Gortimer Gibbon: Mein Leben in der Normal Street – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 2)

Heute habe ich bzw. haben wir eine Serie abgeschlossen, die uns schon seit Mitte des letzten Jahres begleitet. Auf der Suche nach einer Serie, die ich zusammen mit den Kindern schauen kann, sind wir irgendwann auf „Gortimer Gibbon“ gekommen. Nach einer längeren Pause, kurz vor dem Finale, haben wir die Serie heute schweren Herzens abgeschlossen… 🐸🔨📦

Gortimer Gibbon | © Amazon Prime Video

Gortimer Gibbon | © Amazon Prime Video

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Jumanji: Willkommen im Dschungel – OT: Jumanji: Welcome to the Jungle (2017)

Aktualisierung: Ich habe „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ am 7. Januar 2023 zum zweiten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Der vorletzte Urlaubstag ist vorbei. Die nächsten Corona-Maßnahmen sind angekündigt. Auch wenn vieles davon sinnvoll ist, so hätte ich mich bei der Aussicht auf drei Wochen Home-Schooling am liebsten direkt betrunken (nicht falsch verstehen, ich möchte meine Kids gar nicht in die Schule schicken). Aber ich drifte ab. Auf jeden Fall stand mir der Sinn nach leichter Unterhaltung, weshalb auch „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ in den Player wanderte… 🦏💎

Jumanji: Willkommen im Dschungel (2017) | © Sony Pictures Home Entertainment

Jumanji: Willkommen im Dschungel (2017) | © Sony Pictures Home Entertainment

Nicht als Reboot sehen, dann macht der Film Spaß

Auch wenn ich den Original-„Jumanji“ aus dem Jahr 1995 durchaus mag, so ist es keiner der prägenden Filme meiner Kindheit. Vermutlich war ich damals einfach schon zu alt dafür. Bei der letzten Sichtung fand ich ihn zwar charmant, doch sind mir noch am ehesten die miesen CGI-Effekte in Erinnerung geblieben. Somit hatte ich auch kein großes Problem, dass es einen Reboot des Franchises geben sollte. Außer natürlich, dass ein weiterer Film der 80er/90er Jahre Pate stand und Hollywood keine eigenen Ideen mehr hat. Dabei wäre die Verbindung zu „Jumanji“ gar nicht zwangsweise nötig gewesen und die eigentliche Idee hätte, in einem anderen als dem Dschungel-Setting, auch tadellos als unabhängiger Film funktionieren können.

Davon einmal abgesehen macht „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ wirklich viel Spaß. Er ist witzig, actionreich und besitzt doch Herz an den richtigen Stellen. Die Schauspieler*innen sind passend besetzt und harmonieren wunderbar miteinander. Selbst Bobby Cannavale (bekannt aus „Vinyl“) kann als absoluter Klischeebösewicht Eindruck hinterlassen. Auch den videospielartigen Ablauf kann man dem Film nicht wirklich ankreiden, da er ja in einem Videospiel stattfindet. Einfach ein großer und wenig fordernder Spaß, der seine audiovisuellen Qualitäten in 3D so richtig auszuspielen weiß. Auch wenn er teils wie ein Videospiel aussieht (da haben wir es schon wieder).

Fazit

Mich hat „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ wirklich gut unterhalten. Viel hängen bleiben wird davon aber nicht, da er doch in jeder Hinsicht recht oberflächlich bleibt. Vielleicht schaue ich mit den Kids noch einmal das Original und der Nachfolger des Reboots steht auch schon auf der Liste. Sehr unterhaltsam: 7/10 Punkte.

Bird Box: Schließe deine Augen (2018)

Bisher nutze ich Netflix größtenteils für Serien. Dennoch gibt es ein paar filmische Eigenproduktionen, die mich durchaus reizen. Neben dem zugekauften „Auslöschung“, der es zumindest auf Blu-ray geschafft hat, konnte auch „Bird Box: Schließe deine Augen“ mein Interesse wecken. Nach dem großen Hype hagelte es größtenteils Verrisse, doch fand ich die Prämisse spannend genug, um mir selbst eine Meinung bilden zu wollen… 🦜📦

