Bad Apples (2025)

Wir hatten dieses Wochenende kinderfrei, sprich die Kinder waren mit ihren beiden Cousins und ihrer Cousine zum Übernachten bei den Großeltern. Frau bullion und ich hatte uns vorgenommen, endlich einen Essensgutschein einzulösen und das direkt mit einem Kinobesuch zu verbinden. Eigentlich hatte ich „Das Ende der Sterne“ geplant, doch stolperte ich über „Bad Apples“, der sogar im Originalton lief und dank Kinofest selbst im Deluxe-Saal für einen annehmbaren Preis. Der Hauptgrund war allerdings die Prämisse des Films, doch dazu mehr in der folgenden Besprechung… 🍎👩‍🏫

Bad Apples (2025) | © Sony Pictures

Bad Apples (2025) | © Sony Pictures

Unfassbar bedrückend, verstörend und witzig

„Bad Apples“ ist das perfekte Gegenstück zu Zack Creggers „Weapons: Die Stunde des Verschwindens“. Im Zentrum der Geschichte steht eine Lehrerin (unfassbar gespielt von Saoirse Ronan), die mit einem schwierigen Schüler zu kämpfen hat. Danny macht nicht nur ihr das Leben schwer, er sorgt dafür, dass die gesamte Klasse aus dem Gleichgewicht gerät. Eine Situation, die traurig nah an der Realität ist, wie Frau bullion zu bestätigen wusste. Aufgrund einer Eskalation kommt es dazu, dass die Lehrerin Danny bei sich zu Hause im Keller einsperrt. Dies mag unrealistisch klingen, doch ist es so nachvollziehbar erzählt, dass ich dies dem Film hoch anrechne. Es ist immer klar, dass das Verhalten der Lehrerin falsch ist. Auch Marie, so heißt Saoirse Ronans Figur, ist sich dessen bewusst. Aber es bleibt stets nachvollziehbar. Durch diesen Kniff und das behutsam und durchdacht geschriebene Drehbucht, bleibt „Bad Apples“ in einer möglichen Realität verankert.

Der Ton des Films ist dabei stets satirisch, aber nie übertrieben. Die Inszenierung ist extrem geerdet und man weiß dadurch nie, in welche Richtung die Geschichte schlägt. Es hätte genauso gut in Richtung Thriller oder sogar Horror kippen können. Doch „Bad Apples“ wird eher zu einer schwarzen Komödie. Im späteren Verlauf spielt noch Pauline, die Musterschülerin der Klasse, eine größere Rolle. Diese wird grandios von Nia Brown verkörpert, welche im letzten Drittel für gleichzeitig verstörende als auch unfassbar witzige Szenen sorgt. Ich musste teils laut lachen und war damit weit nicht der Einzige im Kino. Die Romanadaption sagt viel über das Schulsystem, Lehrer:innen, Eltern und Gesellschaft aus. Ich möchte nicht alles vorwegnehmen, doch kann ich nur noch einmal meinen Punkt vom Anfang bestärken: „Bad Apples“ würde sich perfekt zu einem Double-Feature mit „Weapons“ eignen. Ein wahrlich herausragender Film, der leider nur einen sehr kleinen Kinostart bekommen hat.

Fazit

Ich bin schwer begeistert von „Bad Apples“ und kann ihn euch nur ans Herz legen, sollte der Film bei euch laufen. Er ist absolut packend und besitzt so einige Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte, auch wenn sie im Verlauf des Films bereits angelegt sind. Saoirse Ronan und die Kinderdarsteller:innen sind fantastisch und Jonatan Etzler Regie auf den Punkt. Ein wirklich großartiger Film. Solltet ihr euch unbedingt anschauen: 9/10 Punkte.

