Die unendliche Geschichte – OT: The Neverending Story (1984)

Eine anstrengende Woche liegt hinter uns. Ich habe für die Arbeit (zu) viele Stunden am Rechner verbracht, die generelle Stimmung zu Hause ist oft angespannt. Die momentane Situation zollt auch bei uns ihren Tribut. Deshalb wollten wir wenigstens entspannt mit einem Filmabend ins Wochenende starten. Dafür habe ich mir „Die unendliche Geschichte“ gewünscht und wider Erwarten konnten sich alle darauf einlassen. Wer am Ende am begeistertsten davon war, hebe ich mir für das Fazit auf…

Die unendliche Geschichte (1984) | © Constantin Film

Die unendliche Geschichte (1984) | © Constantin Film

Der große Fantasy-Film meiner Kindheit

Zunächst ein Rückblick in meine eigene Kindheit: Wir befinden uns in den 1980er Jahren. Unser TV empfängt die öffentlich-rechtlichen Programme, ein VHS-Rekorder sollte erst ein paar Jahre später Einzug halten. In diesen Jahren sind wir nahezu jede Ferien in den bayerischen Wald gefahren und haben stets im gleichen Gasthaus übernachtet. Natürlich freundeten wir uns über die Jahre auch mit der Gastwirtsfamilie an und diese war technisch schon einen Schritt weiter. An einem verregneten Nachmittag habe ich dann erstmals zusammen mit der jüngsten Tochter der Familie „Die unendliche Geschichte“ auf ihrem VHS-Rekorder geschaut. Seitdem sollte das Tradition werden und jedes Mal, wenn wir dort im Urlaub waren (mindestens einmal im Jahr), habe ich um einen weiteren Besuch in Phantásien gebettelt.

Natürlich war ich nach der ersten Sichtung des Films auch auf Michael Endes Vorlage angefixt. Diese habe ich regelrecht verschlungen. Und zwar die schöne Ausgabe mit rotem und grünem Text für die unterschiedlichen Welten. Natürlich habe ich diese stilecht mit Taschenlampe unter der Decke gelesen und mich dabei gefühlt wie Bastian Balthasar Bux höchstpersönlich. Auch wenn ich feststellen musste, dass Wolfgang Petersens Verfilmung nur den ersten Teil des Romans abdeckt und schon alleine deshalb keine besonders gelungene Adaption darstellt, so habe ich doch auch nach Kenntnis der Vorlage den Film stets als eigenständigen Fantasy-Film geschätzt.

Erstaunlich gut gealterte Effekte und Handlung

Bei der heutigen Sichtung nach all den Jahren ist mir aufgefallen, wie gut die praktischen Effekte doch gealtert sind. Sieht man einmal von den auffälligen Bluescreen-Freistellungen ab, dann können Modelle, Masken und Miniaturen immer noch begeistern. Gerade in der neuen und ungefilterten Abtastung, die auf der limitierten Nameless-Veröffentlichung zu finden ist. Großartig gelungen und für Fans des Film unbedingt zu empfehlen. Hinzu kommt Klaus Doldingers eingängiger Score sowie eine Handlung, welche die Zeit einfach wunderbar überdauert hat. Trotz all meiner Liebe für diese 1984er Fassung, wäre jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für eine werktreue Adaption als Miniserie?

Drei Editionen dieses wundervollen Films. Die Nameless-Edition (rechts oben) sei allen Fans dringend ans Herz gelegt:

Fazit

Ich kann „Die unendliche Geschichte“ nicht objektiv bewerten. Als Adaption ist der Film nur mäßig gelungen, dessen bin ich mir bewusst. Wenn man Wolfang Petersens Werk jedoch für sich betrachtet, dann ist er neben „Willow“ bestimmt der wichtigste Fantasy-Film der 1980er Jahre. Zumindest für mich. Meine Kinder waren durchaus angetan, aber nicht wirklich begeistert. Eine meiner ersten, ganz großen Filmlieben: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte, wohl aber nur weil er gemerkt hat, wie wichtig mir der Film ist.)

Prädikat: Lieblingsfilm

Vier Fäuste gegen Rio – OT: Non c’è due senza quattro (1984)

Nach einer wirklich anstrengenden Woche (zu den Details habe ich mich an anderer Stelle bereits geäußert) stand uns heute der Sinn nach einem entspannten Filmabend. Zudem war Frau bullion einmal wieder strawanzen, weshalb die Wahl auf einen Spencer/Hill-Film gefallen ist. Mit „Vier Fäuste gegen Rio“ ist einer der großen Klassiker in den Player gewandert. Ob der Film so gut war, wie in meiner Erinnerung?

