Baymax: Riesiges Robowabohu – OT: Big Hero 6 (2014) (WS1)

Heute waren wir nach der Arbeit noch lange draußen: Frau bullion hat im Garten gewerkelt, das Zappelinchen hatte eine Freundin da und ich habe den Rasen gemäht. Eigentlich sah alles nach dem ersten Abend auf der Terrasse aus, doch dann war es gegen 20:30 Uhr doch zu kalt. Also sind wir rein und haben mit „Baymax: Riesiges Robowabohu“ einen späten Filmabend gestartet. 🤖

Baymax: Riesiges Robowabohu (2014) | © Walt Disney

Baymax: Riesiges Robowabohu (2014) | © Walt Disney

Ein perfektes Superheldenabenteuer für Kinder

Eigentlich könnte ich meine erste Besprechung aus dem Jahr 2015 nahezu 1:1 übernehmen. Die Verfilmung des eher unbekannten Marvel-Comics „Big Hero 6“ ist ein Quell der Freude. Disney hat sich hier vom üblichen Animationsschema entfernt und ein kunterbuntes und actionreiches Jugendabenteuer geschaffen. Inklusive Verlust, Rache und knackiger Action. Dabei bleibt der Film stets kindgerecht und wunderbar humorvoll. Die Kinder haben oft laut gelacht und auch ich musste mehrfach schmunzeln. In anderen Szenen habe ich dafür eine Träne verdrückt. Da macht „Baymax: Riesiges Robowabohu“ doch einiges richtig.

Aus technischer Sicht ist der inzwischen bereits acht Jahre alte Film immer noch extrem beeindruckend. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass er als heutige Produktion nicht viel besser aussehen würde. Das liegt vor allem am gelungenen Einsatz von Licht und einer Kamera, die sich – bis auf die ganz wilden Actionszenen – glaubwürdig in den einzelnen Szenen bewegt. Schade, dass es hierzu nie eine Fortsetzung gab, wenn man einmal von der Zeichentrickserie absieht. Darüber bzw. über die Hörspiele dazu ist übrigens der Zwergofant auf den Film aufmerksam geworden. Nun würde mich fast die Comic-Vorlage dazu interessieren.

Fazit

Bei meiner heutigen Sichtung hat mir „Baymax: Riesiges Robowabohu“ noch besser gefallen als beim ersten Mal. Selbst wenn ihr sonst mit Disney-Animationsfilmen nicht viel anfangen könnt, kann ich euch dieses Superheldenabenteuer ans Herz legen. Nicht nur eure Kids werden begeistert sein: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Rot – OT: Turning Red (2022)

Schon wieder geht eine Woche zu Ende. Rasend schnell. In vielerlei Hinsicht war sie sehr anstrengend, was größtenteils am weltpolitischen Geschehen liegt. Hinzu kommt die beständige Unsicherheit aufgrund von Corona, was sich durch die Klassen pflügt. Aber Hauptsache Freedom-Day-Bullshit. Genügend Gründe, um mit dem brandneuen Pixar-Film „Rot“ dem Alltag zu entfliehen. Startdatum auf Disney+ war heute. 🐼🏮

Rot (2022) | © Walt Disney

Rot (2022) | © Walt Disney

„Rot“ funktioniert wunderbar auf allen Ebenen

Es ist schon wirklich erstaunlich, wie es Pixar ein aufs andere Mal gelingt, Geschichten zu erzählen, die man so noch in keinem anderen Mainstream-Animationsfilm gesehen hat. „Rot“ ist ein astreiner Coming-of-Age-Film, der sich zu 100% auf den Beginn der Pubertät aus weiblicher Perspektive fokussiert. Auch das Zielpublikum hat sich gewandelt. Bisher haben die meisten Pixar-Filme jüngere Kinder und Erwachsene gleichermaßen angesprochen. Klar, auch „Rot“ funktioniert für alle Altersstufen. Und doch setzt er den Fokus erstmals auf Teenager*innen. Sowohl in der flippigen, teils an Animes erinnernden Inszenierung, als auch inhaltlich. Das dürfte nicht allen Erwachsenen gefallen, welche sich bei „Soul“ oder „Luca“ noch heimisch gefühlt haben.

