The Prestige (2006)

Nach der verpassten Sichtung im Kino und dem letzten erfolglosen Versuch auf DVD, bin ich gestern endlich dazu gekommen mir Christopher Nolans „The Prestige“ anzusehen. Neben Nolans Meisterwerk „Memento“ und der sehenswerten Comicverflimung „Batman Begins“ reiht sich nun ein weiterer Pflichtfilm in die Filmographie des Regisseurs. Ein Pflichtfilm für all jene, die an die Magie des Kinos glauben.

prestige3.jpg

Die Geschichte um zwei rivalisierende Magier wird wunderbar erzählt. Es gibt Rückblenden innerhalb von Rückblenden, Zeitsprünge und alternative Handlungsabläufe. Man muss schon dabei bleiben, wenn man der Handlung folgen will. Ist man aufmerksam, so wird man mit einer äußerst interessanten Erzählstruktur belohnt, die einem zum Mitdenken und Mitraten einlädt. Die jedoch nie aufgesetzt und bewusst verwirrend wirkt. Obwohl sie das ist. Sie leitet bewusst in die Irre. Lenkt vom Wesentlichen ab. Zeigt das Offensichtliche. Film. Eine Illusion.

Neben der nicht chronologisch erzählten Geschichte überzeugt vor allem die Inszenierung. Düstere Bilder des viktorianischen Londons beschwören eine unheilsschwangere Atmosphäre herauf. Trotz der bewusst klassischen Inszenierung wirkt der Film seltsam modern. Nicht wie ein typischer Kostümfilm. Ist er auch nicht. Doch unterstützt die Atmosphäre die Geschichte auf perfekte Art und Weise. Überhaupt hatte ich den Eindruck, dass hier jede eingesetzte Technik – ob narrativ oder audiovisuell – der Geschichte zugute kommt. Dem Trick. Der Illusion.

Wenn ich einen Kritikpunkt habe, dann den dass der aufmerksame Zuschauer die Illusion zu leicht durchschaut. Die letzte Kamerafahrt wirkt so, als wollte Nolan noch eine großartige Enthüllung vornehmen. Eine Enthüllung, die jedoch spätestens seit dem zweiten Besuch bei Tesla (gespielt von David Bowie) offensichtlich ist. Vielleicht fällt das aber auch gar nicht so sehr ins Gewicht, denn die Morbidität der Geschehnisse wächst vermutlich mit dem Wissen um sie.

Christpher Nolan ist mit „The Prestige“ – nach „Memento“ – ein weiteres Meisterwerk gelungen. Fantastisch gespielt, toll ausgestattet und grandios erzählt. Absolut sehenswert: 9/10 Punkte.

21 Gedanken zu “The Prestige (2006)

  1. @ Lucky#Slevin: Der einzige Kostümfilm? Kommt halt auch immer darauf an, wie man Kostümfilm definiert, oder? 😉

    @ foxmulder: Bei der nächsten Sichtung vielleicht. Mich hat – wie gesagt – etwas gestört, dass Nolan den Zuschauern die letzte Einstellung noch als großen Twist verkaufen wollte. Aber vielleicht war das auch nur mein Eindruck.

    Gefällt mir

  2. Hm, ich war von dem Film nicht so begeistert. Das Ende war tatsächlich echt lahm und ich konnte einfach die beiden Magier nicht auseinander halten. Die sahen sich so ähnlich. Und dann waren sie auch noch ständig verkleidet!

    Einzig cool fand ich den Tesla-Transformator. 😉 Die SciFi-Elemente in Verbindung mit dem Genre „Kostümfilm“ haben mir auch gefallen.

    Gefällt mir

  3. Kein Wunder, dass du die beiden Magier nicht auseinander halten konntest. Waren ja auch Zwillinge! 😀

    Ernsthaft: Du hast Christian Bale und Hugh Jackman verwechselt? Ich finde die sehen sich nicht wirklich ähnlich. Aber das erklärt zumindest, warum du dem Film nicht so viel abgewinnen konnest… 😉

    Die Sache mit Tesla fand ich auch super. Auch dass die Idee mit dem Sci-Fi-Element bis zum Ende konsequent durchgezogen wurde.

    Gefällt mir

  4. Kann ich dir nur zustimmen (auch in der Wertung)! Aber bei der ersten Sichtung habe ich nicht sofort das Geheimnis um Borden durchschaut, erst als der Film in sein eigenes Prestige wanderte. Aber für mich zweifelsohne DER Mainstreamfilm 2007.

