Hercules (1997)

Nachdem wir den Wunsch der Kinder nach einem Filmabend schon mehrfach ausgeschlagen hatten (das Wetter war einfach zu gut, um sich vor den Fernseher zu setzen), war es heute endlich soweit: Mit „Hercules“ wanderte dann auch ein Disney-Film in den Blu-ray-Player, den ich bisher noch nicht kannte. Wie dieser letztendlich bei uns ankam, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Hercules (1997) | © Walt Disney

Hercules (1997) | © Walt Disney

Disneyfizierung griechischer Mythologie

„Hercules“ zählt zu den letzten Filmen des Studios, bevor sie sich Anfang der 2000er Jahre an 3D-Animation versucht hatten. Viele Filme dieser Ära gelten als nicht besonders gelungen, doch ich finde gerade Werke wie „Ein Königreich für ein Lama“, „Der Schatzplanet“ oder den erst jüngst gesehenen „Lilo & Stitch“ durchaus sehenswert. Im Gegensatz zu den genannten Filmen ist „Hercules“ jedoch ein überaus klassischer Disney-Film geworden, auch wenn er sich nicht an Märchen, sondern der griechischen Mythologie bedient. Ansonsten haben wir aber alles, was wir bereits dutzendfach gesehen haben: Eine bekannte, disneyfizierte Geschichte, eine typische Heldenreise, lustige Sidekicks und schmissige Musical-Szenen. Alles in „Hercules“ wirkt einfach viel zu bekannt.

Audiovisuell ist „Hercules“ eine wahre Freude: knallbunt und verspielt. Mit skurrilen Figuren durchsetzt und tollen visuellen Einfällen. Die Songs machen Spaß, auch wenn mir keiner so wirklich im Gedächtnis geblieben ist. Einzig die frühen CGI-Effekte wirken ein wenig wie Fremdkörper im Film. Insgesamt hatte ich meinen Spaß mit der Geschichte, auch wenn die große Begeisterung ausblieb. Die Kids waren da deutlich begeisterter und gerade der Zwergofant hat trotz der teils wirklich düsteren Szenen in der Unterwelt gut durchgehalten. Vermutlich wird einfach groß. Schnief.

Fazit

Auch wenn ich „Hercules“ mochte und froh bin, ihn endlich gesehen zu haben, so mochte sich die übliche Disney-Begeisterung nicht so recht einstellen. Zweifellos ein extrem hochwertiger Animationsfilm mit vielen witzigen Ideen, aber inhaltlich doch zu sehr Schema F. Keiner meiner persönlichen Disney-Klassiker: 7/10 Punkte.

Das Sams im Glück (2012)

Heute hat es zum erstem Mal seit Wochen deutlich unter 30 °C. Kühl ist es immer noch nicht, doch die Voraussetzungen für einen Filmnachmittag waren schon lange nicht mehr so gut. Da wir aktuell „Das Sams im Glück“ aus der Bücherei geliehen haben, packten wir die Gelegenheit beim Schopfe und haben endlich den letzten Teil der Realfilmreihe rund um das Sams und die Familie Taschenbier geschaut.

Das Sams im Glück (2012) | © Universum Film GmbH

Das Sams im Glück (2012) | © Universum Film GmbH

Ein durchaus gelungener Abschluss der Trilogie

Im Gegensatz zum direkten Vorgänger „Das Sams in Gefahr“ aus dem Jahr 2003 orientiert sich der Film über weite Strecken wieder näher am ersten Teil: Der Sohn der Familie Taschenbier spielt keine Rolle mehr und die Schauspielerin Aglaia Szyszkowitz, die Frau Taschenbier bereits in „Das Sams“ verkörpert hat, kehrt zurück. Ansonsten wirkt „Das Sams im Glück“ noch einmal moderner inszeniert und wir Zuschauer bekommen einen kleinen Einblick in die Welt der Samse. Dies wäre nicht unbedingt nötig gewesen, hat aber die Kinder nicht weiter gestört.

Auch wenn die beiden Vorgänger oft schon reichlich albern waren, so wird der kindgerecht überzogene Slapstick hier auf die Spitze getrieben. Den Kindern hat das gefallen, für mich wäre weniger mehr gewesen. Das Finale wirkt recht endgültig und ich vermute, dass das Kapitel Sams, zumindest was diese Realfilmreihe angeht, nun endgültig abgeschlossen ist.