Bird Box (2018) | © Netflix

Bird Box (2018) | © Netflix

Eine durchaus spannend erzählte Postapokalypse

Wie oft habe ich gelesen, „Bird Box“ sei die schlechtere Variante von „A Quiet Place“. Nur dass der visuelle Sinn im Film ja gar nicht funktionieren würde. Haha. Aber nein, „Bird Box“ ist die Verfilmung eines 2015er Romans von Josh Malerman, dem Sänger der Band The High Strung, die übrigens den Titelsong zur US-Version von „Shameless“ beigesteuert haben. Also kein Rip-off des 2018er Films. Auch ist die Prämisse eine gänzlich unterschiedliche, denn in „A Quiet Place“ müssen die Menschen leise sein, um die Monster nicht zu triggern, können aber selbst sehen und hören. In „Bird Box“ dagegen wird der Sehsinn der Menschen eingeschränkt. Ich möchte den Film gar nicht zu sehr verteidigen, aber so manche Kritik macht es sich hier wirklich zu einfach.

Ich mochte die Entwicklung der Ausgangslage in „Bird Box“, sprich den Rückblick der Geschichte. Die hier entstehende Dynamik ist wahrlich nicht neu und aus x-beliebigen Zombie-Filmen bereits bekannt, doch haben die Figuren für mich gut funktioniert. Auch mochte ich sehr, dass man die Monster nie zu Gesicht bekommt. Den Kniff mit den Zeichnungen des Eindringlings fand ich dabei ziemlich smart. Auch hat mir Sandra Bullock in ihrer Rolle wirklich gut gefallen. Ihre Figur und die Beziehung zu ihren Kindern machen den Film auch aus. Alles andere ist, bis auf die große Actionszene zu Beginn des Films, ziemlich ruhig und unspektakulär erzählt. Auch das Finale verpufft ziemlich. Die Szene davor, als Malorie ihre Kinder vor den Verlockungen der Monster schützen will, fand ich dagegen sehr gelungen und ist wohl auch am plakativsten, was die Allegorie der Geschichte auf die Elternschaft angeht.

Fazit

Nein, „Bird Box“ ist weder ein Genre-Hit, noch ein Rohrkrepierer. Wenn man gerne postapokalyptische Filme schaut, dann wird man bestimmt seinen Spaß damit haben. Susanne Biers Film ist mir somit durchaus eine Empfehlung wert: 7/10 Punkte.

Booksmart (2019)

Aktualisierung: Ich habe „Booksmart“ am 6. November 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Der letzte Film des Jahres! Nachdem wir heute Nachmittag noch einen Geburtstag im (ganz) kleinen Kreis gefeiert haben, stand uns abends der Sinn nach entspannter Unterhaltung, weshalb die Wahl auf „Booksmart“ gefallen ist. Das Regiedebüt von Olivia Wilde (u.a. bekannt aus „Vinyl“) hatte einige gute Presse bekommen und wurde als weibliches „Superbad“ gefeiert. Da ich den Film nur okay fand, war ich umso gespannter, wie mir diese Coming-of-Age-Komödie gefallen würde… 👩‍🎓👩‍🎓🎉🥳

Booksmart (2019) | © Weltkino Filmverleih GmbH (Vertrieb LEONINE)

Booksmart (2019) | © Weltkino Filmverleih GmbH (Vertrieb LEONINE)

Coming-of-Age in wirklich witzig

Zunächst einmal finde ich es ziemlich dämlich einen Film als weibliche Version von einem anderen zu beschreiben. Aber sei es drum. Und ja, die Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen. Auch „Booksmart“ bedient sich ungezügelt der pubertären Jugendsprache, was ich auch hier zu Beginn ein wenig befremdlich fand. Vermutlich ist mein fortgeschrittenes Alter der ausschlaggebende Grund, denn inzwischen ist meine Tochter näher an den Figuren dran, als ich. Ein erschütternder Gedanke. Auch steht eine große Party in Zentrum des Films. Und es geht um eine zentrale Freundschaft. Dennoch fand ich „Booksmart“ so viel witziger, authentischer und zu Herzen gehender als Greg Mottolas 2007er Komödie. Nun habe ich die beiden Werke doch miteinander verglichen. Mist.

Bevor ich es vergesse, möchte ich Beanie Feldstein und Kaitlyn Dever, die ich aus der Tim-Allen-Sitcom „Last Man Standing“ kenne, lobend erwähnen. Was heißt loben? Sie tragen den Film mühelos und spielen sich die Seele aus dem Leib, nur dass es unglaublich mühelos und echt wirkt. Einfach toll! Doch auch die Nebenfiguren sind großartig besetzt und Olivia Wilde beweist ein Händchen für Timing, Dialoge und auch dafür, Szenen gerade so lange laufen zu lassen, bis sie kurz davor sind unangenehm zu werden. Aber eben nicht darüber hinaus. Zudem hat die Regisseurin es vermieden, sich selbst eine Rolle zu zimmern, was ich wirklich positiv finde (so gerne ich Wilde auch als Schauspielerin sehe). Es ist nicht alles perfekt, was die Handlung angeht (z.B. fand ich den Twist/Gag mit dem Valley Strangler ein wenig forciert), doch insgesamt funktioniert „Booksmart“ auf vielen ebenen großartig und macht extrem viel Spaß.

