Parks and Recreation – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 7)

Nach „The Americans“ habe ich nun auch das zweite Seriengroßprojekt abgeschlossen und der inhaltliche Unterschied könnte nicht größer sein: „Parks and Recreation“ stammt, wie auch „The Office“, „Brooklyn Nine-Nine“ oder „The Good Place“, aus der Feder von Michael Schur. Es ist auch nicht meine erste Sichtung und ich habe die ersten fünf Staffeln damals bereits kurz nach der Ausstrahlung gesehen. Nun jedoch endlich erstmals die komplette Geschichte rund um Leslie Knope und Co. 🏛️

Parks and Recreation | © NBC

Parks and Recreation | © NBC

Ein wenig über vier Monate habe ich für die Sichtung der sieben Staffeln von „Parks and Recreation“ gebraucht und ich kann schon einmal vorausschicken, dass ich die Serie so sehr vermissen werde, wie schon lange keine mehr. Die Figuren sind mir unfassbar ans Herz gewachsen und das Geld für die Blu-ray-Komplettbox (siehe Foto unten) war eine der besten Investitionen im Film- und Serienbereich der letzten Jahre. Schon alleine aufgrund der unfassbar witzigen Extras. Doch nun ab nach Pawnee:

Staffel 1: Welcome to Pawnee!

Die erste Staffel von „Parks and Recreation“ ist mit sechs Episoden sehr knapp bemessen und gibt dennoch einen recht guten Einblick darauf, was uns in den kommenden Jahren erwarten wird. Der Humor mag noch nicht ganz so ausgefeilt sein und die Charaktere noch nicht so gut entwickelt – und doch blitzt an so mancher Stelle schon die absurde Genialität durch, welche die Serie im weiteren Verlauf bestimmen soll. Gerade Leslie Knopes Verbissenheit ist großartig und steht in komplettem Gegensatz zum Anlass ihrer überbordenden Aktivität, nämlich aus einer verwaisten Baugrube einen Park zu machen. Noch nicht perfekt, aber doch ein sehr gelungener Einstieg: 8/10 (8.2) Punkte.

Staffel 2: Völlig absurd und doch vertraut

Während der zweiten Staffel findet „Parks and Recreation“ nahezu komplett seine Erfolgsformel. Einzig Mark Brendanawicz fühlt sich teils noch wie ein Fremdkörper an. Vermutlich weil die Figur danach nicht mehr in der Serie auftauchen wird und meine Erinnerungen von der Erstsichtung an ihn schon verblasst sind. Andy bekommt einen deutlich größeren Part, was gerade im Zusammenspiel mit April großartig funktioniert. Neben Starlord immer noch meine liebste Rolle von Chris Pratt und Aubrey Plaza ist ohnehin fantastisch in dieser Serie. Auch die anderen Figuren entwickeln sich konsequent weiter und man findet hier, speziell bei Leslie und Ron, genau das richtige Level an völlig absurden Charakterzügen und doch viel Herz. Mit dem Erscheinen von Chris (großartig gespielt von Rob Lowe, bekannt aus „The West Wing“) und Ben (Adam Scott, bekannt aus „Party Down“), findet das Ensemble letztendlich so zusammen, wie ich es von der Erstsichtung in Erinnerung habe: 9/10 (9.0) Punkte.

Staffel 3: Mit Li’l Sebastian zur Großartigkeit

Nun hat „Parks and Recreation“ endgültig seinen Groove gefunden. Die Figuren harmonieren perfekt zusammen und die Geschichten werden einfach immer besser. Aufgrund der verkürzten Anzahl von nur 16 Episoden wirken diese insgesamt noch hochwertiger. Alles in Vorbereitung auf das Harvest Festival ist schon ganz großes Kino, doch als es danach mit der Beziehung zwischen Leslie und Ben richtig losgeht, Andy und April heiraten und Tom erst in der Snakehole Lounge und später mit Entertainment 7Twenty immer verrücktere Geschäftsideen aus dem Hut zaubert, dann läuft die Serie zur Höchstform auf. Von der Absurdität rund um Li’l Sebastian und Chris‘ Ansätzen, frischen Wind in das Amt zu bringen, einmal ganz zu schweigen. All das ist großartig und ich kann nicht erwarten, mehr davon zu sehen: 9/10 (9.3) Punkte.

