The Goldbergs – Season 4

Mit diesem Artikel verlasse ich vorerst einmal wieder die bunten 1980er Jahre. Nachdem ich die sympathische Fernsehfamilie ein halbes Jahr begleitet habe, fällt mir der vorläufige Abschied von „The Goldbergs – Season 4“ schwer. Ein Ende der Serie ist glücklicherweise noch nicht in Sicht, doch die Veröffentlichungen auf DVD werde rar. Ich hoffe, dass dies nur eine Frage der Zeit ist…

The Goldbergs – Season 4 | © Sony Pictures Home Entertainment

The Goldbergs – Season 4 | © Sony Pictures Home Entertainment

Ein Kondensat der Popkultur der 80er Jahre

Was hat sich im Vergleich zur dritten Staffel geändert? Nicht viel und das ist gut so. Adam F. Goldberg ist noch weiter zum Teenager herangewachsen, ohne dabei jedoch seine Nerdigkeit zu verlieren. Dies sorgt immer wieder für herrliche Momente und als Kind der 80er Jahre, das auch heute noch einen starken Bezug zur Popkultur hat, muss man sich in der Welt der Serie einfach wohlfühlen: Ob „The Breakfast Club“, „Knight Rider“, „Howard the Duck“ oder „Karate Kid“ – die popkulturellen Referenzen sind wieder einmal großartig. Neben diesen großen Themen gibt es unzählige kleine Anspielungen, die oft auch nur im Hintergrund erkennbar sind oder in Dialogen in Erscheinung treten. Das macht die Serie unglaublich sympathisch und greifbar.

Auch wenn die humorvollen und mit popkulturellen Zitaten gespickten Anekdoten weiterhin im Zentrum stehen, so wäre „The Goldbergs“ nicht „The Goldbergs“, wenn es nicht auch herzergreifende Momente gäbe. Die Kinder werden alle älter und verlassen so langsam das Nest. Gerade das Staffelfinale, in dem Erica ihren Auszug vorbereitet, ist sehr emotional. Diese Mischung macht die Serie auch so besonders: Eine echte Familienserie mit starkem Comedy-Fokus, die auch inhaltlich und formal ein wenig an die Serien der 80er erinnert. In bestem Sinne altmodisch und doch modern inszeniert. Gerade Patton Oswalt als Erzähler fängt die richtige Stimmung perfekt ein.

Fazit

Es schmerzt mich sehr, die Goldbergs zu verlassen. Das Stück Feel-Good-TV, das am Ende eines harten Tages wartet. Wo die Welt noch in Ordnung ist. Dabei gibt es schon zwei weitere Staffeln. Eine DVD-Veröffentlichung ist jedoch noch nicht in Sicht. Das macht mich traurig. Jedoch hatte ich bereits viel Spaß mit dieser famosen Serie und möchte sie euch trotz Trennungsschmerz unbedingt ans Herz legen: 9/10 (9.3) Punkte.

The Goldbergs – Season 3

Oh nein, nun habe ich schon das dritte Jahr mit meiner neuen Lieblings-TV-Familie verbracht. Das heißt nach „The Goldbergs – Season 3“ bleibt vorerst nur eine Staffel übrig. Puh, das wird hart! Ganz anders als diese wunderbare Serie, die mich abermals bestens unterhalten hat. Wie eine Zeitmaschine in die durch Steven-Spielberg-Filme verklärten 80er Jahre…

The Goldbergs – Season 3 | © Sony Pictures Home Entertainment

The Goldbergs – Season 3 | © Sony Pictures Home Entertainment

Stimmbruch, Schnurrbärte und „Dirty Dancing“

Schon in der ersten Episode der Staffel merkt man, dass Hauptdarsteller Sean Giambrone im Vergleich zum Vorjahr einen deutlichen Sprung in Richtung Pubertät gemacht hat. Dies hat zur Folge, dass auch seine Serienfigur Adam Goldberg mitten im Stimmbruch steckt und immer mehr mit den Herausforderungen des Heranwachsens zu kämpfen hat. Dies sind manchmal recht plakative und offensichtliche Dinge, manchmal dagegen wunderbar emotionale Gegebenheiten, bei denen man als Zuschauer merkt, dass Adam das Kindsein noch nicht ganz hinter sich lassen will. In diesen Momenten hat mich die Serie immer wieder voll erwischt. Gerade weil ich solche Beobachtungen auch schon bei meinen eigenen Kindern gemacht habe.

