Weeds – Staffel 1 bis 5

Heute gibt es die Besprechung einer nur teilweise geschauten Serie. Nachdem ich bereits 2019 hoffnungsvoll mit „Weeds“ begonnen hatte, haben sich bereits während der 5. Staffel deutliche Abnutzungserscheinungen gezeigt. Die sechste Staffel ist dann endgültig unter den magischen Wert von 6 Punkten im Bewertungsschnitt gefallen. Dennoch hat mir die Serie in den ersten Staffeln viel Spaß gemacht und ich möchte euch meine Besprechung deshalb nicht vorenthalten:

Weeds | © Sony Pictures Home Entertainment

Weeds | © Sony Pictures Home Entertainment

Als Showtime-Serie nimmt „Weeds“ oft kein Blatt vor den Mund und setzt bewusst auf sexuelle Anspielungen und Gewalt. Im Gegensatz zu anderen Serien des Senders (z.B. „Shameless“) wirkt das hier teils aufgesetzt und zu gewollt. Gerade in den späteren Staffeln. Die ersten vier Serienjahre fand ich jedoch sehr unterhaltsam:

Staffel 1: Der Start einer großen Karriere 🚬

In der ersten Staffel lernen wir Nancy Botwin (gespielt von Mary-Louise Parker) kennen, die nach dem Tod ihres Mannes auf unkonventionelle Art und Weise versucht Geld zu verdienen. Als zu Beginn noch unerfahrene Gras-Dealerin nimmt sie einiges in Kauf, um ihren und den Lebensstandard ihrer beiden Kinder zu halten. Schon bald kommt es im gar nicht mal so beschaulichen Agrestic, ein klischeehafter US-Vorort, jedoch zu diversen Komplikationen. Soviel zur groben Handlung. Die eigentliche Stärke der Serie ist jedoch die Kombination aus Satire auf amerikanische Middle-Class-Vorort-Idylle, Familienserie und Crime-Drama. Weit noch nicht perfekt, aber stets unterhaltsam: 8/10 (7.5) Punkte.

Staffel 2: Ausbau der Geschäftsbeziehungen 🤷‍♀️👨‍✈️

Während der zweiten Staffel steht der Ausbau diverser Geschäftsbeziehungen im Mittelpunkt. Gerade Nancys Beziehung zu Peter, dem DEA-Agenten, stellt sich als zentraler Konfliktherd heraus. Doch auch die Nebenschauplätze sind ordentlich turbulent, was in Affären, religiösen Eklats und allerlei (angedrohter) Gewalt mündet. Die Charaktere werden dabei immer mehr mit einer Hintergrundgeschichte ausgestattet, was es einfacher macht, mit ihnen zu mitzufiebern. Dennoch wirken die diversen Handlungsstränge noch nicht komplett ausgewogen oder konzentriert erzählt. Aber das macht vielleicht auch den Charme der Serie aus: 8/10 (7.5) Punkte.

Staffel 3: Das Ende einer Ära 🔥

In der dritten Staffel wird es eng für Nancy: Plötzlich sieht sie sich mit einem echten Gangster konfrontiert, der sie für seine Zwecke einspannt. Aber auch diese Bedrohung verläuft aufgrund von Nancys Unbekümmertheit eher im Sand, sprich am Ende ist alles so wie gehabt. Überhaupt bewegen sich alle Handlungsstränge in dieser Staffel gefühlt sehr auf der Stelle. Das ist nicht unbedingt negativ zu sehen, denn die Serie hat ihren Rhythmus inzwischen gefunden, doch insgesamt war mir die Handlung ein wenig zu redundant. Gegen Ende spitzen sich diverse Bedrohungen jedoch zu und es sieht tatsächlich so aus als würde in der nächsten Staffel eine komplett neue Richtung eingeschlagen. Was gibt es sonst noch zu berichten? Matthew Modine (u.a. bekannt für „Die Piratenbraut“) und Mary-Kate Olsen (der eine Teil der Zwillinge aus „Full House“) haben größere Gastauftritte. Nun wird es Zeit für Änderungen: 7/10 (7.4) Punkte.

Staffel 4: Neue Stadt, neue Probleme 🏘

Nach dem harten Schnitt am Ende der dritten Staffel, geht es für einen Teil unserer Figuren in eine neue Stadt. Somit gibt es nicht nur eine neue Umgebung, sondern auch neue Familienmitglieder, Gegenspieler und Geliebte. Für mich waren diese Neuerungen nach drei doch sehr ähnlichen Staffeln eine willkommene Abwechslung. Die Vergangenheit holt Nancy natürlich schneller ein als ihr lieb sein kann, doch trotz bekannter Versatzstücke hatte ich wirklich das Gefühl, dass es endlich vorwärts geht. Auch die Nebenfiguren bekommen mehr zu tun und alles ist dennoch sinnvoll mit Nancy und ihrem florierenden Geschäft verknüpft. Auch wenn sie in dieser Staffel wieder viel fremdgesteuert ist, kann sie durch ihre naiv-smarte Art überzeugen. Für mich ein längst überfälliger Schritt in eine neue Richtung. Somit konnte mich das vierte Jahr von „Weeds“ bisher am meisten überzeugen: 8/10 (7.6) Punkte.

Staffel 5: Der Einzug der Soap-Opera 🧼

Die fünfte Staffel verhält sich zur vierten, wie die dritte zur zweiten, sprich: alles bleibt beim Alten. Was zunächst noch frisch gewirkt hat und für neue Aspekte sorgte, verkommt schnell zu nur allzu bekannten Mustern: Die Soap-Opera-Aspekte nehmen zu und es kommt zu völlig abstrusen Charakterentwicklungen. Gerade die Beziehung zwischen Nancy und Esteban wirkt nicht nur unsympathisch, sondern lässt auch die zuvor starke Hauptfigur unglaublich schwach erscheinen. Alles was außenrum passiert, besitzt durchaus Unterhaltungswert. Gerade Andy mag ich als Figur immer noch wirklich gerne und seine Beziehung zu Alanis Morissettes Ärztin entwickelt eine schöne Dynamik. Die Geschichte rund um Celia dagegen war mir zu comichaft übertrieben. In der Gesamtbetrachtung durchaus unterhaltsam, aber so langsam aber sicher machen sich doch Abnutzungserscheinungen bemerkbar: 6/10 (6.4) Punkte.

Fazit

Ich habe „Weeds“ nach der fünften Staffel abgebrochen bzw. nach ca. der Hälfte der sechsten Staffel. Mir wurde das alles zu albern und überdreht. Die Charaktere entwickelten sich in seltsame Richtungen und ich konnte einfach nicht mehr viel mit der Serie anfangen. Das soll aber den Unterhaltungswert der ersten vier Staffeln nicht schmälern. Eine durchaus witzige Serie, der jedoch im späteren Verlauf leider die Luft ausgeht: 7/10 (7.3) Punkte.

2 Gedanken zu “Weeds – Staffel 1 bis 5

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