Schöne Bescherung – OT: Christmas Vacation (1989) (WS13)

Ich sehe „Schöne Bescherung“ jedes Jahr und bespreche den Film danach auf meinem Blog. Du möchtest die komplette Dosis Griswolds? Du findest alle Besprechungen hier!

Es ist der 23. Dezember. Der letzte Arbeits- bzw. Schultag des Jahres liegt hinter uns. Die Weihnachtsvorbereitungen sind größtenteils getroffen. Was fehlt? Natürlich ein Weihnachtsfilm. Da auch in diesem Jahr der Endspurt eher stressig war, schaffen wir es einzig und alleine noch „Schöne Bescherung“ zu schauen. Ist zweifellos auch der Wichtigste unter den Weihnachtsfilmen. Damit sind wir eine Woche später dran als noch letztes Jahr. Hier also die inzwischen 14. Besprechung auf diesem Blog… 🎄🎅

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

Die schönste filmische Weihnachtstradition

Nachdem ich heute am letzten Arbeitstag des Jahres schon mit unzähligen GIFs aus dem Film um mich geworfen habe, war ich abends doch voller Vorfreude auf das Wiedersehen mit den Griswolds. Dieses Mal ist mir besonders aufgefallen, wie gut „Schöne Bescherung“ doch inszeniert ist. Umso verwunderlicher ist es, dass Regisseur Jeremiah S. Chechik danach nicht mehr so wirklich viel auf die Beine gestellt hat. Außer „Benny und Joon“ mit Johnny Depp sind mir nicht mehr viele Filme bekannt. Dafür hat er seine Nische wohl im TV gefunden und inzwischen unzählige Serienepisoden inszeniert. Was er hier in dieser Komödie auffährt, ist dagegen schon großes Kino für das Genre. Immer wieder beeindruckend.

Wir haben wieder viel gelacht, was sowohl den Slapstick-Szenen als auch dem Wortwitz, der in der Synchronfassung ebenfalls wunderbar funktioniert, zuzurechnen ist. Nun ist tatsächlich Weihnachten. Ohne „Schöne Bescherung“ wäre das Fest einfach nicht dasselbe. So geht es inzwischen nicht nur mir, denn der Film ist ja wahrlich kein Geheimtipp mehr. Filmische Weihnachtstradition. Einfach schön. 🥰

Fazit

Auch dieses Jahr ist „Schöne Bescherung“ unser einziger Weihnachtsfilm. Aber das ist schon in Ordnung so. Die letzten Tage waren einfach unglaublich voll und ich bin froh, dass es mit den Griswolds und uns auf den letzten Drücker noch geklappt hat. Bei euch hoffentlich auch! Nun kann Weihnachten kommen: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm

Abenteuer ʻOhana – OT: Finding ʻOhana (2021)

Normalerweise veröffentliche ich meine Filmbesprechungen direkt nach der Sichtung. Einfach weil ich ich danach Zeit zum Schreiben habe. Dieses Mal schiebe ich die Veröffentlichung jedoch nach hinten, denn ich habe „Abenteuer ʻOhana“ für die Besprechung im Sneakpod vorgeschlagen, wo ich zu Gast gewesen sein werde, wenn ihr diese Besprechung hier lest, und ich Stefan davor nicht spoilern möchte. 🎙🏴‍☠️

Abenteuer ʻOhana (2021) | © Netflix

Abenteuer ʻOhana (2021) | © Netflix

Die hawaiianische Version von „Die Goonies“

Wie bin ich überhaupt auf „Abenteuer ʻOhana“ gekommen? Eigentlich wollte ich den neuen Pixar-Film „Lightyear“ sehen und auch zur Besprechung im Sneakpod vorschlagen. Jedoch hatte ich das Veröffentlichungsdatum auf Disney+ falsch im Kopf und musste somit spontan neu wählen. Prämisse war ein Film, der nicht älter als 2021 sein durfte und der bei einem der großen Streaming-Anbieter läuft. Zudem hatte ich den Kindern ja einen Filmabend versprochen, sprich es musste in diesem Fall auch ein Kinderfilm sein. Nichts einfacher als das? Die neueren Disney- bzw. Pixar-Filme hatten wir alle schon gesehen und auch sonst war nichts mir Bekanntes und Aktuelles im Kopf. Doch dann ist mir spontan „Abenteuer ʻOhana“ untergekommen, dessen Titelbild mich an „Dora und die goldene Stadt“ erinnerte, den ich sehr mochte. Als ich beim Weiterlesen noch den Bezug zu „Die Goonies“ las, war der Film gesetzt.