Fazit

Kann es einen besseren Film für den Jahresabschluss geben? Wohl kaum. Ich kann euch „Booksmart“ nur ans Herz legen, wenn ihr gerne Coming-of-Age-Geschichten schaut und es euch nicht stört, sich mal wieder ein wenig awkward zu fühlen. Die Figuren sind mir über die kurze Laufzeit wirklich ans Herz gewachsen. Ein absolut sehenswertes Regiedebüt: 8/10 Punkte.

Coco (2017)

Weihnachten liegt hinter uns und somit auch die Zeit der weihnachtlichen Filmabende. Da die letzten Tage ein wenig anstrengend waren, wollten wir die Kinder dennoch einmal wieder in die Welt der bewegten Bilder entführen. Trotz größeren Protesten (uh, da geht es ja um tote Menschen!) habe ich „Coco“ in den Player geschoben. Ein Film, der schon viel zu lange unbeachtet im Regal stand. Wie sagte der Zwergofant nach der Sichtung? „Papa, den können wir uns gerne noch einmal anschauen!“

Coco (2017) | © Walt Disney

Coco (2017) | © Walt Disney

Ein in jeder Hinsicht perfekter Animationsfilm

Schon während des Prologs merkt man, wie unfassbar durchdacht dieser Pixar-Film einmal wieder ist. Da ist kein Fitzelchen an Information zu viel, keine Szene unnötig. Die Balance zwischen Humor und einer bedeutsamen Botschaft ist von Anfang an perfekt. Dann dieses Setting: Ein kleines mexikanisches Dorf, der Tag der Toten und die Liebe zu Mariachi-Musik. Wirklich nicht das, was momentan bei den Kids angesagt ist. Und doch (oder gerade deshalb) funktioniert „Coco“ von der ersten Sekunde an. Man nimmt die Figuren und ihre Welt ernst. Es sind echte Charaktere und die Welt wirkt einfach lebendig. Man bekommt einen Einblick in die mexikanische Kultur und diese wird untrennbar mit der Geschichte verwoben. Großartig!

Dann geht es weiter ins Reich der Toten und hier dreht der Film noch einmal richtig auf. Er wird zu einem richtigen Abenteuer, vernachlässigt dabei den Kern der Geschichte jedoch nie. Es geht um Familie und Erinnerungen, eigene Ziele im Leben und die Vereinbarkeit von all dem. Dazu kommt es noch zu einer sehr emotionalen Wendung, die mir am Ende des Films die Tränen in die Augen getrieben hat. Wirklich wunderschön traurig. Miguels Reise ist weit weniger albern als andere Pixar-Filme, ja selbst der erwachsenere und thematisch durchaus verwandte „Onward: Keine halben Sachen“ wirkt nicht ganz so auf den Punkt inszeniert und geschrieben. Am Ende blieben wir aufgrund des famoses Erlebnisses nur sprachlos vor dem Fernseher sitzen. Das hatten wir so geballt auch schon lange nicht mehr.

Fazit

Mit „Coco“ habe ich kurz vor Jahresende noch den besten Film (zumindest wenn es um Neusichtungen geht) des Jahres gesehen. Für mich definitiv unter den Top 5 aller Pixar-Filme. Eine wunderschöne Geschichte, die zudem zum Nachdenken anregt und dennoch famos zauberhaft aussieht, speziell in 3D. Ganz großes Kino: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

1917 (2019)

Heute war ein ziemlich durchwachsener Tag, an dem eigentlich nur das Erreichen eines persönlichen Ziels heraussticht. Die wenige Weihnachtsstimmung war schon lange verfolgen und somit durfte es abends auch ein wenig martialischer vonstatten gehen. Mit „1917“ ist ein Film im Player gelandet, den ich schon lange sehen wollte. Schon alleine aufgrund seiner technischen Qualitäten. Was er sonst noch zu bieten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🎥