Der rote Panda, in den sich unsere Protagonistin Mei bei Gefühlsregungen jeglicher Art verwandelt, ist eine wenig subtile Metapher auf die Pubertät. Regisseurin Domee Shi hat „Rot“ jedoch so unterhaltsam inszeniert, dass dies zu keinem Zeitpunkt plump oder forciert wirkt. Die fantastischen Elemente fügen sich erstaunlich gut in die doch eher realistische Welt ein, was wirklich bewundernswert ist. Selten habe ich Teenage Angst so intensiv, emotional und nachvollziehbar umgesetzt gesehen. Ich habe in vielen Szenen wirklich mit Mei mitgelitten. Auch als Elternteil habe ich mich erkannt, denn hier liegt der Schmerz auf der anderen Seite. Und es wird unausweichlich zu Auseinandersetzungen kommen bzw. kommt es ja jetzt schon, denn der Wandel ist unaufhaltsam und wir werden uns auseinanderleben. Aber nicht verlieren. Diese Botschaft ist wahrhaftig und hat mich wirklich berührt.

Fazit

„Rot“ ist anders, als die meisten anderen Animationsfilme des Studios. Der Film hat mich berührt und auch zum Nachdenken gebracht. Wenn in den nächsten Tagen der rote Panda einmal wieder aus dem Zappelinchen herausbricht, dann werde ich vielleicht nachsichtiger sein. Auch bei den Kindern kam der Film gut an, wenn auch wohl, zumindest für den Zwergofanten, auf einer anderen Ebene. Auf jeden Fall eine dicke Empfehlung: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte;  Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Die Besprechung ist Teil des CMARCH, der Blogaktion für Kinderfilme des Sneakfilm-Blogs.

Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn – OT: The Adventures of Tintin (2011) (WS1)

Kaum zu glauben, wie schnell diese Woche vergangen ist. Es gab viel zu tun und einen Overload im Kopfkino. Dieses Mal nicht aufgrund privater oder beruflicher Themen, sondern vor allem aufgrund des Angriffskriegs auf die Ukraine. Das Thema beherrscht nicht nur die Medien, sondern auch die Gespräche in der Familie und der Arbeit. Höchste Zeit für Eskapismus in Form von „Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn“, den ich heute bereits zum zweiten Mal gesehen habe… 🏴‍☠️⚔

Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn (2011) | © Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn (2011) | © Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Die Heranführung an den Abenteuerfilm

Nach meiner ersten Sichtung vor 10 Jahren war ich nicht sonderlich begeistert von „Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn“. Heute konnte ich ihm viel mehr abgewinnen. Woran das wohl liegt? Damals hatte ich so meine Probleme mit dem Look und der völlig losgelösten Kamera. Auch heute habe ich ein paar Minuten gebraucht, bis ich mich an den ultrarealistischen Comic-Look gewöhnt hatte. Das Uncanny Valley ist nicht fern, doch insgesamt haben die CGI-Figuren für mich doch ausgezeichnet funktioniert. Zudem waren Übergänge und Effekte möglich, die es in einem Realfilm nicht gegeben hätte. Hinzu kommt, dass auch Realfilme 10 Jahre später mit ganz ähnlichen Kamerafahrten aufwarten und virtuelle Sets in dieser Dimension spätestens seit den neueren Marvel-Filmen an der Tagesordnung sind. „Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn“ wirkt somit nicht mehr fremdartig, sondern beinahe schon seiner Zeit voraus.

Inhaltlich hat mir die internationale Schnitzeljagd heute extrem viel Spaß bereitet. Dabei war ich kurz skeptisch, ob der Film nicht doch zu hart für die Kinder (zumindest für den Zwergofanten) sei. Schließlich wird hier scharf geschossen, es gibt Blut und Tote. Kein waschechter Kinderfilm, sondern durchaus erwachsene Unterhaltung, welche sich jedoch für so manche Albernheit nicht zu schade ist. Am Ende waren wir uns alle einig, dass wir gerne weitere Abenteuer von Tim und Struppi in dieser Form erleben würden. Leider kam es jedoch nie dazu. Da die Animationstechnik in den letzten 10 Jahren noch einmal einen deutlichen Sprung gemacht hat, könnte dies wahrlich ein Erlebnis sein. Zumindest die Schauspieler können nicht zu alt für ihre Rollen werden. Da würde ich auch eine später Fortsetzung nehmen.

