat mich „Uncharted“ wirklich gut unterhalten. Es ist eben ein 08/15-Blockbuster, der auf einem erfolgreichen Videospiel basiert. Vermutlich wird mir der Film nicht sonderlich im Gedächtnis bleiben, doch für knapp 120 Minuten war er wunderbar seichter Eskapismus. Somit gibt es knappe 7/10 Punkte.

Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia – OT: The Chronicles of Narnia: Prince Caspian (2008) (WS1)

Eine weitere Woche ist ins Land gezogen. Die Energie schwindet. Somit war ich heute schon vor dem Filmabend recht müde. Ob das am vorherigen Lauf in Eiseskälte lag? So oder so habe ich „Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia“ in den Player geschoben. Im Gegensatz zum ersten Teil habe ich die Fortsetzung bisher nur einmal gesehen und konnte mich an kaum noch etwas erinnern. Eine gute Voraussetzung? ⚔

Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia (2008) | © Walt Disney

Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia (2008) | © Walt Disney

Eine leider zu kampfwütige Fortsetzung

Es ist wirklich erstaunlich: An die erste Filmhälfte habe ich kaum noch Erinnerungen. Meine letzte Sichtung von „Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia“ liegt allerdings auch schon 13 Jahre zurück. Einzig die finale Schlachtszene ist mir noch recht präsent gewesen. Da liegt auch direkt die Krux: Im Gegensatz zum doch recht fantasievollen Vorgänger ergeht sich der zweite Teil in schwelgerischen Kampfszenen, die nahezu jede Minute des Films dominieren. Das ist nicht nur ermüdend, sondern auch schade, denn wir bekommen kaum etwas von der Welt Narnias zu sehen.

Dabei besitzt der Film durchaus Stärken und ich mochte so manche neue Figur. Speziell Peter Dinklage (bekannt als Tyrion Lannister aus „Game of Thrones“) als grummeliger Trumpkin hat mir sehr gut gefallen. Der titelgebende Prinz Kaspian dagegen bleibt erstaunlich blass. Die Bilder sind schön und die Effekte sehen deutlich besser aus als noch im ersten Teil. All das konnte den Film für mich heute jedoch nicht wirklich retten. Vielleicht war ich zu müde, vielleicht nicht richtig in Stimmung. Letztendlich ist nur nette Fantasy-Unterhaltung geblieben.

Fazit

Leider konnte mich „Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia“ heute nicht sonderlich begeistern. Auch der Zwergofant mochte den ersten Teil etwas lieber. Das Zappelinchen dagegen war ziemlich begeistert. Somit war zumindest das ein Erfolg. Kein schlechter Film, doch setzt er für mich die falschen Schwerpunkt. Inwiefern das der Vorlage geschuldet ist, kann ich allerdings nicht einschätzen: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia – OT: The Chronicles of Narnia: The Lion, the Witch and the Wardrobe (2005) (WS1)

Schon seit exakt einem Monat habe ich keinen Film mehr gesehen. Das sagt wohl ziemlich viel über die momentane Situation aus. Es ist einfach alles zu viel. Von wegen besinnliche Vorweihnachtszeit. Deshalb habe ich am heutigen Adventssonntag einen frühen Filmabend vorgeschlagen, bei dem ich „Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia“ in den Player geschoben habe. Die Kinder haben sich gefreut und auch mir hat der kurze Anflug von Eskapismus gut getan, zumal meine letzte Sichtung des Films bereits 16 Jahre zurückliegt. 🦁

Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia (2005) | © Walt Disney

Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia (2005) | © Walt Disney

Ein schönes Fantasy-Märchen mit Schwächen

Ich habe „Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia“ damals, als er ins Kino kam, ziemlich entgegengefiebert. Weil es das große Fantasy-Epos nach „Der Herr der Ringe“ werden sollte. Auch wenn C. S. Lewis und J. R. R. Tolkien durchaus verwandte Themen behandelten, so ist dieses Fantasy-Märchen jedoch deutlich kindgerechter und märchenhafter als das große Mittelerde-Epos. Auch bei der heutigen Sichtung haben mich die Schwankungen im Ton teils gestört. Dabei mag ich jeden Aspekt für sich: Das kindliche Abenteuer, der Aufbruch in das fremde Narnia und die gemütliche Atmosphäre. Dem gegenüber stehen durchaus harte Schlachtszenen und die leider kaum ausgearbeitete zeitliche Komponente, der eine gewisse Tragik innewohnt.