1917 (2019) | © Universal Pictures Germany GmbH

1917 (2019) | © Universal Pictures Germany GmbH

Erschreckend immersives Kriegskino

Natürlich muss ich zunächst auf die technischen Aspekte eingehen, denn Sam Mendes hat „1917“ wie einen One-Shot, eine einzige große Plansequenz, angelegt. Im Gegensatz zu Sebastian Schippers „Victoria“, der tatsächlich in einem Stück gedreht wurde, ist dieser Film offensichtlich in mehrere ca. sechsminütige Häppchen unterteilt. Bei der Nahtlosigkeit der Szenen wurde, wie es damals bereits Alfred Hitchcock in „Cocktail für eine Leiche“ gemacht hat, entsprechend nachgeholfen. Dies schadet der Immersion allerdings nicht und wäre technisch auch gar nicht anders möglich gewesen, denn im Gegensatz zu „Victoria“ ist „1917“ natürlich ein Epos inklusive Spezialeffekte, Massenszenen und reichlich Action. Rein audiovisuell ist Sam Mendes und Roger Deakins, den ich hier unbedingt erwähnen möchte, ein extrem imposanter Film gelungen. Doch wie sieht es inhaltlich aus?

Tatsächlich kann und sollte man bei „1917“ Form und Inhalt nicht trennen. Denn durch die One-Shot-Technik ist man unglaublich nahe an den Figuren dran und erlebt auch Momente, die in dieser Ausführlichkeit normalerweise nicht gezeigt worden wären. Dies lässt eine große Bindung entstehen und das Grauen des Krieges nur umso unmittelbarer wirken. Dennoch funktioniert der Film auch narrativ wie ein Film und in den knapp 120 Minuten Laufzeit passiert eigentlich zu viel, um wirklich als Echtzeit durchzugehen. Dennoch habe ich das Gefühl, Mendes und seine Co-Autorin Krysty Wilson-Cairns haben eine gute Balance zwischen Immersion und filmischem Erzählen gefunden. Als am Ende die Tour de Force überstanden war, bin ich auch auf dem Sofa zusammengesackt. Erst einmal durchatmen.

Fazit

„1917“ ist ein in vielerlei Hinsicht beeindruckender Film. Ich kann noch nicht sagen, ob er beim zweiten Mal genauso gut funktionieren wird, wenn man die Stationen der Reise bereits kennt. Dieses erste Mal hat er mich jedoch umgehauen. Näher am Krieg will ich wirklich nie dran sein müssen: 9/10 Punkte.

Schöne Bescherung – OT: Christmas Vacation (1989) (WS11)

Ich sehe „Schöne Bescherung“ jedes Jahr und bespreche den Film danach auf meinem Blog. Du möchtest die komplette Dosis Griswolds? Du findest alle Besprechungen hier!

Wenn dieses Jahr auch vieles anders ist (oder gerade weil), so sind gewisse Traditionen umso wichtiger. Deshalb haben wir alle (also zumindest die Kinder und ich) uns auch sehr auf die diesjährige Sichtung von „Schöne Bescherung“ gefreut. Dies ist inzwischen schon meine zwölfte Besprechung des Films auf diesem Blog. Mal sehen, welch neue Aspekte ich ihm dieses Jahr abgewinnen konnte…

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

Ein wenig Normalität in der Weihnachtszeit 🎄🎅

Es ist wirklich erstaunlich, wie gut der Film immer noch funktioniert. Gerade für die Kinder. Auch wenn wir ihn erst seit ein paar Jahren zusammen schauen, so ist diese Tradition jedoch schon fest in ihren Köpfen verankert. Erneut wurde jedem Highlight des Films entgegengefiebert (und davon gibt es, wie wir wissen, ja so einige) und die einzelnen Szenen entsprechend kommentiert. So liebe ich das. Mir ist dagegen aufgefallen, dass „Schöne Bescherung“ auch wunderbar als Kommentar auf unsere Konsum- und Leistungsgesellschaft funktioniert. Speziell auch, was die Erwartungen an diese paar Tage im Jahr inklusive des familiären Zusammenseins angeht.

In diesem Corona-Jahr werden unsere Erwartungen an das Fest der Feste von vornherein gebrochen. Es ist klar, dass die kommenden Tage anders ablaufen werden als wir es gewohnt sind. Kleiner und vermutlich auch ruhiger. Vielleicht werden wir es nächstes Jahr dann wieder mehr zu schätzen wissen, was wir alles haben. Aber ich bezweifle es. Denn es ist eben doch irgendwie immer das gleiche. Quasi wie jedes Jahr Clarks Erwartungen gebrochen werden. „Schöne Bescherung“ in Dauerschleife.

