Kill List (2011)

Ich habe einen Lauf. Schon der dritte Film in Folge. Vielleicht versuche ich dadurch zu kompensieren, dass ich momentan nicht laufen kann? Nachdem ich mich vor zwei Tagen getraut habe, „The Empty Man“ zu schauen, bin ich heute mit „Kill List“ einen weiteren Film angegangen, vor dem ich einen gehörigen Respekt hatte. Weil er extrem gewalttätig sein und mit einem düsteren und schockierenden Ende aufwarten soll. Was ist also dran an seinem Ruf? Spoiler sind zu erwarten. 🔥

Kill List (2020) | © Senator Home Entertainment (Vertrieb LEONINE)

Kill List (2020) | © Senator Home Entertainment (Vertrieb LEONINE)

Interessant und doch nicht mein Ding

Die ersten 30 Minuten gestalten sich als häusliches Drama. Ein Elternehepaar bekommt Besuch, es kommt zum Streit. Die Atmosphäre ist unangenehm und die Inszenierung extrem bedrückend. „Kill List“ wirkt hier eher wie ein Arthouse-Drama, das jedoch irgendwie neben der Spur ist. Nicht uninteressant, aber auch irritierend. Im weiteren Verlauf erfährt man, dass es sich bei dem Vater und dem männlichen Teil des Besuchs um zwei glücklose Auftragskiller handelt. Kurz darauf bekommen sie einen neuen Job und wir Zuschauer*innen begleiten sie dabei, wie sie diesen ausführen. Die Atmosphäre wird hier immer dichter und die Gewaltspirale schraubt sich ins Unangenehme. Gerade im Kontrast zur unaufgeregt inszenierten ersten Hälfte recht schockierend. Doch das war erst der Anfang. Es folgen weitere Spoiler.

Im letzten Drittel dreht der Film dann endgültig ab und wir befinden uns in einem Horror-Setting, das die beiden Killer einem mörderischen Kult gegenüberstellt. Es kommt zum drastisch inszenierten Kampf ums Überleben und am Ende eskaliert die Gewalt der Ehefrau und dem Sohn gegenüber. Durchaus intensiv und schockierend umgesetzt, doch so richtig gefühlt habe ich all das nicht. Da war mir das häusliche Drama sowie die seltsame Freundschaft zwischen den Killern näher. Selbst wenn man das Finale als Bild für die häusliche Gewalt liest, so war es für mich doch eher plump und auf den reinen Schockmoment ausgelegt. Kein einfach zu konsumierender Film, doch am Ende hat sich der langsame Aufbau für mich nicht so recht ausgezahlt.

Fazit

Man findet „Kill List“ auf vielen Kultfilmlisten. Er ist zweifellos interessant und bietet einen deprimierenden Blick auf ein paar verlorene Figuren. Dabei springt er so drastisch zwischen den Genres, dass man als Zuschauer*in zweifellos überrascht wird. Für mich passt das alles dennoch nicht so ganz zusammen und wirkt teils eher effekthascherisch als durchdacht. Seltsam, bei solch einem spröde inszenierten Film. Hat für mich leider nur bedingt funktioniert: 6/10 Punkte.

Prey (2022)

Das letzte Urlaubswochenende, die Kinder sind aus dem Haus. So richtig aufraffen, etwas zu unternehmen (das hatten wir schon am Freitag mit einem Live-Escape-Room), konnte ich mich nicht. Also ein Filmabend und „Prey“ wollte ich schon seit Wochen sehen. Somit habe ich mich ins Jahr 1719 gestürzt und endlich das „Predator“-Prequel gesichtet. 🪓

Prey (2022) | © 20th Century Studios

Prey (2022) | © 20th Century Studios

Stilsicher, geradlinig und unterhaltsam

Als ich den Trailer sah, war ich zunächst skeptisch, ob das Konzept aufgeht. Der Clou bei den bisherigen Filmen war ja stets, dass der Predator gegen extrem bewaffnete Sonderkommandos usw. angetreten ist und selbst diese nichts gegen ihn ausrichten konnten. Nun also junge Komantschin, bewaffnet mit einem Beil? Doch meine Vorbehalte sollten sich schnell zerstreuen, denn Dan Trachtenberg (bekannt u.a. für „10 Cloverfield Lane“) baut eine schlüssige Welt auf und nimmt sich Zeit, die Figuren zu etablieren. So gibt es wunderschöne Landschaftsbilder zu sehen und wir lernen Narus Leben und ihr Bestreben, eine Jägerin zu werden, bis ins Detail kennen.

