Ostwind: Aris Ankunft (2019)

Nachdem der letzte Filmabend schon drei Wochen zurückliegt, war es heute Zeit für „Ostwind: Aris Ankunft“. Recht passend, da ich ein paar Stunden zuvor mit dem Zappelinchen zu ihrer Reitstunde geradelt bin. Die Sichtung des Vorgängers „Ostwind: Aufbruch nach Ora“ liegt bereits neun Monate zurück, doch der Rest der Familie hat den fünften Teil in der Zwischenzeit sogar im Kino gesehen… 🐎

Ostwind: Aris Ankunft (2019) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Ostwind: Aris Ankunft (2019) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Beinahe ein Remake des ersten „Ostwind“

Hat der vierte Teil mit dem neuen Setting noch einen frischen Wind in die Reihe gebracht, kehren wir in „Ostwind: Aris Ankunft“ nach Kaltenbach zurück. Mika liegt nach einem Unfall im Koma und wir wohnen einer neuen Begegnung zwischen einem menschlichen Außenseiter und eben Ostwind bei. Das alles hat mich doch sehr an den ersten Teil „Ostwind“ erinnert und die Geschichte hat sich demnach recht redundant angefühlt. Samt Reittournier am Ende inklusive Happy End.

Die neue Figur Ari ist nett gezeichnet und nett gespielt. Die Dynamik zwischen den bekannten Charakteren funktioniert perfekt und die Inszenierung abermals sehr hochwertig. An die mythischen Elemente habe ich mich inzwischen gewöhnt, doch inzwischen nutzen sich die Versatzstücke ein wenig ab. Auch laut dem Rest der Familie ist dieser Teil ein wenig schwächer, doch die bereits im Kino gesehene Fortsetzung soll wieder anziehen. Ob ich diese jemals sehen werde?

Fazit

„Ostwind: Aris Ankunft“ war ein weiteres, nettes Pferdeabenteuer. Allerdings nutzt sich die bekannte Formel inzwischen ab, zumal die Geschichte wirklich sehr nahe am ersten Teil dran ist und beinahe wie ein Reboot wirkt: 5/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Raya und der letzte Drache – OT: Raya and the Last Dragon (2021)

Juhu, endlich Freitagabend! Das bedeutet natürlich auch Filmabend mit der Familie. Allerdings stand dieser unter der Woche häufiger auf der Kippe. Die Kinder wissen warum. Doch am Ende hat es dann ja doch geklappt und wir konnten endlich „Raya und der letzte Drache“ anschauen… 🐉

Raya und der letzte Drache (2021) | © Walt Disney

Raya und der letzte Drache (2021) | © Walt Disney

Ein imposant animiertes Fantasy-Abenteuer

Mit „Soul“ und „Luca“ haben wir kürzlich zwei gar herausragende Filme aus dem Hause Disney gesehen. Also aus dem Hause Disney/Pixar. Bei „Raya und der letzte Drache“ handelt es sich dagegen um eine reine Disney-Produktion, was ja nichts Schlechtes sein muss. Immerhin haben sie mit „Vaiana: Das Paradies hat einen Haken“ einen meiner liebsten Animationsfilme der letzten Jahre abgeliefert. Das Setting schien zudem recht unverbraucht zu sein und asiatische Kampfkunst, gepaart mit Fantasy-Elementen, hat schließlich bereits bei „Mulan“ (der Zeichentrickversion zumindest) bestens funktioniert.

„Raya und der letzte Drache“ sieht großartig aus! Ich mag es sehr, wie menschliche Hauptfiguren in den jüngsten Disney-Animationsfilmen aussehen. Der Look der Haut und der Abstraktionsgrad funktionieren einfach hervorragend. Inhaltlich ist die Geschichte dagegen nicht ganz so stark. Der Aufbau erinnert ein wenig an Level eines Videospiels und man bekommt nicht wirklich viel von den einzelnen Gebieten der Welt zu sehen. Da hätte ich mir fast ein wenig mehr Abwechslung und Abenteuer gewünscht. Dennoch fügen sich die einzelnen Elemente gut zusammen, die Botschaft ist schön und die Figuren, und ihre Interaktion miteinander, machen wirklich Spaß. Im Finale werden noch einmal alle emotionalen Karten gezogen und ich musste, einmal wieder, eine Träne verdrücken. Einfach schön.