    Gefällt mir

  5. Ja, definitiv ein Film für die große Leinwand, denn Nolan hat hier wirklich tolle Bilder „hingezaubert“. Allerdings war ich nicht ganz so begeistert, zumal die Erinnerungen mittlerweile schon sehr verblasst sind. Fällt meiner Meinung nach gegenüber MEMENTO und auch BATMAN BEGINS noch ein Stück weit ab und ist eher so auf dem Niveau von INSOMNIA im oberen Mittelfeld.

    Sehr gut haben mir jedenfalls Bowie gefallen und auch einige (Landschafts-)aufnahmen (u.a. die Geschichte mit den Lampen, wie auf deinem Symbolbild).

    Und insgesamt leichter Sieger gegenüber dem grob zur gleichen Zeit gestarten/gesehenen „Illusionist“.

    Gefällt mir

  6. Mir hat „The Prestige“ deutlich besser gefallen als „Batman Begins“. Vermutlich weil ich die Geschichte und Erzählweise origineller finde.

    „Insomnia“ kenne ich dagegen noch gar nicht – dafür das norwegische Original „Todesschlaf“, das ich zwar gut aber nicht überragend fand.

    Von „Illusionist“ habe ich noch nichts gehört. Auch ein Film über Magier?

    Gefällt mir

  7. Ich kenne wiederum das norwegische Original nicht, aber mochte am Remake natürlich vor allem die tollen Darsteller. Vor allem Robin Williams schätze ich sehr in nicht-komischen Rollen. Dazu noch Al Pacino und Hillary Swank – das sind einfach Leute bei denen es Spaß macht, ihnen bei der Arbeit zuzuschauen.

    „The Illusionist“ ist in der Tat auch ein Film über Magier zur vorletzten Jahrhundertwende. Mit ebenfalls tollen Schauspielern wie Edward Norton und Paul Giamatti. Dazu dann als Eyecandy noch Jessica Biel. Ist alleine deswegen schon einen Blick wert.

    Gefällt mir

  8. Vielleicht sehe ich mir „Insomnia“ dann doch noch einmal an. Ich habe Robin Williams in „One Hour Photo“ sehr gerne gesehen und auch „The Final Cut“ hatte seine Momente.

    Danke für die Hinweise zu „The Illusionist“. Wieder ein Film, den ich mir nun vormerken kann. Das Thema hat etwas.

    Gefällt mir

  9. Also PRESTIGE ist nebem MEMENTO sicher – wie bullion es sagte – Nolans bester Film, INSOMNIA ist ein ziemlich übles Remake von TODESSCHLAF, der sehr viel besser als Nolans Remake ist.

    Und zu ILLUSIONIST, das ist ne böse Zote, mit ner wie immer grausigen Biel, da rettet nur der wie meist grandiose Giamatti noch ein bisschen, an PRESTIGE kommt er jedoch über Längen nicht ran. 😉

    Gefällt mir

  10. So viele unterschiedliche Meinungen zu verschiedenen Filmen und so wenig Zeit, um mir selbst eine Meinung zu bilden – eine Schande!

    Ich werde aber all eure Informationen im Hinterkopf behalten, sollte mir einmal der eine oder andere der genannten Filme über den Weg laufen…

    Gefällt mir

  11. So, habe mich jetzt auch mal an „The Prestige“ heran gewagt. Hier passt irgendwie einfach alles. Bin sehr angetan von dem Film. Habe ihn mir als Schnäppchen gekauft ohne grosse Erwartungen. So bedauere auch ich jetzt im Nachhinein, dass ich den Film nicht im Kino gesehen habe, oder ihn mir früher gekauft habe. Story mässig wirklich sehr interessant. Hätte ich wirklich nicht gedacht. Gehört sicher zu den Guten Filmen von Nolan, aber ich kenne bis jetzt auch keinen schlechten Film von ihm :). (gesehen: Memento, Batman Begins und The Dark Knight),

    Bei der Wertung würde ich noch einen Punkt mehr geben 10/10 😉

    Gefällt mir

  12. Ja, echt ein klasse Film! Sollte ich mir auch dringend einmal wieder anschauen. Aber so geht es mir ja mit den meisten guten Filmen. Ich hatte mir nach der Sichtung von „The Prestige“ auch überlegt, mir „The Illusionist“ zu besorgen, doch irgendwie habe ich dabei das Gefühl nur enttäuscht zu werden. Mit deinen 10 Punkten kann ich auf jeden Fall gut leben!

    Gefällt mir

  13. Pingback: Inception « Tonight is gonna be a large one.

  14. Pingback: The Illusionist (2006) | Tonight is gonna be a large one.

  15. Pingback: Die Unfassbaren: Now You See Me – OT: Now You See Me – Extended Edition (2013) | Tonight is gonna be a large one.

  16. Pingback: Blogparade: My 100 Greatest Films of the 21st Century (So Far) | Tonight is gonna be a large one.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s