Neben den ernsteren und emotionalen Themen, bietet auch das dritte Jahr von „The Goldbergs“ wieder etliche popkulturelle Anspielungen: Von „Risky Business“ über „Nummer 5 lebt!“ bis „Dirty Dancing“ ist alles dabei. Auch die inzwischen etablierten Insider-Gags leben weiter und es ist eine große Freude, Beverly und Murray Goldberg bei ihren verzweifelten und liebevollen Versuchen zu begleiten, ihre Kinder auf den richtigen Weg zu führen. Das alles ist zwar sehr typisch für Familien-Comedys, aber steckt hier deutlich mehr Herz dahinter, als bei 08/15-Sitcoms.

Fazit

Auch wenn es nur Nuancen sind, so hat mir das dritte Jahr mit „The Goldbergs“ noch einmal besser gefallen als die ersten beiden Staffeln. Ich liebe das Gefühl, das die Serie verströmt, den unschuldigen Humor und die emotionalen Elemente. Durch den Einsatz popkultureller Referenzen sowie den Bezug zur eigenen Kindheit des Autoren, weht ein frischer Wind durch diese wundervolle Retro-Serie: 9/10 (9.2) Punkte.

The Goldbergs – Season 2

Kaum zu glauben! Nur ein knapper Monat ist ins Land gezogen und schon habe ich „The Goldbergs – Season 2“ durchgeschaut. Dabei habe ich mich noch zurückgehalten, denn ich hätte die Staffel problemlos an ein paar Abenden verschlingen können. Die Goldbergs zaubern mir einfach stets ein Lächeln ins Gesicht… ❤

The Goldbergs – Season 2 | © Sony Pictures Home Entertainment

The Goldbergs – Season 2 | © Sony Pictures Home Entertainment

Popkultur-Referenzen der 80er in Perfektion

Kennt ihr dieses mollig warme Gefühl, das einem manche Serien vermitteln? „The Goldbergs“ hat dies zweifellos zu bieten. In Hülle und Fülle. Dabei sind es nicht nur die wunderbar in die Handlung eingewobenen Popkultur-Referenzen der 80er, sondern vor allem die Dynamik innerhalb der Familie Goldberg selbst. Wusste mich schon die erste Staffel der Serie zu begeistern, so bin ich im zweiten Jahr noch viel mehr in dieser wunderbaren Fernsehfamilie angekommen. Ich verstehe die Insider-Gags, kann über individuelle Charaktereigenschaften lachen und mit den Figuren mitfühlen.

Der Filmliebe unseres Erzählers Adam Goldberg ist es zu verdanken, das wir wunderbar persönliche Anekdoten zu Klassikern der 80er Jahre, wie „Ferris macht blau“ oder „Die Braut des Prinzen“, erleben dürfen. Das hebt die Serie für mich auch deutlich über andere Comedy-Serien dieser Art. Hinzu kommt der emotionale Kern, der in all den wunderbaren Charakteren der Familie Goldberg liegt.

Fazit

Was soll ich sagen? Bis auf ein paar nur sehr gute Episoden, bietet die zweite Staffel von „The Goldbergs“ ein Komplettpaket an famoser Unterhaltung. Schade nur, dass die Serie hierzulande ein Schattendasein fristet. Sie sollte stets in einem Atemzug mit „Wunderbare Jahre“ genannt werden. Also schaut euch die Serie an und sprecht darüber. Es sollten mehr Serienfans Beverly, Murray, Erica, Barry, Adam und Pops kennen: 9/10 (9.0) Punkte.