Tatsächlich erzählt „Abenteuer ʻOhana“ ziemlich exakt die Geschichte von „Die Goonies“ nach: Der Opa droht das Haus zu verlieren, die Enkelin findet eine Schatzkarte und macht sich mit Bruder und Freund*innen auf, den Schatz zu finden und somit das Haus des Opas zu retten. Also quasi ein Remake? Nur bedingt, denn sowohl inhaltliche Schwerpunkte als auch Ton des Films sind andere. So gibt es z.B. keinen Gangster-Subplot, dafür steht die hawaiianische Kultur im Mittelpunkt. Die Hintergründe des Piratenschatzes werden stärker beleuchtet und durch den herrlichen Einsatz einer unzuverlässigen Erzähler*in verbildlicht. Im Gegensatz zum 80er-Jahre-Vorbild besitzt „Abenteuer ʻOhana“ weniger Ecken und Kanten und doch viel Herz. Zudem mochte ich die popkulturellen Anspielungen sehr. Am deutlichsten wird dies wohl durch die Besetzung von Jonathan Ke Quan, der nicht nur Data in „Die Goonies“ gespielt hat, sondern der vor allem auch als Short Round aus „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ bekannt ist.

Fazit

Ich hatte viel Spaß mit „Abenteuer ʻOhana“, doch noch begeisterter waren die Kinder: Das Zappelinchen mochte speziell den Humor und die Teenie-Romanze. Der Zwergofant hat bei der Vorstellung des Drehortes zu „Jurassic Park“ aufgehorcht und sich in den Höhlenszenen ziemlich gegruselt. Die FSK-0-Freigabe ist definitiv zu gering, aber das ist bei Streaming-Filmen ja leider häufig so. Ich hätte es tatsächlich schade gefunden, wäre dieser Film an mir vorübergegangen. Wenn ihr eine ausführlichere Besprechung mit mehr Stimmen zu „Abenteuer ʻOhana“ hören möchtet, dann verweise ich auf die aktuelle Episode des Sneakpods. Hier im Blog gibt es natürlich auch eine Wertung: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Chip und Chap: Die Ritter des Rechts – OT: Chip ’n Dale: Rescue Rangers (2022)

Gegen acht Uhr saßen wir plötzlich alle auf dem Sofa. Eigentlich hatten wir erst gestern einen Filmabend, doch die Kids schienen das bereits vergessen zu haben. Nun gut, sind wir mal nicht so. Recht spontan habe ich „Chip und Chap: Die Ritter des Rechts“ angeworfen und war sehr auf den Film gespannt. Auch weil die Kids bisher noch keinen Kontakt zur Serie hatten (mein sporadisches Summen des Titelsongs einmal außen vor gelassen). 🐿🧀

Chip und Chap: Die Ritter des Rechts (2022) | © Walt Disney

Chip und Chap: Die Ritter des Rechts (2022) | © Walt Disney

Ein überraschend großer Spaß!

Als ich kürzlich die ersten Bilder zur Neuverfilmung sah, hatte ich so meine Zweifel, dass dies gut gehen kann. Gerade als Meta-Geschichte. Und das bei einem Franchise, das heute wirklich niemand mehr so richtig kennt. Vielleicht aber auch genau das Richtige für einen spontanen Filmabend? Tatsächlich war ich überrascht, wie gut dieser Ansatz funktioniert: „Chip und Chap: Die Ritter des Rechts“ ist herrlich selbstironisch erzählt – und das nicht nur in Bezug auf das Kern-Franchise. Auch andere Disney-Figuren bekommen ihr Fett weg bzw. haben Gastauftritte. Hinzu kommt noch ein größerer Auftritt von „Sonic the Hedgehog“ bzw. von Ugly Sonic aus dem ersten Trailer zur Verfilmung. Ziemlich abgefahren für Disney. Dadurch wirkt der Film tatsächlich sehr frisch und nah am Zeitgeist.