Fazit

Auch wenn „Das Sams im Glück“ für mich eindeutig der schwächste Film der Trilogie ist, so bietet er doch nette und kindgerechte Unterhaltung. Insgesamt wirklich empfehlenswert, da das „Das Sams“ zurecht zu den deutschen Kinderbuchklassikern zählt. Bamberg als Schauplatz ist zudem immer eine Reise wert, auch in diesem Teil: 6/10 Punkte.

The LEGO Movie (2014) (WS1)

Nach unserem Besuch im Legoland sind wir nach wie vor im Lego-Fieber. Da das Wetter heute nicht zu einem lauschigen Abend auf der Terrasse eingeladen hat, haben wir einmal wieder einen Filmabend veranstaltet. In den Player ist natürlich „The LEGO Movie“ gewandert, was ich mir mindestens ebenso sehr gewünscht habe, wie die Kinder. Wie der Film im Vergleich zu meiner ersten Sichtung abgeschnitten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

The LEGO Movie (2014) | © Warner Home Video

The LEGO Movie (2014) | © Warner Home Video

Everything Is (Still) Awesome

Im Legoland wurden wir mehrfach dem Trailer von „The LEGO Movie 2“ ausgesetzt. Auch die Sets des Films waren aufgebaut und wir hätten den Film im Park sogar sehen können. Wäre die Blu-ray bereits erhältlich gewesen, hätte ich direkt zugeschlagen. So muss nun aber der erste Teil noch einmal herhalten, was auch gar nicht schlimm ist, denn die Kinder kannten ihn noch nicht und auch ich habe mich sehr auf eine zweite Sichtung gefreut. Vielleicht liegt es am momentanen Lego-Wahn, aber ich hatte wieder genauso viel Spaß wie bei der ersten Sichtung. Dieses Mal sogar in 3D, was die visuelle Wucht von „The LEGO Movie“ tatsächlich noch einmal aufwerten konnte.

Inhaltlich war ich erneut erstaunt, auf wie vielen Ebenen „The LEGO Movie“ doch funktioniert:

  • Als Lego-Fanfilm (und -Werbefilm),
  • als fast schon ernsthaft düstere Dystopie,
  • als kunterbuntes Abenteuer,
  • als Parodie auf alles und jeden und
  • als Feiern der Kindheit und Kreativität.

Dabei wirkt der Film zu jederzeit leicht und unbeschwert. Die unterschiedlichen Elemente fügen sich, wie die titelgebende Bausteine, spielend zusammen und entführen sowohl kindliche als auch erwachsene Zuschauer auf ein kunterbuntes Abenteuer. Es ist unfassbar, wie viel Spaß der Film macht. Einfach nur toll. Einzig die Realszenen, so toll (wie auch naheliegend) ich die Idee auch finde, wirken ein wenig forciert. Aber vielleicht ist das nach 90 Minuten Non-Stop-Lego-Action auch einfach ganz normal. Die Kinder waren beide übrigens auch sehr begeistert. Speziell von dem Kniff das alles eine gespielte Geschichte war.

Fazit

Ich habe Lego als Kind geliebt, heute lieben meine Kinder Lego und auch ich bin nach wie vor davon begeistert. Sollte das hier tatsächlich nur eine gigantisch gute Content-Marketing-Masche sein, dann ziehe ich meinen Hut. Hier ist alles super! Nun freue ich mich noch mehr auf den zweiten Teil: 9/10 Punkte. Lohnen sich eigentlich „The LEGO Batman Movie“ und „The LEGO Ninjago Movie“ auch?

Game Night (2018)

Die kurze, aber knackige Arbeitswoche ist vorbei! Nachdem das letzte Wochenende aus Gründen ohne Filmsichtung geblieben ist, habe ich heute „Game Night“ in den Player geschoben. Erwartet habe ich eine witzige, anspruchslose Komödie und die bekam ich tatsächlich auch zu sehen…

Game Night (2018) | © Warner Home Video

Game Night (2018) | © Warner Home Video

Lasset die Spiele beginnen!