Last Night in Soho (2021)

Nach einem Tag, den ich ich komplett draußen verbracht habe (Rasenmähen und etwas auf der Terrasse lesen) habe ich mich abends aufs Sofa gefreut. Der Zwergofant hatte seine Cousins zum „James Bond“-Schauen eingeladen, weshalb ich für Frau bullion, das Zappelinchen und mich „Last Night in Soho“ ausgesucht habe. Edgar Wrights Thriller stand schon lange auf meiner Liste und heute war es endlich soweit. 👗

Last Night in Soho (2021) | © Universal Pictures Germany GmbH

Last Night in Soho (2021) | © Universal Pictures Germany GmbH

Gefangen zwischen brillant und plump erzählt

Ich liebe Edgar Wrights Filme. Und seine Serie „Spaced“, die letztendlich die Blaupause für seine Cornetto-Trilogie war. Mit „Baby Driver“ konnte ich dagegen nicht so viel anfangen. Der Film hatte mich leider ziemlich kalt gelassen. Umso gespannter war ich also, was Wright aus einem ernsthaften Thriller-Stoff macht. Während der ersten Stunde hatte mich „Last Night in Soho“ komplett für sich eingenommen. Ich war mit Eloise (fantastisch gespielt von Thomasin McKenzie) auf der Reise und konnte mich wunderbar mit ihr identifizieren. Schon früh lässt der Film die Bedrohung durch Männer in den Vordergrund treten. In vielen kleinen Szenen, wie z.B. der Taxifahrt oder den unangenehm sexuell aufgeladenen Begegnungen im Wohnheim. Damit ist „Last Night in Soho“ aktueller denn je und ich war gespannt, wohin uns die Reise durchs nächtliche Soho führt. Zunächst einmal in die 1960er Jahre.

„Last Night in Soho“ besitzt eine fantastische Komponente: Eloise begegnet in ihren Träumen Sandie (ebenfalls großartig gespielt von Anya Taylor-Joy), welche zu Beginn all das zu verkörpern scheint, das Eloise verwehrt bleibt. Quasi „Lippels Traum“ in düster. Ab der Hälfte des Films wird „Last Night in Soho“ sehr plakativ und fast schon plump in seiner Aussage. Die Bilder sind weiterhin stark und Edgar Wright inszeniert die unausweichliche Bedrohung gekonnt. Inhaltlich mochte ich gerade die Entwicklung im letzten Drittel nicht so gerne: Ist Eloises Wahrnehmung nur so stark, weil sie an einer psychischen Erkrankung leidet? Nein, Männer verhalten sich einfach bedrohlich und übergriffig. Auch der finale Twist untergräbt die starke Botschaft des Films in meinen Augen etwas. Es gibt eine Szene, in denen die Männer als reine Opfer gezeigt werden, was mich für einen kurzen Moment wirklich geärgert hat. Glücklicherweise dreht Wright den Ausgang der Szene noch. Mit einem schlüssigeren und ja, auch konsequenteren Finale, hätte „Last Night in Soho“ ein herausragender Film werden können. So entscheide ich mich, ihn dennoch als meisterhaft inszenierten Thriller zu sehen, mit dessen inhaltlicher Ausrichtung ich nicht immer komplett einverstanden war. Muss ich aber auch nicht, denn am Ende verbleibt ein extrem spannender Psycho-Thriller mit interessanter Prämisse und tollen Figuren.

Fazit

Mir hat „Last Night in Soho“ wirklich viel Spaß gemacht. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass ich ihn beim zweiten Mal noch mehr genießen kann, da ich den Ausgang der Geschichte schon kenne. Auch meinen beiden Mitschauerinnen hat der Film sehr gut gefallen. Definitiv sehenswert. Edgar Wright kann also auch Thriller: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: hat mit seinen Cousins „James Bond 007: Spectre“ geschaut)

Die Unfassbaren 2: Now You See Me – OT: Now You See Me 2 (2016)

Der April schickt sich an, gar kein so schlechter Monat für Filme zu werden. Immerhin war ich schon zweimal im Kino und mit „Die Unfassbaren 2: Now You See Me“ gab es gestern den vierten Film bevor das erste Drittel des Monats hinter uns liegt. Natürlich tragen die Osterferien ihren Teil dazu bei, welche allerdings schon viel zu bald wieder hinter uns liegen. Wie uns der Film gefallen hat? Das lest ihr in der Besprechung. 🃏

