Dora und die goldene Stadt – OT: Dora and the Lost City of Gold (2019)

Ich sollte häufiger einen Tag frei nehmen. Da ist die Stimmung doch gleich besser. Auch wenn ich heute, außer meinem Halbmarathon, nur ein wenig das Haus geputzt habe. Abends gab es dann Pizza und einen Filmabend mit den Kids, da Frau bullion auf einer virtuellen Feier weilt. Die Wahl ist uns heute schwer gefallen. Nach einer längeren Trailer-Show, haben wir uns letztendlich „Dora und die goldene Stadt“ ausgewählt. Auch wenn der Zwergofant davon zu Beginn nicht sonderlich begeistert war. 🐵🦊

Dora und die goldene Stadt (2019) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Dora und die goldene Stadt (2019) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Ein wunderbarer Abenteuerfilm für Kinder

Von „Dora und die goldene Stadt“ habe ich vor einigen Jahren etwas Positives auf dem Kinderfilmblog gelesen und das ist irgendwie bei mir hängen geblieben. Deshalb haben wir einen Blick in den Trailer geworfen und waren durchaus angetan. Ansonsten habe ich keinen Bezug zu „Dora“ und auch keine Episode der TV-Serie gesehen. Diese richtet sich anscheinend eher an jüngere Kinder und hat eine erzieherische Komponente. Der Einstieg in den Film stellt uns die sechsjährige Dora vor, nur um kurz danach einen Zeitsprung von 10 Jahren zu vollführen. Dadurch wird die Brücke zur Serie geschlagen und gleichzeitig klar gemacht, dass wir uns eher in einem Teenager-Abenteuer befinden. Dieser Kniff hat erstaunlich gut funktioniert und uns gekonnt auf den Film eingestimmt. Michael Peña als Doras Vater ist zudem extrem witzig.

Nach ein paar Highschool-Szenen, in denen der grenzenlose Optimismus und die schiere Lebensfreue Doras (fantastisch gespielt von Isabela Moner) auf die Spitze getrieben wird, werden wir in ein kunterbuntes Dschungelabenteuer geworfen. Dieses erinnert im besten Sinne an eine „Indiana Jones“-Variante für Kinder und strotzt nur so vor Einfallsreichtum und irrwitzigen Szenen. In „Dora und die goldene Stadt“ gibt es zwei computeranimierte Figuren, den Affen Boots (im Original gesprochen von Danny Trejo) und den Fuchs Swiper (im Original gesprochen von Benicio del Toro). Dies fand ich zu Beginn sehr befremdlich und fast schon störend. Die Kids haben die Figuren jedoch geliebt und spätestens ab der Hälfte hat der grobe Unfug im Dschungel dann auch für mich funktioniert. Warum auch nicht? Ein riesengroßer Spaß!

Fazit

Ich hätte es niemals für möglich gehalten, dass mich „Dora und die goldene Stadt“ so gut unterhalten würde. Es war eine Freude dem Abenteuer beizuwohnen. Der Optimismus der Hauptfigur ist ansteckend und der nahezu ausschließlich lateinamerikanische Cast extrem einnehmend. Ein perfektes Beispiel, wie ein Abenteuerfilm für Kinder sein sollte: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Booksmart (2019)

Aktualisierung: Ich habe „Booksmart“ am 6. November 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Der letzte Film des Jahres! Nachdem wir heute Nachmittag noch einen Geburtstag im (ganz) kleinen Kreis gefeiert haben, stand uns abends der Sinn nach entspannter Unterhaltung, weshalb die Wahl auf „Booksmart“ gefallen ist. Das Regiedebüt von Olivia Wilde (u.a. bekannt aus „Vinyl“) hatte einige gute Presse bekommen und wurde als weibliches „Superbad“ gefeiert. Da ich den Film nur okay fand, war ich umso gespannter, wie mir diese Coming-of-Age-Komödie gefallen würde… 👩‍🎓👩‍🎓🎉🥳

Booksmart (2019) | © Weltkino Filmverleih GmbH (Vertrieb LEONINE)