Wo fange ich an? „Game Night“ ist eine typische Hollywood-Komödie ohne große Überraschungen und nach bekannter Formel erzählt. Sogar Jason Bateman spielt die Hauptrolle! Warum ist dieser Mix nach dem stilistischen Vorbild von „Hangover“ oder „Kill the Boss“ dennoch so unterhaltsam? Vielleicht funktioniert die Mischung aus Thriller, Krimi und Komödie einfach? Vielleicht sind es die harmlosen Kabbeleien gepaart mit echter Action? Ich kann es nicht sagen, doch wurde ich über knapp zwei Stunden bestens unterhalten. Dabei ist „Game Night“ zu harmlos, um wirklich mitreißen zu können und wandelt zu sehr auf ausgetretenen Pfaden, um als innovativ zu gelten. Im Prinzip bekommen wir eine Comedy-Variante von David Finchers „The Game“ präsentiert, die erstaunlich detailverliebt inszeniert wurde (selbst der abgegriffene Tilt-Shift-Effekt macht nach dem schön gestalteten Abspann Sinn).

Der seltsam eingängige Genre-Mix funktioniert erstaunlich gut, wenngleich ich auch nur bei einer Szene (Stichwort: Hund und Blut) Tränen lachen musste. Die restlichen Pointen haben mir höchstens ein Schmunzeln oder Anerkennung für den Aufbau der Gags entlockt. Dennoch war ich immer bei den Figuren dabei, die in ihrer kompletten Naivität beinahe schon bemitleidenswert sympathisch rüberkommen.

Fazit

„Game Night“ ist kein Film für die Ewigkeit und er wird auch keinen neuen Comedy-Trend entfachen. Wer für einen Abend gute Unterhaltung sucht, der kann hier bedenkenlos zugreifen. Ich hatte viel Spaß mit diesem Spieleabend: 7/10 Punkte.

Frozen: Eiskalter Abgrund (2010)

Immer wenn ich mit einem Sessellift fahre, stelle ich mir die Frage, was ich machen würde, wenn ich unterwegs aussteigen müsste. Geht euch doch auch so, oder? Schon seit einigen Jahren weiß ich um den Film „Frozen: Eiskalter Abgrund“, der genau diese Prämisse zum Thema macht. Da ich vergangenes Wochenende in Bad Tölz erst wieder Sessellift  gefahren bin, war es endlich einmal Zeit für den Film…

Frozen: Eiskalter Abgrund (2010) | © Universum Film GmbH

Frozen: Eiskalter Abgrund (2010) | © Universum Film GmbH

Skiiiiifoarn or Die Tryin‘

Ja, „Frozen“ (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Disney-Film) ist einer dieser Filme, die mit einer wunderbar fokussierten Prämisse aufwarten, die sich in einem Satz zusammenfassen lässt: Drei Freunde werden auf einem Ski-Trip im Sessellift vergessen und müssen um ihr Überleben kämpfen. So einfach und doch so effektiv. Ich liebe Filme dieser Art, auch wenn die meisten ihr Versprechen meist nicht einlösen können. Auch Adam Greens „Frozen“ fängt stark an, doch schon bei der ersten dramatischen Szene musste ich aufgrund der unfreiwilligen Komik lachen. Glücklicherweise besinnt sich der Film danach wieder auf seine Stärken und lässt die Ausweglosigkeit der Situation auf uns Zuschauer wirken. Letztendlich ist der Verlauf der Handlung ziemlich bitter und uns wird kaum ein leichter Augenblick geschenkt.

Inszeniert ist „Frozen“ wirklich großartig. Man merkt, dass die Crew um Adam Green den kompletten Film on location gedreht hat, sprich es gibt echten Schnee, echte Wölfe und echte Berge. Das wirkt und hätte mit Greenscreen und CGI nicht halb so gut funktioniert. Leider können weder die Schauspieler noch das Drehbuch mit den formalen Aspekten mithalten. Die Figuren agieren unlogisch und begeben sich schnell in Klischees, was Dialoge und Aktionen angeht. Mit etwas mehr Fallhöhe – pardon the pun – und mehr Feinschliff, was das Drehbuch angeht, hätte hier ein wirklich intensiver, kleiner Reißer entstehen können. So wird das anvisierte Ziel, als „Der weiße Hai“ für Skifahrer etabliert zu werden, doch nicht ganz erreicht.

Fazit

Auch wenn mich „Frozen“ nicht wirklich begeistern konnte, so ist mir der Film doch sehr sympathisch. Zudem hat er mir gezeigt, wie ich nicht aus einer hängen gebliebenen Gondel aussteigen sollte. Wer weiß, wann mir das noch einmal helfen wird? Freunde von etwas abseitigeren Genre-Filmen sollten ruhig mal einen Blick riskieren, auch wenn einiges an Potenzial liegengelassen wird: 6/10 Punkte.