Inszenatorisch erinnert „Chip und Chap: Die Ritter des Rechts“ am ehesten an „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“, denn auch in dieser Welt leben Zeichentrickfiguren und Menschen zusammen. Das funktioniert auch hier erstaunlich gut. Selbst die Integration von CGI-Charakteren war gelungen. Im Hintergrund wird ein klassisches Rescue-Rangers-Abenteuer abgespult, welches jedoch nur das Vehikel für unzählige Meta-Gags und Anspielungen ist. Irgendwann hatte ich sogar das Gefühl, als würde Disney hier sein eigenes MCU zimmern. Tatsächlich würde ich mir noch weitere Filme in diesem Setting ansehen.

Fazit

Mich hat „Chip und Chap: Die Ritter des Rechts“ über gut 90 Minuten wirklich bestens unterhalten. Jedoch weiß ich jetzt schon, dass nicht viel von dem Film hängen bleiben wird. Auch die Kinder hatten enorm viel Spaß, wenngleich ihnen der nostalgische Bezug komplett gefehlt hat. Dafür haben sie sich über z.B. Dagobert Duck im Hintergrund gefreut. Kein Meisterwerk, aber doch eine erstaunlich frische Interpretation: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Oben – OT: Up (2009) (WS1)

Nach einer anstrengenden Woche und bevor der Zwergofant ins Schullandheim verschwindet, wollten wir noch einen Filmabend veranstalten. Die Wahl ist letztendlich auf Pixars „Oben“ gefallen, dessen Setting die Kinder bereits aus dem Videospiel „Rush: Ein Disney Pixar Abenteuer“ kennen. Höchste Zeit also, ihnen die Geschichte dieses wunderbaren Animationsfilms näherzubringen. 🎈

Oben (2009) | © Walt Disney

Oben (2009) | © Walt Disney

Eine perfekte Mischung aus Drama und Komödie

Ich war abermals überwältigt von der emotionalen Wucht, die „Oben“ uns Zuschauenden entgegenwirft. Die ersten 20 Minuten des Films sind ganz große Kunst und Pixar zieht hier wirklich alle Register, um uns die eine oder andere Träne zu entlocken. Das hat auch dieses Mal wieder geklappt. In dieser Sequenz habe ich gemerkt, dass die Kids noch nicht komplett mitgehen. Ich musste so manche eher subtile Andeutung (z.B. Ellie und Carl können keine Kinder bekommen) erklären. Auch was das Abenteuer als Sehnsucht bedeutet und dass es sich um die geraffte Darstellung eines ganzes Lebens handelt. Hier spricht „Oben“ eher die reiferen Zuschauenden an. Als dann das große Abenteuer startet, waren die Kids auch komplett mit an Bord.

Bei der heutigen Sichtung hat mich am meisten überrascht, wie unfassbar witzig „Oben“ doch in manchen Szenen ist. Die Kinder haben sich teils weggeschmissen vor Lachen und auch ich habe mich sehr amüsiert. Im weiteren Verlauf gelingt Pete Docter (u.a. „Soul“) immer wieder das Kunststück, tief emotionale Szenen mit absurder Action und herrlichem Slapstick zu kombinieren. Das habe ich in dieser Kombination nur selten gesehen. Vermutlich am ehesten in den anderen Filmen des Regisseurs (z.B. „Alles steht Kopf“). Wahrlich kunstvollen Storytelling.