Fazit

Wer hätte das gedacht? Bei der Zweitsichtung hat mir die Adaption von Hergés klassischer Comic-Reihe bedeutend besser gefallen, als beim ersten Mal. Auch für die Kinder war es ein Erlebnis, einmal erwachsenere Abenteuerkost mit hohem Action-Anteil zu sehen. Wirklich unterhaltsam und teils beeindruckend umgesetzt (gerade in 3D). Man muss sich nur auf den Look und die Technik einlassen: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Jurassic World: Neue Abenteuer – OT: Jurassic World: Camp Cretaceous – Staffel 4

Animationsserien sind in Zeiten der Pandemie wohl viel einfacher zu produzieren, weshalb wir ein halbes Jahr nach der dritten Staffel auch schon in den Genuss  von „Jurassic World: Neue Abenteuer – Staffel 4“ kamen. Die Freude war, gerade bei den Kids, riesig und auch ich war gespannt, wie das Abenteuer weitergeht… 🦖🤖

Jurassic World: Neue Abenteuer – Staffel 4 | © Netflix

Jurassic World: Neue Abenteuer – Staffel 4 | © Netflix

Wenn Roboter gegen Dinosaurier kämpfen

Die erste Episode fand ich direkt großartig und ich habe mich sehr gefreut, wieder mit Darius, Brooklynn, Kenji, Sammy, Yaz und Ben vereint zu sein. Die Dynamik zwischen den Teenager*innen funktioniert inzwischen einfach und das Setting auf dem Boot hat mir auch gefallen. Danach geht es für unsere Gruppe auf eine neue Insel, wo sie sich zunächst mit einem Säbelzahntiger konfrontiert sehen. Das fand ich etwas schade, da ich tatsächliche Dinosaurier spannender finde als Säugetiere der Eiszeit. Dennoch hat dieses Element in die Welt gepasst und war eine durchaus konsequente Fortführung der Geschichte. Danach wird es recht wild und als größte Bedrohung werden Robotor, B.R.A.D.s genannt, eingeführt. Und ein Konzern, der durch Dinokämpfe Geld verdienen will. Da hatte mich die Serie ein wenig verloren.

Die Handlung spielt zu großen Teilen in steril wirkenden Laboren oder Fabrikhallen. Die Dinosaurier sind nicht mehr bedrohlich, sondern werden eher als Opfer inszeniert. Hinzu kommt der starke Fokus auf den Bösewicht Kash und seine B.R.A.D.s, was für mich eine seltsame Entscheidung war. Dabei bleibt „Jurassic World: Neue Abenteuer“ durchaus unterhaltsam, spannend und spaßig. Ich hätte mir jedoch eine andere Fortführung der Geschichte gewünscht. Ohne die nach wie vor gelungene Gruppendynamik und die Begeisterung meiner Kids hätte ich diese Staffel, nach dem starken Einstieg, wohl noch schwächer wahrgenommen.

Fazit

Nach der wirklich starken dritten Staffel war die vierte für mich eine kleine Enttäuschung. Immer noch sehenswert, doch wenn die Tendenz so weitergeht, wird mich die Serie über kurz oder lang verlieren. Den Cliffhanger am Ende fand ich gelungen und die Kids sind fast ausgerastet, weil die Staffel nun schon wieder vorbei ist. Mal sehen, wann es weitergeht: 7/10 (7.3) Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Hamilton (2020)

Corona hat uns immer noch voll im Griff. Inzwischen sind die Einschläge so nah, wie nie zuvor. Die Inzidenzwerte explodieren. Was also machen an besonderen Tagen? Natürlich könnte man theoretisch essen gehen oder ein Theater besuchen. Doch wäre das mit einem guten Gefühl verbunden? Hat für uns im Sommer schon mit Kino nicht funktioniert. Also habe ich mit den Kindern ein Restaurantbesuch samt anschließendem Besuch des Musicals „Hamilton“ inszeniert. Die Kids hatten in ihren Rollen als Bedienungen, Einlasskontrolleur*innen, Platzanweiser*innen sowie Pausenverkäufer*innen viel Spaß. Und für uns war es zwar kein wirklicher Ausgehabend, aber zumindest nahe dran. Und das Musical? Lest selbst… 🎼