Die Unfassbaren 2: Now You See Me (2016) | © LEONINE

Die Unfassbaren 2: Now You See Me (2016) | © LEONINE

Hyperaktives „Ocean’s Eleven“ mit Zauberei

Ich muss ja zugeben, dass ich mir nicht sonderlich viel von dieser Fortsetzung erwartet hatte. Schon den ersten Teil „Die Unfassbaren: Now You See Me“ fand ich nur ziemlich unterhaltsam, doch war die Geschichte schon fünf Minuten nach dem Film vergessen. Somit musste ich auch wirklich überlegen, was denn nun die inhaltliche Grundlage für den zweiten Teil ist. Glücklicherweise kamen die Erinnerungen dann doch wieder, auch wenn nur einzelne Elemente zum Verständnis nötig waren. Mit Lizzy Caplans Lula May stößt ein neues Mitglied zu den Reitern, welches Isla Fishers Henley Reeves ersetzt. Es sagt viel über die Charaktertiefe der Figuren aus, dass dieser Tausch gar nicht weiter ins Gewicht fällt. Allerdings sehe ich Lizzy Caplan schon seit „Cloverfield“ oder „Party Down“ sehr gerne, weshalb ich sie als wunderbare Ergänzung zum Ensemble empfand.

Ansonsten muss ich sagen, dass mir „Die Unfassbaren 2: Now You See Me“ immer noch sehr viel Spaß gemacht hat. Der Film legt ein unglaublich hohes Tempo vor, bietet zwar unrealistische, doch immerhin unterhaltsame Heist-Sequenzen, und die Zeit vergeht wie im Flug. Die Auflösung am Ende ist wieder sehr unglaubwürdig, doch hatte ich das Gefühl, dass die Filmreihe nun wirklich ihren Rhythmus gefunden hat. Mit Walter Mabry gibt es einen wunderbar überzogen von Daniel Radcliffe gespielten Bösewicht. Als Epilog folgt dann noch ein Ausblick, in welche Richtung sich wohl der dritte Teil entwickeln wird. Auf diesen freue ich mich nun tatsächlich schon sehr. Wer hätte es gedacht?

Fazit

Erstaunlicherweise hat mir auch „Die Unfassbaren 2: Now You See Me“ fast schon unfassbar viel Spaß gemacht. Der erste Teil mag noch ein wenig runder sein, doch mochte ich gerade den überbordenden Unsinn, den der zweite Teil erzählt (z.B. Woody Harrelson in einer Doppelrolle). Die Kinder mochten den ersten Teil lieber, doch ich konnte für mich keinen großen Unterschied feststellen, was den Unterhaltungswert angeht: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Die Unfassbaren: Now You See Me – OT: Now You See Me – Extended Edition (2013) (WS1)

Das Filmjahr 2026 ist bisher kein sonderlich erfolgreiches, zumindest wenn ich mir die Anzahl an Filmsichtungen so anschaue. Da war ich im Filmjahr 2025 zu diesem Zeitpunkt schon deutlich weiter. Heute jedoch haben wir „Stranger Things“ einmal links liegen lassen und uns mit „Die Unfassbaren: Now You See Me“ einem Film zugewandt, auf den die Kinder wirklich heiß waren. Warum und wieso? Das erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🎩

Die Unfassbaren: Now You See Me (2013) | © LEONINE

Die Unfassbaren: Now You See Me (2013) | © LEONINE

Alles nur ein großer Zaubertrick

Im vergangenen Jahr waren wir doch häufiger im Kino. Dort haben wir den Trailer zu „Die Unfassbaren 3: Now You See Me“ gefühlt vor jedem Kinofilm gesehen. Die Kinder sind darauf ziemlich angesprungen. Bei mir war die Begeisterung nicht sonderlich groß. Zwar hatte ich diesen ersten Teil bereits vor 12 Jahren einmal gesehen, doch mehr als ganz nett fand ich ihn damals nicht. Auch der zweite Teil ist bisher an mir vorübergegangen, so dass der dritte keine wirkliche Option war. Vor kurzem hat dann der Zwergofant mit seiner Patin eine Show der Ehrlich Brothers besucht, was Magie im Film wieder stärker auf den Radar gebracht hat. Mein erster Gedanke ging Richtung „Prestige: Die Meister der Magie“, doch dann ist mir dieser Film wieder eingefallen. Das Doppelpack der ersten beiden Teile gab es gerade günstig und somit war der heutige (und vermutlich auch der nächste) Filmabend besiegelt.