Der Predator wirkt zu Beginn wie ein Fremdkörper in dieser Welt, doch das ist er ja auch. Am stärksten ist „Prey“ immer dann, wenn er zuvor eingeführte Elemente aufgreift und sie im weiteren Verlauf der Geschichte aufgreift. Setup und Payoff weiß Trachtenberg wahrlich gekonnt einzusetzen. Das liebe ich sehr. Da fällt es auch gar nicht groß ins Gewicht, dass die Handlung natürlich sehr geradlinig ist und es auch keine inhaltlichen Überraschungen gibt. Damit ist „Prey“ quasi die Antithese zu Shane Blacks „The Predator“ aus dem Jahr 2018, der versucht hat, die Machismen aus dem Original wieder aufleben zu lassen und mit unzähligen Wendungen zu verknüpfen. Hier gibt es nur den geradlinigen Überlebenskampf einer jungen Frau. Obwohl ich Shane Blacks vielgescholtenen Film durchaus auf trashige Art und Weise unterhaltsam fand, so funktioniert „Prey“ doch so viel besser. In meinem Ranking (ohne die „Alien vs. Predator“-Filme) steht er somit gar an zweiter Stelle:

  1. „Predator“ (1987) | 9/10 Punkte
  2. „Prey“ (2022) | 8/10 Punkte
  3. „Predator 2“ (1990) | 7/10 Punkte
  4. „Predators“ (2010) | 7/10 Punkte
  5. „Predator: Upgrade“ (2018) | 7/10 Punkte

Fazit

Fast schon schade, dass „Prey“ nur eine weitere Streaming-Veröffentlichung ist. Andererseits hätte ich ihn wohl auch nicht im Kino gesehen. Schade eigentlich. Auf jeden Fall hatte ich extrem viel Spaß mit dem Film und kann noch ergänzen, dass er Gewalt so zelebriert, wie man es von einem „Predator“-Film erwarten würde. Fans des Franchises sollten definitiv reinschauen: 8/10 Punkte.

Atlantis: Das Geheimnis der verlorenen Stadt – OT: Atlantis: The Lost Empire (2001)

Eine volle Woche liegt hinter uns. Da das Wetter eher durchwachsen ist, haben wir uns einmal wieder vor dem Fernseher versammelt und einen Film geschaut. Zumindest der Großteil der Familie, denn das Zappelinchen musste aus Gründen aussetzen. Somit gab es nicht das Finale der „Star Wars“-Prequel-Trilogie, sondern „Atlantis: Das Geheimnis der verlorenen Stadt“ aus dem Hause Walt Disney. 🤿

Atlantis: Das Geheimnis der verlorenen Stadt (2001) | © Walt Disney

Atlantis: Das Geheimnis der verlorenen Stadt (2001) | © Walt Disney

Ein ungewöhnliches Disney-Abenteuer

Ich weiß noch genau als damals „Atlantis: Das Geheimnis der verlorenen Stadt“ veröffentlicht wurde. Das war recht zeitgleich zu „Der Schatzplanet“ und beide Filme waren eher untypisch für Disney. Dieser Film war jedoch nicht so leicht zu bekommen, da es nur eine 4:3-Fassung (Pan & Scan) auf die Standard-DVD geschafft hat. Die Version im richtigen Format (2,40:1) wurde nur auf einer Deluxe-Edition-DVD veröffentlich, welche teuer und selten war. Nach ein paar Jahren wurde ich jedoch auf einer Filmbörse fündig und kam endlich in den Genuss des Films. Inzwischen läuft „Atlantis: The Lost Empire“ natürlich auf Disney+ und die Blu-ray bietet ebenfalls das richtige Bildformat (jedoch ohne das umfangreiche Bonusmaterial der Deluxe-Edition-DVD). Man hat es schon nicht leicht als Filmsammler.