Fazit

„Raya und der letzte Drache“ ist ein wunderbares Fantasy-Abenteuer, das nicht nur großartig aussieht, sondern auch wirklich extrem unterhaltsam ist. Inhaltlich nicht ganz so ausgefeilt, wie die letzten Pixar-Filme, doch mit viel Liebe fürs Detail umgesetzt. Ich hatte viel Spaß damit und die Kinder waren begeistert: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Luca (2021)

Da wir gestern bis spät nachts mit einer Freundin meiner Frau zusammensaßen, gab es keinen Filmabend am Freitag. Aber heute führte kein Weg daran vorbei. Momentan haben wir Disney+ drei Monate kostenlos zum Testen, weshalb ich mit „Luca“ sogleich das jüngste Werk von Pixar vorgeschlagen habe. Wie nicht anders zu erwarten ein voller Erfolg und zugleich quasi eine Urlaubsreise nach Italien… 🌊🧜‍♀️

Luca (2021) | © Walt Disney

Luca (2021) | © Walt Disney

Perfekter Urlaubsfilm für alle Daheimgebliebenen

Erst vor ein paar Wochen haben wir mit „Soul“ den letzten Pixar-Film gesehen und ich war extrem begeistert davon. Mit „Luca“ wurde auch das jüngste Werk des Animationsstudios direkt auf Disney+ veröffentlicht. Ich mochte den Trailer sehr und war dennoch gespannt, wie mir der Film letztendlich gefallen würde. Gerade nach „Soul“, der doch deutlich mehr high concept war, schien „Luca“ eher wie ein recht einfacher Abenteuerfilm angelegt zu sein. Warum das jedoch nichts Schlechtes ist, sollte ich in den letzten 100 Minuten erleben dürfen. Meine Kinder haben sich teils weggeschmissen vor Lachen und auch ich wurde so stark in diese Welt gesogen, dass ich mich jetzt schon auf eine weitere Sichtung freue.

„Luca“ lebt stark von seiner Audiovisualität: Wir bereisen ein virtuelles Italien, welches sich jedoch so echt anfühlt, dass es eine wahre Freude ist. Natürlich wirkt es so, weil es in jeder Hinsicht überhöht inszeniert ist. Allerdings nicht plump klischeehaft, sondern unglaublich herzlich und mit einem unfassbaren Blick fürs Detail. Kein Wunder, stammt Regisseur Enrico Casarosa doch aus eben solch einem Dorf, wie Portorosso. Die Geschichte um zwei junge Seeungeheuer, welche die Welt der Menschen entdecken ist voller Abenteuer, Humor und Herz erzählt. Eine Geschichte, um sich darin fallenzulassen und dem grauen Alltag zu entfliehen. Eskapismus in bestem Sinne. Am Ende hatte ich dann auch Tränen in den Augen. Pixar hat es tatsächlich einmal wieder geschafft.

Fazit

Wer, wie wir, dieses Jahr aufgrund von Corona nicht in den Urlaub gefahren ist, hat mit „Luca“ die perfekte Gelegenheit, sich das Urlaubsgefühl auf den heimischen Fernseher zu holen. Gute Laune ist garantiert und ich bin immer noch hin und weg von der Detailliebe der Filmemacher*innen. Eine große Empfehlung: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Soul (2020)

Eigentlich war ich heute Abend unglaublich platt, als wir vom Schwimmen zurückgekommen sind. Dann jedoch haben die Kinder den drängenden Wunsch nach einem Filmabend geäußert und aus irgendeinem Grund haben wir Eltern diesem nachgegeben. Dafür habe ich mich mit Pixars „Soul“ für einen Film entschieden, den ich selbst schon lange sehen wollte. Ob er auch bei den Kindern ankam, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🎹🎶🎷

Soul (2020) | © Walt Disney

Soul (2020) | © Walt Disney

Ein Film mit unfassbar viel Seele und Herz

Man hat über „Soul“ ja schon einiges gehört. Der Film ist ja bereits mit einigen Vorschusslorbeeren gestartet. Also auf Disney+, denn Kino war ja leider nicht. Auch die meisten Besprechungen danach waren sehr positiv, doch unter diesen fanden sich auch einige Stimmen, die meinten Pixar hätte hiermit einen reinen Kunstfilm für Erwachsene abgeliefert. Kinder würden sich langweilen oder keinen Zugang finden. Insofern war ich durchaus gespannt, mit was für einen Art von Film ich letztendlich rechnen könnte. Zu Pixar gehört es ja, dass die meisten Filme (z.B. „Coco“) von allen Altersklassen geliebt werden können. Bis zu einem gewissen Punkt war ich mir bei „Soul“ da selbst nicht so sicher…