Booksmart (2019) | © Weltkino Filmverleih GmbH (Vertrieb LEONINE)

Coming-of-Age in wirklich witzig

Zunächst einmal finde ich es ziemlich dämlich einen Film als weibliche Version von einem anderen zu beschreiben. Aber sei es drum. Und ja, die Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen. Auch „Booksmart“ bedient sich ungezügelt der pubertären Jugendsprache, was ich auch hier zu Beginn ein wenig befremdlich fand. Vermutlich ist mein fortgeschrittenes Alter der ausschlaggebende Grund, denn inzwischen ist meine Tochter näher an den Figuren dran, als ich. Ein erschütternder Gedanke. Auch steht eine große Party in Zentrum des Films. Und es geht um eine zentrale Freundschaft. Dennoch fand ich „Booksmart“ so viel witziger, authentischer und zu Herzen gehender als Greg Mottolas 2007er Komödie. Nun habe ich die beiden Werke doch miteinander verglichen. Mist.

Bevor ich es vergesse, möchte ich Beanie Feldstein und Kaitlyn Dever, die ich aus der Tim-Allen-Sitcom „Last Man Standing“ kenne, lobend erwähnen. Was heißt loben? Sie tragen den Film mühelos und spielen sich die Seele aus dem Leib, nur dass es unglaublich mühelos und echt wirkt. Einfach toll! Doch auch die Nebenfiguren sind großartig besetzt und Olivia Wilde beweist ein Händchen für Timing, Dialoge und auch dafür, Szenen gerade so lange laufen zu lassen, bis sie kurz davor sind unangenehm zu werden. Aber eben nicht darüber hinaus. Zudem hat die Regisseurin es vermieden, sich selbst eine Rolle zu zimmern, was ich wirklich positiv finde (so gerne ich Wilde auch als Schauspielerin sehe). Es ist nicht alles perfekt, was die Handlung angeht (z.B. fand ich den Twist/Gag mit dem Valley Strangler ein wenig forciert), doch insgesamt funktioniert „Booksmart“ auf vielen ebenen großartig und macht extrem viel Spaß.

Fazit

Kann es einen besseren Film für den Jahresabschluss geben? Wohl kaum. Ich kann euch „Booksmart“ nur ans Herz legen, wenn ihr gerne Coming-of-Age-Geschichten schaut und es euch nicht stört, sich mal wieder ein wenig awkward zu fühlen. Die Figuren sind mir über die kurze Laufzeit wirklich ans Herz gewachsen. Ein absolut sehenswertes Regiedebüt: 8/10 Punkte.

Nanga Parbat (2010)

Wir befinden uns mitten drin, in dieser komischen Zeit zwischen den Jahren. Die Tage zerrinnen nur so zwischen den Fingern. Nachdem ich in den letzten Nächten auf YouTube immer wieder in Bergsteiger-Dokus versumpft bin, habe ich heute „Nanga Parbat“ auf den Fernseher geholt. Was das Drama um den Tod von Reinhold Messners Bruder Günther zu bieten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🏔

Nanga Parbat (2010) | © LEONINE

Nanga Parbat (2010) | © LEONINE

Irgendwo zwischen Heimatfilm und Biographie

Tatsächlich ist „Nanga Parbat“ auf meinem Radar gelandet, nachdem ich vor ein paar Wochen viel Spaß mit dem deutschsprachigen Bergsteigerfilm „Nordwand“ hatte. Zudem habe ich mich filmisch noch nicht mit Reinhold Messner auseinandergesetzt und Joseph Vilsmaiers Film schien mir wie ein guter Einstieg. Man merkt, was Messner und der Regisseur mit dem Drama erreichen wollten: Eine Mischung aus Biopic und dramatischem Bergsteigerfilm. In Teilen gelingt dies auch. Der Rückblick in die Jugend der Messner-Brüder zum Beispiel. Hier hätte der Film gerne noch ein wenig mehr ins Detail gehen dürfen, eben um die Grundlage für die spätere Beziehung zu legen. Leider bleibt das Drama hier nur sehr oberflächlich.