Der Film selbst ist für Disney sehr erwachsen: Es gibt keinen Gesang, keine tierischen Nebenfiguren, dafür Blut, Kämpfe und Todesfälle. Wenn ich die Stimmung des Film beschreiben müsste, dann wohl am ehesten als Mischung aus Jules-Verne-Roman, gemischt mit „Indiana Jones“ und „Die Abenteuer von Tim und Struppi“ sowie einem großen Schuss LucasArts-Point-and-Click-Adventure und einem Hauch von „Avatar“. Der harte und kantige Animationsstil, der deutlich von Mike Mignola (Erschaffer der „Hellboy“-Comics) geprägt ist, trägt einen großen Teil zur unverwechselbaren Wirkung des Films bei. Dabei muss ich sagen, dass ich die erste Hälfte, sprich die Expedition bis nach Atlantis, gelungener fand als den phantastischeren zweiten Teil des Films. Dieser ist auch nicht schlecht, wirkt aber generischer.

Fazit

Leider wurde „Atlantis: Das Geheimnis der verlorenen Stadt“ kein allzu großer Erfolg, obwohl es sogar eine Direct-to-Video-Fortsetzung gab. Im Disney-Oeuvre bleibt der Film sowohl aufgrund seines Stils als auch aufgrund seines Inhalts ziemlich einzigartig. Kann ich allen Freund*innen von Animationsfilmen nur empfehlen, auch wenn ihr sonst vielleicht nicht viel mit Disney anfangen könnt: 8/10 Punkte. (Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Chip und Chap: Die Ritter des Rechts – OT: Chip ’n Dale: Rescue Rangers (2022)

Gegen acht Uhr saßen wir plötzlich alle auf dem Sofa. Eigentlich hatten wir erst gestern einen Filmabend, doch die Kids schienen das bereits vergessen zu haben. Nun gut, sind wir mal nicht so. Recht spontan habe ich „Chip und Chap: Die Ritter des Rechts“ angeworfen und war sehr auf den Film gespannt. Auch weil die Kids bisher noch keinen Kontakt zur Serie hatten (mein sporadisches Summen des Titelsongs einmal außen vor gelassen). 🐿🧀

Chip und Chap: Die Ritter des Rechts (2022) | © Walt Disney

Chip und Chap: Die Ritter des Rechts (2022) | © Walt Disney

Ein überraschend großer Spaß!

Als ich kürzlich die ersten Bilder zur Neuverfilmung sah, hatte ich so meine Zweifel, dass dies gut gehen kann. Gerade als Meta-Geschichte. Und das bei einem Franchise, das heute wirklich niemand mehr so richtig kennt. Vielleicht aber auch genau das Richtige für einen spontanen Filmabend? Tatsächlich war ich überrascht, wie gut dieser Ansatz funktioniert: „Chip und Chap: Die Ritter des Rechts“ ist herrlich selbstironisch erzählt – und das nicht nur in Bezug auf das Kern-Franchise. Auch andere Disney-Figuren bekommen ihr Fett weg bzw. haben Gastauftritte. Hinzu kommt noch ein größerer Auftritt von „Sonic the Hedgehog“ bzw. von Ugly Sonic aus dem ersten Trailer zur Verfilmung. Ziemlich abgefahren für Disney. Dadurch wirkt der Film tatsächlich sehr frisch und nah am Zeitgeist.

Inszenatorisch erinnert „Chip und Chap: Die Ritter des Rechts“ am ehesten an „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“, denn auch in dieser Welt leben Zeichentrickfiguren und Menschen zusammen. Das funktioniert auch hier erstaunlich gut. Selbst die Integration von CGI-Charakteren war gelungen. Im Hintergrund wird ein klassisches Rescue-Rangers-Abenteuer abgespult, welches jedoch nur das Vehikel für unzählige Meta-Gags und Anspielungen ist. Irgendwann hatte ich sogar das Gefühl, als würde Disney hier sein eigenes MCU zimmern. Tatsächlich würde ich mir noch weitere Filme in diesem Setting ansehen.