Staffel 4: Wahlkampf mit Leslie Knope

In der vierten Staffel dreht sich alles rund um Leslies Kandidatur für den Stadtrat. Speziell steht hier das Thema Wahlkampf auf kommunaler Ebene im Fokus und dieser wird so absurd ausgetragen, wie man es sich für „Parks and Recreation“ erwartet. Speziell Bobby Newport (brillant gespielt von Paul Rudd, bekannt aus „Ant-Man“) als Kontrahent ist eine herrlich überzogene Figur. Doch auch alle anderen Figuren laufen im vierten Jahr erneut zur Höchstform auf und es sind einige Episoden dabei, in denen ein Highlight das nächste jagt. Die Autor*innen schaffen es dabei wunderbar, ihre Figuren, trotz aller Albernheiten, nicht der Lächerlichkeit preiszugeben, sondern sie emotional zu erden. Diese gelungene Gratwanderung ist es auch, welche „Parks and Recreation“ so großartig macht: 9/10 (9.2) Punkte.

Staffel 5: Leslies Abenteuer im Stadtrat

Schon bei der ersten Sichtung dieser Staffel hatte ich das Gefühl, dass die Serie leicht abgebaut hat. Nicht viel, aber doch so sehr, dass es mir aufgefallen ist. Dabei besitzt auch die fünfte Staffel, speziell im Mittelteil, herausragende Episoden, wie „Two Parties“, „Emergency Response“ oder „Leslie and Ben“. Wirklich schlecht fand ich keine Folge, doch bei 22 Episoden kann nicht jede ein Highlight sein. Was nach fünf Jahren wirklich beeindruckend ist: Die Figuren entwickeln sich konsequent weiter, ohne jedoch ihren Kern zu verlieren. Es werden neue (und alte) Beziehungen geschmiedet und, was mir am besten gefallen hat, selbst Nebenfiguren wie Jerry wird noch einmal eine ganz neue Ebene gegeben. Was soll ich sagen? Ich bin jetzt schon traurig, nur noch zwei Staffeln von „Parks and Recreation“ vor mir zu haben. Diese sind jedoch komplett neu für mich. Wenn diese so gut, wie das fünfte Jahr sind, dann bin ich mehr als zufrieden: 9/10 (8.9) Punkte.

Staffel 6: Von Pawnee in die weite Welt

Die sechste Staffel von „Parks and Recreation“ ist die erste, die ich zuvor noch nicht gesehen hatte. Entsprechend gespannt war ich, wie sich Leslies Karriere als Stadträtin weiterentwickelt. Mit dem Zusammenschluss von Pawnee und Eagleton gibt es auch einen inhaltlichen Fokus, der für allerlei Turbulenzen sorgt. Ansonsten steht die Staffel im Zeichen von Reisen (so geht es nach London, Paris und San Francisco) und Veränderungen: Ann und Chris verlassen im Laufe der Staffel Pawnee und auch die Zukunft von Leslie und Ben ist relativ unklar. Das Staffelfinale hätte auch sehr gut ein Serienfinale sein können und der angedeutete Sprung in die Zukunft verspricht für neuen Wind zu sorgen: 9/10 (9.0) Punkte.