Auch die Bezwingung des „Nanga Parbat“, wie es im Film dramatisch ausgedrückt wird, hat seine Momente. Und auch Schwächen, denn häufig lassen sich die Aufnahmen klar nach Studiokulisse und On-Location-Flüge rund um den Berg trennen. Dies nimmt viel von der Immersion und wurde im zwei Jahre zuvor produzierten „Nordwand“ deutlich besser gelöst. Aus dramatischer Sicht wird natürlich nur Reinhold Messners Perspektive erzählt. Auch wenn er nicht wie der unschuldige, strahlende Held dargestellt wird, so wirken manche Szenen um den Konflikt mit seinem Bruder Günther doch entweder über- oder unterdramatisiert. Ebenso sein Verhältnis zu Expeditionsleiter Karl Maria Herrligkoffer. Hier hätte ich mir ein differenzierteres Bild gewünscht.

Fazit

Für Freunde von Bergsteigerfilmen bietet „Nanga Parbat“ gute Unterhaltung. Er bleibt jedoch hinter seinen Genrekollegen zurück. Dem eigentlichen Thema nähert man sich wohl besser über eine Dokumentation, welche die verschiedenen Perspektiven beleuchtet; falls es eine solche gibt. Solide Unterhaltung: 6/10 Punkte.

Coco (2017)

Weihnachten liegt hinter uns und somit auch die Zeit der weihnachtlichen Filmabende. Da die letzten Tage ein wenig anstrengend waren, wollten wir die Kinder dennoch einmal wieder in die Welt der bewegten Bilder entführen. Trotz größeren Protesten (uh, da geht es ja um tote Menschen!) habe ich „Coco“ in den Player geschoben. Ein Film, der schon viel zu lange unbeachtet im Regal stand. Wie sagte der Zwergofant nach der Sichtung? „Papa, den können wir uns gerne noch einmal anschauen!“

Coco (2017) | © Walt Disney

Coco (2017) | © Walt Disney

Ein in jeder Hinsicht perfekter Animationsfilm

Schon während des Prologs merkt man, wie unfassbar durchdacht dieser Pixar-Film einmal wieder ist. Da ist kein Fitzelchen an Information zu viel, keine Szene unnötig. Die Balance zwischen Humor und einer bedeutsamen Botschaft ist von Anfang an perfekt. Dann dieses Setting: Ein kleines mexikanisches Dorf, der Tag der Toten und die Liebe zu Mariachi-Musik. Wirklich nicht das, was momentan bei den Kids angesagt ist. Und doch (oder gerade deshalb) funktioniert „Coco“ von der ersten Sekunde an. Man nimmt die Figuren und ihre Welt ernst. Es sind echte Charaktere und die Welt wirkt einfach lebendig. Man bekommt einen Einblick in die mexikanische Kultur und diese wird untrennbar mit der Geschichte verwoben. Großartig!

Dann geht es weiter ins Reich der Toten und hier dreht der Film noch einmal richtig auf. Er wird zu einem richtigen Abenteuer, vernachlässigt dabei den Kern der Geschichte jedoch nie. Es geht um Familie und Erinnerungen, eigene Ziele im Leben und die Vereinbarkeit von all dem. Dazu kommt es noch zu einer sehr emotionalen Wendung, die mir am Ende des Films die Tränen in die Augen getrieben hat. Wirklich wunderschön traurig. Miguels Reise ist weit weniger albern als andere Pixar-Filme, ja selbst der erwachsenere und thematisch durchaus verwandte „Onward: Keine halben Sachen“ wirkt nicht ganz so auf den Punkt inszeniert und geschrieben. Am Ende blieben wir aufgrund des famoses Erlebnisses nur sprachlos vor dem Fernseher sitzen. Das hatten wir so geballt auch schon lange nicht mehr.