Fazit

Mich hat „Chip und Chap: Die Ritter des Rechts“ über gut 90 Minuten wirklich bestens unterhalten. Jedoch weiß ich jetzt schon, dass nicht viel von dem Film hängen bleiben wird. Auch die Kinder hatten enorm viel Spaß, wenngleich ihnen der nostalgische Bezug komplett gefehlt hat. Dafür haben sie sich über z.B. Dagobert Duck im Hintergrund gefreut. Kein Meisterwerk, aber doch eine erstaunlich frische Interpretation: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Oben – OT: Up (2009) (WS1)

Nach einer anstrengenden Woche und bevor der Zwergofant ins Schullandheim verschwindet, wollten wir noch einen Filmabend veranstalten. Die Wahl ist letztendlich auf Pixars „Oben“ gefallen, dessen Setting die Kinder bereits aus dem Videospiel „Rush: Ein Disney Pixar Abenteuer“ kennen. Höchste Zeit also, ihnen die Geschichte dieses wunderbaren Animationsfilms näherzubringen. 🎈

Oben (2009) | © Walt Disney

Oben (2009) | © Walt Disney

Eine perfekte Mischung aus Drama und Komödie

Ich war abermals überwältigt von der emotionalen Wucht, die „Oben“ uns Zuschauenden entgegenwirft. Die ersten 20 Minuten des Films sind ganz große Kunst und Pixar zieht hier wirklich alle Register, um uns die eine oder andere Träne zu entlocken. Das hat auch dieses Mal wieder geklappt. In dieser Sequenz habe ich gemerkt, dass die Kids noch nicht komplett mitgehen. Ich musste so manche eher subtile Andeutung (z.B. Ellie und Carl können keine Kinder bekommen) erklären. Auch was das Abenteuer als Sehnsucht bedeutet und dass es sich um die geraffte Darstellung eines ganzes Lebens handelt. Hier spricht „Oben“ eher die reiferen Zuschauenden an. Als dann das große Abenteuer startet, waren die Kids auch komplett mit an Bord.

Bei der heutigen Sichtung hat mich am meisten überrascht, wie unfassbar witzig „Oben“ doch in manchen Szenen ist. Die Kinder haben sich teils weggeschmissen vor Lachen und auch ich habe mich sehr amüsiert. Im weiteren Verlauf gelingt Pete Docter (u.a. „Soul“) immer wieder das Kunststück, tief emotionale Szenen mit absurder Action und herrlichem Slapstick zu kombinieren. Das habe ich in dieser Kombination nur selten gesehen. Vermutlich am ehesten in den anderen Filmen des Regisseurs (z.B. „Alles steht Kopf“). Wahrlich kunstvollen Storytelling.

Fazit

„Oben“ hat mir heute mindestens genauso gut gefallen, wie bei der ersten Sichtung. Damals war dies übrigens mein erster Film nach der Geburt des Zappelinchens. Wahnsinn wie die Zeit vergeht. Heute sitze ich, fast 12 Jahre später, mit beiden Kindern vor dem Fernseher und schaue den gleichen Film. Manchmal kommt es mir so vor, als würde auch mein Leben im Zeitraffer an mir vorüberziehen: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Peter Hase – OT: Peter Rabbit (2018)

Nach einem recht ruhigen Karfreitag, an dem das Zappelinchen und ich die Oma besucht hatten, stand abends die Frage im Raum, ob der Zwergofant denn fit genug für einen Film sei. Die Antwort lag auf der Hand und somit gab es mit „Peter Hase“ zwar keinen Oster- aber einen Hasenfilm. Wenn sich der Rest der Familie nun nach den Hustenattacken während des Filmabends nicht angesteckt hat, dann grenzt das an ein Wunder. Doch wie war eigentlich der Film? 🐰

Peter Hase (2018) | © Sony Pictures Home Entertainment

Peter Hase (2018) | © Sony Pictures Home Entertainment

Ein erstaunlich unterhaltsamer Hasenfilm

Ich konnte „Peter Hase“ im Vorfeld überhaupt nicht einordnen. Klar kenne ich die Zeichnungen und vermutlich habe ich auch mal ein paar Bücher durchgeblättert, doch einen richtigen Bezug habe ich zur Vorlage nicht. Das Zappelinchen kannte den Film bereits und war überzeugt, dass er auch dem Rest gefallen würde. Ich hatte etwas in Richtung „Hop: Osterhase oder Superstar?“ erwartet, wurde dahingehend aber positiv überrascht. Letztendlich hat mich „Peter Hase“ wohl am ehesten an die „Paddington“-Filme erinnert, ohne dass er jedoch deren immens hohes Niveau erreicht.