A Fat Wreck (2016)

Die Frau ist strawanzen, die Kinder sind im Bett. Hole ich die Gitarre raus und klampfe ein wenig oder schaue ich einen Film? Letztendlich habe ich mich für ein Mittelding entschieden und mir die Dokumentation „A Fat Wreck“ auf Prime Video angesehen. Ich bin neulich schon darüber gestolpert und war erstaunt, dass dies tatsächlich Thema für eine Doku sein kann. Als Jugendlicher dachte ich stets, meine drei Freunde und ich seien die einzigen, die diesen Sound mögen. Aber er ist ein Phänomen…

A Fat Wreck (2016) | © Something Kreative Studios

A Fat Wreck (2016) | © Something Kreative Studios

Der Soundtrack meiner Jugend

Was für ein Nostalgie-Flash! Ab und zu höre ich auch heute noch in die Songs meiner Jugend rein, doch so geballt NOFX, Lagwagon, No Use for a Name, Me First and the Gimme Gimmes, Propagandhi, Less Than Jake, Face to Face, Wizo usw. zu hören oder in Interviews zu sehen war einfach krass. Damals war diese Musik, zumindest in meinem Freundeskreis, komplett in der Nische und man wurde dafür immer etwas komisch angeschaut. Die meisten der Bands kannte ich auch von den Fat-Music-Compilations, weshalb mir selbst das Label Fat Wreck Chords ein Begriff war. Die Grenze zum anderen großen Punk-Rock-Label Epitaph Records war mir jedoch nie so bewusst. Nun diese Bands in größerem Zusammenhang zu sehen, und das nach all den Jahren, war eine kleine Offenbarung.

Die Doku ist dabei nicht neutral, sondern wurde eindeutig von Fans geschrieben und inszeniert. Dennoch kommen gerade im letzten Drittel auch ein paar kritische Stimmen zu Wort und für den Zuschauer ergibt sich ein ganz gutes Bild, wie die Dynamik bei Fat Wreck Chords wohl in den Goldenen Jahren war. Nach der sogenannten ersten Generation hatte ich auch kein Kontakt mehr zu dem Label und neuere Bands wie Rise Against sagen mir nichts mehr. Der Eindruck, den Fat Mike mit seinem Label in den prägenden Jahren (eben den 90ern) auf mich gemacht hat, bleibt jedoch unbestritten.

Fazit

Wenn euch Fat Wreck Chords nichts sagt, ihr mit melodischem Punk-Rock nichts anfangen könnt, dann könnt ihr euch diese Doku sparen. Solltet ihr jedoch einen ähnlichen musikalischen Hintergrund haben wie ich, dann schaut euch „A Fat Wreck“ an. Stark von Nostalgie geprägte 9/10 Punkte.

My Scientology Movie (2015)

Nach einer anstrengenden Arbeitswoche, anstrengenden Kindern und weiterhin andauernder Fastenzeit (sprich immer noch kein Alkohol), kommt das Wochenende gerade recht. Mit „My Scientology Movie“ habe ich einen Dokumentarfilm in den Player geschoben, der schon lange auf meiner Liste stand. Ob er an andere Überraschungen aus dem Genre, wie „Searching for Sugarman“, anschließen kann?