Fazit

„Oben“ hat mir heute mindestens genauso gut gefallen, wie bei der ersten Sichtung. Damals war dies übrigens mein erster Film nach der Geburt des Zappelinchens. Wahnsinn wie die Zeit vergeht. Heute sitze ich, fast 12 Jahre später, mit beiden Kindern vor dem Fernseher und schaue den gleichen Film. Manchmal kommt es mir so vor, als würde auch mein Leben im Zeitraffer an mir vorüberziehen: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Four Lions (2010)

Der Ostermontag liegt hinter uns und war, zusammen mit dem Geburtstag des Neffen, ein wirklich schöner Tag. Abends sind wir recht spät aufs Sofa gekommen, weshalb ich mich mit „Four Lions“ für einen eher kompakten Film entschieden habe. Das schöne Mediabook (siehe Foto unten) steht seit einer guten Woche im Regal und der Film schon seit Jahren auf meiner Liste. Die besten Voraussetzungen also. 🐢💣

Four Lions (2010) | © Alive - Vertrieb und Marketing/DVD

Four Lions (2010) | © Alive – Vertrieb und Marketing/DVD

Urkomisch und zugleich abgrundtief bitter

Auf dem Backcover des Mediabooks springen uns Zitate von Filmmagazinen an, welche „Four Lions“ allesamt als funny bezeichnen. Das entspricht durchaus der Wahrheit, denn es ist wirklich urkomisch, wie unfassbar dumm sich unsere Protagonisten anstellen. Doch wirklich interessant wird der Film erst, wenn sich die dramatischen Elemente einschleichen: Omars Familie zum Beispiel, die modern und aufgeklärt wirkt, jedoch in blindem, extremistischem Glauben feststeckt. Sogar der junge Sohn wird mit diesen Gedanken indoktriniert. Das ist unfassbar bitter. Es liegt Regisseur Chris Morris jedoch nicht daran, diesen Aspekt zu analysieren, sondern eben den heiligen Krieg in all seiner Absurdität darzustellen.

Slapstick-Szenen, welche stets in großen Explosionen gipfeln, sind da noch das plakativste Element. Wirklich witzig wird es, wenn die geheime Mission mit der Lebensrealität kollidiert. Hier kann man schön über die Figuren lachen und der Film wirkt beinahe leicht. Im nächsten Moment sterben in „Four Lions“ aber tatsächlich unbeteiligte Menschen, denn auch wenn alle Terrorpläne schiefgehen, so muss der blinde Extremismus am Ende doch in Gewalt gipfeln. Damit macht der Film dann auch alles richtig, wenn er uns den Figuren nahe bringt, uns mit ihrer dummen Naivität einlullt, nur um am Ende die Konsequenzen zu zeigen. Dafür wird mir der Film noch länger im Gedächtnis bleiben.

Fazit

„Four Lions“ ist so ziemlich genau der Film, den ich erwartet hatte. Weniger bitterböse Satire als eine Slapstick-Komödie mit dramatischen Elementen. Hat mir wirklich gut gefallen. Auch die Schauspieler, allen voran Riz Ahmed, fand ich beeindruckend. Somit kann ich für den Film durchaus eine Empfehlung aussprechen: 8/10 Punkte.

Peter Hase – OT: Peter Rabbit (2018)

Nach einem recht ruhigen Karfreitag, an dem das Zappelinchen und ich die Oma besucht hatten, stand abends die Frage im Raum, ob der Zwergofant denn fit genug für einen Film sei. Die Antwort lag auf der Hand und somit gab es mit „Peter Hase“ zwar keinen Oster- aber einen Hasenfilm. Wenn sich der Rest der Familie nun nach den Hustenattacken während des Filmabends nicht angesteckt hat, dann grenzt das an ein Wunder. Doch wie war eigentlich der Film? 🐰

Peter Hase (2018) | © Sony Pictures Home Entertainment

Peter Hase (2018) | © Sony Pictures Home Entertainment

Ein erstaunlich unterhaltsamer Hasenfilm

Ich konnte „Peter Hase“ im Vorfeld überhaupt nicht einordnen. Klar kenne ich die Zeichnungen und vermutlich habe ich auch mal ein paar Bücher durchgeblättert, doch einen richtigen Bezug habe ich zur Vorlage nicht. Das Zappelinchen kannte den Film bereits und war überzeugt, dass er auch dem Rest gefallen würde. Ich hatte etwas in Richtung „Hop: Osterhase oder Superstar?“ erwartet, wurde dahingehend aber positiv überrascht. Letztendlich hat mich „Peter Hase“ wohl am ehesten an die „Paddington“-Filme erinnert, ohne dass er jedoch deren immens hohes Niveau erreicht.

