Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind – OT: Fantastic Beasts and Where to Find Them (2016) (WS1)

Das Winterwunderland hält uns weiter voll im Griff. Fast könnte man von verzögerter Weihnachtsstimmung sprechen. Somit haben wir uns heute zum zweiten Filmabend des Jahres vor dem Fernseher versammelt und „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ eingelegt. Nach unserem „Harry Potter“-Marathon im Dezember ging es also zurück in die magische Welt. Wie uns die Reise gefallen hat? 🧳

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (2016) | © Warner Home Video

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (2016) | © Warner Home Video

Ein (zu) effektgeladenes Prequel mit Charme

Ich habe „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ vor acht Jahren schon einmal gesehen. Damals hat mir der Film recht gut gefallen, wenngleich er für mich auch nicht an die Hauptreihe anschließen konnte. Ich kann direkt vorwegnehmen, dass mein Eindruck nach der heutigen Sichtung ein recht ähnlicher ist: Ich mochte die erste Hälfte sehr gerne, die sich hauptsächlich um die Ankunft Newt Scamanders in New York City dreht. Seine phantastischen Tierwesen sind tatsächlich ziemlich fantastisch und auch die Dynamik mit seinem neuen No-Maj-Freund hat mir wieder wirklich gut gefallen. Es sind die kleinen Details der Zauberwelt, die ich mochte: Das magische Tischdecken, die Unterschiede zwischen der amerikanischen und der britischen Zauberwelt usw. Dort hatte mich David Yates‘ Film, der zudem ausgesprochen gut aussieht. Ein perfektes Prequel also?

Inhaltlich ist das wohl der Punkt, der mich am meisten stört: „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ wirkt etwas unentschlossen, ob er nun eine große Prequel-Geschichte rund um Gellart Grindelwald erzählen soll oder doch eher einen kleinen und verspielten Ausflug in die Welt der phantastischen Tierwesen. Zudem war mir der Action-Anteil im letzten Drittel deutlich zu hoch. Weniger CGI-Bombast wäre definitiv mehr gewesen. Auch kann ich die FSK-Einstufung einmal wieder nicht nachvollziehen. Mit sechs Jahren hätten sowohl ich als auch meine Kinder Albträume gehabt. Am Ende kommt es natürlich zur großen Überraschung, welche aber auch irgendwie verpufft. Mal sehen, wie der Prequel-Aspekt nun in den folgenden Filmen ausgebaut wird. Ich befürchte nämlich, dass die Reise genau dorthin gehen wird.

Fazit

Ich hatte größtenteils wieder viel Spaß mit „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“. Auch erkenne ich an, dass es schwierig ist, dem Erfolg der „Harry Potter“-Filme nachzueifern. David Yates hat vieles richtig gemacht, doch ob das alles wirklich nötig gewesen ist? Das kann man sich gerade bei Prequels immer fragen. Den Kindern hat der Film deutlich besser gefallen, doch auch ich freue mich nun auf die beiden weiteren Teile: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

11 Gedanken zu “Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind – OT: Fantastic Beasts and Where to Find Them (2016) (WS1)

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  2. Nach „Phantastische Tierwesen“ war ich auch noch generell optimistisch, nach dem Kinobesuch seinerzeit fand ich vor allem den Tonfall recht charmant, vielleicht ein bisschen so, wie die frühen Harry-Potter-Filme, primär die ersten beiden, aussehen würden, hätte David Yates sie inszeniert. Generell fand ich auch gut, dass zumindest dieser erste Film über weite Strecken nicht unter den typischen Prequelitis-Problemen leidet und auch nicht den Zwang verspürt, alle möglichen Dinge aus der Hauptserie zu erklären oder zu unterfüttern. Bis kurz vor Schluss ist es eigentlich „nur“ eine andere Geschichte aus dieser Welt. Leider sind gerade die letzten zehn Minuten und der Twist der Indikator für die anderen beiden Filme. Das zentrale Problem dieses Films ist für mich, dass er es nicht schafft, seine beiden zentralen Handlungsstränge, Newt und seine Tierwesen auf der einen oder Credence und die Obscurus-Problematik auf der anderen Seite ordentlich unter einen Hut zu bekommen. Das läuft immer munter parallel, ohne dass es wirklich zusammenfindet – auch das ein Indikator.Ich bin in jedem Fall gespannt, wie du die anderen beiden Tierwesen-Filme wahrnimmst.

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    • Das beschreibst du wirklich gut. Auch ich mochte den leichteren Tonfall in der ersten Hälfte sehr. Hat auch gut zu den magischen Tierwesen und Newt Scamander gepasst. In der zweiten Hälfte wurde es dann aber schon arg düster, was Obscurus usw. angeht. Wie du richtig ausführst, hat es sich angefühlt, als würden zwei Filme parallel erzählt werden. Vermutlich wäre das auch ein richtiger Ansatz gewesen: Wenn Prequel, dann aber richtig. Und wenn Tierwesen, dann bitte auch nicht mit einem düsteren Prequel vermengt. Naja, so haben wir wohl ein Mischwesen bekommen und, was ich so gelesen habe, soll es in den folgenden Filmen ja nicht besser werden. Ich werde berichten…

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  4. Man darf nicht vergessen: Harry Potter basiert auf 7 ausführlichen Büchern. Diese Geschichte allerdings nur auf der Grundlage eines Schulbuches *lach* Ich bin immer etwa irritiert wegen der Kleidung. Sie sehen alle der Zeit entsprechend aus, aber es geschieht ja vor der Storyline von Harry Potter und da tragen sie alle Zauberkleidung…irgendwie passt das für mich immer nicht so recht zusammen, auch weil die Lehrer in Hogwarts… warte ich bin mir gerade nicht sicher ob ich vorgreife, weil wir vorgestern den 2. Teil sahen.

    Ich muss gestehen, ich mag den Charme der Newt Reihe sehr gerne, gerade weil Potter immer und immer düsterer wurde und immer weniger für Kinder geeignet war. Die, die den ersten Teil als Kind sahen, sind halt mit groß geworden und es passte immer. Wenn man es jetzt mit Kindern schaut, muss man immer abwägen, wie weit man gucken kann und wo man noch warten sollte.

    Da ist Newt von der Storyline erwachsener und leider auch sehr politisch, wie schon oft erwähnt. Aber ich finde es recht gelungen, wie die Eigenarten der Kreaturen immer wieder ihren Platz in der Geschichte finden, auch wenn es sicherlich mit der ursprünglichen Idee nachher nichts mehr zu tun hatte… Und dass man sich vielleicht verrannt hatte in allem sieht man ja daran, dass es leider nie zu den angekündigten weiteren Teilen kam. Ich hätte sie zumindest gerne gelesen oder so…

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    • Ja, das stimmt schon. Die Substanz der 7 Bücher fehlt hier einfach. Obwohl J.K. Rowling hier sogar selbst das Drehbuch geschrieben hatte. Bin ja mal gespannt, wie es nun weitergeht und habe schon viele gemischte Meinungen gelesen. Newt mag ich als Figur auch sehr gerne, aber, wie oben geschrieben, passt für mich die Tierwesen-Handlung nicht so gut zur Grindelwald-Handlung. Da hätte ich eher zwei verschiedene Filmreihen draus gemacht.

      Ich werde bald berichten, wie mir die folgenden Teile gefallen haben. Dann lassen wir die Zauberwelt erst einmal hinter uns.

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