My Scientology Movie (2015) | © Altitude Film Distribution

My Scientology Movie (2015) | © Altitude Film Distribution

Leider kein intimer Einblick in die Sekte

Ich liebe die Art und Weise, wie Louis Theroux seine Dokumentarfilme aufzieht. Durch seine ruhige und bedächtige Art ist es ihm schon gelungen, das Vertrauen von teils ungewöhnlichen bis abstoßenden Gemeinschaften zu gewinnen. In seiner bekannten Dokumentation „The Most Hated Family in America“ hat er z.B. die Westboro Baptist Church begleitet und führende Mitglieder vor die Kamera bekommen. Die Interviews, die er führt, sind unglaublich packend und legen die völlig abstrusen Gedankengänge der Mitglieder dieser Sekte offen. Etwas Ähnliches hatte ich mir auch von „My Scientology Movie“ erhofft, jedoch blieb Louis Theroux hier der Zugang verwehrt.

Um dennoch eine Geschichte für seinen Dokumentarfilm zu haben, interviewt er einige ehemalige Mitglieder von Scientology und dreht Schlüsselszenen ihrer Aussagen mit Schauspielern nach. Dies ist ein spannendes Konzept, das für so manch einen Aha-Moment sorgt, jedoch wirkt es leider auch wie Plan B. Eine schwächere Alternative, weil er keinen direkteren Zugang zum Machtzentrum der Sekte bekommen hat. Am stärksten ist der Film in den Szenen, in denen Louis in direkter Konfrontation mit einigen Scientologen ist und versucht diesen gewisse Aussagen zu entlocken. Leider lassen sich diese Begegnungen an einer Hand abzählen, so dass der gewünschte Einblick größtenteils ausbleibt.

Fazit

Auch wenn mich „My Scientology Movie“ insgesamt enttäuscht hat, so ist der Dokumentarfilm doch wirklich unterhaltsam. Die gezeigten Einblicke geben zudem einen guten Eindruck, um was für eine seltsam verquere Parallelgesellschaft es sich hier handelt. Leider nicht die beste Theroux-Doku, doch Fans des Briten dürften auch damit ihre Freude haben: 7/10 Punkte.

Brooklyn Nine-Nine – Season 2

Auch wenn ich die letzten Wochen nur wenig zum Fernschauen gekommen bin, so habe ich doch immerhin alle paar Abende eine Episode von „Brooklyn Nine-Nine – Season 2“ gesehen, was mir so manchen Lacher zu später Stunde beschert hat…

Brooklyn Nine-Nine – Season 2

Cop-Comedy in Perfektion

Meine Sichtung der ersten Staffel liegt über zwei Jahre zurück, so dass ich anfangs befürchtet hatte, mich nicht wieder in die Welt von „Brooklyn Nine-Nine“ einzufinden. Diese Sorge war jedoch unbegründet, denn die Charaktere sind so überzogen und doch sympathisch gezeichnet, dass man sich sofort wieder in dieser verrückten Welt zu Hause fühlt. Natürlich sind die bearbeiteten Fälle völlig nebensächlich: Wie bei jeder guten Workplace-Comedy stehen die Charaktere und ihre Beziehungen untereinander im Mittelpunkt. Die Schauspieler sind extrem spielfreudig und die Autoren wissen ihre Stärken in den Drehbüchern geschickt einzusetzen. Eine wirklich runde Sache, bei der die 20 Minuten jeder einzelnen Episode wie im Fluge vergehen.

Fazit

Ich hatte wieder viel Spaß mit dieser Truppe rund um Captain Raymond Holt und Detective Jake Peralta. Enorm viel Spaß. Allerdings hatte ich auch das Gefühl, dass nicht sonderlich viel hängen bleibt. Das macht aber auch nichts, denn als Comedy-Happen zwischendurch, gibt es zurzeit wohl kaum eine bessere Serie als „Brooklyn Nine-Nine“: 8/10 (8.3) Punkte.

