Hook (1991)

Puh, was für ein Tag. Eigentlich wollte ich gegen 16 Uhr in den Feierabend gehen, doch es gab immer noch etwas zu tun, so dass ich erst gegen 18 Uhr ins Wochenende starten konnte. Umso mehr habe ich mich auf den Filmabend gefreut: Nachdem wir vor zwei Wochen die Disney-Version von „Peter Pan“ geschaut hatten, stand heute endlich die inoffizielle Fortsetzung „Hook“ auf dem Programm. Ein Film, der mir persönlich extrem viel bedeutet. Umso gespannter war ich auf die heutige Sichtung… 🏴‍☠️

Hook (1991) | © Sony Pictures Home Entertainment

Hook (1991) | © Sony Pictures Home Entertainment

Filmgewordene Nostalgie in Reinform

„Hook“ als Film habe ich in meinem bisherigen Leben vielleicht viermal gesehen. Inklusive der heutigen Sichtung. Also gar nicht so häufig. Aber ich habe als Kind die Hörspielkassette besessen – und diese ist bei mir rauf und runter gelaufen. Ich kann das Hörspiel (hier auf YouTube) heute noch mitsprechen. Es hat einen famosen Erzähler und war ungekürzt zur Filmfassung. Noch heute beschwört die Geschichte bei mir ein ganz besonderes Gefühl, was nicht nur meiner besonderen Beziehung zum Film geschuldet ist, sondern auch am Inhalt liegt: Hier geht es in erster Linie um das Erwachsenwerden, das Vergessen der Kindheit, den beständigen Kampf zwischen Verantwortung und Spaß. Prioritäten im Leben und dem, was man seinen eigenen Kindern mitgeben möchte. All das verpackt Steven Spielberg in einen kunterbunten Abenteuerfilm, der jedoch stets das große Gefühl zelebriert. Ein ungewöhnlicher Film, den damals leider nicht viele zu schätzen wussten.

Nüchtern betrachtet besitzt der Film auch eine seltsame Struktur: Es dauert über eine halbe Stunde, bis es endlich ins Nimmerland geht und noch länger bis Peter Banning wieder zu Peter Pan wird. Nimmerland ist eine einzige große Kulisse und dies sieht man dem Film auch in jeder Einstellung an (was das angeht hat er mich etwas an Ridley Scotts „Legende“ erinnert). Dadurch wirkt die abenteuerliche Insel einerseits sehr haptisch, andererseits aber auch unwirklich und wie eine Theaterbühne. Weiterhin schwankt die Geschichte stark im Ton zwischen extrem albern und kindlich bis hin zu grausam und traurig. Doch all das funktioniert für mich unglaublich gut und ich konnte gerade aus heutiger Sicht sehr mit Peter (toll gespielt von Robin Williams) mitfühlen. Es ist eine nostalgische Geschichte, an deren Ende jedoch die Zukunft und Zuversicht gewinnt. Das sieht man auch nicht alle Tage.

Fazit

Ich glaube teils hat es meine Kinder etwas verstört, dass ich jeden Dialog mitsprechen konnte. Dennoch hatten beide viel Spaß mit dem Film. Speziell die verlorenen Jungs und ihre Angriffe auf Kapitän Hook haben ihnen viel Freude bereitet. Ich selbst habe viel in Nostalgie geschwelgt und die neue Perspektive als Vater genossen. Einfach ein Film, zu dem ich immer wieder sehr gerne zurückkehre und eine Geschichte, die mir extrem viel bedeutet. Vielleicht nicht perfekt, doch ein Lieblingsfilm: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Peter Pan (1953)

Gestern Abend war ich nach meinem langen Lauf ziemlich platt. Die Kinder hatten dennoch Lust auf einen Filmabend und da es schon spät war, hat sich die Wahl des Films nach der Laufzeit gerichtet. Mit Disneys „Peter Pan“ ist somit einmal mehr ein Klassiker in den Player gewandert, der uns viel Freude bereitet hat…