Ich muss sagen, dass ich heute sogar mehr Spaß hatte, als beim ersten Durchgang. Die große Zaubershow ist weiterhin grober Unfug und mich nervt auch der starke CGI-Einsatz, der die Illusionen von vornherein unglaubwürdig macht. Die Figuren sind zu flach, doch das Tempo ist hoch, der Score mitreißend und die Geschichte so absurd, dass sie schon wieder Spaß macht. Die Kinder saßen ziemlich gebannt vor dem Fernseher und waren ziemlich begeistert. Schon unfassbar, dass selbst dieser Film inzwischen schon wieder 13 Jahre auf dem Buckel hat. An die Auflösung am Ende konnte ich mich nicht mehr erinnern und vielleicht war das auch ganz gut so. Ist schon ziemlich an den Haaren herbeigezogen all das. Dem Unterhaltungswert schadet das glücklicherweise kaum. Alle 12 Jahre kann man sich „Die Unfassbaren: Now You See Me“ also durchaus einmal anschauen.

Fazit

„Die Unfassbaren: Now You See Me“ ist mit Woody Harrelson, Jesse Eisenberg, Isla Fisher, Dave Franco, Mark Ruffalo, Mélanie Laurent, Michael Caine und Morgan Freeman überragend gut besetzt. Leider jedoch gehen die Schauspielgrößen in dem abstrusen Drehbuch ziemlich unter. Hat mir dennoch Spaß gemacht und die Kinder waren wirklich angetan. Was will man mehr? 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Havoc (2025)

Was macht man als Filmliebhaber, der in den letzten Jahren alle harten Filme verpasst hat, weil er nur noch Filme mit der Familie schaut (und das wohlgemerkt freiwillig und gerne), an einem freien Abend? Natürlich noch einen zweiten Film raussuchen. Nachdem ich bereits „Predator: Killer of Killers“ geschaut hatte, habe ich direkt noch Gareth Evans‘ „Havoc“ nachgeholt. Wie mir die Schlachtplatte gefallen hat? 🚔

Havoc (2025) | © Netflix

Havoc (2025) | © Netflix

Düstere und ultrabrutale Comic-Action

Mit „The Raid: Redemption“ hat Gareth Evans einen modernen Klassiker inszeniert und eine ganze Welle an beinharten Actionfilmen aus dem asiatischen Raum losgetreten. Der ultrabrutale Höhepunkt war bisher wohl „The Night Comes for Us“, welcher in verschiedenster Hinsicht Maßstäbe gesetzt hat. Mit „Havoc“, der sich jahrelang in der Produktionshölle befand, ist Gareth Evans wieder zu der Art Film zurückgekehrt, mit der er seinen ersten großen Erfolg feiern durfte. Dieses Mal befinden wir uns jedoch in einer nicht näher benannten amerikanischen Großstadt, die am ehesten an Gotham City erinnert. Kein Wunder, dass sich Tom Hardy hier wohlfühlt. Die Stadt wirkt wie ein überstilisierter Sündenpfuhl, was durch den übermäßigen CGI-Einsatz noch unterstrichen wird. Dabei muss ich allerdings sagen, dass ich diesen weit nicht so schlimm fand, wie man teils lesen kann. Die Künstlichkeit der Bilder passt irgendwie zur comichaft übertriebenen Atmosphäre.

Die Geschichte ist im Prinzip ein 08/15-Gangsterdrama mit korrupten Polizisten und ein paar jungen Erwachsenen, die zwischen die Fronten geraten. Im Grunde lebt „Havoc“ von zwei großen Actionszenen, welche atemlos und atemberaubend inszeniert sind. Das hat Gareth Evans wirklich drauf und wenn man Spaß an comichaft überzogener Gewalt hat, dann macht sowohl der Kampf im Nachtclub als auch das Finale in der Waldhütte enorm viel Spaß. Tom Hardy passt perfekt in diese Rolle und man merkt, dass er ein erfahrener Kampfsportler ist. Die Kämpfe sind wahrlich brachial und schmerzhaft anzusehen. Auch hier fällt das CGI-Blut in manchen Momenten auf, doch für mich war das nicht schlimm oder groß ablenkend. Geschmerzt hat mich eher so mancher Dialog oder wie sich die Geschichte teils entwickelt. Hier ist wenig Substanz vorhanden, was schade ist. Somit wird mir außer den ultrabrutalen Kampfszenen nur wenig in Erinnerung bleiben. Diese aber auf jeden Fall.