Fazit

Auch wenn meine Besprechung dieses Jahr nicht so fröhlich ausgefallen ist, hatten wir doch wieder enorm viel Spaß mit dem bunten Treiben. Und soll ich euch etwas verraten? Ich freue mich jetzt schon wieder auf die Sichtung im nächsten Jahr. Denn wer weiß? Vielleicht wird ja doch alles besser: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm

Warcraft: The Beginning (2016)

Weiter geht das filmische Vorweihnachtsprogramm: Nachdem ich gestern mit „Mortal Engines“ bereits einen Film nachgeholt habe, der schon viel zu lange ungesehen im Regal stand, holte ich heute mit „Warcraft: The Beginning“ ein weiteres Versäumnis nach. Ich hatte damals große Hoffnungen auf das Duncan-Jones-Werk gesetzt. Nachdem der Film floppte, sank jedoch meine Motivation, ihn zu sehen. Ob sich die heutige Sichtung dennoch gelohnt hat? ⚔

Warcraft: The Beginning (2016) | © Universal Pictures Germany GmbH

Warcraft: The Beginning (2016) | © Universal Pictures Germany GmbH

Erstaunlich unterhaltsame Big-Budget-Fantasy

Ich muss zu Beginn gestehen, dass ich „World of Warcraft“ nie gespielt habe. Allerdings bin ich sehr rudimentär mit der Welt vertraut, da die beiden Echtzeitstrategie-Klassiker „Warcraft: Orcs & Humans“ und dessen Nachfolger „Warcraft II: Tides of Darkness“ aus den 1990er Jahren durchaus gerne gesehene Gäste auf meinem Pentium 75 mit 16 MB Arbeitsspeicher waren. Insofern habe ich durchaus einen losen Bezug zur Reihe und kann Fantasy-Filmen ohnehin einiges abgewinnen. Dann noch Duncan Jones als Regisseur, der sich mit „Moon“ und „Source Code“ einen Namen im Sci-Fi-Genre gemacht hatte. Was konnte da noch schief gehen?

Ich könnte mir vorstellen, dass der Look den 08/15-Kinozuschauer ziemlich abgeschreckt hat. Duncan Jones hat versucht, die Anmutung der Vorlage zu treffen. Und diese sieht eben nicht aus wie „Der Herr der Ringe“, sondern ist deutlich comichafter und bunter. Umso erstaunlicher finde ich, wie gut sich der Film dem Look der Spiele annähert und dabei doch realistisch wirkt. Für mich hat das ziemlich perfekt funktioniert, was auch durch das famose 3D unterstützt wurde. Inhaltlich ist „Warcraft: The Beginning“ dagegen recht schwach auf der Brust, was für mich als Einstieg in eine Filmreihe noch funktioniert hätte, da die Charaktere dafür erstaunlich gut ausgearbeitet sind. Da man einen zweiten Teil wohl ziemlich sicher ausschließen kann, wirkt die Geschichte leider nur wie ein Fragment. Schade um das Potenzial.

Als lustige Randnotiz sei erwähnt, dass Dominic Cooper und Ruth Negga als Königsehepaar auftreten, die Serienfans als Jesse Custer und Tulip O’Hare aus „Preacher“ bekannt sind. Ein witziger Besetzungscoup.

Fazit

Mir hat „Warcraft: The Beginning“ deutlich besser gefallen, als sein Ruf vermuten lassen würde. Ich mochte den Look und die Figuren. Auch der vorhandene Gewaltlevel hat gut zur Atmosphäre des Films gepasst. Wie bereits gestern bei „Mortal Engines“ hätte ich gerne eine Fortsetzung gesehen. Schade drum: 7/10 Punkte.

Mortal Engines: Krieg der Städte (2018)

Nachdem am ersten offiziellen Urlaubstag sogleich mein Körper zu streiken beginnt, war es gar nicht so einfach, eine bequeme Position auf dem Sofa zu finden. Dennoch wollte ich mir den Filmabend nicht nehmen lassen. In den Player ist „Mortal Engines: Krieg der Städte“ gewandert, den ich schon lange auf meiner Liste hatte. Natürlich in 3D, so dass ich schon nicht Gefahr laufen konnte, mich hinzulümmeln… 😎

Mortal Engines: Krieg der Städte (2018) | © Universal Pictures Germany GmbH

Mortal Engines: Krieg der Städte (2018) | © Universal Pictures Germany GmbH

Ein wahrer Augenschmaus von einem Film!