Peter Pan (1953) | © Walt Disney

Peter Pan (1953) | © Walt Disney

Wunderbar altmodisches Animationskino

Ich habe zu „Peter Pan“ von Walt Disney keine besonders enge Beziehung. Die Welt rund um den Jungen, der nie erwachsen werde will, Captain Hook und Nimmerland ist mir vor allem durch Steven Spielbergs „Hook“ ein Begriff. Das zugehörige Hörspiel habe ich als Kind unzählige Male gehört und kann den Film bis heute mitsprechen. Die Disney-Version von J. M. Barries Geschichte hatte ich zuvor höchstens ein- oder vielleicht zweimal gesehen. Demzufolge war ich auch sehr gespannt, inwiefern es diesem 67 Jahre alten Film gelingen würde, unsere Kinder mitzureißen.

Es ist beeindruckend zu sehen, wie modern und ausgefeilt die Animation wirkt. Kein Wunder, hat Disney doch bereits damals auf eine Art von Motion-Capture-Technik zurückgegriffen, indem die meisten Szenen inklusive Ausstattung und wichtigster Set-Elemente abgedreht und nachgezeichnet wurden. Man kann sogar die Schauspieler in den Gesichtern der gezeichneten Figuren erkennen. Am meisten merkt man an den Songs und dem Ton, dass der Film schon etliche Jahre auf dem Buckel hat. Diese wirken heute ein wenig aus der Zeit gefallen. Meine Kinder haben übrigens viel gelacht und sich an der abenteuerlichen Geschichte erfreut. Insofern ein voller Erfolg. Der nächste Schritt ist dann „Hook“, der mir persönlich deutlich mehr bedeutet.

Fazit

Auch wenn „Peter Pan“ für mich persönlich nicht der große Disney-Klassiker ist, so hatte ich doch viel Spaß damit. Gerade aus technischer Sicht ist der Animationsfilm eine Meisterleistung und ich kann Filmfreunden nur die Making-of-Dokus ans Herz legen: 8/10 Punkte.

Mein Lotta-Leben: Alles Bingo mit Flamingo! (2019)

Heute beginnen auch für mich endlich die Ferien. Eigentlich Pfingstferien, auch wenn das Wetter eher an den Herbst erinnert. Heute Abend durfte sich das Zappelinchen einen Film aussuchen und ihre Wahl ist auf „Mein Lotta-Leben: Alles Bingo mit Flamingo!“ gefallen, den sie eigentlich schon im Kino sehen wollte. Nun läuft der Film auf Prime Video und somit war die Gelegenheit günstig… 🦩

Mein Lotta-Leben: Alles Bingo mit Flamingo! (2019) | © LEONINE

Mein Lotta-Leben: Alles Bingo mit Flamingo! (2019) | © LEONINE

Ein wundervoll inszenierter Kinderfilm

Ähnlich wie „Gregs Tagebuch“ sind auch die „Mein Lotta-Leben“-Bücher angereichert mit Comic-Elementen. Im Gegensatz zur Verfilmung von „Gregs Tagebuch“ hat Regisseurin Neele Leana Vollmar dieses Stilmittel jedoch viel organischer in ihren Film übernommen. Überhaupt ist „Mein Lotta-Leben: Alles Bingo mit Flamingo!“ formal eine Wucht: Die Kameraführung ist lebendig, Sets und Kostüme wirken wunderbar natürlich und die jungen Schauspielerinnen sind allesamt famos. Der Humor zündet und überhaupt ist diese Coming-of-Age-Komödie so bezaubernd frech, dass es einfach eine Freude ist. Herrlich!