Meine Sorgen sollten allerdings unbegründet sein: Die Handlung auf der Erde ist ziemlich realistisch inszeniert. Zwar besitzen alle Charaktere, inklusive Joe Gardener (übrigens die erste afroamerikanische Hauptfigur in einem Pixar-Film), eher einen Cartoon-Look, doch Schauplätze und Kamera könnten auch einem Realfilm entspringen. Ganz anders sieht es dann im Davorseits aus, welches eher abstrakt dargestellt ist. Hier habe ich mir auch für einen kurzen Moment gedacht, dass diese Abstraktionsebene, sowohl inhaltlich als auch visuell, vielleicht zu viel für die Kinder sein könnte. Dann jedoch springt der Film in eine herrliche Body-Switch-Komödie, welche teils zum Brüllen komisch ist und doch unfassbar viel Herz besitzt. Spätestens hier hatte „Soul“ uns alle für sich gewonnen. Das Finale ist dazu noch so herzerwärmend, dass mir fast eine Träne über die Wange gekullert ist. Seufz. Einfach schön.

Fazit

Für mich reiht sich „Soul“ zweifellos in die ganz großen Pixar-Werke ein. Inhaltlich ist der Film wunderbar ideenreich und unterhaltsam. Hinzu kommen die technischen Aspekt, die einfach nur beeindruckend sind. Ein voller Erfolg und das für die gesamte Familie. Pixar hat es einfach immer noch drauf: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Nur ein Tag (2017)

Der erste Tag der Sommerferien! Meine Familie ist glücklich und auch ich bin froh, dass dieses Schuljahr erfolgreich hinter allen liegt. Auch wenn heute Donnerstag ist, gab es einen spontanen Filmabend: Meine Frau Lehrerin hatte sich „Nur ein Tag“ aus der Bücherei ausgeliehen, da sie die Vorlage bereits häufiger im Unterricht behandelt hat. Auch mir ist sie daher bekannt und ich war gespannt auf die Adaption… 🐗🦊🦟

Nur ein Tag (2017) | © W-film / Lighthouse Home Entertainment

Nur ein Tag (2017) | © W-film / Lighthouse Home Entertainment

Eine fantastische Fabel filmisch vermurkst

Okay, das ist etwas hart ausgedrückt. Aber von Anfang an: In „Nur ein Tag“ geht es um zwei Freunde, ein Wildschwein und einen Fuchs, die der Geburt einer Eintagsfliege beiwohnen und die somit unfreiwillig in ihr komplettes Leben, den titelgebenden Tag, einbezogen werden. Anfangs verraten sie der Eintagsfliege noch nicht, dass diese nur einen Tag zu leben hat, sondern lassen dieses Schicksal dem Fuchs angedeihen. Die Eintagsfliege sorgt nun ihrerseits dafür, dass dieser alle Highlights eines Lebens erfährt: Schule, Ehe, Kind und glücklich alt werden. Doch die Wahrheit und das Ende sind letztendlich unausweichlich…

Soweit, so fabelhaft: Die Zeit nutzen, die einem gegeben ist und sei sie noch so gering. Glücklich sein. Eine schöne Botschaft, verpackt in eine Fabel mit sympathischen Figuren. Im Film werden diese, wie bereits im Theater, von echten Menschen gespielt. Dadurch wirkt der gesamte Film sehr theaterhaft artifiziell. Und verwirrend. Gerade für Kinder, an die sich die Botschaft richten soll. „Hä, soll das ein Wildschwein sein? Warum ist er dann ein Mensch?“ Fragen dieser Art gab es während der ersten Minuten andauernd. „Ist sie nun tot? Warum geht das Boot unter? Weil niemand paddelt?“ Schnell hat sich gezeigt, dass diese Art der unkonventionellen Inszenierung nicht funktioniert. Zumindest nicht für die Zielgruppe. Vermutlich hätten schon Masken gereicht oder die Verlagerung in ein anderes Setting. So war das jedenfalls nichts Halbes und nichts Ganzes. Dabei sind die Schauspieler*innen wirklich famos und ich mochte auch die Bilder und die musikalische Untermalung.