Fazit

„Havoc“ ist ein Film, bei dem der Name Programm ist. Lasst euch von den teils zu harten Kritiken nicht abschrecken. Der Film ist wahrlich nicht perfekt und hat so seine Probleme, doch darüber hinaus bietet er harte Action-Unterhaltung, wie man sie von Gareth Evans gewöhnt ist. Ich hatte meinen Spaß damit: 7/10 Punkte.

Konklave – OT: Conclave (2024)

Heute Abend haben wir einen Film nachgeholt, den Frau bullion und ich schon lange sehen wollten. Dank eines übrig gebliebenen Geburtstagsgutscheins und einem guten Deal, habe ich mir vor ein paar Tagen die 4K Ultra HD Blu-ray von „Konklave“ gegönnt und ihn heute direkt eingelegt. Sehr zur Freude der Kinder. Aber nun gut, da mussten sie durch, wenn sie einen Filmabend wollten. Vermutlich der erste, richtig ernsthafte Erwachsenenfilm für sie. Auch eine Erfahrung. Leichte Spoiler sind zu erwarten. ⛪

Konklave (2024) | © LEONINE

Konklave (2024) | © LEONINE

Ein ungewöhnlich utopischer Kirchen-Thriller

Mit der kürzlichen realen Papstwahl, war das Thema Konklave in aller Munde. Edward Bergers Film hätte keinen besseren Zeitpunkt erwischen können. Doch auch nach dem (wenn man es so nennen kann) Hype, schafft es der extrem ruhige Kirchen-Thriller zu begeistern. Das Tempo ist enorm langsam, was durch lange Kameraeinstellungen und bedächtige Kamerafahrten unterstützt wird. Dennoch geschieht unglaublich viel, was vor allem am grandiosen Drehbuch und dem fantastischen Schauspiel von Ralph Fiennes, Stanley Tucci, John Lithgow, Isabella Rossellini usw. liegt. Obwohl oder gerade weil ich mit der katholischen Kirche nicht viel anfangen kann, strahlt „Konklave“ eine unglaubliche Faszination aus. Edward Berger gelingt es famos durch etliche Parallelmontagen die übertrieben ritualisierte Tradition (auf der einen Seite das Verschließen des päpstlichen Zimmers) mit sehr weltlichen Bildern (auf der anderen Seite der tote Papst im Krankenwagen) zu kontrastieren. Handwerklich ein perfekt gelungener Film. Wie jedoch sieht es inhaltlich aus?

Ich fand die Geschichte von „Konklave“ enorm spannend und hatte am Ende eine typisch thrillerhafte Wendung befürchtet, z.B. dass Kardinal Lawrence alles fingiert hat, um seine eigenen Ziele durchzusetzen. Irgendetwas Düsteres, das die Verkommenheit der Menschen unterstreicht. Die tatsächliche Wendung jedoch war fast schon utopisch positiv und zukunftsgewandt. Fantastisch! Gerade in unserer heutigen Zeit, in der wir uns mit jeder Entscheidung gesellschaftlich und politisch rückwärts zu bewegen scheinen. Das Finale hat mir wirklich ein Lächeln ins Gesicht gezaubert und ich meine auch, dass ich Kardinal Lawrences Mundwinkel zum ersten Mal im gesamten Film leicht nach oben habe zucken sehen. Ich hätte nie und nimmer mit einem Happy End gerechnet. Umso schöner, dass mich dieses letztendlich so unerwartet überrumpelt hat. Und die Kinder? Die haben zwischendring schon recht häufig gegähnt, fanden den Film und das Seherlebnis aber dennoch gut. Man muss auch sagen, dass sie heute beide auf einem Geburtstag im Klettergarten und entsprechend ausgepowert waren.