Fazit

Mit „Coco“ habe ich kurz vor Jahresende noch den besten Film (zumindest wenn es um Neusichtungen geht) des Jahres gesehen. Für mich definitiv unter den Top 5 aller Pixar-Filme. Eine wunderschöne Geschichte, die zudem zum Nachdenken anregt und dennoch famos zauberhaft aussieht, speziell in 3D. Ganz großes Kino: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Kevin: Allein zu Haus – OT: Home Alone (1990) (WS1)

Nicht einmal mehr zwei Wochen bis Weihnachten. Eine turbulente Zeit. Gerade in diesem Jahr. Deshalb ist es umso wichtiger, kleine Highlights in den Alltag zu integrieren und unsere Filmabende sind zweifellos Highlights. Heute habe ich meine Kinder mit einem der Klassiker meiner eigenen Kindheit vertraut gemacht und war gespannt, wie „Kevin: Allein zu Haus“ auf die neue Generation wirken würde… 🏠

Kevin: Allein zu Haus (1990) | © 20th Century Fox

Kevin: Allein zu Haus (1990) | © 20th Century Fox

Ein wahrhaftiger Weihnachtsklassiker

In den letzten Wochen haben wir schon immer mal wieder den Trailer geschaut, was die Vorfreude bei den Kids nur gesteigert hat. Für mich auch um zu testen, ob sie den immerhin erst ab 12 Jahren freigegebenen Film auch vertragen würden. Aufgrund der unzähligen Slapstick-Einlagen wurde die Bedrohung durch die Einbrecher relativiert, was mich in meinem Plan bestätigte. Tatsächlich fanden die Kinder den Film auch famos und haben so viel gelacht, wie selten zuvor. Ein wenig gruselig fanden sie zu Beginn den mysteriösen Nachbarn und vor allem die Vogelspinne, was lustig ist, denn auch ich habe mir als Kind am meisten Sorgen gemacht, wo sich diese den Film über versteckt hält. Die feuchten Banditen sind dagegen so überzogen gezeichnet, dass man sie in keiner Szene als wirkliche Bedrohung wahrnimmt.

Auch wenn ich dies bereits bei meiner letzten Sichtung vor 8 Jahren festgestellt hatte, so war ich doch wieder überrascht, wie kurz die eigentliche Belagerungssituation doch eigentlich ist. Knappe 20 Minuten muss sich Kevin mit den Banditen herumschlagen. Davor erleben wir pures Familienchaos, was ein großartiger Kontrast zur ruhigen Einsamkeit danach ist, pure kindliche Freude und emotionale Momente. Die Szene zwischen Marley und Kevin in der Kirche ist wirklich herzerwärmend und für mich auch der Kern des Films. Doch auch das finale Slapstick-Feuerwerk ist immer noch ein großer Spaß. Am erstaunlichsten ist jedoch, dass trotz all dem Trubel die Weihnachtsatmosphäre nicht zu kurz kommt. Natürlich die sehr amerikanisierte Weihnachtsatmosphäre, aber da ich mit diesen Filmen aufgewachsen bin, verbinde ich damit auch unser Weihnachten. Gerade dieses Jahr ein schönes Gefühl.

Fazit

Die heutige Sichtung war für mich etwas Besonderes. Obwohl der Tag davor stressig und angespannt war, haben wir uns alle sehr auf den Film gefreut und konnten dabei wunderbar abschalten. Chris Columbus, John Hughes, John Williams und Macaulay Culkin haben damit einen echten Klassiker geschaffen, der bestimmt nicht zum letzten Mal über den Bildschirm geflimmert ist. Doch nun geht es erst einmal nach New York. Beste Unterhaltung zur Weihnachtseinstimmung: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm

Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt – OT: How to Train Your Dragon: The Hidden World (2019)

Hilfe, nur noch zwei Wochen bis zu den Weihnachtsferien! Wie soll das alles nur zu schaffen sein? Aber schieben wir diese Gedanken für einen Moment beiseite und widmen uns etwas Erfreulichem, wie „Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt“ und dem heutigen Filmabend, mit dem wir das Wochenende eingeläutet haben. Wie uns der Abschluss der drachenstarken Trilogie gefallen hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🐉

Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt (2019) | © Universal Pictures Germany GmbH

Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt (2019) | © Universal Pictures Germany GmbH