Inhaltlich ist „Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia“ nicht wirklich rund. Wie sieht es inszenatorisch aus? Regisseur Andrew Adamson (bekannt für „Shrek“) gestaltet liebevoll eine Welt, an der jedoch bereits der Zahn der Zeit nagt. Einige Einstellungen und Animationen sehen auch heute noch wunderbar aus, doch an etlichen Stellen sieht man den Greenscreen förmlich auf der Leinwand. Dies ist umso tragischer, da eine erweiterte Schnittfassung existiert, in der auch manche Effektszenen polierter sind. Diese hat jedoch nie den Sprung auf Blu-ray oder ins Streaming geschafft. Mein DVD-Set ist inzwischen verkauft und somit wird diese Rarität wohl für immer verschollen bleiben. Trotz der nicht mehr perfekten Effekte besitzt „Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia“ immer noch viel Charme und Magie. Gerne hätte ich mehr davon gesehen und lieber weniger Fokus auf die große Schlacht am Ende gelegt.

Fazit

Ich habe „Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia“ auch heute wieder genossen. Inzwischen weiß ich, was ich inhaltlich erwarten kann, und bin damit gut bedient. Auch die Kinder mochten den Film. Der Zwergofant fand ihn teils nur recht unheimlich. Aber so ist das oft bei neu zu entdeckenden Welten. Die beiden Fortsetzungen habe ich bisher nur einmal gesehen und ich bin gespannt, wie sie sich gehalten haben. Immer noch ein schönes Fantasy-Märchen: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Andor – Staffel 1 (2022)

Nachdem mich die letzten beiden „Star Wars“-Serien „The Book of Boba Fett“ und „Obi-Wan Kenobi“ nur bedingt zu begeistern wussten, war meine Vorfreude auf „Andor – Staffel 1“ nicht übermäßig groß. Aufgrund der guten Reviews und der Tatsache, dass ich „Rogue One: A Star Wars Story“ für den besten Film der Disney-Ära halte, war ich doch gespannt, was hier aus der Backstory des Rebellen gezaubert wurde. Nicht weniger als die bisher beste „Star Wars“-Serie. Doch ich greife vor…

Andor – Staffel 1 | © Walt Disney

Andor – Staffel 1 | © Walt Disney

Die bisher beste Serie im „Star Wars“-Universum

Ich muss sagen, dass ich trotz meiner Liebe für „Rogue One“ nie der größte Fan von Cassian Andor war. Für diese Serie hätte ich mir vermutlich auch eine komplett freie Geschichte gewünscht und eben nicht wieder das Andocken an eine populäre Figur. Zumal ich hier die Popularität ohnehin in Frage gestellt hätte. Aber nun gut. Dann also Cassian Andor. Nach der Sichtung muss ich sagen, dass mir der titelgebende Andor hier doch sehr gut gefallen hat. Dennoch frage ich mich, ob ein Titel à la „Rise of the Rebellion“ oder einfach „The Rebellion“ nicht (noch) besser funktioniert hätte. Letztendlich ist die Serie ja sehr erfolgreich und auch der Fokus auf Cassian Andor hat gut funktioniert.

Was lässt „Andor“ also über die anderen „Star Wars“-Serien hinauswachsen? Zunächst einmal, dass es sich eben nicht um die populärste Figur handelt, von der wir bereits unglaublich viel wissen. Dieser Teil des Universums fühlt sich tatsächlich frisch und neu an. Das liegt an den Figuren, aber auch an den Schauplätzen. Zudem nimmt die Serie sich und ihre Figuren ernst. Das Imperium ist wirklich beängstigend und die Rebell*innen greifen zu teils drastischen Mitteln. Dabei kommt es zu Todesfällen, die ich so nicht erwartet hätte. Es geht um etwas und das merkt man „Andor“ in beinahe jeder einzelnen Szene an. Weiterhin wirkt die Inszenierung viel realistischer als die  auf teils extrem offensichtliche Greenscreen-Effekte setzende Serie „Obi-Wan Kenobi“. Zudem spürt man das Brodeln der aufkeimenden Rebellion und speziell die finale Episode beschert uns Zuschauer*innen hier wahrlich einige Gänsehautmomente.