K2: Siren of the Himalayas (2012)

Im vergangenen Herbst haben der Film „Everest“ und Jon Krakauers Buch „In eisige Höhen: Das Drama am Mount Everest“ mein Interesse an den Besteigungen der Achttausender geweckt. Nach dem Mount Everest ist nun der zweithöchste Berg auf meinem Radar gelandet: Aktuell lese ich „Kein Weg zurück: Leben und Sterben am K2“ und somit war es nur eine Frage der Zeit, bis die entsprechenden Dokumentarfilme mein Interesse wecken würden. Den Anfang macht „K2: Siren of the Himalayas“, den es in Originalsprache auf Amazon Prime zu sehen gibt…

Regisseur Dave Ohlson hat im Jahr 2009 den Kniff gewählt, eine Besteigung exakt 100 Jahre nach dem Versuch des Herzogs der Abruzzen zu dokumentieren. Dabei greift er auf Originalaufnahmen der 1909er Expedition zurück, was für eine faszinierende Gegenüberstellung sorgt. Im Gegensatz zu anderen Dokumentarfilmen über das Klettern, wie z.B. „Sturz ins Leere“ oder auch „Meru“, steht das menschliche Drama nicht im Vordergrund. Auch die 2009er Expedition wird sehr detailliert begleitet und man ist vom Basislager bis zum endgültigen Versuch den Gipfel zu erreichen live dabei.

Die Bilder sind famos und für mich war es spannend, bedeutende Fixpunkte auf dem Weg zum Gipfel, wie den Flaschenhals, aus nächster Nähe zu sehen zu können. Die drei porträtierten Bergsteiger Gerlinde Kaltenbrunner, Fabrizio Zangrilli und Jake Meyer sind charismatische Persönlichkeiten, denen es glaubhaft und nachvollziehbar gelingt, ihre ganz persönliche Faszination an dieser gefährlichen Sportart zu vermitteln.

Insgesamt hat mir „K2: Siren of the Himalayas“ sehr gut gefallen, was vor allem meiner persönlichen Faszination für die Achttausender und ihre Bezwinger zuzuschreiben ist. Demnächst folgt noch „The Summit“, der die Tragödie von 2008 dokumentiert, welche auch Inhalt des Buches ist, das ich gerade lese. Ihr werdet mich also noch ein wenig durch das Karakorum begleiten dürfen: 8/10 Punkte.

Extreme Frontiers: USA (Charley Boorman’s USA Adventure)

Einmal mehr habe ich mich mit Charley Boorman auf eine Reise begeben. Dieses Mal galt es die „Extreme Frontiers: USA“ zu bestehen. Ob mich „Charley Boorman’s USA Adventure“ wieder mehr begeistern konnte, als sein Ausflug nach Südafrika, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Erneut wird die mehrere Wochen umspannende Tour in nur vier 40-minütigen Episoden abgehandelt. Charley springt von Abenteuer zu Abenteuer, wobei die eine Hälfte (speziell tatsächliche Herausforderungen in der Natur) durchaus spannend ist, die andere dagegen (Ausflüge in die Schwerindustrie) dagegen eher dröge und nicht sonderlich interessant. Hinzu kommt ein Inszenierungsstil, der sich zu sehr dem zappenden TV-Publikum anbiedert. Da mochte ich die ruhigen Reisepassagen seiner „By Any Means“-Reihe doch lieber, aber dort hatten er und sein Team ja auch doppelt so viel Sendezeit zur Verfügung.

Ich hatte durchaus Spaß mit Charley Boorman die USA zu bereisen, doch im Vergleich zu z.B. Stephen Frys USA-Reise wirkt der Trip erschreckend oberflächlich. Da wäre wirklich mehr drin gewesen und ich würde mir für die nächste Route tatsächlich eine Variation des Formats wünschen. Für Fans dennoch sehenswert: 6/10 Punkte.