Ein wunderbarer Abschluss der Trilogie

Nachdem ich erst letzte Woche begeistert war, wie gut doch „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ gealtert ist, so setzt die Fortsetzung technisch noch einmal eine Schippe drauf. Die Grenze zum Realfilm verschwimmt langsam, was aber auch kein Wunder ist, setzen heutige Realfilme doch auf die gleiche Technik, sprich zu einem Großteil auf CGI. Wirklich extrem beeindruckend und ein wahrer Augenschmaus. Gerade auch die Massenszenen mit unzähligen Drachen vor fotorealistischen Hintergründen und dynamischen Kamerafahrten lassen den Film unglaublich immersiv wirken.

Doch auch inhaltlich weiß „Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt“ zu überzeugen. Im Grunde geht es um Veränderungen und Loslassen. Eben erwachsen werden und Entscheidungen treffen. Auch wenn es so einige alberne Szenen gibt, wie zum Beispiel den unfassbar witzigen Balztanz Ohnezahns, so ist der Kern der Geschichte doch eher ernst. Gerade am Ende sind dann auch wieder die Tränen geflossen, wobei sich der Epilog durchaus versöhnlich gestaltet. Das Finale ist somit ziemlich endgültig und doch hoffnungsvoll. Gerne hätte ich noch mehr Zeit in dieser Welt verbracht und wünsche mir gleichzeitig, dass der Abschluss der Reihe in dieser Form Bestand haben wird.

Fazit

Was für eine famose Trilogie! Neben den großen Pixar-Klassikern sind diese wohl meine liebsten 3D-animierten Filme. Qualitativ nehmen sich die drei Teile nicht viel und die Entwicklung der Charaktere trägt sich über die gesamte Reihe. Auch das sieht man nicht alle Tage. Ein absolut gelungenes Finale, das ich allen Freunden des animierten Films nur dringend ans Herz legen kann: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Drachenzähmen leicht gemacht 2 – OT: How to Train Your Dragon 2 (2014) (WS1)

Hoch die Hände… ja, es ist schon wieder Wochenende. Die Zeit rennt momentan und ich weiß gar nicht, wie ich alles noch in dieses Jahr packen soll, was in dieses Jahr gehört. Hinzu kommt die Gesamtsituation, aber ich möchte nicht schon wieder über das immer gleiche Thema schreiben. Also zum Film: Nach gut zwei Monaten Pause haben wir uns endlich „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ angeschaut. Dieses Mal auf den speziellen Wunsch des Zwergofanten. 🐉

Drachenzähmen leicht gemacht 2 (2014) | © Twentieth Century Fox

Drachenzähmen leicht gemacht 2 (2014) | © Twentieth Century Fox

Eine nahezu perfekte Fortsetzung

Vor dem Hauptfilm haben wir uns noch den Kurzfilm „Dragons: Das große Drachenrennen“ angeschaut. Dieser hat mich eher ziemlich ernüchtert und die Vorfreude ist ein wenig geschwunden. Aber klar, dieser hat weder das Budget, noch den Bombast oder die Finesse, mit der „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ erzählt wird. Nachdem sich bereits meine Begeisterung über den ersten Teil bei der letzten Sichtung noch einmal steigern konnte, ist dieser Effekt auch bei der Fortsetzung eingetreten. Selbst wenn hier auf größer, schneller und weiter gesetzt wird, so wirkt die Geschichte unglaublich gut durchdacht und der gesamte Film sehr erwachsen. Am ehesten würde ich die Wirkung mit „Toy Story 3“ vergleichen, was ich als absolutes Kompliment sehe.

Vielleicht entspringt meine Begeisterung auch der gemeinsamen Sichtung mit den Kindern, die heute komplett mit dem Auf und Ab des Films mitgegangen sind. Von enthusiastischen Ausrufen, lautem Gelächter bis hin zu dicken Krokodilstränen. Es waren einfach alle Emotionen dabei. Und das nicht nur bei den Kindern. Hinzu kommt, dass „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ einfach unglaublich gut aussieht. Gerade in Kontrast zum vorher gesehenen Kurzfilm. Nachdem ältere 3D-animierte Filme, wie z.B. „Shrek“, inzwischen deutlich Staub angesetzt haben, wirkt dieser sechs Jahre alte Film als wäre er erst gestern produziert worden. Sehr beeindruckend.