Hamilton (2020) | © Walt Disney

Hamilton (2020) | © Walt Disney

Absolutes Pflichtprogramm für Musical-Fans

Für aufmerksame Leser*innen meines Blogs wird es keine Überraschung sein, dass ich Musicals sehr gerne mag und manchmal sogar liebe. Eigentlich seltsam, dass ich „Hamilton“ bisher noch nicht gesehen hatte. Lin-Manuel Miranda ist mir seit den Disney-Filmen „Vaiana: Das Paradies hat einen Haken“ und „Encanto“ ein Begriff und spätestens mit seiner Verfilmung von „tick, tick… BOOM!“ hat er sich in mein Herz gespielt. In „Hamilton“ wird sein unfassbares Talent jedoch erst so richtig greifbar. Dabei ist es das Musical natürlich kein Film, sondern eine abgefilmte Bühnenshow, was das Erlebnis für mich jedoch noch intensiver machte. Man konnte den Theaterboden beinahe riechen und mehrfach bin ich mit dem aufgezeichneten Publikum in Applaus ausgebrochen. Nun verstehe ich auch, warum die Aufnahme ins Programm von Disney+ für den Streaming-Dienst ein Systemseller war. Auch wenn ich aktuell kein anderes Bühnen-Musical wüsste, was ich unbedingt sehen muss, so ist diese Form des Konsums, gerade in Zeiten von Corona, durchaus eine Empfehlung wert.

Inhaltlich hätte mich „Hamilton“ eigentlich nicht gereizt. Die Geschichte eines eher unbekannten Gründervaters der Vereinigten Staaten. Nicht der Stoff, der mich zu Begeisterungsstürmen hinreißt. Und doch genau der Stoff, dem dies gelungen ist. Lin-Manuel Miranda inszeniert den Stoff unfassbar modern mit Hip-Hop-Beats und großartigen Wortwitz. Nahezu alle Rollen werden von PoC (People of Color) übernommen, was aufgrund des historischen Kontexts zunächst ungewöhnlich erscheinen mag, jedoch die perfekte Wahl für diese moderne Adaption ist. Das Bühnenbild ist extrem reduziert und nur ein Drehscheibe und die Lichtgestaltung sorgen dafür, dass wir uns als Zuschauer*innen zwischen Schlachtgemälden, intimen Dialogen und tödlichen Duellen bewegen. Die knapp drei Stunden sind wirklich schnell vergangen, was auch an den mitreißenden Songs liegt, von denen nahezu jeder einzelne so eingängig ist, dass er im Kopf bleibt. Wenn man nun noch die emotionale Geschichte dazu nimmt, die auch den perfekten Abschluss findet und stets Parallelen zu unserer Gegenwart aufmacht, dann ist es für mich unfassbar, dass all dies Lin-Manuel Miranda Feder entspringt. Was für eine kreative Leistung.

Fazit

Ihr lest es schon raus: Mich hat „Hamilton“ genauso begeistert, wie die meisten anderen Zuschauer*innen, die sich dem Musical zugewandt haben. Auch die formale Präsentation war für mich genau die richtige und ich bin gespannt, ob aufgrund des Erfolgs noch irgendwann eine filmischen Adaption folgen wird. Sollte Lin-Manuel Miranda involviert sein, würde ich auf jeden Fall reinschauen, denn er Mann ist einfach ein Künstler. Für Musical-Fans eine dicke Empfehlung, aber das wisst ihr ja ohnehin schon: 10/10 Punkte.

Chaos im Netz – OT: Ralph Breaks the Internet (2018)

Eine abermals anstrengende Woche liegt hinter mir und ein volles Wochenende vor uns. Die Corona-Scares werden häufiger und überhaupt zerrt gefühlt alles an den Nerven. Zeit also für einen Filmabend: Nachdem wir letzte Woche „Ralph reichts“ gesehen haben, stand heute der Nachfolger „Chaos im Netz“ auf dem Programm. Meine erste Sichtung des Films und dementsprechend gespannt war ich… 💻👾

Chaos im Netz (2018) | © Walt Disney

Chaos im Netz (2018) | © Walt Disney

Ein kunterbuntes Internet-Abenteuer

Auch in der Welt von Randale-Ralph und Vanellope sind sechs Jahre seit dem letzten Abenteuer vergangen. Routine ist eingekehrt und würde nicht ein physikalisches Teil des Spiels „Sugar Rush“ kaputt gehen, wäre dort wohl immer noch alles so, wie wir es kennen. Der Defekt am Spieleautomaten ist allerdings der Auslöser dafür, dass sich Ralph und Vanellope ins Internet begeben und dort allerlei Abenteuer erleben. Dabei ist der Clou des Films, dass abstrakte Handlungen im Internet personifiziert und bildlich dargestellt werden. Hinzu kommen dutzende von bekannten Internet-Marken und, dank Disneys Kaufwut, auch Marvel-Helden, „Star Wars“-Figuren und natürlich eine ganze Meute an Disney-Prinzessinnen.