Ich mochte die Animationstechnik, welche wunderbar reale Schauspieler*innen und CGI kombiniert, und den Humor wirklich sehr gerne. Im englischen Original funktioniert der Film bestimmt noch einmal besser, zumal Rose Byrne und Domhnall Gleeson eine wirklich gute Figur machen und der Voice-Cast der Tiere auch recht beeindruckend ist. Nicht so gut gefallen hat mir die Einbindung unzähliger Pop-Nummern, was oft ziemlich aufgesetzt wirkt. Da war die Schlagzahl einfach zu hoch und es wäre auch nicht nötig gewesen. Die nostalgisch angehauchte Landidylle gepaart mit modernem Humor und der Konfrontation zwischen Mensch und Tier hätte vollkommend ausgereicht.

Fazit

Mich hat „Peter Hase“ wirklich positiv überrascht. Ein rundum gelungener Familienfilm. Die Kinder haben oft lauthals gelacht, was ich stets als gutes Zeichen werte. Sobald die Fortsetzung im frei verfügbaren Stream läuft, werden wir bestimmt auch einen Blick darauf werfen. Macht Spaß: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Rot – OT: Turning Red (2022)

Schon wieder geht eine Woche zu Ende. Rasend schnell. In vielerlei Hinsicht war sie sehr anstrengend, was größtenteils am weltpolitischen Geschehen liegt. Hinzu kommt die beständige Unsicherheit aufgrund von Corona, was sich durch die Klassen pflügt. Aber Hauptsache Freedom-Day-Bullshit. Genügend Gründe, um mit dem brandneuen Pixar-Film „Rot“ dem Alltag zu entfliehen. Startdatum auf Disney+ war heute. 🐼🏮

Rot (2022) | © Walt Disney

Rot (2022) | © Walt Disney

„Rot“ funktioniert wunderbar auf allen Ebenen

Es ist schon wirklich erstaunlich, wie es Pixar ein aufs andere Mal gelingt, Geschichten zu erzählen, die man so noch in keinem anderen Mainstream-Animationsfilm gesehen hat. „Rot“ ist ein astreiner Coming-of-Age-Film, der sich zu 100% auf den Beginn der Pubertät aus weiblicher Perspektive fokussiert. Auch das Zielpublikum hat sich gewandelt. Bisher haben die meisten Pixar-Filme jüngere Kinder und Erwachsene gleichermaßen angesprochen. Klar, auch „Rot“ funktioniert für alle Altersstufen. Und doch setzt er den Fokus erstmals auf Teenager*innen. Sowohl in der flippigen, teils an Animes erinnernden Inszenierung, als auch inhaltlich. Das dürfte nicht allen Erwachsenen gefallen, welche sich bei „Soul“ oder „Luca“ noch heimisch gefühlt haben.

Der rote Panda, in den sich unsere Protagonistin Mei bei Gefühlsregungen jeglicher Art verwandelt, ist eine wenig subtile Metapher auf die Pubertät. Regisseurin Domee Shi hat „Rot“ jedoch so unterhaltsam inszeniert, dass dies zu keinem Zeitpunkt plump oder forciert wirkt. Die fantastischen Elemente fügen sich erstaunlich gut in die doch eher realistische Welt ein, was wirklich bewundernswert ist. Selten habe ich Teenage Angst so intensiv, emotional und nachvollziehbar umgesetzt gesehen. Ich habe in vielen Szenen wirklich mit Mei mitgelitten. Auch als Elternteil habe ich mich erkannt, denn hier liegt der Schmerz auf der anderen Seite. Und es wird unausweichlich zu Auseinandersetzungen kommen bzw. kommt es ja jetzt schon, denn der Wandel ist unaufhaltsam und wir werden uns auseinanderleben. Aber nicht verlieren. Diese Botschaft ist wahrhaftig und hat mich wirklich berührt.