Fazit

Wie ihr merkt, fand ich „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ heute enorm gelungen (und ich mochte ihn schon bei der ersten Sichtung sehr). Ich freue mich nun schon unbändig auf den dritten Teil. So richtig. Achja, das tolle 3D muss ich auch noch erwähnen: sehr immersiv, gerade in den Flugszenen. Aber damit bin ich (zusammen mit meinen Kids) ja eh alleine auf weiter Flur. Eine wahnsinnig gute Fortsetzung, die auf kompletter Linie zu überzeugen weiß: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Die unendliche Geschichte – OT: The Neverending Story (1984)

Eine anstrengende Woche liegt hinter uns. Ich habe für die Arbeit (zu) viele Stunden am Rechner verbracht, die generelle Stimmung zu Hause ist oft angespannt. Die momentane Situation zollt auch bei uns ihren Tribut. Deshalb wollten wir wenigstens entspannt mit einem Filmabend ins Wochenende starten. Dafür habe ich mir „Die unendliche Geschichte“ gewünscht und wider Erwarten konnten sich alle darauf einlassen. Wer am Ende am begeistertsten davon war, hebe ich mir für das Fazit auf…

Die unendliche Geschichte (1984) | © Constantin Film

Die unendliche Geschichte (1984) | © Constantin Film

Der große Fantasy-Film meiner Kindheit

Zunächst ein Rückblick in meine eigene Kindheit: Wir befinden uns in den 1980er Jahren. Unser TV empfängt die öffentlich-rechtlichen Programme, ein VHS-Rekorder sollte erst ein paar Jahre später Einzug halten. In diesen Jahren sind wir nahezu jede Ferien in den bayerischen Wald gefahren und haben stets im gleichen Gasthaus übernachtet. Natürlich freundeten wir uns über die Jahre auch mit der Gastwirtsfamilie an und diese war technisch schon einen Schritt weiter. An einem verregneten Nachmittag habe ich dann erstmals zusammen mit der jüngsten Tochter der Familie „Die unendliche Geschichte“ auf ihrem VHS-Rekorder geschaut. Seitdem sollte das Tradition werden und jedes Mal, wenn wir dort im Urlaub waren (mindestens einmal im Jahr), habe ich um einen weiteren Besuch in Phantásien gebettelt.

Natürlich war ich nach der ersten Sichtung des Films auch auf Michael Endes Vorlage angefixt. Diese habe ich regelrecht verschlungen. Und zwar die schöne Ausgabe mit rotem und grünem Text für die unterschiedlichen Welten. Natürlich habe ich diese stilecht mit Taschenlampe unter der Decke gelesen und mich dabei gefühlt wie Bastian Balthasar Bux höchstpersönlich. Auch wenn ich feststellen musste, dass Wolfgang Petersens Verfilmung nur den ersten Teil des Romans abdeckt und schon alleine deshalb keine besonders gelungene Adaption darstellt, so habe ich doch auch nach Kenntnis der Vorlage den Film stets als eigenständigen Fantasy-Film geschätzt.

Erstaunlich gut gealterte Effekte und Handlung

Bei der heutigen Sichtung nach all den Jahren ist mir aufgefallen, wie gut die praktischen Effekte doch gealtert sind. Sieht man einmal von den auffälligen Bluescreen-Freistellungen ab, dann können Modelle, Masken und Miniaturen immer noch begeistern. Gerade in der neuen und ungefilterten Abtastung, die auf der limitierten Nameless-Veröffentlichung zu finden ist. Großartig gelungen und für Fans des Film unbedingt zu empfehlen. Hinzu kommt Klaus Doldingers eingängiger Score sowie eine Handlung, welche die Zeit einfach wunderbar überdauert hat. Trotz all meiner Liebe für diese 1984er Fassung, wäre jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für eine werktreue Adaption als Miniserie?