Letztendlich sind wir dem Universum egal – OT: Every Day (2018)

Heute war war ein extrem voller Tag: Von einem Kindergeburtstag bis hin zum Rasenmähen, Vertikutieren und Co. waren wir von früh bis spät bei herrlichstem Wetter draußen. Da hat es sich schon fast komisch angefühlt, sich abends nicht auf die Terrasse zu setzen, doch bis es soweit ist, wird es noch dauern. Also ab aufs Sofa und mit „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ die Verfilmung eines wunderbaren Romans angeschaut. Ob die Adaption der Vorlage gerecht werden konnte?

Letztendlich sind wir dem Universum egal (2018) | © Splendid Film/WVG

Letztendlich sind wir dem Universum egal (2018) | © Splendid Film/WVG

Alles eine Frage der Perspektive

Ich hatte von der Verfilmung gelesen, kurz nachdem ich den Roman „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ beendet hatte. Schon damals war ich eher skeptisch, ob und wie diese Geschichte für das Kino adaptiert werden kann, aber ich habe mich auch auf den Film gefreut. Danach habe ich ihn jedoch aus den Augen verloren, bis er mir neulich in einer Verkaufsaktion aufgefallen ist. Aber auch nur aufgrund des Titels, denn das Cover sieht verdächtig nach 08/15-Teenie-Film aus. Dennoch war ich zu neugierig, als dass ich mich davon hätte abschrecken lassen. Nach der Sichtung kann ich nun sagen: Es ist eine typische Buchverfilmung. Der Kern der Geschichte ist definitiv da, doch die feinen Nuancen und Besonderheiten der Vorlage haben es nur bedingt in das neue Medium geschafft.

Am deutlichsten fällt wohl der Wechsel der Perspektive auf: Im Buch wird die gesamte Geschichte durch die Augen von A erzählt. Rhiannons Perspektive bleibt uns fremd. Der Autor David Levithan hat diese in einem zweiten Roman „Letztendlich geht es nur um dich“ verarbeitet, welcher vermutlich auch mit Grundlage für das Drehbuch des Films war. Die Geschichte wirkt dadurch deutlich konventioneller, wenngleich ich es bemerkenswert finde, wie konsistent A von den unterschiedlichen SchauspielerInnen dargestellt wurde. Im Gegensatz zum Buch steht die Liebesgeschichte noch viel deutlicher im Mittelpunkt und wir Zuschauer bekommen nur wenig Einblick in das vorherige Leben von A. Das fand ich schade, bedingt diese Änderung doch klar die Wahrnehmung von „Every Day“ als weitere Teenie-Romanze.

Fazit

Auch wenn wir in „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ nur einen Teil der Geschichte zu sehen bekommen und der Fokus zu sehr auf der Romanze liegt, so empfand ich den Film durchaus als gelungene Adaption. Zumindest hat er bei mir Erinnerungen an den Roman geweckt. Mit mehr Mut hätte etwas richtig Großes daraus werden können, doch auch so besitzt Michael Sucsys Film immer noch eine schöne Botschaft. Im Zweifel jedoch lieber das Buch lesen: 7/10 Punkte.

Tremors 2: Die Rückkehr der Raketenwürmer – OT: Tremors II: Aftershocks (1996)

Eine weitere Woche geht zu Ende. Eine Woche mit viel Arbeit, unbefriedigenden Neuigkeiten und zu viel Schmerzmittel. Eine Woche, die geradezu nach einem entspannten filmischen Abschluss schreit: Nachdem es erst letzte Woche den grandiosen Vorgänger gab, hat heute natürlich „Tremors 2: Die Rückkehr der Raketenwürmer“ den Weg in den Blu-ray-Player gefunden…

Tremors 2: Die Rückkehr der Raketenwürmer (1996) | © Universal Pictures Germany GmbH

Tremors 2: Die Rückkehr der Raketenwürmer (1996) | © Universal Pictures Germany GmbH

Als die Graboiden laufen lernten

Ich weiß noch genau, wie sehr ich mich damals gefreut habe, als ich erfuhr, dass es eine Fortsetzung von „Tremors: Im Land der Raketenwürmer“ gibt. Tatsächlich habe ich die Nachfolger des Kultfilms erst mit ihrem DVD-Release kennengelernt, doch war ich schon damals positiv überrascht von ihnen. Für eine Direct-to-Video-Produktion konnte „Tremors 2: Die Rückkehr der Raketenwürmer“ wunderbar an den Vorgänger anschließen und hat sogar ganz eigene Elemente in die Reihe eingebracht. Für mich war es damals eine große Überraschung, die nächste Entwicklungsstufe der Graboiden zu sehen – und wie wir heute wissen, sollte dies nicht die letzte gewesen sein.