Fazit

Ich hätte nicht gedacht, dass mich „Andor“ (sowohl die Figur als auch die Serie) so begeistern werden würde. Am liebsten hätte ich sofort die nächste Staffel und direkt im Anschluss noch einmal „Rogue One“ geschaut. Auf diese Art und Weise kann ich mir sehr gut noch mehr Geschichten aus dem „Star Wars“-Universum vorstellen. Wirklich außergewöhnlich gelungen: 9/10 (8.5) Punkte.

The Crown – Staffel 5

In den letzten Wochen habe ich mich einer Serie zugewandt, die zuletzt von aktuellen Ereignissen eingeholt wurde. Die Rede ist von „The Crown – Staffel 5“, welche vom Tod Elizabeth II. begleitet wurde. Auch wenn ich mich nicht sonderlich für die britische Monarchie interessiere, so haben mir die ersten vier Staffeln doch ausgezeichnet gefallen. Extrem hochwertig produziert und auf den Punkt geschrieben. Konnte die fünfte Staffel diesen positiven Eindruck wiederholen? 👑

The Crown – Staffel 5 | © Netflix

The Crown – Staffel 5 | © Netflix

Neue Besetzung und altbekannte Themen

Wie bereits beim Wechsel von der zweiten auf die dritte Staffel, stand auch im fünften Jahr eine komplette Neubesetzung der Figuren an. Da meine Sichtung der bisherigen Serie schon über ein Jahr zurückliegt, war die Neubesetzung für mich kein so gewöhnungsbedürftiger Schritt, wie  beim ersten Mal als ich die Serie ohne Unterbrechung geschaut habe. Sowohl Imelda Staunton (bekannt als Dolores Umbridge aus „Harry Potter und der Orden des Phoenix“) als auch Jonathan Pryce (bekannt als High Sparrow aus der sechsten Staffel von „Game of Thrones“) sind wirklich toll als Elizabeth II. und Prinz Philip. Ungewöhnlich fand ich zunächst die Besetzung von Dominic West (bekannt als Jimmy McNulty aus „The Wire“) als Prinz Charles, doch passt auch er perfekt auf diese Rolle bzw. ich mag seine Interpretation davon. Abgerundet wird der Cast durch Elizabeth Debicki als Diana, welche mir zum ersten Mal in „TENET“ aufgefallen war.

Inhaltlich sollte ich diese Phase der Geschichte eigentlich recht gut kennen, denn die Serie deckt nun die Jahre 1991 bis 1997 ab. Allerdings habe ich mich nie wirklich für das britische Königshaus interessiert, so dass die meisten Ereignisse tatsächlich neu für mich waren. Im Zentrum steht vor allem die Beziehung bzw. Trennung von Prinzessin Diana und Prinz Charles, was ich teils ganz interessant fand, aber eben auch sehr viel Raum in der Serie einnimmt. Noch besser haben mir die begleitenden Episoden bzw. Handlungselemente gefallen. Speziell die Episode „Mou Mou“, in der Dodi Al-Fayed eingefürt wird, fand ich klasse. Wie ein abgeschlossener, kleiner Film im Rahmen dieser Serie. Auch den erzählerischen Bogen, in dessen Zentrum die Staatsyacht Britannia steht, fand ich elegant, wenn auch wenig subtil. Überhaupt ist die gesamte Staffel sehr stilsicher erzählt und nimmt sich auch Zeit für Nebenfiguren.

Fazit

„The Crown“ hat nach dem Tod Elizabeth II. viel schlechte Presse bekommen. Dabei sollte jedem klar sein, dass dies eine stark fiktionalisierte Version der Geschichte ist. Wenn man die Serie als solche sieht, dann kann man viel Spaß mit ihr haben. Starke Schauspieler*innen, extrem hochwertig produziert und mit gewissen Wiedererkennungseffekten. Da bleibt mir nur noch, mich auf die finale Staffel zu freuen: 9/10 (8.8) Punkte.