Fazit

Mich hat „Konklave“ wirklich enorm begeistert. Es tat gut, einmal wieder einen erwachsenen Film zu schauen. Mit einer durchdachten Geschichte und ohne Action. Ein wahres Charakterstück. Das Finale hat dem ohnehin schon gelungenen Erlebnis dann noch die Krone aufgesetzt. Ein utopischer Thriller über die Papstwahl. Wer hätte das gedacht? 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

James Bond 007: Keine Zeit zu sterben – OT: James Bond 007: No Time to Die (2021)

Heute war ein recht entspannter Tag, der sich tatsächlich wie Frühling und Urlaub zugleich angefühlt hat: Morgens war ich eine Runde laufen, gegen Mittag bin ich dann mit dem Zwergofanten zum Skatepark, wo wir gut 90 Minuten wilde Dinge probiert haben. Abends waren wir dann hungrig und platt und haben uns mit „James Bond 007: Keine Zeit zu sterben“ dem Finale der jüngsten James-Bond-Saga gewidmet. Spoiler sind zu erwarten. 👨‍👩‍👧

James Bond 007: Keine Zeit zu sterben (2021) | © Warner Bros (Universal Pictures)

James Bond 007: Keine Zeit zu sterben (2021) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Der packende Abschluss der Daniel-Craig-Ära

Mit knapp drei Stunden ist „Keine Zeit zu sterben“ der längste Bond-Film überhaupt. Dennoch kommt keine Langeweile auf, denn es gibt ein spannendes Set Piece nach dem anderen zu sehen. Der Rückblick zu Beginn ist mitreißend inszeniert, der darauf folgende Konflikt zwischen James und Madeleine leider ein wenig abrupt. Aber nun gut, man muss die Handlung schließlich in die Gänge bekommen. Die Action ist imposant und es gibt auch einige emotionale Höhepunkte. Apropos Höhepunkte: Ich hätte gerne mehr von Ana de Armas als Paloma gesehen, denn die Dynamik zwischen ihr und Bond war großartig. Da fehlen mir noch ein bis zwei Filme mit ausführlicheren Begegnungen der beiden.

Rami Malek als Schurke hat mir recht gut gefallen, auch weil ich das Produktionsdesign seines Unterschlupfs sehr mochte. Wie bereits Blofeld im Vorgänger hat er mich auch an die eher klassischen Bond-Bösewichte erinnert plus die unzähligen Handlanger und die Nanobots als Sci-Fi-Komponente. Fand ich gut. Auch Bonds erweiterte Familie hat mir gefallen, zumal sie auch genügend Motivation für das Finale bietet, in dem sich Bond opfert. Ja, tatsächlich stirbt James Bond erstmals. Das hat die Kinder ganz schön mitgenommen und überrascht. Ich hatte fast schon damit gerechnet und fand es auch einen passenden Abschluss für die Daniel-Craig-Saga. Danach haben wir noch kurz darüber geredet, was mögliche Nachfolger:innen angeht und das Zappelinchen war fast schon verwundert ob der Frage, denn es sei doch klar, dass 007 nun eine Frau sei. Man müsste nur den Namen ändern. Der Zwergofant fand zudem, dass es doch mal eine Bösewichtin geben sollte. Schon toll, wie natürlich offen für alle Möglichkeiten Kinder doch sind. Da kann man nur von lernen.

Insgesamt fand ich die Daniel-Craig-Reihe wirklich stark und bin nun fast traurig, dass sie vorbei ist. Vielleicht sollten wir doch einmal in die klassischen Filme reinschauen? Hier meine Rangliste:

  1. „Casino Royale“ (8/10 Punkte)
  2. „Skyfall“ (8/10 Punkte)
  3. „Keine Zeit zu sterben“ (8/10 Punkte)
  4. „Spectre“ (8/10 Punkte)
  5. „Ein Quantum Trost“ (7/10 Punkte)

Fazit

Für mich ist „Keine Zeit zu sterben“ wahrlich ein gelungener Abschluss. Wenn man die Entwicklungen um die Marke betrachtet, dann ist es vielleicht auch der endgültige Abschluss der altehrwürdigen Kinoreihe. Auch als solcher würde er eine gute Figur machen. Die Kinder fanden den Film auch sehr stark und das Zappelinchen gibt aus Protest doch noch 9 Punkte, obwohl sie mit dem Finale nicht einverstanden war (soll ich hier extra betonen). Das bringt uns zu folgender Gesamtwertung: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

James Bond 007: Spectre (2015)

Der Tag heute war wieder voller Trubel, doch die ersten Solarmodule befinden sich bereits auf dem Dach, was ein schöner Erfolg ist. Nachdem die Handwerker weg waren, bin ich mit den Kids noch zum Skatepark geskatet, was ein schöner Abschluss des Tages war. Danach gab es mit „James Bond 007: Spectre“ bereits den nächsten Filmabend und den ersten Film der Daniel-Craig-Reihe, den ich noch nicht kannte.