Ich mochte die Animationstechnik, welche wunderbar reale Schauspieler*innen und CGI kombiniert, und den Humor wirklich sehr gerne. Im englischen Original funktioniert der Film bestimmt noch einmal besser, zumal Rose Byrne und Domhnall Gleeson eine wirklich gute Figur machen und der Voice-Cast der Tiere auch recht beeindruckend ist. Nicht so gut gefallen hat mir die Einbindung unzähliger Pop-Nummern, was oft ziemlich aufgesetzt wirkt. Da war die Schlagzahl einfach zu hoch und es wäre auch nicht nötig gewesen. Die nostalgisch angehauchte Landidylle gepaart mit modernem Humor und der Konfrontation zwischen Mensch und Tier hätte vollkommend ausgereicht.

Fazit

Mich hat „Peter Hase“ wirklich positiv überrascht. Ein rundum gelungener Familienfilm. Die Kinder haben oft lauthals gelacht, was ich stets als gutes Zeichen werte. Sobald die Fortsetzung im frei verfügbaren Stream läuft, werden wir bestimmt auch einen Blick darauf werfen. Macht Spaß: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

A Lonely Place to Die: Todesfalle Highlands (2011)

Endlich Urlaub! Ich komme nach Hause und der Zwergofant hustet und hat Fieber. Was für ein Timing diese Kinder haben. Grandios. Jedenfalls wollte ich mich mit einem Film ablenken und habe „A Lonely Place to Die: Todesfalle Highlands“ in den Player geschoben. Der Survival-Thriller stand schon länger auf meiner Liste und ich war gespannt, was er, neben seiner Kulisse, so zu bieten hat. ⛰

A Lonely Place to Die: Todesfalle Highlands (2011) | © Ascot Elite Home Entertainment

A Lonely Place to Die: Todesfalle Highlands (2011) | © Ascot Elite Home Entertainment

Von den Bergen in die Stadt: erst top, dann Flop

Die erste Hälfte des Films fand ich wirklich gelungen: Zwei Pärchen und ein Freund machen einen Kletterausflug in die schottischen Highlands und finden dabei ein Mädchen, das in einer vergrabenen Kiste gefangen gehalten wird. Eine simple Prämisse, die jedoch wirklich spannend inszeniert wurde. Den Weg zurück in die Zivilisation versuchen die Entführer zu vereiteln und hier hat mich der Film schon etwas verloren: Das Mysterium wird zu früh aufgelöst und die Bösewichte bleiben blass und gesichtslos. Dennoch ist die Hatz über Stock und Stein mitreißend inszeniert und stets spannend.

Die zweite Hälfte des Films spielt in einer Kleinstadt, wo noch ein paar angeheuerte Söldner die Lösegeldübergabe überwachen sollen. Es kommt zu Schießereien und wird unfassbar generisch bis albern. Hier hatte mich der Film endgültig verloren. Sowohl das Setting als auch die Auflösung der Geschichte sind so 08/15-Thriller-mäßig, dass ich beinahe eingeschlafen bin. Wirklich schade, um die tolle erste Hälfte.

Fazit

Leider konnte mich „A Lonely Place to Die: Todesfalle Highlands“ nicht wirklich begeistern. Ich mochte die Naturaufnahmen, das Setting und den Spannungsaufbau am Anfang wirklich gerne, doch dann fällt der Film extrem stark ab. Insgesamt kann ich leider keine Empfehlung aussprechen: 5/10 Punkte.

WALL·E (WALL-E) (2008) (WS1)

Eine ziemlich auslaugende Woche ist zu Ende. Gar nicht mal so sehr aufgrund der äußeren Umstände, als im ganz Kleinen. Zudem schlägt mir das regnerisch kalte Wetter aufs Gemüt. Zeit also für den wöchentlichen Filmabend. Dieses Mal stand „WALL·E“ auf dem Programm, den sich der Zwergofant schon länger gewünscht hatte. Wie das Pixar-Werk ankam, lest ihr in der folgenden Besprechung… 🌍🚀

WALL·E (2008) | © Walt Disney

WALL·E (2008) | © Walt Disney

Eher ein Film für das erwachsene Publikum?