Fazit

„Rot“ ist anders, als die meisten anderen Animationsfilme des Studios. Der Film hat mich berührt und auch zum Nachdenken gebracht. Wenn in den nächsten Tagen der rote Panda einmal wieder aus dem Zappelinchen herausbricht, dann werde ich vielleicht nachsichtiger sein. Auch bei den Kindern kam der Film gut an, wenn auch wohl, zumindest für den Zwergofanten, auf einer anderen Ebene. Auf jeden Fall eine dicke Empfehlung: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte;  Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Die Besprechung ist Teil des CMARCH, der Blogaktion für Kinderfilme des Sneakfilm-Blogs.

Shrek 2 (2004) (WS1)

Eine anstrengende Woche geht zu Ende. Mental Overload, wenn man so will. Eigentlich hatte ich heute einen Spieleabend im Kopf, doch dem Rest der Familie war eher nach einem Filmabend. Nach kurzer Diskussion ist die Wahl letztendlich auf „Shrek 2“ gefallen, womit ich auch recht zufrieden war. 🐱

Shrek 2 (2004) | © Universal Pictures Germany GmbH

Shrek 2 (2004) | © Universal Pictures Germany GmbH

Fantastische Zeitreise in die frühen 2000er

Meine letzte Sichtung von „Shrek 2“ liegt bereits unfassbare 15 Jahre zurück. Auch seit unserer jüngsten Sichtung des ersten Teils der „Shrek“-Reihe sind beinahe zwei Jahre vergangen. Die Zeit rennt, es ist unglaublich. Wie bereits seinem Vorgänger, merkt man auch „Shrek 2“ die starke Verwurzelung in den frühen 2000er Jahren an: Sei es die bereits ein wenig angestaubt wirkende 3D-Grafik, die popkulturellen Referenzen oder die bekannten Rock- und Pop-Songs der Jahrtausendwende. All das lässt den Film ein wenig altbacken wirken. Zumindest am Anfang, denn sobald die Geschichte ins Rollen kommt, ist die Technik doch besser als gedacht und die Handlung besitzt viel Herz, Humor und Tempo.

Die Welt von Shrek wird mit neuen Figuren, wie dem gestiefelten Kater oder der guten Fee, angereichert und gewinnt dadurch nochmals. Auch das Königreich Weit Weit Weg ist wunderbar gestaltet und überhaupt mochte ich die völlig überdrehte Fantasy-Atmosphäre erneut sehr gerne. Da macht es auch gar nichts, dass die Geschichte ziemlich geradlinig abläuft und das Happy End recht erwartbar um die Ecke kommt. Der Weg ist das Ziel und dieser ist gespickt mit tollen Gags, wahrhaftigen Momenten und einfach nur viel guter Laune.

Fazit

Tatsächlich hat mir „Shrek 2“ heute ebenso gut gefallen, wie sein Vorgänger. Auch die Kinder waren begeistert. Die verbleibenden Fortsetzungen fallen, so zumindest meine Erinnerung, ziemlich ab. Vermutlich werde ich mich bald davon überzeugen können, ob ich das richtig im Kopf habe. Hierfür gibt es verdiente 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte;  Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Die Besprechung ist Teil des CMARCH, der Blogaktion für Kinderfilme des Sneakfilm-Blogs.

Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft (2018)

Schon wieder eine Woche vorbei, schon wieder Freitagabend. Heute gab es einen Film, auf den die Kinder schon lange heiß waren: „Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft“ stand auf dem Programm. Den ersten Teil haben die Kids geliebt und nun gab es auch die Fortsetzung endlich im Streaming-Abo. Meine Erwartungen waren nicht allzu hoch, doch habe ich mich natürlich überraschen lassen… 🏫🧙‍♀️

Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft (2018) | © Sony Pictures Home Entertainment GmbH

Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft (2018) | © Sony Pictures Home Entertainment GmbH

Nette Familienunterhaltung mit zu wenig Witz

Schon „Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft“ konnte mich nicht sonderlich begeistern. Die Fortsetzung begeht nahezu die gleichen Fehler: Wieder dauert es beinahe eine halbe Stunde, bis die Geschichte richtig in Fahrt kommt und wieder wird danach kaum etwas aus der Prämisse der geschrumpften Eltern gemacht. Da hat selbst die Direct-to-Video-Fortsetzung „Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft“ des 1980er-Jahre-Hits „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ deutlich mehr aus der Idee herausgeholt. Wirklich schade, denn die Effekte können sich durchaus sehen lassen. Warum nicht ein wenig mehr Energie ins Drehbuch stecken?