Drei Editionen dieses wundervollen Films. Die Nameless-Edition (rechts oben) sei allen Fans dringend ans Herz gelegt:

Fazit

Ich kann „Die unendliche Geschichte“ nicht objektiv bewerten. Als Adaption ist der Film nur mäßig gelungen, dessen bin ich mir bewusst. Wenn man Wolfang Petersens Werk jedoch für sich betrachtet, dann ist er neben „Willow“ bestimmt der wichtigste Fantasy-Film der 1980er Jahre. Zumindest für mich. Meine Kinder waren durchaus angetan, aber nicht wirklich begeistert. Eine meiner ersten, ganz großen Filmlieben: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte, wohl aber nur weil er gemerkt hat, wie wichtig mir der Film ist.)

Prädikat: Lieblingsfilm

Onward: Keine halben Sachen (2020)

Nachdem wir gestern keinen Filmabend mit der ganzen Familie hatten, musste natürlich heute zum Ende der Herbstferien noch einer veranstaltet werden. Pixars „Onward: Keine halben Sachen“ wollten wir eigentlich im Kino sehen, doch dann kam Corona und alle Pläne dieser Art waren dahin. Nun habe ich mir jedoch endlich die 3D-Blu-ray zugelegt und wir haben das Kino einfach nach Hause geholt… 👖💎🐉⚔

Onward: Keine halben Sachen (2020) | © Walt Disney

Onward: Keine halben Sachen (2020) | © Walt Disney

Ein wundervolles Coming-of-Age-Abenteuer

Zunächst einmal ist mir aufgefallen, wie unfassbar perfekt „Onward“ technisch umgesetzt ist. Vielleicht ist mir dieser Umstand deshalb so sehr aufgefallen, weil ich in letzter Zeit mit „Shrek“ und Co. doch einige Animationsfilme gesehen habe, die bereits ein paar Jahre auf dem Buckel haben. „Onward“ sieht in vielen Szenen fotorealistisch aus, was in Kombination mit den fantastischen Elementen für ein extrem immersives Gefühl sorgt. Auch das dezent und doch äußerst effektiv eingesetzte 3D trägt zu dieser Wirkung bei. Audiovisuell ist das moderne Fantasy-Abenteuer somit eine Wucht. Doch wie sieht es inhaltlich aus?

Ach, Pixar. Du schaffst es doch immer wieder, all die richtigen Knöpfe bei mir zu drücken. Eine Coming-of-Age-Geschichte, kombiniert mit dem Tod des Vaters und nostalgisch angehauchtem Eskapismus. Was kann man daran nicht lieben? Der Kniff, nur den Unterleib des Vaters zurückzubringen ist großartig! Die zugehörige Auflösung am Ende hat mir die Tränen in die Augen getrieben. Oh man, Pixar, wie machst du das nur immer wieder? Hinzu kommt die klassische Heldenreise, die hier beinahe schon als Metakommentar zu lesen ist, und dabei doch unglaublich wahrhaftig wirkt. Durch das Thema und die jugendlichen Protagonisten wirkt „Onward“ deutlich weniger kindlich als viele andere Animationsfilme und ist dennoch für Kinder bestens geeignet. Sowohl das Zappelinchen als auch der Zwergofant waren mehr als begeistert.

Fazit

Ich finde es wirklich schade, dass „Onward“ durch die Corona-Krise so hart getroffen wurde und nun sein Dasein auf Disney+ fristen muss. Freunden von haptischen Medien sei gesagt, dass die Blu-ray-Box inklusive Bonus-Disc gar wunderbar gelungen ist. In jeder Hinsicht eine dicke Empfehlung. Bei der nächsten Sichtung könnte sogar noch locker ein Punkt mehr drin sein: 9/10 Punkte.