Meine letzte Sichtung von „WALL·E“ liegt bereits 14 Jahre zurück. Sprich der Film hat schon 14 Jahre auf dem Buckel. Das ist für mich gerade ein wenig unfassbar, gehört „WALL·E“ in meinem Kopf doch immer noch zu den jüngeren Filmen von Pixar. Davon abgesehen, dass ich mich gerade unglaublich alt fühle, funktioniert diese Romanze zwischen zwei Robotern immer noch unglaublich gut. Auch audiovisuell merkt man dem Film sein Alter kaum an. Gerade die Szenen auf der zerstörten Erde sehen immer noch überragend gut aus. Auch die mechanischen Protagonist*innen sind großartig in Szene gesetzt. Einzig bei der Darstellung der Menschen merkt man, dass die Technik in den letzten 14 Jahren doch einige Fortschritte gemacht hat. Aber vielleicht liegt das auch am Look an sich, denn ich fand die comichafte Anmutung im Kontrast zu den Realaufnahmen bereits bei der ersten Sichtung befremdlich.

Auch ansonsten hat sich meine Einschätzung des Films kaum geändert: Die erste Hälfte auf der Erde, WALL·Es Umherstreifen und nostalgisches Erkunden, das Kennenlernen zwischen ihm und EVE, das ist wirklich alles großartig. Hier ist „WALL·E“ einfach Film pur. Der Geschichte wird hier viel Zeit eingeräumt und alles geschieht ohne Worte und nur durch Handlung. Auf dem Raumschiff wird das Tempo deutlich erhöht und der Film handlungsgetriebener. Auch das funktioniert wunderbar, ist unterhaltsam und mitreißend. Allerdings nicht mehr ganz so gelungen, wie noch der erste Teil. Die Botschaft des Films ist heute noch relevanter als damals, was sie vielleicht ein wenig zu forciert wirken lässt. Aber das sind nur kleine Aspekte, die der Qualität des Films nicht abträglich sind.

Fazit

Auch bei meiner zweiten Sichtung konnte mich „WALL·E“ begeistern. Den Kindern hat er nicht so gut gefallen. Der Zwergofant hatte sich etwas anderes darunter vorgestellt (was genau muss ich morgen noch herausfinden) und das Zappelinchen saß eher unbeteiligt auf dem Sofa. Vielleicht spricht der Film thematisch und inszenatorisch einfach ein eher erwachsenes Publikum an? 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 6/10 Punkte;  Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Rot – OT: Turning Red (2022)

Schon wieder geht eine Woche zu Ende. Rasend schnell. In vielerlei Hinsicht war sie sehr anstrengend, was größtenteils am weltpolitischen Geschehen liegt. Hinzu kommt die beständige Unsicherheit aufgrund von Corona, was sich durch die Klassen pflügt. Aber Hauptsache Freedom-Day-Bullshit. Genügend Gründe, um mit dem brandneuen Pixar-Film „Rot“ dem Alltag zu entfliehen. Startdatum auf Disney+ war heute. 🐼🏮

Rot (2022) | © Walt Disney

Rot (2022) | © Walt Disney

„Rot“ funktioniert wunderbar auf allen Ebenen

Es ist schon wirklich erstaunlich, wie es Pixar ein aufs andere Mal gelingt, Geschichten zu erzählen, die man so noch in keinem anderen Mainstream-Animationsfilm gesehen hat. „Rot“ ist ein astreiner Coming-of-Age-Film, der sich zu 100% auf den Beginn der Pubertät aus weiblicher Perspektive fokussiert. Auch das Zielpublikum hat sich gewandelt. Bisher haben die meisten Pixar-Filme jüngere Kinder und Erwachsene gleichermaßen angesprochen. Klar, auch „Rot“ funktioniert für alle Altersstufen. Und doch setzt er den Fokus erstmals auf Teenager*innen. Sowohl in der flippigen, teils an Animes erinnernden Inszenierung, als auch inhaltlich. Das dürfte nicht allen Erwachsenen gefallen, welche sich bei „Soul“ oder „Luca“ noch heimisch gefühlt haben.