Wie bereits im ersten Teil, ist jedoch die Freundschaft zwischen Ralph und Vanellope der Kern des Films. Viele der großen Actionszenen hätte es für mich gar nicht so ausführlich gebraucht. Sehr unterhaltsam fand ich tatsächlich die Ansammlung an Disney-Held*innen und eben die Verbildlichung so mancher Internet-Funktion. Wirklich berührt hat mich aber tatsächlich wieder nur die Entwicklung der Beziehung der beiden Hauptfiguren. Wirklich schön und mir durchaus nahegehend. Hach.

Fazit

Insgesamt hat mir „Ralph reichts“ wohl etwas besser gefallen. Vermutlich weil die Geschichte kleiner war und die Action nicht ganz so übertrieben. Dennoch ist die Fortsetzung absolut gelungen und das Entdecken des Internets hat enorm viel Spaß gemacht. Am Ende hat mich der Film dann auch emotional voll erwischt, was ich so nicht erwartet hatte. Die Kinder sehen das übrigens ganz ähnlich: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant:  9/10 Punkte.)

Ralph reichts – OT: Wreck-It Ralph (2012) (WS1)

Schon wieder ist eine Woche zu Ende. Eine durchaus turbulente Woche. Eine Woche mit zu wenig Schlaf und zu viel Kopfkino. A propos Kino: Zeit für einen Filmabend! Nachdem das Zappelinchen und ich schnell ein paar Flammkuchen gezaubert hatten, habe ich „Ralph reichts“ in den Player geschoben, der mich bei der Erstsichtung ziemlich begeistert hatte. Da der Zwergofant momentan im Gaming-Fieber ist, schien mir das die perfekte Wahl zu sein… 🎮🕹

Ralph reichts (2012) | © Walt Disney

Ralph reichts (2012) | © Walt Disney

Ein zeitgemäßes Abenteuer mit Herz

Als mir klar wurde, dass „Ralph reichts“ aus dem Jahr 2012 ist, und damit schon 10 Jahre auf dem Buckel hat, bin ich mir plötzlich ziemlich alt vorgekommen. Kann das wirklich sein? In meinem Kopf ist er noch topaktuell und ich habe ihn doch auch erst vor zwei Jahren gesehen, oder etwa nicht? Tatsächlich liegt auch meine letzte Sichtung bereits 9 Jahre zurück. Schon verrückt, wie das so ist mit der zeitlichen Wahrnehmung. Auch heute wirkt „Ralph reichts“ noch sehr aktuell, was vermutlich am weiterhin konstanten Bestehen der Retrowelle liegt. Pixelgrafik altert einfach gut und ja, diese fängt Rich Moores (u.a. „Zoomania“) Animationsabenteuer gekonnt ein.

Neben den unzähligen Anspielungen (ich habe mich besonders über den Konami-Code gefreut), steht tatsächlich die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft im Zentrum, welche auch den emotionalen Kern des Films bildet. Dieser Aspekt hat mir wieder sehr gut gefallen. Die wilde Action mit all ihren audiovisuellen Verweisen war mir dagegen fast etwas zu viel. Das liegt natürlich nicht an meinem inzwischen schon fortgeschrittenen Alter, sondern dass ich einfach recht müde war von der Woche. Davon abgesehen hatte ich aber wieder enorm viel Spaß mit Ralph, Vanellope, Felix und Co. in ihrer kunterbunten Arcade-Welt.

Fazit

Bei meiner ersten Sichtung war ich noch etwas begeisterter von „Ralph reichts“. Vielleicht weil ich noch nicht wusste, was auf mich zukommt? Vielleicht weil ich noch fast 10 Jahre jünger war? Vielleicht lag es aber auch nur an der Tagesform. Dennoch hatte ich viel Spaß mit dem Film und die Kinder noch mehr. Erstaunlicherweise war das Zappelinchen noch begeisterter als der Zwergofant. Auf die Fortsetzung freuen wir uns alle auf jeden Fall sehr: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte;  Zwergofant:  9/10 Punkte.)