Auch wenn Kevin Bacon nicht mehr mit von der Partie ist, gelingt es Fred Ward erneut, seiner Figur des ersten Teils ihren typischen rauen Charme zu verleihen. Christopher Gartin als neuer Sidekick nervt zu Beginn ein wenig, jedoch entwickelt sich zwischen den beiden Graboiden-Jägern durchaus eine unterhaltsame Dynamik. Auch Michael Gross ist als Burt Gummer wieder mit von der Partie und legt mit seinem überzogenen Auftritt den Grundstein für seine wiederkehrende Paraderolle.

Fazit

Auch wenn „Tremors II: Aftershocks“ weit nicht mehr der perfekte Monsterfilm ist, wie es der Vorgänger war, so ist er eine wirklich gelungene Fortsetzung. Gerade in diesem Genre ist das wahrlich nicht selbstverständlich. Ich hatte erneut sehr viel Spaß mit der bunten Monsterhatz und freue mich jetzt schon auf die bald anstehende Rückkehr nach Perfection: 7/10 Punkte.

Tremors: Im Land der Raketenwürmer (1990)

Da heute der letzte Ferientag war, haben wir mit den Kindern noch einen spontanen Spieleabend veranstaltet. Auch wenn deshalb recht spät Ruhe eingekehrt ist, wollte ich nicht auf den Film am Freitagabend verzichten. Die Wahl ist aus Gründen, die ich weiter unten erörtern werde, auf „Tremors: Im Land der Raketenwürmer“ gefallen. Was, ihr kennt den Film nicht? Dann schleunigst weiterlesen…

Tremors: Im Land der Raketenwürmer (1990) | © Universal Pictures Germany GmbH

Tremors: Im Land der Raketenwürmer (1990) | © Universal Pictures Germany GmbH

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Sams in Gefahr (2003)

Nach einem guten Monat Pause, haben wir heute einmal wieder einen Filmabend veranstaltet. Das war auch bitter nötig, denn die Woche war sehr anstrengend und überhaupt ziemlich doof. Die Kinder haben sich „Sams in Gefahr“ gewünscht und somit sind wir erneut ins benachbarte Bamberg gereist, um neue Abenteuer mit der Familie Taschenbier und ihrem Sams zu erleben…

Sams in Gefahr (2003) | © Constantin Film

Sams in Gefahr (2003) | © Constantin Film

Eine durchweg sympathische Fortsetzung

Obwohl „Sams in Gefahr“ nur zwei Jahre nach „Das Sams“ erschienen ist, so wirkt der Film in vielerlei Hinsicht doch um einiges moderner. Dies ist einerseits ein Vorteil, wenn es generell um den Look des Films geht, andererseits aber auch ein Nachteil, wenn der Regisseur zu sehr auf eher unausgereifte CGI-Effekte setzt. Alles in allem erzählt aber auch der zweite Teil, der übrigens elf Jahre nach den Geschehnisses des Vorgängers spielt, eine sympathische Geschichte, in deren Zentrum der Sohn von Herrn Taschenbier steht. Mit Sportlehrer Daume gibt es zudem einen klassischen Bösewicht, der herrlich überzogen von Dominique Horwitz verkörpert wird.

Neben den, gerade für Kinder, sehr amüsanten Szenen mit dem Sams und seinen Wunschpunkten, überzeugt gerade die ein wenig absurde Geschichte rund um den Rollschuhverein samt etlicher skurriler Charaktere. Ja, daran konnten auch wir Eltern Vergnügen finden. Davon abgesehen ist der Film schön inszeniert und für den Handlungsort des idyllischen Bamberg gibt es gleich noch ein paar Bonuspunkte.