Am besten hat mir noch die Dynamik innerhalb der Kindergruppe gefallen. Die geschrumpften Eltern waren dagegen eher nervig. Warum sich diese plötzlich wie Kleinkinder benehmen müssen? Nicht wirklich logisch. Die mystisch-gruselige Handlung in der Schule hat dieses Mal ein wenig besser für mich funktioniert. Aber auch nur, weil ich mich bereits darauf einstellen konnte. Albern bleibt dieses Vehikel, um die Geschichte zum Laufen zu bringen, dennoch weiterhin.

Fazit

„Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft“ ist eine erwartbare Fortsetzung, die man sich durchaus anschauen kann. Die Inszenierung funktioniert ziemlich gut, das Drehbuch fällt dagegen leider ziemlich ab. Dafür hatten die Kinder wieder sehr viel Spaß und das ist ja schließlich die Hauptsache. Tut nicht weh, ist aber auch kein Muss: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Chaos im Netz – OT: Ralph Breaks the Internet (2018)

Eine abermals anstrengende Woche liegt hinter mir und ein volles Wochenende vor uns. Die Corona-Scares werden häufiger und überhaupt zerrt gefühlt alles an den Nerven. Zeit also für einen Filmabend: Nachdem wir letzte Woche „Ralph reichts“ gesehen haben, stand heute der Nachfolger „Chaos im Netz“ auf dem Programm. Meine erste Sichtung des Films und dementsprechend gespannt war ich… 💻👾

Chaos im Netz (2018) | © Walt Disney

Chaos im Netz (2018) | © Walt Disney

Ein kunterbuntes Internet-Abenteuer

Auch in der Welt von Randale-Ralph und Vanellope sind sechs Jahre seit dem letzten Abenteuer vergangen. Routine ist eingekehrt und würde nicht ein physikalisches Teil des Spiels „Sugar Rush“ kaputt gehen, wäre dort wohl immer noch alles so, wie wir es kennen. Der Defekt am Spieleautomaten ist allerdings der Auslöser dafür, dass sich Ralph und Vanellope ins Internet begeben und dort allerlei Abenteuer erleben. Dabei ist der Clou des Films, dass abstrakte Handlungen im Internet personifiziert und bildlich dargestellt werden. Hinzu kommen dutzende von bekannten Internet-Marken und, dank Disneys Kaufwut, auch Marvel-Helden, „Star Wars“-Figuren und natürlich eine ganze Meute an Disney-Prinzessinnen.

Wie bereits im ersten Teil, ist jedoch die Freundschaft zwischen Ralph und Vanellope der Kern des Films. Viele der großen Actionszenen hätte es für mich gar nicht so ausführlich gebraucht. Sehr unterhaltsam fand ich tatsächlich die Ansammlung an Disney-Held*innen und eben die Verbildlichung so mancher Internet-Funktion. Wirklich berührt hat mich aber tatsächlich wieder nur die Entwicklung der Beziehung der beiden Hauptfiguren. Wirklich schön und mir durchaus nahegehend. Hach.

Fazit

Insgesamt hat mir „Ralph reichts“ wohl etwas besser gefallen. Vermutlich weil die Geschichte kleiner war und die Action nicht ganz so übertrieben. Dennoch ist die Fortsetzung absolut gelungen und das Entdecken des Internets hat enorm viel Spaß gemacht. Am Ende hat mich der Film dann auch emotional voll erwischt, was ich so nicht erwartet hatte. Die Kinder sehen das übrigens ganz ähnlich: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant:  9/10 Punkte.)