Leider jedoch kann die Geschichte nicht mit den positiven Aspekten mithalten. Ja, im Grunde geht es um die Freundschaft zwischen Lotta und Cheyenne, doch dem Gegenüber steht die Handlung rund um Popstar Marlon, welche viel zu sehr ausgewälzt wird. Für die Kinder war das durchaus ein großer Spaß, doch ich hätte nicht so viel davon sehen müssen. Zumal die Moral von der Geschichte am Ende doch ein wenig aufgesetzt wirkt. Aber nun gut, dafür gab es davor viele gar wunderbare Szenen. Unterbrochen haben wir den Film übrigens nur einmal aufgrund dieses wunderschönen, doppelten Regenbogens:

Irgendwie passend für den Film, finde ich. 🌈

Fazit

„Mein Lotta-Leben: Alles Bingo mit Flamingo!“ besitzt richtig starke Elemente und ich hätte gerne einen Punkt mehr gegeben. Doch am Ende hat mich die Geschichte nicht so wirklich packen können. Es sind letztendlich aber wirklich tolle Ansätze vorhanden und es ist definitiv ein Film, den man mit seinen Kindern wunderbar zusammen schauen kann: 7/10 Punkte.

Harry Potter und der Stein der Weisen – OT: Harry Potter and the Philosopher’s Stone – Extended Cut (2001) (WS1)

Endlich ist Wochenende und dann noch ein langes. Hurra! Am späten Nachmittag waren wir noch eine Runde radeln, doch danach wurde der Wunsch nach einem Filmabend laut. Nachdem speziell der Zwergofant in letzter Zeit verstärkt das Hörbuch hört, fiel die Wahl auf „Harry Potter und der Stein der Weisen“ (erstmals im Extended Cut). Eigentlich hätte ich vermutet, dass die Filmreihe noch zu gruselig für ihn ist, doch da er die Geschichte bereits in Teilen kennt und seine gleichaltrigen Cousins den Film schon gesehen haben. Warum also nicht? 🧙‍♂️

Harry Potter und der Stein der Weisen (2001) | © Warner Home Video

Harry Potter und der Stein der Weisen (2001) | © Warner Home Video

Hat der Film wirklich 19 Jahre auf dem Buckel?

Ich kann mich noch so gut daran erinnern, wie ich mit 19 Jahren dann eben doch mal in dieses angesagte Kinderbuch reingelesen habe. Zwei Jahre später kam der Film in die Kinos und natürlich musste ich eine der ersten Vorstellungen besuchen. Seitdem habe ich jeden Band bei der Veröffentlichung der englischsprachigen Ausgabe verschlungen und auch jeden Film im Kino gesehen. Umso unfassbarer ist es für mich, dass seit meiner ersten Begegnung mi „Harry Potter und der Stein der Weisen“ bereits 19 Jahre vergangen sind. Selbst meine letzte Sichtung liegt bereits 13 Jahre zurück. Eigentlich auch logisch, ist dieses Franchise inzwischen doch ein weltweites Phänomen, das mit „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ sogar eine Spin-off-Reihe bekommen hat. Umso erfreulicher, wie naiv und kindlich Chris Columbus‘ Einstieg in die Welt der Magie doch aus heutiger Sicht wirkt.

Ja, man merkt „Harry Potter und der Stein der Weisen“ sein Alter an. Die Effekte sind teils ziemlich in die Jahre gekommen, das HD-Bildmaterial ist nicht übertrieben scharf, sondern wirkt angenehm analog, und der Film nimmt sich Zeit für den Aufbau seiner Geschichte. Vermutlich wird dies noch einmal durch den Extended Cut verstärkt, der tatsächlich nur mit Nebensächlichkeiten erweitert wurde (siehe Schnittbericht). Wie befürchtet hatte der Zwergofant gegen Ende ziemlich Angst, was aber auch verständlich ist, denn gerade das Finale dreht enorm an der Spannungsschraube. Mit den folgenden Teilen werden wir definitiv noch ein paar Jahre warten. Selbst das schwer beeindruckbare Zappelinchen war nach dem Film sichtlich mitgenommen.

Fazit

Mir hat „Harry Potter und der Stein der Weisen“ bei der heutigen Sichtung wieder richtig gut gefallen. Für mich macht speziell John Williams‘ famoser Score 90% der Atmosphäre aus. Wirklich herausragend. Ich freue mich schon sehr darauf, wenn wir in ein paar Jahren zur kompletten Saga zurückkehren werden: 8/10 Punkte.