Der rote Panda, in den sich unsere Protagonistin Mei bei Gefühlsregungen jeglicher Art verwandelt, ist eine wenig subtile Metapher auf die Pubertät. Regisseurin Domee Shi hat „Rot“ jedoch so unterhaltsam inszeniert, dass dies zu keinem Zeitpunkt plump oder forciert wirkt. Die fantastischen Elemente fügen sich erstaunlich gut in die doch eher realistische Welt ein, was wirklich bewundernswert ist. Selten habe ich Teenage Angst so intensiv, emotional und nachvollziehbar umgesetzt gesehen. Ich habe in vielen Szenen wirklich mit Mei mitgelitten. Auch als Elternteil habe ich mich erkannt, denn hier liegt der Schmerz auf der anderen Seite. Und es wird unausweichlich zu Auseinandersetzungen kommen bzw. kommt es ja jetzt schon, denn der Wandel ist unaufhaltsam und wir werden uns auseinanderleben. Aber nicht verlieren. Diese Botschaft ist wahrhaftig und hat mich wirklich berührt.

Fazit

„Rot“ ist anders, als die meisten anderen Animationsfilme des Studios. Der Film hat mich berührt und auch zum Nachdenken gebracht. Wenn in den nächsten Tagen der rote Panda einmal wieder aus dem Zappelinchen herausbricht, dann werde ich vielleicht nachsichtiger sein. Auch bei den Kindern kam der Film gut an, wenn auch wohl, zumindest für den Zwergofanten, auf einer anderen Ebene. Auf jeden Fall eine dicke Empfehlung: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte;  Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Die Besprechung ist Teil des CMARCH, der Blogaktion für Kinderfilme des Sneakfilm-Blogs.

Die Schule der magischen Tiere (2021)

Das Zappelinchen braucht ein neues Jugendzimmer, also sind wir heute durch diverse Möbelhäuser getingelt. Da sich mein letzter Kinobesuch gut angefühlt hat, habe ich vorgeschlagen, ob wir nach der Möbeltour nicht noch in „Die Schule der magischen Tiere“ gehen sollten. Immerhin waren wir ja eh schon in der Stadt. Somit war ich diese Woche zweimal im Kino. Verrückt. 🐢🦊

Die Schule der magischen Tiere (2021) | © LEONINE

Die Schule der magischen Tiere (2021) | © LEONINE

Kunterbuntes Kinoabenteuer mit Tier und Gesang

„Die Schule der magischen Tiere“ ist eine extrem populäre Buchreihe von Margit Auer und ich muss gestehen, dass ich die Vorlage nur am Rande kenne. Früher den Kids ein paar Kapitel vorgelesen und teils den Hörbüchern gelauscht. Aber nie richtig am Stück. Meine Kinder lieben die Bücher jedoch und somit waren sie heiß auf den Film, seit sie wussten, dass er ins Kino kommt. Inzwischen sind die Vorstellungen selten geworden, doch heute hat es einfach gepasst. Die Vorfreude war groß und ich habe mich mit den Kids gefreut. Schließlich waren wir schon ewig nicht mehr zusammen im Kino.

Der Film sieht aus wie ein typischer deutscher Kinderfilm: Eine idyllische Kleinstadt, die Farbsättigung schön nach oben gedreht, eine Schule in einem alten Schloss und eine Clique von Kids, die sich zusammenraufen muss. Nur eben statt Krimielementen, wie z.B. bei „Die drei !!!“, gibt es nun eben magische Tiere. Und diese sind wirklich toll animiert. Die Geschichte und Figuren funktionieren auch, selbst wenn es keinerlei Überraschungen gibt. Einzig befremdlich fand ich die Gesangnummern, die wie in einem Musical in den Film integriert waren. Das hätte es nicht gebraucht.

Fazit

Unser Kinobesuch von „Die Schule der magischen Tiere“ war toll, keine Frage. Das war überfällig nach zwei Jahren Pandemie. Der Film selbst ist auch nett, gerade für Kinder, welche die Vorlage kennen. Ich hatte auch meinen Spaß damit, selbst wenn weit nicht alles perfekt war: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte;  Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Die Besprechung ist Teil des CMARCH, der Blogaktion für Kinderfilme des Sneakfilm-Blogs.