Parenthood – Season 6

Jeder bekennende Fan von TV-Serien kennt dieses Gefühl der Leere, wenn die letzten Episoden einer geliebten Show über den Bildschirm flimmern. Im Fall von „Parenthood – Season 6“ war es für mich besonders hart, begleitet mich die Serie doch schon seit 2010 und damit ziemlich exakt seit der Geburt unseres Zappelinchens. Thematisch hätte mich die Serie somit zu keinem passenderen Zeitpunkt abholen können, zumal sich innerhalb der letzten sechs Jahre auch die restliche Familienkonstellation verändert hat – es sind Familienmitglieder dazu gekommen und gegangen. Familie eben. Kein Wunder also, dass auch der Abschied von den Bravermans so schwer fällt…

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Mit nur 13 Episoden fällt die finale Staffel der beständig von der Absetzung bedrohten Serie wieder sehr kurz aus – und schließt somit den Kreis zum ersten Jahr. Es ist auch die Staffel, die sich inhaltlich wohl am meisten von den anderen absetzt, gab es zu Beginn doch einen Zeitsprung, der die Weiterentwicklung aller Charaktere zeigt. Wie bereits schon in der fünften Staffel, scheint mir der Fokus auf die ältere Generation noch einmal stärker geworden zu sein. Gesundheitliche Probleme bei Zeek und der Umgang der Kinder damit, ließen bei mir Erinnerungen an die eigenen Eltern und Großeltern wach werden. Die Themen der Serie sind einfach sehr nah dran am Leben vieler Mitdreißiger – ob man will oder nicht. Daneben gibt es jedoch weiterhin etliche Handlungsstränge, die sich mit speziellen Themen beschäftigen und sowohl die für die Serie typisch idealisierte Familienatmosphäre aufrecht erhalten sowie für zusätzliches Drama sorgen. Ein volles Paket also für eine halbe Staffel.

Tatsächlich hatte ich zum ersten Mal Schwierigkeiten in die Staffel einzusteigen. Da ich direkt und ohne Unterbrechung weitergeschaut habe, waren der Zeitsprung und die damit einhergehenden Veränderungen zur vorhergehenden Staffel vielleicht zu groß. Gerade bei einer so kurzen Staffel nicht die beste Voraussetzung, doch nach den ersten vier Episoden war ich dem Charme der Bravermans wieder komplett erlegen. War die Serie schon seit jeher stark auf Emotionen und durchkomponierte Montagen des Familienlebens ausgelegt, haben die letzten vier Episoden diesen Stil noch einmal auf die Spitze getrieben: Da blieb bei mir öfter kein Auge trocken. Ich kenne tatsächlich nur wenige Serien, die bei mir emotional so ins Schwarze treffen. Manchen mag das zu viel sein (doch die schauen ohnehin nicht sechs Staffeln dieser Serie), für mich war es jedoch der perfekte Ausstieg – und damit schafft es die sechste Staffel, trotz des holprigen Anfangs, sich vor dem ersten und dem fünften Jahr zu platzieren, obwohl wirklich ausnahmslos jede Staffel ziemlich großartig ist:

  1. „Parenthood – Season 3“ (9.5 Punkte)
  2. „Parenthood – Season 2“ (9.4 Punkte)
  3. „Parenthood – Season 4“ (9.3 Punkte)
  4. „Parenthood – Season 6“ (9.2 Punkte)
  5. „Parenthood – Season 1“ (9 Punkte)
  6. „Parenthood – Season 5“ (9.0 Punkte)

Am Ende bleibt, wie bereits erwartet, eine gewisse Leere zurück. Der Abschied von länger gelaufenen Serien fällt ja immer schwer, doch bei dieser hier ist es besonders schlimm. Eine Serie, die nicht auf Action, Mord und Totschlag setzt, sondern eher unaufgeregt von den alltäglichen Dingen erzählt. Die positive Botschaften vermittelt und doch auch schwierige Themen anspricht. „Parenthood“ wird eine Lücke im Serienkosmos hinterlassen und es wird schwer werden, diese zu füllen. Es ist auch eine der wenigen Drama-Serien, bei denen ich mir gut vorstellen kann, die Reise noch einmal anzutreten. Denn auch dann wird es sich sicher wieder anfühlen, wie nach Hause kommen: 9/10 (9.2) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Parenthood – Season 5