Gregs Tagebuch 3: Ich war’s nicht! – OT: Diary of a Wimpy Kid: Dog Days (2012)

Heute haben sich die Kinder einmal wieder einen Filmabend gewünscht. Tatsächlich konnten sich beide auf „Gregs Tagebuch 3: Ich war’s nicht!“ einigen, was speziell den Zwergofanten doch einiges an Überwindung kostete, da er gruselige Szenen im Film befürchtet hat. Dazu jedoch später mehr… 👻

Gregs Tagebuch 3: Ich war's nicht! (2012) | © 20th Century Fox

Gregs Tagebuch 3: Ich war’s nicht! (2012) | © 20th Century Fox

Inzwischen fast schon zu übertriebener Klamauk

Nachdem uns der erste und auch der zweite Teil der Reihe recht gut gefallen hat, war ich auch guter Dinge, was „Gregs Tagebuch 3: Ich war’s nicht!“ angeht. Tatsächlich ist der Film wieder eine typische Fortsetzung und bietet mehr von allem: Mehr absurde Witze, mehr ausgelotete Grenzen in Richtung Ekelhumor und mehr Fremdschämen. Auch wenn ich die Geschichte immer noch durchaus sympathisch fand, so verkommen die Charaktere doch immer mehr zu Karikaturen. Das war in den beiden Vorgängern teils auch schon so, doch inzwischen war es mir fast ein wenig viel des Guten. Meine Kinder hat das jedoch weniger gestört und sie haben sich beide blendend amüsiert.

Bei der Szene am Lagerfeuer (siehe Szenenbild oben) gab es dann einen Schockeffekt und das Zappelinchen hat so laut geschrien und ist vom Sofa gesprungen, dass wir gar nicht mehr wussten, wo oben und unten ist. Unfassbar. So geht es normalerweise nur mir bei Horrorfilmen. Das wird ein Spaß, wenn wir in ein paar Jahren zusammen die ersten Gruselfilme erkunden… 😁

Fazit

Insgesamt hat uns auch „Gregs Tagebuch 3: Ich war’s nicht!“ gut unterhalten. Da der vierte Teil komplett neu besetzt wurde und noch um einiges flacher sein soll, werden wir die Reihe wohl damit auch beenden. Wer Kinder im Schulalter hat, die vielleicht sogar die Vorlage kennen, der kann ruhig einmal reinschauen: 6/10 Punkte.

October Sky (1999)

Der erste Weihnachtsfeiertag ist vorüber: Wir haben viel gegessen, uns gut unterhalten und die Kids haben sich an ihren Geschenken erfreut. Dennoch waren wir froh als der Trubel vorüber war und wir uns aufs Sofa fallen lassen konnten. Eigentlich stand heute die Auffrischung der neuen „Star Wars“-Trilogie auf dem Programm, doch darauf hatten wir wenig Lust, weshalb der mir noch unbekannte „October Sky“ in den Player gewandert ist. Eine exzellente Wahl… 🚀

October Sky (1999) | © Capelight Pictures

October Sky (1999) | © Capelight Pictures

Ein famoser, biografischer Coming-of-Age-Film

Manchmal ist es komisch. Normalerweise habe ich von einem Film zumindest schon einmal gehört, bevor ich ihn mir kaufe und ins Regal stelle. Bei „October Sky“ hat mich jedoch nur das schöne Mediabook von Capelight Pictures (siehe unten) sowie die grobe Prämisse des Films gelockt. Ich war mir bisher sogar immer sicher, dass „Donnie Darko“ der erste bedeutende Auftritt von Jake Gyllenhaal auf der großen Leinwand gewesen ist. Jedoch weit gefehlt! In „October Sky“ spielt er Homer Hickam, der in einer Bergbaustadt in den USA der 1950er Jahre seinen Traum verfolgt und Raketenwissenschaftler wird. Warum hatte ich zuvor noch nie von dem Film gehört? Ich kann es mir nicht erklären, erzählt er doch eine wundervoll universelle Coming-of-Age-Geschichte, die zudem auf wahren Begebenheiten beruht.

