Bad Apples (2025)

Wir hatten dieses Wochenende kinderfrei, sprich die Kinder waren mit ihren beiden Cousins und ihrer Cousine zum Übernachten bei den Großeltern. Frau bullion und ich hatte uns vorgenommen, endlich einen Essensgutschein einzulösen und das direkt mit einem Kinobesuch zu verbinden. Eigentlich hatte ich „Das Ende der Sterne“ geplant, doch stolperte ich über „Bad Apples“, der sogar im Originalton lief und dank Kinofest selbst im Deluxe-Saal für einen annehmbaren Preis. Der Hauptgrund war allerdings die Prämisse des Films, doch dazu mehr in der folgenden Besprechung… 🍎👩‍🏫

Bad Apples (2025) | © Sony Pictures

Bad Apples (2025) | © Sony Pictures

Unfassbar bedrückend, verstörend und witzig

„Bad Apples“ ist das perfekte Gegenstück zu Zack Creggers „Weapons: Die Stunde des Verschwindens“. Im Zentrum der Geschichte steht eine Lehrerin (unfassbar gespielt von Saoirse Ronan), die mit einem schwierigen Schüler zu kämpfen hat. Danny macht nicht nur ihr das Leben schwer, er sorgt dafür, dass die gesamte Klasse aus dem Gleichgewicht gerät. Eine Situation, die traurig nah an der Realität ist, wie Frau bullion zu bestätigen wusste. Aufgrund einer Eskalation kommt es dazu, dass die Lehrerin Danny bei sich zu Hause im Keller einsperrt. Dies mag unrealistisch klingen, doch ist es so nachvollziehbar erzählt, dass ich dies dem Film hoch anrechne. Es ist immer klar, dass das Verhalten der Lehrerin falsch ist. Auch Marie, so heißt Saoirse Ronans Figur, ist sich dessen bewusst. Aber es bleibt stets nachvollziehbar. Durch diesen Kniff und das behutsam und durchdacht geschriebene Drehbucht, bleibt „Bad Apples“ in einer möglichen Realität verankert.

Der Ton des Films ist dabei stets satirisch, aber nie übertrieben. Die Inszenierung ist extrem geerdet und man weiß dadurch nie, in welche Richtung die Geschichte schlägt. Es hätte genauso gut in Richtung Thriller oder sogar Horror kippen können. Doch „Bad Apples“ wird eher zu einer schwarzen Komödie. Im späteren Verlauf spielt noch Pauline, die Musterschülerin der Klasse, eine größere Rolle. Diese wird grandios von Nia Brown verkörpert, welche im letzten Drittel für gleichzeitig verstörende als auch unfassbar witzige Szenen sorgt. Ich musste teils laut lachen und war damit weit nicht der Einzige im Kino. Die Romanadaption sagt viel über das Schulsystem, Lehrer:innen, Eltern und Gesellschaft aus. Ich möchte nicht alles vorwegnehmen, doch kann ich nur noch einmal meinen Punkt vom Anfang bestärken: „Bad Apples“ würde sich perfekt zu einem Double-Feature mit „Weapons“ eignen. Ein wahrlich herausragender Film, der leider nur einen sehr kleinen Kinostart bekommen hat.

Fazit

Ich bin schwer begeistert von „Bad Apples“ und kann ihn euch nur ans Herz legen, sollte der Film bei euch laufen. Er ist absolut packend und besitzt so einige Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte, auch wenn sie im Verlauf des Films bereits angelegt sind. Saoirse Ronan und die Kinderdarsteller:innen sind fantastisch und Jonatan Etzler Regie auf den Punkt. Ein wirklich großartiger Film. Solltet ihr euch unbedingt anschauen: 9/10 Punkte.

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