James Bond 007: Spectre (2015) | © Warner Bros (Universal Pictures)

James Bond 007: Spectre (2015) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Quasi der erste richtige Film nach der Origin-Story

Mit „Casino Royale“ haben wir die Origin-Story von James Bond erlebt. „Ein Quantum Trost“ war deren Epilog und „Skyfall“ dann das erste richtige Bond-Abenteuer? Nicht wirklich, denn es hat sich in (zu) vielen Legacy-Sequel-Momenten angefühlt wie die Erweiterung der Origin-Geschichte. Doch mit „Spectre“ bekommen wir endlich(?) James Bond, wie wir ihn kennen und lieben. Nur eben in modern. Diese Mischung hat mir wirklich ausgesprochen gut gefallen. Dave Bautista als überstarker Schläger, der mich an den Beißer erinnert hat, oder Christoph Waltz als comichaft überzogener Bösewicht, der eine ganze Armee an Kanonenfutter beschäftigt. Wie in den Bond-Filmen der 1970er Jahre. Fand ich toll. Einzig der Name Blofeld hätte wahrlich nicht sein müssen. Aber nun gut, solch ein Callback war irgendwie zu erwarten.

Ich mochte erneut Sam Mendes‘ ruhige Inszenierung, die sich auch Zeit für zwischenmenschliche Momente nimmt. Der Film ist dabei nicht mehr ganz so schick wie „Skyfall“, hat dafür aber ein paar wirklich mitreißende Actionszenen zu bieten. Die Handlung mochte ich auch sehr, vermutlich weil sie mich an die alten 007-Klassiker erinnert hat. Einzig die überkonstruierte Beziehung zwischen Bond und Blofeld hätte es für mich nicht gebraucht. Dafür fand ich Léa Seydoux wirklich entzückend als Bond-Girl. In dieser Beziehung hat man, trotz aller Nostalgie für klassische Erzählweisen, auch gemerkt, dass dieser neue Bond durchaus Gefühle zulassen kann. Nach Vesper Lynd bestimmt das interessanteste Bond-Girl.

Fazit

Ich muss sagen, dass mich „Spectre“ wirklich positiv überrascht hat. Ich hatte einen qualitativen Abfall nach „Skyfall“ erwartet, doch besitzt die Fortsetzung einfach andere Stärken und Schwächen. Nun finde ich es fast schade, dass nur noch ein Film mit Daniel Craig folgt und die Zukunft des Franchises ungewisser ist, denn je: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

James Bond 007: Skyfall (2012) (WS1)

Nach einem langen und aufregenden Tag mit einem Haus voller Handwerker sind wir abends schon gegen 19 Uhr aufs Sofa gefallen und haben uns „James Bond 007: Skyfall“ angeschaut. Da die Kinder den Titelsong bereits bei mehreren Chorauftritten gesungen haben, waren sie dadurch ziemlich angefixt. Auch ich hatte mich auf die erneute Sichtung des Films gefreut, der er mir beim letzten Mal doch wirklich gut gefallen hat. Somit ging es zurück nach Skyfall… 🏚️

James Bond 007: Skyfall (2012) | © Warner Bros (Universal Pictures)

James Bond 007: Skyfall (2012) | © Warner Bros (Universal Pictures)

James Bond kehrt extrem stilsicher zurück

Nach „Casino Royale“ und „Ein Quantum Trost“ ist die Rachegeschichte abgeschlossen. Dieser James Bond erinnert eher an die klassischen Auftritte, auch wenn er tiefer in die Beziehungsebene geht, als man das gewohnt ist. Sam Mendes‘ Inszenierung ist deutlich weniger rau und mehr auf Hochglanz getrimmt. Das ist teils wirklich beeindruckend und eine Freude anzuschauen. Wenn es am Ende zu den Wurzeln der Bond-Dynastie zurückgeht, dann wirkt das unerwartet klein und persönlich. Ich mochte die „Rambo“-Anleihen und fand es einen einerseits klassischen aber auch modernen Weg, um Daniel Craigs James Bond für die kommenden Filme aufzugleisen.