Regisseur Joe Johnston (u.a. „Captain America: The First Avenger“) inszeniert seinen Film völlig unaufgeregt und ohne aufgesetzte Überraschungen. Dieser Aspekt ist vielleicht auch die einzige Schwäche des Films: Er verläuft bis zum Happy End ziemlich genau so, wie man es auch erwarten würde. Das Leben scheint eben tatsächlich die besten Geschichten zu schreiben. Somit wirkt alles nicht neu, aber handwerklich absolut sauber erzählt und inszeniert. Am Ende musste ich sogar ein paar Tränen verdrücken. Wieso noch einmal hatte ich zuvor noch nie von dem Film gehört?

Fazit

„October Sky“ ist eine wundervolle Coming-of-Age-Geschichte mit schöner Botschaft und vielen Emotionen, was auch an Mark Ishams mitreißendem Score liegt. Wenn euch meine Besprechung den Film auch nur im Geringsten verkauft, dann schaut unbedingt einmal rein. Ihr werdet es nicht bereuen: 8/10 Punkte.

Gregs Tagebuch 2: Gibt’s Probleme? – OT: Diary of a Wimpy Kid: Rodrick Rules (2011)

Der Tag heute war hart. So richtig hart. Entspannung war also dringend nötig. Die Frau richtet heute zudem einen Mädelsabend aus, sprich ich habe mich mit den Kindern in den Keller zurückgezogen und einen Filmabend veranstaltet. In den (alten) Player und auf den (kleinen) TV ist „Gregs Tagebuch 2: Gibt’s Probleme?“ gewandert, was speziell beim Zappelinchen, die etliche Bücher der Reihe kennt, für Begeisterung sorgte. Auch ich hatte mich nach dem netten ersten Teil auf die Fortsetzung gefreut…

Gregs Tagebuch 2: Gibt’s Probleme? (2011) | © 20th Century Fox

Gregs Tagebuch 2: Gibt’s Probleme? (2011) | © 20th Century Fox

Ein gelungener zweiter Teil der Reihe

Schon nach ein paar Szenen haben wir uns sogleich wieder zu Hause gefühlt: Alle bekannten Figuren sind wieder dabei, die Schauplätze sind größtenteils identisch und auch inhaltlich baut „Diary of a Wimpy Kid: Rodrick Rules“ konsequent auf seinem Vorgänger auf. Im Zentrum der Geschichte steht Gregs Verhältnis zu seinem großen Bruder Rodrick, welches recht typisch für Geschwister ist. Eben nicht immer einfach. Daran ändern auch diverse Bestechungsmaßnahmen der Mutter nichts. Wie sich die beiden dennoch zusammenraufen bildet grob das Handlungsgerüst des Films. Das ist weder sonderlich spektakulär noch innovativ erzählt, aber eben nett anzuschauen und wirklich unterhaltsam. Eben Coming-of-Age für die jüngere Generation.

Während der Sichtung habe ich einen lustigen Effekt festgestellt: Sowohl das Zappelinchen als auch insbesondere der Zwergofant haben zum ersten Mal erlebt, was Fremdschämen bedeutet. Dabei muss man sich anscheinend genauso hinter einem Kissen verstecken, wie bei gruseligen Szenen. Ist es nicht fantastisch, wie intensiv Kinder Filme noch erleben? ❤

Fazit

„Gregs Tagebuch 2: Gibt’s Probleme?“ ist eine typische Fortsetzung mit netten Ideen und schöner, wenn auch platter, Botschaft. Mir hat er mindestens so gut gefallen, wie sein Vorgänger. Auch der dritte Teil steht bereits im Regal und ich weiß jetzt schon, wer bald nach dem nächsten Filmabend fragen wird: 7/10 Punkte.

Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt! – OT: Diary of a Wimpy Kid (2010)

Neulich sind wir darauf gekommen, dass es von einer der beliebtesten Buchreihen des Zappelinchens auch mehrere Verfilmungen gibt. Somit habe ich „Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt!“ und seinen Nachfolger kurzerhand gebraucht bestellt und erhielt dennoch zwei brandneue Blu-rays. Jackpot! Ob man das von dem Film auch behaupten kann, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🤓

Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt! (2010) | © 20th Century Fox

Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt! (2010) | © 20th Century Fox

Eine comichafte Coming-of-Age-Geschichte

Ich selbst kenne die Bücher nur vom Durchblättern und dachte tatsächlich stets, dass es sich um eine deutsche Buchreihe handelt. Jedoch weit gefehlt: „Diary of a Wimpy Kid“ ist anscheinend ein weltweites Phänomen und so ist es auch nicht verwunderlich, dass es sich bei der Verfilmung um eine US-Produktion mit durchaus bekannten Schauspielern, wie Chloë Grace Moretz (u.a. „Let Me In“) oder Steve Zahn (u.a. „Joyride“), handelt. Der wortwörtliche Comic-Charakter der Vorlage wird mit in den Film übernommen, was sich größtenteils auf das Intro und Outro beschränkt. Dazwischen gibt es immer mal wieder Überblendungen, was jedoch kaum davon ablenkt, dass es sich bei „Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt!“ um eine waschechte Coming-of-Age-Geschichte handelt. Nur eben ein wenig comichaft übersteigert.

Auf der inhaltlichen Ebene ist das alles nicht sonderlich originell und weithin bekannt: Die Hauptfigur kommt in eine neue Jahrgangsstufe und muss dort ihren Platz finden. Das alles wird jedoch mit viel Herz erzählt und ist mit etlichen witzigen, kleinen Szenen angereichert, die wirklich Spaß machen. Speziell die Kinder hatten viel Spaß und haben in den spannenden Szenen (z.B. der Verfolgungsjagd an Halloween) auch sehr mitgefiebert. Der erlösende Humor schwankt dabei zwischen Kindergarten und vorpubertär, was aber durchaus zum Film passt.

Fazit

Auch ich hatte mit „Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt!“ viel Spaß und sehe der Fortsetzung freudig entgegen. Sicher nicht der ganz große Wurf, doch eine schöne Coming-of-Age-Komödie für die nächste Generation: 7/10 Punkte.

Mid90s (2018)

Heute war das Wetter eher durchwachsen, weshalb wir uns abends tatsächlich einmal wieder vor dem TV eingefunden hatten. Dieses Mal aber ohne Kinder, weshalb mit „Mid90s“ auch ein Film in den Player gewandert ist, den speziell ich unbedingt sehen wollte. Was Jonah Hills hochgelobter Coming-of-Age-Film letztendlich zu bieten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🛹

Mid90s (2018) | © Alive

Mid90s (2018) | © Alive

Ein audiovisuell authentisches Portrait der 90er

Ich hätte nicht gedacht, dass mich „Mid90s“ ausgerechnet auf audiovisueller Ebene so begeistern würde. Das 4:3-Format, der dokumentarische Stil, die Ausstattung, Sprache und speziell der Soundtrack haben mich mal eben 25 Jahre in der Zeit zurückgeschickt. Zwar war ich nie selbst Skater, doch spielte sich Mitte der 90er ein großer Teil meines sozialen Lebens zumindest am Rande der Szene ab. Gerade Kleidung und Hip-Hop, aber auch Selbstdarstellung und Gehabe sind für mich unverkennbar mit dieser Zeit verbunden. Gerade was dieses Gefühl angeht, kann Jonah Hills Regiedebüt punkten. Ein Kultfilm war bei uns damals Larry Clarks „Kids“, der eine ganz ähnliche Stimmung transportiert, dabei inhaltlich in jeder Hinsicht jedoch drei Schritte weiter geht. Jonah Hills Werk nimmt zwar Anleihen, bleibt im Grunde aber eine recht zahme und vorhersehbare Coming-of-Age-Geschichte in der Skater-Szene.