Elliot, der Drache – OT: Pete’s Dragon (2016)

Glücklicherweise ist diese Woche vorbei. Ich fühle mich so ausgelaugt wie schon lange nicht mehr. Somit habe ich mich mindestens ebenso sehr wie die Kinder auf den heutigen Filmabend gefreut, für den ich „Elliot, der Drache“ ausgewählt habe. Eine dieser typischen Disney-Realverfilmungen, könnte man zumindest meinen. Die Wahrheit ist jedoch viel wunderbarer… 🐉

Elliot, der Drache (2016) | © Walt Disney

Elliot, der Drache (2016) | © Walt Disney

Klassisch und kunstvoll: Familienkino fürs Herz

Regisseur David Lowery ist eher für Arthouse-Filme bekannt. Ungewöhnlich also, dass er hier ein Disney-Remake angeht. Aber das haben ja bereits etliche bekannte Regisseure gemacht, vermutlich auch um ihre kleineren Projekte zu finanzieren. Tatsächlich ist „Elliot, der Drache“ aber kein Remake des Disney-Films „Elliot, das Schmunzelmonster“, sondern eigenständiger Film, der lediglich das Grundthema (Waisenkind freundet sich mit Drache an) aufgreift. Wenn ich an die 1977er Version denke, dann kommen mir das Fischerdorf Passamaquoddy und die bösen Gogans in den Sinn. Den Film habe ich gar nicht so oft gesehen, doch das Hörspiel unzählige Male gehört. Ein Teil meiner Kindheit. Ein wirkliches Remake hätte ich mir nicht vorstellen können. David Lowerys Ansatz, eine komplett neue Geschichte zu erzählen, fand ich deshalb großartig.

„Elliot, der Drache“ spielt in den frühen 1980er Jahren, was dem Film ein ganz eigenes Flair verleiht. Er wirkt beinahe ein wenig aus der Zeit gefallen und deshalb auch zeitlos. Mich hat er an Samstagnachmittagsfilme, wie sie im Disney Club ausgestrahlt wurden, erinnert: Ein Kind freundet sich mit einem Tier an. Hier ist es eben nur ein Drache. Trotz der wirklich guten Drachen-CGI wirkt „Pete’s Dragon“ sehr naturalistisch inszeniert. Weit ab von bunt und knallig, wie viele andere Disney-Filme der Neuzeit. Die Geschichte selbst ist wenig spektakulär und setzt sich eher aus bekannten Versatzstücken zusammen. Aber sie besitzt unglaublich viel Herz und geht deshalb auch zu Herzen. Am Ende musste ich die eine oder andere Träne verdrücken. Damit hat der Film definitiv etwas bei mir ausgelöst. Einfach schön.

Fazit

Auch wenn „Elliot, der Drache“ kein finanzieller Erfolg war und im Disney-Kanon wohl auch keine große Rolle spielt, so habe ich den Film sehr gemocht. Er erzählt eine kleine Geschichte, die ans Herz geht und wunderbar klassisch und nah an den Figuren dran inszeniert wurde. Hat mich sehr gut unterhalten und die Kinder waren beide extrem begeistert: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Nachts im Museum: Das geheimnisvolle Grabmal – OT: Night at the Museum: Secret of the Tomb (2014)

Neujahr 2022. Der Tag mit einem ersten Lauf, weiteren Jahresrückblicken (zum Filmjahr  2021 geht es hier), Switch spielen mit dem Zwergofanten und sonst nicht viel, ging mit einem Filmabend zu Ende: Auf dem Plan stand „Nachts im Museum: Das geheimnisvolle Grabmal“, von dem ich mir nicht viel erwartete und vielleicht auch deshalb positiv überrascht wurde… ⚔🦖