Fazit

Gerne hätte ich den Film geliebt, zumal Martin Baltscheit, der Autor der Vorlage, auch Regie geführt hat. Doch so toll und innovativ die Idee auch ist, so wenig mag sie in ihrer Gänze funktionieren. Schade: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 6/10 Punkte.)

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (2018)

Nachdem der gestrige Filmabend aufgrund eine Spieleabends auf der Terrasse ausgefallen ist, war es natürlich heute soweit. Entgegen des Wunsches des Zwergofanten, haben wir allerdings nicht die Fortsetzung von „Die Unglaublichen“ geschaut, sondern „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“. Diesen Film wollte ich eh schon lange schauen und da wir ihn spontan ausleihen konnten, war es heute endlich soweit… 🚂

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (2018) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (2018) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Ein toller Abenteuerfilm für die ganze Familie

Michael Endes Vorlage habe ich, so meine ich mich zumindest zu erinnern, nie gelesen. Vielleicht liegt diese Einschätzung auch nur daran, dass sich die Adaption der Augsburger Puppenkiste zu sehr in meinem Kopf eingebrannt hat, wie auch „Urmel aus dem Eis“ oder „Schlupp vom grünen Stern“. Dazu zählt natürlich auch der Titelsong „Eine Insel mit zwei Bergen“ und das Wasser aus Zellophanfolie. Ziemlich viel Nostalgie also. Die moderne Adaption von „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ hatte es bei mir dennoch nicht schwer, was natürlich an Michael Endes starker Geschichte und den liebevoll geschriebenen Charakteren liegt.

Die 2018er Produktion ist in erster Linie ein Abenteuerfilm, dem man sein großes Budget von ca. 25 Millionen Euro auch ansieht. Die Reise von Jim Knopf, Lukas und Lokomotive Emma ist wahrlich beeindruckend umgesetzt und es macht viel Spaß, die wunderbar harmonierenden Figuren bei ihren Abenteuern zu begleiten. Auch wenn einige Stationen recht schnell abgehandelt werden, so nimmt sich der Film doch immer wieder Zeit für Gespräche und Charakterszenen. Und natürlich die eine oder andere Albernheit, was für einen Kinderfilm aber auch nicht ungewöhnlich ist. Bonuspunkte gibt es von mir zudem für die bewusst an Bud-Spencer-Filme angelehnte Kampfchoreographie. Inklusive Doppelbackpfeife und Dampfhammer. Herrlich!

Fazit

Mir hat „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ wirklich viel Freude bereitet. Auch wenn viele Effekte zum Einsatz kommen, so spürt man das Herz, mit dem das Buch adaptiert wurde. Ich freue mich nun schon sehr auf den zweiten Teil: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Hanni & Nanni 2 (2012)

Eine ziemlich anstrengende Woche geht zu Ende. Meine Laune könnte besser sein. Zumal morgen der Kindergeburtstag des Zappelinchens ansteht und es natürlich regnen soll. Einen Filmabend sollte es dennoch geben: Das Zappelinchen hat sich „Hanni & Nanni 2“ aus der Bücherei ausgeliehen und somit war die Wahl schnell getroffen…🐔

Hanni & Nanni 2 (2012) | © Universal Pictures Germany GmbH

Hanni & Nanni 2 (2012) | © Universal Pictures Germany GmbH

Netter, deutscher Kinderfilmkitsch

Nachdem mich schon der Vorgänger „Hanni & Nanni“ nicht sonderlich zu begeistern wusste, waren meine Erwartungen gedämpft. Das war auch ganz gut so, denn somit konnte mich die kaum vorhandene Geschichte nicht enttäuschen. Jedes Problem löst sich spätestens am Ende in Wohlgefallen auf, was nicht weiter schlimm ist, doch der Weg dahin ist auch nicht sonderlich spannend. Die eingebaute Kriminalgeschichte ist nett, aber das hat man in vergleichbaren Filmen schon bedeutend besser gesehen.

Die Schauspieler*innen sind mit viel Freude dabei, weshalb man ihnen auch so manche Albernheit verzeiht. Gerade die gestandenen, erwachsenen Darsteller*innen rund um Katharina Thalbach und Suzanne von Borsody. Das war schon ein Vergnügen, den Over-the-Top-Performances zuzuschauen. Die Kinder hatten ebenfalls ihren Spaß damit und somit war für knapp 90 Minuten Unterhaltung gesorgt.