Vier Fäuste gegen Rio (1984) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

Vier Fäuste gegen Rio (1984) | © 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

„Hör mal du Kalkleiste, sag deinem Boss er soll sich beeilen, sonst fang ich an zu dampfen!“

Es ist wirklich kaum zu glauben, dass „Vier Fäuste gegen Rio“ nur ein Jahr vor dem eher drögen „Die Miami Cops“ entstanden ist. Die beiden Filme wirken wie aus anderen Epochen. Hier zeigen sich sowohl Bud Spencer als auch Terence Hill extrem spielfreudig und es fliegen nicht nur die Fäuste, sondern vor allem auch die Sprüche. Hinzu kommt, dass es sich bei „Vier Fäuste gegen Rio“ (für Spencer/Hill-Verhältnisse) fast schon um eine High-Concept-Komödie handelt, die oft tatsächlich den doppelten Spaß bietet. Natürlich wird das Verwechslungselement, und die damit verbundene Albernheit, ziemlich vorhersehbar ausgespielt, doch ist es einfach herrlich, den beiden Schauspielern in ihren gänzlich unterschiedlichen Rollen zuzusehen. Und die Sprüche wirken, vielleicht durch den gegebenen Kontrast, noch einmal derber als sonst.

„Ich bekomme gleich ‘nen Krampf im Vorderflügel!“

Für mich gehört „Vier Fäuste gegen Rio“ auch zu den Filmen des Prügelduos, an die ich mich noch am besten erinnern konnte. Er bietet noch mehr Comedy und hat doch einige wunderbare Prügelsequenzen zu bieten. Dadurch wirkt der Film auch heute noch recht frisch und die Alterserscheinungen zeigen sich eher in, aus heutiger Sicht, unmöglich plumpen und anzüglichen Anspielungen. Davon abgesehen hatte ich wieder enorm viel Spaß mit dem doppelten Duo. Auch die Kinder waren begeistert und haben teils geschrien vor lachen, was ich stets als gutes Zeichen werte.

Fazit

„Vier Fäuste gegen Rio“ ist für mich einer der großen Spencer/Hill-Klassiker, der durch seine ungewöhnliche Prämisse unter den anderen Filmen heraussticht. In vielerlei Hinsicht einfach doppelter Spaß und somit immer wieder gerne gesehen: 8/10 Punkte.

Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten – OT: Romancing the Stone (1984)

Aufgrund des morgigen Feiertags hat sich heute die Gelegenheit für einen Filmabend ergeben. Lange stand ich vor dem Regal und habe mich durch neueste Blockbuster gewühlt, nur um am Ende mit „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ zu einem meiner persönlichen Klassiker zu greifen. Wie so häufig. 💎

Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten (1984) | © 20th Century Fox

Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten (1984) | © 20th Century Fox

Eine Abenteuer-Romanze von Robert Zemeckis

„Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ reiht sich zweifellos in meine am häufigsten gesehenen Filme ein. Damals als man noch auf das tägliche TV-Programm angewiesen war. Auch den Nachfolger „Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil“ habe ich ähnlich oft gesehen. In den letzten 20 Jahren habe ich den Film ein wenig aus den Augen verloren, doch es war sogleich wie nach Hause kommen. Lustigerweise hat sich meine Erinnerung nahezu komplett auf den Abenteuerteil in der Mitte des Films beschränkt. Die eigentlich besondere Rahmenhandlung rund um die von Kathleen Turner wunderbar verkörperte Romanzen-Autorin Joan Wilder war mir nicht mehr sonderlich gut im Gedächtnis. Dabei funktioniert der Film aufgrund des durch sie verkörperten Fish-out-of-Waters einfach großartig. Mit Michael Douglas als Draufgänger mit Herz wird ihr zudem der perfekte Partner an die Seite gestellt.

Alles in „Romancing the Stone“, den ich heute übrigens zum ersten Mal im Originalton gesehen habe, schreit nach 80er Jahre. Der wunderbar gemächliche Aufbau, Kostüme und Ausstattung sowie vor allem der durch Saxophon bestimmte Score. Herrlich! Die Action ist flott inszeniert, ohne jedoch zu übertrieben zu sein. Robert Zemeckis (u.a. bekannt für „Zurück in die Zukunft“) beweist abermals ein Händchen für das richtige Timing. Gewundert hat mich im letzten Drittel ein wenig der Gewaltfaktor, der u.a. durch eine von einem Krokodil explizit abgebissene Hand bestimmt wird. Aber so waren sie eben, die filmischen 80er Jahre.