Nachts im Museum: Das geheimnisvolle Grabmal (2014) | © 20th Century Fox

Nachts im Museum: Das geheimnisvolle Grabmal (2014) | © 20th Century Fox

Ein überraschend witziger und runder Abschluss

Den Vorgänger „Nachts im Museum 2“ fand ich ganz nett, doch insgesamt schwächer als den ersten Teil der Reihe. Umso erstaunter war ich, dass „Nachts im Museum: Das geheimnisvolle Grabmal“ nicht nur ungemein witziger war, sondern auch eine recht schlüssige Geschichte erzählt. Schon alleine den Prolog fand ich schön anzusehen, hat er mich doch an „Jäger des verlorenen Schatzes“ und noch mehr an „Die Mumie“ erinnert. Das Highlight war für mich wohl Dan Stevens (bekannt aus „Downton Abbey“ und „The Guest“), der als Lancelot einen herrlichen Fish-out-of-Water-Charakter übernehmen darf. Im Originalton bestimmt noch witziger.

Neben all den Gags, und wieder einmal übertriebenen CGI-Effekten, mochte ich tatsächlich, dass die Geschichte zu einem finalen Abschluss kommt. Selbst die völlig überzeichneten Figuren hatten ihre emotionalen Momente und als dann im Abspann die Widmung an Robin Williams kommt, hat mich das wirklich erwischt. Mir war nicht bewusst, dass „Nachts im Museum: Das geheimnisvolle Grabmal“ sein letzter Film (Sprechrollen ausgenommen) war.

Fazit

Auch wenn „Nachts im Museum: Das geheimnisvolle Grabmal“ nichts neu erfindet, so war ich doch positiv überrascht, dass sich die Reihe gegen Ende noch einmal steigern konnte. Ich hatte viel Spaß mit dem Film und die Kids waren auch begeistert. Was will man mehr vom ersten Filmabend des Jahres? 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte;  Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Ron läuft schief – OT: Ron’s Gone Wrong (2021)

Nach einem entspannten zweiten Feiertag, an dem wir mit der Patin des Zwergofanten einem EXIT-Game entkommen sind, wollten die Kinder abends unbedingt noch einen Film schauen. Da ja Ferien sind, hatte ich dem wenig entgegenzusetzen und somit gab es heute mit „Ron läuft schief“ direkt den nächsten Filmabend. Der Animationsfilm aus dem Hause 20th Century Studios läuft momentan noch im Kino, aber auch bereits auf Disney+, was die Sichtung für uns deutlich einfacher macht… 🤖

Ron läuft schief (2021) | © Walt Disney

Ron läuft schief (2021) | © Walt Disney

Viele bekannte Elemente und doch charmant

Die Kinder hatten den Trailer zum Film bereits mehrfach gesehen. Ich dagegen wusste gar nichts von ihm. Nach ein paar Minuten wähnte ich mich in einer schlechteren Kopie von „Die Mitchells gegen die Maschinen“ – ein Gefühl, das mich über den gesamten Film nicht komplett verlassen hat. Weiterhin musste ich aufgrund der Freundschaft zwischen Jungen und Roboter sehr an „Baymax: Riesiges Robuwabohu“ und „Der Gigant aus dem All“ denken. Das Design von Ron erinnert dagegen sehr an EVE aus „WALL·E“. Ihr seht schon, in „Ron läuft schief“ stecken etliche Versatzstücke bekannter Animationsfilme und bis ca. zur Hälfte der Laufzeit hatte ich das Gefühl, dass er nicht viel aus diesen Ansätzen macht.

Am Ende ist die Botschaft durchaus eine schöne und ja, auch die Beziehung zwischen Barney und Ron konnte mein Herz erweichen. Davor ist jedoch zu viel Apple-Bling und Social-Media-Fanciness im Film, was ich recht anstrengend fand. Das hatte „Die Mitchells gegen die Maschinen“ für mich doch deutlich besser gelöst. Ich muss es „Ron läuft schief“ aber schon zugute halten, dass der Film gefühlt immer besser wird bzw. er und seine Figuren gegen Ende immer mehr Substanz bekommen. Das sieht man heutzutage nicht mehr so häufig, denn meist steigert sich nur der Actionanteil.

Fazit

„Ron läuft schief“ ist ein netter Animationsfilm, der zwar die Finesse von Pixar-Produktionen vermissen lässt, letztendlich aber doch gut zu unterhalten weiß. Ins Kino muss man dafür vielleicht nicht, doch für einen Filmabend in den Weihnachtsferien ist er schon durchaus gut geeignet: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte;  Zwergofant:  9/10 Punkte.)