Fazit

Nein, auch „Hanni & Nanni 2“ hat mich nicht vom Hocker gehauen. Der Film tut nicht weh, doch war er für mich über weite Strecken zu kitschig, rosarot und harmlos. Kann man sich aber durchaus anschauen, selbst wenn es nicht mein liebstes Kinderfilm-Franchise wird: 5/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte;  Zwergofant:  7/10 Punkte.)

Die Vampirschwestern 3: Reise nach Transsilvanien (2016)

Letztes Wochenende ist der Filmabend aufgrund des guten Wetters ausgefallen. Heute hat es jedoch wieder viel geregnet und somit waren die Kinder heiß darauf, sich „Die Vampirschwestern 3: Reise nach Transsilvanien“ anzuschauen. Ich selbst war etwas träge, da ich meine zweite Corona-Impfung zwar gut vertragen habe, mich jedoch nicht super fit gefühlt habe. Doch kein Grund, den Filmabend ausfallen zu lassen, zumal ich ja auch den ganzen Tag gearbeitet habe… 🦇🏰

Die Vampirschwestern 3: Reise nach Transsilvanien (2016) | © Sony Pictures Home Entertainment

Die Vampirschwestern 3: Reise nach Transsilvanien (2016) | © Sony Pictures Home Entertainment

Ein runder Abschluss der Filmreihe

Nachdem ich vor dem ersten Teil noch sehr skeptisch war, konnte mich „Die Vampirschwestern 2: Fledermäuse im Bauch“ überzeugen, es hier mit einer doch recht gelungenen Kinderfilmreihe zu tun zu haben. Der dritte Teil führt den positiven Eindruck gekonnt weiter: Dieses Mal verschlägt es die titelgebenden Schwestern nach Transsilvanien, wo Dakaria einen „Star Wars“-Moment erlebt und von der Vampirkönigin Antanasia verleitet wird, zur dunklen Seite zu wechseln. Naja, nicht so richtig, doch der Vergleich hat sich mir förmlich aufgedrängt.

Ansonsten gibt es etliche Slapstick-Szenen, viel kindgerechten Humor und ein paar schöne Abenteuermomente. Das hat mir alles recht gut gefallen und die Kinder waren natürlich begeistert. Da die jungen Schauspieler*innen langsam aber sicher ihren Rollen entwachsen, wird das wohl auch der letzte Teil der Reihe gewesen sein. Das macht aber auch nichts, denn der Abschluss ist rund und in jeder Hinsicht gelungen. Mein Favorit der Reihe bleibt jedoch der Mittelteil.

Fazit

„Die Vampirschwestern 3: Reise nach Transsilvanien“ erweitert die Welt noch einmal und die Reise nach Transsilvanien ist gespickt mit skurrilen Figuren und netten Sets. Natürlich nicht für Erwachsene gemacht, funktioniert das Werk als Familienfilm jedoch wunderbar: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant:  8/10 Punkte.)

The Farewell (2019)

Der letzte Urlaubsabend. Nach einem Tag, der ganz im Zeichen von flügge gewordenen Gartenrotschwänzchen stand, habe ich abends einen Film gewählt, der ganz zur etwas wehmütigen Ferienendstimmung passen sollte: Das Familiendrama „The Farewell“, dessen Blu-ray erst einen Tag zuvor bei mir eingetroffen ist. Ob der Film meine an ihn gerichteten Erwartungen erfüllen konnte? 🤵👰⚰

The Farewell (2019) | © DCM Film Distribution GmbH (Vertrieb LEONINE)

The Farewell (2019) | © DCM Film Distribution GmbH (Vertrieb LEONINE)

Eine Hochzeit und (k)ein Todesfall

„The Farewell“ erzählt eine, zumindest für mich, ungewöhnliche Geschichte und bewegt sich dabei in einem angenehm kleinen Rahmen: Eine tödliche Krankheit, die vor der erkrankten Großmutter geheim gehalten wird. Um dennoch Abschied nehmen zu können, wird eine Hochzeit fingiert, so dass alle Verwandten sie noch einmal sehen können. Unter diesen befindet sich auch Billi, welche eine ganz besondere Beziehung zu ihrer Großmutter besitzt. Aus dieser Prämisse hätte man ein zutiefst schmalziges Werk machen können, das nur so auf die Tränendrüse drückt. Regisseurin Lulu Wang hat diese höchst emotionale Geschichte, die zudem autobiographisch inspiriert ist, jedoch herrlich unsentimental erzählt.