Die Prämisse der fahrenden Städte klingt erst einmal ziemlich verrückt. Da man mit der ersten Szene direkt in eine Verfolgung durch eine Predator City geworfen wird, ist es mir jedoch leicht gefallen, diese zu akzeptieren. Leider war der actionreiche Prolog auch die einzige Szene dieser Art und man bekommt im weiteren Verlauf nicht mehr viel vom Leben in dieser Gesellschaft mit. Dafür werden wir direkt auf ein episches Abenteuer entführt, das etliche Schauplätze zu bieten hat und für einen Wandel in der Welt der fahrenden Städte sorgen wird. Irgendwie logisch und typisch für einen Film dieser Art, jedoch auch schade, da die Besonderheit dieses wunderbaren Steampunk-Settings nicht wirklich genutzt wird.

„Mortal Engines“ sieht wirklich unfassbar gut aus. Ja, überall ist CGI, doch fügt sich dieses ziemlich gut mit den echten Sets und Schauspielern zu einem großen Ganzen zusammen. Ich hätte gerne noch viel mehr Zeit in dieser Welt verbracht und wäre nicht stets direkt zum nächsten Schauplatz gehetzt. Leider können die eigentliche Handlung und auch die Figuren nicht mit den audiovisuellen Werten des Films mithalten. Alles ist zwar unterhaltsam, doch wirkt die Geschichte doch sehr nach Schema F erzählt. Selbst Hugo Weaving schafft es kaum, seinen Bösewicht über das gängige Klischee zu heben. Von den etwas blassen Heldenfiguren einmal ganz zu schweigen.

Fazit

Auch wenn „Mortal Engines“ kein neuer Superhit aus dem Hause Peter Jackson ist, so bin ich doch ein wenig verliebt in die Welt und ihren Look. Vielleicht sollte ich mich einmal an die Buchreihe von Philip Reeve heranwagen. Bei den Punkten schwanke ich ein wenig, bleibe jedoch vorerst zurückhaltend und möchte dennoch eine Empfehlung für den Film aussprechen: 7/10 Punkte.

Kevin: Allein in New York – OT: Home Alone 2: Lost in New York (1992) (WS1)

Heute war mein letzter Arbeitstag in diesem Jahr. Endlich. Wurde auch wirklich Zeit. Aber wem sage ich das? Momentan gehen wohl alle ein wenig auf dem Zahnfleisch. Um den Weihnachtsurlaub gebührend einzuläuten, stand heute „Kevin: Allein in New York“ auf dem Programm. Die Kinder waren voller Vorfreude und auch ich hatte mich auf eine weitere Begegnung mit Kevin McCallister gefreut… 🎄

Kevin: Allein in New York (1992) | © 20th Century Fox

Kevin: Allein in New York (1992) | © 20th Century Fox

Redundant zum ersten Teil und dennoch toll

Meine letzte Sichtung liegt bereits 8 Jahre zurück und doch war mir der Großteil des Films noch recht gut im Gedächtnis. Kein Wunder, habe ich ihn doch bereits als Kind bzw. Jugendlicher etliche Male gesehen. Im Grunde ist „Kevin: Allein zu Haus“ eine typische Fortsetzung, wie man sie in den 1980er bzw. 1990er Jahren gedreht hat: Quasi ein Remake des ersten Teils, nur mit anderen Schauplätzen und teils neuen Figuren. Auch wenn dieser Ansatz nur wenig Raum für wirklich Neues lässt, so habe ich die Reise nach New York City sehr genossen.

Richtig begeistert waren dagegen meine beiden Kinder, die so viel und laut gelacht haben, wie bei kaum einem Film zuvor. Mit 10 und 8 Jahren sind sie auch genau im richtigen Alter, um den Slapstick-Humor voll und ganz zu würdigen. So viel Freude ist natürlich ansteckend und auch ich habe jede Minute sichtlich genossen. Auch wenn Kevin mit seinen Fallen schon wirklich brutal mit den feuchten klebrigen Banditen umspringt. Da wundert mich doch die niedrigere Freigabe dieser Fortsetzung.

Fazit

Auch wenn „Kevin: Allein in New York“ nur wenig Neues zu bieten hat, so hatte ich heute jedoch extrem viel Spaß mit dem Film. Schon alleine das weihnachtliche New York ist großartig anzusehen. Die Begeisterung der Kinder war zudem ansteckend, was meine Wertung heute nach oben getrieben hat: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)