Fazit

Wie bereits den ersten Teil, hat der Zwergofant auch die Fortsetzung durchgehalten, was ja wahrlich keine Selbstverständlichkeit ist. Ich fand „Sams in Gefahr“ aufgrund der ein wenig übertriebenen Effekte nicht ganz so stark wie den altmodischeren Vorgänger, aber immer noch sehr sympathisch. Tatsächlich freue ich mich bereits auf unseren Filmabend mit dem dritten Teil der Reihe: 7/10 Punkte.

eXistenZ (1999)

Nach einem entspannten Vater-Sohn-Samstag, an dem wir viel gespielt und ein wenig Haushalt gemacht haben, waren am Abend alle (ja, auch Mutter und Tochter) platt, so dass für uns Eltern nur noch ein Film auf dem Programm stand. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit, habe ich mich mit „eXistenZ“ für einen Film entschieden, der im Gegensatz zu heutigen Werken mit einer Laufzeit von unter 100 Minuten auskommt und dennoch eine packende Geschichte zu erzählen weiß. Ihr kennt den Film nicht? Dann lest am besten weiter, denn ihr habt etwas verpasst!

eXistenZ (1999) | © Alive - Vertrieb und Marketing/DVD

eXistenZ (1999) | © Alive – Vertrieb und Marketing/DVD

Mindfuck und Body-Horror der Extraklasse

„eXistenZ“ ist zeitgleich mit „Matrix“ erschienen. Wenn ich euch nun fragen würde, welchen der beiden Filme ihr gesehen habt, dann dürfte die Antwort größtenteils wohl auf das Werk der Wachowski-Schwestern fallen. Die inhaltlichen Parallelen sind unübersehbar und doch handelt es sich bei David Cronenbergs Film keineswegs um ein Plagiat (er kam sogar knapp vorher ins Kino), sondern und einen extrem spannenden Vertreter dieses Genres, der eben nur nicht für den Massenmarkt ausgelegt war. Moment, David Cronenberg? Das ist doch der Regisseur von „Videodrome“ oder der Neuverfilmung von „Die Fliege“ mit Jeff Goldblum. Extremer Body-Horror, der so manchem Zuschauer unangenehm aufstoßen dürfte. Wie also geht das mit einer Geschichte über virtuelle Welten à la „Matrix“ zusammen?

David Cronenberg verbindet beide scheinbar konträre Ansätze gar wunderbar. Durch die lebenden VR-Systeme gewinnt die Reise in die virtuellen Spielwelten eine zusätzliche, sehr greifbare Dimension. Äußerst faszinierend und ja, oft auch ziemlich abstoßend und explizit. Wie auch die Charaktere, ist man sich als Zuschauer schon bald nicht mehr sicher, in der wievielten Staffelung aus fiktiven Welten man sich nun eigentlich befindet. Hier hat mich der Film sehr an „Inception“ erinnert, nur dass er viel weniger plakativ daherkommt und nicht alles bis ins Detail erklärt.

Ein A-Cast für einen nur scheinbaren B-Movie

Wie zu erwarten setzt David Cronenberg auf durchaus blutige und auch sehr ekelhafte Bildeffekte. Die dargestellte Welt wirkt dadurch extrem schmutzig und überhaupt nicht wie eine durchgestaltete virtuelle Umgebung, die uns andere Filme dieses Genres präsentieren. Vielleicht liegt es auch daran, dass „eXistenZ“ heute nur noch schwer zu greifen ist und vom Publikum vergessen wurde. Umso beeindruckender, dass die Besetzung so großartig ist: Jennifer Jason Leigh (zuletzt in „Annihilation“ gesehen) spielt an der Seite von Jude Law. Weiterhin geben Willem Dafoe, Ian Holm und Sarah Polley ihr Stelldichein. Der Score stammt von Howard Shore. Nur große Namen. Und doch wirkt „eXistenZ“ angenehm klein. Tatsächlich ein ganz anderer Film. Er bricht mit den Erwartungen und selbst das Ende besitzt mehrere Ebenen.

Fazit

Mir hat „eXistenZ“ bereits damals viel Freude bereitet. Ich kann heute nicht mehr sagen, ob ich ihn im Kino gesehen habe oder erst auf VHS. Die letzte Sichtung lag schon viel zu lange zurück, da es den Film lange nicht zu erwerben gab. Dank Turbine Media Group liegt inzwischen aber eine mehr als brauchbare Blu-ray-Fassung vor, die ich in diesem Zuge nur empfehlen kann. Wenn ihr den Film noch nicht kennt, ihr euch aber für Sci-Fi dieser Art interessiert, dann unbedingt nachholen: 9/10 Punkte.