Staffel 7: Ein herzergreifender Abschied

Die finale Staffel hat nur 13 Episoden. Viel zu wenig hätte ich vermutet, doch letztendlich ist das genau die richtige Laufzeit, denn im Grunde ist die gesamte siebte Staffel ein einziges, groß angelegtes Finale. Davor gibt es zwar noch einen Handlungsstrang, bei dem sich Leslie und Ron als Kontrahenten gegenüberstehen, doch wird dieser Streit in der wundervollen Episode „Leslie and Ron“ aufgelöst, welche eines der vielen Highlights der Staffel darstellt. Danach beginnt der Abschiedsreigen in der nahen Zukunft (wir befinden uns in der finalen Staffel im Jahr 2017; sie wurde 2015 veröffentlicht). Jede wichtige Figur bekommt noch eine Abschiedsfolge spendiert und in der finalen Doppelfolge wird dann noch einmal 20+ Jahre nach vorne gesprungen. Dies hat mich sehr an „Six Feet Under“ erinnert, wenngleich die Stimmung natürlich weniger traurig und bittersüß daherkommt, sondern überaus optimistisch und herzergreifend. Eben wie Leslie Knope. Das perfekte Ende für diese großartige Serie: 9/10 (8.9) Punkte.

A Parks and Recreation Special

Im Jahr 2020, sprich in der Hochphase der Corona-Pandemie, hat NBC eine Spezialepisode von „Parks and Recreation“ veröffentlicht, die unsere liebgewonnenen Figuren mitten in der Pandemie zeigt. Natürlich stilecht in Form eines Video-Calls. Es treten alle bekannten Charaktere auf, selbst Nebenfiguren wie Jean-Ralphio. Das alles ist nett anzusehen, doch wirkt die gesamte Episode eher wie eine Spielerei, zumal auch die Corona-Themen (Quarantäne, mentale Gesundheit, Händewaschen usw.) ziemlich plakativ angesprochen werden. Am ehesten noch Edutainment für Fans der Serie. Hat Spaß gemacht,  zählt insgesamt aber zu den schwächeren Episoden: 8/10 Punkte.

Fazit

Was liebe ich diese Serie! Für mich eine der ganz großen Comedy-Serien, die erstaunlicherweise über ihre sieben Staffeln auch nicht qualitativ abgebaut hat. Zudem ist sie extrem gut gealtert und es ist so toll mit Amy Poehler eine extrem witzige Schauspielerin im Lead zu sehen. Überhaupt ist der Cast wunderbar vielfältig und man wird in ein paar Jahren nicht so auf diese Serie blicken, wie heute z.B. auf „Friends“ (auch wenn ich die Serie aus anderen Gründen immer noch liebe). Doch ich schweife ab. Also besucht Pawnee, nehmt alle Blooper-Episoden mit und habt einfach eine fantastische Zeit: 9/10 (8.9) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

21 Gedanken zu “Parks and Recreation – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 7)

  1. Ich habe direkt beim Lesen Tränen in den Augen, weil ich alles so unterschreiben kann. Auch bei mir Prädikat Lieblingsserie ❤️ – und ich bin dir ewig dankbar, dass du immer wieder auf deinem Blog und in Kommentaren diese Serie erwähnt hast und ich mir daraufhin die Komplettbox gekauft habe. 🙏🤗

    PS: Wo gibt es denn die Corona-Episode zu sehen?

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    • Sehr gerne! Freut mich, dass die Serie bei dir auch so ins Schwarze getroffen hat. Hast du auch die Extras gesehen? Falls nicht, die lohnen sich wirklich. Gerade die Blooper zu jeder Staffel.

      Google mal danach. Bin auf Reddit fündig geworden. Ansonsten melde dich mal. 🙂

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  2. Solche Serien *schnüff* werden heute einfach nicht mehr gemacht *schnüff*. Schade auch, dass man von der wunderbar komischen Amy Poehler nichts mehr sieht (was übrigens in gleichem Maße für Tina Fey (30Rock) gilt).
    Ach ja, auch hier nochmal, obwohl ich es getwittert habe:
    Ron Swanson verdient all unsere Liebe.

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    • Da kann ich dir nur zustimmen. War großartig und momentan gibt es keine aktuelle Comedy, die ich schaue. „30 Rock“ vermisse ich auch. Die beiden könnten ja mal Ende Serie zusammen machen oder? Am besten noch mit Ron Swanson.

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