Unglaubliche dreieinhalb Jahre hat es gedauert, bis ich eine meiner erklärten Lieblingsserien weiterschauen konnte. Doch seit ein paar Wochen befindet sich die komplette Serie (ganz klassisch auf DVD) in meinem Besitz und tatsächlich konnte ich es nicht erwarten, endlich „Parenthood – Season 5“ anzugehen – und ja, es war war wirklich wie nach Hause kommen. Ich hatte die Bravermans vermisst und weiß jetzt schon, dass der Abschied nach der finalen Staffel schwer werden wird. Doch nun erst einmal zum turbulenten fünften Jahr…

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Die Serie hatte über ihre gesamte Laufzeit mit der drohenden Absetzung zu kämpfen. Somit gab es nur zwei Staffeln mit komplett 22 Episoden – zu diesen gehört auch die fünfte Staffel. Vielleicht liegt es auch an den vielen Episoden, dass die Staffel teils ein wenig vollgestopft und so manche Charakterentwicklung zu sprunghaft wirkt. Speziell der Handlungsstrang um Julias und Joels Trennung hat durchaus öfter an meinen Nerven gezehrt. Nicht weil dieser schlecht geschrieben wäre, sondern weil noch so viel nebenbei passiert, dass ich das Gefühl hatte, den Charakteren wird zuwenig Freiraum gegeben, um ihre Entscheidungen für den Zuschauer nachvollziehbar zu begründen. Ist das einigermaßen verständlich?

Abseits von diesem Kritikpunkt habe ich mich jedoch maßlos gefreut, dass ich so lange an dieser Staffel hatte. Hach. Die Serie ist einfach wunderbar in ihrer Emotionalität. Ich musste mehrmals ein Tränchen verdrücken, habe gelacht, mich mit den Bravermans gefreut und mit ihnen gelitten. Die Mischung aus Drama und Komödie funktioniert dabei wieder außergewöhnlich gut und der Übergang ist meist subtil. Es ist ein idealisiertes Familienleben, das jedoch nicht ohne Probleme und Schwierigkeiten charakterisiert wird. Vermutlich erkennt man als Familienmensch etliche Szenen wieder, würde sich wünschen, dass es in der eigenen Familie auch so wäre und ist doch froh, die dramatischen Entwicklungen nicht mitmachen zu müssen.

Nach meiner Sichtung dieser vorletzten Staffel fällt es mir schwer, meine liebsten Handlungsstränge zu benennen. Die meisten Geschichten haben mir wirklich sehr gut gefallen. So auch der Wahlkampf von Kristina um das Amt des Bürgermeisters von Berkeley. Oder die Gründung des Luncheonette-Labels samt Verstrickungen rund um egozentrische Musiker und das Zusammenspiel zwischen Crosby und Adam. Auch sehr schön fand ich, dass Zeek und Millie einen bedeutsamen Handlungsstrang spendiert bekommen haben, dessen Ende äußerst emotional für alle Beteiligten ist. Ein sehr rundes Ende, das auch als Serienfinale gut funktioniert hätte. Am schwächsten fand ich dagegen, wie schon erwähnt, die Entwicklungen von Julia und Joel sowie Amber und Ryan. Aber das ist jammern auf extrem hohem Niveau.

Für mich ist „Parenthood“ nach wie vor eine fantastische Serie, die das Thema Familie wunderbar warmherzig und doch realistisch erzählt. Die tollen Schauspieler (unter anderem Lauren Graham und Peter Krause) tragen ihren Teil dazu bei, dass man einfach nicht anders kann als sich bei den Bravermans wohl zu fühlen. Nun gibt es nur noch 13 Episoden und mich graust es jetzt schon vor dem Abschied. Eine wirklich herausragende Serie der „Friday Night Lights“-Macher: 9/10 (9.0) Punkte.