Jurassic World: Neue Abenteuer – OT: Jurassic World: Camp Cretaceous – Staffel 5

Es heißt Abschied nehmen von der ersten Serie, die ich komplett zusammen mit meinen Kindern geschaut habe. Natürlich geht es um „Jurassic World: Neue Abenteuer – Staffel 5“ und damit den Abschluss der Dino-Serie zum bekannten Franchise. Ich kann schon einmal verraten, dass der Abwärtstrend, der in der vierten Staffel begonnen hat, leider fortgeführt wird. 🦖🤖

Jurassic World: Neue Abenteuer – Staffel 5 | © Netflix

Jurassic World: Neue Abenteuer – Staffel 5 | © Netflix

Ein durchwachsenes und doch schönes Finale

Wir befinden uns weiterhin auf der Insel mit den bösen Robotern und erinnern uns daran, dass Kenjis Vater plötzlich aufgetaucht ist. Er ist das Mastermind hinter all dem Technik-Schnick-Schnack und will, wie wir bald erfahren, ferngesteuerte Dinosaurier erschaffen. Ja, richtig gelesen. Dinos, die sich mit einem Videospiel-Controller steuern lassen. Das war dann auch das Handlungselement, das bei mir für Augenrollen gesorgt hat. Ich mochte ja schon die Roboter aus der vierten Staffel nicht, doch hier ging die Serie dann noch einen Schritt zu weit in die falsche Richtung. Zumindest für mich.

Auf der Habenseite steht weiterhin die Dynamik zwischen den Kindern bzw. Jugendlichen. Speziell dass Yaz und Sammy ein Paar werden fand ich toll. Für meine Kinder war das auch das Normalste der Welt und ich finde es schön, dass solche Handlungsstränge inzwischen beinahe schon beiläufig erzählt werden (übrigens: boykottiert die WM in Katar, spätestens jetzt). Besonders gelungen fand ich auch die letzte Episode, wenn wir einen Blick auf die liebgewonnenen Charaktere nach einem Zeitsprung von ein paar Jahren werfen. Das hat sich wirklich nach einem runden Abschluss angefühlt und so manches Ärgernis der Staffel in den Hintergrund rücken lassen. Insgesamt für mich dennoch die schwächste der fünf Staffeln:

  1. „Jurassic World: Neue Abenteuer – Staffel 3“ (8.1 Punkte)
  2. „Jurassic World: Neue Abenteuer – Staffel 2“ (7.9 Punkte)
  3. „Jurassic World: Neue Abenteuer – Staffel 1“ (7.5 Punkte)
  4. „Jurassic World: Neue Abenteuer – Staffel 4“ (7.3 Punkte)
  5. „Jurassic World: Neue Abenteuer – Staffel 5“ (6.7 Punkte)

Fazit

Vermutlich ist es gut, dass die Serie nun ihr Ende findet, auch wenn meine Kinder das anders sehen. Insgesamt war sie für mich eine positive Überraschung, da ich mir davor kein kindgerechtes Jurassic-World-Setting hätte vorstellen können. Aber die Serie hat funktioniert, was vor allem an den tollen Figuren liegt. Ein schöner Abschluss zu einer durchaus sehenswerten Serie: 7/10 (6.7) Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Avatar: Aufbruch nach Pandora – Kinofassung (2009) (WS2)

Weil der Kinostart des zweiten Teils kurz bevor steht, haben wir uns beim heutigen Filmabend noch einmal „Avatar: Aufbruch nach Pandora“ angesehen. Zum ersten Mal mit den Kindern und zum ersten Mal die 3D-Fassung in den heimischen vier Wänden. Da der Film trotz (oder wohl eher aufgrund) seines Erfolgs viel Hass und Häme erfährt, kann ich in der folgenden Besprechung vielleicht erläutern, warum er mir immer noch ausgesprochen gut gefällt. 🏹🌍