Fazit

Wenn man die 80er-Jahre-Ästhetik aushält oder ihr sogar etwas abgewinnen kann, dann bereitet „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ auch heute noch viel Vergnügen. Ich war ziemlich begeistert und freue mich nun bereits auf den zweiten Teil, den ich trotz OOP noch auf Blu-ray ergattern konnte: 8/10 Punkte.

Indiana Jones und der Tempel des Todes – OT: Indiana Jones and the Temple of Doom (1984)

Nach dem grandiosen ersten Teil, habe ich noch die bei Fans und Kritikern eher unbeliebte Fortsetzung „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ gesehen. Für mich ist auch das Prequel der Reihe untrennbar mit wunderbaren Erinnerungen verbunden und punktet daher hauptsächlich auf der persönlichen Ebene – doch auch abgesehen davon hat Indys zweites Abenteuer einiges zu bieten.

„Indiana Jones and the Temple of Doom“ beginnt wie ein „James Bond“-Film und scheint damit seinem britischen Konkurrenten augenzwinkernd sagen zu wollen: Achtung, hier komme ich! Im Vergleich zu „Raiders of the Lost Ark“ wirkt diese Szene etwas zu übertrieben, zu bunt und zu bombastisch. Ein Beschreibung, die auf so einige Szenen des Prequels zutrifft. Doch möchte ich das nicht zwangsweise als Kritik sehen. Man sieht ein Abenteuer Indys, wie man es sich aus Erzählungen vielleicht selbst zusammengereimt hätte – und schließlich ist Dr. Jones ja eine Figur, die bewusst larger than life angelegt ist.

Ein großer Unterschied zum Vorgänger sind die Begleiter, mit denen sich Indy herumschlagen muss: Ein nerviges Kind und eine kreischende Diva. Mich persönlich haben diese Figuren nie so sehr gestört, wie anscheinend den Rest der Welt. Vermutlich habe ich mich als Kind bereits zu sehr an sie gewöhnt, als dass sie mir heute negativ auffallen könnten. So geht es mir auch bei einigen anderen Szenen aus „Temple of Doom“: Das Festmahl zum Bespiel war als Kind eine meiner Lieblingsszenen. Eigentlich albern und übertrieben, doch einfach unterhaltsam. Ebenso der Einstieg zum Tempel, die Zeremonie, die Lorenfahrt usw.

Neben all den Albernheiten überrascht „Temple of Doom“ mit bisher ungekannter Härte und einer erstaunlich düsteren Grundstimmung. Vermutlich war es auch diese ungewohnte Kombination, die viele Zuschauer verschreckt hat. Vielleicht wäre es auch mir so ergangen, doch kann ich aufgrund der unzähligen Sichtung keine objektive Bewertung mehr abgeben.

„Indiana Jones and the Temple of Doom“ ist für mich immer noch erstklassiges Abenteuerkino mit einem grandiosen Harrison Ford und einigen Szenen für die Ewigkeit. Für mich ein integraler Teil der klassischen Trilogie: 9/10 Punkte. Nun fehlt nur noch der fantastische – und zumindest vorübergehende – Abschluss der Saga.

Der Terminator – OT: The Terminator (1984)

Gestern Abend bin ich wieder einmal vor dem DVD-Regal gestanden und habe mir überlegt welchen Film ich denn gerne sehen würde. Fast schon hätte ich zu einem mir unbekannten Werk gegriffen, obwohl ich darauf nicht wirklich Lust hatte – doch dann fiel mein Blick auf James Camerons „Der Terminator“ und ich war wieder Feuer und Flamme für den Film.

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Meine wieder erwachte Begeisterung für den Film hängt bestimmt mit der kürzlichen Sichtung von „Terminator: The Sarah Connor Chronicles“ zusammen. Der erste Teil der futuristischen Trilogie war mir noch in relativ guter Erinnerung – und das obwohl ich ihn noch nicht so stark verinnerlicht habe, wie andere Filmklassiker meiner Jugend (z.B. „Star Wars“, „Indiana Jones“ und „Zurück in die Zukunft“). In der vollständigen Version – d.h. auf DVD – habe ich den Film auch erst zum zweiten Mal gesehen, davor gab es nur gekürzte TV-Ausstrahlungen und fragwürdige VHS-Versionen. Doch wenn man „The Terminator“ nur auf harte Action reduziert, wird man sowieso nicht viel Freude an dem Film haben.