Ein weiterer moderner Coming-of-Age-Film, an den mich „Mid90s“ erinnert hat, ist Richard Linklaters „Boyhood“. Dieser wird oft auf sein Gimmick reduziert und viele Kritiker beanstanden, dass ja nie etwas Dramatisches passieren würde. Jonah Hill hakt die dramatischen Höhepunkte (Alkohol und Drogen, erste sexuelle Erfahrungen und ein dramatischer Autounfall) dagegen recht reißbrettartig ab. Das ist nicht unbedingt negativ zu bewerten, hat „Mid90s“ aber viel mehr wie eine Inszenierung wirken lassen, was den oft improvisiert wirkenden, kleineren Szenen und dem dokumentarischen Stil ein wenig im Wege steht. Hier wäre mit weniger noch mehr möglich gewesen.

Fazit

„Mid90s“ ist eine Liebeserklärung an die Skater-Szene der 90er Jahre. Eindeutig aus einer Perspektive und mit viel Liebe fürs Detail erzählt. In der Struktur ein wenig zu formelhaft erzählt, doch stets sympathisch und fantastisch inszeniert. Mit knapp 80 Minuten ist der Film erstaunlich kurz und ich habe die Jungs mit einem Gefühl der Wehmut verlassen. Nicht perfekt, aber in manchen Szenen ganz groß: 8/10 Punkte.

Moonlight (2016)

Das Wochenende schreitet für meinen Geschmack schon wieder viel zu schnell voran. Dabei war der Tag nicht einmal sonderlich spektakulär und ich habe mich schon auf den Film am Abend gefreut: Die Wahl ist heute auf „Moonlight“ gefallen, den Oscar-Gewinner, der 2017 unter anderem „La La Land“ ausgestochen hat. Die Erwartungen waren also entsprechend hoch…

Moonlight (2016) | © DCM (Vertrieb Universum Film)

Moonlight (2016) | © DCM (Vertrieb Universum Film)

„The Wire“ trifft in Miami auf „Boyhood“

Okay, diese Beschreibung ist vermutlich ein wenig zu plakativ. Allerdings musste ich bei der Sichtung tatsächlich mehrfach an die stilprägende Serie „The Wire“ sowie Richard Linklaters Coming-of-Age-Drama „Boyhood“ denken. Auch Barry Jenkins erzählt in „Moonlight“ das Heranwachsen eines jungen Mannes von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter. Das Setting erinnert dabei durchaus an David Simons Serie, die uns ebenfalls mit der harten Lebensrealität schwarzer Amerikaner konfrontiert. Auch die Tatsache, dass mit Chiron ein homosexueller Gangster im Zentrum der Geschichte steht, hat mich an Omar Little aus „The Wire“ denken lassen. Die Versatzstücke sind somit nicht originell und doch hat es der Film geschafft, mich zu packen.

Die Inszenierung ist sehr naturalistisch und durch den häufigen Einsatz einer Handkamera, sind wir stets nahe am Geschehen dran. Am beeindruckendsten fand ich wohl das erste Kapitel „Little“, was uns auch häufig auf Augenhöhe des jungen Chiron bringt. Der zweite Akt „Chiron“ lässt uns am Schulalltag teilhaben, was bei mir speziell Erinnerungen an die vierte Staffel von „The Wire“ geweckt hat. Am schwächsten fand ich das Finale „Black“, welches gerade die spannende Entwicklung vom unsicheren Jungen zum scheinbar harten Gangster auslässt. Dafür war die letzte Einstellung wahrlich herzzerreißend, macht sie uns doch intensiv bewusst, welch unerfülltes Leben auf Little wartet.

Fazit

Auch wenn ich „Moonlight“ nicht für das erhoffte Meisterwerk halte, so hat mich die Geschichte doch gepackt und mitgerissen. Zu viel davon habe ich jedoch schon besser erzählt in anderen Werken (ja, gerade in „The Wire“) gesehen. Dennoch werden mir viele Bilder und die dichte Atmosphäre noch länger im Gedächtnis bleiben. Sehr empfehlenswert, wenn auch nicht wirklich neu: 8/10 Punkte.