Avatar: Aufbruch nach Pandora (2009) | © 20th Century Studios

Avatar: Aufbruch nach Pandora (2009) | © 20th Century Studios

Ein unwahrscheinlicher Kinoerfolg

Ich kann mich nur wiederholen: Bis heute kann ich nicht verstehen, warum ausgerechnet dieser Film 2009 so viele Menschen, inklusive mich, ins Kino gezogen hat. Bei James Camerons „Titanic“ war der Erfolg für mich nachvollziehbarer. Eben eine massenkompatible Geschichte in einem Genre, das für jeden Zuschauertyp geeignet war. „Avatar“ dagegen ist doch eher ziemlich spezifische Genrekost und wartet gerade im ersten Drittel mit recht harter Sci-Fi und Kriegsästhetik auf. Eher typisch für den James Cameron der 1980er Jahre. Damals war er zwar auch erfolgreich, aber doch eher für ein bestimmtes Publikum. „Avatar: Aufbruch nach Pandora“ hat dagegen die ganze Welt gesehen. Ein Grund dafür ist bestimmt die, inzwischen auch von vielen gehasste, 3D-Technik, die „Avatar“ wie kaum ein zweiter Film einzusetzen weiß. Selbst auf meinem eher überschaubaren 60-Zoll-Fernseher sieht der Film damit unglaublich immersiv und beeindruckend aus. So gut hat das kein(e) zweite(r) Regisseur*in hinbekommen.

Bei der Technik sind sich die meisten Zuschauer*innen noch einig und können „Avatar“ ein gewisses Erfolgsmerkmal attestieren. Inhaltlich sieht die Sache schon anders aus: „Pocahontas“ im Weltraum, „Die Schlümpfe“ in gigantisch usw. sind so die typischen Dinge, die man gerne im Zusammenhang mit „Avatar“ liest. Tatsächlich gewinnt die Geschichte keine Innovationspreise, doch ist die Art des Storytellings tatsächlich etwas Besonderes: James Cameron gestaltet Jake Sullys Weg unglaublich immersiv und mitreißend. Häufig blicken wir direkt durch seine Augen und lernen Pandora durch eben diese kennen. Das Pacing funktioniert perfekt und es gibt etliche Setups mit Payoff. Die Struktur von „Avatar“ funktioniert einfach wie eine gut geölte Maschine. Neben der imposanten Technik ist dies bestimmt einer der Hauptaspekte, warum der Film so erfolgreich war.

Pandora wirkt wie ein lebendiger Planet

Warum ich persönlich so viel Freude an „Avatar“ habe, liegt wohl tatsächlich am typischen Cameron-Sci-Fi-Look mit harten Marines, dreckigen Mechs, High-Tech-Kommandozentralen und 80er-Jahre-Bösewichten. Als hätte er den Look von „Aliens: Die Rückkehr“ ins neue Jahrtausend geholt. Daneben mag ich den Kontrast zur organischen Welt Pandoras: Der Planet sieht auch heute, 13 Jahre(!) nach Erscheinen, noch unglaublich gut aus: Flora und Faune scheinen zu leben und zu atmen. Die Na’vi sehen nicht aus wie Computerfiguren, sondern wirken unfassbar realistisch. Gerade auch im Zusammenspiel mit den menschlichen Akteuren und der harten Technik. Neben all dem mag ich auch die simple Botschaft des Films: Der Mensch beutet die Ressourcen eines Planeten aus und zerstört diesen dabei. Längst leben wir in dieser Realität und haben es dennoch nicht begriffen. Das kann man der Menschheit, und sei es nur den Kinobesucher*innen, gar nicht oft genug erzählen.

Fazit

Nein, ich verstehe immer noch nicht, wie man „Avatar“ teils mit soviel Abscheu begegnen kann. Auch wenn ich immer noch nicht ganz begreife, warum gerade dieser Film so erfolgreich war. Ich habe jede Minute genossen und hätte gerne noch mehr Zeit auf Pandora verbracht. Leider jedoch gibt es den Extended Collector’s Cut nicht in 3D. Die Kinder waren extrem begeistert und dies war wohl auch der erwachsenste Film, was Gewaltlevel und Gesamtkonzept angeht, den ich bisher mit ihnen gesehen habe. Nun freuen wir uns alle schon auf „Avatar: Der Weg des Wassers“, den wir hoffentlich gemeinsam im Kino sehen können werden: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)