Jojo Rabbit (2019)

Nach einer kurzen Arbeitswoche, die sich aber wie eine komplette angefühlt hat, habe ich mich abends auf einen Filmabend gefreut. Normalerweise brauche ich immer etwas länger, bis ich mich für den richtigen Film entschieden habe, doch heute ist die Blu-ray von „Jojo Rabbit“ sofort in den Player gewandert. Taika Waititis Film wollte ich schon unbedingt im Kino sehen, doch leider lief er nicht mehr, weshalb wir auf „Knives Out“ ausweichen mussten. Doch heute war es endlich soweit… 🐰

Jojo Rabbit (2019) | © 20th Century Fox Home Entertainment

Jojo Rabbit (2019) | © 20th Century Fox Home Entertainment

Humor und Grauen in perfekter Kombination

Im Vorfeld gab es viel Gerede, ob man denn über Hitler und das Grauen dieser Zeit lachen dürfe. Mir stellte sich diese Frage gar nicht, denn spätestens nach dem wundervollen „Wo die wilden Menschen jagen“ war mir klar, dass Taika Waititi einer der wenigen Regisseure ist, welche die delikate Balance zwischen Humor und Drama auf den Punkt zu treffen vermögen. Und so ist es auch in „Jojo Rabbit“, in dem Taika Waititi selbst als imaginärer Hitler auftritt. Dieser ist so überzogen angelegt, dass nie Zweifel besteht, dass er nur eine Reflektion der Gedankenwelt des Hitlerjungen Jojo ist und mit der historischen Figur nur wenig zu tun hat. Den selbst erklärten Nazi Jojo sympathisch zu zeichnen, ist wohl das große Kunststück des Films, was in großen Teilen dem jungen Schauspieler Roman Griffin Davis zuzuschreiben ist. Jojos Entwicklung über den Verlauf des Films, ist der emotionale Kern der Geschichte.

Überwiegen im ersten Drittel noch die humorigen Zoten, entwickelt sich im zweiten Drittel ein behutsames Drama. Scarlett Johansson spielt Jojos Mutter und gibt dieser in ihren wenigen Szenen eine solche Tiefe, dass es bemerkenswert ist. Die wichtigste Beziehung im Film ist jedoch die zwischen Jojo und dem jüdischen Mädchen Elsa, gespielt von Thomasin McKenzie, welche seinen kompletten Charakter neu formt. Das letzte Drittel des Films entwickelt sich dann zum bitteren Kriegsfilm, welcher jedoch immer noch von feinem Humor durchzogen ist.

Ein emotionaler Schlag in die Magengrube

Schon lange hat es kein Film mehr geschafft, mir so die Füße unter dem Boden wegzuziehen. Dabei war die Entwicklung völlig absehbar und auch nicht überraschend. Doch die Art und Weise, wie Taika Waititi (auch Regisseur von „5 Zimmer Küche Sarg“) uns Zuschauern und auch Jojo diesen einen verlustvollen Moment präsentiert (Stichwort: Schmetterling), ist einfach nur meisterhaft. Danach ging bei mir erst einmal gar nichts mehr. Dabei war das bei weitem nicht die einzige emotionale Szene des Films. Ich denke hier gerade an Sam Rockwells Figur oder auch Jojos Freund Yorki.

Obwohl Taika Waititi „Jojo Rabbit“ sehr modern inszeniert und die Klischees des Kriegsfilms weitgehend auslässt, so gelingt es ihm famos, uns das Dritte Reich glaubhaft durch die Augen eines zehnjährigen Jungen nahezubringen. Die Botschaften des Films sind weder subtil noch werden sie verkünstelt erzählt, doch sie sind vielfältig, wahrhaft und universell. Lasst uns den Kindern ein Vorbild sein und das heute mehr denn je. An dieser Stelle auch noch einmal danke an den Nerdtalk-Podcast für den famosen Gewinn:

Fazit

Ihr habt es vermutlich schon rausgelesen: Mich hat „Jojo Rabbit“ über die Maße begeistert. Damit konnte sich Taika Waititi bisher mit jedem Film noch einmal steigern. Ich hoffe sehr, dass er neben großen Franchise-Filmen à la „Thor: Ragnarok“ weiterhin kleine Perlen wie diese dreht. Eine dicke Empfehlung: 10/10 Punkte.