Nicht so gut gefallen hat mir die Legacy-Sequel-Krankheit, zuvor angedeutete Elemente auch für die oberflächlichsten Zuschauer:innen auszubuchstabieren: Eve Moneypenny zum Beispiel. Oder auch Ralph Fiennes als neuer M. Das hat doch etwas ermüdend gewirkt und hätte „Skyfall“ nicht nötig gehabt. Der Abschied von Judy Dench war dagegen wundervoll und hat der Schauspielerin Tribut gezollt. Auch Javier Bardem als Silva hat mir erneut gut gefallen, weil er einerseits ein comichafter, andererseits aber auch ein geerdeter Bond-Bösewicht ist. Die Schauplätze und Action-Set-Pieces werden mir dagegen, wie bereits nach der letzten Sichtung, eher weniger präsent im Kopf bleiben.

Fazit

Mir hat „Skyfall“ auch heute wieder viel Spaß gemacht. Dennoch fand ich ihn nicht ganz so gelungen, wie beim ersten Mal. Die Kinder hatten sich auch mehr erhofft und das Zappelinchen fand sogar „Ein Quantum Trost“ gelungener. Nun bin ich gespannt auf die verbleibenden Bond-Filme mit Daniel Craig als 007, die ich bisher auch noch nicht gesehen habe: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

James Bond 007: Ein Quantum Trost – OT: Quantum of Solace (2008) (WS1)

Beim heutigen Filmabend ging es weiter mit unserer James-Bond-Sichtung und es stand „James Bond 007: Ein Quantum Trost“ auf dem Programm. Meine Erinnerungen daran waren eher schwach ausgeprägt und ich konnte mich nur noch an ein paar Set-Pieces und die überaus hektische Inszenierung der Action-Szenen erinnern. Hat der Film tatsächlich mehr zu bieten?

James Bond 007: Ein Quantum Trost (2008) | © Warner Bros (Universal Pictures)

James Bond 007: Ein Quantum Trost (2008) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Eine durchaus gelungene Fortsetzung der Reihe

Ich kann es direkt vorwegnehmen, dass mir „Ein Quantum Trost“ dieses Mal besser gefallen hat als bei meiner ersten Sichtung vor 12 Jahren. Speziell die hektische Inszenierung hat mich nicht mehr so sehr gestört. Ich wusste die Kinetik zu schätzen und mochte auch die geerdete Brutalität. Passend für diese Rachegeschichte. Die Handlung selbst wirkt zunächst komplizierter als sie eigentlich ist. Im Grunde geht es um eine Hatz von A nach B nach C nach D und das bringt 007 an ein paar durchaus beeindruckende Schauplätze. Hat mir wirklich gut gefallen. Dennoch mag ich die Filme der Reihe lieber, in denen sich etwas mehr Zeit gelassen wird.

Olga Kurylenko ist ein tolles Bond-Girl, auch weil die Beziehung platonisch bleibt. Dafür fand ich Gemma Artertons Figur leider verschenkt und auch Bösewicht Dominic Greene ist kein Vergleich zu Le Chiffre. Auch das Finale in der Wüste hat mir dieses Mal besser gefallen, wenngleich ich mich doch gefragt habe, wie so ein Hotel gebaut sein muss, dass es gefühlt voller explosiver Bomben ist, hat es denn erst einmal Feuer gefangen. Aber nun gut, es ist eben immer noch ein James-Bond-Film. Da muss man Logik vermutlich nicht als Maßstab nehmen, selbst wenn Marc Forster sich Mühe gibt, den Film realistischer wirken zu lassen als die alten Filme der Reihe.

Fazit

„Ein Quantum Trost“ ist eine gelungene Fortsetzung, welche inhaltlich jedoch nur „Casino Royale“ abrundet, der in jeder Hinsicht stärker ist. Dennoch hatte ich meinen Spaß mit dem Film und die Kids waren auch wieder angetan. Am meisten freuen sie sich nun aber auf „Skyfall“, zu dem sie durch den Song einen größeren Bezug haben. Gute Unterhaltung: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)