Indiana Jones und der Tempel des Todes – OT: Indiana Jones and the Temple of Doom (1984)

Nach dem grandiosen ersten Teil, habe ich noch die bei Fans und Kritikern eher unbeliebte Fortsetzung „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ gesehen. Für mich ist auch das Prequel der Reihe untrennbar mit wunderbaren Erinnerungen verbunden und punktet daher hauptsächlich auf der persönlichen Ebene – doch auch abgesehen davon hat Indys zweites Abenteuer einiges zu bieten.

„Indiana Jones and the Temple of Doom“ beginnt wie ein „James Bond“-Film und scheint damit seinem britischen Konkurrenten augenzwinkernd sagen zu wollen: Achtung, hier komme ich! Im Vergleich zu „Raiders of the Lost Ark“ wirkt diese Szene etwas zu übertrieben, zu bunt und zu bombastisch. Ein Beschreibung, die auf so einige Szenen des Prequels zutrifft. Doch möchte ich das nicht zwangsweise als Kritik sehen. Man sieht ein Abenteuer Indys, wie man es sich aus Erzählungen vielleicht selbst zusammengereimt hätte – und schließlich ist Dr. Jones ja eine Figur, die bewusst larger than life angelegt ist.

Ein großer Unterschied zum Vorgänger sind die Begleiter, mit denen sich Indy herumschlagen muss: Ein nerviges Kind und eine kreischende Diva. Mich persönlich haben diese Figuren nie so sehr gestört, wie anscheinend den Rest der Welt. Vermutlich habe ich mich als Kind bereits zu sehr an sie gewöhnt, als dass sie mir heute negativ auffallen könnten. So geht es mir auch bei einigen anderen Szenen aus „Temple of Doom“: Das Festmahl zum Bespiel war als Kind eine meiner Lieblingsszenen. Eigentlich albern und übertrieben, doch einfach unterhaltsam. Ebenso der Einstieg zum Tempel, die Zeremonie, die Lorenfahrt usw.

Neben all den Albernheiten überrascht „Temple of Doom“ mit bisher ungekannter Härte und einer erstaunlich düsteren Grundstimmung. Vermutlich war es auch diese ungewohnte Kombination, die viele Zuschauer verschreckt hat. Vielleicht wäre es auch mir so ergangen, doch kann ich aufgrund der unzähligen Sichtung keine objektive Bewertung mehr abgeben.

„Indiana Jones and the Temple of Doom“ ist für mich immer noch erstklassiges Abenteuerkino mit einem grandiosen Harrison Ford und einigen Szenen für die Ewigkeit. Für mich ein integraler Teil der klassischen Trilogie: 9/10 Punkte. Nun fehlt nur noch der fantastische – und zumindest vorübergehende – Abschluss der Saga.

22 Gedanken zu “Indiana Jones und der Tempel des Todes – OT: Indiana Jones and the Temple of Doom (1984)

  1. Miss Sophies Kommentar schließe ich mich an. 😉 Teil 2 finde ich auch nicht so schlecht, die blonde Willie sogar höchst erheiternd. Sicher ist er der schwächste Film unter den ersten drei Indiana Jones-Filmen, ja ich würde sogar sagen, der schwächste Indy-Film überhaupt. Aber das heißt nicht, dass er nicht immer noch gut und sehr sehenswert ist.

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  2. Da decken sich ja unsere Einschätzungen. Ob jedoch der aktuellste Teil den zweiten toppen kann? Ich wage es zu bezweifeln. Dafür hatte ich einfach schon zu unterhaltsame Stunde mit Indy, Willy und Shorty. Dennoch sehe ich dem Kinobesuch inzwischen schon viel optimistischer entgegen, als vor der Sichtung der ersten beiden Teile: Indy im Kino ist ja schon allein Grund zur Freude! 🙂

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  3. Ich bin ja schon so auf meine Eindrücke zum vierten Teil gespannt!

    …und selbst wenn das Drehbuch nun nicht der Knüller, setze ich inzwischen voll und ganz auf den Charme von Harrison Ford und die Inszenierung Spielbergs. Ich bin ja dafür bekannt selbst schwächeren Filmen des Meisters noch so einiges abzugewinnen zu können… 😉

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  4. Ob jedoch der aktuellste Teil den zweiten toppen kann? Ich wage es zu bezweifeln.
    Mit dem zweiten Teil kann man den neuen Film meiner Ansicht nach überhaupt nicht vergleichen. Von der Stimmung her ist er eher dem 3. Teil am nächsten. Dazu sind, wie in den Star Wars-Prequels, zu viele neue Elemente in der bekannten Indiana Jones-Mischung drin. Also wenn du den neuen Film anschaust, dann solltest du meiner Meinung nach gerade nicht den zweiten als Meßlatte nehmen. 😉

    Ansonsten kann ich dich, was Harrison Ford als Indy anbelangt, durchaus beruhigen. Und es stimmt: Indy auf der großen Leinwand muss man einfach mal gesehen haben. Ich schätze, die meisten von uns sind zu jung, um die ersten drei Filme im Kino gesehen zu haben.

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  5. Witzigerweise war ich mir bis vor ein paar Tagen überhaupt nicht bewusst, dass ToD (oha) ein Prequel ist. Der steht aufgrund des Settings so für sich allein, der könnte fast auch heute spielen, vielleicht abgesehen von den Engländern am Ende.

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  6. @ Paul: Kommt Zeit, kommt Indy… 😉

    @ thwidra: Schon klar. Ich dachte auch eher so von der Qualität bzw. dem Unterhaltungswert her. Ich denke auch den vierten muss man ziemlich losgelöst sehen. Am ehesten lassen sich wohl auch nur „Raiders of the Lost Ark“ und „The Last Crusade“ vergleichen. Letzterer wird von Kritikern ja auch gerne als Quasiremake beschimpft. Dabei hat der ganz grandiose für sich stehende Szenen. Ach, überhaupt sind das beides ganz große Filme!

    @ Sebastian: Siehste mal, wieder was gelernt. Ja, „Temple of Doom“ hat eine ziemliche Sonderstellung in der alten Trilogie – ich mag ihn trotzdem (oder gerade deswegen) sehr gerne! 🙂

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  7. Lustigerweise finde ich das Bondsche Opening das beste am ganzen Teil, locker, flockig, Indy-like. Dagegen war mir die Lorenfahrt immer schon zu doof, ich steh aber eh nicht so auf Loren, ganz allgemein, fand die auch immer in den HUGO-PC-Spielen zu anstrengend. Wenn du dem hier 9/10 gibst, müssten beim 4. Teil auch mind. 8 Punkte für dich drin sein (behaupte ich jetzt einfach mal so).

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  8. Das Bond’sche Opening halte ich auch für großes Kino. Was danach kommt ist einfach eine wilde und übertriebene Achterbahnfahrt, aber eine sehr gelungene! Zur Bewertung von Teil 4: Mal sehen, dieser kann ich im Gegensatz zu „Temple of Doom“ leider nicht mehr mit staunenden und unvoreingenommenen Kinderaugen betrachten.

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