Die Dynamik innerhalb der Großfamilie ist interessant und spannend zu verfolgen. Hinzu kommt eine gewisse Culture-Clash-Komponente, da ein Spannungsfeld zwischen den USA und China (und zu einem deutlich geringeren Maß auch Japan) aufgemacht wird. Hier kann man viel über die unterschiedlichen Kulturen, gerade was ihren Umgang mit Krankheit und Tod angeht, lernen. Lulu Wangs Geschichte richtet dabei nicht, welche Herangehensweise nun die bessere ist, sondern lässt die Frage ziemlich offen. Auch wenn am Ende ein bestimmter Weg beschritten wird. Die kurze Mid-Credit-Szene der echten Nai Nai kam für mich ziemlich überraschend und hat mir ein großes Lächeln auf das Gesicht gezaubert.

Fazit

„The Farewell“ ist ein ruhiger und bedächtig erzählter Film. Man taucht als Zuschauer in eine fremde Familie und Kultur ein, der man sich nur schwer entziehen kann. Trotz des ernsten Themas ist der Film nie bedrückend. Aufgrund der unterschiedlichen Sprachen, kann ich nur empfehlen, ihn im O-Ton zu sehen. Ein bewegendes und doch stets auch humorvolles Drama, das ich nur wärmstens empfehlen kann: 9/10 Punkte.

The King’s Speech: Die Rede des Königs (2010)

Natürlich muss am ersten Urlaubstag ein Film geschaut werden. Erstaunlicherweise war ich abends noch recht fit, obwohl ich einen Halbmarathon, Rasenmähen, wildes Spielen mit den Kids uvm. hinter mir hatte. Schon erstaunlich, was so alles in einen einzigen Tag passt. Auch unser Paketzusteller war fleißig und hat die Blu-ray des Films „The King’s Speech: Die Rede des Königs“ geliefert, welche sogleich ihren Weg in den Player gefunden hat… 🎙

The King's Speech: Die Rede des Königs (2010) | © Senator Home Entertainment (Vertrieb LEONINE)

The King’s Speech: Die Rede des Königs (2010) | © Senator Home Entertainment (Vertrieb LEONINE)

Wunderbares Schauspieler*innen-Kino

Ich kann mich noch genau an mein mangelndes Interesse erinnern, als „The King’s Speech“ damals den Oscar gewann. Ein Film über eine Sprachstörung? Und dazu noch angesiedelt im britischen Königshaus? Puh, nein danke. Inzwischen jedoch habe ich mich in die britische Aristokratie und sogar das filmische (bzw. seriell erzählte) Abbild der britischen Monarchie vorgewagt und wurde erst kürzlich von der Netflix-Serie „The Crown“ bestens unterhalten. „The King’s Speech“ kann man quasi als das Prequel zur Serie betrachten, was letztendlich auch der Auslöser für die heutige Sichtung war.

Zunächst einmal muss ich sagen, dass Tom Hooper „The King’s Speech“ wahrlich beeindruckend inszeniert hat. Einerseits sehr theaterhaft, andererseits aber auch mit sehr filmisch wirkenden Weitwinkelaufnahmen. Fantastisch anzusehen. Die wahre Stärke des Films sind jedoch seine Schauspieler*innen, allen voran Colin Firth als King George VI. und Geoffrey Rush als sein Sprachtherapeut Lionel Logue. Doch auch Helena Bonham Carter ist großartig als Queen Elizabeth. Zunächst dachte ich, dass es ungewohnt sei, sie in dieser Rolle zu erleben, da sie in „The Crown“ mit Prinzessin Margarete ein anderes Mitglied der königlichen Familie verkörpert. Jedoch spielt sie hier so anders, dass ich keinen Gedanken an ihre andere Rolle verschwendet habe.

Fazit

Ja, „The King’s Speech“ ist wirklich so gut wie sein Ruf. Das etwas staubig anmutende Thema wurde so unterhaltsam, wie es vermutlich möglich war, umgesetzt. Er wird nicht mein Lieblingsfilm werden, doch wurde ich mehr als nur positiv überrascht, was vor allem an den großartigen Schauspieler*innen liegt: 8/10 Punkte.