Ich finde es unglaublich bemerkenswert welch grandioses popkulturelles Phänomen James Cameron mit seinem ersten unabhängigen Film geschaffen hat. Die Geschichte ist weit komplexer, als man es erwarten würde – und das Wichtigste: Sie ist absolut stimmig. Hinzu kommt, dass die Hintergrundinformationen nicht in einem platten Prolog vermittelt werden – sie sind direkt in die Handlung eingeflochten. Dadurch entsteht ein Sog, dem man sich als Zuschauer nur schwer entziehen kann. Die stets bedrohliche Atmosphäre und die – trotz allem – spektakulären Actionszenen runden den Film perfekt ab.

Die ersten zehn Minuten der gestrigen Sichtung waren für mich dann doch etwas ungewohnt: Zum einen wirken die Effekte inzwischen schon etwas angestaubt (besondes im direkten Vergleich zur aktuellen TV-Serie) und zum anderen habe ich den Film das erste Mal im englischen Originalton gesehen. Der Akzent von Arnold Schwarzenegger ist wirklich mehr als gewöhnungsbedürftig und ich war ein paarmal kurz davor wieder auf die bekannte – und geliebte – deutsche Tonspur zu wechseln. Aber nach einer gewissen Zeit hat sich das Ohr daran gewöhnt und somit durfte ich den Film noch einmal neu kennenlernen.

Viel mehr mag ich nun gar nicht schreiben. Der Film spricht für sich. Gedreht mit dem Budget und – oberflächlich betrachtet – der Handlung eines B-Movies, überzeugt „The Terminator“ auch heute noch in allen Belangen und zeigt bereits das große Talent eines – zumindest für mich – wichtigen Regisseurs. Zurecht ein Klassiker der Actionkinos: 10/10 Punkte.

Gremlins: Kleine Monster (1984)

Vermutlich kennt jeder Phasen, in denen es als besonders cool gilt, bestimmte Filme zu sehen. Als Teenager sind das dann Werke wie „Tanz der Teufel“, „Dawn of the Dead“ oder „Braindead“. Doch auch in der Grundschule gab es bereits solch angesagte Filme. Neben den „Ghostbusters“-Filmen („Voll der eklige Schleim und gruselige Monster!“) stand Joe Dantes „Gremlins“ („Da wird ein Monster in den Mixer gesteckt und es zerplatzt ganz eklig!“) ganz oben auf der Liste. Ob es ein Zufall ist, dass die angesagten Filme stets aufgrund ihres besonders hohen Schleim- und Ekelfaktors cool waren?

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Manche Filme aus dieser Zeit überdauern den momentanen Hype. Dazu gehört auch „Gremlins“. Der Spannungsaufbau ist ruhig und langsam. Es herrscht die typsiche 80er Jahre Atmosphäre und – als Kenner des Films – fühlt man sich sofort wieder wohl in dieser besonderen Weihnachtsnacht. Die Figuren sind allesamt sehr sympathisch und werden von ihren Schauspielern glaubwürdig dargestellt. Aufgefallen ist mir wieder einmal besonders Corey Feldman, der sich anscheinend in all meinen liebsten Filmen aus der Kindheit rumtreibt.

Die eigentlichen Hauptdarsteller sind allerdings eindeutig die Kreaturen. Was hier allein durch Puppentricks entsteht, ist – aus heutiger Sicht – der pure Wahnsinn. Sicher merkt man den Effekten ihr Alter an, doch mich können die süßen Mogwais und die fiesen Gremlins auch heute noch überzeugen. Wirklich fantastisch und irgendwie zeitlos. Vielleicht sehe ich das auch nur so, weil mich diese Art von Film durch die Kindheit begleitet hat. Schwer zu sagen.

Die Geschichte lockt heute niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Allerdings weiß ich noch ganz genau, wie ich damals mit leuchtenden Augen einem Freund zugehört hatte, der von den „Gremlins“ erzählte. Die drei Regeln: Nicht mit Wasser in Kontakt bringen, nicht dem Sonnenlicht aussetzen und niemals nach Mitternacht füttern. Allein durch die Erzählung haben sich diese Regeln bei mir ins Gedächtnis gebrannt und ich war so unglaublich gespannt auf diesen Monsterfilm.

„Gremlins“ hat fast nichts von seinem Charme verloren. Auch heute noch zündet das Feuerwerk aus bösem, schwarzem Humor und Familienfilm. Um jedoch in den vollen Genuss zu kommen, muss man wohl eine persönliche Bindung zu den kleinen, (anfangs) pelzigen Tieren haben: 9/10 Punkte.